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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:19ELEPHON!
00:21Gareth Heath!
00:30Wie im Seins ist denn das?
00:32Das ist doch, dass ich nicht kann.
00:34Ist das noch ein Bier schauen von gestern Abend?
00:36Da!
00:42Hofer!
00:43Herr Hofer, wo haben Sie denn Ihr Handy?
00:46In der Hand.
00:47Ha, ha, ha!
00:48Der Michi hat mich auch schon die ganze Zeit bei Ihnen probiert.
00:51Das hab ich gehört, was gibt's denn?
00:53Es gab mir der Laich.
00:54Weiblich, 50 Jahre alt, tot auf der Hollywood-Schaukel.
00:58Michi kommt das Ganze ein bisschen Spanisch vor.
01:00Er hat nämlich schon die Frau Dr. Kern und die Spurensicherung vor Ort bestellt.
01:04Kastanienweg Nummer 10.
01:05Was ist mit dem Hansen?
01:06Fitness.
01:07Der duscht, dann kommt er auch.
01:08Gut, dann putze ich meine Zähne fertig.
01:10Servus, Frau Stockler.
01:23Entschuldigung, ich bin gleich da.
01:30Morgen, Herr Kollege.
01:31Guten Morgen.
01:32Also, dann schauen wir mal.
01:35Frisch rassiert, frisch geföhnt.
01:37Deswegen zu spät.
01:39Ich war im Stall.
01:40Ach so.
01:41Die Tote heißt Melanie Rotholzer.
01:43Sie ist 50 Jahre alt geworden.
01:45Sie war die Besitzerin von diesem Anwesen.
01:48Ja.
01:57Guten Morgen, Frau Doktor.
01:58Oh, guten Morgen, Herr Hansen.
02:01Was haben Sie entdeckt?
02:03Ja, sie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Überdosis von Medikamenten gestorben.
02:07Wobei ich davon ausgehe, dass sie sie nicht selber genommen hat.
02:11Mhm.
02:13Das bestätigt ja auch die Vermutung und Beobachtung von Herrn Mohr.
02:17Sehen Sie mal hier, die Pämatome am Handgelenk.
02:23Als ob sie jemand festgehalten hat oder als ob sie gefesselt wurde.
02:28Sie meinen, dass ihr die Medikamente gewaltsamt verabreicht wurden?
02:31Genau.
02:32Hier am Mundwinkel und am Kinn und auch auf der Brust.
02:36Da sind noch Reste von der Arznei.
02:38Als ob man sie zum Trinken gezwungen hat.
02:41Wann ist sie denn gestorben?
02:42Gestern, zwischen 24 Uhr und 1 Uhr morgens.
02:46Wobei das nicht die Tatsache ist.
02:48Sie meinen, es hat noch eine Weile gedauert, bis die Medikamente gewirkt haben?
02:53Genau.
02:56Zirka zwei bis drei Stunden.
02:58Also die eigentliche Tatzeit bewegt sich zwischen 21 und 23 Uhr.
03:03Dann danke ich Ihnen.
03:05Gern.
03:09Auf Wiedersehen, Herr Hofer.
03:11Auf Wiederschauen.
03:12Ich komme am Nachmittag vorbei.
03:15Sekretär sind Sie, haben Sie gesagt.
03:17Ja.
03:19Ich mache das so genau als Sekretär.
03:23Einkaufen, Wagen waschen, Bücher sortieren.
03:27Bücher sortieren, das ist ja.
03:29Melanie, Frau Rotholzer hat es gerne gelesen.
03:33Sie sind nicht von hier, gell?
03:35Port Antonio, Jamaica.
03:38Haben Sie Frau Rotholzer dort kennengelernt?
03:40Sie hat dort Ferien gemacht, ja.
03:42Verstehen.
03:44Was, verstehen Sie?
03:46Dass sich weiße Frauen dort schwarz als Sexklappen holen, ha?
03:50Das ist aber gar nicht so, gell.
03:52Doch, aber nicht bei Melanie und mir.
03:55Melanie hat mir diesen Job angeboten, weil es in meiner Heimat nicht viel Arbeit gibt.
03:59Und ich habe den Job genommen.
04:02Wann haben Sie Frau Rotholzer vorgefunden?
04:06Heute früh, als ich nach Hause gekommen bin.
