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Spaß
Transkript
00:08Guten Morgen, Frau Hofer.
00:12Ich habe Brötchen mitgebracht.
00:13Semin.
00:14Ah, ich muss nur mal sehen, ob die Reflexe noch funktionieren.
00:20Alles in Ordnung.
00:22So, entschuldigen Sie, aber ich musste nur schnell das Kapitel zu Ende lesen.
00:26Der Mann kann schreiben, das ist so schön.
00:30Wer ist denn das?
00:31Der Harry Rothburg.
00:33Der hat gestern in der Musikakademie eine Lesung gehabt.
00:36Sie glauben nicht, was da los war.
00:3799 Prozent Frauen.
00:39Oh Gott.
00:41Was schreibt das, wo der Herr Rothburg?
00:43Na, das, wonach wir alle suchen.
00:45Die wahre Liebe.
00:46Kaffee.
00:52Herr Rothburg, es ist weg, Zeit.
01:00Herr Rothburg, Sie müssen aufstehen.
01:17Stockl, was ist?
01:18Du bist halt so schweigsam.
01:22Michi, wenn ich anfange, mich aufzuregen, dann werde ich wahrscheinlich nicht mehr aufhören.
01:26Jetzt sagen Sie es halt, bevor Sie platzen.
01:28Na ja, ich war gestern in der Musikakademie, um mir vom Rothburger Widmung gehen zu lassen.
01:34Von wem?
01:35Harry Rothburg, der berühmte Bestsellerautor von Flammen der Leidenschaft.
01:39Sie wissen schon, Ihre Frau liest es doch bestimmt auch.
01:41Ja, auf dem ist es ganz neidisch.
01:43Und der war gestern da.
01:44Ja, jedenfalls habe ich mich da in der Schlange angestellt, um mir eine Widmung zu holen.
01:49Aber ihr könnt euch das nicht vorstellen.
01:51Eine heiratswillige Frau nach der anderen hat sich da auch angestellt.
01:55Und was war das Ende vom Lied?
01:56Ich habe kein Autogramm gekriegt und die Elfe auch nicht.
01:59Ja.
02:00Guten Morgen.
02:01Morgen.
02:02Moin, Frau Altmann.
02:03Äh, kleine Frage, Frau Altmann.
02:05Wo waren Sie gestern Abend?
02:08Im Times Square, wieso?
02:09Sie ist doch nicht jede.
02:11Danke, Frau Altmann.
02:13Krippe, Rosenheim, Apparat, Stockel, Griesgat.
02:16Allein?
02:17Aha, wo?
02:19Im Hotel Zerkrone, ja.
02:21Na, bitte fassen Sie ihn nicht an, wir kommen.
02:28Der Harry Rothburg ist immer adänt worden.
02:38Männlich, circa 1,75 groß.
02:40Groß, feingliederig, etwa 40 Jahre alt.
02:45Ah, grüß Gott, Frau Dr. Eckstein.
02:47Guten Morgen, die Herren.
02:49Und?
02:49Keine Sönche-Versong?
02:51Ja.
02:52Ja, es sieht nach einer Vergiftung aus.
02:54Außerdem keinerlei Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen,
02:57sowie auch keine Spuren von einem Kampf.
03:00Er muss das Gift mit irgendetwas zu sich genommen haben und wird das gar nicht gemerkt haben.
03:05Todeszeitpunkt, dem Zustand der Leiche nachzuurteilen, gegen Mitternacht.
03:11Ganz genau kann ich es Ihnen natürlich erst nach der Obduktion sagen.
03:13Hat Sie die Leiche gefunden?
03:15Mhm.
03:15Ja.
03:16Na ja, mein armes Mädel.
03:18Einen Fingerabzug gehabt ihr schon?
03:20Vorhin sind wir fertig, ja.
03:21Super.
03:22Grüß Gott, Herr Staudle, der Kollege Lind.
03:26Grüß Gott.
03:27Hallo.
03:28Wollten Sie den Herrn Rothburg wecken heute Morgen?
03:30Ja, ich habe ihn angerufen.
03:31Und weil er nicht geantwortet hat, sind Sie raufgekommen?
03:35Ja, und dann sind Sie ins Zimmer und haben ihn dann da...
03:39Entschuldigung.
03:39Ja.
03:40Wiederschauen.
03:40Wiederschauen.
03:42Wiedersehen.
03:43Und dann haben Sie ihn da liegen sehen.
03:47Ist Ihnen da irgendwas Ungewöhnliches auffallen?
03:53Ja, andere Person vielleicht oder so.
03:56Hm?
03:57Nicht?
04:00Haben Sie vielleicht was verändert?
04:03Nein.
04:04Ein Fenster geschlossen oder irgendwas aufgehoben oder so.
04:08Nicht?
04:09Ja, dann vielen Dank.
04:10Sie haben uns wirklich sehr, äh, ganz prima.
04:14Äh, Personal im Bette, gell?
04:18Dankeschön.
04:24Manchmal darf man durchaus ein bisschen lügen.
04:27Also psychologisch gesehen.
04:28Verstehen Sie?
04:28Klar.
04:31Entschuldigung.
04:32Entschuldigung.
04:33Wirst du jetzt euch vor?
04:34Das ist gar nicht der Harry Rothburg.
04:36Hä?
04:37Das ist ein Agent, also gewesen.
04:40Was?
04:42Tatsächlich?
04:43Aber das Zimmer ist ja schon auf Herrn Rothburg gebucht, oder?
04:46Ja, schon.
04:46Aber geschlafen hat er halt nicht da.
04:47Die Stöckl wird sich so freuen.
04:50Ja, und wo ist der Herr Rothburg jetzt?
04:51Das ist auf jeden Fall der Herr Robert Willer.
04:5442 Jahre alt, ledig Adresse, weiß ich keine, aber ist kein Wunder, ich bin ja mit Gottes
04:58gekommen.
04:59Ähm, da schaut mal, das Betthupferl, das haben wir auf dieser Seite des Bettes gefunden.
05:04Aber genau so ein Papierl, das ist drüben auf dem Boden bei der Hand von dem Toten gelegen.
05:09Ähm, die Kollegen, die sammeln jetzt im restlichen Hotel schon die ganzen anderen Betthupferl
05:12ein, aber sonst ist noch keiner gestorben.
05:14Ja, Gott sei Dank.
05:19Ähm, Herr Rothburg, können Sie uns erklären, warum der Herr Willer in Ihrem Zimmer liegt?
05:25Wir haben die Zimmer getauscht.
05:28Aha, und warum, wenn man fragen darf?
