- vor 5 Monaten
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KurzfilmeTranskript
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02:00Morgen
02:28Morgen
02:29Bergwaldsicherheitstechnik
02:31Wir hatten einen Anruf von einer Kriminalkommissarin Nina Horn
02:35Horn
02:37Die Gegensprechanlage rauscht und knackt
02:41Soll ich mir mal ansehen?
02:43Gut
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05:47Morgen. Manchmal glaube ich, Thomas übernachtet hier, nur um als Erster da zu sein.
05:52Du, wahrscheinlich steht er nur nicht so lange vorm Spiegel wie ein Bild.
05:56Typisch. Kaum achtet ein Mann auf sein Äußere, schon gilt er als eitler Schnöse.
05:59Wieso fühlst du dich angesprochen?
06:03Ja, Meda?
06:04Ich sage alles nur einmal, also hören Sie genau zu.
06:06Ich habe hier einen Kollegen Wallner in meiner Gewalt, Hauptkommissar Thomas Wallner.
06:10Was? Ich habe verstanden, ja.
06:12Solange Sie vernünftig sind, werde ich es auch sein.
06:15Aber wenn ich einen einzigen SE-Kamern oder Scharfschützen auf den Monitoren hier sehe, ist Wallner gut.
06:23Kann ich mit ihm sprechen?
06:26Hier, Ihre Chefin.
06:28Susanne, ich bin okay. Ich bin unser...
06:29Ja, ist genug.
06:31In einem Lieferwagen hinter Ihnen liegt ein Mann.
06:35Kümmern Sie sich um ihn. Der Wagen ist nicht abgeschlossen.
06:45Auf dem Krankenwagen.
06:55Nur damit keine Missverständnisse aufkommen, Nina hat sie gedacht, mit mir verbracht und jetzt zieht sie die Welt mit völlig anderen Augen.
07:00Mein Auto ist nicht angesprochen.
07:01Jemand hat Thomas als Geisel genommen und sich mit ihm im Büro verschanzt.
07:08Keine Ahnung wer, keine Ahnung warum, aber ist ernst.
07:11Komm, hilf mir.
07:13Ja, Kommissar Vermuck, ich brauche dringend einen Rettungswagen.
07:16Ja, hier bei uns, schnell.
07:17Wenn er sich nur an Thomas rächen will, hätte er ihm auch zu Hause auflauern können.
07:23Nee, nee, da steckt was anderes dahinter.
07:25Außerdem scheint er mit seinem Leben noch nicht abgeschlossen zu haben.
07:28Was macht dich da so sicher?
07:29Er scheint sich für mildernde Umstände zu interessieren.
07:31Er wollte, dass wir den Techniker finden.
07:34Bitte, geh ans Telefon.
07:36Wir brauchen Einsatzkommande vor Ort.
07:37Und beschaffen wir sämtliche Pläne vom Gebäude, Büro, Keller, alles.
07:40Alles klar.
07:41Nina, ich muss wissen, wer in den letzten Monaten aus der Haft entlassen wurde, den Thomas hinter Gitter gebracht hat.
07:47Tja, wir müssen irgendeinen Weg finden, zu Thomas Kontakt aufzunehmen.
07:52Wir?
07:53Du.
07:54Wer sonst?
07:59Wenn es Ihnen um Geld geht, dann machen Sie sich keine Illusionen.
08:04Sie werden keinen Cent bekommen.
08:07Der Geiselnahm gibt's für die Polizei nur eins.
08:09Keine Zugeständnisse.
08:11Auch nicht, wenn das Opfer ein Behinderter ist.
08:13Ach.
08:15Glauben Sie mir ernst, ich hätte Sie ausgesucht.
08:17Weil Sie behindert sind?
08:19Warum denn sonst?
08:22Hier geht's um viel mehr als um Geld.
08:26Hier geht's um Schuld.
08:36Ja, jetzt überlegen Sie, ob ich Sie an jemanden erinnere.
08:39Habe ich recht?
08:40Oder an irgendetwas, was mal geschehen ist?
08:42Was meinten Sie mit Schuld?
08:49Manche Menschen denken, sie könnten über Leben und Tod anderer entscheiden, ohne sich jemals dafür verantworten zu müssen.
08:55Ich hätte jetzt ganz gerne ein Glas Wasser.
09:11Was ist mit Ihnen?
09:12Was ist mit Ihnen?
09:29Was ist mit Ihnen?
