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  • vor 2 Tagen

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Spaß
Transkript
00:00Musik
00:40Musik
01:09Musik
01:33Frau Schein's Wagen ist fertig.
01:35Da hat auch über Nacht nichts mehr geleckt.
01:37Sehr gut.
01:39Ist was?
01:40Nee.
01:41Soll ich Frau Schein anrufen oder?
01:43Nee, ich mach das schon.
01:45Gut.
01:46Danke.
02:10Musik
02:55Moin, die Herren.
02:56Moin.
02:57Moin.
02:58Die Verziergänger haben die Leiche gefunden.
03:01Sieht aus wie hingerichtet.
03:03Ein präziser Schuss.
03:05Wissen wir schon, wer das Opfer ist?
03:06Ja, Jan Eschenburg, 36 Jahre alt.
03:09Fehlt nichts.
03:10Geld, Papiere, Handy, alles da.
03:12Liegt da hinten.
03:13Immer kurz bei der Spuse, ja?
03:15Okay.
03:17Moin, Strahle, Mann.
03:19Moin.
03:19Moin.
03:20Was hast du für uns?
03:24Glatter Durchschuss, mitten durchs Herz,
03:27großes Kaliber, der Mann war sofort tot.
03:29Klingt fast wie ein gezielter Anschlag, ne?
03:31Möglich.
03:33Wissen wir schon, was zur Tatwaffe?
03:34Wie gesagt, das Projektil hat den Körper des Opfers wieder verlassen.
03:38Die Kollegen suchen.
03:40Was ist denn der Todeszeitpunkt?
03:42Ausgehend von der Außentemperatur, plus minus acht Uhr am Morgen.
03:45Alles weitere nach der Obduktion.
03:48Gregor hat offenbar was.
03:49Danke.
03:51Okay.
03:55Könntet ihr mal bitte hinter der Absperrung nach diesem Projektil schauen?
03:58Danke.
04:03Also hier lag jemand auf der Lauer.
04:06Da.
04:10Ich meine, die Schussposition, die ist schon perfekt.
04:13Da hinten müsste irgendwo das Projektil liegen.
04:16Hier gibt's eine direkte Straße, kannst du gleich abhauen.
04:19Sieht fast nach einem Profi aus.
04:21Also gezielter Schuss aus der Entfernung, das spricht auf jeden Fall für einen geübten Schützen.
04:25Also Profikiller, hier bei uns in Lübeck.
04:27Naja, Mafia gibt's überall.
04:29Aber vielleicht ist es jemand gewesen, der es nicht geschafft hätte, Jan Eschenburg aus der Nähe zu töten.
04:35Ein einziger Schuss, aus der Distanz ist, das hat schon was Abstraktes.
04:40Vielleicht hilft dir das Projektil weiter, also falls wir's finden.
04:51Dina, warte, ich mach dich auf laut.
04:54Jan Eschenburg war Architekt im Stadtplanungsbüro Lebensraum.
04:57Er hat keine Vorstrafen, es gibt keinerlei Hinweise auf Verbindungen und dubiose Kreise.
05:01Ist das Handy schon in der KTU?
05:03Ja.
05:04Ist aber pinngeschützt.
05:05Die Kollegen arbeiten, darin reinzukommen.
05:07Und was macht denn dieses Stadtplanungsbüro?
05:10Die planen gerade den Umbau eines Viertels in St. Lorenz zu einem Superblock.
05:14Nach Beispielen aus Barcelona.
05:15Also nahezu vollständig vom Autoverkehr befreit.
05:18Ja, ja, davon hab ich gehört.
05:20In Barcelona scheint das ja zu funktionieren.
05:22Weniger Lärm, keine Abgase.
05:24Ist doch super, wenn die Straße mal wieder den Anwohnern, nicht nur den Autos gehört.
05:27Also mit so einem Konzept machst du dir Feinde.
05:30Da könnte das Motiv liegen.
05:31Gibt's Angehörige?
05:32Ja, es gibt einen Bruder und seine Frau, Frank und Ellen Eschenburg.
05:37Alle drei sind gleichberechtigte Partner bei Lebensraum.
05:40Danke, Nina.
05:40Danke.
05:41Gerne.
05:50Wo stellen wir uns jetzt hin?
05:52Ja, keine Ahnung.
05:54Ich war einfach da rein.
06:09Ich glaube, in diesem Viertel gibt es mehr Anwohnerausweise, als es Parkplätze gibt.
06:13Sieht ganz so aus.
06:15Hey!
06:17Das ist kein Parkplatz.
06:18Nur keine Aufregung.
06:20Kripol-Übeck.
06:22Ist was passiert?
06:23Wir sind im Einsatz.
06:25Wäre das okay?
06:26Ja.
06:29Sagen Sie mal, gehört Ihnen die Werkstatt?
06:31Ja.
06:32Wieso?
06:33Na ja, was halten Sie von diesem autofreien Konzept für dieses Viertel?
06:36Ich meine, eine Autowerkstatt ohne Autos, das ist ja...
06:38Klar geht das nicht.
06:40Deswegen habe ich ja mit den Leuten von Lebensraum gesprochen.
06:42Die haben die Kurt-Weimann-Straße vorne aus dem Plan rausgenommen.
06:45Wer sind die?
06:47Na ja, diese Stadtplaner.
06:50Okay, und vielen Dank. Es dauert wirklich nicht lange.
06:52Danke.
06:53Bitte.
07:00Eine Anschlage, sagen Sie?
07:03Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen, ja.
07:06Fällt Ihnen irgendjemand ein, der für sowas in Frage käme?
07:11Nein, nicht wirklich.
07:15Wer sollte sowas tun?
07:19Tut mir leid, aber.
07:25Verzeihen Sie.
07:32Ich muss Sie zu meinem Mann.
