- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:16ARD Text im Auftrag des ZDF für funk
00:30Nein, nein, ich bin schon lange auf. Kein Problem.
00:33Mein Bruder, der wird noch gemütlich schlummern.
00:36Wenn man abends spät ins Bett kommt, kommt man halt in der Früh schwer raus, gell?
00:41Und der Jüngste ist ja auch nicht mehr. Da ist was dran.
00:45Wenn man von der Sonne spricht, dann geht sie auf. Da kommt er gerade.
00:49Danke. Ihnen auch, Herr 80er.
00:53Was erzählst du denn da?
00:56Hofer, guten Morgen.
00:57Haben wir wieder mal verschlafen, Herr Hofer.
00:59Ja, dass mir das Fein nicht noch einmal vorkommt.
01:01Michi, du Haumdacher. Sehr witzig. Was willst du denn?
01:05Na, ein Wasserleich ist aufgetaucht im HZ. Jetzt wird es gerade geborgen.
01:08Ist der Linscher da?
01:12Er fährt gerade weg. Ich bin auch gleich da.
01:15Ich auch gleich. Also bis später, bitte.
01:19In deiner Jugend war es teurwitziger.
01:21In deiner Jugend hast du auch noch die Milchcontainer sauber gemacht.
01:24Wo ist denn der Honig?
01:26Oh, Mann!
01:29Von euch brauchen wir eine Wasch.
01:32Zuerst einmal, wie heißt es hier?
01:34Hallo.
01:35Namen?
01:36Furtz Bernheimer.
01:37Furtz Bernheimer.
01:38Der Tote durfte ca. 5 Tage im Wasser gewesen sein.
01:42Die hintere Schädeldecke weist eine Fraktur auf, die vermutlich auch zum Tod geführt hat.
01:47Das heißt, er war schon tot, bevor er im Wasser gelandet ist.
01:50Der Bruch dürfte von einem harten, stumpfen, breiten Gegenstand herrühren.
01:58Vermutlich aus Holz.
02:00Vielleicht ein Ruderblatt?
02:02Wäre möglich.
02:05Sehen Sie mal hier diese Hautvertiefung.
02:09Die dürfte daher kommen, dass er angebunden war.
02:13Das ist dann etwas, was ihn in der Tiefe gehalten hat.
02:15Da gebe ich schon auch von aus.
02:18Gut, dann brauchen wir Taucher.
02:20So, ihr zwei, das reicht jetzt.
02:21Wenn wir noch irgendwelche Fragen haben, dann rufen wir eure Eltern an.
02:25Und ihr Schatz, dass ihr zu den Schulkindern seid.
02:26Klar?
02:27Vollgas!
02:29Eher, immer schön langsam, meine Freunde.
02:31Tschüss.
02:32Wiederschauen, Frau Doktor.
02:33Grüß Gott, Frau Doktor.
02:35Hallo.
02:36Guten Morgen.
02:37Guten Morgen, Michi.
02:38Und?
02:39Wüsst ihr schon, wie der Tote heißt?
02:41Jawohl.
02:42Der Tote heißt Franz Fellner, 50 Jahre alt, von Beruf Anwalt
02:46und Vorsitzender des Vereins Gerechtigkeit für alle e.V.
02:50Ah, ja.
02:52Ist der Wagen schon gefunden worden?
02:53Nein, leider noch nicht.
02:54Na, der schaut ja aus.
02:56Na, ausgeschlafen?
02:57Ich war schon auf, lang bevor der Hahn gekriegt hat.
03:00Und lang bevor mein Herzblatt von Schwester mich als Schläfer diffamiert
03:03und mein bezaubernder Kollege Mohr es weitergetrascht hat.
03:07Wie auch immer, steht Ihnen gut?
03:08Was?
03:09Ja, es war ausgeruht.
03:10Witzbold.
03:11Ich mache mich jetzt jedenfalls auf die Suche nach dem Tatwerkzeug.
03:14Wollen Sie mitkommen?
03:15Nein, danke.
03:16Ich mache mich auf die Suche nach Gerechtigkeit.
03:18Servus bei Ihnen.
03:21So.
03:23Frau Kassel.
03:33Entschuldigung, sind Sie Herr Burkhardt?
03:35Ja.
03:37Hauptkommissar Lindt, Grippo Rosenheim.
03:39Sie sind der Besitzer von dem Bootsverleih, ja?
03:42Ja.
03:43Sie haben nämlich da drüben eine Leiche aus dem Wasser gefischt.
03:47Ich habe es weggekriegt.
03:49Ein gewisser Herr Fellner aus Rosenheim.
03:51Sag Ihnen der Name zufällig was?
03:53Fellner Franz.
03:54Ja, kennen Sie ihn?
03:56Wir waren zusammen in der Schule.
03:58Ach was.
04:00Und hatten Sie noch Kontakt zueinander?
04:04Ich meine, heute unter Schulfreunden so hört, ab und zu.
04:09Das heißt, wann haben Sie Herrn Fellner das letzte Mal gesehen?
04:14Mein Gott.
04:16Vielleicht vor fünf Tagen?
04:18So ausgerechnet da?
04:20Weil er seit vermutlich dieser Zeit im See liegt.
04:23Nein, das ist länger her.
04:26Ist der ertrunken?
04:28Nein, man hat ihn ermordet.
04:29Er wurde erschlagen.
04:29Erschlagen.
04:30Und wir suchen jetzt nach der Tatwaffe und würden uns ganz gerne auch bei Ihnen ein wenig umsehen, wenn Sie
04:34erlauben.
04:35Hier?
04:37Was wollen Sie denn da finden?
04:40Beide Wegen.
04:41Schauen Sie sich um.
04:45Danke.
04:45Die Kollegen machen das.
05:06Das ist er.
05:12Meine Güte.
05:15Schrecklich.
05:18Wie lange haben Sie ihn dann vermisst?
05:20Seit er am Montag nicht ins Büro gekommen ist.
05:23Wir waren dann in seiner Wohnung.
05:25Er hat hier einen Zweitschlüssel deponiert.
05:28Aber da war er nicht.
05:30Dann habe ich die Vermisstenanzeige aufgegeben.
05:34Du kommst doch bitte in mein Büro.
05:36Was macht denn der Vereingerechtigkeit für alle?
05:38Wir kümmern uns um besonders schwierige Rechtsfälle, die wir meistens an Spezialisten weiterleiten.
05:44Die sogenannten hoffnungslosen Fälle hat der Chef allerdings gern selbst übernommen.
05:49War er erfolgreich?
05:51Ja, oft.
05:53Er war so eine Art Wadlbeißer.
05:56Der hat nie locker gelassen.