04:09Und Sie wohnen hier?
04:10Melanie hat mir ein paar Zimmer zur Verfügung gestellt.
04:14Woher sind Sie heute Morgen gekommen?
04:16Von meiner Freundin.
04:17Ich hatte gestern Abend frei und habe die Nacht bei ihr verbracht.
04:21Von der Freundin berichte ich dann Namen, Adresse und Telefonnummer.
04:25Wozu?
04:26Vom Herr Alibi zu überprüfen.
04:28Bambaglad Alibi?
04:29Hey Mann, was ist los mit dir?
04:31Melanie hat sich mit diesen verdammten Tabletten vergiftet.
04:37Ja?
04:39Frau Ortmann, grüß Sie.
04:41Guten Morgen, Frau Stockel.
04:43Der Herr Mohr ist nicht da?
04:44Nein, der ist auf einer Tatortbegehung.
04:47Aha.
04:48Ja, vielleicht könnten Sie ihm das hier für mich geben.
04:50Ein Erlass aus dem Innenministerium.
04:53Beamte im Polizeidienst sollen künftig alle zwei Jahre das deutsche Sportabzeichen erwerben.
04:57Echt?
04:57Ja.
04:58Und damit keiner auf die Idee kommt zu mogeln, werden entsprechende Kontrollnachweise verlangt.
05:04Das ist ja Wahnsinn.
05:05Was ist mit den beiden Kommissaren?
05:07Das ist nicht näher aufgeführt, aber ich nehme an, dass es sich nicht auf Beamte im höheren Dienst bezieht.
05:11Und unser Eins so mittendrin, nicht oben, nicht unten.
05:14Unser Eins ist ja ausschließlich im Innendienst tätig.
05:17Stimmt.
05:18Wiederschön.
05:19Wiederschön.
05:23So, Michi.
05:27Schleuderball.
05:47Mit den Tabletten hat es schon gehabt, Frau Rotholze.
05:50Das Gastel war im Bad.
05:52Weil mir denkt, nimmst du das mit.
05:55Lauter Stimmungsaufheller.
05:57Sagt die Frau Dr. Kern.
05:59Vielleicht war sie doch selbstmord.
06:01Das glaube ich nicht.
06:03Und die Frau Dr. Kern glaubt sie auch nicht.
06:05Und außerdem im ganzen Haus kein Abschiedsbrief.
06:07Nichts, nirgends.
06:09Hat die Frau Verwandte.
06:12Schwester.
06:14Verheiratet mit einem gewissen Mann.
06:16Ludwig Steiner.
06:17Wohnt auf dem Rosenheim.
06:19Ambrosiusweg 66 B.
06:21Und dann fahren wir doch mal an die 66.
06:24Genau, das machen wir.
06:25Und du schaust in der Zwischenzeit,
06:27wer diese Medikamente verschrieben hat.
06:29Und dann müssen wir noch das Alibi von Magity überprüfen.
06:33Sie hat den Rest von seiner Freundin
06:34in der Wahrheit nach der Angeblich.
06:36Ja, das machen wir dann auch.
06:38Genau, Missi.
06:39Bitte.
06:54Ja, wer ist da?
06:55Das ist Gott.
06:56Hoferkrieg, Frau Rosenheim.
06:58Ja.
06:59Denn mein Kollege und ich würden Sie gerne sprechen.
07:01Um was geht es denn?
07:04Das würden wir Ihnen gerne persönlich sagen.
07:13Tod?
07:14Die Melanie?
07:15Ja.
07:16Wir waren gestern noch bei ihr.
07:19Gestern Abend.
07:21Wie lange?
07:24Viertel vor sieben, circa.
07:26Um sieben waren wir wieder da.
07:28Nachrichten.
07:31Woran ist sie denn eigentlich gestorben?
07:33An einer Überdose Schlaftabletten.
07:36Ja.
07:39Ja?
07:41Ja, es ist so,
07:43meine Schwägerin war oft sehr niedergeschlagen.
07:47Depressiv, sag's doch.
07:48Ja.
07:49Mich wundert es nicht, dass sie sich umgebracht hat.
07:52Woran wir unsere Zweifel haben.
07:54Es sieht so aus,
07:56als wären die Tabletten gewaltsam verabrechterlich.
07:59worden.
08:01Gewaltsam.