07:34Frau Eschmuck, bitte. Es dauert nicht lange.
07:36Diese tägliche Joggingrunde, war das eine Routine Ihres Schwagers?
07:43Ja, jeden Morgen vor der Arbeit.
07:47Sie arbeiten und wohnen zusammen?
07:51Seitdem wir aus Barcelona zurück sind.
07:55Mit dem Bruder Ihres Mannes.
07:58Ja, Frank und ich, wir lieben uns und wir beide lieben Jan.
08:07Entschuldigung, können Sie das jetzt kurz erklären?
08:09Das ist eigentlich ganz einfach. Jan war schwul.
08:13Also mit Frank habe ich mein Bett geteilt, mit Jan nicht, aber es sind beides meine Männer.
08:18Hatte Jan auch Beziehungen zu anderen Männern?
08:20Ja, klar. Aber was Ernsthaftes war bisher nicht dabei.
08:26Könnten Sie uns trotzdem ein paar Namen geben?
08:28Nein.
08:30Frank und ich, wir haben uns da rausgehalten.
08:34Ich mag das.
08:41Alles in Ordnung?
08:44Danke.
08:47Sie und Ihr Bruder, Sie standen sich offenbar sehr nahe.
08:50Ja.
08:51Wir waren immer zusammen.
08:52Vom Tag unserer Geburt an.
08:55Wir haben alles miteinander geteilt.
08:58Sie waren Zwillingsbrüder?
09:00Jan hat dieselben Gene wie ich.
09:03Ich kann mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen.
09:07Entschuldigen Sie aber, ich wäre jetzt gerne allein.
09:16Sagen Sie, gibt es eigentlich bei der Umgestaltung dieses Stadtviertels irgendwelche Probleme?
09:21Beschwerden, Drohungen?
09:23Können Sie mir vorstellen, dass nicht jeder Anwohner damit einverstanden ist?
09:26Wer verzichtet schon gerne aus dem Auto?
09:28Ja, natürlich gab es die.
09:32Veränderungen lösen bei den meisten Menschen erstmal Verunsicherung aus.
09:35Und dann Widerstand.
09:37Das war in Barcelona nicht anders.
09:40Es gab zahlreiche Anfeindungen per Mail und dämliche Kommentare auf der Website.
09:45Gab es da vielleicht besonders feindselige Kommentare oder sogar gezielte Drohungen?
09:50Nicht, dass ich wüsste.
09:51Wir haben versucht, das Weitestgehend zu ignorieren.
09:53Könnten Sie uns die Mails und die Kommentare bitte weiterleiten?
09:56Ja, natürlich.
09:59Warum zieht man von Barcelona nach Lübeck?
10:03Frank hatte DEDE das Superblockprojekt hierher zu bringen.
10:07Die beiden sind hier aufgewachsen.
10:09Müsste eigentlich hier nicht irgendwo diese Autowerkstatt sein?
10:14Die macht da keinen Sinn mehr.
10:17Die Kurt-Weinmann-Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren, ist der Kern unseres Projekts.
10:22Dadurch reduziert sich der Autoverkehr sofort um 70 Prozent.
10:26Gab es da nicht mal andere Pläne?
10:28Keine ernstzunehmenden.
10:32Gut. Danke, Frau Eschenburg. Das war's für den Moment.
10:38Vielen Dank.
10:52Ich habe gerade die Mails und Kommentare bekommen, die an den Lebensraum geschickt wurden.
10:59Also, da sind schon ein paar ziemlich Deftige dabei.
11:02Spann uns nicht länger auf die Folter. Erzähl.
11:05Naja, hauptsächlich sowas wie grüne Spinner, komplett am Leben vorbei und so weiter.
11:10Besonders aufgefallen ist mir aber ein gewisser Max Schulte, dessen Kommentare wurden nämlich immer heftiger.
11:15Ich zitiere mal kurz.
11:16Ich lasse mir nicht alles kaputt machen und wenn ich über Leichen gehe.
11:22Max Schulte?
11:23Ja, dem gehört die Autowerkstatt hier im Viertel.
11:26Ja, ich glaube, den haben wir schon kennengelernt.
11:27Also, ich habe den Namen schon mal durch System bejagt.
11:29Der hat keine Vorstrafen, aber eine Waffenbesitzkarte.
11:33Okay.
11:34Ja, wend mal.
11:37Zwei Schrotflinten, eine Fangschusspistole und ein modernes Jagdgewehr mit Zielfernrohr Kaliber 7A64.
11:457A64?
11:47Das könnte die Tatwaffe sein.
11:49Okay, Gregor, danke.
11:53Kann ich das bitte machen?
11:55Ach nein, das geht schon.
11:56Ja.
11:57Okay.
11:57Danke.
11:58Ich meine, ich bin ja nicht krank, ich bin nur schwanger.
12:00Ja.
12:01So.
12:03Noch die Probefahrt und dann ist der fertig.
12:07Hast du schon mal was vom Mutterschutz gehört? Du musst dich ein bisschen schonen.
12:10Mitgehangen, mitgefangen, ne?
12:13Deine Mutter ist eine absolute Heldin.
12:17Hast du schon die Post gesehen?
12:18Das ist schon wieder eine Mahnung.
12:20Max, ich mach mir Sorgen.
12:21Was ist, wenn uns das hier finanziell alles komplett über den Kopf wächst?
12:24Das wird, vertrau mir.
12:26Okay.
12:26Es braucht einfach ein bisschen Zeit, bis ich unsere Investitionen auszahle.
12:30Okay?
12:31Okay.
12:43Herr Schulte.
12:45Moin.
12:47Wir kennen uns ja schon, Kripo Lübeck.
12:49Aber haben wir uns schon vorgestellt?
12:51Das ist mein Kollege Kiesewetter, mein Name ist Englern.