05:58Er hat damit vielen geholfen.
05:59Dabei ist er wohl auch vielen auf die Zehen getreten, oder?
06:02Vermutlich, ja.
06:04Vielleicht könnten Sie mir Unterlagen seiner Fälle mitgeben.
06:06Klienten, Prozessgegner.
06:08Selbstverständlich.
06:24Wie finanziert sich der Fälle?
06:26Aus Mitgliedsbeiträgen.
06:28Und zum Teil auch aus Spenden von zufriedenen Klienten.
06:30Wie war das Verhältnis vom Herrn Fellner zu seinen Mitarbeitern?
06:35Gut.
06:36Gut.
06:37Absolut, ja.
06:40Danke.
06:43Ein schönes Büro haben Sie da.
06:49Ja?
06:51Hallo, Frau Stocke.
06:52Frau Ortmann, hereinspaziert.
06:55Sagen Sie, hätten Sie vielleicht noch irgendwo Löschpapier?
06:58Löschpapier?
06:59Wenn wollen Sie es noch auslöschen?
07:00Niemanden mehr.
07:01Es ist dann nur ein kleines Malheur mit meinem Teestöfchen passiert.
07:05Au, wie zwick.
07:06Wachsflecken.
07:07Schauen Sie, das habe ich gerade noch vom Aussterben retten können.
07:10Danke.
07:11Sie sind unbezahlbar, Frau Stocke.
07:12Was sagen Sie mal der Lohnabteilung?
07:15Äh, bügeleisen wäre nicht schlecht, gell?
07:20Wahnsinn.
07:21Ta-ta.
07:22Aber ein Rock da, die vorher auszüllen, gell?
07:24Ja, und das am besten gleich hier.
07:25Und die Tür geht auf und Herr Hofra oder Christian kommen rein.
07:30Weitergehen, Herr Lind, weitergehen.
07:32Hier gibt es nichts zum Sehen.
07:33Musst du was ausbügeln?
07:36Wenn, dann nur die Verfehlung deines Kollegen.
07:38Wo ist er denn am arbeitsreichen Morgen?
07:40Braucht sich nur mal umzudrinnen.
07:42Frau Wattmann, hallo.
07:45Tja.
07:47Vielen Dank, Frau Stottel.
07:48Gerne.
07:49Können wir jetzt weiterarbeiten?
07:51Ja, ja, komm schon.
07:54Ach, Frau Stottel, wenn Sie so nett wären, dann bitte mal die Nummer von einem Doktor Volker
07:57Frey raussuchen und den Termin machen, ja?
08:00Arzt?
08:00Ja.
08:02Mittwoch.
08:02Wie Mittwoch?
08:03Heute ist Mittwoch!
08:05Ja.
08:05Ja, und?
08:06Ja, da haben die meisten jetzt den Ruhetag.
08:08Ist doch schön, hat er wenigstens Zeit.
08:13Wachsflecken.
08:16Also, unser Toter, der Herr Fellner, hat gegen eine ganze Reihe von Leuten Prozesse angestrengt.
08:21Ein paar von Ihnen hat er damit empfindlich getroffen, um nicht zu sagen existenzgefährdend.
08:26Und das ist auch bei Dr. Frey der Fall?
08:27Ja, ihm wurde ein ärztlicher Kunstfehler vorgeworfen.
08:30In erster Instanz konnte die Klage zwar abgewiesen werden, aber der Fellner wollte unbedingt in die nächste höhere Instanz gehen,
08:36um ihm den Fehler doch noch nachzuweisen.
08:39Gibt es sonst noch irgendwelche Geschädigten?
08:41Jede Memeleute ist an Berufsparten.
08:43Lehrer, Klempner, Handlungsreisende.
08:45Aber einer scheint mir doch sehr vielversprechend zu sein.
08:47Ein Ruderbootsverleiher.
08:49Aber nicht etwa am Hartsee?
08:50Aber doch.
08:51Cornelius Burkhardt?
08:52Genau dir.
08:54Haben Sie tatwaffentechnisch, Gruber, sein Recht.
08:58Ein paar verdächtige Objekte sind auf dem Weg ins Labor und die Ruderboote werden noch untersucht, weil der Tote muss
09:03ja irgendwie hingekommen sein.
09:06Einen Wagen vom Fellner haben wir gefunden, gleich in der Nähe vom Bootsverleih.
09:09Fantastisch. Irgendwelche Hinweise im Wagen?
09:10Ja, Handy. Aber der Akku leer. Und jetzt müssen die Kollegen schauen, dass ich den Kut knacken.
09:15Da wissen wir sicher mehr, eventuell.
09:17Michi, du kannst mir einen Gefallen tun.
09:18Dann fahren noch mal zu diesem Gerechtigkeitsverein hin und warte ab, bis die Frau Schlöer-Sabrinette Mittag macht.
09:24Und dann fragst du die Kollegen, wie sie auf ihren Chef zu sprechen war.
09:28Was?
09:28Das ist alles. Auf geht's.
09:30Für Zeit.
09:33Der Herr Dr. Frey hat gerade angerufen. Der ist jetzt nur in München unterwegs.
09:36Könnte aber in circa zwei Stunden bei uns im Präsidium sein.
09:39Sehr gut.
09:39Geht doch.
09:40Ja.
09:41Ja, dann würde ich sagen, bleibt uns ja noch Zeit, den Herrn Burkhardt zu interviewen.
09:46Das machen wir.
10:10Herr Burkhardt, mein Kollege, Herr Hofer.
10:16Wir haben gehört, dass Sie kürzlich in einen Rechtsstreit verwickelt waren.
10:20Und Ihr Schulfreund, der Herr Fellner, hat dabei die Gegenseite vertreten.
10:23Ja.
10:25Das ist alles, was Ihnen dazu einfällt.
10:28Was wollen Sie denn hören?
10:29Nun, zum Beispiel, welche Auswirkungen das auf Ihre Freundschaft hatte.
10:32Freundschaft?
10:34Wenn das Freundschaft ist, dass man einen fertig macht.
10:37Dann herzlichen Dank.
10:38Ja, heutzutage nennt sich leicht einer Freund.
10:41Zwei Monate habe ich noch.
10:43Dann kann ich meinen Laden zusperren.
10:45Dann kann ich schauen, wo ich bleibe.
10:47Und er da drüben kann sich ins Fäustchen lachen.
10:50Ihr Nachbar?
10:51Mit dem liege ich schon seit ein paar Jahren im Kinsch.
10:55Dem bin ich ein Donniemauk, seit er da wohnt.
10:57Weil meine Kunden ihm angeblich immer ins Essen schauen.
11:00Oder sonst wo hin.
