- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:11Morgen, André.
00:13Hast du die ganze Nacht hier?
00:17Du bist echt ein Arbeitstier.
00:21Schläfst nicht.
00:22Ist nichts.
00:24Also, wenn ich's gewusst hätte, hätte ich dir ein Frühstück mitgebracht.
00:28Hey! So, fahr!
00:30Wir haben gleich Probe.
00:36Hey!
00:48Wo schaust du denn durch? Hast du eine Verabredung?
00:51Nein, ich geh zu einem Casting.
00:53Was für ein Casting?
00:54Was hab ich dir doch erzählt?
00:55Hast du nicht.
00:56Gefreilich hab ich das.
00:58Hast du nicht? Was willst du nur bei einem Casting?
01:00Da hat mein Kollege drauf angesprochen.
01:02Die brauchen für eine Anzeigenkampagne ein hübsches und verbrauchtes Gesicht.
01:07Und da ist auch dich gekommen.
01:09Ja, du brauchst gar nicht so blöd schauen.
01:11Soll halt jemand vom Ort sein.
01:13Also, das bin ich.
01:14Ja.
01:16Ja.
01:18Ja.
01:18Ja.
01:19So, jetzt muss ich mal los.
01:21Ferti.
01:21Ferti.
01:22Viel Spaß.
01:23Übrigens kannst du ein bisschen später werden.
01:25Den Stall müsstest du halt bittchen übernehmen, ja?
01:27Ist schon recht.
01:35Nee, was gibt's?
01:39Frau Kindermann, wann haben Sie an Klinger das letzte Mal lebend gesehen?
01:42Gestern Abend?
01:43Bei der Probe.
01:45War außer Ihnen sonst noch jemand dabei?
01:47Nein.
01:49Wir waren die Letzten.
01:52Wenn wir fertig waren, bin ich nach Hause gegangen und er ist noch da geblieben.
01:57Wissen Sie, er hat oft bis spät in die Nacht gearbeitet.
02:01Wer ist eigentlich die Dame, die das vor Ihnen spielen sollte?
02:06Elisabeth König, seine Frau.
02:10Also, sie waren ja eigentlich nicht verheiratet.
02:14Freundin, Lebensgefährtin, wie auch immer.
02:18Und warum haben Sie dann die Rolle übernommen?
02:21Wenn es unpässlich war, dann bin ich sozusagen eingesprungen.
02:27Aha.
02:29Was ist das halt im Theater?
02:31Dass einen freut, dass einen leid.
02:35Guten Morgen.
02:36Guten Morgen.
02:37Darf ich vorstellen?
02:38Mein Kollege Hauptkommissar Hofer, Frau Kindermann.
02:40Alles gut.
02:40Frau Kindermann hat den Toten gefunden.
02:43Und Herr Hofer letztlich auch den Tatort.
02:45So, Herr Rentsch platziert.
02:48Guten Morgen, die Herren.
02:49Morgen, Frau Doktor.
02:50Morgen.
02:51Der Todeszeitpunkt war vor circa neun Stunden.
02:54Also, gegen ein Uhr morgens.
02:56Mhm.
02:56Der Täter hat hier mit einem spitzen Gegenstand zugestochen
02:59und dabei die Halsschlagader verletzt.
03:00Er wurde bewusstlos und ist wahrscheinlich verblutet.
03:03Wie kommen Sie sich denn eigentlich, Frau Doktor?
03:06Ja, ich muss zum Zahnarzt.
03:09Hoi.
03:09Hoi.
03:11Viel Glück, Frau Doktor Kern.
03:13Sieht aus, als ob da irgendwas gelegen oder gestanden hätte.
03:17Ja, genau.
03:17Und zwar der Laptop vom Herrn Klinger.
03:20Den hat der Täter dann wahrscheinlich also mitgenommen.
03:22Ah ja.
03:23Sonst noch irgendwas?
03:24Ja, absolut.
03:25Schaut's einmal her, bitte.
03:28Dieses Blut stammt höchstwahrscheinlich vom Herrn Klinger.
03:31Fingerabdrücke wissen wir noch nicht genau, aber ihr seid da.
03:34Handy ist sichergestellt.
03:37Herr Schlesinger, kommen Sie mal her, bitte.
03:44Herr Schlesinger, das sind meine Kollegen.
03:46Herr Hauptkommissar Hofer.
03:48Grüß Gott.
03:49Herr Hauptkommissar Lindt.
03:51Grüß Gott.
03:51Das ist der Herr Schlesinger, der gute Geist des Hauses.
03:55Der Hauspreis.
03:56Das ist eine Katastrophe.
03:58Das kommt zu einem denkbar ungünstigen Augenblick.
04:01In einer Woche ist Premiere und er lässt uns jetzt so sitzen.
04:04Naja, wie man's nimmt.
04:07Gibt's irgendjemanden, mit dem er sich gestritten hat?
04:10Fragen Sie doch lieber, mit wem er sich nicht gestritten hat.
04:13Er war ein Künstler, ein Kreativer.
04:16Naja, so sind's die Kreativen, gell.
04:21Worum geht's bei dem neuen Stück?
04:23Gammelfleisch.
04:24Herr Klinger war berühmt für seine aktuellen Theaterstücke.
04:28Dabei hat er mir die Mischstände in Rosenheim angeprangert.
04:31Diesmal hat er die Machenschaften der örtlichen Metzger angeprangert.
04:34Insbesondere den Brautmeier.
04:36Was der Brautmeier und Gammelfleisch?
04:37Da ist er nicht lang.
04:39Der Brautmeier hat sich hier vor zwei Tagen so aufgeführt,
04:42dass wir ihre Kollegen benachrichtigen mussten.
04:45Genau.
04:47Es hatte sich eben rumgesprochen, dass der Metzger im Theaterstück Brautmüller heißt.
04:51Der Metzger hat das Gammelfleisch verkauft.
04:53Ja, genau.
04:55Frau Ortmann, wollen Sie auch ein Stück, gell?
04:59Nein, danke. Ich bleib lieber bei meinem Joghurt.
05:01Ist gesünder.
05:03Da haben Sie recht.
05:04Nicht, dass man auf einmal ein neues Gewand kaufen muss, gell.