12:56Was wollen Sie?
12:57Wir möchten Sie bitten, mit uns aufs Kommissariat zu kommen. Wir hätten da ein paar Fragen an Sie.
13:02Warum?
13:04Sagt Ihnen der Name Jan Eschenburg was?
13:08Äh, ja.
13:10Was ist mit dem?
13:11Ja, Eschenburg wurde heute Morgen erschossen.
13:19Was?
13:20Sie haben den Stadtplanern von Lebensraum mehrere E-Mails geschickt und denen gedroht.
13:26Anfangs vielleicht, ja. Aber wir haben eine Lösung gefunden.
13:30Herr Schulte, Sie besitzen mehrere Schusswaffen, darunter ein Jagdgewehr mit Zielfernrohr. Richtig?
13:35Ähm, ja. Wieso?
13:37Könnten Sie uns zeigen, wo Sie die Waffen aufbewahren? Bitte.
13:52Ja, das ist er. Meine Frau wollte den nicht zu Hause haben. Der hat nicht so reingepasst.
14:03Aber verkaufen konnte ich den auch nicht. Das ist von meinem Opa.
14:06Matthias Schulte, ist das Ihr Vater?
14:08Nee, das ist mein Opa.
14:09Und das da ist der Waffenschrank?
14:11Ja.
14:11Ja, ich schlüsse mich bitte.
14:17Ernsthaft? Da sind die Waffen drin.
14:19Das sind doch nur Museumsstücke.
14:22Die wurden seit Jahren nicht benutzt.
14:24Ich habe die Waffenbesitzkarte nur auf mich übertragen lassen, weil ich die Dinger geerbt habe.
14:36Damit wurde vor kurzem geschossen.
14:40Herr Schulte, wenn das die Tatwaffe sein sollte, bekommen Sie alleine schon deswegen bei Ihrer Haft.
14:44Wegen unsachgemäßer Aufbewahrung.
14:47Wo ist die Munition?
14:58Herr Schulte, das ist jetzt Ihre Entscheidung.
15:00Entweder Sie sind kooperativ und begleiten uns freiwillig aufs Kommissariat, oder wir nehmen Sie vorläufig fest.
15:06Also?
15:10Ja, der Schrank steht im Büro.
15:12Ganz genau.
15:13Und das Jagdgewährt oberste Priorität.
15:16Danke.
15:19Die verhaften dich wegen der dämlichen Waffen?
15:21Allein, die verhaften mich nicht.
15:23Das ist nur was Bürokratisches.
15:24Das ist wegen diesem Schloss an dem Waffenschrank.
15:27Das ist alles.
15:28Max.
15:30Mach dir keine Sorgen.
15:35Okay?
15:36Okay.
15:39Okay.
15:55Da, go, da, go.
16:03Herr Schulte, dieses Jagdgewehr, wann haben Sie das zum letzten Mal benutzt?
16:07Das ist eine Ewigkeit, ja.
16:09Ich habe meinen Opa auf die Jagd begleitet.
16:11Das habe ich ihm zuliebe gemacht, hat mich nicht interessiert.
16:14Und die Waffen haben Sie behalten, weil Ihnen Ihr Opa wichtig war?
16:18Ja.
16:19Die Autowerkstatt haben Sie auch von Ihrem Opa übernommen.
16:22Also eine Werkstatt in einem autofreien Viertel, das macht ja nicht viel Sinn, oder?
16:26Die wollten unsere Lebensgrundlage zerstören, okay?
16:30Aber ich habe das geregelt.
16:32Mit Jan Eschenburg?
16:34Ja.
16:38Indem Sie ihn erschossen haben?
16:42Nein.
16:45Wie sieht es Ihnen bei Ihnen mit einem Alibi aus, heute früh um acht?
16:51Da war ich mit meinem Hund im Park.
16:53Gibt es da Bezeugen?
16:57Doch, äh, die Frau mit diesem aggressiven Kläffer, der meinen Hund immer angreift, obwohl er überhaupt nichts macht.
17:02Und wer ist diese Frau? Kennen Sie sie?
17:04Keine Ahnung, ich treffe die da manchmal.
17:06Heute früh auch?
17:08Ja.
17:08Wir haben uns deswegen sogar gestritten.
17:11Können Sie die Frau beschreiben?
17:13Äh, normal.
17:15Keine Ahnung, Mitte 70, vielleicht.
17:18Bisschen älter.
17:19Was war das für ein Hund?
17:22So eine kleine weiße Trethupe.
17:30Die Spur, sie hat das tödliche Projektil gefunden.
17:32Sieben mal 64.
17:34Okay.
17:35Passt du mal, schuld das Jagdgewehr?
17:36Genau.
17:37Aber gut, selbst wenn alles passt.
17:39Was ist das Motiv?
17:41Das schluckt auf der Hand.
17:42Zukunft der Werkstatt, die Zukunft seiner Familie.
17:45Ja gut, aber die ändert sich ja nicht dadurch, dass Jan Eschenburg tot ist.
17:47Ja, eben.
17:49Ich hab mich noch mal ein bisschen näher mit diesem autofreien Stadtteilprojekt beschäftigt.
17:53Das ist ganz schön weit fortgeschritten.
17:55Puh, dann wäre die Werkstatt wohl Geschichte, oder?
17:58Aber die Idee von diesem Konzept, die ist brillant.
18:00Mag es eine, aber nicht für jeden.
18:02Ja, aber wird Max Schulte deshalb zum Mörder?
18:04Also auf mich macht er nicht den Eindruck, dass er dazu fähig wäre.
18:08Die KTU hat Jan Eschenburgs Handy geknackt.
18:10Und?
18:10Also keine auffälligen Anrufe, aber ziemlich heiße Chatnachrichten mit Max Schulte.
18:16Wie heiß?