09:32Schneider, ihr macht euch ansatzbereit
09:48Hauptkommissar Fischer
09:51Guten Morgen, Kriminalrätin Leda
09:53Ausgerechnet, Sie werden mir geschickt
09:55Tja, Befehl vom Innenminister
09:57Glauben Sie mir, ich wäre auch gerne woanders, aber Sie kennen ja das Standardprogramm
10:01Ich werde meine Leute erstmal da auf dem Parkplatz passieren, damit der Kerl uns nicht sieht
10:05In 20 Minuten sind wir einsatzbereit
10:08Fischer, niemand außer mir gibt den Befehl zur Stürmung
10:12Ist das klar?
10:17Es knistert ja richtig zwischen euch, hattet ihr immer was miteinander?
10:20Mhm, vor zwei Jahren. Betrunkener Familienvater hatte seine Frau erschossen
10:24und sich mit den beiden Kindern in der Wohnung verschanzt
10:27Er wollte von der ersten Sekunde an stürmen
10:29Er war überzeugt, seine Männer würden den Vater überwältigen, noch bevor er den Kindern was antun kann
10:33Und das ging schief?
10:34Ach, der Vater war betrunken, war verzweifelt und hatte immer eins der Kinder bei sich
10:38Er gab den Befehl zur Stürmung, ohne meine Okay
10:42Der Vater wurde vor den Augen der Kinder erschossen
10:44Oh
10:46Später hat er dann behauptet, der Vater hätte auf seinen Sohn gezielt und wollte abdrücken
10:50Und das glaubst du ihm nicht?
10:52Leute wie er kennen nur eine Form der Konfliktbewältigung
10:56Wir haben eine gute, eine schlechte Nachricht. Welche zuerst?
10:59Na komm, die schlechte
11:00Von den Männern, die Thomas eingebuchtet hat, ist keiner entlassen worden
11:02Jedenfalls nicht in den letzten zwölf Monaten
11:04Also da können wir auch nicht weiter
11:06Super, und die gute?
11:07Der Computer im Büro ist eingeschaltet
11:09Ich kann mich über unser Netzwerk in den Rechner einloggen und die Webcam aktivieren
11:12Wenn alles klappt, können wir in fünf Minuten hören und sehen, was da drin geschieht
11:16Gut, worauf wartest du?
11:18Auf das Okay meiner Vorgesetzten
11:20Okay
11:36Für Sie
11:45Danke
11:52Was ist?
11:53Sie denken, ich hätte Ihnen was ins Glas getan?
12:00Leeren Sie Ihre Taschen aus
12:01Los, alles auf den Tisch
12:06Ziehen Sie die Jacke aus
12:20Ein Muskelrelaxant
12:22Spontane spastische Krämpfe gehören bei einem Querschnittsgelebenden leider zum täglich Brot
12:26Ja, und bei höherer Dosis klappt man zusammen wie ein Kartenhaus
12:31Was sehen Sie? Arzt? Apotheker?
12:36Apotheker
12:41Warowski
12:43Stefanie Warowski, Sie sind Ihr Vater, stimmt's?
12:58Et voilà
12:59Super
13:02Du bist ein Genie
13:08Ja, Ihre Eltern hatten damals eine Apotheke
13:10Deshalb wissen Sie so gut über die Tropfen Bescheid
13:12Sie glauben immer noch, ich sei schuld am Tod Ihrer Tochter, ja?
13:18Ja
13:20Wieso?
13:21Was war das für Sie? Schicksal?
13:24Die Stimmung der Bank war damals unsere einzige Chance
13:27Der Banküberfall, vor vier Jahren
13:29Diese Bankräuber waren 48 Stunden ohne Schlaf und am Ende ihrer Kräfte und sie hatten Handgranaten und sie waren bereit sie zu zünden
13:36Ich hatte gar keine andere Möglichkeit, ich musste den Befehl geben
13:40Und haben über Leben und Tod eines anderen Menschen entschieden
13:43Thomas hat damals den Einsatz geleitet
13:49Nach zwei Tagen war klar, die Geiselnehmer würden jeden Augenblick die Nerven verlieren und anfangen ihre Geisel umzubringen
13:55Thomas hatte gar keine andere Wahl, er musste die Bank stören lassen
13:58Unter den Geiseln war auch eine Polizistin
14:01Stefanie Warowski, 22 Jahre, die war rein zufällig in der Bank
14:05Auf sie war permanent eine Waffe gerichtet
14:07Und als die erste Blendgranate detonierte, wurde sie erschossen
14:12Er will also kein Geld, er will Rache
14:14Ich schätze, da haben wir keine Alternative
14:17Wir stellen den Strom ab, lassen es wie ein Kurzschluss aussehen
14:20Und während Sie mit dem Kerl telefonieren, ihn beruhigen und ablenken, gehen wir rein
14:24Keine fünf Sekunden und die Sache ist endlich
14:26Sie werden das Büro auf gar keinen Fall stürmen
14:28Warowski hat von innen das gesamte Gelände im Blick
14:31Sobald sich die Einsatzkräfte nähern, wird er sie sehen
14:34Wir sind dazu ausgebildet, nicht gesehen zu werden, Kollegin Meder
14:38Ich habe das Gefühl, Sie sitzen immer noch auf dem Hohen Ross wegen diesem toten Vater vor zwei Jahren
14:43Was gibt Ihnen eigentlich die Sicherheit, dass Ihre Taktik die bessere gewesen wäre?
