- vor 2 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:00Musik
00:30Halb elf war ausgemacht.
00:58Ich geh jetzt.
01:00Ich hab meine Meinung sowieso nicht geändert.
01:08Na endlich!
01:23Grüß dich.
01:24Hallo?
01:36Da bin ich mein Handy, funktioniert nicht deins.
01:48Na, aber das kann nicht mehr lang dauern.
01:53Ich hab nämlich einen Anbieter gewechselt, weil der viel günstiger ist.
01:56Und außerdem hat der mehr Dings, weißt du schon, Schnelligkeit.
01:58Ein neuer Provider?
01:59Warum hast du nix gesagt?
02:00Das haben wir doch gerade erst gehabt, das Problem, dass nix funktioniert hat.
02:04Kein Handy, kein Internet, kein Festnetz.
02:07Der Anbieter hat gesagt, er will das heute noch umstellen.
02:09Müsste eigentlich schon passiert sein.
02:10Ja, eigentlich, das kenne ich schon.
02:13Weißt du das, dass wir jetzt überhaupt nicht erreichbar sind?
02:16Wir sparen 300 Euro im Jahr, Elli.
02:17Ja, bloß, dass ich jetzt niemand anrufen kann.
02:19Du fährst doch jetzt nicht gleich in der Arbeit, nur machst deine Telefonate von dort aus.
02:23Wir sind doch keine Teenager mehr, die dauernd am Handy hängen.
02:27Früher hat auch alles so funktioniert.
02:29Ja, früher war ja alles viel besser, gell?
02:32Nicht unbedingt besser, aber einfacher.
02:35Dann können wir jetzt zum Beispiel in aller Ruhe frühstücken.
02:38Na du, danke.
02:40Ich fahr jetzt lieber gleich ins Büro.
02:42Du, und denk dran, dass wir heute Abend Theaterkarten haben.
02:45Treffen wir uns um Sie mir hier?
02:46Genau so machen wir's.
02:47So wie früher. Für die.
02:50Für die.
03:01Danke.
03:10Morgen.
03:12Das Opfer ist eine junge Frau, Anna Willinger, wohnt direkt hier um die Ecke.
03:15Äh, vor einer halben Stunde hat sie einen Jogger hier gefunden.
03:19Kommt sie durch?
03:20Hallo, Philipp.
03:20Morgen, Jerry. Sie hat einen heftigen Schlag von vorn auf den Kopf bekommen und ziemlich viel Blut verloren.
03:25Was passiert? Unfall?
03:27Das können wir definitiv ausschließen.
03:28Alles deutet auf Fremdverschulden hin.
03:30Tatwaffe haben wir bisher keine gefunden.
03:32Vielleicht war es ein Stein?
03:33Nein, ich tippe auf einen schweren Gegenstand aus Metall.
03:37Kannst du schon ungefähr sagen, wann...
03:3822.43 Uhr.
03:41Um die Zeit ist die Uhr kaputt gegangen.
03:46Der Tatort ist auf jeden Fall hier.
03:51Zeugen gibt's bisher allerdings keine.
03:57Raubüberfall.
03:58Na ja, Geldbeutel, Schlüssel, ist alles noch da.
04:02Bloß das Handy haben wir nicht gefunden.
04:05Und den hier, den hat sie in der Tasche gehabt.
04:17Morgen.
04:18Morgen.
04:18Max, haben Sie Nachwuchs gekriegt?
04:21Glückwunsch.
04:22Ich schau dir nicht direkt ein bisschen ähnlich.
04:26Das ist das Kind von meiner Nachbarin.
04:29Ah ja.
04:29Sie habe gefragt, ob ich auf ihn aufpasse, weil sie auf eine Abredung hat.
04:33Das war gestern Abend.
04:34Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört.
04:36Und ans Handy geht es auch nicht.
04:37Wie heißt die Mama?
04:39Anna, Willinger.
04:42Das ist deine Nachbarin?
04:44Ja.
04:45Warum?
04:46Sie ist gestern Nacht überfallen worden.
04:48Was?
04:49In der Nähe vom Kurgarten.
04:51Scheiße.
04:52Sie ist schwer verletzt, aber die Ärzte meinen, sie kommt durch.
04:56Gib mal.
04:58Ach, Herr Beißel?
05:00Ja.
05:01Ich habe Sie vorhin nicht erreicht?
05:03Ja.
05:04Jetzt bin ich hier da.
05:07Wo bist du denn für eine Kleine?
05:10Kleiner.
05:11Das ist ein Bub.
05:12Oskar heißt er.
05:14Bitt ja ganz nass.
05:16Ja, bestimmt der Hunger oder so.
05:17Ja, die Anna hat mir zwei Flaschen gegeben.
05:22Kannst du vielleicht kurz zur Trügerie fahren?
05:25Milchpulver und ein paar Windeln kaufen?
05:27Klar.
05:28Was kaufe ich denn da am besten?
05:29Ich kenne mich da überhaupt nicht aus.
05:30Ähm, Anfangsmilch und die kleinsten Windeln, die du findest.
05:34Okay.
05:35Aber vorher noch das Jugendamt anrufen.
05:37Die sollen das Baby abholen.
05:39Mach.
05:39Max.
05:40Max.
05:50Leute?
05:55Es dauert nicht lang, hat die Anna gemeint gehabt.
05:57Eine halbe Stunde maximal.
05:58Und wieso hast du mich nicht angerufen?
06:01Oder die Kollegen von der Nachtschicht?
06:02Weil ich mit dem Oskar eingeschlafen bin.
06:04Und erst um kurz nach sechs hat er mich wieder geweckt.
06:07Hat sie denn gesagt, wo sie hin will oder mit wem sie sich trifft?
06:11Wie geht's denn der Anna?
06:12Ja, nicht gut.
06:14Nicht vernehmungsfähig.
06:15Küstliches Koma.
06:16Soll ich mir das dann nicht lieber bewachen lassen im Krankenhaus?
06:19Meinst du, das hat jemand auf sie abgesehen?
06:21Hat das Kind denn auch einen Vater?
06:23Ach.
06:24Der Vater vom Oskar, das war bloß eine Affäre.
06:26Mit dem hat sie kaum noch Kontakt gehabt.
06:28Den hat sie in der Autowerkstatt kennengelernt.
06:30Und sie wollte eh weg, nach Australien auswandern.
06:32Einen Job hätte sie auch schon gehabt.
06:33Was ist sie denn vom Beruf?
06:35Steuerfachangestellte.
06:36Bei einer großen Kanzlei gearbeitet.
06:38Kowalski oder so.
06:40Was weißt du noch über sie?
06:41Wie gut kennt ihr euch?
06:43Flüchtig.
