00:00Als Roche Mario Bergoglio im März 2013 als neuer Papst im Vatikan auf den Balkon tritt,
00:07ist das für viele Katholiken eine Überraschung.
00:11Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem strengen Josef Ratzinger,
00:15strahlt er Bescheidenheit und Wärme aus.
00:17Viele hoffen damals auf Reformen der verstaubt wirkenden katholischen Kirche,
00:22gerade auch wegen seiner Herkunft aus Argentinien.
00:25Jahre später ist Zuneigung und Applaus, Ernüchterung gewichen.
00:30Zwar stößt Franziskus, wie sich Bergoglio nennt, Reformen der Vatikanbehörden an,
00:35bei anderen Themen wie der Weihe von Frauen und dem Umgang mit Homosexuellen
00:39kommt es aber nur zum quälend langen Austausch von Argumenten.
00:44Franziskus kommt 1936 in Buenos Aires zur Welt.
00:48Seine Großeltern waren italienische Auswanderer.
00:521958 schließt er sich dem Jesuitenorden an, 1969 wird er zum Priester geweiht.
00:592001 macht ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.
01:04Nach dessen Tod im Jahr 2005 stimmen viele Kardinäle für Bergoglio,
01:09doch erst 2013 tritt er selbst das Papstamt an.
01:13Dabei ist Franziskus stets bescheiden.
01:16Er lässt sich in einem Kleinwagen herumfahren,
01:18geißelt den Konsum und zieht nicht in den Apostolischen Palast.
01:22Stattdessen lebt er in einer kleinen Wohnung.
01:26Während seiner Amtszeit setzt er sich immer wieder für Randgruppen ein,
01:29vor allem für Flüchtlinge.
01:31Bei der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche
01:35braucht er lange, um einen klaren Kurs zu finden.
01:38Die Weltsynode dürfte wohl sein größtes Vermächtnis sein.
01:41Nicht wegen der greifbaren Ergebnisse, sondern wegen der Breite des Austauschs.
01:46Nun auch Entscheidungen zu treffen, ist die Aufgabe seines Nachfolgers.
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