11:01Aber bislang hat er keine Chance nicht gehabt.
11:03Bis sich Ihr Freund eingeschaltet hat.
11:07Jetzt hören Sie mal mit diesem Freund auf dieser Depp.
11:10Keine Ruhe dagegen, bis er nicht irgendwas gefunden gehabt hat,
11:12dass ich eben doch nicht im Recht bin.
11:15Eine kleine Klausel in der Grundbeweintragung.
11:17Aber es hat gelangt, dass er mit ihm gar rausmacht.
11:20Ich darf das Gelände hier nicht gewerblich nutzen.
11:22Eher schon.
11:25So ein Witz, oder?
11:25Sie haben sicher mit dem Herrn Fellner darüber gesprochen.
11:30Ja, habe ich.
11:32Ich habe ihn gefragt, ob er vielleicht Päpst sicher als der Papst sein will.
11:35Nein, hat er gesagt, das geht ja nur ums Recht.
11:37Und das geht über Einzelinteressen hinaus.
11:39Von dem Schlag war mein Freund.
11:41Man hat seinen Wagen gleich hier oben an der Straße gefunden.
11:46Kann schon sein.
11:47Irgendwie muss er ja hierher gekommen sein.
11:49Ja.
11:50Und uns würde interessieren,
11:52wie er von seinem Wagen in den See gekommen ist.
11:54Und in dieser Angelegenheit werden wir uns noch mal sprechen.
11:57Auf Wiederschauen.
12:08Die Kommissare haben es gleich, Herr Doktor Frey.
12:11Brauchen Sie einen Zucker und Kaffee?
12:12Nein, vielen Dank.
12:16Wann treten denn die Beschwerden vor allem auf?
12:19Na ja, vor allem, wenn ich länger sitze.
12:21Also was ja in unserem Beruf häufiger der Fall ist, gell?
12:24Es dürfte etwas Orthopädisches sein.
12:26Ein Halswirbel oder eine Blockade.
12:28Ich würde es auf alle Fälle abklären lassen.
12:31Das mache ich, Herr Doktor Frey.
12:33Herr Doktor Frey,
12:34werden Sie so nett werden.
12:38Vielen Dank.
12:39Gerne.
12:40Wollen Sie auch einen Kaffee, Herr Lindh?
12:42Das wäre nett, ja.
12:43Frau Kommissar Lindh.
12:44Freut mich.
12:49Grüß Gott, Herr Doktor Frey.
12:52Hofer mein Name.
12:53Guten Tag.
12:53Grüß Sie.
12:54Nehmen Sie ein bisschen Platz.
12:58So.
12:59Ja, Sie haben meine Praxis in Osnir.
13:02Ja, innere Medizin.
13:03Aber im Fall Emanuel Zenker,
13:05bei dem Ihnen ein ärztlicher Behandlungsfehler vorgeworfen wird,
13:09da waren Sie als Notarzt gerufen.
13:10Ich fahre drei bis vier Notarztdienste im Monat.
13:15Vielen Dank.
13:19Bitte.
13:21Also, wie war das mit dem Vorfall genau?
13:23Erzählen Sie es bitte.
13:24Es war ein Donnerstag, acht Uhr, abends.
13:28Ich wurde in ein Geschäft gerufen.
13:30Zapf und Schankanlagen Zenker hier in Rosenheim.
13:33Zwei Brüder, einer davon ist unglücklicherweise
13:35gegen einen Container gestürzt.
13:37Ich diagnostizierte eine Gehirnerschütterung
13:40und ein Hämatom im Nackenbereich
13:42infolge des Sturzes.
13:44Ich verordnete Wettruhe
13:45und stellte ein Rezept über ein Schmerzmittel aus.
13:48Und das war dann das Verhängnis.
13:52Inwiefern?
13:53Der Mann war Thrombose-Patient
13:54und stand unter der Medikation eines blutverdünnenden Arzneimittels.
13:59Das Schmerzmittel, das ich verschrieb,
14:01verstärkte diese gerinnungshemmende Wirkung.
14:05Der Mann ist zwei Tage später an inneren Blutungen verstorben.
14:08Er hat Ihnen nicht gesagt, dass er derartige Medikamente nimmt?
14:12Das konnte er nicht.
14:14Er war erheblich alkoholisiert.
14:16Und sein Bruder?
14:18Ja, das ist der Punkt.
14:19Er hat es mir auch nicht gesagt.
14:21Obwohl ich ihn ausdrücklich danach gefragt habe.
14:23Allein schon aus Routine.
14:25Aber kein Wort.
14:26Er hat alles abgestritten.
14:27Er behauptete sogar,
14:30er hätte mich auf die Medikation seines Bruders hingewiesen.
14:32Und im Prozess stand dann Aussage gegen Aussage.
14:38Das Gericht entschied zu meinen Gunsten.
14:41Und wie sehen Sie eigentlich Ihre Chancen in der nächsten Instanz?
14:46Das hängt vom Richter ab.
14:48Arzt und Kunstfehler, das ist eine zweischneidige Sache,
14:52vor allem in der öffentlichen Diskussion.
14:54Ja, das ist nicht angenehm, glauben Sie mir.
14:56Rosenheim ist klein.
14:58Einige meiner Patienten sind schon zu Kollegen abgewandert.
15:02Der Florian Zinker,
15:04der Bruder des verstorbenen Emanuel,
15:06der wollte die Klage ja nicht weiterführen.
15:09Sein Anwalt, Fellner,
15:10der wollte das Ganze auf eigene Initiative betreiben.
15:13Wenn Sie mich fragen, ein Fanatiker.
15:15Hartnäckig, total vernagelt.
15:17Unangenehm.
15:18Ja, der kann einen schon zur Verzweiflung bringen.
15:21Oder besser konnte.
15:23Der Herr Fellner wurde heute Morgen tot aus einem See geborgen.
15:26Er wurde ermordet.
15:29Wo kein Kläger, da kein Richter.
15:32Das ist es vermutlich, was Sie mir sagen wollen.
15:34Wir dürfen keine möglichen Motive außer Acht lassen.
15:38Wann haben Sie Herrn Fellner das letzte Mal gesehen?
15:41Vor Gericht?
15:42Ich habe ihn überhaupt noch vor Gericht gesehen.
15:45Tja, Herr Dr.
15:47Ich glaube, das wäre es dann bis erst hin.
15:49Vielen Dank, dass Sie kommen konnten.
15:51Bitteschön.
15:52Bitteschön.
15:59Frau Stockel.
16:01Ist der Dr. Frey schon weg?
16:02Der ist gerade weg, ja.
16:04Ein ganz toller Mann.
16:06Aha.