05:31Robert, also der Herr Willer, wollte unbedingt das Zimmer mit dem Himmelbett.
05:35Gibt's Feinde?
05:38Schwer zu sagen, er war jetzt nicht gerade das, was man einen Sympathieträger nennt, aber
05:43ich bin immer mit ihm klargekommen.
05:45Hört sich nicht unbedingt nach einer innigen Freundschaft an.
05:48Wir waren Geschäftspartner.
05:51Wissen Sie, was der Herr Willer gestern den ganzen Tag über gemacht hat?
05:56Ja, gestern gegen Mittag haben der Herr Willer, die Heidi, also Frau Gahlke, meine Lektorin
06:02und ich hier im Hotel eingecheckt und dann sind wir rüber zu diesem Restaurant, Times, irgendetwas.
06:09Times Square, meinen Sie?
06:10Genau.
06:12Wo wohnen Sie eigentlich, wenn ich fragen darf?
06:14In München.
06:15Und die anderen beiden?
06:17Heidi und Robert wohnen hier ganz in der Nähe.
06:20Und warum übernachten Sie dann in ein Hotel in Rosenheim?
06:23Ich meine, selbst München ist nicht so weit weg.
06:26So eine Lesung ist ziemlich anstrengend und da mag ich hinterher einfach nicht mehr Autofahren.
06:32Ja, und was die beiden anderen angeht, ich brauche die private Atmosphäre, den Zuspruch von Menschen, denen ich vertraue, sonst
06:40kann ich nicht gut sein.
06:43Verstehe. Und wie war Ihre gestrige Lesung?
06:46Brechend voll. Es war unglaublich.
06:48Heidi musste die Veranstaltung sogar vorzeitig beenden, weil wir uns Sorgen gemacht haben, dass bei dem Gedränge noch was passiert.
06:54Und dann?
06:55Robert ist direkt auf sein Zimmer. Heidi auch. Und ich bin nochmal ins Times Square. Sie haben da einen sensationellen
07:05Barkeeper.
07:05Ja, den kennen wir. Wann waren Sie zurück?
07:10So, gegen halb eins war ich dann auch im Zimmer.
07:14Und Sie haben nicht nochmal in der Nachbarspeed geklopft, oder?
07:16Nein, dafür war es zu spät.
07:19Wann haben Sie denn die Zimmer getauscht?
07:21Ja, das war gestern Mittag, kurz bevor wir das Hotel verlassen haben, also so gegen 13 Uhr.
07:27Hat das irgendjemand mitgekriegt, die Frau Kalki zum Beispiel?
07:30Nein, ich glaube nicht. Wir haben einfach die Koffer ins jeweils andere Zimmer gestellt und die Keykarten getauscht. Das ging
07:35ganz schnell.
07:36Ja, dann war es das erstmal, Herr Rothburg. Vielen Dank. Und Sie müssen sich aber zu unserer Verfügung halten, ja?
07:43Ja.
07:47Halt, stehen bleiben.
07:49Ich gehe jetzt runter, Personalbefrauen. Und das sind die gesammelten Betupferl. Die bringen Sie dann zur Kante hoch, gell?
07:55Sehr gut.
07:56Ach, Herr Mohr, was wichtig wäre, wir müssen wissen, wie der Mörder ins Zimmer gelangt ist.
07:59Das Schloss war ja unbeschädigt.
08:01Ja, vielleicht hat ja doch jemand im Haus was mitgekriegt, dass die zwei Herren die Zimmer getauscht haben.
08:05Oder irgendwas Ungewöhnliches beobachtet.
08:08Ja, werden wir Gäste auch noch befragen, habe ich mir schon gedacht.
08:11Pfiatzeichen!
08:12Danke!
08:18Und?
08:18Keine Angst, Frau Stockl, Ihr Lieblingsautor lebt und ist bummel gesund.
08:23Der Tote heißt Robert Willer und war sein Agent.
08:26Gott sei Dank, der Rothburg lebt.
08:28Ja, und er kommt heute sogar noch mal vorbei, um seine Aussage zu unterschreiben.
08:31Ach, dann komme ich ja vielleicht doch noch zu meiner Widmung.
08:34Herr Stadler, könnten Sie vielleicht in Rothburg fragen, ob er mir ein Buch signiert?
08:37Wer? Ich?
08:38Das geht nicht, Frau Stockl.
08:40Ja, das sind laufende Ermittlungen. Wie stellen Sie sich das vor, dass wir einen Tatbeteiligten im Autogramme bitten?
08:44Das kommt überhaupt nicht in Frage.
08:46Äh.
08:47Nein, das geht nicht. Dafür haben wir überhaupt keine Zeit.
08:51Dann gehen wir eben erst mal zu Frau Dr. Eckstein.
08:54Von mir aus.
09:08Ja, grüß Gott, Krippel Rosenheim, Stockl am Apparat.
09:12Ich würde gern zehn Stück von Harry Rothburgs Flammen der Leidenschaft bestellen.
09:17Wie?
09:17Das geht nicht.
09:19Ja, da wird aber unser Polizeichef nicht sehr begeistert sein.
09:23Ganz genau. Es ist für den Herrn Achtziger.
09:26Ja, bedanke ich mich recht herzlich. Wiederhören.
09:29Was will denn bitte der Herr Achtziger mit zehn Exemplaren Flammen der Leidenschaft?
09:33Frau Ortmann, es gibt Dinge, die müssen es nicht verstehen.
09:35Sie wollen sich aber doch sicher nicht die Bücher von Herrn Rothburg signieren lassen, oder?
09:39Stellen Sie sich mal vor, die Presse bekommt davon, Wind.
09:41Ich sehe die Schlagzeile schon vor mir. Mörder gibt Autogrammstunde.
09:44Der Herr Rothburg ist kein Mörder.
09:46Und wenn doch?
09:48Und wenn nicht?
09:50Sie wissen doch, wie schnell außenstehende Fakten falsch interpretieren.
09:53Ich meine bloß, dass wir uns so einen Skandal nicht leisten können.
09:59Unsere Leiche wurde mit einem Eibenkonzentrat vergiftet.
10:03Bereits 50 bis 100 Gramm der Nadeln sind tödlich.
10:06Das Opfer wird zuerst bewusstlos und dann tritt der Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen ein.
10:1150 Gramm Eibennadel esse ich jetzt nicht unbedingt freiwillig?
10:14Wahrscheinlich nicht.
10:15Die KTU hat in dem zweiten Betthupferl, das wir am Tatort gefunden haben, ein Einstichloch gefunden.