06:44In der Wohnung bin ich ja noch nicht lang.
06:47Und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.
06:49Und dann haben wir ab und zu Zeit miteinander verbracht.
06:53Aha.
06:56Naja, wir waren halt einmal im Kino.
06:58Dann war es sogar mal, was heißt sogar, auf einem Konzert von meiner Band.
07:02Und ich habe ein bisschen geholfen.
07:04Müll rausgetragen.
07:05So was.
07:05So war das.
07:07Die war ja schwanger.
07:09Hochschwanger.
07:11Und so in letzter Zeit, ist dir was aufgefallen?
07:14Wie war sie so drauf?
07:16Gestresst vielleicht.
07:17Aber das wäre ja jeder mit einem Baby.
07:20Na gut.
07:21Dann sehe ich mich mal in ihrer Wohnung um.
07:23Ich fahre mit.
07:25Du kennst dich ja aus.
07:31Suchen Sie was Bestimmtes?
07:32Also ich, äh,
07:34nein, ich habe irgendwann da mein Diensthändler rein.
07:37Und das hätte ich jetzt gut brauchen können.
07:39Jerry?
07:43Jerry?
07:59So.
08:01Gefittert ist er.
08:03Und gewickelt auch.
08:04Ja, ich sehe schon, bei Ihnen war ich in guten Händen.
08:07Ja, ich habe selber einen Bogen.
08:09Wo bringen Sie ihn denn jetzt hin?
08:11Ich bringe ihn auf die Sorgdienststation im Krankenhaus hin.
08:13Ach, das ist doch super.
08:14Dann ist er gleich bei seiner Mama, wenn die aus dem Koma aufwacht.
08:17Was sagen denn die Ärzte?
08:18Die Frau Billinger wird doch überleben.
08:19Es sieht ganz gut aus.
08:20Sie haben sich jetzt erst einmal in ein künstliches Koma versetzt.
08:23Ah, das ist das Jugendamt.
08:27Grüß Gott, Beißel.
08:28Ah, freut mich.
08:29Irina Müller.
08:30Auch wenn wir uns unter schrecklichen Umständen kennenlernen.
08:33Ja.
08:33Ja, es wäre schön, wenn die Frau Billinger sich bald selbst wieder um den kleinen Mann hier kümmern könnte.
08:38Ja.
08:40Ja, also ich muss dann mal wieder, ne?
08:43Wiedersehen.
08:43Wiederschauen.
08:44So.
08:45Ja.
08:47Viertel.
08:47Servus.
08:48Servus.
08:53Also deine Nachbarin wohnt ja noch bescheidener als du.
08:59Ja, also dich laden immer einen zum Kaffee.
09:01Ja, aber im Ernst?
09:02Hat die so schlecht verdient?
09:03Naja, die hat halt ihr ganzes Geld gespart für Australien.
09:05Das war ihr ganz großer Traum, ihr Leben.
09:08Auswandern nach Australien?
09:10Noch dazu mit Kleinkind?
09:12Ist das nicht ziemlich kompliziert mit Visum und so?
09:14Naja, anscheinend nicht, wenn du schon einen Job dort hast.
09:16Und eine Freundin hatte wohl ein Angebot bei einer deutschen Firma in Melbourne.
09:19Also für mich wäre das nichts.
09:21Ja, mir gefällt es ja.
09:21Wenn ich meinen See sehe, brauche ich kein Meer mehr.
09:25Wunderschön.
09:33Eigentlich hätte es schon heute früh funktionieren müssen.
09:37Na, das tut es aber nicht.
09:40Wissen Sie, es geht auch um eine Frau, die will, dass wir einfach alle erreichbar sind.
09:44Was bis spätestens heute Abend.
09:47Ja, gut, ich verlasse mich drauf.
09:48Oh, das ist aber schnell gegangen.
09:53Tja, in der Wohnung war auch nicht viel zu holen.
09:56Haben Sie das Handy gefunden?
09:58Fehlanzeiger.
09:59Aber dafür haben wir einen Hinweis auf den Vater des Babys.
10:02Hier.
10:04Eine Rechnung von einer Autowerkstatt Brandl in Schönau.
10:08Könnte sein, dass die Anna da den Vater vom Oscar kennengelernt hat.
10:10Der Bub ist übrigens nicht im Klinikum auf die Welt gekommen, sondern im Notarztwagen.
10:16Und?
10:17Ja, weil es halt pressiert hat.
10:19Und wie hilft uns das weiter?
10:20Das kann man vorher nie wissen, Herr Paulsen.
10:22Ich habe schon mal die Verbindungsdaten von der Frau Willinge im Handy angefordert, aber das dauert wahrscheinlich noch.
10:31Apropos Handy, haben Sie hier schon wieder gefunden?
10:35Ja, also jetzt, wo Sie formen, ja.
10:38Gut, dann sind Sie ja jetzt wieder erreichbar.
10:40Ah, Franzi.
10:55Kannten Sie mir Ihr Mobiltelefon leihen?
10:58Meins funktioniert nicht.
11:00Ich dachte, Sie haben Ihr Diensthandy gefunden.
11:02Ja, schon.
11:04Aber mir fällt der PIN nicht ein.
11:08Wenn Sie wollen, könnte ich versuchen, es zu knacken.
11:12Das war gut, ja. Sehr schön.
11:14Ich bräuchte aber trotzdem jetzt eins.
11:17Es dauert ja nicht lang.
11:20Okay.
11:22Ich werde es schon mal ohne aushalten.
11:25Schon komisch, gell?
11:25Wie abhängig ich mich von diesen Dingern sind, gell?
11:29Äh, warten Sie.
11:30Sie brauchen doch noch meine PIN.
11:38Bis gut.
11:41Bis gut.
11:45Zu meinem Brantl müsste ich.
11:47Ja, der sitzt drin im Büro.
11:48Ah, gut.
11:50Danke.
11:53Also, wenn der Milan morgen auch noch krank ist, wird es eng.
11:56Ich rufe ihn gleich einmal an und frage nach.
11:59Bis gut.
11:59Sind Sie gut?
12:02Kipo, Berchtesgaden, Beißl.
12:05Herr Brandl?
12:06Ja.
12:07Und Sie?
12:08Frau Brandl.
12:09Ah, ja.
12:09Es geht um eine Kundin von Ihnen.
12:13Die Frau Anna Willinger.
12:17Auf Sie ist gestern Abend ein Mordartsschlag verübt worden.
12:22Was?
12:24Ist Sie tot?
12:25Nein, aber schwer verletzt.
12:27Aha.
12:28Also, weiß man schon, wer...
12:30Nein, weiß man noch nicht.
12:33Und der Bub?
12:34Der war bei dem Überfall nicht dabei.