05:07Wie meinen Sie denn das?
05:09Guten Morgen, Frau Stockl.
05:11Frau Ortmann.
05:12Morgen.
05:14Frau Stockl, ich hatte eine spezielle Aufgabe für Sie.
05:17Der Polizeivizepräsident hat für morgen seinen Besuch angekündigt.
05:21Ein alter Kollege von mir, den ich nicht sehr verbunden fühle.
05:24Ja, und da sollten wir schon was Repräsentatives anbieten.
05:28Und an was haben Sie da gedacht?
05:30Ja, ein kleines Buffet, aber nicht das Übliche.
05:33Darf schon was Besonderes sein und darf auch was kosten.
05:36Gell, Frau Ortmann?
05:37Oh, ja.
05:38Ich kenne unseren Polizeivize noch aus München.
05:40Da sollten wir nicht am falschen Ende sparen.
05:42Verstehe.
05:42Ach, äh, apropos.
05:43Ich brauche dann noch die Aufklärungsquoten des letzten Quartals.
05:47Ja, dazu bräuchte ich allerdings die Abschlussberichte der letzten Fälle.
05:51Was haben Sie die immer noch nicht?
05:54Mein Gott, wie schaut's denn da aus?
05:57Also, Frau Stockl, sorgen Sie bitte dafür, dass da morgen alles ordentlich ausschaut.
06:01Vor allen Dingen beim Herrn Hofer.
06:02Ja.
06:03Wo sind die Herren überhaupt?
06:04Die sind schon beim Einsatz.
06:06Ach, davon weiß ich ja gar nichts.
06:08Die sind im Theater.
06:10Der Regisseur ist umgebracht worden.
06:12Doch nicht der Herr Klinger.
06:16So.
06:17Das wäre jetzt Klingers Büro.
06:26Ist das das Theaterstück?
06:28Ja.
06:28Ja.
06:29Aber ohne den dritten Akt.
06:31Der war ein riesen Geheimnis.
06:34Nicht einmal die Schauspieler haben den gekannt.
06:36Herr Schlesinger, eine Frage.
06:38Kannst du das bitte mitnehmen?
06:40Das interessiert mich nämlich.
06:41Ich habe ja selber mal Theater gespielt.
06:43Haben Sie?
06:44Ja.
06:45Hast du?
06:47Den haben wir nicht?
06:48Nein.
06:50Was haben wir denn da?
06:53Na, da schon hier.
06:5410.000, 20.000 Euro.
06:59Ja.
06:59Am besten die geben Sie gleich mal der Spurensicherung und die sollen sich auch noch mal umsehen, ja.
07:03Also auch wenn der Täter den Laptop hat mitgehen lassen, wen raubaut sie das ehrlich gesagt nicht aus?
07:07Wirklich nicht.
07:09So langsam suchst du auf den Leberkäse?
07:11So früh schon?
07:12Nee, danke.
07:12Na, dann muss ich wohl allein zum Brautmeier fangen.
07:14Nee, zum Gabelfleisch, Brautmeier.
07:16Ach, schmarrn, ich kenne seit 20 Jahren.
07:17Ja.
07:18Also lassen Sie mir die Wettbewerb übrig.
07:20Schau ganz aus?
07:20Ja, vielen Dank.
07:21Bitte sehr.
07:24Mein Kabinian, du warst ja schon ewig nicht mehr da.
07:27Immer viel zu tun.
07:29Und abgucken wir uns da?
07:31Ein bisschen.
07:32Was kann ich denn tun für die Rosenheimer Polizei?
07:33Ja, du, letzte Nacht ist der Klinger ermordet worden.
07:38Der Klinger?
07:39Ja.
07:40Du Gott, der Fix.
07:42Mehr verdient hat er das schon.
07:44Also deine Anteilnahme hält sich ja eh in Grenzen, ne?
07:47Ja, du hast recht.
07:48Das war ein ganzer linker Hund.
07:50So ein Streit bei dem gehabt.
07:52Ich hab gehört, du sollst dich vor zwei Tagen ziemlich aufgeführt haben.
07:55Was war der Grund?
07:56Der Klinger hat in seinem Theater stückel geschrien,
07:59dass wir ein Gammelfleisch verkaufen würden.
08:02Und mit so was spaßt man nicht.
08:03Lass mich doch nicht fertig machen von so einem Schmiranten.
08:06Ja, und weil er sich von deinen Argumenten nicht überzeugen hat lassen,
08:12hast du das Problem sozusagen beseitigen müssen, ne?
08:15Mit dem, was dem Mann halt nach passiert ist, hab ich nichts zum tun.
08:20Das muss man glauben, ich würd's dir sagen.
08:21Nein, Georg, das würd's nicht.
08:23Kann's gewiss nicht.
08:24Was könnte denn der Grund sein, dass der Klinger dich so reinreiten hat wollen?
08:29Das kann ich dafür schon sagen.
08:31Da steckt die Konkurrenz, da steckt der Isermetz dahinter.
08:35Die große Verschwörung, ne?
08:37Die großen Ketten drängen da schon lange in die Region.
08:40Bloß in Osnheim sind sie bisher noch nicht hineingekommen,
08:41weil die Leute lieber bei uns kaufen.
08:43Aber so eine Schmutzkampagne, die kann man denen grad recht.
09:07Frau König.
09:09Ich bin Helene Zweckel, Frau Königs-Gerder-Hopiere.
09:12Mein Name ist Lind, ich bin von der...
09:14Wir wissen Bescheid.
09:16Herr Schlesinger hat bereits angerufen.
09:19Das dauert doch gar nicht lange.
09:20Ich müsste nur ein paar Fragen stellen.
09:24Das nimmt Sie alles sehr mit.
09:26Bitte seien Sie ein bisschen behutsam.
09:29Selbstverständlich.
09:34Frau König, da ist ein Herr von der Polizei. Soll ich ihn hereinlassen?
09:42Bitte.
09:43Danke.
09:48Frau König, Hauptkommissar Lind, mein Beileid.
09:52Bitte setzen Sie sich doch.
09:55Helene, bist du so lieb und bringst uns einen Tee?
09:58Sehr gerne.