14:46Bei meiner gab es einen toten Mörder
14:49Bei Ihrer hätten vielleicht zwei Kinder sterben müssen
14:51Keine Stürmung
14:55Keine Stürmung
14:56Wie auch immer
14:58Der Innenminister hat darauf bestanden, dass wir hier sind
14:59Jetzt sind wir hier
15:00Und wir werden auf alles vorbereitet sein
15:08Susanne?
15:09Ja?
15:10Ich finde, das klingt gar nicht so dämlich, was er sagt
15:12Eine Stürmung ist doch genau das, was er will
15:15Er will Thomas nicht einfach abknallen
15:17Er will, dass er genauso stirbt wie seine Tochter damals in der Bank
15:20Sobald die erste Blendgranate detoniert, wird er ihn erschießen
15:24Und deshalb werden wir nicht stürmen, ist das jetzt klar?
15:28Aber Susanne?
15:30Eine Sache verstehe ich nicht, warum er es jetzt...
15:32Warum will er den Tod an seiner Tochter erst jetzt an Thomas rechnen?
15:34Vier Jahre nach der Geiselnahme, das verstehe ich nicht
15:39Vielleicht hat er seine Frau eine Antwort darauf
15:42Kannst du sie herholen?
15:43Mach ich
15:44Das mit ihrer Tochter war vor vier Jahren
15:59Warum ist jetzt?
16:05Also wenn sie mich wirklich für schuldig halten, warum bin ich dann nicht schon seit Jahren tot?
16:08Krebs
16:13Magen
16:15Zu spät für eine Operation
16:18In zwei, drei Monaten liege ich in der Intensivstation
16:22Wer noch ein bisschen mit Morphie ernährt
16:25Wer noch ein bisschen mit Morphie ernährt
16:27Das war's dann
16:33Also
16:35Jetzt oder nie
16:38Und dass bei der Stürmung damals andere Menschenleben gerettet wurden, ist Ihnen egal?
16:43Ehrlich gesagt
16:46Völlig egal
16:48Ehrlich gesagt
16:50Völlig egal
17:04Ich hab die Sache so minutiös geplant
17:07Alles hab ich gedacht
17:08Nur an meine Schmerztabletten nicht
17:09Rufen Sie mal Ihren Kollegen an
17:10Rufen Sie mal Ihren Kollegen an
17:11Rufen Sie mal Ihren Kollegen an
17:12Rufen Sie mal Ihren Klickern
17:13Ja
17:14Ich brauche Oxycodon
17:16Das aber wie Du
17:17Rufen Sie mal Ihren Kollegen an.
17:37Ja?
17:39Ich brauche Oxycodon.
17:41Das ist ein Schmerzmittel, ich weiß.
17:47Woher wissen Sie das?
17:49Meine Großmutter hatte Cremes.
17:51Ohne Oxycodon waren die Schmerzen für Sie oftmals unerträglich.
17:56Behalten Sie sich.
17:59Danke.
18:04Ich fahre mal los und hole das zurück.
18:06Ja, gut. Danke.
18:12Ich verstehe noch was nicht.
18:14Warum haben Sie mich nicht auf offener Straße erschossen?
18:17Da wären Sie ja vielleicht noch davon gekommen.
18:19Aber hier haben Sie doch überhaupt keine Chance.
18:26Was hätte ich davon gehabt?
18:30Oder meine Tochter?
18:33Sie wären tot.
18:35Innerhalb eines Augenblicks.
18:37Sie hätten vermutlich überhaupt nicht realisiert, was mit Ihnen geschieht.
18:40Und warum.
18:42Ich verstehe.
18:45Wir warten hier also so lange, bis Sie da draußen gar keine andere Option mehr haben als Stürmung.
18:50Nein.
18:51Bitte, bitte.
18:52Das ist richtig, bitte.
18:53Wir haben es noch mal.
18:54Nein.
18:55Wir haben noch im Teil selbst gebrochen.