08:03Das wäre dann Mord.
08:05Ja, aber
08:07wer, um Gottes Willen?
08:08Ja, sie doch, mit wem sie sich umgeben hat.
08:11Sie meinen ihren Sekretär?
08:14Sekretär.
08:15Wollen Sie damit sagen, dass er mir war?
08:17Die Liebhaber vielleicht?
08:20Liebhaber?
08:21Nein, aber
08:22da, wo der herkommt,
08:24weiß man, ob man so jemandem trauen kann?
08:26Die haben ja eine ganz andere Ethik.
08:29Breit gemacht hat er sich bei ihr.
08:31Das war seine Ethik.
08:32Zuerst ein Zimmer,
08:33dann zwei
08:34und jetzt bewohnt er das halbe Obergeschoss.
08:38Sie hat sich so ausnutzen lassen von ihm.
08:42Sehr entschuldigen.
08:49Herr Achtziger, zu einer wollte ich gerade.
08:50Guten Morgen, Frau Stocke.
08:51Guten Morgen.
08:52Ich war gerade vorhin beim Sport, deshalb habe ich jetzt so einen Durst.
08:55Trainieren Sie auch fürs Sportabzeichen?
08:57Naja, sollte ich mir als Streifenpolizist enden, wird es sicherlich nicht schaden.
09:03Apropos hat Frau Achtmann den Herrn Morscher aufgeklärt.
09:06Sie hat mir die Unterlagen für ihn vorbeigebracht.
09:09Der ist aber noch am Tatort, der weiß noch gar nichts von seinem Glück.
09:11Ja, es ist ein spartlicher Typ, das macht ihm nicht viel.
09:14Ja, schafft er mit links.
09:16Haben wir viel zum Unterschreiben?
09:17Schaffen Sie auch mit links.
09:20Nein, außer uns hat die Melanie keine Verwandten.
09:26Unsere Eltern sind schon lange tot und verheiratet war sie nie.
09:32Dann werden Sie sie vermutlich beerben.
09:35Naja, meine Schwägerin war ziemlich sozial eingestellt.
09:40Den Herrn Magotti, den hat sie ja auch quasi unterstützt.
09:46Wer weiß, ob sie den nicht als Erben eingesetzt hat?
09:49Naja, sie wird aber nicht ihre einzige Schwester vergessen.
09:54Wie ist Frau Rotholz eigentlich zu ihrem Besitz gekommen?
09:57Wo das Glück halt hinfällt.
10:00Lotto.
10:02Jackpot.
10:03Vor fünf Jahren, hm?
10:057,5 Millionen Euro.
10:07Hm.
10:08Sie hat dann gleich aufgehört zu arbeiten.
10:11Wir waren beide im gleichen Kaufhaus angestellt.
10:14Dann hat sie eine Weltreise gemacht und dann hat sie sich die Villa gekauft.
10:18Und Sie?
10:19Sie arbeiten noch in einem Kaufhaus.
10:21Nein, ich habe auch aufgehört.
10:23Die Melanie hat uns ein bisschen was gegeben.
10:27Eigentlich.
10:28Gut, ja, das war's dann für einen Augenblick.
10:31Sobald wir näher das wissen, melden wir uns bei Ihnen.
10:34Bitte.
10:36Stocki, was glaubst du, das in der Welt ausschauen würde, wenn ich nicht täglich meine Fitness unter Beweis stellen würde?
10:41Du möchtest dich gar nicht mehr raus trauen, doch.
10:43Was regst du denn so auf?
10:45Regen wir eh nicht auf.
10:46Wie macht das mit links?
10:48Was machen Sie mit links?
10:49Das deutsche Sportabzeichen.
10:51Jeder Beamte im niederen Polizeidienst soll einen Nachweis über seine sportliche Fitness erbringen.
10:56Ein Erlass aus dem Fitness mit Ihrem Innenministerium.
11:00Aha.
11:01Schaden könntest du ja nicht, ne?
11:03Also Fitness ist das Wichtigste in unserem Job.
11:05Und wer viel sitzt, sollte auch viel Sport machen.
11:08Was haben wir denn da?
11:10Fünf Disziplinen.
11:12Schwimmen, Laufen, Weitsprung.
11:15Aber die Anforderungen sind noch einigermaßen human.
11:17Und was verlangen die beim Weitsprung?