10:00Ich will unbedingt wissen, wer das meinem Mann angetan hat.
10:04Ich tue mein Bestes.
10:08Haben Sie selbst eine Idee, wer das gewesen sein könnte?
10:13Nein.
10:16Wissen Sie, er war kein im herkömmlichen Sinne netter Mensch.
10:21Er war ein intelligenter, streitbarer Mann.
10:24Der gerne den Finger in die Wunde gelegt hat.
10:28Es gab da nichts dazwischen.
10:30Man hat ihn entweder gehasst.
10:32Oder geliebt.
10:42Sie müssen mich entschuldigen.
10:44Wir waren fast 20 Jahre zusammen.
10:51Es war nicht immer einfach.
10:53Aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft.
11:02Wir haben im Büro ihres, also, im Büro von Herrn Klinger
11:0720.000 Euro gefunden.
11:10Wissen Sie, woher er das Geld hatte oder warum es da war?
11:1420.000 Euro.
11:20Da bin ich völlig überfragt.
11:23Er war eher jemand, der immer zu wenig Geld hatte.
11:28Das hat ihm nichts bedeutet.
11:30Wenn er welches hatte, dann hat er es ausgegeben.
11:33Das Geld zusammenzuhalten, das war nicht seine Stärke.
11:37Danke, Irene.
11:40Was würde ich nur ohne Sie machen?
11:46Außerdem suchen wir noch nach dem dritten Akt, also der Auflösung des Stückes.
11:50Kennen Sie den Inhalt?
11:51Nein.
11:52Er wollte nicht, dass das jemand liest.
11:54Und das habe ich respektiert.
11:57Ursprünglich waren Sie doch für die Hauptrolle vorgesehen.
11:59Warum hat man sie dann durch Frau Kindermann ersetzt?
12:04Sagen wir, ich habe mich in der Rolle nicht mehr wohl gefühlt.
12:10Und dann spielt sie eben jemand anderes.
12:13So ist das im Theater.
12:20So, der Ofer wird sich wundern, wenn er zurückkommt.
12:23Endlich darf ich mal seinen Zuschtall hier aufräumen.
12:27Sag einmal, Michi, hast du nichts zu tun?
12:30Wie liest du denn da eigentlich?
12:31Ich habe nichts zu tun.
12:33Ihr liest das Stück vom Klinger.
12:35Ist gar nicht irgendwie so schlecht.
12:38Da habe ich dir schon mal erzählt, dass ich auch einmal Theater gespielt habe.
12:42Was denn?
12:42Hänsel und Gretel.
12:44Und du warst der Hänsel.
12:46Nein, der Hänsel, das war so ein kleiner, vollkommen unbegabt.
12:50Dann warst du der Papa.
12:51Nein, das war ich auch nicht.
12:53Was warst du dann?
12:54Na ja, ich war die Hex.
13:00Das ist eine ganz anspruchsvolle Rolle.
13:03Das ist nicht einfach zu spielen.
13:04Hui!
13:06Hui!
13:06Hui!
13:07Hui!
13:11Er.
13:13Oh mein Gott.
13:16Sonst geht es euch gut, oder wie?
13:18Herr Hofer, das tut mir total leid.
13:20Ja, mir erst.
13:22Die schöne Kuh.
13:23Die arme.
13:24Das war ein Geschenk von meiner Tante.
13:27Was machen Sie überhaupt an meinem Schreibtisch?
13:28Das ist Auftrag von Herrn Achtziger.
13:30Morgen kommt der Polizeivizepräsident und der hat gesagt, ich soll Ordnung machen, damit er einen guten Eindruck hat.
13:36Ja, das ist einer super gelungen.
13:41Wie sieht es denn hier aus?
13:42Jetzt fragen Sie mal die Frau Stocktel.
13:46Herr Hofer, ich brauche dringend Ihre Abschlussberichte. Morgen kommt der Polizeivizepräsident und wir brauchen unbedingt die Akten.
13:52Das geht leider nicht.
13:54Aber da wenden Sie sich bitte auch an die Frau Stocktel, weil die Akten wurden nämlich weggepackt.
13:58Ich habe die Akten nicht weggepackt. Ich habe sie lediglich umgeschichtet und zwar von da nach da.
14:04Wie auch immer, ich bin sicher, dass Sie dieses Umschichtungsproblem lösen werden.
14:07Und wenn Sie so weit sind welchen, sehr dankbar, wenn Sie mir Ihre Akten zukommen lassen würden.
14:11Spätestens bis morgen früh. Schönen Tag machen.
14:16Es ist einfach reizend.
14:18Herr Hofer, es tut mir total leid, aber es ist einfach...
14:23Ja?
14:24Ich lasse mir was einfallen für Sie.
14:26Sie sollen eh zum 80er und wenn Sie wieder zurückkommen, habe ich alles wieder in Ordnung gebracht.
14:32Ja, das wäre super, Frau Stocktel. Aber machen Sie sich keine Sorgen wegen der Kuh.
14:36Ich habe den Kitsch eh noch dort stehen gehabt, weil meine Tante ja jederzeit zu Besuch kommen hätte können.
14:40Herr Hofer, Sie wollen mich doch nur trösten.
14:43Ja. Michi, was ist eigentlich mit dir? Hast du die Zeit sinnvoll genutzt?
14:47Ja.
14:47Hast du die Leute betragt?
14:50Was sagen die Schauspieler?
14:52Nein, die erzählen heute alle die Geschichten vom Kratmeier, sonst wissen sie nichts.
14:56Schauspieler halt.
14:56Aber ich habe die Telefonliste von Klinger sein Handy gecheckt.
15:02Und?
15:02Also, gestern Abend ist der Klinger fünfmal von der gleichen Nummer angerufen worden und nie hat er abgekommen.
15:09Das ist insofern interessant, als er andere Telefonate zwischendurch angenommen hat.
15:14Na, da wollte ich jemanden erreichen, den er nicht sprechen hat wollen.
15:16Ja, genau.
15:17Und da, Punkt 23 Uhr 18, geht der Klinger zum Telefon.
15:22Und wer hat er angerufen?
15:23Das Rathaus, ein gewisser Franz Böhm Stadtrat.