10:22Der Täter hat das Eiben-Extrakt stark reduziert und dann mit einer Spritze in das Betthupferl injiziert.
10:29Dasselbe Gift konnte ich bei Herrn Willer feststellen.
10:32Die Praline, die er zu sich genommen hat, war Marzipan zartbitter.
10:35Deswegen wird Herr Willer das Gift also nicht geschmeckt haben können.
10:38Im Betthupferl ganz schön hinterfotzig, he?
10:40In jedem Fall wollte der Täter sicher sein, dass das Opfer das Gift zu sich nimmt.
10:45Egal auf welcher Seite er schläft.
10:47Hier sind wir beide.
10:50Der Rotburg hat gesagt, dass niemand gewusst hat, dass er und der Willer Zimmer getauscht haben.
10:55Also denke ich, sollte das Opfer der Rotburg sein und nicht der Willer.
10:59Wahrscheinlich.
11:00Da wird John auch fragen, ob der gestern irgendwas mitgekriegt hat.
11:02Gut, dann fahre ich jetzt noch mal ins Hotel zum Rotburg.
11:05Und der Herr Moor soll sich erkundigen, wann, wie und von wem die Betthupferl verteilt werden.
11:10Und warum?
11:12Witzpult.
11:14Ja, von meiner Seite ist alles in Ordnung. Vielen Dank, Frau Atman.
11:17Prima.
11:21Ist noch was?
11:23Ich frage mich, ob es im Sinne unseres Auftrages ist, wenn hier im Kommissariat Autogramme gegeben werden.
11:29Autogramme?
11:30Unser neuster Fall ist ja sehr prominent.
11:32Und Frau Stockel möchte sich einige Bücher persönlich widmen lassen.
11:35Äh, Sie sprechen jetzt von diesem Harry Rotburg?
11:39Er wird ja früher oder später hier auftauchen und dann...
11:42Also, das kann ich mir selbst bei der Frau Stockel kaum vorstellen.
11:45Sie weiß ja, dass das nicht geht.
11:47Also, da haben Sie sich bestimmt verhört.
11:49Wie Sie meinen.
12:01Hey, ja, das ist ja Überraschung.
12:04Lassen Sie die Arbeit gar keine Zeit mehr?
12:06Naja, wohl eher Frau Hofer.
12:09Hä?
12:10Du, sag mal, der Harry Rotburg war gestern bei dir, ja?
12:13Der Autor?
12:14Mhm.
12:15Ja, sogar zweimal.
12:17Einmal nachmittags und einmal am Abend.
12:20Und mal, der hier zufällig auch?
12:23Der.
12:25Ja, der war auch da.
12:27Wer ist das?
12:28Wo hat Villa sein Geld vergiftet?
12:31Ah.
12:33Aber nicht von mir.
12:34Das hoffe ich doch stark.
12:36Also, unterdags waren Sie sogar zu dritt da.
12:40Dieser...
12:40Villa.
12:41Genau, der Rotburg und eine äußerst attraktive Dame.
12:48Wahrscheinlich seine Lektorin.
12:50Ah ja.
12:51Dieser Villa ist dann als erst gegangen.
12:56Ja, bis dann der Rotburg mit der Dame einen Rösensstreit gehabt hat.
13:01Bis sie Tränen überströmt.
13:03Nein, Susi.
13:05Um wie viel Uhr war das ungefähr?
13:08Kurz vor Fähre.
13:10Danke.
13:12Hast du zufällig mitgekriegt, worüber die gestritten haben?
13:16Also, weißt du, dass ich belauscht und nicht meine Gäste?
13:18Seit wann?
13:19Wie hättest du das schon gesagt?
13:22Hm.
13:25Der Rotburg hat danach die komplette Zech gezahlt.
13:29Und sich für den abrobten Abgang seiner Begleitung entschuldigt.
13:34Ich glaub, der hat sich ganz schön Sorgen gemacht.
13:36Also, nach der Lesung war er nochmal da?
13:37Genau.
13:38Und bevor du mich jetzt wieder fragst, wann, das war um Viertel nach zehn.
13:43Frau Stockel?
13:53Kripo Rosenheim, 80er am Apparat, grüß Gott.
13:56Bitte?
13:58Flammen der Leidenschaft.
14:00Für mich?
14:01Nein, niemals.
14:03Nein, das kann nicht sein.
14:05Ja, da muss es sich um eine Verwechslung handeln.
14:08Da bin ich mir vollkommen sicher.
14:10Ja, Ihnen auch. Einen schönen Tag.
14:13Ah, Herr 80er, war was?
14:15Ja, das war die Buchhandlung am Markt.
14:18Oh.
14:18Ich soll irgendwelche bestellten Bücher abholen.
14:20Ich hab ihm noch den Vorgang Ziesel mal auf dem Schreibtisch gelegt.
14:23Und was haben Sie gesagt?
14:24Ja, dass es sich um einen Irrtum handeln muss.
14:27Wissen Sie was davon?
14:29Ich? Von einem Irrtum?
14:30Niemals.
14:40Herr Stadler, sind Sie schon bei Rotburg?
14:43Nein, ich bin gerade erst angekommen.
14:46Und, was spricht denn Herr Kasper?
14:48Ja, Joe hat auf jeden Fall mitbekommen, dass Rotburg und Frau Galker einen ziemlich heftigen Streit hatten.
14:54Ja, das ist interessant. Da wäre ich ihm gleich mal ein bisschen auf den Zahn füllen.
14:57Und danach treffen wir uns beim Villa. Ich komme jetzt selber hin.
15:02Ja?
15:04Sind das meine Kopien?
15:06Treffer. Grüßer kann man ja das Wort Ortmann nicht draufschreiben.
15:12Wieder große Ermittlungen, Frau Stackel?
15:14Bingo.
15:15Äh, Herr Rotburg, erfolgt das. Wir müssen leider davon ausgehen, dass der Herr Villa nur ein Zufallsopfer war.
15:22Es könnte durchaus sein, dass das Ganze Ihnen gegolten hat.
15:25Was? Das glaube ich nicht.
15:27Also, kein konkreter Verdacht?
15:31Nein.
15:32Gut, äh, was anderes. Ein Zeuge hat beobachtet, dass Sie gestern Nachmittag mit der Frau Galker einen heftigen Streit hatten.
15:40Worum ging es denn dabei?
15:41Ich habe Frau Galker lediglich gesagt, dass sie zu viele Lesungen angenommen hat.
15:45Das hat sie gleich persönlich genommen und hat gemeint, ich könne mir ja eine andere Lektorin suchen.