11:19Also das ist hier altersmäßig gestaffelt.
11:22Bei Ihnen wären das 1,20 Meter.
11:284 Meter, 4,30 Meter.
11:30Aber da springe ich einer.
11:33Ach so.
11:35Weil alternativ zu den gängigen Disziplinen kann man natürlich auch andere Sportarten wählen.
11:39Inline-Skaten, wie heißt damit?
11:41Rudern, Kegeln.
11:43Michi!
11:44Wissen Sie.
11:45Herr Hansen.
11:48So, jetzt ist es endlich fertig mit deinem Sportdiskurs.
11:51Gibt es was Neues?
11:52Ja, also, was das Alibi von dem Magotti angeht, die Freundin habe ich leider noch nicht erreicht.
11:59Aber ich bleib dran.
12:00Davon gehe ich aus, Michi.
12:02Ja, dafür habe ich mit der behandelnden Ärztin von der Melanie Rotholzer geredet.
12:07Und die hat mir gesagt, die Frau Rotholzer hätte schwere Depressionen gehabt.
12:11Deswegen auch die Psychopharmaka.
12:12Und außerdem war sie noch in Behandlung bei vielen, vielen Psychotherapeuten, hat aber alles nichts genutzt.
12:17Und am Schluss wärst du noch gewesen bei einem gewissen Doktor Brunner.
12:21Und das war schon ein sehr spezieller Therapeut, das war nämlich ein Glücksberater.
12:26Ein Glücksberater?
12:27Ja, seit wann kann man Sie zu seinem Glück beraten lassen?
12:30Ja, Frau Stockel, man kann Leute auch zu Ihrem Glück zwingen.
12:33Dann will ich doch mal vorschlagen, versuchen wir unser Glück bei diesem Glücksberater.
12:37Das machen wir.
12:38Frau Stockel, sind Sie gerade?
12:39Wir rufen uns beim Nachlassgericht an.
12:41Wir berechnen die Details im Testament von der Melanie Rotholzer und überhaupt zu Ihrem Vermögensverhältnis.
12:46Und so, wenn Sie nicht wären.
12:47Herr Hoferstein sei nach vor.
12:48So nett bin ich.
12:49Das weiß ich doch, Frau Stockel.
12:58Was kann ich für Sie tun, meine Herren?
13:00Tag, Hansen Krippe Rosenheim, Kollege Hofer.
13:03Grüß Gott.
13:04Herr Dr. Brunner, willkommen wegen einer Ihrer Patientinnen.
13:07Ich bin kein Arzt, auch kein Psychologe.
13:11Patienten nehmen, sagen wir, kassenärztlichen Sinn, habe ich also nicht.
13:14Ich würde Sie Klienten nennen.
13:17Ach so, ich dachte wegen Ihres Titels.
13:20Den habe ich in Philosophie erworben.
13:21Um wen geht es hin?
13:23Frau Melanie Rotholzer.
13:25Sie wurde heute Morgen tot aufgefunden.
13:28Ui.
13:30Sie können sich gerne welche mitnehmen.
13:33Danke.
13:35Und Sie sind sich sicher, dass es kein Suizid war?
13:41Sie hätten ihr einen Selbstmord zugetraut?
13:43So ein Geldgewinn löst ja ein enormes Glücksgefühl aus.
13:47Wenn das erst einmal abklaut, kann man schon in eine tiefe Verzweiflung rutschen.
13:55Das ist häufig der Fall bei Menschen, die unvorheuerhaft zur Reichtum kommen.
13:58Sie meinen, den berühmten Absturz des Lottemillionärs?
14:01Ja.
14:02Man ist nun zwar allen existenziellen Sorgen enthoben, aber urplötzlich mit der eigenen Existenz konfrontiert.
14:09Das löst Fragen aus.
14:11Ich, Zika?
14:12Herr Südstoff, bitte.
14:14Zweifel.
14:15Ängste.
14:18War es das jetzt?
14:20Kann doch noch was kommen.
14:23Danke.
14:25Und wie sind Sie gegen die Ängste und Zweifel von Melanie Rotholzer vorgegangen?
14:30Indem ich mit ihr verschiedene Glückskonzeptionen, vor allem philosophischer Art, durchgespielt habe.
14:35Epikur, Platon, Distoat.