18:56Das ist alles möglich.
18:57Ich bin da.
18:58Das ist alles möglich.
18:59Nein.
19:00Ich bin da.
19:01Ich bin da.
19:02Ich bin da.
19:04Dann bin ich da.
19:05Ich bin da.
19:06Shit, du hattest gemerkt.
19:22Mist.
19:23Mist, Mist.
19:24Mist.
19:34Zieht ihn nicht genau an.
19:39Nein, das macht nicht.
19:45Team 4 bereit machen für Notzug.
19:55Das war ein Warnschuss.
19:57Das nächste Mal mach ich ernst.
20:00Halt!
20:06Das war ein Warnschuss.
20:08Ich habe keinen Befehl gegeben.
20:11Er hält seine Waffe direkt an Walners Kopf.
20:14Und er wird schießen, wenn sie jetzt stürmen.
20:16Und dann bringe ich sie vor Gericht.
20:21Abbruch.
20:23Ich wiederhole, Einsatz ist abgebrochen.
20:29Wie lange wollen Sie Ihren Mann da drin eigentlich noch in Lebensgefahr lassen?
20:32Dieser Warowski ist doch ein durchgeknallter Amateur.
20:35Ja, das ist er.
20:37Der kriegt doch nicht mal die Waffe hoch, bevor meine Leute ihn...
20:39Erschossen haben, ich weiß.
20:41Jedenfalls ist mir ein toter Geiselnehmer lieber als ein toter Kollege.
20:53Was ist denn passiert?
20:56Frau Warowski...
20:58Ihr Mann hat Hauptkommissar Thomas Walner als Geisel genommen.
21:02Was?
21:04Er hat eine Waffe und will ihn erschießen.
21:06Ach, das kann nicht sein.
21:11Ja, aber warum? Warum sollte er sowas tun?
21:13Rache?
21:15Ach, mein Mann.
21:17Wir haben Walner weder damals noch heute die Schuld an Stefanis Tod gegeben.
21:21Wir hatten doch alle gehofft, die Bank würde von der Polizei rechtzeitig gestürmt, bevor ein Unglück passiert.
21:28Frau Warowski, wenn Sie mit Ihrem Mann reden, dann könnte Ihnen es vielleicht stoppen. Würden Sie mitkommen?
21:34Ja, ja, ja, natürlich.
21:36Danke.
21:37Ich weiß gar nicht. Mein Mann ist heute Morgen ganz normal aus dem Haus, wie immer.
21:41Frau Warowski!
21:42Helmut!
21:44Guten Abend.
21:46Herr Warowski?
21:50Also, wenn das ein Scherz sein sollte, dann wäre das ein verdammt übler.
21:54Ja.
22:0823.
22:10Okay.
22:13So, danke.
22:16Hast du das Medikament?
22:18Ja.
22:19Die Verpackung ist original, aber da drin ist kein Schmerzmittel.
22:21K.O.-Tropfen in hoher Dosis. Damit kannst du einen zwei Tonnen schweren Ochsen in die Knie zwingen.
22:27Puh, das dürfte reichen.
22:29Und was ist, wenn er merkt, dass das nicht sein Medikament ist?
22:32Hast du eine bessere Idee?
22:34Von Thomas.
22:36Hast du es geschafft, eine SMS zu schicken?
22:38Ja, tatsächlich.
22:40Plasminia das Medikament bringe ich aber in den Plan. Vertraut mir.
22:42Soll ich da nicht lieber rein gehen?
22:43Thomas weiß schon, was er tut.
22:44Ja?
22:45Ja.
22:46Ja.
22:47Ja.
22:48Und sei vorsichtig, hörste?
22:49Ja.
22:50Ja, Mede?
22:51Susanne.
22:52Susanne, wir haben uns geirrt.
22:53Wer immer da oben drin ist, hat mit dem Banküberfall überhaupt nichts zu tun.
22:57Susanne, der Vater von Stefanie Barowski steht neben mir.
22:59Was?
23:00Nina?
23:01Nina?
23:02Nina?
23:03Was ist denn?
23:04Der will gar keine Tabletten. Der will Nina da reinlocken. Das ist gar nicht Barowski.
23:07Wie immer da rum drin ist, hat mit dem Banküberfall überhaupt nichts zu tun.
23:10Susanne, der Vater von Stefanie Barowski steht neben mir.
23:13Was?
23:16Nina!
23:17Nina!
23:18Was ist denn?
23:19Der will gar keine Tabletten. Der will Nina da reinlocken.
23:22Das ist gar nicht Barowski.
23:37Feuer oder Erdbestattung.
24:07Wofür würden Sie sich entscheiden?