12:36Dem geht es gut.
12:37Und deswegen bin ich auch da.
12:39Wir suchen seinen Vater.
12:41Ja.
12:41Das bin ich.
12:45Meine Frau, die weiß Bescheid.
12:46Wir haben keine Geheimnisse.
12:49Wann haben Sie die Frau Willinger das letzte Mal gesehen?
12:52Mei, das ist schon Monate her.
12:54Trotz der Schwangerschaft?
12:55Das war keine Beziehung.
12:56Das war halt ein Seitensprung.
12:59Ja, trotzdem ist es schwanger geworden.
13:01Ja, das hat es aber erst nach der Trennung gemerkt.
13:03Ach so.
13:03Und ich habe es auch erst durch Zufall erfahren.
13:05Ich habe es einmal von einem zufälligen Startdruck verfahren.
13:08Drei Monate, dann war es halt nicht mehr zum Übersehen.
13:13Ja, und außerdem wollte es gar kein Kind.
13:15Als es gemerkt hat, da war es halt für einen legalen Schwangerschaftsabbruch einfach zu spart.
13:18Ich habe ja gleich gesagt, die Zahlen unterhalten, aber das wollte es ja nicht.
13:22Und seitdem haben Sie keinen Kontakt mehr mit ihr gehabt?
13:25Nein.
13:28Frau Brandl, diese Beziehung oder Affäre, das muss ja nur doch was ausmachen.
13:36Mei, begeistert war ich natürlich nicht, aber in 20 Jahren Ehe kommt sowas schon einmal vor.
13:42Das ein oder andere Mal.
13:45Ja, und die Schwangerschaft, das Kind, hat ja nichts ausgemacht.
13:48Wie gesagt, darüber kann man hinwegkommen.
13:52Außerdem wollte diese Frau ja nach Australien auswandern, mitsamt ihrem Kind.
13:57Haben Sie die Frau Willinger gekannt?
13:59Nein.
14:01Herr Brandl, gestern Abend um halb elf, wo waren Sie da?
14:05Daheim.
14:06Hab die Buchhaltung gemacht.
14:07Können Sie das bezeugen?
14:09Nein.
14:09Ich war im Kino, in der Abendvorstellung, so bis kurz vor elf.
14:14Allein?
14:15Ja.
14:16Mein Mann hatte keine Lust auf den Film, der mag keine Dramen.
14:24Gut, das war's fürs Erste.
14:26Danke, auf Wiederschauen.
14:27Wiederschauen.
14:28Wiederschauen.
14:28Nein, Herr Paulsen, ich bin's.
14:37Ja, das ist doch wurscht, mit welchem Handy ich telefoniere.
14:39Also, folgendes.
14:41Herr Brandl ist tatsächlich der Vater von dem Ausgaben.
14:44Seine Frau hat das alles gewusst, es machte aber angeblich nichts aus.
14:49Ich trau der ganzen Geschichte noch nicht.
14:52Sieh, wir schauen aus mit der Klinik.
14:53Ah, der Max ist da.
14:57Ja, das ist gut.
14:58Dann bis später.
15:05Sie ist noch nicht wieder bei Bewusstsein.
15:07Der Professor meinte, das könnte noch dauern.
15:10Aber Ihr Zustand ist stabil soweit?
15:12Ja, wir kümmern uns gut um Sie, keine Sorge.
15:14Außerdem wird sehr gut bewacht.
15:18Und wie geht's dem Oscar, Ihren Baby?
15:20Dem geht's gut.
15:21Der ist der Liebling von der Säuglingsstation.
15:22Das war er auch schon bei seiner Geburt.
15:25Da war er drei Tage bei uns, mit seiner Mama.
15:30Hat die Frau Willinger eigentlich mal Besuch gehabt von irgendjemand?
15:33Nein, da war niemand da.
15:35Okay.
15:36Das heißt, außer dem Vater vom Oscar natürlich.
15:49Sollen Sie was zum Winteressen bestellen?
15:51Danke.
15:52Aber mir hat dieser Kommissar den Appetit verdorben.
15:56Es tut mir leid.
15:57Das sagst du jedes Mal.
15:59Was soll ich denn machen?
16:00Es ist halt passiert.
16:05Sag mal, warst du gestern eigentlich wirklich im Kino?
16:09Falls dieser Beißel nochmal kommt, wäre es wichtig, dass wir bei unserer Version bleiben.
16:13Die sind ja nicht blöd bei der Polizei.
16:14Verdammt, wieso lasse ich mich von dir da reinziehen?
16:19Ich habe es echt satt.
16:21Nein, bitte.
16:24Ich liebe dich.
16:27Und du sollst dir glauben.
16:29Nach allem, was passiert ist.
16:30Also, Ihnen sagt er, dass er die Frau Willinger seit Monaten nicht gesehen hat.
16:49Dabei war der kurz nach der Geburt im Krankenhaus.
16:51Jetzt habe ich Sie fast verstanden, Frau Strasser.
16:54Entschuldigung, wir haben noch keinen Mittag machen können.
16:56Vielleicht wollte er seinen Sohn sehen, ohne dass Sie was davon mitbekommt.
17:00Auf mich hat er nicht den Eindruck gemacht, dass er sich für seinen Sohn besonders interessiert.
17:04In der Geburtsurkunde steht Vater unbekannt.
17:06Ja, genau das wollte Anna Willinger ändern, was Brandl nicht gepasst hat.
17:11Du meinst, der bringt die um, weil er keinen Unterhaltsschalen will?
17:14Ja, ein gescheites Alibi hat er nicht gehabt, im Gegensatz zu seiner Frau.
17:19Die wiederum hätte ein Motiv.
17:21Eifersucht.
17:23Sophia.
17:26Sie hat ja durchschimmern lassen, dass er Sie öfters betrogen hat.
17:30Also, die Frau Willinger war nicht die Einzige.
17:32Ja, aber die erste mit Folgen.
17:34Ich glaube, der Brandl nicht, dass die mit dem Baby so cool war.
17:39Hey, wenn mein Mann ein Kind mit einer anderen hätte, also...
17:43Ich gehe gerade die Mails auf dem Laptop von Frau Willinger durch und da habe ich was gefunden.
17:48Sie wollte ja nach Australien ziehen, aber kurz vor Abflug, vor drei Wochen, hat sie ihren Flug gecancelt
17:53und am selben Tag hat sie auch ihren Job abgesagt, den sie schon in Melbourne hatte.
17:57Das heißt, sie wollte vielleicht doch im Berchtesgaden bleiben?
18:00Das ändert natürlich so einiges.
18:02Wir sollten die beiden getrennt voneinander befragen.
18:04Soll ich sie herbestellen?