15:27Der ist zuständig für die Kultur und besonders fürs Theater.
15:31Na schön, 23 Uhr 18, da arbeitet er normalerweise nimmer mehr im Brat.
15:35Nicht den Herrn Böhm lädst und so meinen.
15:37Diesmal gut, ja.
15:39Ja, und dann schenkst du noch die Kontoauszüge vom Klinger.
15:41Vielleicht erzählen uns das was.
15:43Bitte.
15:45Herr Rhein?
15:47Ja, natürlich blockieren wir das Theater nur so lange, wie es absolut notwendig ist.
15:52Ja, selbstverständlich bin ich mir der Situation bewusst.
15:56Wieder an, Herr Bürgermeister.
15:59Grüß Gott, Herr Hofer, schön, dass du da bist.
16:02So geht es schon seit heute Morgen.
16:05Dieser Fall zieht einiges an Aufmerksamkeit auf sich.
16:09Und ausgerechnet für morgen hat sich noch der Polizeivizepräsident angekündigt.
16:13Die Frau Stocke hat da was angedeutet.
16:15Ja, und deshalb ist es wichtig, dass wir absolut professionell agieren.
16:20Wenn der Vizepräsident nur den kleinsten Anhaltspunkt findet, dann redet bald ganz Oberbayern über uns.
16:27Ja, Herr Achtziger, wir haben uns ja ein kleines Wagen, wir haben uns schon alle in Bewegung gesetzt.
16:33Dieser Klinger war nämlich kein Unbekannter, der hat in den Achtzigern an allen großen Häusern in Deutschland inszeniert.
16:38Ja, aber die letzten Jahre war er wohl eher berüchtigt als berühmt.
16:42Wegen seinen umstrittenen politischen Theaterstücken ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er keine großen Engagements mehr gekriegt hat.
16:50Er war halt zu unbequem.
16:52Was offensichtlich ihm halt nicht gepasst hat.
16:55Das könnte ein Motiv sein.
17:03Haben Sie etwa aufgewornt?
17:04Nein, das war die Frau Stockl. Und zwar gründlich, wie Sie sehen.
17:08Jetzt kann ich den KTU-Bericht vom Hirtreiterfall suchen für einen Abschlussbericht.
17:14Und? Hat die Frau König was gewusst?
17:16Ja, Verdacht hat sie keinen und sie weiß auch nicht, woher die 20.000 Euro stammen.
17:21Und der Portmeier?
17:23Der beteuert seine Unschuld. Er behauptet, die Konkurrenz will ihn anschmerzen.
17:27Aha.
17:28Wir haben angenommen, er hat recht. Warum sollte sich Klinger an sowas beteiligen?
17:32Vielleicht, weil er 20.000 Euro dafür bekommt?
17:34Das ist ein Argument.
17:36So, ich hab jetzt das Stück gelesen.
17:39Und, hat's dir gefallen?
17:40Ja, so Ludwig Thomas natürlich keiner, aber ja, durchaus.
17:45Nur, an der Stelle, wo der Journalist herausfindet, was es mit dem Gammelfell-Skandal auf sich hat.
17:50Also da, wo es spannend wird.
17:52Da hört's auf.
17:54Irgendwie schaut.
17:57Entschuldigt's bitte, aber die Frau Dr. Kern hat angerufen, ihr sollt zu ihr kommen.
18:01Ja dann.
18:03Vier Einstiche, die im gleichen Winkel und Abstand zueinander liegen, jeder davon etwa sieben Zentimeter tief.
18:09Der Täter hat damit die Halsschlagader verletzt, was zu einem hohen Blutverlust und damit auch zum Tod geführt hat.
18:15Wie mit einer Hake, oder?
18:18Ja.
18:19Nur filigane.
18:21Ich hab da noch was entdeckt.
18:23Feine Partikel.
18:26Laut KTU handelt es sich dabei um winzige Goldteilchen.
18:30So, und die waren in seiner Wunde.
18:33Goldteilchen? Schon merkwürdig.
18:37Und das dürfte sie auch interessieren.
18:41Ein Haar?
18:43Das wurde vermutlich mit der Tatwaffe in die Wunde eingebracht. Ich hab einen Teil davon zu deren Analyse ins Labor
18:48gegeben.
18:51Wem gehört dieses Haar definitiv nicht?
18:55Herr Hofer.
18:58Dem Herrn Klinger?
18:59Ja. Weil das Haar rot ist.
19:03So, Herr Wöhm, hier ist noch Milch, Zucker.
19:06Dankeschön, sehr freundlich.
19:07Bitte bedienen Sie sich.
19:10Ja, nein, das ist so eine furchtbare Geschichte, bitte, Herr Klinger, gell?
19:14Was sind das für Menschen, die sowas machen, he?
19:16Ja, ja, deswegen sind wir da, um das zu klären.
19:20Ja, ja, genau.
19:22Also, zu Ihrer Frage. Ja, es stimmt, ich hab den André gestern Abend ein paar Mal angerufen.
19:27Ich wollt endlich wissen, wie das Stück ausgeht.
19:29Das würde uns auch brennend interessieren.
19:31Ja, es ist ja nur noch mal eine Woche bis zur Premiere, und von den Verantwortlichen weiß immer noch keiner,
19:35was in dem Stück eigentlich passiert.
19:37Wer hat denn das Stück in Auftrag gegeben?
19:39Ja, mir? Also, die Stadt.
19:42Das heißt, Sie haben Herrn Klinger auch dafür bezahlt?
19:44Ja, ich mein, der André ist ja, oder für mich, er war ja ein sehr angesehener Autor und Regisseur, unerfülltes
19:51Theater.
19:53Wie viel hat er dafür bekommen, wenn ich fragen darf?
19:56Na ja, er kann ja sagen, 12.000.
20:01Und er soll da später noch ein bisschen mehr kriegen, abhängig von den Besuchern zahlen.
20:05Wir haben 20.000 Euro in bar bei ihm gefunden.
20:09Okay.
20:10Sie wissen nicht so völlig, woher das Geld stammt?
20:13Nein, nein, keine Ahnung.
20:16Hat er Ihnen nun erzählt, wie das Stück ausgeht?