18:17Ja, die beiden scheinen eine ernste Affäre gehabt zu haben.
18:20Das klingt nach Liebe.
18:22Max Schulte und Jan Eschenburg.
18:24Die beiden?
18:25Ja.
18:29Okay.
18:32Das ist Blödsinn.
18:33Ich bin nicht schwul.
18:34Ich liebe meine Frau.
18:36Wir bekommen ein Kind.
18:39Er schulte den Chatverlauf mit Jan Eschenburg lässt keinen anderen Schluss zu.
18:42Wie gesagt, das ist alles Blödsinn.
18:45Sie stehen so kurz vor einer Mordanklage.
18:47Was das bedeutet, müssen wir Ihnen nicht erklären.
18:49Das Einzige, was Ihnen jetzt noch hilft, ist Ehrlichkeit.
18:58Also, wie war Ihre Beziehung zu Jan Eschenburg?
19:09Ich weiß nicht, wie das passiert ist.
19:16Und wenn ich über Leichen gehen muss?
19:19Ehrlich?
19:20Das war nicht ernst gemeint.
19:22Verstehe.
19:24Man drückt oft zu schnell auf Senden.
19:27Was soll ich noch hier?
19:28Soll ich Sonnenblumen züchten oder was?
19:31Schöne Idee.
19:35Unser Konzept ist nicht in Stein gemeißelt.
19:38Wenn die Fernicot-Weimann-Straße daran integriert wird, entscheidet dann die Stadt Lübeck.
19:53Urlaubs-Check.
20:04Wie viel?
20:08Ähm, 30.
20:1229.
20:14Klingt besser.
20:22Können wir wirklich über alles reden?
20:27Ich heiße übrigens Jan.
20:31Max.
20:55Max?
20:55Max?
20:56Max?
21:01Lass mich in Ruhe.
21:04Bist du sicher?
21:07Ja.
21:32Das war wie eine Sucht.
21:37Ich konnte an nichts anderes denken.
21:43Ihm ging's genauso.
21:47Wir haben uns geliebt.
21:52Bitte sagen Sie nichts meiner Frau.
22:01Herr Schulte, das können wir Ihnen nicht versprechen.
22:04Wir können das aus den Ermittlungen nicht aushalten.
22:10Hat Jan Eschenburg Sie gedrängt, Ihre Frau zu verlassen?
22:14Nein.
22:16Aber er wusste, dass ich Vater werde.
22:19Dass ich Helene liebe.
22:21Und wie wollten Sie die Situation klären?
22:24Weiß ich nicht.
22:26Ich dachte, wenn das Kind da ist,
22:29wenn es mit der Werkstatt geklärt ist,
22:30wenn Helene abgesichert ist,
22:31dann findet sich eine Lösung.
22:36Und Sie glauben tatsächlich,
22:37dass Jan Eschenburg sich um alles gekümmert hätte,
22:39was Ihre Werkstatt angeht?
22:41Ja.
22:42Nur die anderen beiden haben sich quergestellt.
22:44Sie meinen Ellen und Frank Eschenburg.
22:47Ja.
22:48Jan hatte ziemlich einen Zoff deswegen.
22:53Wissen Sie da mehr?
22:55Nein.
22:56Nur, dass Jan raus wollte.
22:57Woraus?
22:58Aus der Firma?
22:59Aus dem Projekt aus der Ehe zu drücken?
23:02Aus allem, glaube ich.
23:03Wegen Ihnen?
23:04Nicht nur Jan.
23:06Er hat gesagt,
23:06dass sein Bruder und seine Schwägerin
23:08ihn so langsam bedrücken.
23:10Er schuldet sich nicht, was ich glaube.
23:13Jan Eschenburg hat Ihnen
23:14falsche Versprechungen gemacht.
23:18Nein.
23:19Das glaube ich nicht.
23:22Er hat uns über den letzten Monat gerettet,
23:24als es bei uns ziemlich knapp wurde.
23:27Er hat Ihnen Geld gegeben?
23:29Wie viel?
23:32Zehntausend Euro.
23:38Er wollte uns Zeit kaufen, bis es eine Lösung gibt.
23:44Und, aus psychologischer Sicht,
23:46wie ist deine Einschätzung zu ihm?
23:49Er hat sich aufgegeben.
23:51Sieht keinen Ausweg mehr.
23:52Na, es ist doch klar.
23:54Sein Leben liegt in Scherben,
23:55ob er jetzt ins Gefängnis muss oder nicht.
23:57Jan Eschenburg hat sein komplettes Lebenskonzept
23:59auf den Kopf gestellt.
24:00Das überfordert ihn.
24:02Ja, aber macht ihn das
24:03deshalb zum Mörder?
24:05Ich meine, so wie es scheint,
24:05hat er Jan Eschenburg ja wirklich geliebt.
24:07Genau deshalb.
24:08Er ist zerrissen
24:09zwischen seinem Selbstbild
24:10und seinen Gefühlen.
24:11Jan Eschenburg war ein Störfaktor.
24:15Max Schulte musste wegen Jan Eschenburg
24:17alles in Frage stellen,
24:18was ihm bisher wichtig war.
24:20Weil er nicht in diese
24:21Mama-Papa-Kind-Idylle gepasst hat?
24:24Ja, genau.
24:25Hat sie noch der Stress
24:26mit dem neuen Stadtteilkonzept?
24:28Auch dafür stand Jan Eschenburg.
24:30Schulte stand unter Druck.
24:32Seine Frau ist hochschwanger.
24:34Er könnte in einem Mord
24:35die einzige Lösung gesehen haben,
24:36sein Leben wieder in Ordnung zu bringen.
24:41Alles spricht gegen, Max Schulte.
24:44Wir sollten aber auch noch
24:45mal mit den Eschenburgs reden.