16:07Dann prüfen Sie doch bitte mal, wie es finanziell um den tollen Mann und seine Praxis steht, ja?
16:12Warum?
16:13Herr Hofer und ich sind inzwischen bei einem Zenker, falls jemand fragt.
16:16Zenker war es wie?
16:17Zapf- und Schankanlagen Zenker.
16:22Und was geht's genau?
16:24Aha, naja, das ist eine Leitung verstopft.
16:26Eindeutig.
16:27Ich schau mir das nachher an.
16:29Jo.
16:29Keine Ursache.
16:32Entschuldigens.
16:35Weiß man schon, wer den Herrn Fellner umgebracht hat?
16:38Nein, das weiß man nicht.
16:40Sagen Sie mal, könnte man vielleicht das Geräusch da abstellen?
16:44Das macht irgendwie durstig.
16:45Nein, nervös.
16:47Ja, kein Problem.
16:49So.
16:50Danke.
16:54Dampfen Sie also noch im Dunkeln.
16:56Wenn Sie es ausdrücken wollen.
16:58Warum wollten Sie eigentlich nicht weiterklagen gegen Dr. Frey?
17:02Na ja, meinem Bruder macht es nicht mehr lebendig.
17:07Und gegen die Ärzte kann es sowieso nichts ausrichten.
17:09Im Endeffekt wird er wieder freigesprochen worden.
17:13Fusch hin, fusch her.
17:15Harte Worte.
17:16Harte Realität.
17:17Die der Herr Fellner aber nicht einfach so hinnehmen wollte.
17:20Da kann ich nur ganz einfach sagen.
17:23Nobel.
17:24Wenn sich einer so für die Gerechtigkeit einsetzt.
17:27Tatlos.
17:28Wenn noch ein bisschen, verstehe ich mich jetzt falsch,
17:30ein bisschen verbohrt.
17:33Man muss wissen, wann eine Sache zu Ende ist.
17:36Und das Recht, das ist nichts, was man so erzwingen kann.
17:41Darüber haben Sie sich mit Herrn Fellner aber nicht etwa entzweit.
17:45Nein, nach allem, was er für mich probiert hat.
17:48Nein.
17:49Natürlich hat er mich bekniet, dass ich weitermache.
17:53Es geht ja auch um Regressansprüche.
17:55Klar.
17:58Aber letztendlich war die Sache für mich erledigt.
18:02Das habe ich ihm gesagt, dem Herrn Fellner.
18:05Schade um ihn.
18:06Ja.
18:07Und die Leute es meistens schade.
18:08Das wärst du für einen Augenblick.
18:09Ja.
18:11Bitte schön.
18:11Bitteschön.
18:15Ach ja, was ich noch fragen möchte.
18:17Das Geschäft läuft gut, ja?
18:20Kann mich nicht beklagen, ne?
18:22Wie viele Söhne seid ihr denn?
18:25Nur noch ich halt.
18:27Ich.
18:27Dann tragen Sie also die ganze Last auf Ihren Schultern.
18:31Ich habe noch zwei Söhne, die mit mir mitarbeiten.
18:35Na, dann passt's ja wieder.
18:36Wiederschön.
18:38Wiederschön.
18:42Welche, was gibt's?
18:43Ich war doch in diesem Verein vom Fellner
18:45und da haben mit den Kollegen von der Schlör geredet.
18:47Und?
18:47Also es letzte Woche einen Riesenstreit gibt
18:50zwischen der Schlör und dem Fellner.
18:51Mein Lieber, der hat's gerade so duscht.
18:54Und um was ist es dabei gegangen?
18:56Das ist doch der Verein Gerechtigkeit für alle.
18:59Jetzt hat die Schlör dem Fellner doch glatt gesagt,
19:01dass er ein Riesenarschloch ist.
19:03Da schau her.
19:04Ja, dann fahren wir da mal hin.
19:06Das ist doch gut, sagt der Stockel Bescheid.
19:07Es soll beim Nachlassgericht anrufen
19:09und fragen, wie es um die Erbschaftsverhältnisse
19:12der Firma Zenker und Söhne bestellt ist.
19:14Das recht.
19:15Bitte.
19:16Sie trauen dem Zenker nicht, hm?
19:18Nicht wirklich.
19:19Also, dass einer auf halbem Wege aufgibt,
19:22obwohl er eigentlich nichts zu verlieren hat.
19:23Das war abgestutzig.
19:30Was heißt Streit?
19:32Dass man sich mit Worten so laut angiftet,
19:34dass es die Kollegen durch die geschlossene Tür
19:36durchgehen können?
19:37Es war...
19:38Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit,
19:40Herr Fellner und ich.
19:44Er hat mich verdächtigt, dass ich...
19:47dass ich interne Informationen am Prozessgegner weitergebe
19:50und dafür Geld annehme.
19:53Ja, das nimmt man mal einen Dankenverrat.
19:55Und er hat gedroht,
19:56sich fristlos zu entlassen,
19:57falls sich der Verdacht bestätigen sollte.
19:59Wie soll sich so ein ungeheuerlicher Verdacht bestätigen?
20:02Indem ein Prozessgegner redet.
20:08Ja.
20:10Ja, es ist mal jemand auf mich zugekommen
20:12und hat mir Geld für Informationen geboten.
20:14Ein einziges Mal.
20:16Und Herr Fellner wusste auch wer?
20:20Wer?
20:23Die Firma Breitenbach in Traunstein.
20:25Na, also.
20:27Frau Schlehr, damit haben Sie ein wunderbares Motiv.
20:30Halten Sie sich bitte zu unserer Verfügung.
20:32Wiederschauen.
20:36Ja, danke, gell?
20:37Es war sehr interessant und aufschlussreich.
20:40Ja, ich werde es ihm ausrichten.
20:42Wieder hören.
20:44So.
20:45Herr Hofer.
20:47Ich habe jetzt gerade mit Ihrem Spezi von der Bank telefoniert.
20:51Hallo, mein Herr Bernd.
20:52Mei, den habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
20:54Ja, und ich soll Ihnen einen schönen Gruß ausrichten.
20:56Danke.
20:56Und der hat gesagt, dass der Herr Dr. Frey einen Kredit von ca. 300.000 Euro am Laufen hat für
21:03seine Praxis.
21:04Das ist ja nichts Ungewöhnliches.
21:05Ja, aber seit ca. zwei Monaten ist er in Rückzahlungsschwierigkeiten.
21:09Er sagt, es hängt damit zusammen, dass so viele Patienten im Sommer im Urlaub sind.
21:12Die Bank ist allerdings ganz anderer Meinung.
21:15Dass ihm die Patienten ausbleiben wegen des Prozesses.
21:18Genau.
