00:00She has tried to take care of life and she fights back to life today with all of the time.
00:09If I had the alcohol not drank and the pill not drank, I would have never done it.
00:17Sometimes it's like a dream, as if it wasn't going to happen.
00:24Of course I often think that it was the biggest mistake in my whole life.
00:32And I regret it unendly.
00:39I felt myself alone, I felt very empty, I felt very empty.
00:43I didn't really live anymore.
00:46I only looked at other people in my life and looked at me.
00:50And that I had an evening just a bit of a loss,
00:55that I drank alcohol and Tabletten drank.
00:58And then I just stumbled into the Dach.
01:01And then I went down.
01:06I can remember that I was on the ground.
01:10And it felt like I would die.
01:13Are you still alive or are you still alive?
01:16Right now, 19 years old, is Lina Hoffmann on this evening not gestorben.
01:21She broke out of the heart and is seither querschnittgelähmt.
01:25Today she's life in a WG in Augsburg.
01:29Rundum unterstützt von Alltagsassistentinnen wie Toni.
01:33Okay.
01:34Jetzt.
01:37Ja, da entstehen auch enge Beziehungen auch.
01:40Ein großes Vertrauen auch, weil man sich sehr, sehr nahe ist.
01:45Kannst du mir bitte bei meiner linken Seite helfen?
01:48Seit ihrem Sturz ist Lina Tetraplegikerin, also von der Brust abgelähmt.
01:53Auch die Motorik vor allem ihrer linken Hand ist stark eingeschränkt.
01:56Ihre Morgenroutine ist weit mehr als geputzte Zähne, Haarstyling und Lippenstift.
02:06Es geht um Selbstermächtigung und eigenständige Alltagsbewältigung.
02:11Soweit irgend möglich.
02:13Über YouTube, Insta und TikTok kann Lina teilhaben, Kontakten, Erfahrungen austauschen.
02:21Kannst du mir den Stift in die Hand geben?
02:23Mhm.
02:24Gibst du mir noch ein bisschen Tee?
02:28Mhm.
02:29Sie kann selbst kreativ sein.
02:31Wie früher.
02:32Vielleicht irgendwann sogar wieder Websites managen.
02:35Wer weiß?
02:36Das ist, äh, wo wir die eine schicken.
02:41Wird nie langweilig.
02:43Nein.
02:44Und mir macht es ja auch so Spaß, Sachen zu bearbeiten, Videos zu schneiden und all das.
02:50Sich und anderen Mut zu machen, ist das Ziel.
02:53Also, ich zeig alles.
02:55Ob ich weine, ob ich, ähm, sauer bin.
02:59Natürlich möchte ich von mir zeigen, dass ich mich schön finde und glücklich bin.
03:04Aber es ist ja nicht jeden Tag so.
03:07Ich poste Videos, wo ich ein bisschen so Lip-Sync mache.
03:12Andersrum poste ich wieder Videos, wo ich mich über Sachen aufrege, die mir fehlen im Alltag.
03:19Die Sachen, die ich vermisse.
03:20Und gleichzeitig, wenn ich diese Videos aufnehme und auch sehe, wie mein Weg weitergeht.
03:26Das gibt mir selber Kraft.
03:28Und das ist wie so ein kleines Tagebuch für mich.
03:31Gemeinsam mit WG-Mitbewohnern und langjährigem Freund Alessandro traut sie sich auch an Kindheits- und Jugenderinnerungen, die sie lange verdrängt hat.
03:43Ja?
03:44Ja.
03:45Ja?
03:46Ja.
03:47Ja, als ich halt sehr klein war, hat es schon angefangen, dass ich dieses selbstverstörerische Verhalten hatte.
03:56Ich habe mir selber wehgetan oder ich habe Sachen getan, um mich so zu bestrafen.
04:03Ich hatte sehr viel Wut in mir.
04:06Als Jugendliche konnte Lina, zusätzlich verstört vom Scheidungskrieg ihrer Eltern, mit ihrem häufig impulsiven Verhalten wenig dauerhafte Freunde finden.
04:16Irgendwie, also man hat sich immer gefragt, was ist denn mit mir?
04:20Wieso verhalte ich mich so?
04:22Die anderen leben ein mega Leben, gehen in die Schule, haben Spaß.
04:27Und ich sitze immer bedrückend zu Hause und bin traurig oder wütend und breche schnell Dinge ab, weiß nicht wohin mit mir.
04:39Offiziell wurde eine Borderline-Störung und Depressionen diagnostiziert.
04:43Passende Hilfe bekam Lina aber nicht, ist irgendwie durchs System gerutscht.
04:48In Deutschland sterben jedes Jahr fast 10.000 Menschen an einem Suizid.
04:53Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es die häufigste Todesursache überhaupt.
04:58Meist steckt dahinter eine psychische Erkrankung.
05:02Lina hat schwer verletzt überlebt, wurde notoperiert und lag wochenlang im Koma.