18:06Ja.
18:08Äh, kann ich mein Handy wieder haben?
18:13Ja.
18:13Herr Brandl, Sie waren kurz nach der Geburt Ihres Sohnes in der Klinik.
18:36Ja, das war aber das erste und letzte Mal, dass wir uns wieder gesehen haben.
18:40Und warum sind Sie dort gewesen?
18:42Hey, die Anna hat mir angehofft und wollte irgendwas mit mir besprechen.
18:47Was denn?
18:47Sie wollte einen Unterhalt von mir fürs Kind.
18:51Ach so.
18:52Hat sie sich das anders überlegt, weil sie nicht nach Australien auswandern wollte?
18:57Das wissen Sie also schon.
18:59Ach, keine Ahnung.
19:01Wir haben gesagt, die Zeu, die 600 Euro im Monat.
19:05Und das machen wir alles unter der Hand, ohne Jugendamt und das ganze offizielle Zeig.
19:09Warum haben Sie uns das nicht erzählt?
19:14Wie hat denn Ihre Frau darauf reagiert?
19:16Sie wussten, dass die Frau Willinger nach Australien auswandern wollte.
19:20Deshalb haben Sie auch kein Problem mit dem Kind gehabt, das Ihr Mann mit ihr gezeugt hat, aus den Augen, aus dem Sehen.
19:24Aber dann haben Sie erfahren, dass Sie doch hier in Berchtesgaden bleibt.
19:29Muss ein ganz schöner Schock gewesen sein, als Ihr Mann Ihnen das erzählt hat, oder?
19:33Gar nichts hat er mir erzählt.
19:35Bis vor ein paar Wochen wusste ich nichts.
19:37Nichts von seinem Verhältnis, sondern nicht, dass diese Willinger ein Kind von ihm kriegt.
19:41Wann hat er es Ihnen denn dann gebeichtet?
19:43Als der Oskar schon auf der Welt war?
19:46Nicht einmal dann.
19:48Ich habe es von alleine herausgefunden.
19:50Und wie?
19:52Er hat ihr eine SMS geschrieben.
19:54Dass er den ersten Unterhalt überwiesen hat.
19:58Ja.
20:00Ich habe in seinem Handy rumgeschnüffelt.
20:02Sonst wüsste ich wahrscheinlich bis heute nicht, dass es dieses Kind überhaupt gibt.
20:08Herr Brandl, nach dem Klinikbesuch, haben Sie die Frau Willinger noch mal gesehen?
20:12Nein.
20:13Keinen persönlichen Kontakt.
20:15Das war Bedingung meiner Frau.
20:17Sie kriegt ja Geld und dann ist Schluss.
20:20Ich würde wirklich nicht mehr eh riskieren.
20:21Ach so.
20:23Ja.
20:23Wissen Sie, ich liebe meine Frau.
20:27Und zwar nur sie.
20:28Ja.
20:30Das klingt.
20:32Der Buhr ist jetzt nicht gerade förderlich für Ihre Ehe.
20:34Ja.
20:35Aber deswegen bringe ich doch nicht gleich seinen Mutter um.
20:37Sie haben also nicht nur rausgekriegt, dass ihr Mann mal wieder eine Affäre hat, sondern auch ein Kind, für das er zahlen muss.
20:47Um das Geld geht es mir doch nicht.
20:49Wieso?
20:50Da kommt doch ganz schön was zusammen.
20:51Über die Jahre.
20:52Was, wenn mein Mann doch Vatergefühle entwickelt?
20:57Ich hätte selber gerne Kinder gehabt, aber es hat nicht geklappt.
21:04Der Rolf hat immer gesagt, das macht er nichts.
21:07Und jetzt ist er auf einmal ein Kind.
21:09Frau Brandl, waren Sie gestern wirklich im Kino?
21:14Ja.
21:16Glauben Sie etwa, dass ich diese Frau umbringen wollte?
21:19Liebe ist ein starkes Motiv.
21:21Wenn ich jede Affäre meines Mannes hätte töten wollen, sässe ich schon längst im Gefängnis.
21:33Anna Willinger will nach Australien auswandern.
21:36Dann überlegt sie sich's plötzlich anders.
21:39Woher der Sinneswandel?
21:41Vielleicht hat's gemerkt, wie schön, dass es hier ist.
21:45Die hat doch bis kurz vor der Geburt bei diesem Kowalczyk gearbeitet.
21:48Sie meinen, der könnte was dazu wissen?
21:56Grau in Grau.
21:58Da wär ich auch lieber nach Australien ausgewandert.
22:04Guten Tag.
22:05Guten Tag.
22:06Kriminalpolizei.
22:07Wir würden gern mit Herrn Kowalczyk sprechen.
22:09Das bin ich.
22:10Worum geht's?
22:11Um Ihre Mitarbeiterin, Anna Willinger.
22:14Ehemalige Mitarbeiterin.
22:15Frau Willinger ist gestern Nacht überfallen worden.
22:17Sie liegt jetzt im Krankenhaus im Koma.
22:19Was?
22:19Das war die Anna.
22:21Wir haben im Radio über den Überfall gehört.
22:23Kennen Sie Frau Willinger?
22:25Entschuldigung, das sind Klienten und gute Freunde von mir, Daniela und Marius Kracht.
22:30Anna hat sie betreut, als sie hier gearbeitet hat.
22:32Ist sie schwer verletzt?
22:33Wird sie wieder gesund?
22:34Ja, das hoffen wir natürlich.
22:36Und wie geht's dem kleinen Sohn?
22:38Sie hat uns erzählt, dass sie einen Jungen erwartet.
22:40Wir haben uns sehr mit ihr gefreut.
22:42Wir wünschen uns selbst ein Kind.
22:43Der Sohn ist wohl auf, da kümmert sich jetzt das Jugendamt rum.
22:47Können wir uns irgendwo ungestört unterhalten?
22:49Natürlich, folgen Sie mir.
22:52Soll ich Ihnen einen neuen Termin geben?
22:54Ja.
22:56Sie hat bis kurz vor der Geburt bei mir gearbeitet.
22:58Dann ist ihr Arbeitsvertrag ausgelaufen.
23:00Sie wollte ja nach Australien.
23:01Das hat sie sich aber inzwischen anders überlegt.
23:04Wussten Sie davon?
23:05Nein, tut mir leid.
23:06Unser Kontakt war rein beruflich.
23:08Aber gut, sie war eine angenehme Mitarbeiterin.
23:10Zuverlässig, schnell, diskret.
23:12Und über ihr Privatleben?
23:14Da war sie eher zurückhaltend.
23:16Sie hat sich zwar mit allen hier gut verstanden,
23:17aber engere Kontakte gab's nicht.