15:50Und weil ich einfach auch genervt war, habe ich ihr gesagt, das sei gar keine so schlechte Idee.
15:57Danke.
15:58Dann hat sie angefangen zu heulen und ist abgehauen.
16:01Ja, gut, das war's dann eigentlich schon, gell?
16:04Vielen Dank und hoffentlich ist jetzt Zuppen nicht gehalten.
16:08Widerschauen.
16:08Widerschauen.
16:11Aber hilft alles nicht, das musst du aber nicht machen.
16:14Und? Haben Sie was rausgefunden?
16:16Ach so, ja. Die anderen Betthupferl sind alle ohne Befund.
16:20Das ist übrigens sehr interessant.
16:22Diese Betthupferl, die werden täglich am späten Nachmittag verteilt.
16:25Zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr. Genau dann nämlich, wenn die Betten aufgeschlagen werden.
16:30Ja. Und sonst noch was?
16:32Ach so, ja. Die Hausdame vom Hotel, die Frau Gollhammer, die hat mir auch etwas erzählt.
16:37Und zwar, dass eines von den neuen Zimmermädchen, die Sibylle, die ist gestern zu ihr gekommen und da hat sie
16:43recht gewarnt, weil sie den Generalschlüssel verloren hat.
16:46Wann?
16:47Das hat sie nicht sagen können, die Sibylle. Weil sie arbeitet nämlich zusammen mit einem von den anderen Zimmermädchen, mit
16:53der Hannelore.
16:54Und die Hannelore, die hat auch einen Generalschlüssel und deswegen ist der Sibylle erst zu spät aufgefallen.
16:58Aber sie hat halt gemeint, mei, so zwischen 12 Uhr, 19 Uhr.
17:03Was? Zwischen 12 und 19 Uhr? Wunderbar. Dann hat ja der Täter quasi den ganzen Tag über Zeit gehabt, sich
17:11den Schlüssel zu besorgen.
17:12Dann ist er in die Suite, hat die Betthupferl präpariert und konnte unbemerkt das Hotel wieder verlassen.
17:18Ja.
17:18Wunderbar. Wunderbar. Wirklich wunderbar. Das erleichtert unsere Sache ungemein.
17:24Ja.
17:24Nein.
17:27Bitte verkaufen Sie die Bücher nicht. Also Entschuldigung, bei 10 Büchern, da kann man mir auch ein bisschen entgegenkommen.
17:34Ja, ich hol's ja ab. Besser gesagt, ich schick jemanden. Ja, wiederhören.
17:40Auf.
17:48Hallo? Einen Moment. Moment.
17:53Frau Hofer, es gibt eine Chance wegen der Widmung vom Rotburg.
17:56Maischee, das freut mich für Erna. Deswegen rufen Sie extra an.
17:59Ja, folgendes. Ich hab ein paar Exemplare von Flammen der Leidenschaft in der Buchhandlung am Marktplatz bestellt.
18:06Ja, und jetzt ist es so, ich komm hier nicht weg. Es ist wahnsinnig viel los.
18:09Der Herr 80er hat das mit den Widmungen mitbekommen und die Bücher müssten abgeholt werden, sonst werden sie verkauft.
18:14Äh, Sie meinen, ich soll.
18:17Sie dachten mir da ganz großen Gefallen tun.
18:21Na ja.
18:22Ich hab gewusst, ich kann mich auf Sie verlassen. Und dann kommen Sie am besten gleich bei uns im Kommissariat
18:27vorbei, können die Bücher signieren lassen, bei der Rotburg kommt auch gleich.
18:30Aber wenn das so ist, warum lassen Sie sich's dann von ihm nicht gleich selber unterschreiben?
18:34Ja, das geht nicht. Wenn die Presse mitbekommt Autogrammstunde mit einem Mörder.
18:38Der Rotburg ist doch kein Mörder.
18:40Ich weiß. Aber manch einer kriegt das vielleicht im falschen Hals und dann?
18:44Da haben Sie wieder recht.
18:45Frau Hofer, bis gleich.
18:47Ja.
18:48Ja, wir sollen mal umziehen.
19:00Ja, Herrschaft, was ist denn schon wieder?
19:03Ach, vielen Dank.
19:06Hilde, was gibt's?
19:08Nein, glaubt man's, der Rotburg lebt und ist bumperl gesund.
19:13Ja, wenn ich's dir sag, ich hab doch grad mit ihm geredet.
19:17Ja, mei, wie er halt so ein Promi ist, so privat.
19:22Autogramm, ja, so weit kommt's noch.
19:25Du, ich muss Schluss machen, Bussi, Pfiat die.
19:28Autogramm braucht sie, so weit kommen sie noch.
19:31So.
19:34Ist gut.
19:37Ach, nett, danke.
19:39Nicht schlecht für einer leider, was?
19:40Ja, sagen wir mal so, Geld scheint jedenfalls nicht das vorrangige Problem des Herrn Willer
19:45gewesen zu sein.
19:50Ach, das ist gut, Computer im Hotel nicht gefunden.
19:56Dann schaut euch den mal an, auf Konten, andere Klienten, Angehörige, irgendwas, ja?
20:01Okay.
20:06Robert, bist du schon los?
20:08Ich wollte nur kurz sagen, frühstücke nicht so viel, ich lade uns gleich alle zum Essen
20:12ein.
20:13Bis gleich.
20:14So, schauen Sie her.
20:16Das alles erbt ein Willer, seine Schwester, die betreibt ein Tierheim für Hundeweisen
20:20auf Mallorca.
20:22Ja?
20:27Was genau machen Sie da eigentlich die ganze Zeit?
20:30Recherche.
20:30Akribisch und genau, Frau Ortmann.
20:32Ach ja, und was recherchieren Sie so akribisch und genau?
20:36Herr Lindh, ich glaub, ich hab jetzt was für Sie.
20:38Frau Stockl, ich bin ganz ohr.
20:40Krawall bei Society Event.
20:41Gehörnter Ehemann hat Frauenliebling Harry Rothburg um.
20:45Was, wie, welcher Ehemann?
20:46Jetzt warten Sie heute mal.
20:47Der Münchner Chatset zuckte zusammen, als sich der Ehemann von Rothburgs Lektorin Heidi
20:52Gahlke mitten in der Lesung auf den attraktiven Autoren stürzte.
20:56Ein Schrei des Entsetzens ging durch die lustre Gäste, Schau.
21:01Der Herr Gahlke, schau an.
21:04Gut, dass Sie die richtigen Zeitungen lesen, Frau Stockl.