05:09Wo ich dann irgendwann die starken Schmerzmittel auch weggelassen habe,
05:14das war dann wie so eine Faust aufs Auge.
05:16Da war auf einmal so wach und man hat alles verstanden.
05:20Ich bin querschnittsgelähmt, ich kann mich nicht mehr bewegen, ich muss beatmet werden und all das.
05:29Dann habe ich aufgegeben.
05:31Der Alessandro hat mir sehr geholfen, der stand immer meiner Seite.
05:35Ich habe gemerkt, dass sie in der Situation nicht für sich kämpfen kann und das auch zu viel ist.
05:41Er hat um mich gekämpft.
05:42Ich habe das nicht akzeptiert.
05:43Er hat das wirklich nicht akzeptiert.
05:45Auf dem geht es nicht.
05:47Eineinhalb Jahre Schmerzen und Verzweiflung.
05:51Dann endlich hat sie, dank Alessandro, einen Platz im querschnittgelähmten Zentrum des RKU Ulm bekommen.
05:58Und damit ganzheitliche Hilfe.
06:01Physio-, Ergo- und Psychotherapie, Kraft- und Rollstuhltraining.
06:04Und vor allem einen Arzt, der an sie glaubt.
06:08Endlich echte Hilfe.
06:11Und Lina hängt sich rein.
06:13Ich habe das sehr ernst genommen und habe meine Fortschritte gemerkt.
06:17Also, oh, okay, ich verstehe es, ich verstehe es.
06:22So, je weiter und je mehr ich mich da reinhänge, desto besser wirst.
06:26Selbstbewusst outet sie endlich ihre körperlichen und seelischen Wunden auch im Netz.
06:32Weil ich echt, ja, die Schnauze voll hatte.
06:35Alles in mich reinzufressen, alles verdeckt zu lassen, weil ich weiß, dass es anderen Menschen genauso geht wie mir, also vor dem Suizid.
06:48Und das wird einfach sehr verschwiegen und es wird nicht gerne gezeigt.
06:52Und dadurch unterdrückt man eben das alles.
06:55Deswegen habe ich gesagt, ich poste es einfach.
06:58Und ich sage der Welt oder den Menschen um mich herum, wie es mir ging, wie es mir geht und was passiert ist, ganz klar.
07:06Ihr neues barrierefreies Auto, ermöglicht durch eine Crowdfunding-Aktion, schenkt Lina ein Stückchen Freiheit und beglückt sie.
07:17Ja, ich bin sehr, sehr dankbar.
07:19Und das feiern sie heute ganz gepflegt.
07:22Ich habe Hoffnung bekommen. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, wirklich.
07:43Und ich bin auch bereit dafür, ja, für mich zu kämpfen, um mich selber wieder glücklich zu machen.
07:49Einmal in der Woche fährt Lina zur Ergotherapie.
07:53Sofort.
07:55Heute steht Viktoria ihr zur Seite.
07:57Das machen wir dann ganz langsam, dass die Muskeln Bescheid wissen, was jetzt abgeht.
08:08Gangtraining mit dem Lokomat, einem robotergestützten Gehsystem, das auch Gelenkversteifungen verhindert, die Blutzirkulation anregt und sogar den Verdauungstrakt.
08:17Für Gehirn und Muskeln und Beine ist es gut.
08:24Ja, genau.
08:26Okay, aber nur auf eins konzentrieren, okay? Also Bein vor ist jetzt Konzentration. Und los. Zusammen. Die schaffen das gemeinsam.
08:33Und los. Vor, vor, vor. Yes. Und links. Gut, stopp. Pause. Gut.
08:46Wie geht's den fühlenden Prozent? Sind es schon drei geworden?
08:51Wenn ich mich so richtig anstrenge, wenn wir dieses Reinfühlen machen, dann sind es schon mehr als drei Prozent.
08:57Cool. Ja.
08:58Sehr gut.
08:59Ich vergesse vorher nur voll zu atmen. Ja.
09:01Ich steigere mich da richtig rein.
09:04Voll.
09:06Ein klein wenig Hoffnung, irgendwann wieder auf die Beine zu kommen, hat Lina schon.
09:11Die Hoffnung liegt auf jeden Fall auf dem Fortschritt.
09:13Vor allem heutzutage auch in der medizinischen Technik und alles.
09:17Da setze ich schon viel Vertrauen rein.
09:22Das wäre sehr schön.
09:25Wir wünschen Lina von Herzen alles Gute für ihren weiteren Weg und viel Kraft fürs Weiterkämpfen.
09:42Wir möchten an der Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass es unfassbar wichtig ist, sich im Notfall Hilfe zu holen.
09:50Psychologische Unterstützung, auch wenn es in dem Moment sicherlich schwer ist.
09:54Ja.
09:55Ja.
09:56Ja.
09:57Ja.
09:58Ja.
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