20:19Ja, mein, wissen Sie, der André war ja so ein sturer Hund mit seiner künstlerischen Freiheit.
20:24Inhaltlich sei nur er für das Stück verantwortlich, und er wird nicht zulassen, dass die bornierten Kleingeister seinen Werk schon
20:29im Vorfeld zerstören.
20:32Was haben Sie dann gemacht?
20:33Na ja, ich hab ihm gedroht, dass er das Stück nicht aufführen darf, aber das hat den überhaupt nicht beeindruckt.
20:38Nach dem Schluss hab ich ihm gebeten, dass er zumindest die Namen ein bisschen austauscht,
20:41damit man die betreffenden Personen nicht gleich so erkennt.
20:44Wie zum Beispiel den Brautmeier.
20:49Ja, genau.
20:52Der wirkt ja aber ganz schön nervös, oder?
20:54Irgendwas hat er zu verbergen.
20:55Das war ja nichts zu übersehen.
20:58Wo ist denn eigentlich Frau Stockel?
20:59Keine Ahnung.
21:00Und?
21:01Ist er noch da?
21:02Ja, das siehst du, dass er weg ist.
21:03Was ist das?
21:05Das sind die Kontoauszüge von Klinger.
21:07Hat er euch nicht erzählt, wie das Stück ausgeht?
21:10Angeblich beim 13. Akt auch nicht.
21:12Der hat einen ganz schönen Durchlauf gehabt.
21:14Das ist merkwürdig, der hat ja bei der König gewohnt, oder?
21:17So hab ich das verstanden, ja.
21:18Warum überweist er dann 2.500 Euro an ein Hotel Rosenstolz?
21:23Der Verbindungszweck hat er die letzten 14 Tage benachtet.
21:25Darf ich mal?
21:26Danke.
21:29Rosenstolz hat sich nicht.
21:31Na ja, sollten wir das noch mal anschauen.
21:33Heut noch, dann müssen wir doch die Berichte schreiben.
21:37Wir?
21:37Ja.
21:38Ja, wegen dem Polizeivizierte Frau Ortmann möchte die Berichte sehen.
21:41Ich hab meinen Teil der Berichte schon letzte Woche abgegeben.
21:44Schöpisch.
21:45Fahr ich heute Abend allein dahin.
21:46Meine Herren, bis morgen.
21:47Ja schon.
21:48So, ich muss die Schüler.
22:01Du bist aber fleißig.
22:04Und du bist spät.
22:06So, ich hab doch gesagt, dass du später werden kannst.
22:08Hast du die Küche schon gemacht?
22:10Na, freilich.
22:11Wieso sitzt denn du da?
22:13Da sind wir ja schon lange mit mir gesessen.
22:15Der Papa ist immer da gesessen.
22:19Mama auch oft.
22:24Und wo waren dein Casting?
22:26Ach, hör mal auf.
22:27Das war die reinste Katastrophe.
22:28Stell dir vor, ich sollte ein Schwein küssen.
22:31Ein Gebratenes.
22:32Ein lebendes.
22:33Ein lebendes Schwein, na fein.
22:36Ja, für eine Anzeigenkampagne, für eine Einmetzgerei.
22:39Was für eine Einmetzgerei?
22:41Ein Isermetz oder so ähnlich.
22:42Und dafür sollte ich ein Schwein küssen, weil es so frisch schmeckt.
22:46Die Kumafidin.
22:47Da hat mir der Böhm vielleicht was eingebrockt.
22:50Der Böhm?
22:51Der Franz Böhm, der Kulturreferent für Stadttearte zuständig ist.
22:54Ja genau.
22:55Woher kennst du denn?
22:56Was hat denn der mit Isermetz zu tun?
22:59Die sind irgendwie verschwägert.
23:00Ja.
23:01Also der Böhm hat die Tochter vom Isermetz geheirat.
23:03Na.
23:03Ja doch.
23:05Und da hat er einen ziemlich guten Fang gemacht.
23:07Das passt zu den Böhm.
23:09Die reiche Metzgerin heiraten.
23:12Und der Brautmeier vielleicht doch recht mit seiner Verschwörungstheorie.
23:34Sie kommen allein zurecht, weil ich muss nämlich wieder runter.
23:37Ja ja, ich komm zu Ende.
23:38Vielen Dank.
23:46So, Herr Klinger.
23:59Zweiter Akt.
24:08All right.
24:10Uh-huh.
24:15Uh-huh.
24:45Untertitelung des ZDF, 2020
25:15Untertitelung des ZDF, 2020
25:18Also, wir treffen uns eigentlich seit zwei Monaten
25:23Aber seit er bei der König ausgezogen ist, ist es was Ernsteres geworden
25:28Fehlt das zufällig mit dem Zeitpunkt der Umbesetzung zusammen?
25:31Wer ausgezogen ist, wollte sie das Stück nicht mehr spielen
25:33Das hat ihn nur gemacht, damit es ihm schadet
25:38Das kam Ihnen aber nicht ganz ungelegen, oder?
25:42Das einen freut das anderen leid
25:43Das liegt gerade im Theater sehr nah beieinander
25:49Ich sag Ihnen was
25:51Die König, die ist zu allem fähig
25:54Wollen Sie damit andeuten, dass Frau König ihn umgebracht hat?
25:58Die kann nichts beweisen
26:00Und warum sagen Sie das jetzt erst?
26:03Ich wollte halt nicht, dass das alles zur Sprache kommt
26:06Ich bin verheiratet
26:12Das heißt, Ihr Mann weiß auch nichts von dieser Geschichte?
26:15Mein Mann ist seit einem Vierteljahr in Südamerika, beruflich
26:19Also wenn Sie schon da sind, dann können Sie mir ja beim Packen helfen
26:25Tschüss Gott
26:26Catering Service
26:27So, einmal die Häppchen Platte Senator
26:32Sie schaut ganz, ganz toll aus
26:36Jetzt möchte ich noch bitte schnell kritisieren wollen
26:37Ja, selbstverständlich haben Sie Ihren Stifter
26:42Dankeschön
26:45So, bitte
26:46So, bitteschön
26:47Einen schönen Tag noch
26:48Bitte, ich Ihnen auch
26:50Moment einmal
26:51Wo ist denn der Poseco?