21:18Dann ist er also durch Fellners Aktivitäten bereits in Zahlungsnot.
21:22Insofern kommt ihm sein Tod sehr gelegen.
21:25Rufen wir mal bei dem Dr. Frey an, Frau Stockl.
21:27Ja, mache ich.
21:30So, ich komme gerade von der KTU.
21:33Ich würde sagen, die Mordwaffe haben wir.
21:35Schön.
21:36Und?
21:36Ja, wirklich eines von den Rudern von den Booten vom See.
21:40Fingerabdrücke jede Menge, aber sonst eigentlich nichts Auffälliges.
21:42Was ist mit den Booten?
21:44Ja, in einem von den Booten sind Textilfassern gefunden worden, die eindeutig von der Kleidung des Toten stammen.
21:51Sonst weiß ich nichts.
21:52Doch, in demselben Boot ist ein neugtes Brettel reingezimmert worden.
21:55Ein Trittholz?
21:56Ja, genau.
21:57Das habe ich gesehen, das war der Burkhardt.
21:59Nein, dass du irgendwelche Spuren besalzigen wolltest.
22:01Das ist möglich, ja.
22:03Ist das alte Holz bei der KTU?
22:05Ja, ich denke schon.
22:06Und gibt es irgendwas Neues von den Tauchern?
22:08Gibt es auch.
22:09Und zwar mit dem mutmaßlichen Gegenstand, mit dem der Fellner also angepunden gewesen ist.
22:14Der wurde geborgt.
22:15Ist ja ganz ein stinknormaler Anker.
22:16Halt mir ein Schnirr auf den Strick.
22:18Ein Ruderboot hat doch normalerweise keinen Anker, oder?
22:21Ja, fahren wir doch mal raus zum Herrn Burkhardt.
22:25Also, Herr Hofer, ich habe es beim Doktor Frey probiert, daheim und auf seinem Handy geht nur der AB hin.
22:30Soll ich ihm was drauf sprechen?
22:31Ja.
22:32Er soll zurückrufen.
22:37Wir haben die Tatwaffe gefunden, Herr Burkhardt.
22:41Aha.
22:41Ja, es war ein Ruder.
22:43Und zwar von einem ihrer Boote.
22:47Ah.
22:48Ja.
22:49Das war auch meine Reaktion.
22:52Und weil die Tatwaffe von hier stammt, war ich der Täter.
22:55Wäre eine Möglichkeit.
22:57Herr Gott, sie fixen kann ja jeder her, wenn ich nicht da bin.
23:00Da kann sich jeder nehmen, was er braucht.
23:02Aha.
23:03Ja, der Tote wurde ja auch in einem ihrer Boote aus dem See hinausgebracht.
23:08Wo ist eigentlich der Anker hin?
23:10Ach, die haben ja irgendwelche Hundskrippel-Klautvereinbarungen.
23:12Hundskrippel.
23:13Ja.
23:14Richtig schlimme Lausbum.
23:16Der Herr Fellner war an einem Anker befestigt.
23:18Er sollte damit auf dem Grund des Sees gehalten werden.
23:20Und für unsere Kollegen ist es kein Problem, festzustellen, ob es sich dabei um diesen Anker handelt.
23:25Ja, wahrscheinlich sagen Sie dann auch wieder, das kann irgendwer wegnommen haben.
23:29Herr Frey, das sehen Sie ja, sonst wäre er ja da.
23:31Oder eben auch nicht.
23:34Meine Herren, der Kars ist längst gegessen.
23:38So einen wie den Fellner dreht keiner um.
23:42Was hätte ich denn davon gehabt, ihn umzubringen?
23:45Eine Befriedigung ihrer Rache-Gelüste zum Beispiel.
23:47Mit dem haben wir häufig zu tun.
23:49Sie vielleicht.
23:50Ich nicht.
23:51Das werden wir ja sehen.
23:53Na ja.
23:54Herr Burkhardt, Sie sind ja noch zwei Monate da.
23:58Das dürfte uns reichen, die Zeit.
24:00Wir schauen.
24:06Michi, was gibt's?
24:07Ja, ich bin gut von der Frau Dr. Kern, soll ich sagen.
24:10Das mit der Todesursache, das hat sich bestätigt.
24:12Und nur mit dem Todeszeitpunkt, da muss ich noch ein bisschen was untersuchen.
24:15Sie tät sich dann telefonisch melden.
24:18Ja, ist gut.
24:18Sollst du was?
24:20Nein, sollst du's nix.
24:21Du, den Stockl und die können wir mir jetzt gehen.
24:24Genau, michi, das macht's.
24:25Also, pfiertig.
24:26Tierte.
24:29Apfelgeier.
24:30Stockl!
24:31Ja, die Pathologie heimt noch ein bisschen.
24:33Ich würd sagen, wir nutzen die Zeit anderweitig.
24:36Und wie?
24:37Indem wir zum Times Square fahren.
24:39Okay.
24:40Aber nicht zur Gaudi, sondern zum Arbeiten.
24:42Das macht die Firma Zenka.
24:43Also, die machen ja fast alles in und um Rosenheim.
24:47Waren die zwei öfters da?
24:50Relativ.
24:51Du, da ist ja andauernd was anderes.
24:53Manchmal ist die Kühlung kaputt, dann verreckt er die Pumpen, dann hast du den Dreck in der Leitung.
24:58Ein bisschen trübisch schon, stimmt.
25:00Depp.
25:02Prost.
25:03Du kennst wahrscheinlich beide Brüder.
25:05Ja.
25:07Der eine ist vor der Zeit gestorben.
25:09Soviel ich mich erinnern kann, an einen Arztfeller.
25:13Ein gewahrendes Verhältnis der beiden.
25:15Also, ich würd sagen, wie Feuer und Wasser.
25:18Der Ältere, also der, der gestorben ist, hat den Jungen permanent herumkommentiert.
25:23Unangenehm.
25:24Ein Stichler vor dem Herrn.
25:27Also, der war quasi das Feuer.
25:29Genau.
25:30Das Wasser hat dann das Feuer gelöscht.
25:32Da muss er aber dann mächtig gezischt haben.
25:35Wieso?
25:37Seid ihr da an was dran?
25:39Sind die beiden vielleicht auch mal untereinander handgreiflich geworden?
25:43Also, bei mir da drin zumindest nicht.
25:46Was die allerdings im Keller gemacht haben, weiß ich nicht.
25:48Sagen wir mal, der Ältere war das nicht bloß ein Stichler, war das auch ein Pichler.
25:52Also, gepichelt haben sie beide gern.
25:56Aber, da sind sie nicht die einzigen zwei.