14:38Philosophie als Therapie.
14:41Nachdenken hat noch selten jemandem geschadet, wenn er ein Problem hat.
14:44Wir haben gemeinsam herausgearbeitet, dass es die Formel Geld gleich Glück nicht festgeschrieben ist.
14:49Dass es vielmehr darum geht, herauszufinden, was einen selbst mit Glück erfüllt.
14:53Das kann alles Mögliche sein.
14:56Ein Sinn.
14:58Den man sich unter Umständen verhaltlich auch erst erarbeiten muss.
15:01Wie lange war Frau Rotholzer schon bei Ihnen?
15:04Ein halbes Jahr.
15:06Haben Sie befürchtet, dass jemand an ihr Geld will?
15:09Nein, nein. Darüber hat sie niemals gesprochen. Das war nicht ihr Problem.
15:12Na ja, möglicherweise doch.
15:15Wann haben Sie sie zuletzt gesehen?
15:17Äh, vergangenen Montag war ich bei ihr.
15:22Sie haben die Sitzungen bei ihr abgehalten?
15:25Passt unterschiedlich. Mal bei ihr, mal bei mir.
15:27Und was den gestrigen Abend anbelangt?
15:30Die Tatzeit?
15:31Mhm, genau.
15:33Was hätte ich für ein Motiver Rotholzer zu ermorden?
15:36Sie war eine gut zahlende Klientin.
15:39Nein.
15:42Ich arbeite zur Zeit an einem Vortrag.
15:44Ich schotte mich da immer komplett ab.
15:48Tja, das ist zwar leider kein Alibi,
15:50aber für einen Augenblick wollen wir es dabei belassen.
15:52Danke für ein Parfait.
15:54Dr. Brunner, bitteschön.
16:00Im Blut von Melanie Rotholzer waren reiche Spuren von Psychopharmaka zu finden.
16:05Vor allem von einem Präparat, das vor kurzem in die Schlagzeilen gekommen ist.
16:09Inwiefern?
16:10Es steht im Verdacht, dass die Patienten suizidal werden, also stark selbstmordgefährdet sind.
16:16Also genau das Richtige für jemanden depressiven.
16:20Kontraindikativ, höchst kontraindikativ.
16:23Heißt das, sie könnte sich doch selbst vergiftet haben?
16:25Nein, sie ist definitiv vergiftet worden.
16:28Ich habe Spuren der Schlaftabletten in der Lunge nachweisen können.
16:33Das heißt, sie muss einen Teil davon eingeatmet haben.
16:35Ihr wurde die Nase zugehalten, um sie zum Schlucken zu zwingen?
16:39Mhm.
16:39Und dann ist ein Teil davon über die Luftröhre in die Lungen gelangt.
16:44Ach, die Hämatome an den Handgelenken stammen übrigens von Fesseln.
16:51Ein Lagen oder ein Tuch.
16:53Die Tat kann also gut von einem Einzeltäter begangen worden sein.
16:56Es ist ja nicht ganz einfach, so jemanden ganz allein zu fesseln.
17:00Das geht schon.
17:02Ähm, ich habe diese Verletzung bei ihr entdeckt, nachdem ich ihr den Schädel rasiert habe.
17:09Sie muss vorher niedergeschlagen worden sein.
17:12Sie wird dieses Psychopharmakon in der Fachpresse berichtet haben?
17:16Ja, auch in ein paar Tageszeitungen.
17:20Ja.
17:23Und das Internet war voll davon.
17:27Sie meinen, der Täter hat sich die Nachricht zunutze gemacht?
17:30Unter Umständen ist er sogar dadurch erst zu der Tat inspiriert worden.
17:34Hat sich im Todeszeitpunkt was geändert?
17:37Nein.
17:40Gegen 24 Uhr.
17:43Und die Medikamente wurden ihr zwischen 21 und 22 Uhr gegeben.
17:49Na, Frau Rottmann.
17:51Immer noch stramm unterwegs in Sachen Sportabzeichen.
17:54Ach, hat der Moe Ihnen schon davon berichtet?
17:56Ja, ja, ja, ja.
17:57Er nimmt es gelassen.
17:58Und ich muss sagen, also, ein bisschen Fitness hat keinem geschadet, gell?
18:02Vor allem bei dem Dienstgrad.