26:52Davon weiß ich nichts
26:53Ich sollte nur den Senator liefern
26:56Es gibt's doch nicht
26:57Jetzt kann ich mich um den Poseco auch noch kümmern
27:00Die Kinder machen eine Affäre mit dem Klinger
27:03Seit über zwei Monaten
27:06Und der König hat davon gewusst
27:08Sie hat sogar behauptet, Frau König hätte deswegen ihren Mann umgebracht
27:11Man hat das auch versucht, nur ein Motiv wie jetzt
27:14Schauen Sie mal
27:16Was ist die Frau Stockel dahingestellt hat?
27:19Verbrotzeit
27:20Was für eine?
27:22Womit haben wir das verdient?
27:23Keine Ahnung
27:26Guten Morgen
27:27Guten Morgen, Miggi
27:28Oh, was ist denn da?
27:30Haben wir was zum Feiern?
27:32Das ist anscheinend von der Frau Stockel, ein Präsent
27:34Aber wegen was?
27:35Du, das ist sicher wegen der Kuh, das die zu schmissen hat
27:38Das gilt sein
27:39Eine Kuh?
27:40Ah, ja, dann greifst du, meine Herren
27:42Allein schaub ich das nicht
27:45Dieses Betz
27:47Salami
27:48Ach, Herr Moor
27:50Fröhlich vergessen
27:50Hab ich gestern bei Klinger im Hotelzimmer gefunden
27:53Raten Sie mal, was da drauf ist
27:55Der dritte Akt
27:57Bin da nicht dazugekommen
27:58Sie dürfen als Erster
28:00War's beschäftigt, ne?
28:01Geht sich gar nichts an
28:02Na, ich würde euch sagen
28:03Knöpf und Setz
28:05Das ist gleich schön, ich war
28:06Servus
28:12Ich war zu Haus
28:13Kann das jemand bestätigen?
28:15Nein, ich war allein
28:16Ich bin früh zu Bett gegangen
28:17Aber ich konnte nicht schlafen
28:20Einfach so?
28:21Oder gab es dafür einen besonderen Grund?
28:23Ich habe über vieles nachgedacht
28:27Vielleicht über Herrn Klinger und Frau Kindermann
28:31Sie wussten, dass die beiden eine Affäre hatten, nicht wahr?
28:35Nur erzählt haben Sie uns nichts davon
28:36Ich wollte nicht, dass die Öffentlichkeit davon erfährt
28:39Diese Geschichte ging nur André und mich etwas an
28:42Und Frau Kindermann
28:46Diese Nicola Kindermann
28:48Hat bei der ganzen Sache doch nur an ihre Karriere gedacht
28:51Die hat sich an André rangemacht, weil sie meine Rolle wollte
28:54Die er ihr ja danach gegeben hat
28:57Als ich die beiden zusammen gesehen habe, war ich natürlich enttäuscht und bin ausgestiegen
29:02Nur deshalb hat sie meine Rolle bekommen
29:05Frau Kindermann behauptet, dass diese Beziehung mehr war als eine Affäre
29:10Und dass Herr Klinger sich sogar von Ihnen trennen wollte
29:12Ich bitte Sie
29:14Das war dann nichts Ernstes
29:15Ja, immerhin ist sie bei Ihnen ausgezogen
29:19Weil ich ihn darum gebeten habe, um Abstand zu kriegen
29:22Also
29:25Ihr Lebensgefährte, den Sie auch noch jahrelang finanziert haben
29:29Betrügt Sie und gibt dann seiner Geliebten Ihre Rolle
29:32Das muss schwer gewesen sein für Sie
29:37Vielleicht so schwer, dass Sie es im Heim zahlen wollten
29:41Ach
29:42Sie glauben, dass ich
29:44Dass ich André umgebracht habe? Aber warum denn?
29:48Wir hatten uns doch längst ausgesprochen
29:50Ja
29:52Und wann sollte es gewesen sein?
29:53Anfang der Woche
29:54Da können Sie Helene fragen, sie war dabei
29:56Sie meinen Frotzer für Ihre Karriere?
29:59Ja
29:59Ja, es war bei mir daheim
30:02André sagte, dass es mit der Nicola vorbei ist
30:05Dass es ihm nichts bedeutet hat
30:07Und dass er wieder zu mir zurückkommen will
30:08Weil
30:12Nein
30:16Alle da und mich lieben
30:20Danke, Frau Zöckel
30:21Auf Wiedersehen
30:22Ja, die Frau Zöckel hat alles bestätigt
30:24Der Klinger war vergangenen Montag bei der König, um sich zu entschuldigen
30:28Und zwar mit 20 Rosen
30:29Für jedes Jahr, dass Sie zusammen waren, ähnlich
30:32Tja, das ist zwar sehr romantisch, aber
30:34Dafür fehlt uns jetzt das Mordmotiv
30:37Womit wir wieder am Anfang wären
30:39Hm?
30:40Nicht unbedingt
30:41Meine Schwester hat mir gestern was sehr Interessantes über diesen nervösen Stadtrat erzählt
30:46Der Böhm ist der Schwager vom Isermetz
30:48Ja
30:49Das ist ja wohl das allerletzte, Michi
30:51Ja, aber
30:51Ich kann dich umbringen
30:52Stockel, jetzt pass mal auf
30:54Was ist denn da los, heim?
30:55Michi hat sich über den Senator hergemacht
30:57Über wen?
30:58Die Brotzeitplatten hat er zusammengefressen
31:00Meine Häppchen
31:02Ja, Michi, wieso machst denn du sowas, heim?
31:04Du hast doch selber gesagt, ich darf
31:06Was warst du denn da, meine Häppchen?
31:08Ja, die waren doch von Ihnen für mich wie gerade eine Kuh, oder?
31:12Spinn ich jetzt, oder was?
31:13Die Häppchen waren für den Polizeifizze
31:16Ihnen
31:17Habe ich eine neue Kuh gekauft
31:18Frau Stockel hat er gesagt
31:21Danke, Frau Stockel
31:22Ja, von wegen danke
31:24Was mache ich jetzt?
31:25So ein Butterknoten schmieren, oder was?