26:01Ja, ja, sie hat schon immer wieder mal gejammert über die doppelte Belastung, die Marie.
26:06Das ewige Hin und Her zwischen Stall und Rathaus.
26:10Ich hoffe bloß, dass sie es nicht allzu abtrifft.
26:13Ich meine, mir ist es natürlich im Prinzip schon recht, weil es wird doch ein Entlastung für mich auf dem
26:19Hof.
26:19Ja, ja, ja, genau.
26:23Ah, da kommt es eh.
26:24Ja, Frau Bürgermeister, alles Gute.
26:27Ich gebe Ihnen jetzt die Marie, gell?
26:29Das gibt es Marie.
26:34Huffer?
26:34Frau Huffer, lassen Sie sich bloß nicht von Ihrem Bruder ins Boxhorn jagen.
26:39Der hat es ja faustdick hinter den Ohren.
26:42Ach so, Adep, glaubst du das?
26:44Sagen Sie ihm das.
26:45Bin gerade dabei. Adep bist.
26:47Was?
26:48Adep bist.
26:50Recht so.
26:50Und jetzt geben Sie mir mal bitte den alten Gauner.
26:53Marie, Wiederschein, Frau Doktor.
26:55Das war wirklich voll unter der Gürtellinie.
26:57Ich glaube, das ist ja nicht so gut.
26:58Eine mit zehn Rössern.
26:59Wie du es brauchst.
27:00Bepp.
27:00Und dann will du gut?
27:01Witz sind wir. Gut war sie noch nicht.
27:04Ja, Frau Doktor.
27:05Ja.
27:06Also, wie gesagt, es war nicht einfach, den Todeszeitpunkt zu bestimmen, aber jetzt bin ich mir ziemlich sicher.
27:12Es war der vergangene Freitagabend, 22 Uhr.
27:15Natürlich plus minus die obligatorischen halben Stunde.
27:18Gut, dann machen wir uns jetzt an die Überprüfung der Alibis.
27:21Vielen Dank, Frau Doktor. Auf Wiederschauen.
27:23Gut.
27:38Frau Ortmann, ist der Fleck rausgegangen?
27:40Ohne auch nur die geringste Spur zu hinterlassen.
27:42Das wird die Spurensicherung sicher anders sehen.
27:46Möchten Sie einen Kaffee?
27:48Äh, nein, ich hatte schon zwei Tasten.
27:50Aber trotzdem vielen Dank, Frau Stocke.
27:53Gerne.
27:55Oh, morgen.
27:56Morgen.
27:57Äh, ähm, wir haben Nachrichten vom Nachlassgericht.
28:01Aha.
28:02Ja, ich geh nochmal.
28:03Bis später.
28:08Nachlassgericht, ja.
28:09Ja, im Erbfall Zenker. Ich muss schon sagen, der lebende Zenker, der hat ein ganz schönes Glück gehabt. Ich hab
28:14Ihnen das eingemerkt.
28:16Inwiefern?
28:16Kurz vor der Testamentseröffnung ist sein Bruder gestorben und der wäre der Haupterbe des väterlichen Betriebs gewesen.
28:22Der Vater ist auch erst vor ein paar Wochen gestorben.
28:25Und dann ist die Erbschaft natürlich an den Lebenden übergegangen.
28:28Und an seine Söhne.
28:32Ja, könnte ja sein, dass Ihnen dieser ärztliche Kunstfehler ganz gut ins Konzept gepasst hat.
28:38Hm.
28:39Haben Sie diesen Doktor frei erreicht?
28:41Nein, noch nicht. Ich bin dran. Ich probier's gleich nochmal.
28:44Schön.
28:45Herr Hofer ist wo? Stall, Traktor?
28:48Der ist beim 80er. Sie sollen auch überkommen.
28:51Mhm.
28:52Mach ich.
28:54Ja, probieren wir's nochmal.
28:57Herr Rhein.
29:01Entschuldigung.
29:04Herr Linz, wäre schön, wenn Sie mal beide pünktlich kommen könnten.
29:08Also ich hab's Herrn Hofer schon gesagt, gehen Sie bitte subtil in dem Fall vor.
29:12Ein eventueller ärztlicher Kunstfehler ist ja immer etwas heikel und es sind ja auch immer andere, die Leid tragen.
29:18Also Sorgfalt ist angebracht.
29:21Vielen Dank für den Hinweis.
29:23Ja, ich wollte's noch mal gesagt haben.
29:25Und ein Wort noch zu unserem Opfer.
29:27Herr Herr Fellners Initiative hat durchaus vielen Leuten geholfen, besonders sozial Benachteiligten, die sich selbst schlecht helfen können.
29:35Sie kannten ihn.
29:36Sagen wir so.
29:37Also, ich konnte verfolgen, wie er einmal einer berufstätigen, alleinerziehenden Mutter in unserem Kindergarten einen Platz für ihre Kleinen erstritten
29:44hat.
29:44In eigener Regie und gegen nahezu jede Wahrscheinlichkeit.
29:47Also ich fand das sehr beeindruckend.
29:49Es handelt sich dabei aber jetzt nicht um die Mutter, ihre Enkel, oder?
29:52Nicht, was Sie denken, Herr Hofer.
29:54Nein, aber ich erachte das Vorgehen als äußerst beispielhaft.
29:58Tja, das war's schon.
30:00Meine Herren, danke, Herr Arte.
30:09Kurz hintereinander sind sie gestorben.
30:12Erst mein Vater, dann mein Bruder.
30:16Zwei herbe Schicksalsschläge innerhalb kürzester Zeit.
30:19Gleichzeitig hat das Schicksal aber auch einen gewissen Trost für Sie bereit gehabt.
30:24Was mein Kollege meint, ist, dass das Geschäft hier nun auf Sie übergegangen ist.
30:28Und auf Ihre Söhne, die nun nicht mehr befürchten müssen, dass es eines Tages die Söhne Ihres Bruders übernehmen.
30:35Auch wenn mein Bruder in der Erbfolge Nummer eins war.
30:39Intern waren wir uns einig, dass wir unser Geschäft hier gemeinsam führen.
30:43Diese interne Einigkeit haben Sie aber selten nach außen getragen.
30:47Im Gegenteil.
30:48Sie haben sich häufig vor Kunden gestritten.
30:50Und der Bruder hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Ihr hier der Chef ist.
30:54Jetzt müssen Sie mir helfen, meine Herren.
30:56Sie ermitteln im Mordfallfälle nah, aber mich fragen Sie nach meinem Verhältnis zu meinem Bruder.
31:02Ganz genau.
31:03Ich weiß nicht, wohin Sie sich da verbeißen.
31:05Aber Sie vergeuden Ihre Zeit.