24:16Ich habe mit meiner Tochter nie darüber geredet.
24:19Ja, wozu auch? Wer denkt mit 20 schon an seine Beherdingung?
24:23Ich denke auch, sie hätte was dagegen gehabt, verdrannt zu werden.
24:27Sie hatte immer Angst vor Feuer.
24:28Und Sie? Wie ist das bei Ihnen?
24:31Wovor haben Sie Angst?
24:34Wovon reden Sie eigentlich?
24:37Vor zwei Wochen wurde am Mainhof eine junge Frau tot aufgefunden.
24:41Vergewaltigt und erwürgt.
24:44Martina Senner, 20 Jahre alt.
24:47Sie sind der Vater von Martina Senner.
24:49Vor drei Tagen habe ich sie betraben.
24:55Die Stürmung der Bank war damals unsere einzige Chance.
24:59Diese Bankräuber waren 48 Stunden ohne Schlaf und am Ende ihrer Kräfte.
25:03Und sie hatten Handgranaten und sie waren bereit, sie zu zünden.
25:06Ich hatte gar keine andere Möglichkeit.
25:07Ich musste den Befehl geben.
25:09Und haben über Leben und Tod eines anderen Menschen entschieden.
25:12Alle Informationen über den Banküberfall und über Stefan Iwarowski kamen von Thomas.
25:18Er hat seinen Verdacht also einfach nur bedient und uns auf eine falsche Fährte gelockert.
25:22Und warum jetzt auch noch Nina?
25:25Wir müssen sie da rausholen, vielleicht doch das SEK.
25:27Ich will keinen Blutbad.
25:29Ich will Sie alle da raus haben.
25:30Also, er hat Weiner benutzt, um Nina ins Büro zu bekommen.
25:34Aber warum Nina?
25:37Und wer ist da dann?
25:40Gratuliere, jetzt sind schon zwei Ihrer Leute in Lebensgefahr.
25:44Es gibt einen Zugang zum Heizungskeller.
25:46Ein Versorgungsschacht.
25:47Außerhalb des Sichtfeldes der Überwachungskamera.
25:49Sie ist nicht besonders groß, reicht aber aus, um eine Leute ins Gebäude zu kriegen.
25:52Gleichzeitig postieren wir Einheiten vor dem Gebäude zum Schein, um ihn abzulenken.
25:55Und sobald Sie das okay geben, schießen wir eine Blendgranate durchs Fenster,
25:58sprengen die V3-Eingangstür zum Büro und gehen rein.
26:01Zur Sicherheit platzieren wir drei Scharfschützen auf den Dächern.
26:04Unsere Chancen liegen bei 80 Prozent Minimum.
26:06Danke.
26:07Susanne?
26:08Ja.
26:08Guck mal da.
26:13Gott, was machen die denn da?
26:21Sandra Marquardt, Erempfung.
26:23Sind Sie hier, der Boss?
26:24Ja, ich leite hier die Ermittlungen.
26:26Sie haben hier keine Dreherlaubnis.
26:28Ziehen Sie sich bitte mit Ihrem Team zurück.
26:30Wir sehen doch, wir haben hier einen Polizeieinsatz.
26:32Danke.
26:32Vielen Dank.
26:33Wir sind benachrichtigt worden.
26:35Da drin hat sich jemand verschanzt, richtig?
26:47Haben Sie Kinder?
26:50Nein.
26:50Dann können Sie sich auch nicht vorstellen, was es bedeutet, ein Kind zu verlieren.
26:54Der Mörder stand einen Tag vor der Tat wegen Versuch der Vergewaltigung vom Gericht
27:00und wurde freigesprochen.
27:04Weil seinem Anwalt ein gewonnener Prozess wichtiger war als das Leben eines Menschen.
27:08Und jeder im Gerichtssaal wusste, dass er schuldig war und gefährlich und dass es wieder tun würde.
27:14Jeder wusste das.
27:15Auch sein Anwalt.
27:16Dein Vater.
27:22Ja.
27:24Ihr Vater hat meine Tochter auf dem Gewissen.
27:27Rufen Sie einen Kollegen an.
27:36Sagen Sie, dass ich Dr. Horn in spätestens 60 Minuten hier haben will.
27:40In meiner Gegenwart und in der seiner Tochter.
27:43Fragen Sie, ob das Fernsehteam bereits eingetroffen ist.
27:47Machen Sie schon.
27:48Woher haben Sie die Information im Kommissariat, hätte sich jemand verschanzt?
28:00In einer halben Stunde kam ein Fahrradbote mit der Nachricht, dass hier jemand festgesetzt ist.