24:46Weil Lebensraum scheint ja doch
24:47nicht nur Harmonie geherrscht zu haben.
24:49Auf dem Konto der Werkstatt
24:51sind übrigens kürzlich
24:52wirklich 10.000 Euro eingegangen.
24:54Überwiesen vom Lebensraum
24:55Firmenkonto.
24:57Wir müssen auch mit Aline Schulte reden.
24:59Hat sie gewusst,
25:00dass sich ihr Mann
25:01in das Opfer verliebt hat?
25:03Das kann ich übernehmen.
25:04Ich sage Bescheid,
25:04dass sie morgen früh gleich zu uns kommt.
25:06Okay.
25:06Schönen Feierabend.
25:09Das heißt,
25:10wir behalten Max Schulte über Nacht her?
25:12Ja.
25:13Was ist eigentlich
25:14mit seinem Alibi?
25:16Du meinst,
25:16die alte Frau
25:17mit dem durchgeknallten Hund?
25:19Ja.
25:20Sag mal,
25:20Hundebesitzer gehen doch eigentlich
25:22jeden Tag ungefähr
25:23um dieselbe Uhrzeit
25:24mit den Hunden, Gassi, oder?
25:25Ja.
25:26Und dabei nehmen sie immer
25:27mehr oder weniger
25:27die gleiche Strecke.
25:28Stimmt.
25:29Ja gut,
25:30dann gehe ich morgen
25:31mal eine Runde spazieren.
25:32Ach, okay.
25:34Und wir reden morgen
25:35mit den Eschenburgs, okay?
25:37Bis morgen.
25:37Tschüss.
25:42Tschüss.
25:56Tschüss.
26:08Ich habe Ihrer Frau Bescheid gegeben, dass wir Sie noch hier behalten müssen.
26:12Wenn Ihr Alibi bestätigt wird, dann können Sie morgen gehen.
26:18Ja, vielleicht kommen Sie ein bisschen zur Ruhe.
26:34Also wir suchen eine ältere Frau, ungefähr 1,60 groß, längere graue Haare, kleiner weißer Hund.
26:39Elke bitte da, André da, Tim vielleicht da und wir beide schauen da, okay?
26:56Also wenn die Aussage von Max Schulte stimmt, dann wollte Jan Eschenburg wegen der Werkstatt das ganze Projekt gefährden.
27:01Ja, mich wundert sowieso, dass Jan Eschenburg Max Schulte 10.000 Euro überwiesen hat, vom Firmenkonto.
27:07Das muss sein Bruder und die Schwägerin noch merken.
27:09Ah, das ist schon merkwürdig.
27:10Ja.
27:15Gregor.
27:16Also Max Schulte hat ein Alibi. Wir haben diese Frau mit Hund, die zur Tatzeit mit ihm gestritten hat.
27:22Ganz sicher?
27:23Ja, sie hat nämlich ein Foto von ihm gemacht. Hatte überlegt, ihn anzuzeigen. Dieses Foto haben wir. 8.03 Uhr.
27:30Danke, Gregor. Sag auch Nina Bescheid, ja?
27:34Dann auf zu den Eschenburgs.
27:35Ja.
27:53Hey, hey.
27:54Alte Verbot.
27:55Ja.
27:56Wo soll man denn sonst stehen?
27:58Deshalb fahr ich ja lieber Motorräder. Das kann ich immer irgendwo halbwegs legal abstellen.
28:02Klar, aber das macht die Abgase, die aus deinem Auspuff kommen, immer noch nicht klimaneutral.
28:06Übrigens, es gibt auch E-Motorräder.
28:08Aber du, irgendwann ist mal ein Punkt erreicht, ja? Es gibt Grenzen.
28:11Klar. Und immer da, wo es weh tut.
28:14Das stimmt. Ich frage mich gerade, wo die Grenzen bei Ellen und Frank Eschenburg lagen.
28:19Hätten die ihr Konzept geändert, weil sich Jan Eschenburg in einen Mann mit einer Autowerkstatt verliebt hat?
28:24Es wäre auf jeden Fall Anlass für einen heftigen Streit.
28:26Ja.
28:41Ja.
28:42Gut. Danke, Gregor.
28:46Danke.
28:48Guten Morgen, Frau Schulte. Danke, dass Sie so schnell gekommen sind. Mein Name ist Nina Weiß.
28:53Was ist denn jetzt mit Max? Warum wurde denn der verhaftet?
28:57Ihr Mann wurde nicht verhaftet. Er ist lediglich noch in polizeilichem Gewahrsam.
29:00Hingen diese alten Waffen?
29:02Ja. Für die wird er sich verantworten müssen.
29:05Ja.
29:14Es geht um diesen Jan, richtig?
29:17Auch, ja.
29:20Haben Sie denn von der Affäre der beiden gewusst?
29:29Es stimmt.
29:31Jan hat diese Max-Versprechung gemacht.
29:33Espresso.
29:34Und dass Ihr Bruder Max Schulte wirklich geliebt hat, das schließen Sie aus?
29:39Das war eine Affäre, männlich.
29:41Ich kenne meinen Bruder.
29:44Jan war da nicht immer sehr, sehr feinfühlig.
29:48Wenn er jemanden wollte, dann war ihm jedes Mittel recht.
29:51Ja.
29:51Das stimmt.
29:53Um diesen Max ins Bett zu kriegen, hätte er ihm alles versprochen.
29:56Das ist...
29:57Warum haben Sie denn diese Autowerkstatt finanziell unterstützt?
30:00Wo die doch laut Ihren Pläne wirklich eine Zukunft hat.
30:03Das waren nicht wir.
30:05Das hat Jan allein veranlasst.
30:0810.000 Euro. Einfach so.
30:11Konnte er das?
30:12Jeder von uns hat vollen Zugriff auf die Konten.