23:19Also so viel ich weiß.
23:20Ihre Unabhängigkeit, das war ihr schon wichtig.
23:23Wissen Sie, ob sie in ihrer Zeit hier irgendwelche Konflikte hatte
23:26mit Klientinnen, Kolleginnen?
23:27Oh, nicht, dass ich wüsste.
23:29Und nachdem sie die Firma verlassen hat,
23:31hatten Sie da noch Kontakt?
23:32Ja, wir haben ein paar Mal telefoniert wegen Klienten,
23:34die sie betreut hat.
23:37Gut.
23:38Danke für Ihre Zeit.
23:39Gerne.
23:40Jetzt, weil Sie noch was einfällt.
23:51Okay.
23:52Danke, Frau Strasser.
23:54Max!
23:57Ja?
23:58Ich habe jetzt eine Aufgabe für Sie.
24:01Checken Sie einmal den Hintergrund von diesem Adam Kowalczyk.
24:04Mhm.
24:05Das Alibi von der Frau Brandl ist geplatzt.
24:08Die Kinovorstellung gestern Abend in Schönau hat ausfallen müssen
24:11wegen Wasserschaben.
24:12Hm.
24:13Interessant.
24:14Bleibst du da?
24:15Ja?
24:17Aha.
24:19Wann war das?
24:22Wie hat's denn ausgeschaut?
24:23Ja, das ist blöd.
24:28Danke.
24:31Vor einer halben Stunde war eine Frau in der Klinik
24:34und die wollte in das Zimmer von der Frau Willinger.
24:37Ja, aber da haben wir noch einen Kollegen zur Bewachung abgestellt.
24:39Ja, schon, aber es wäre da so ein Heini sein.
24:41Der hat es zwar wieder weggeschickt,
24:42aber hat sich nicht einmal nach ihrem Namen gefragt.
24:45Ja, und Beschreibung?
24:46Ja, mittelblomb, mittelgroß, mittelalt.
24:50Gut, könnte einfach eine Freundin gewesen sein.
24:53Könnte sein, aber ich glaube, dass da was anderes dahintersteckt.
24:57Ah, Franzi, haben Sie schon die Daten von dem Handy?
24:59Äh, nein, der Provider besteht auf einen richterlichen Beschluss
25:02und der dauert noch.
25:04Aber ich checke ja immer noch die Mails von Frau Willinger
25:07und das hier hat sie vor ein paar Tagen geschrieben.
25:10Es hilft dir nichts, wenn du dich totstellst,
25:13und da ist noch einer, melde dich endlich, sonst hänge ich dich dran.
25:17Und wen hat es denn das geschrieben?
25:19Adam Kowalczyk.
25:21Und der ist anscheinend nicht ganz sauber.
25:25Gut, alles klar, Herr Beißl, danke.
25:27Schicken Sie uns die Mails gleich rüber.
25:29Bis später.
25:31Jerry kann es gleich umdrehen.
25:37Die Mails, die sind total harmlos.
25:39Diana hat gemeint, dass ihr noch Gehalt zusteht, wegen Überstunden.
25:43Deshalb wollte sie sie dranhängen.
25:44Ach, das ist doch bloß so eine Floskel.
25:47Wir haben ein bisschen recherchiert, Herr Kowalczyk.
25:49Offenbar hat das Finanzamt gegen Sie ermittelt.
25:52Angeblich haben Sie Schwarzgeld für einen Klienten verschleiert.
25:54An dem Verdacht war absolut nichts dran.
25:56Ich bin freigesprochen worden.
25:57Also für mich klingen diese Mails nach Erpressung.
26:01In dem Verfahren gegen Sie, da ist die Frau Willinger als Zeugin aufgetreten.
26:05Kann es vielleicht sein, dass sie was gewusst hat, was gegen Sie hätte verwendet werden können?
26:12Gut, Sie können die Sache rauszögern, bis Frau Willinger aufwacht und bis Sie selber fragen können.
26:16Sie hat damals was mitgekriegt, als ich mit meinem Anwalt unsere Strategie besprochen habe.
26:26Und diese Strategie war nicht ganz legal?
26:29In einem Punkt nicht.
26:31Der war zwar nicht so ganz so wichtig, aber damit hat sie mich ganz schön unter Druck gesetzt.
26:35Und was hat sie gewollt?
26:38Geld?
26:38Nur ihren Job zurück.
26:41Weil sie doch nicht nach Australien wollte.
26:42Ah, haben Sie es doch gewusst.
26:47Und haben Sie sich drauf eingelassen?
26:50Ja.
26:52Obwohl ich schon einen Ersatz für Sie eingestellt hatte.
26:55Ich wollte keinen Stress mit dir und auf keinen Fall, dass das ganze Verfahren wieder aufgeräumt wird.
26:59Verständlich.
26:59Wo waren Sie denn gestern Abend, so um halb elf herum?
27:03In der Kanzlei.
27:04Ich habe die Quartalsabschlüsse fertig gemacht.
27:07Allein?
27:09Ja.
27:10Ich habe auch ein paar Telefonate geführt.
27:11Da müsste ich kurz mal nachschauen, wann das war.
27:14Ach ja, ich habe mir auch beim Lieferdienst Pasta bestellt.
27:17Das war so circa nach zehn Uhr.
27:20Und ungefähr eine halbe Stunde später war der Bote da.
27:22Gut, das werden wir überprüfen.
27:26Ah, Moment.
27:27Sie hatten mich doch gefragt, ob die Frau Willinger Ärger mit jemandem hatte.
27:30Ja.
27:31Vor zwei Wochen habe ich mich mit ihr getroffen.
27:33In einem Café, wegen Unterlagen, die sie noch zu Hause hatte.
27:36Als ich angekommen bin, hat sie sich mit einer Frau gestritten.
27:39Haben Sie mitbekommen, worum es ging?
27:41Nicht im Detail.
27:42Es ging wohl um meinen Mann.
27:44Aber als ich aus dem Café rausgegangen bin, hat die Frau noch vor der Tür gewartet.
27:47Auf Frau Willinger?
27:50Vermutlich.
27:50Und Sie kannten die Frau nicht?
27:55Äh, kann es sein, dass es...
27:59Dass es die da war?
28:11Servus, haben Sie ja Geburtstag?
28:12Ah nein, das sind die Blumen für die Frau Willinger.
28:15Ja, eine Bekannte wollte sie vorher besuchen, aber das ist ja zurzeit nicht erlaubt, gell?
28:19Äh, war das dieselbe, die heute schon mal da war?
28:22Äh, ja, ich denke schon.
28:24Würden Sie sie wiedererkennen?
28:26Also, um ehrlich zu sein, da laufen so viele Leute rum.