31:08Meine dazu.
31:09Entschuldigung.
31:12Herr Stocker, was gibt's?
31:13Herr Hofer, ich habe jetzt den Doktor Frey erwischt und habe gesagt, dass Sie mit ihm sprechen wollen.
31:18Und stellen Sie einer vor, er sitzt bei Ihnen im Büro.
31:20Na wunderbar.
31:22Sagen Sie ihn willkommen.
31:23Vielen Dank wieder, Herr.
31:24Bitte schön, Herr Hofer.
31:28Herr Doktor Frey.
31:31Wollen Sie wieder einen schönen Kaffee?
31:34Nein, danke.
31:39Herr Zemker.
31:41Ja?
31:42Sagen Sie mal, wo ist Ihr Bruder eigentlich gestürzt?
31:45Was?
31:46Wo Ihr Bruder gestürzt ist?
31:48Hier im Lager.
31:50Sie können sich gerne umsehen.
31:51Frau Laufel, gegebenenfalls gerne zurückkommen.
31:54Wo waren Sie vergangenen Freitagabend gegen zehn?
31:57Da geht es jetzt um Ihr Alibi, Herr Zemker.
32:00Ja, in Neukirchen auf dem Volksfest.
32:03Hat Sie da jemand gesehen?
32:04Ja, freilich, der Rosswirt und die Wirtin vom Schützencafé und andere auch.
32:10Ich war ja unterwegs die ganze Zeit.
32:13Ja, hoffen wir, dass das für ein lückenloses Alibi langt.
32:18Wiederschauen.
32:19Wiederschauen.
32:23Herr Doktor Frey, wir haben gestern Abend versucht, Sie zu erreichen.
32:28Ich hatte Notarztdienst.
32:30Ich fahre zur Zeit etwas öfter als sonst.
32:32Damit Sie Ihre Kreditraten abbezahlen können.
32:36Sie haben sich über meine finanzielle Lage erkundigt.
32:39Allerdings.
32:41Vergangenen Freitagabend waren Sie da auch als Notarzt unterwegs.
32:43Ja, die ganze Nacht. Es ging nonstop.
32:45Hat Sie einer Ihrer Einsätze zufällig an den Hartz-Sieg geführt?
32:49Hartz-Sieg?
32:50Hartz-Sieg.
32:51Nein, definitiv nicht. Aber darüber gibt es Protokolle.
32:55Lübert, ich glaube, dass Sie damit von jedem Mordverdacht befreit sind.
32:59Ja, wenn ich das nur von meinem Kunstfehler auch behaupten könnte.
33:05Eins noch, Herr Doktor Frey.
33:07Als Sie damals zu den gestürzten Herrn Zenker gerufen wurden, haben Sie sich da seine Kopfhunde genau angeschaut?
33:13Es war ein Blutarrus.
33:14Und den Container, gegen den er gestürzt ist, haben Sie sich den angeschaut?
33:17Sie meinen im Sinne eines Gerichtsmediziners?
33:19Nein.
33:20Wissen Sie, ich denke mal Folgendes. Also so ein Container ist ja meistens scharfkantig.
33:25Im Fall eines Menschen, der blutverdünnende Medikamente einnimmt und gegen eine scharfe Kante stößt,
33:31wird das nicht eher zu einer Platzwunde führen?
33:33Ich weiß, was Sie meinen.
33:35Dass die Verletzung von einem stumpfen Gegenstand herrührt.
33:37Genau.
33:38Wenn ein Schädelknochen verletzt wurde, kann ein Gerichtsmediziner Klarheit schaffen.
33:42Stimmt. Danke, Herr Doktor. Wiederschauen.
33:46Kern.
33:47Alles Gute. Auf Wiedersehen.
33:49Wiederschauen.
33:54Sie glauben, dass die Verletzung durch einen Schlag seines Bruders verursacht wurde?
34:00Wäre doch möglich.
34:01Aber um sicher zu sein, müssten wir die Leiche exhumieren.
34:04Ja, aber dazu reicht die Beweislage gegen den Herrn Zenker aus.
34:09Folgendes. Die Kollegen von der KTU haben den Code von Fenas in einem Handy geknackt.
34:14Der letzte Anruf, den er bekommen hat, war um 21 Uhr am Freitagabend und zwar von Cornelius Burkhardt aus dem
34:20Bootshaus.
34:21Ja, und das stimmt mit der Liste, die ich von der Telefongesellschaft angefordert habe, überein.
34:24Super, Stock.
34:26Danke.
34:29Oh ja, 21 Uhr eins.
34:33Angenommen, der Fellner ist aufgrund dieses Anrufs zum See gefahren.
34:36Mhm.
34:37Ja, also demnach war der Burkhardt auf jeden Fall eine halbe Stunde vor der mutmaßlichen Tatzeit am Bootshaus.
34:44Ja, dann hat er zu sich hingestellt und hat ihn abgepasst.
34:47Die Mordwerkzeuge, also sprich Ruder und Anker, waren im Bootsverleih.
34:51Ich denke, wir sollten uns den Herrn Burkhardt mal vornehmen.
34:54Das denke ich auch.
34:55Soll ich mitkennen?
34:55Nein.
34:56Du bist gut und rufst die Frau Schlö an und fragst dich nach ihrem Alibi für den Abend.
35:04Herr Burkhardt?
35:33Was machen Sie hier?
35:37Nachdenken, bis es weiter geht.
35:39Was weinst du denn schon wieder von mir?
35:41Sie waren der Letzte, der mit Herrn Fellner vor seinem Tod telefoniert hat.
35:45So.
35:46Ja, so.
35:48Und jetzt wollen wir wissen, was danach passiert ist.
35:51Nix ist passiert.
35:54Er ist rausgekommen, weil ich nochmal mit ihm reden wollte.
35:58Und ihn fragen, ob sich doch noch eine Möglichkeit gibt, dass ich meinen Verleih weiterführen kann.
36:04Sie haben ihn als Anwalt konsultiert, oder was?
36:06Na, so war mir schon klar, dass das ein Schmarrn war.
36:08Oder zumindest ist mir das schnell klar geworden.
36:10Inwiefern?
36:12Das war halt nicht zu reden mit ihm.
36:13So sei nun mal die Rechtslage und daran sei nichts zu ändern.
36:16Und ich soll froh sein, dass ich mein Geschäft so lange habe unbehelligt führen können.
36:20Also es kam zum Streit.
36:21Ja, mit dem kannst du ja bloß streiten im Leben wie vor Gericht.
36:26Ich war stock sauer.
36:28Gib's ja zu.
36:31Und wenn ich gerade einen Hagel zur Hand gehabt hätte, ich hätte es ihm überzogen.