21:06Haben Sie die Adresse von Gahlkes?
21:08Selbstverständlich, am Kanal in Söchtenau.
21:11Gut, dann rufen Sie da bitte an und sagen Sie, dass wir in, ja, so 20 Minuten da sind, ja?
21:15Ja, das mach ich.
21:16Sie sind die Beste.
21:17Ich weiß.
21:20Und?
21:21Frau Gahlke hatte ein Verhältnis mit Herrn Rothburg.
21:24Ihr Mann hat's rausgefunden und hat ihm öffentlich bei einer Lesung eine verpasst.
21:28Schau an, schau an, der lügt ja wie gedruckt, der Herr Autor.
21:32Ach, dann sind wir jetzt eh bitte ins Auto.
21:33Mach ich ja.
21:35Wissen Sie was, den lassen wir jetzt einfach vorladen.
21:37Genau.
21:38Und die beiden Gahlkes haben natürlich auch ein Motiv.
21:40Sie, weil sie was mit ihm hatte, was wohl nicht ganz rund lief, wenn ich an den Streit im Timesquare
21:44denke zum Beispiel, und er aus Eifersucht.
21:47Die lassen wir auch einfach vorladen.
21:48Nein, da fahren wir jetzt hin.
22:09Die Gahlkes wohnt ja gerade mal 20 Minuten von Rosenheim weg.
22:12Ob er das so lustig fand, dass seine Frau trotzdem im selben Hotel übernachtet hat wie ein Lover, hat das
22:16wir mir jetzt gleich erfahren.
22:17Oh, Entschuldigung.
22:20Moment.
22:23Hilde?
22:24Was?
22:25Mit persönlicher Wittmann.
22:27Du sag einmal, wie stehst du denn das vor?
22:29Ich bin bei der Polizei.
22:31Ja, nein.
22:33Vierte, ja.
22:36So.
22:39Muss jetzt in den Termin, ja?
22:40Keine Zeit für sowas.
22:44Außerdem kannte ich diesen Wähler ja noch ganz flüchtig.
22:46Also wenn Sie sich jetzt die Zeit nicht nehmen, müssen wir Sie leider vorladen lassen.
22:50Und das dauert dann ganz bestimmt viel, viel länger, als wir dies da, glauben Sie mir es.
22:54Jetzt komm schon, Walter.
22:55Ich weiß wirklich nicht, was das sei.
22:57Gibt es hier irgendwo einen Platz, wo wir uns allein unterhalten können?
23:03Kommen Sie halt mit.
23:08Ähm, entschuldigen Sie, mein Mann ist etwas angespannt.
23:12Angespannt.
23:13Moin, hast du einen Kaffee?
23:15Ja, gerne.
23:18Na ja, vielleicht kann man das ja auch verstehen, wenn die eigene Ehefrau mit ihrem Liebhaber
23:22gar nicht weit entfernt im Hotel absteigt.
23:26Die Affäre mit Herrn Rothburg ist vorbei.
23:29Wir haben uns getrennt.
23:30Mein Mann muss sich keine Sorgen machen.
23:31Und mit wir meinen Sie, dass das eine gemeinsame Entscheidung war von Ihnen und Herrn Rothburg?
23:36Ja.
23:38Mein Mann hatte bekannte Nachrichten gefunden und mich daraufhin zur Rede gestellt.
23:42Na, eine Frau und ich hatten unsere Handys vertauscht.
23:45Dem Ende meiner Frau waren SMSen drauf.
23:48Da haben Sie keine Fragen.
23:50Verstehe.
23:50Und dann?
23:51Dann bin ich in der Lesung auf den Rothburg los.
23:57Ich habe ihm alles gestanden und die Affäre ist sofort beendet.
24:00So war das also?
24:01Ja.
24:02Ah, Milch, Zucker.
24:06Und wie hat der Herr Rothburg das aufgenommen?
24:09Der ist ausgeflippt.
24:11Der ist so eitel.
24:13Er kann es einfach nicht ertragen, dass ihn eine Frau abweist.
24:17Im Times Square sah es allerdings so aus, als ob Sie recht verzweifelt gewesen wären.
24:22Nicht aus Liebeskummer.
24:24Wie Sie mir Herr Schambau unterstellen wollen.
24:26Sondern?
24:28Aus Wut.
24:29Weil ich so lange auf ihn reingefallen bin.
24:33Am liebsten hätte ich diesen eitlen Fatzgewindel weichgeschlagen.
24:37Das können Sie mir glauben, ja.
24:39Aber am Morgen, oder?
24:41Eher hätte ich meine Frau umgebracht.
24:43Was haben Sie denn gestern den ganzen Tag über gemacht?
24:45Ich bin Architekt.
24:46Da habe ich mich um meine Baustellen gekümmert.
24:48Hier in der Gegend?
24:49Ja, mehr oder weniger.
24:51Gut, dann brauche ich die Namen, die Adressen von den Leuten, die Sie gesehen haben und von wann bis wann.
24:57Und das Ganze bis einschließlich 22 Uhr.
24:59Tue ich Ihnen aus.
25:04Und was haben Sie den Tag über gemacht?
25:08Bis zum Nachmittag war ich in diesem Times Square und danach bin ich rumgelaufen.
25:15Einfach so.
25:16Und wann waren Sie zurück im Hotel?
25:19Kurz nach 16 Uhr, denke ich.
25:23Haben Sie eigentlich gewusst von diesem Zimmertausch?
25:28Zimmertausch?
25:30Zimmertausch.
25:31Ne?
25:35Und der Herr Willer, hatte der vielleicht noch andere Klienten außer Herrn Rothburg?
25:39Nicht, dass ich wüsste.
25:41Aber mit dem Rothburg hat er nun ja auch wirklich einen Huhn im Stall gehabt, das Goldene Eier legt.
25:46Schuss Milch?
25:49Gerne.
25:56Das ist aber wirklich sehr nett.
25:58Vielleicht nur Wasser oder einen Keks?
25:59Danke, nein.
26:10Ich hätte eine Frage.
26:12Na zu.
26:13Woher nehmen Sie eigentlich immer diese Einfälle?
26:15Schöne Frauen inspirieren mich einfach.
26:23Ich habe eine Freundin, die Marie Hofer von der Musikakademie.
26:26Sie wissen schon, die hätte gern von Ihnen noch ein paar Bücher signiert.
26:29Die kommt gleich vorbei.
26:30Gar kein Problem, wenn sie rechtzeitig kommt.
26:35Also wenn Sie mich fragen, für mich war er es.
26:39Aha.