28:29Sicher wäre ich mir jetzt nicht...
28:30Wann war das?
28:31Vor einer halben Stunde ungefähr.
28:33Ah, scheiße.
28:39Jerry, die Frau von heute Nachmittag war schon wieder in der Klinik.
28:42Ich bleibe in der Nacht auf jeden Fall hier.
28:54So einfach ist das, Ellie, ne?
28:55Dann kann man sich verabreden ohne Handy.
28:58Ja, du, so ein Tag ohne Handy, das hat schon Vorteile.
29:05Keine nervigen Gruppenchats.
29:07Die Tickets hast du?
29:09Die Tickets?
29:10Du hast doch eine Nachricht gekriegt.
29:14Ah, stimmt.
29:17Also, ah, das ist jetzt blöd.
29:21Das kann ja gar nicht aufmachen, ob die das so im Theater akzeptieren.
29:24Warum nicht?
29:25Na, weil das heißt, die nicht runtergeladen ist.
29:28Die kennen uns doch.
29:30Der Läubel Richard war mit mir im Fußballverein.
29:32Kein Problem.
29:33Das stimmt.
29:34Nur deine Telefonanbilder, deine Steine gemacht auf.
29:36Ja, das machst du.
29:37Komm, jetzt beeilen wir uns.
29:39Ja.
29:45Keine Ahnung, wie es dir geht.
29:46Davon haben die Polizisten nichts gesagt.
29:48Aber die haben mich ganz schön in die Mangel genommen.
29:52Nein, das habe ich denen natürlich nicht erzählt.
29:54Ich bin ja nicht blöd.
30:03Geht immer noch nicht.
30:10Lass diese leise Einbrüten.
30:12Du, ein kluger Mann hat einmal gesagt,
30:14es wäre gar nicht so schwer, eine Zeit lang ohne Handy auszukommen.
30:17Das war allerdings noch bevor er mit dem Läubel Richard
30:19wegen der Eintrittskarten gestritten hat.
30:22Dass dieser Depp uns nicht mal reinlassen wollte.
30:25Als ob wir Betrüger waren.
30:26Aber schau, jetzt ist doch alles gut ausgegangen.
30:28Komm, setz dich nur ein bisschen her, ha?
30:30Na, ich lasse die Kollegen jetzt sofort überprüfen,
30:35wie viele Strafzettel sie sich beim Läubel in Zwischenzeit angesammelt haben.
30:38Das mache ich gerne als erstes, wenn ich ins Büro komme.
30:40Der guckt mir nicht aus.
30:52Ah, morgen, Franzi.
30:54Morgen.
30:55Haben Sie die Frau Brautelschule hergestellt?
30:57Ja, die ist unterwegs.
30:58Sophia wartet auch schon auf Sie.
31:00Sind Sie bei dem Verhör gar nicht dabei?
31:02Na, ich habe mir gedacht, ich überlasse es der Kollegin.
31:04Die kriegt vielleicht mehr raus aus der Frau Brautelschule.
31:06Ich verstehe.
31:07Ach, Max hat übrigens den Lieferdienst erreicht.
31:09Die Essensübergabe an Herrn Kowalczyk war um genau 22.39 Uhr.
31:15Ja, da ist die aus dem Schneider.
31:16Ja.
31:18Ah, Moment.
31:21Hier.
31:22Ist entsperrt und ich habe auch die PIN eingestellt.
31:25Neue PIN?
31:26Ja.
31:27Die können wir doch wieder nicht merken.
31:28Doch die schon.
31:30Ihr Geburtstag.
31:36Franzi, Respekt.
31:37Marlene, du, ich muss dir was zeigen.
31:53Vor zwei Wochen, vor ungefähr zwei Wochen, da waren hier irgendwo zwei Frauen und die
32:01ein bisschen gestritten haben, hat irgendein Zeuge uns erzählt.
32:05Und jetzt pass auf, die eine davon müsste die gewesen sein.
32:08Ah, ja.
32:11Die haben sich ganz schön angiftet.
32:12Mehrmals sogar.
32:14Mhm.
32:15Und die andere, vielleicht die.
32:17Schau mal genau hin.
32:19Ja, die war's.
32:21Ja.
32:23Gut, Marlene.
32:26Dann hast du mir jetzt wieder sehr geholfen.
32:28Mag der Herr Kommissar vielleicht jetzt noch eine Käse-Sahne?
32:31Ja, Käse-Sahne.
32:32Wäre wunderbar.
32:33Aber?
32:33Du musst los.
32:35Ich muss los.
32:35Fertig.
32:39Worüber haben Sie denn gestritten bei Ihrem Treffen im Café?
32:47Frau Brandl, ich kann verstehen, dass Sie eine ziemliche Wut auf die Frau Willinger haben.
32:52Ganz ehrlich, ich würde in so einer Situation ganz genauso reagieren.
32:56Ich habe ihr Geld geboten.
33:02Ah.
33:03Damit sie für immer verschwindet aus der Gegend, mitsamt ihrem Kind.
33:07Und wie hat sie reagiert?
33:08Sie lässt sich nicht kaufen, hat sie gesagt.
33:11Und dass sie auf jeden Fall bleibt.
33:14Hat sie denn gesagt, warum sie bleibt?
33:17Das geht mich nichts an, hat sie gemeint.
33:20Verstehen Sie diese Frau?
33:21Erst will sie nach Australien, dann wieder nicht.
33:24Erst will sie kein Geld von meinem Mann, dann wieder doch.
33:27Wieso ändert die ständig ihre Meinung?
33:32Gestern hat zweimal eine Frau versucht, ins Krankenhaus zu Frau Willinger zu kommen.
33:37Waren Sie das?
33:38Nein.
33:40Wieso hätte ich das tun sollen?
33:44Sie denken, ich wollte sie umbringen, weil ich es vorgestern Nacht nicht geschafft habe.
33:49Und was hätte ich davon, wenn sie tot ist?
33:51Das Kind gäbe es doch dann immer noch.
33:53Wo waren Sie denn dann vorgestern Nacht?
33:56Im Kino waren Sie jedenfalls nicht.
34:02Ich habe mich mit meinem Anwalt getroffen.
34:05Ich wollte wissen, ob diese Willinger irgendwelche Forderungen an uns stellen kann.
34:09Also, abgesehen vom Finanziellen.
34:13Also, dass Ihr Mann sich um das Kind kümmern muss?
34:17Ja.
34:18Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen, aber ich will dieses Kind nicht in unserem Leben haben.
34:24Gut, dann bräuchte ich den Namen von Ihrem Anwalt.
34:31Und tschüss.
34:36Frau Brandl, jetzt doch ein Alibi?
34:37Ja, Ihren Anwalt.