18:03Freut mich, dass Sie das so aufgeschlossen sehen.
18:04Ich war mir zunächst nicht sicher, aber nach meinen neuesten Informationen aus dem Innenministerium
18:09erstreckt sich der Erlass auf den gesamten Polizeiapparat.
18:13Aha.
18:14Ja.
18:15Ha, nicht schlecht.
18:17Ja, und was ist mit Barvermögen?
18:20Oh, ja, mal ganz langsam, ich muss das mitschreiben.
18:24Das ist gut benannt.
18:26Also, das sind 200, 250.
18:29Es ist ja so.
18:31Die Fingerabdrücke auf dem Glasl, von wo die Melanie Rotholzer ihren Todescocktail getrunken
18:36hat, stammen alle miteinander von ihr selber, sagt die KTU.
18:40Da muss der Täter Handschuhe getragen haben.
18:42Richtig, Herr Hans.
18:43Und da kristallisiert sich allmählich jemand heraus.
18:47Der Sekretär von der Frau Rotholzer, das ist Herr Herr Magotti, der hat gesagt, dass
18:50er bei seiner Freundin gewesen ist.
18:52War er auch, aber erst später, erst gegen eine Elfe.
18:55Also hätte er theoretisch die Tat begehen können.
18:57Praktisch auch.
18:58Ja.
18:59Hat die Freundin von mir gar nicht irgendwas gesagt über sein Verhältnis zu Melanie Rotholzer?
19:03Du meinst, ob da irgendwas gewesen ist zwischen die zwei?
19:06Ja.
19:07Definitiv nicht.
19:08Sie hat gesagt, dass sie die Frau kennt, also gekannt hat, und das war ganz eine Nette gewesen.
19:12Die hat es nur gut gemacht mit dem Magotti und wollte, dass sie irgendwo eine gescheite
19:15Anstellung hätte.
19:17Also eigentlich gibt es ja wenig Grund für ihn, seine Gönnerin umzubringen.
19:20Das kommt ganz drauf an.
19:22Ich habe gerade mit dem Nachlassgericht telefoniert und die Frau Rotholzer hat den Herrn Magotti
19:26in ihrem Testament mit 250.000 Euro bedacht.
19:29Das ist ein Haufen Pulver in Jamaika.
19:31Nee, bloß in Jamaika.
19:33Aber hallo.
19:34Wer erbt den bescheidenen Rest?
19:35Mei, die Schwester und deren Mann.
19:37Also Haus, Aktien, 4 Millionen oder was davon noch übrig geblieben ist.
19:41Aber der Verwalter gemeint, wir sollten uns da mit der Bank auseinandersetzen.
19:45Na, dann machen wir das doch.
19:46Wir?
19:47Ja, sind wir ein Team oder sind wir gar nicht?
19:50Wenn das ein Team ist, das der eine anschafft und die anderen werkeln, dann sind wir eins,
19:54Herr Hofer.
19:55Na, dann passt's ja.
19:56Äh, Frau Stockl, übrigens, ich habe Ihnen was mitgebracht.
19:59Das ist von einer anerkannten Fachkraft verfasst worden.
20:03Das hebt die Mundwinkel.
20:04Hi, hi, hi.
20:05Na, es geht doch.
20:08Dann machen wir doch gleich noch ein paar Leute glücklich und überbringen die frohe Nachricht
20:11Ihres Erbes.
20:12Und wie fangen wir an, Herr Magotti?
20:14Wenn Ihnen das zum Glücklichsein verhilft?
20:16Ja.
20:17Okay.
20:19Was haben Sie gefragt?
20:21Ja.
20:23Ja.
20:25Herr Magotti.
20:26Na komm, bis später.
20:29Neuigkeiten?
20:30Ja.
20:30Keine schlechten.
20:33Gut, Herr Magotti.
20:37Die Frau Rotholzer hat Sie in Ihrem Testament bedacht, mit 250.000 Euro.
20:42Haben Sie mehr erwartet, ja?
20:45Sie sind kein guter Mensch, Herr Hofer.
20:48Wenn Sie das sagen.
20:50Sagen Sie mal, wo waren Sie gestern Abend?
20:52In der Zeit vor 23 Uhr.
20:57Ich war...
20:58Ich bin...
21:00Ich bin...
21:01Ein guter Mensch, Herr Magotti.