30:15Bist eine Menge Vertrauen voraus.
30:17Das war nie ein Problem.
30:19Er wollte, dass dieser Max die Füße still hätte, solange die Stadt Lübig noch nicht ihr endgültiges Go gegeben hat.
30:25Ich war von Anfang an dagegen. Das hat die Sache nur verzögert.
30:28Hatten Sie deshalb eine Auseinandersetzung mit Ihrem Schwager?
30:32Wir waren unterschiedlicher Meinung.
30:36Dass Max auch auf Männer steht, habe ich schon immer geahnt.
30:39Ich habe ihn mal beim Porno gucken erwischt.
30:43Und haben Sie ihn darauf angesprochen?
30:44Nein, wieso?
30:46Solange er es mit einem Porno ausliebt, war es okay für mich.
30:48Bis dann Jan Eschenburg aufgetaucht ist.
30:52Max hatte nichts mit dem.
30:56Wo waren Sie denn gestern Morgen um 8 Uhr?
31:00Wie jeden Morgen in der Werkstatt.
31:02Um 8 Uhr hat Frau Schein ihren Wagen abgeholt.
31:04Können Sie mir die Kontaktdaten von Frau Schein geben?
31:06Ja, natürlich.
31:08Und wann ist Ihr Entbindungstermin genau?
31:11In drei Wochen.
31:13Aber mir geht es gut und ich liebe meine Arbeit.
31:19Wenn die die Zufahrtsstraße sperren, dann können wir die Werkstatt gleich dicht machen.
31:24Dann war es das.
31:28Wir konnten herausfinden, dass Jan Eschenburg Ihnen eigentlich nur helfen wollte.
31:35Hat Ihr Schwager bzw. Ihr Bruder einmal angedeutet, hier aussteigen zu wollen?
31:39Aus alledem?
31:41Gemeinsam Leben, gemeinsam arbeiten?
31:42Nein.
31:43Sicher nicht.
31:46Woher haben Sie das eigentlich?
31:48Hat dieser Max Ihnen das erzählt?
31:49Ich glaube, der will nur von sich ablenken.
31:52Er hatte ein Alibi.
31:55Sie auch?
31:56Morgens um 8?
31:58Ich war alleine hier.
32:00Ich bin um die Zeit immer schwimmen.
32:02Anderthalb Stunden.
32:03Jeden Morgen.
32:05Oh ja, und wo?
32:06Im Lorenzbad.
32:07Vorn an der Ecke.
32:10Was soll das eigentlich?
32:12Verdächtigen Sie uns?
32:13Wir versuchen nur, uns ein Deal zu machen.
32:16Jan war total durch den Wind.
32:1810.000 Euro einfach so ohne Absprache.
32:20Hä?
32:21Das können wir verkraften.
32:22Hat das Ihre Firma an finanzielle Schwierigkeiten gebracht?
32:25Nein.
32:26Wir stehen auf soliden Beinen.
32:29Okay, wir werden das überprüfen.
32:31Vielen Dank.
32:43Ja?
32:48Bist du ganz sicher?
32:52Danke.
32:53Das war Strahlemann.
32:55Das Jagdgewehr aus Machtschuld des Waffenschrankes.
32:57Eindeutig die Tatwaffe.
32:59Leider keine Fingerabdrücke.
33:00Aber das Gewehr wurde vor dem Einsatz gewartet und frisch geölt.
33:04Das spricht für jemanden, der Sie damit auskennt.
33:06Ja.
33:08Ellen Eschenburg zum Beispiel.
33:10Hier.
33:11Vor Ihrer Hochzeit hieß sie Ellen Severin.
33:13Sie war erfolgreiche Biathletin.
33:14Olympia-Hoffnung sogar.
33:16Bis eine Knieverletzung ihre Karriere beendet hat.
33:19Also schießen kann man auch mit einem kaputten Knie, oder?
33:21Ja klar, da hast du recht.
33:24Und wie kamen Sie an die Waffe?
33:26Naja, Arlene Schulte war ja morgen vor der Tat allein in der Werkstatt.
33:29Max war ja mit einem Hund unterwegs.
33:32Dann ist es doch möglich, dass sie es vielleicht gar nicht bemerkt hat,
33:34wie Ellen Eschenburg sich ins Büro und dann zum Waffenschrank geschlichen hat.
33:39Aber wo ist das Motiv?
33:43Ellen Eschenburg hat sie hintergangen.
33:45Sie hat ihn geliebt, das waren ihre Worte.
33:48Aber wegen Max Schulte hat er alles hinterfragt.
33:50Nicht nur die Firma.
33:51Ihr ganzes Lebensmodell.
33:53Wir müssen herausfinden, ob Ellen Eschenburg überhaupt was von den Waffen wusste.
33:57Max Schulte, ist der noch da?
33:58Ähm, ja, könnte sein.
34:00Die Kollegen bereiten gerade das Strafverfahren wegen der unsachgemäßen Aufbewahrung der Waffen vor.
34:04Okay, okay.
34:07Komm, ja.
34:17Herr Schulte!
34:20Was wollen Sie noch von mir?
34:21Wann öffnet normalerweise Ihre Werkstatt?
34:25Um sieben.
34:26Ich bin kurz vor sechs da, mach auf und dann kommt meine Frau um sieben dazu.
34:30Wäre es möglich, dass jemand, während Sie sich um die Öffnung Ihrer Werkstatt gekümmert haben,
34:34in Ihr Büro gegangen ist und das Jagdgewerf im Schrank genommen hat?
34:38Ja, kann sein.
34:39Und später könnte es jemand zurückgestellt haben, ohne dass Sie es bemerkt haben.
34:43Ist möglich, wir sind nur zu zweit.
34:45Wir können nicht überall sein.
34:47Wer wusste alles von den Waffen?