34:40Was hat Sie vorgestern Nacht dort gemacht?
34:43Um diese Uhrzeit.
34:45Warum schmeißt Sie plötzlich all Ihre Pläne über den Haufen und bleibt doch hier in Bechtesgarten?
34:48Dass mir das nicht aufgefallen ist.
34:51Ich habe es doch schon mal in der Hand gehabt.
34:53Das ist der Antrag von der Frau Willinger für ein Arbeitsvisum in Australien mit Genehmigung.
34:58Ja, das kennen wir doch schon.
35:00Was wir alle nicht gemerkt haben.
35:02Der Antrag wurde nur für eine Person gestellt.
35:04Und zwar auf Sie selber.
35:06Ohne Kind?
35:07Ja.
35:07Wollte Sie den Oskar hier lassen, oder was?
35:13Aber bei wem denn?
35:15Sie hat keine Familie, keine engen Freunde.
35:19Und beim Vater von Oskar unwahrscheinlich.
35:22Ja, dann heißt es, Sie wollte ihn zur Adoption freigeben?
35:27Spricht einiges dafür.
35:29Zum Beispiel auch, dass sie von dem Kindsvater am Anfang kein Geld wollte.
35:34Und in Ihrer Wohnung sind kaum Sachen für ein Kind.
35:36Nicht mal ein Babybett.
35:37Ja, weil sie eigentlich dachte, dass sie das alles gar nicht braucht.
35:41Das heißt, sie hat sich erst nach der Geburt dafür entschieden, Oskar zu behalten.
35:47Soweit ich weiß, werden die Kinder nach der Entbindung sofort von der Mutter getrennt.
35:51Bei einer Adoption.
35:53Ja, freilich. Damit keine Bindung entsteht.
35:56Ja, jetzt hat die Frau Willinger aber in den Notarztwagen entbunden.
35:59Da wurde ja der Pupp sofort in die Arme gelegt.
36:02Und da hat sie es nicht mehr hergeben wollen.
36:04So eine Adoption muss es doch offizielle Unterlagen geben.
36:07Ja, da kannst du wahrscheinlich nichts finden.
36:11Wie hieß denn die Frau vom Jugendamt, die gestern den Buben abgeholt hat?
36:15Ah, ähm, die Frau Müller.
36:17Ja, vielleicht weiß die ja was.
36:18Ja, ich hoffe, die klären wir ja auch.
36:20Morgen.
36:21Max, wieso bist du nicht in der Klinik?
36:23Ja, da fang gleich wieder hin. Ich muss noch einen Kaffee geholt.
36:26Weil der im Krankenhaus gehört verboten.
36:28Du, warte mal.
36:29Gestern bei Anna in der Wohnung, da haben wir doch alles mitgenommen, oder?
36:32Ja, wieso? Fehlt was?
36:34Offizielle Unterlagen, Verträge, sowas.
36:36Ich habe vor ein paar Tagen für die Anna mal Altpapier zur Tone gebracht.
36:41Altpapier? Was für Altpapier?
36:43Weiß ich nicht. Eine Kisten voll. Sie hat gesagt, sie braucht das Zeug nicht mehr.
36:46Dann hoffen wir mal, dass die Müllerpfuhr noch nicht da war.
36:48Also, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich damals mein Kind hätte weggeben wollen.
37:07Frau Willinger offenbar schon.
37:08Ja, und dann auf einmal nicht.
37:11Also, ich meine, der Luis war damals auch nicht geplant.
37:14Warum überrascht mich das nicht?
37:15Ey, das war ein ganz schöner Schock, als ich gecheckt habe, dass ich schwanger war.
37:20Ey, da schmeißt jemand ein Buch weg.
37:25Das ist ein Krimi, den kenne ich noch gar nicht.
37:28Willst du mir das mal mitnehmen?
37:30Ja, wieso denn nicht?
37:31Man muss ein bisschen sauber machen, das Recycling, ist doch nachhaltig.
37:35Nachhaltig wäre, wenn die Leute in den Müll trennen würden.
37:38Na, gibt's so was?
37:45Ja, die beiden Kolleginnen von der Säuglingstation waren ganz kurz draußen und als sie zurückgekommen sind, war der Oskar nicht in seinem Bett.
37:52Ist den beiden irgendjemand aufgefallen?
37:54Sie meinen, vorher wäre ein paar länger im Flur bestanden, aber sicher sind sie sich nicht.
37:58Okay, danke.
37:59Oh, ich hab was.
38:04Da, Landratsamt Berchtesgadener Land.
38:10Plastik im Papiermüll.
38:14Adoptionsvereinbarung.
38:15Schau mal, da steht doch, wer den Oskar adoptieren wollte.
38:20Daniela und Marius Kracht.
38:22Kracht?
38:23Waren das nicht die zwei, die beim Kowalczyk in der Kanzlei waren?
38:26Ja, und hat die Frau nicht irgendwas gesagt von einem Kinderwunsch?
38:29Ja, ich glaub, wir haben was.
38:36Was?
38:38Wann?
38:40Alles klar, wir fahren gleich hin.
38:42Oskar ist aus der Klinik verschwunden.
38:44Scheiße.
38:59Sie hat ihn uns versprochen.
39:11Bei uns bekommt er jede Chance, die man sich nur vorstellen kann.
39:15Wir lieben ihn doch so sehr.
39:16Geben Sie uns Oskar freiwillig oder müssen wir ihn erst holen?
39:19Das hat doch keinen Sinn, Daniela.
39:21Wir wissen's doch.
39:21Nein, Marius.
39:23Bitte.
39:23Marius, nein.
39:24Marius, das ist mein Kind.
39:26Marius, bitte.
39:28Wie lange haben Sie sich denn schon ein eigenes Kind gewünscht?
39:30Über zehn Jahre.
39:33Wir haben alles probiert.
39:36Wir sind durch die halbe Welt gereist auf der Suche nach der richtigen Behandlung.
39:39Haben Sie Kinder?
39:43Ja, ich habe einen Sohn.
39:46Dann können Sie uns sicher nicht verstehen.
39:48Für ein paar Monate waren wir am Ende.
39:55Wir wollten aufgeben, uns abfinden.
40:00Aber dann hat Adam uns erzählt, dass seine Angestellte Anna schwanger ist und das Kind gar nicht will.
40:06Da haben wir unsere Chance gesehen.
40:08Das ist aber ganz schön schnell gegangen mit der Adoption.
40:11Wie geht denn so was? Das dauert doch normalerweise Jahre.
40:14Nicht, weil man gute Kontakte hat.
40:15Sie sind mit Herrn Kowalczyk, Ihrem Freund, dem Vorsitz eines Charity-Vereins.