26:40Erstens hat der Galke ein eindeutiges Motiv und zweitens war er in der Nähe.
26:45Ich denke ja nicht, dass er es war.
26:47Aha.
26:48Wieso nicht?
26:49Weil ich nicht mehr so richtig an das Zufallsopfer-Villa glaube.
26:51Verstehen Sie?
26:52Ich freue mich so, euch zu sehen.
26:54Schaut Sie mal her.
26:55Das sind die Gesprächsnachweise vom Villa in den letzten drei Wochen.
26:59Also für los war nicht beim Villa am Telefon.
27:01Ja und ist für uns was Brauchbares dabei?
27:03Könnte es schon sehen.
27:05In der letzten Woche hat der Villa dreimal mit einem Verlag telefoniert.
27:11Herr Moer, der Agent eines Autoren ruft dessen Verlag an, was Brauchbares habe ich gesagt.
27:15Ja, er hat aber nicht seinen Verlag in München angerufen, sondern einen Pretorius Verlag in Berlin.
27:20Aha.
27:20Vielleicht wollten die den Verlag ja wechseln und Frau Galke wollte es verhindern.
27:24Haben Sie da in Berlin schon angerufen?
27:25Jawohl.
27:26Hat aber niemand abgekommen.
27:28Könnte es sein, dass die Preußen einen Feiertag haben, den wir nicht haben?
27:31Ja, da müssen Sie jetzt einen fragen.
27:33Könnte es sein, dass die Preußen einen Feiertag...
27:35Undreckbar. Versuchen Sie es weiter.
27:38Ah, wie ich sehe, sind Sie bereits in guten Händen.
27:42Alles bestens, danke.
27:43Dann kommen Sie doch bitte gleich mal drüber, ja?
27:47Äh, Frau Stockel, schauen Sie.
27:51Da habe ich einen Terminplan von Walter Galke zwecks seinem Alibi.
27:54Bitte rufen Sie die einzelnen Personen an und fragen Sie nach, ob das stimmt, was da steht, gell?
27:58Wird erledigt, Frau Ufer, Moment.
27:59Und da hätte ich noch ein paar Ordner aus der Wohnung vom Villa.
28:03Vielleicht finden Sie ja darin etwas Interessantes, was für uns brauchbar ist, gell?
28:07Und das ein bisschen heute.
28:08Gestern gelangt.
28:11Frau Ufer, Sie müssen sich beeilen.
28:13Der Ortburg ist jetzt...
28:14Warum haben Sie uns eigentlich nichts von Ihrem Verhältnis mit Frau Galke erzählt?
28:18Und auch nichts von dem peinlichen Angriff Ihres Mannes während der Lesung?
28:24Eine Affäre ist etwas Intimes zwischen zwei Menschen.
28:27Ja, durchaus.
28:29Wie lange ging das?
28:32Neun Monate.
28:34Die Heidi war ja schon sehr lange meine Lektorin, da kommt man sich nahe.
28:39Und sie war sehr unglücklich verheiratet.
28:42Ach so, und da wollten Sie sich nur ein bisschen trösten, oder wie?
28:45Ihr Mann hatte nur seine Arbeit im Kopf, keine Zeit für seine Frau.
28:49Die alte Geschichte hat sie total vernachlässigt.
28:52Und da haben Sie sich quasi angeboten?
28:54Für mich war es von Anfang an nur eine Affäre.
28:57Die Frau Galke hat allerdings behauptet, dass sie mit Ihnen Schluss gemacht hat.
29:02Nein, wirklich nicht.
29:05Wie hat sie dann reagiert, als sie...
29:09Na ja, sie war verzweifelt.
29:11Vielleicht sogar so verzweifelt, dass sie Ihnen eine vergiftete Praline aufs Bett gelegt hätte?
29:16Ich glaube, eine verzweifelte Frau ist zu sehr viel empfähig.
29:20Wussten Sie, dass Ihr Agent, der Herr Willer, Kontakt zu einem anderen Verlag in Berlin aufgenommen hatte, dem Praetorius Verlag?
29:28Ich habe ihn sogar darum gebeten.
29:30Er wollte, dass wir eventuell den Verlag wechseln.
29:33Es wäre natürlich für die Frau Galke eine Katastrophe gewesen, oder?
29:37Das wäre es wohl.
29:39Gut, dann war es das erst mal, Herr Rothburg. Vielen Dank.
29:47Biederschauen.
29:48Biederschauen.
29:52Herr Rothburg, sind Sie schon fertig?
29:54Schon ist gut.
29:55Ja, aber wegen den Autogrammen.
29:56Na ja, wo ist denn nun Ihre Freundin?
29:58Die müssen halt eigentlich schon längst da sein.
30:00Hören Sie, ich muss jetzt los, aber Sie sollen mich anhoffen.
30:03Die Nummer haben Sie ja.
30:03Mhm.
30:04Wiedersehen.
30:05Wiederschauen.
30:06Schönen Tag noch.
30:08Mei, Hofering.
30:17Seid ihr da?
30:25Danke, Matthias.
30:26Gerne, Frau Hofer.
30:27Frau Hofer, jetzt ist er gerade weg, der Rothburg.
30:29Haben Sie ihn nicht mehr gesehen?
30:30Na, schade.
30:32Ja, ging aber nicht schneller.
30:33Das machen wir jetzt.
30:35Mei, Frau Hofer, rufen Sie ihn doch bitte an.
30:37Sie tun mir damit einen ganz großen Gefallen.
30:39Übrigens, der schaut von nahe noch viel besser aus.
30:43Ja, die Frau Hofer, grüß Gott.
30:45Was führt Sie zu uns?
30:46Nichts als die Liebe.
30:48Aha.
30:49Zur Literatur.
30:50Ach so.
30:50Bin dann auch schon wieder weg, gell?
30:52Warten Sie.
30:53Danke.
30:55Danke.
30:55Gerne.
30:58Frau Stockl.
31:00Frage, was war denn das jetzt?
31:02Nix.
31:05Frau Stockl, wir können Sie es ruhig sagen.
31:09Also, es ist ja so, ich habe die Frau Hofer gebeten, dass der Rothburg mir ein paar Bücher signiert.
31:14Und da die Frau Hofer nicht bei unserem Verein dabei ist, habe ich mir gedacht, kann ja der
31:18Achtziger nichts dagegen haben.
31:20Frau Stockl, Sie sind meine Rettung.
31:24Wieso?
31:25Unter uns.
31:27Also, ich bräuchte auch so ein signiertes Exemplar.
31:30Also, nicht für mich, sondern für meine Frau.