31:27Nein, neue Platten kaufen
31:28Und was sage ich, der Ortmann
31:30Wenn ihr zwei gleiche Quittungen vorlegt
31:31Die reißt mir doch den Kopf ab
31:32Nein, wir zahlen das natürlich
31:35Danke
31:37Aber die Platten, die besorgst du, du Kierschlund
31:40Du
31:44Das krieg ich von euch
31:4760 Euro
31:47Moment
31:48Was ist 60 durch 3?
31:5020
31:51Sehen Sie?
31:51Bitteschön
31:5320 Euro
32:20Bitteschön
32:21Von diesem Stück heraus
32:22Dass das Ganze nur eine Verleumdungskampagne gewesen ist
32:25Von einem Gammelfleisch, das stimmt überhaupt nicht
32:27Und der Journalist, der das behauptet hat
32:30Der ist geschmiert worden
32:31Und zwar mit 20.000 Euro
33:02Die gleiche Summe, die wir beim Klinger gefunden haben
33:03Zu vergleichen, die wir mit Klingers Blut an einem Theatersessel gefunden haben
33:07Wenn wir wissen, von wem diese Fingerdrücke sind, dann wissen wir auch, wer der Mörder ist
33:11Und der landet für mindestens 15 Jahre im Gefängnis
33:14Und der landet für mindestens 15 Jahre im Gefängnis
33:15Den landet
33:21Na ja
33:25Also gut, ich war bei ihm, ja
33:26Aber ich hab ihn nicht umgebracht
33:29Das
33:31Das andere gebe ich zu
33:32Aber ich hab ihm nicht umgebracht
33:33Das heißt, dann wird das mit dem Schmiergeld doch kein so großer Blödsinn
33:37Na ja
33:38Die 20.000 habe ich ihm gebracht, damit er ein Theaterstück geschreibt, in dem der Brautmeier schlecht wegkommt
33:44Das Geld war von Ihrem Schwager
33:49Aber dass die in dem Stück vorkommen, das war nicht ausgemacht
33:52Na, das war's nicht
33:53Da hab ich dem Herrn Klinger seine Ambitionen unterschätzt
33:57Unterschätzt?
33:57Na ja, das war doch für den ein gefundenes Fressen
33:59Der wollte aus dem Gammelfleisch-Skandal ein Schmiergeld auf ihr machen
34:05Mit mir in der Hand
34:06Und woher wussten Sie, was in dem dritten Akt steht?
34:09Na ja, ich hab mich angerufen
34:10Ich wollte endlich wissen, wie das Stück endet
34:13Wie hat's Ihnen also doch gesagt?
34:14Ach was
34:16Darum rumgeht hat er wie immer, bis ich halt
34:17Bis ich sauer worden bin
34:19Und dann hab ich ein bisschen geschrien
34:20Und dann hat er auch geschrien
34:21Und auf einmal sagt er so einen Satz wie
34:22In einer Woche geht die Bomben hoch und du hängst voll mit drin
34:25Ja, und da war er natürlich platt
34:27Und dann sind Sie ins Theater gefahren, um mit ihm zu reden
34:30Na, ich hab ja wissen müssen, was der meint
34:33Außerdem hab ich eine Wut gehabt
34:34Vielleicht so eine Wut, dass Sie handgreiflich geworden sind?
34:36Was?
34:37Und ihn umgebracht haben?
34:38Ey, so ein Schmarrn, der war doch schon tot!
34:39Und der die Fingerabdrücke auf dem Sessel?
34:41Ich hab gemerkt, er schläft und da wollte er ihn wach rütteln
34:43Und auf einmal ist ihm eine ganze Handvoller Blut
34:45Und da hab ich halt die Panik geknickt und bin davon
34:47Aber den Laptop hab ich schon mitgenommen?
34:49Ich hab ja nicht gewusst, was der geschrieben hat
34:50Und da...
34:51Da wollte ich das blöde Ding einfach verschwinden lassen
34:53Aber ich hab ihn nicht umgebracht
34:55Ich hab ihn nicht umgebracht, das ist ein bisschen so ein Clown, bitte!
34:58Müssen tun wir gar nichts
35:03Was denken Sie?
35:04Na ehrlich, würde alles passen
35:05Aber am Tatort, der hat ein Motiv
35:07Nur hab ich dem einen Mord zu trauen, das weiß ich nicht
35:09Ich auch nicht
35:11Meine Herren!
35:12Hallo, Herr Doktor!
35:13Der Bericht der Haaranalyse ist gekommen
35:14Und, was Interessantes?
35:16Ja, es handelt sich nämlich nicht um Menschliches, sondern um Kunsthaar
35:19Genauer gesagt um Canicalon, ein Material, das oft für Perücken verwendet wird
35:23Mhm
35:24Zum Beispiel bei Theaterperücken
35:27Haar
35:27Ja
35:29So, das war die Garderobe von der Frau König
35:32Ah ja
35:32Und Sie suchen ja auch die Perücke
35:34Genau
35:34Ja, da kommt eigentlich nur eine in Frage
35:36Hat er ich sie schon?
35:38Die gehört Frau König?
35:39Ja, dem Theater
35:40Aber die Frau König hat's getragen beim Kaufmann von Rosenheim
35:43Vor einem Monat
35:46Die sind von der Kostümprobe
35:50Sagen Sie mal
35:51Was ist denn das für ein Kamm?
35:53Der gehört der Frau König
35:55Ganz ein kostbares Stück
35:56Aus dem 19. Jahrhundert
35:58Ein Geschenk von einem Verehrer
36:00Ich glaub, der müsste irgendwo noch ein anderes Bild sein
36:03Schauen Sie mal
36:05Viert, sag mal
36:07Umso schön golden ist er
36:09Die Tatmacher
36:11Wo ist denn das kostbares Stück jetzt?
36:14Ich nehme mal an, dass die Frau Zöckl mitgenommen hat
36:16Als sie die Privatsachen von der Königin abgeholt hat
36:19Ach, die Frau Zöckl?
36:20Wann war das?