28:05Anonym.
28:06Nein.
28:06Hier ist die Nachricht.
28:09Heute wird die Gerechtigkeit Ihren Lauf nehmen in den Räumen der Polizei, ohne dass sie etwas dagegen tun kann.
28:13Andreas Senne, 8.15 Uhr.
28:15Sie haben einen Irren im Haus, stimmt's?
28:17Kann ich das behalten?
28:19Danke.
28:19Gehen Sie doch bitte hinter die Absperrung, dann können Sie auch erst mal bleiben.
28:23Danke.
28:24Dein Führer will Ninas Vater hier haben.
28:27Und ein Fernsehteam in 60 Minuten.
28:31Sagt der Andreas Senna was?
28:34Senna, Senna.
28:36Vielleicht der Vater von Martina Senna.
28:39Das Vergewaltigungsopfer.
28:42Ninas Vater hat drei Tage vorher den Feilspruch für den Mörder erwirkt.
28:45Seine Tochter ist tot und er will sich ein Horn rächen. Kann das sein?
28:49Wir brauchen alles über Senna, was wir finden können. Machst du das?
28:52Ja, klar.
28:53Sobald Sie das okay gehen, passieren wir den zweiten Trupp vor dem Eingang, sodass er auf jeden Fall von den Kameras erfasst wird.
28:58Gut, gut.
29:00Gehst du damit runter?
29:02Gerne.
29:02Und gib mir Bescheid, wenn sich irgendwas tut.
29:05Wenn Ihr unausgebildeter Kollege bei dem Einsatz zu Schaden kommt, übernehme ich keinerlei Verantwortung.
29:09Die Verantwortung übernehme ich schon selber.
29:11Ja, herzlichen Glückwunsch. Das hat mir gerade noch gefehlt.
29:14Ja, herzlichen Glückwunsch.
29:44Dr. Andreas Senna. 51 Jahre alt. Chirurg am städtischen Krankenhaus.
29:55Ist heute Morgen nicht zur Bereitschaft erschienen. Martina Senna war sein einziges Kind.
30:00Die Frau ist vor zwölf Jahren beim Mordunfall gestorben.
30:03Ich werde Ninas Vater auf keinen Fall da reinlassen.
30:05Ich glaube, Senna will da drin einen Schauprozess führen. Mit Horn als Angeklagten und einem Kamerateam als Zeugen.
30:11Und Nina als Opfer.
30:16Und wir holen Ninas Vater trotzdem hierher?
30:18Ja, ja.
30:19Ich brauche ihn, damit Senna sieht, dass wir auf seine Forderungen eingehen.
30:23Deshalb soll die Presse auch hierbleiben.
30:25Und du glaubst, er wird Thomas und Nina nichts tun, solange ihr Vater nicht da ist?
30:28Ich bin ziemlich sicher, wenn die zwei nicht versuchen, Helden zu spielen.
30:41Susanne, hier ist Pitt. Wir sind jetzt unter dem Büro. Hier ist alles ruhig.
30:45Sobald ich merke, dass Fischer Befehle gibt, melde ich mich wieder.
30:47Sie haben Jura studiert?
31:15Ja, ein paar Semester.
31:263-4-1 ist bereit zum Schuss.
31:29Anwältin wollten Sie nicht werden?
31:32Nein.
31:35Warum?
31:43Weil...
31:44Mein Vater hätte es schon gern gesehen, wenn ich seine Kanzlei übernommen hätte.
31:51In den Semesterferien habe ich immer als Bürohilfe bei ihm gejobbt.
31:54Das fand ich klasse.
31:56Seine Tochter und er gegen den Rest der Welt.
31:58Herr Dr. Hahn.
32:14Frau Meder, was geschieht jetzt?
32:16Ich sage Wahnsinnigkeit, meine Tochter als Geisel und Sie stehen hier rum und unternehmen nichts.
32:20Herr Dr. Hahn.
32:20Ich verlange, dass Sie meine Tochter da rausholen.
32:22Glauben Sie mir, ich teile Ihre Sorge um Nina und wir werden alles tun, um Ihre Tochter da rauszuholen.
32:27Im Moment haben wir Einsatzkräfte im Haus postiert. Im Notfall können Sie das Büro steuern.
32:31Nein.
32:31Ich gehe da rein. Ich bin jetzt, an dem er sich rechnen will. Auf mich hat er es abgesehen.
32:35Senna will sich an Ihnen rechnen, indem er Ihnen das Gleiche antut, was Sie seiner Meinung nach ihm angetan haben.
32:41Er will Ihnen Ihre Tochter nehmen.