34:49Eigentlich niemand.
34:53Wobei...
34:53Ja?
34:55An dem Tag, als die das erste Mal in unserem Büro waren und das Konzept vorgestellt haben, da...
35:01Wer sind die?
35:03Die Eschenburgs?
35:05Ja.
35:06Das ist ein sehr schönes Stück.
35:09So einen Gewehrschrank hatten wir zu Hause auch.
35:12Entschuldigung.
35:14Tut mir leid, das war ein Reflex.
35:18Also, dass Sie Ihre Werkstatt mit Herzblut und Tradition führen, das spürt man sofort.
35:22Mhm.
35:23Aber man muss sich für den Wandel der Zeit öffnen, nicht wahr?
35:26So ein Schwachsinn.
35:28Ihr Konzept zerstört unsere Existenz.
35:31Das ist nichts mit Öffnen, das klingt verdammt nach Schließen.
35:34Herr Schulte.
35:37Wir werden auch mal mit der Stadt sprechen.
35:39Ich bin sicher, dass wir zu einer guten Lösung kommen.
35:42Ich glaube Ihnen kein Wort.
35:45Ich weiß, wir kennen uns nicht, aber...
35:48Vertrauen Sie mir.
35:51Ellen Eschenburg hat Sie für Ihre Waffen interessiert.
35:54Weiß ich nicht, auf jeden Fall für den Schrank.
35:58Jan hat mich abgelenkt.
36:00Da sind Sie ihm das erste Mal begegnet?
36:02Ja.
36:06Weiß meine Frau Bescheid.
36:18Ellen Eschenburg ist eine geübte Schützin.
36:20Sie wusste, wie man an die Waffe kommt.
36:22Und sie hat ein Motiv.
36:24Naja, ob Jan Eschenburg wirklich aussteigen wollte, das wissen wir noch gar nicht.
36:27Und diese 10.000 Euro ist ein bisschen dünn, oder?
36:30Da ging es um viel mehr.
36:32Wir haben endlich Zugriff auf die Firmendaten von Lebensraum.
36:35Jan Eschenburg hat nach und nach ein Drittel des Firmenvermögens auf ein Konto transferiert, zu dem nur er Zugang hat.
36:41Von wie viel reden wir?
36:42200.000 Euro.
36:44Woher hatten die so viel Geld?
36:45Das stammt ursprünglich aus Ellen Eschenburgs Erbe.
36:48Die hat den elterlichen Hof in Oberbayern verkauft.
36:51Okay.
36:52Das heißt dann aber, letzten Endes hat Jan Eschenburg dann Ellens Geld abgezogen.
36:56Genau.
36:57Und mit seinem Tod fällt das alles wieder an Ellen und seinen Bruder zurück.
37:01Max Schulte hatte recht.
37:03Jan Eschenburg wollte sich aus allem zurückziehen.
37:06Aus der Firma und aus dem Trio.
37:07Das muss sie unendlich verletzt haben.
37:23Das tut mir wahnsinnig leid.
37:31Lass mich ihm vor.
37:38Das mit Jan, das habe ich nicht gewollt.
37:40Ich wusste nicht, was passiert.
37:45Ich glaube schon, dass du weißt, was passiert ist.
37:54Ich liebe dich auch.
38:00Ja, und unser Kind.
38:03Ich bin doch dein Mann.
38:05Trotz allem.
38:07Sag mal, hast du gerade wirklich auch gesagt?
38:10Ist das alles hier eigentlich dein Ernst?
38:18Du brauchst mich nicht zu suchen.
38:20Ich gehe erst mal zu meiner Schwester.
38:47Du hast wieder einen Schlüssel vergessen.
38:52Sie, Sie haben Jan umgebracht.
38:55Ich raus hier.
38:56Sofort.
38:56Wirklich?
38:57Hey, Kass, Julian!
39:05Ist gut.
39:06Ist gut.
39:11Wir haben uns geliebt.
39:13Okay.
39:14Okay, aber ich will, dass Sie jetzt hier rausgehen.
39:17Sofort.
39:18Was sind Sie eigentlich für ein Mensch?
39:22Jan hat für alle immer nur das Beste gewollt.
39:24Für alle, ja?
39:25Das glauben Sie?
39:26Sie gehen jetzt sofort hier raus oder ich rufe die Polizei, ja?
39:29Das ist nicht nötig.
39:31Was ist denn hier los?
39:33Frau Eschenburg, ich muss Sie bitten, uns aufs Kommissariat zu begleiten.
39:36Was?
39:37Wir haben ein paar Fragen, können Sie?
39:42Jetzt.
39:42Was ist?
39:47Ja.
39:58Was ist?
39:59Was ist?
40:00Das muss ich klären.
40:13Musik
40:32Frau Eschenburg, Sie sind eine gute Schützin und Sie wussten, wie Sie an das Gewehr kommen.
40:38Und Sie haben keine Alibi.
40:40Aber dafür mehrere Motive.
40:42Jan Eschenburg hat Ihr Lebensmodell zerstört, Ihre Liebe zu ihm missbraucht und Ihr Geld veruntreut.
40:49Ja, das Geld.
40:52Sah Jan anders.
40:54Ah ja? Und wie?
40:58Als seinen Anteil. Wohlverdient.
41:03Frank und ich haben immer weniger verdient als Jan. Bis das Erbe kam, war Geld knapp.
41:08Und deswegen hat Jan Sie unterstützt?
41:10Ja. Bis wir Lebensraum gegründet haben.
41:13Mit Ihrem Geld?
41:16Alles nur wegen diesem Max-Schulter.
41:21Der war wie besoffen von dem.
41:24Das muss Sie doch extrem verletzt haben.
41:26Ging mir nicht ums Geld.
41:30Jan wollte uns verlassen.
41:35Dann hat er auch noch Franks Projekt sabotiert.