31:33Mit persönlicher Widmung, wenn es geht.
31:34Weil, ich bin ja ab nächster Woche wieder in Passau als Mitbringsel quasi.
31:38Verstehen Sie?
31:39Gut, dass ich zehn Bücher bestellt habe.
31:41Rufen Sie am besten die Frau Hofer an, die trifft sich gerade mit dem Rothburg.
31:45Hallo, Herr Rothburg.
31:47Oh, Frau Hofer.
31:48Frau Hofer, bitte.
31:51Schön, Sie nochmal zu sehen.
31:54Dankeschön.
31:58So was darf ich Sie einladen?
32:00Ein Glas Weißweck, bitte.
32:02Gerne.
32:06Sind die alle für Sie?
32:08Na, na, ich habe doch schon eins.
32:10Nein, für Freunde und Familie und ein ganz spezieller Wunsch.
32:16Für Hasemuckel?
32:18Bitte schön.
32:19Danke schön.
32:20Wenn es kein Problem für Sie ist.
32:22Na, für mich ganz sicher nicht.
32:23Zum Wohl.
32:24Zum Wohl.
32:33Nein, wenn ich Sie jetzt schon mal so ganz für mich alleine habe, muss ich Sie unbedingt
32:38was fragen.
32:39Hm.
32:43Fragen Sie.
32:45In Kunst der Verführung, da hat doch die Jessica dieses Verhältnis mit dem Doktor Freitag
32:49und der ist ja auch ganz narrisch wegen ihr und dann ist der plötzlich mit dieser Assistenzärztin
32:53verschwunden.
32:54Das habe ich irgendwie nicht verstanden.
32:57Fragen Sie mich was Leichteres.
33:06So.
33:07Die Semmeln sind da.
33:14Oh, und bretzen.
33:16Mhm.
33:24Für Hasemuckel von Harry Rothburg?
33:27Ne, jetzt sagen Sie bloß, Frau Stockel hat es geschafft.
33:30Ja, ich konnte sie doch nicht hänger lassen.
33:32Und an Stadler auch nicht.
33:33Herr Stadler.
33:35Hm?
33:36Ha, so Muckle.
33:40Na ja.
33:41Und, wie ist er so privat, der Herr Rothburg?
33:44Charmant.
33:45Und ein bisschen wirr.
33:47Wirr?
33:47Ja.
33:48Der hat so viel Fantasie, der wirft schon seine eigenen Geschichten alle durcheinander.
33:51Da kenne ich mich schon ein bisschen seinen Romanen aus als er selber.
33:54Wie meinen Sie das?
33:57Also.
33:58Aha.
33:59Und um 17 Uhr war der Herr Galke bei Ihnen auf der Baustelle.
34:01Gut, bedanke ich mich.
34:03Wiederhören.
34:05Guten Morgen.
34:06Guten Morgen, Frau Hofer.
34:07Der Herr Linds kommt auch gleich.
34:09Ich wollte nur schnell die Bücher vorbeibringen, bevor hier wieder so viel los ist.
34:13Ah, super.
34:13Schauen Sie, ist ja nicht goldig, unser Herr Stadler?
34:17Für Hasemuckel?
34:19Da wird sich seine Frau aber freuen.
34:21Einen wunderschönen guten Morgen, meine Damen.
34:23Morgen.
34:24Morgen.
34:25Mit den besten Grüßen von Herrn Rothburg für Ihre Frau.
34:28Ah, ich sag's auch.
34:31Frau Hofer, da haben Sie jetzt wirklich was gehört bei mir.
34:33Passt schon.
34:34Ich muss.
34:35Ja, ich muss auch.
34:36Halt.
34:37Morgen, Herr Linds.
34:38Morgen.
34:39Guten Morgen.
34:40Also, der Galke, der war um 12 Uhr auf der ersten Baustelle.
34:45Eine halbe Stunde später auf der zweiten Baustelle.
34:47Und um 17 Uhr ist er auf der dritten Baustelle aufgekreuzt, die er um 22 Uhr verlassen hat.
34:53Oder Alibi.
34:54Ja.
34:54Ja, was jede Menge Leute bezeugen können.
34:56Danke, Frau Stadler.
34:57Gerne.
35:00Ach, übrigens, die Frau Hofer hat heute früh was Merkwürdiges gesagt, dass sie das Gefühl
35:05hatte, der Rothburg würde sich in seinen eigenen Büchern gar nicht richtig auskennen.
35:09Aha, und was soll das heißen?
35:11Weiß ich noch nicht.
35:14Guten Morgen, meine Herr.
35:15Guten Morgen.
35:18Wie schaut's aus?
35:20Gibt's was Neues in unserem Fall?
35:21Ja, also, unser Herr Rothburg, also der Autor und die Heidi Galke, also seine Lektorin,
35:28hatten ein Verhältnis.
35:30Sie ist allerdings verheiratet und der Ehemann ist den beiden auf die Schliche gekommen
35:34und hat daraufhin den Rothburg während einer Lesung öffentlich georfeigt.
35:39Ja, das ist jetzt aber nicht gerade neu.
35:42Ja, und der Ehemann, also sprich der Walter Galke, hat aber für besagten Tag ein absolut
35:49lückenloses Alibi.
35:50Aha, ja, den Rothburg dürfen wir auch nicht vergessen, da fehlt uns nur noch das Motiv.
35:55Gut, Sie informieren mich dann, wenn Sie wirklich was Neues haben.
35:59Ja, und jetzt sind wir quasi gerade auf dem Sprung zur KTU.
36:02Vielleicht haben ja die inzwischen schon den Computer von unserem Opfer von Herrn Willer geknackt.
36:09Ja, dann lassen Sie sich nicht aufhalten, meine Herren.
36:23Frau Stocke, also das interessiert mich jetzt schon, wie kommt dieses Buch mit dieser Widmung daher?
36:31Gehen Sie doch mal alleine zur KTU.
36:33Ja?
36:33Ja, die Frau Hofer hat mich auf eine Idee gebracht.
36:36Ja, wo ist?
36:42Das ist ja ein Ding.
36:45Frau Stottel?
36:46Ja?
36:48Sagen Sie, kennen Sie noch die Fernsehserie Nette Nachbarn?
36:52Nein, die habe ich schon mal als Kind geschaut.
36:55Wussten Sie auch, dass Ihr Harry Rothburg als Schauspieler bei der Serie war?
36:59Na.
37:00Und der Herr Robert Willer war damals auch schon dabei.
37:04Und jetzt raten Sie mal, als was?
37:05Weil vielleicht als ein Agent?