21:03Sag die Wahrheit.
21:05Nimm es doch Platz, vielleicht geht es dann leichter.
21:08Ich bin...
21:09Ich bin herumgefahren.
21:11Mit dem Wagen von Melanie.
21:13Rumgefahren?
21:14Alleine?
21:15Ja.
21:16Und wo?
21:18Vielleicht auf einer Strecke, auf der man Sie gesehen hat?
21:20Ich bin abgebogen, wo es mir gefallen hat.
21:24Spontan.
21:25Das ist ein bisschen dünner, Herr Magotti.
21:27Hier im Erbteil haben Sie immerhin ein Motiv.
21:30Ich bringe niemanden um.
21:33Schon gar nicht Melanie.
21:36Wenn Sie einen Verdächtigen suchen, dann nehmen Sie sich lieber die Steiners vor.
21:40Die sind total gierig auf Melanies Geld.
21:43Die haben sich hier eingenistet und Riesenpartys gemacht, wenn Melanie nicht da war.
21:47Sehr interessant.
21:49Ja, finde ich auch.
21:51Herr Magotti, die Frau Rotholz hat regelmäßig Medikamente eingenommen.
21:55Haben Sie darüber Bescheid gewusst?
21:58Ich habe ihr das Zeug oft genug aus der Apotheke geholt.
22:01Also eins dieser Medikamente ist vor ein paar Tagen vom Markt genommen worden.
22:05Ja?
22:06Weil nach der Einnahme die Selbstmordrate gestiegen ist.
22:09Haben Sie davon gehört?
22:11Nein.
22:14Grüe, Magotti.
22:15Ich gehe davon aus, dass Sie in nächster Zeit keine Reisen in Ihr Heimatland unternehmen werden, ja?
22:22Und Ihre Autotour gestern Abend, die sollten Sie sich nochmal genau in Erinnerung bringen.
22:26Ich würde mir an Ihrer Stelle lieber mal die Steiners vornehmen.
22:30Die räumen gerade das Haus aus.
22:33Ist recht, ja.
22:34Widerschauen.
22:40Was machen Sie da?
22:45Das sind nur ein paar persönliche Sachen.
22:47Von meiner Schwester.
22:48An denen sie ganz besonders gehangen hat.
22:51Dann haben Sie ja das Polizeisiegel zu Frau Rotholzers Räumen aufgebrochen.
22:56Wir wollten nur, dass nichts wegkommt.
22:58Wenn Sie es da lassen, kommt da nichts weg.
23:00Solange Sie nicht wissen, ob Sie erben, ist das Diebstahl.
23:03Da können Sie sich jetzt schon auf die Anzeige freuen, die denn morgen ins Haus flottern wird.
23:08Vielleicht waren wir etwas zu voreilig.
23:11Ja, allerdings.
23:12Magottis Name erscheint nämlich tatsächlich im Testament.
23:16Zu Ihrer Beruhigung, Sie sind die Haupterben.
23:20Diese persönlichen Sachen, die Sie hier mitgenommen haben, bleiben trotzdem schön hier im Haus, bis zur offiziellen Testamentseröffnung.
23:27Und die Anzeige wegen dem Aufbrechen des Siegels, die kommen jetzt auch noch.
23:35Eine Frage hätte ich noch wegen den Medikamenten, die Ihre Schwester gegen Ihre Depressionen genommen hat.
23:40Medikamente?
23:42Da haben wir nie drüber gesprochen.
23:44Also, was sie so nimmt.
23:46Ja, ob sie überhaupt irgendwas nimmt.
23:49Ähm, wieso?
23:51Nur ist eine Frage.
23:52Wir werden Sie über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden halten.
23:56Gut dann. Wiedersehen.
23:58Ja, wiedersehen.
23:58Wiedersehen.
24:01Also, Sie weiß nicht, ob Ihre kranke Schwester Tabletten nimmt?
24:05Ja, schon ein bisschen seltsam.
24:06Ja.
24:07Und beim Ausräumen sind sie auch nicht schnell.
24:09Naja, und vor allem nur wertvolle Sachen.
24:11Ob Sie vielleicht dringend Geld brauchen?
24:13Das sollten wir rausfinden.
24:15Das ist ja interessant.
24:17Der Brunner schreibt, dass es das Glück heutzutage sehr, sehr schwer hat.