36:34Ich schwöre es.
36:36Aber ich habe schon gespannt, was da in mir hochkocht.
36:40Und deshalb habe ich mich umgedreht und bin gegangen.
36:43Und habe ihn einfach stehen lassen.
36:44Und das sollen wir Ihnen glauben?
36:46Ja, wahr ist jedenfalls.
36:48Wahr ist jedenfalls auch, dass Sie mit dem Herrn Fellner hier einen massiven Streit gehabt haben.
36:52Und das zur Tatzeit, Herr Burkhardt.
36:54Und deshalb müssen wir Sie höflich bitten, uns aufs Präsidium zu begleiten.
36:57Kurz gesagt, Sie sind vorläufig festnommen.
37:00Aus geht's.
37:04Ein Kino war es gewesen, sagt die Schleuer.
37:07Irgendeine Schmonzette mit Herz und Schmerz, aber ohne Begleitung.
37:10Folglich auch ohne Zeugen.
37:12Da wird doch ein Zuschauer da gewesen sein im Kino.
37:14Ja, aber von denen kennt sie keiner.
37:16Und Sie kennt auch niemand.
37:18Also hat es kein Alibi.
37:20Sozusagen.
37:21Aber sie hat es später nochmal angerufen.
37:23Und dazu hat man gemeint, dass ihr etwas aufgefallen ist.
37:27Und was?
37:28Das hat irgendwas mit dem Fall von dem Doktor zu tun.
37:31Doktor Frey?
37:32Genau.
37:33Das ist ja her.
37:34Danke.
37:38Herr Lindh, wir müssten nochmal zu dem Verein der Gerechtigkeit fahren.
37:42Der Herr Malpass, der werfen Bock hat auf, okay?
37:44Okay.
37:45Gut.
37:46Und ich krieg endlich wieder meinen Stuhl.
37:48Ja.
37:57Mein Chef hat sich ziemlich gewundert, dass der Herr Zenker die Klage gegen den Herrn Dr. Frey nicht weiterführen wollte.
38:02Einer der Grunde, die der Zenker dafür angegeben hat, war, dass er befürchte, seine Rechtsschutzversicherung würde die Kosten dafür nicht
38:08mehr übernehmen.
38:08Und ich habe dann dort nachgefragt und wollte aber dieses Antwortschreiben bei uns in der Post.
38:13Danke.
38:15Sehr geehrter Herr Fernand.
38:17Jemand unterrichten will Sie, dass wir dem Rechtsschutz Zenker gegen Frey keine Weiz und Kosten mehr statten,
38:23da unser Versicherungsnehmer Florian Zenker an einer Aufrechterhaltung einer Klage gegen oben genannten Protestgegner
38:28auf eigenen Ausdrücken im Wunsch nicht länger interessiert ist.
38:33Dann ist ja auf sein Betreiben hin genau das eingetreten, was er befürchtet hat.
38:37Komisch, oder?
38:38Ja, wahrscheinlich hätte ich gedacht, dass er so den Herrn Fellner von einem weiteren berichtlichen Vorgehen gegen den Dr. Frey
38:45abhält.
38:45Da hat er meinen Chef aber schlecht gekannt.
38:47Der hätte das notfalls auch aus dem Vereinsfonds bezahlt.
38:52Entschuldigung.
38:53Linde.
38:54Herr Linde, da ist jetzt was gekommen von der KTU.
38:56Und zwar wegen dem Trittholz am Boot.
38:59Und zwar hat man an der Buchstelle und auch am Nagel hat man Gummireste gefunden.
39:04Von einer Schuhsohle.
39:06Hm.
39:07Und das ist aber eindeutig nicht die Schuhsohle von dem Toten.
39:11Möglicherweise vom Täter.
39:13Gut, dann bringen Sie mal die gesamte Schuhkollektion von Herrn Burkhardt ins Labor, ja?
39:17Ja, ist recht.
39:18Und die von Herrn Zenker gleich mit.
39:19Vom Zenker auch.
39:21Von dem auch. Danke, Herr Mohr. Wiederhören.
39:22Ja, gut. Ende.
39:27Haben Sie vielleicht Schuhe mit Gummisohle?
39:37So, Herr Zenker.
39:40Ja, das sind Ihre Schuhe.
39:42Und der Abrieb der Sohlen an diesem Stück Holz beweist eindeutig, dass Sie auf dem gleichen Ruderboot waren wie die
39:48Leiche von Herrn Fellner.
39:49Mit anderen Worten, wir beschuldigen Sie des Mordes an Franz Fellner.
39:53Der Motiv, die Verdeckung einer anderen Straftat.
39:58Alles
40:01Leugnen nützt nichts.
40:03Der Fellner, der hat einfach nicht kapiert, dass ich meine Klage gegen den Frey fallen lassen wollte.
40:11Das ist in seinen Schädel nicht hineingegangen.
40:14Also er fing an, gegen Sie zu arbeiten?
40:16Ja.
40:17Gegen mich.
40:18Und für die Gerechtigkeit.
40:21Das mit meiner Erbschaft hat er natürlich schnell Spitz gekriegt.
40:26Er hat genug Spätzlensitzen im Nachlassgericht.
40:29Also mussten Sie Herrn Fellner beseitigen.
40:34Ich bin nachgefahren.
40:36An dem Abend zum See.
40:38Und da habe ich den Streit mitbekommen zwischen ihm und dem Butzverleiher.
40:45Und als der dann wegmarschiert ist, da habe ich mir das nächstbeste Ruder genommen.
40:52Und dann haben Sie ihn mit dem nächstbesten Boot auf den See hinausgerudert und samt Anker versenkt?
40:57Ja.
41:01Gut, noch mal zum Tod Ihres Bruders.
41:04Wie ist das passiert?
41:05Bleiben Sie bei Ihrer Version, dass Ihr Bruder gegen einen Container gestürzt ist.
41:10Oder könnte es vielleicht sein, dass Sie ihn mit einem stumpfen Gegenstand einen Schlag versetzt haben.
41:15Wir können Ihren Bruder auch gerne exhumieren lassen, wenn ihm das lieber ist.
41:18Nein, lassen wir ihn ruhen.
41:22Ich habe ihn in einem Anfall von Zorn und Wut geschlagen.
41:29Wer hat den Notarzt gerufen?
41:31Es kam gerade ein Kunde und da muss ich natürlich handeln.
41:37Ja.
41:38Michi.
41:43Herr Zenker, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
41:52Damit wäre der Notarzt rehabilitiert.
41:55Gehen wir Boot fahren.
41:57Aber nur, wenn Sie rudern.
41:58Gehen wir Wut现en.
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