37:07Ganz falsch.
37:08Als Autor.
37:10Und jetzt finden Sie bitte mal raus, wo Willer seine Konten hatte.
37:13Ich brauche dringend die Kontoauszüge.
37:14Das mache ich.
37:28Was?
37:29Frau Stottel, was gibt's?
37:32Sie haben die Konten schon überprüft.
37:33Das ging ja schnell.
37:34Und?
37:37So etwas Ähnliches habe ich mir gedacht.
37:39Sehr gut.
37:40Dann sollen die Kollegen von der KTU in München sich mal Rotburgs Wohnung anschauen.
37:44Okay?
37:45Ja.
37:45Bis nachher, Frau Stottel.
37:46Danke.
37:52Die KTU braucht noch ein bisschen für den Willer seinen Computer.
37:58Hasemuckel.
38:09Frau Stottel?
38:11Ja.
38:12Frage, ich habe gerade einen Herrn Achtziger getroffen.
38:15Herr Stadler, Antwort.
38:17Der Herr Achtziger hat ihr Buch da drüben mit der Widmung gefunden.
38:23Na ja, ist ja wurscht.
38:26Und vom Herrn Lind soll ich Ihnen ausrichten.
38:28Das sollen Sie sich anschauen.
38:30Was ist das?
38:32Kontoauszüge vom Willer.
38:34Schön.
38:39Warum meint Herr Willer Ihnen monatlich 8000 Euro überwiesen und den Löwenanteil für
38:43sich behalten?
38:45Ich kann schlecht mit Geld umgehen.
38:47Willer hat meine Einnahmen für mich verwaltet und mir sozusagen nur ein Taschengeld überwiesen.
38:53Taschengeld.
38:54Hören Sie doch auf.
38:55Herr Willer hat gelebt, wie der eigentliche Star.
38:57Ja.
38:58Willer war sowas halt wichtig.
39:00Er hat sich von ganz unten hochgearbeitet und hatte da offensichtlich was nachzuholen.
39:07Mir ist Geld nicht so wichtig.
39:09Glaube ich Ihnen nicht.
39:12Bescheidenheit ist nicht strafbar, soweit ich weiß.
39:14Und Ihr Vermögen, was ist damit?
39:16Willer hat es für mich angelegt.
39:18Und viel Geld seiner Schwester überwiesen.
39:20Aber ich fand das in Ordnung.
39:21War ja für einen guten Zweck.
39:23Ich möchte unser Gespräch auf dem Kommissariat fortsetzen.
39:26So, da kommen die Eier.
39:27Muss das sein?
39:28Ja, das muss.
39:29Und zwar gleich.
39:30Einfach dazu und dann hast du alles auf einen Griff.
39:32Herr Lind?
39:33Ja.
39:33Ja, der Herr Rothburg ist auch etwas gut.
39:36Bringen Sie den Herrn schon mal in den Vernehmungsraum.
39:37Ich komme gleich.
39:38Sicher.
39:38Kommen Sie.
39:40Herr Lind, jetzt habe ich endlich in Berlin jemanden erreicht.
39:43Der Willer hat tatsächlich dem Pretorius Verlag ein Buch angeboten.
39:47Ja, im Auftrag vom Rothburg.
39:49Das hat er uns ja selber gesagt, dass sie überlegt haben, den Verlag zu wechseln.
39:53Das habe ich auch geglaubt.
39:54Und weiter?
39:55Ist aber nicht so.
39:56Das Buch war nicht von seinem Klienten.
39:58Sondern?
39:58Von ihm selber.
39:59Robert Willer.
40:03Das war doch gerade die Uhr in München.
40:04Das haben Sie gefunden in der Wohnung von Herrn Rothburg.
40:07Wenn Sie beide wissen wollen, wie der Fall ausgeht, dann empfehle ich mir zu folgen.
40:09Befreundlich?
40:12Gerne.
40:20Tja, Herr Rothburg.
40:23Nette Nachbarn, hm?
40:27Sie waren ein mäßig erfolgreicher Schauspieler mit Schlag bei Frauen.
40:31Und Robert Willer war der Autor ohne Ausstrahlung.
40:35Und daraus haben Sie ein ziemlich erfolgreiches Team gemacht.
40:38Er hat die Romane geschrieben und Sie waren sein Gesicht, nicht wahr?
40:42Ja, sehen Sie.
40:43Und genau deshalb macht Ihre Theorie doch gar keinen Sinn.
40:47Dann hätte ich ja meine eigene Lebensader abgeschnitten.
40:49Nein, nein, Sie hatten schon guten Grund.
40:52Herr Willer hatte es satt, Ihre Macken zu ertragen.
40:54Er wollte auch ins Rampenlicht.
40:55Hören Sie doch auf.
40:56Nein, Sie hören auf.
40:57Wir haben seine Kunden überprüft und da ist nichts für Sie angelegt worden, Herr Rothburg.
41:00Rein gar nichts.
41:02Und in Ihrer Wohnung in München haben unsere Kollegen Spuren von Eibennadenextrakt gefunden.
41:08Also, bitte.
41:10Ja, es lief viele Jahre gut.
41:13Alle waren glücklich.
41:15Und dann kam Willer auf die wahnsinnige Idee, unter seinem Namen zu veröffentlichen und mich abzuservieren.
41:22Er wollte den großen Skandal, damit er gleich ganz nach vorne kommt.
41:26Das konnten Sie natürlich nicht zulassen, oder?
41:28Dass der Galke mich dann vor aller Augen bedroht hat, war mir klar, ich würde den Verdacht auf ihn lenken.
41:35Der Zimmertausch?
41:36Ja.
41:37Ich wusste, dass Willer das Himmelbett haben wollte.
41:40Ja, weiter.
41:42Vor der Lesung war ich dann kurz hin Willers Zimmer.
41:47Einen Generalschlüssel zu klauen war kein Problem.
41:51Ja, und da habe ich dann das Bettopferl vergiftet.
41:55Herr Rothburg, Sie sind vorläufig festgenommen, wegen des dringenden Tatverdachts Robert Willer ermordet zu haben.
42:01Herr Mohr.
42:02Herr Rothburg, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
42:09Gratulation, Herr Kollege, das war jetzt wirklich brillant.
42:13Ich bin nur gespannt, wie Hasermuckel das aufnehmen wird.
42:15Ich bin nur gespannt, wie ich das aufnehmen kann.
42:15Ich bin nur gespannt, wie ich das aufnehmen kann.
42:15Ich bin nur gespannt, wie ich das auf溺zyć...
42:16...

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