41:38Ach. Franks Projekt.
41:44So war das nicht gemeint.
41:46Lebensraum war unser Projekt.
41:49Wie haben Sie 30 eigentlich kennengelernt?
41:53Das war ein Ruhpolding.
41:56Da war ich im Leistungszentrum Biathlon.
41:59Die beiden waren bei der Bundeswehr Gebirgsjäger.
42:04Und in wen von den beiden haben Sie sich zuerst verliebt?
42:07Das geht Sie überhaupt nicht an.
42:11Ich will jetzt einen Anwalt sprechen.
42:21Wie sagt uns nicht alles, oder?
42:23Ich glaube, Sie will Ihren Mann schützen.
42:25Ja, aber warum?
42:29Jan wollte Franks Projekt sabotieren, hat Sie gesagt.
42:32Aber was meint Sie damit?
42:34Könnte es sein, dass Jan Eschenburg eigenmächtig das Konzept geändert hat?
42:38Mit dem Ziel, die Autowerkstatt von Mats Schulte zu retten?
42:42Was wissen wir inzwischen darüber?
42:43Ich habe vorhin mit dem Stadtplanungsbüro gesprochen.
42:46Da war man irritiert, dass Jan Eschenburg das bereits genehmigte Projekt plötzlich wieder in Frage gestellt hat.
42:51Ja, alles hätte wieder von vorne begonnen.
42:53Genehmigungen, Anträge, Änderungen in der Verwaltung.
42:57Zurück auf los.
42:58Genau.
43:00Aber ohne Sperrung der Durchgangsstraße kann das nicht funktionieren.
43:05Was ist, wenn es wirklich zum ersten Mal Franks Projekt war?
43:08Wenn Lebensraum seine Idee war, die er unbedingt umsetzen wollte?
43:11Das war seinem Bruder anscheinend egal.
43:13Genau.
43:14Wenn man sich die Biografie der beiden ansieht, wird deutlich, dass Jan immer der Anführer war.
43:21Bundeswehrstudium, Berufseinstieg.
43:22Immer war er der Erste.
43:23Und Frank ist ihm immer nur gefolgt.
43:25Aber hier in Lübeck dachte er, endlich vorne zu sein.
43:30Und dann macht die Miran alles kaputt.
43:34Das muss Frank unendlich getroffen haben.
43:37Und als ehemaliger Gebirgsjäger kann er ja auch schießen.
43:42Also, Frank behauptet, es ist zur Tatzeit im Schwimmbad gewesen zu sein.
43:46Wir müssen unbedingt checken, ob das jemand bezeugen kann.
43:48Also, ich habe schon mal Lorenzbart angerufen.
43:50Er hat so eine Abo-Karte, die muss man durch den Chip-Leser ziehen, um reinzukommen.
43:54Und am Morgen, an dem sein Bruder ermordet worden ist, wurde er damit zumindest nicht registriert.
43:59Aber Sie sind doch Zwillingsbrüder.
44:02Jahrelange Verletzung.
44:04Das Gefühl, immer nur die zweite Wahl zu sein, das kann den Hass umkippen.
44:11In Frank Eschenburgs Augen muss doch Max Schulte der Auslöser von allem gewesen sein.
44:18Du meinst, er ist in Gefahr?
44:24Ja, mal geht's doch!
44:36Du glaubst, Jan hat's mit dir ernst gemeint?
44:41Ja.
44:44Jan hat mich geliebt, anscheinend mehr als sie.
44:47Ja, natürlich.
44:49Für stinkende Autos?
44:50Das ist ja doch keine Zukunft.
44:53Warum sollte Jan dafür alles in Frage gestellt haben?
44:56Wegen dir?
44:57Ja.
44:58Meinetwegen.
45:01Und das war schön.
45:07Was hast du aus Jan gemacht?
45:10Was hast du aus uns gemacht?
45:12Max, so geht es nicht.
45:13Wir müssen endlich offen miteinander zufrieden.
45:20Was hast du aus uns gemacht?
45:24Sie hatte mir nichts zu tun.
45:26Bitte lassen Sie sie gehen.
45:29Hey!
45:30Weg mit dem Messer!
45:32Lassen Sie die Frau laufen!
45:33Sobald!
45:45Was ist das?
45:47Ich rufe das an.
45:49Wir brauchen RTG.
45:50Autowärtsstadt Kurt-Weinland-Straße.
45:53Nein, keine Verletzten.
45:55Hier kommt ein Kind zur Welt.
46:12Ich verstehe das nicht.
46:14Sie waren doch unzertrennlich.
46:16Das habe ich auch mal gedacht.
46:17Und dann hat Jan alles in Frage gestellt.
46:19Alles.
46:20Dass ihm dieser Automechaniker wichtiger ist als ich.
46:22Dass er dafür alles aufgibt.
46:26Okay, bringt ihn weg.
46:30Verdammt noch mal Max!
46:32Wo bist du denn?
46:33Ey, das ist doch dein Kind.
46:35Also jetzt komm.
46:52Matthias!
46:53Okay.
46:55Ja.
46:553.900 Gramm.
46:58Putz munter.
47:00Mutter und Baby sind wohl auf.
47:01Matthias, na wie sein Urober.
47:03So eilig wie der Kleine das hatte.
47:05Ja, Bezin im Blutstand erblich zu sein.
47:07Ich hoffe nur, dass Aline und Max einen Weg finden.
47:11Ja, Familie kann ja vieles sein.
47:14Am Ende kommt es doch nur darauf an, was einen verbinden wird.
47:17Oh, komm mal her.
47:20Auf die Familie!
47:21Auf die Familie!
47:22Auf die Familie!
47:23Auf die Familie!
47:26Auf dieoption!
47:52Auf die Familie!
47:53Vielen Dank.

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