40:22Und hier überreichen Sie eine Spende ans Jugendamt.
40:26Irina Müller?
40:27Ja.
40:28Wir haben Sie über unseren Verein kennengelernt.
40:31Sie war ein Glücksgriff für uns.
40:33Wohl eher eine Abkürzung zur Adoption.
40:37Sie hat alles für uns in die Wege geleitet.
40:41Und Joanna war ja auch einverstanden, dass wir das Baby bekommen.
40:45Wir haben uns unfassbar auf den Jungen gefreut.
40:48Aber dann wollte Frau Willinger Ihren Sohn doch gern behalten.
40:53Wir haben gedacht, wir können Sie noch überreden.
40:57Sind bestimmt die Hormone, aber...
41:00Alles vergeblich.
41:02Also wollten Sie, dass Frau Willinger stirbt, damit Sie doch noch an Ihr Baby kommen?
41:08Nein.
41:10Wir haben Sie nicht überfallen.
41:11Ich schwör's.
41:13Wir hatten alles für ein Kind getan, aber das nicht.
41:15Wir sind keine Mörder.
41:16Wir sind keine Mörder.
41:42Ich schwör's.
41:42Herr Kracht, für die Entführung werden Sie beide sich noch verantworten müssen.
42:06Ich nehme mal an, Frau Müller hat Ihnen nicht aus reiner Nächstenliebe geholfen, oder?
42:09Wir haben ihr Geld angeboten. Viel Geld.
42:21Das heißt, bei Irina Müller ging es um ganz schön viel Kohle.
42:24Mhm, klares Motiv. Ich schicke eine Fahndung raus.
42:28Warte, warte, warte. Ich habe eine bessere Idee.
42:38Minibox.
42:39Ja, grüß Gott, Frau Müller, Strasser von der Kripo Berchtesgaden.
42:46Sie hatten sich doch so nett noch der Frau Willinger erkundigt.
42:48Es gibt gute Neuigkeiten, es geht ihr viel besser und die Ärzte können sich schon in wenigen Stunden aus dem Koma holen.
42:54Und dann ist sie wahrscheinlich auch bald vernehmungsfähig.
42:57Wiederschauen. Schönen Tag, Nu.
43:00Du hättest Schauspielerin werden sollen.
43:03Echt?
43:03Ja, ist gut.
43:21Das mache ich so, Herr Paulsen, ich spreche alles mit dem Max ab.
43:24Das mache ich so, Herr Paulsen.
43:25Ich muss es selber machen.
43:28Das war's für heute.
43:58Das war's, Frau Müller.
44:17Lassen Sie mich los.
44:20Lassen Sie mich los.
44:21Aufhören.
44:28Schwester!
44:30Schwester!
44:33Wie viel Geld haben Sie Ihnen denn für die Vermittlung von Oskar angeboten?
44:39Eine Viertelmillion.
44:41Für das Geld sind Sie dann auf der Adoptionsliste ganz nach oben gerutscht.
44:48Bei denen wäre es dem Kind auch viel besser gegangen.
44:51Ich hätte niemandem geschadet.
44:52Doch.
44:53Anderen Paaren, die auch auf Ihr Kind warten.
44:56Haben Sie denn schon was von dem Geld gesehen?
45:00Ja.
45:01Hunderttausend.
45:03Die Sie jetzt zurückzahlen müssen.
45:05Haben Sie gedacht, Ihr Problem wäre gelöst, wenn Frau Willinger tot ist?
45:09Die Verträge waren noch längst fertig.
45:12Ich wollte Sie doch nicht umbringen.
45:14Nur noch mal vernünftig mit ihr reden.
45:16Ihr erklären, in welche Schwierigkeiten sie mich bringt.
45:19Und dann hat sie kapiert, dass die Krachts nicht bezahlen.
45:22Ach, das hat sie bis dahin gar nicht gewusst?
45:24Nein.
45:25Sie hat mich geschimpft, weil ich Ihr Kind verkaufen will.
45:28Sie hat gedroht, mich auffliegen zu lassen.
45:30Ich hätte meinen Job verloren, ein Verfahren bekommen.
45:33Dann haben Sie zugeschlagen.
45:35Womit denn?
45:37Ich hatte meine Taschenlampe dabei.
45:39Es war schließlich schon dunkel.
45:41Und am nächsten Tag haben Sie erfahren, dass die Frau Willinger noch lebt
45:44und haben es in der Klinik noch mal probiert.
45:47Haben Sie gar nicht an den Oskar gedacht?
45:50Daran, dass Sie ihm die Mama wegnehmen?
45:53Der hätte doch nie erfahren, dass es sie überhaupt gegeben hat.
45:56Ich habe doch gesagt, ich pass auf ihn auf.
46:24Du hast uns eine schöne Brotzeit gekauft, die können wir gleich essen.
46:37Ja, aber ich muss noch mal los, telefonieren.
46:39Warum bist du denn überhaupt gekommen?
46:41Damit du Bescheid weißt, dass ich noch nicht komme.
46:44Wen musst du dir zu dringend anrufen?
46:46Diese Telefon-Hotline, weil das Telefon nicht geht.
46:48Hörst du das?
46:49Da ist jemand in der Küche.
46:50Ja.
46:51Einbrecher.
46:52Ha!
46:53Ha!
46:54Ha!
46:55Ha!
46:56Ha!
46:57Ha!
46:58Ha!
46:59Ha!
47:00Ha!
47:01Ha!
47:02Ha!
47:03Ha!
47:04Ha!
47:05Ha!
47:06Ha!
47:07Ha!
47:08Eva!
47:09Wo kommst du denn her?
47:10Aus Kiel!
47:11Ja!
47:12Was machst du hier?
47:13Ist was passiert?
47:14Ich habe euch doch eine Nachricht hinterlassen auf dem Anrufbeantworter.
47:17Das haben wir ja nicht abhören können.
47:19Ich glaube, der Papa erklärt dir warum.
47:22Kleines technisches Problem.
47:28Hallo Mama, hallo Papa.
47:29Ich komme morgen auf dem Weg zu einem Konzert in Turin bei euch vorbei und würde gern bei euch übernachten.
47:34Ich freue mich schon.
47:35Ich hoffe, ihr auch.
47:36Bis dann.
47:37Muss ich.
47:38Was geht wieder?
47:39Ja, mit zwei Tag Verspätung.
47:41Wir waren ja praktisch von der Welt abgeschleppt.
47:44Dafür ist die Überraschung umso größer.
47:46Die Welt kommt zu uns.
47:48Wir wollen es nicht, wenn man sie nicht vergleichen will, könnt ihr nicht, wie irgendwie wieder sein kann.
47:55Bibeljien.
48:10Untertitelung des ZDF, 2020
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