36:21Nun gesagt hat sie mir nichts
36:22Aber vor drei Tagen war noch alles da
36:25Das geht mir besser
36:26Die Frau Zöckl scheint ja eine Menge Sachen für die Frau König zu machen
36:30Nein, die arbeitet schon seit über 30 Jahren für die Königin
36:33Naja, die ist sowas wie eine Dienerin und Garderobier in einem
36:37Ich glaub, es gibt nichts, was die nicht für die Frau König tun würde
36:43Ja, so wie es ausschaut
36:45Scheint zumindest eine der Damen doch nicht so harmlos zu sein, wie sie tut
36:50Nur, dass wir ohne die Tatwaffe leider nicht viel in der Hand haben
36:53Wenn unsere Vermutungen zutriften, der Klinger wurde wirklich mit diesem Kamm umgebracht
36:57Dann liegt er jetzt sicher irgendwo auf dem Grund eines schönen bayerischen Bergsees
37:01Nicht unbedingt
37:03Wenn das Teil wirklich so wertvoll ist, dann hat der Täter das vielleicht auch nur versteckt
37:08Vielleicht, ich frage es mal wo
37:10Hm
37:12Aber da habe ich vielleicht sogar eine Idee, wenn wir das herausfinden können
37:15Haben wir ihn ja vielleicht gespannt
37:16Hm
37:24So, Frau Stocklein, frischer Senator
37:27Ja, Michi, wird auch Zeit, stellt's gleich da ab, die Herren kommen gleich
37:30Jawohl
37:33Ja?
37:34Frau Stocklein
37:35Herr Achtziger, es ist alles vorbereitet, der Vize kann kommen
37:39Ja, deswegen bin ich gerade da
37:40Herr Achtziger, wenn Sie hier mal einen Blick reinwerfen würden, das sind die Abschlussberichte von Herrn Hecker
37:44Später, Frau Hartmann, später
37:46Gerade hat mich der Polizeivizepräsident angerufen und seinen Besuch abgesagt
37:52Was? Das ist aber sehr bedauerlich
37:55Bedauerlich erspart uns aber auch die ein oder andere unangenehme Frage
37:59Ja, was machen wir denn mit dem Teig jetzt?
38:02Du darfst doch sagen, das essen wir ihr selber, klagen Sie zu, Frau Stocklein
38:06Sie auch, Herr Mohr, es geht auf Kosten des Hauses
38:09Wenn ich das so salopp sagen darf
38:11Kende
38:13Mh, sehr gut
38:14Lassen Sie es schmecken
38:19Krippe Rosenheim, Apparat Stocklein, grüß Gott
38:22Herr Hofer
38:23Ja?
38:24Ja, der ist da
38:25Was?
38:27Aha
38:27Gut, ich sag's ihm
38:29Bitte lang
38:31Michi, der Herr Hofer erwartet dich vom Haus von der König
38:35Dich und dein schauspielerisches Talent
38:37Aha
38:52Ja
38:52Grüß Gott, wir werden gerne mit Frau König sprechen
38:54Ja
38:55Warum geht es denn?
38:55Das sagen wir ihr dann selber
38:56Wir sind da, Helene
38:58Polizei
38:59Ja, bitte
39:00Tut mir nicht, Frau König, wir müssen sie vorläufig festnehmen
39:02Was?
39:04Ja, aber ich verstehe nicht, warum denn?
39:06Das sagen wir ihnen dann am Revier, wenn Sie bitte mitkommen
39:08Ja, aber was machen Sie denn? Sie können doch Frau König nicht einfach mitnehmen
39:11Sie hat doch nichts getan
39:12Nein
39:13Das sehen wir anders, Frau Zöckl
39:15Wir haben nämlich die Tatwaffe gefunden
39:19Die Tatwaffe?
39:20Ja, einen vergoldeten Kamm
39:22Das ist ein Beweis
39:24Das kostet die Frau König mindestens 15 Jahre Gefängnis
39:29Mindestens
40:07Das sind die Tatwaffe
40:10Bravo, Frau Zöckl
40:11Eine tolle Vorstellung.
40:13Sie haben hier ein Rekordtempo geschaffen.
40:17Und jetzt sind wir natürlich neugierig, warum Sie es so eilig hatten.
40:21Darf ich Ihnen den aufnehmen?
40:30Blut, das von Herrn Klinger stammen dürfte.
40:34Warum?
40:37Er war nicht gut für Sie.
40:39Sie haben alles für ihn aufgegeben.
40:42Alles, Ihre Karriere.
40:44Und was hat er gemacht?
40:46Er hat ihr Geld zum Fenster rausgeworfen,
40:48hat sie ausgenützt und betrogen mit diesem Flittchen.
40:51Aber er hat sich doch entschuldigt für die Affäre mit der Frau Kindermann.
40:54Entschuldigt hat er sich schon.
40:56Aber als ich Ihre Sachen abgeholt habe,
40:58habe ich gesehen, wie er bereits wieder mit ihr rumpossiert hat.
41:01Hier, nach der Probe.
41:04Was haben Sie dann gemacht?
41:05Ich habe ihn zur Rede gestellt, nachdem die Kindermann weg war.
41:10Aber er hat nur gesagt, dass mich das nichts angeht
41:12und dass ich mir eine neue Stelle suchen soll.
41:16Da habe ich rot gesehen.
41:18Und...
41:21Frau König...
41:25Es tut mir so leid.
41:36Frau Zöckl, Sie sind vorläufig festgenommen,
41:38wegen des dringenden Tatverdachtes andere Klinger ermordet zu haben.
41:41Michi?
41:42Frau Zöckl, wenn Sie bitte mit der Kollegin mitgehen.
41:51So.
41:52Und jetzt sagt es mir ganz ehrlich.
41:54Wie war ich?
41:55Wie, was meinen Sie?
41:56Ja, mein Auftritt bei der Zöckl.
41:58Nur zu, ich kann Kritik vertrauen.
42:00Ja, fantastisch Michi.
42:02Riesentalent.
42:03Also an dir ist ein wahrhaft großer Schauspieler verloren gegangen.
42:07Wirklich, Mann?
42:08Ein Scherz.
42:10Sehen Sie, Lied.
42:11Und das macht er immer mit mir.
42:12Puh, Puh, Puh, Puh.
42:13Puh, Puh, Puh, Puh.
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