32:44Er will nicht Sie ermorden, sondern Nina.
32:45Und wenn ich Sie jetzt in dieses Haus lasse, wird er Nina vor Ihren Augen erschießen.
32:49Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass der Beruf nichts für mich ist.
32:53Mein Gerechtigkeitsfimmel, so hat mein Vater das immer genannt, der war einfach zu groß.
33:02Und wissen Sie, als Anwalt, da kann man es sich nicht aussuchen, nur Mandanten anzunehmen, die unschuldig sind oder wo man denkt, dass sie es verdient haben, verteidigt zu werden.
33:09Vom Gesetz sind alle gleich, auch die Schuldigen.
33:11Wie groß sind die Chancen, dass Nina eine Stürmung überlebt?
33:2150-50? 60-40? 80-20? Wie groß? Eine ehrliche Antwort bitte. Mehr will ich nicht.
33:30Sie haben doch selbst eine Tochter, nicht wahr?
33:34Wenn es uns gelingt, seine abzulenken und die Blendgranaten detonieren, bevor er auf Nina schießen kann.
33:4160-40.
33:4460-40.
33:46Danke.
33:54Sie sind Chirurg.
33:56Und Ihre Tochter hat sich um einen Medizinstudienplatz beworben, Stütz?
34:02Ja.
34:04Väter wollen immer, dass die Kinder in ihre Fußstapfen treten.
34:07Meine Kollegin, die ist nicht wesentlich älter, als ihre Tochter es war.
34:13Was würde Ihre Tochter dazu sagen, wenn Sie eine junge Frau erschießen, die...
34:16die Freundin ihrer Tochter hätte sein können?
34:19Bist du wahnsinnig, mich am Einsatz zu hindern?
34:37Bist du wahnsinnig, ohne Befehl zu schießen?
34:39Ich habe meine Anweisung.
34:40Aber nichts von uns.
34:42Ist das klar?
34:50Ja, Leder?
34:52Wenn noch ein Schuss fällt, erschließe ich Ihre Kollegin.
34:56Drehen Sie das Licht wieder an.
34:57Ich kümmere mich darum, Herr Senner.
34:59Ich habe das nicht angeordnet.
35:00Ich kümmere mich darum.
35:07Ich brauche einen Walkie.
35:12Fischer?
35:13Hört.
35:13Wer zum Teufel hat da geschossen?
35:15Und machen Sie das Licht im Haus wieder an.
35:17Das Licht abschalten hat die doch erst ans Fenster gebracht.
35:20Verdammt noch eins.
35:21Der Unwärtsschütze hätte auch getroffen, wenn jemand ihn nicht behindert hätte.
35:24Wir sprechen später darüber.
35:26Jetzt ziehen Sie die Scharfschützen ab.
35:27In einer Minute will ich Sie hier im Einsatzwagen sehen.
35:32Herr Dr. Horn!
35:34Nein, bitte!
35:34Herr Dr. Horn!
35:36Komm!
35:37Was macht der denn?
35:38Da ist der wahnsinnig geworden?
35:39Ja, Horn hat die Situation jetzt ausgenutzt.
35:42Dann sagen Sie Ihren Männern im Haus, die sollen ihn durchlassen.
35:47Wahrscheinlich hat der denn einen sowieso schon gesehen über den Monitor.
35:50Verstanden.
35:53Da kommt jemand zur Zielperson, lass den durch.
35:56Danach macht er ich klar für den Zugriff.
35:58Ja, bitte.
36:00Mann, Susanne, geh ran.
36:12Jan, Susanne geht nicht an Ihr Handy.
36:16Die machen sich bereit reinzugehen und ich kann die alleine nicht aufhalten.
36:18Also lass dir irgendwas einfallen.
36:20Mhm.
36:23Vesuv 1 für Ewa 1.
36:24Viertes Team bereit für Zugriff.
36:26Ich wiederhole.
36:27Viertes Team bereit für Zugriff.
36:29Ich kann sie nicht mehr aufnehmen.
36:57Verstehen Sie mich?
36:58Viertes Team bereit für Zugriff.
37:02Immer noch starke Störungen auf dem Funk.
37:06Schöner, mach dir auf.
37:08Ich bin jetzt vorn.
37:08Nehmen Sie die Hände hoch.
37:31Sie auch.
37:32Frau Mieter, wo bleibt das Fernsehteam?
37:44Ist unterwegs.
37:45Geben Sie uns noch 20 Minuten.
37:47Bitte.
37:48Wir tun, was wir können.
37:50Ja, 20 Minuten und keine Sekunde, Leila.
37:53Keine Sekunde.
37:53Senna ist ziemlich am Ende.
38:00Wir warten noch 15 Minuten.
38:02Und dann soll Fischer drei seiner Leute als Kamerateam ausgeben und reingehen.
38:08Du willst die erste Karla wirklich reinschicken?
38:10Naja.
38:12Wir müssen Nina und Thomas da rausholen.
38:13Ich habe nicht gesagt, dass Sie die Hände runter tun können.
38:19Lassen Sie meine Tochter gehen.
38:22Sie haben mich.
38:24Sie können mir tun lassen, was Sie wollen.
38:26Aber lassen Sie meine Tochter gehen.
38:29Selbstlos von einem Mann, der sonst über Leichen geht.
38:31Lassen Sie sie gehen.
38:36Bitte.
38:38Ich habe einen Mandanten verteidigt, dessen Schuld nicht bewiesen werden konnte.
38:42Das ist alles.
38:44Das ist nicht alles.
38:46Sie wussten, wie gefährlich der ist.
38:49Sie sind Arzt.
38:51Chirurg.
38:52Nicht wahr?
38:53Würden Sie einen Patienten, der versuchte, einen Mord zu begehen,
38:56die lebensrettende Operation verweigern,
38:58nur weil Sie nicht ausschließen können,
39:00dass er eines Tages wirklich einen Menschen tötet?
39:02Sie vergleichen allen Ernstes eine Notoperation
39:05mit dem Freispruch eines Gewaltverbrechers?
39:08Meine Aufgabe ist es nicht,
39:09die potenzielle Gefahr eines Mandanten zu beurteilen
39:12und seine Verteidigung nach dieser persönlichen Meinung auszurichten.
39:19Mein Kind ist tot.
39:23Und Sie tragen die Verantwortung dafür.
39:26Mein Job ist es dafür zu sorgen,
39:28dass ein Angeklagter nicht nur deshalb verurteilt wird,
39:30weil man glaubt, er sei ein Verbrecher,
39:31sondern weil es die Anklage zweifelsfrei beweisen kann.
39:40Das können Sie gleich vor Lauf in der Kamera vortragen.
39:44Können Sie sich lang und breit über die Rechte von Schwerverbrechern auslassen.
39:47Und ich lese aus dem Polizeibericht vor,
39:55der minutiös beschreibt,
39:57was der Mörder, für dessen Rechte Sie sich stark machen,
40:00meinem Kind angetan hat
40:02und wie lange Ihr Todeskampf gedauert hat.
40:08Und dann?
40:11Dann zeige ich Ihnen, wie sich das anfühlt.
40:13Und danach können Sie mich meinetwegen ins Büro stürmen lassen.
40:24Mich erschießen, ist mir völlig gleichgültig.
40:27Trinken Sie.
40:28Papa!
40:39Lassen Sie die Wache fallen, Senna.
40:42Lassen Sie die Wache fallen.
40:45Sie wollten eine öffentliche Absolution,
40:48eine moralische Legitimation.
40:49Das können Sie doch jetzt vergessen.
40:50Wenn Sie jetzt schießen,
40:53dann kriegen Sie nichts weiter als einen lumpigen Dreizeiler
40:55über einen durchgeknallten Vater,
40:57der wild in der Gegend rumballert.
41:00Senna!
41:02Sie sind kein Mörder.
41:05Lassen Sie die Wache fallen.
41:08Lassen Sie die Wache fallen!
41:20Dann bin ich froh,
41:43euch zu sehen.
41:46Ich vielleicht.
41:50Kriminalrätin Mäder.
41:53Ich werde eine Dienstaufsichtsbeschwerde anstrengen.
41:56Sie haben uns mehrfach vorsätzlich im Einsatz behindert.
41:58Ist doch alles gut, Fischer.
42:00Geiselnahme beendet, ohne Blutvergießen.
42:03Ich gratuliere Ihnen auch dazu.
42:06Und was diese seltsamen Funkstörungen angeht,
42:09da kann ich nur einen richtig guten Techniker empfehlen.
42:15Es tut mir sehr leid.
42:17Ich war dabei, etwas völlig Unbedachtes zu tun.
42:19Aber es ging um das Leben Ihrer Tochter.
42:23Ja.
42:26Wir gehen mal zu Sanitätern.
42:27Wir gehen mal zu axeln.
42:36Wir gehen mal zu cap appropriieren.
42:39No, da kann ich nur einfach.
42:41Wir gehen mal zu Lohle Musikar 127 € 2 24.
42:44Ein Riedemansgesort.
42:47Das ist übel.
42:47Musik
42:49Untertitelung des ZDF, 2020
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