24:21Alfred!
24:22Wieso?
24:23Weil jeder nur noch auf das Materielle aus ist.
24:26Und Glück fängt da an, wo man lernt, auf das Materielle zu verzichten.
24:30Oh, bei meinem Gehalt lernst du das ganz geschwind.
24:33Ja, beim Heimau.
24:35Siehst du, da sind wir schon am besten weg.
24:38Du, 43.
24:39Respekt.
24:40Ist gut, Beinand.
24:41Oh, moin.
24:42Frau Stochl, haben Sie sich bei der Bank abgelufen?
24:44Wegen der Rotholze Ihre Finanzen?
24:46Mhm.
24:49Herr Hofer, die war 1a aufgestellt.
24:53Moment einmal.
24:53Alles in allem, ohne Haus, dreieinhalb Millionen Euro.
24:58Nicht vier?
24:59Nein, dreieinhalb.
25:01Sie hat nämlich im letzten halben Jahr öfters mal was abgehoben.
25:04Immer so um die 100.000 Euro im Bar.
25:07Das ist voll ganz schön viel.
25:08Ja, aber Bargeld wurde keins gefunden in der Villa.
25:11Nur bei der Gewitschde.
25:12Rechnungen für große Anschaffungen?
25:15Ah, nix.
25:16Dann muss sie das Geld jemand gegeben haben.
25:19Frau Zibus, wem?
25:21Wir haben Sekretär, den Steiners.
25:23Die Steiners haben doch erwähnt, dass Frau Rotholzer sehr sozial eingestellt war.
25:27Vielleicht hat sie es ja gespendet.
25:30Sinnstiften durch Geldstiften.
25:32Der Gedanke des Stiftens oder Spendens hat tatsächlich eine Rolle gespielt bei meinen Gesprächen mit Frau Rotholzer.
25:41Ich habe ihr empfohlen, sich, nicht vollständig, aber großzügig, von dem zu trennen, was sie überhaupt erst unglücklich gemacht hat.
25:48Ihren Geld.
25:51Bedürftigen zu helfen ist nicht nur sinnvoll, es bereitet auch Glück.
25:55Und zwar ganz konkretes Glück, das man doppelt spüren kann.
25:59Auf Seiten des Empfängers und auf Seiten des Spenders.
26:02Und wer war jetzt da in dem Fall der konkret Glückliche auf Seiten des Empfängers?
26:08Ich habe Frau Rotholzer ein paar gemeinnützige Vereine genannt, die solche Hilfsaktionen organisieren.
26:17Aber meines Wissens hat sich noch nicht entschieden, wem sie das Geld letztendlich geben will.
26:21Sagen Sie mal, lassen Sie solche Spenden nicht bequemer per Überweisung regeln?
26:25Das schon.
26:27Das hätte aber nicht denselben Effekt, wie wenn man das Geld ganz konkret aus der Hand gibt.
26:32Diese gemeinnützigen Vereine, die Sie da der Frau Rotholzer genannt haben, könnte man da eine Liste davon haben?
26:38Schreibe ich Ihnen auf.
26:43Ist das der Vortrag, an dem Sie zurzeit arbeiten?
26:46Äh, ja.
26:48Wann wollen Sie den halten?
26:50Morgen.
26:53An der Philosophischen Fakultät der Uni Zürich.
26:56Mhm.
26:57Da weiß ich dabei nicht, ob uns das so recht ist.
27:01Ich denke, wir sollten morgen als erstes überprüfen, ob Frau Rotholzer das Geld an eine dieser Organisation hier gespendet hat.
27:07Das denke ich auch. Würden Sie das machen?
27:10Ich?
27:10Ja.
27:11Und was machen Sie?
27:13Ich würde mal gerne eine Stunde später kommen.
27:16Ein Vorschuss auf den Sporturlaub?
27:18Nein, ich habe einer Schwester versprochen, dass ich mir ein frühes Stall mache.
27:21Und dafür soll ich eine Stunde früher kommen und auf meinen Sport verzichten?
27:24Wir müssen seit Frühsport machen. Und seit war es gut bei mir.
27:28Hm, das überlege ich mir.
27:41Hast du gar nichts zu tun?
27:43Das, was ich zu tun habe, das mache ich morgen in der Früh.
27:46Blöde Frage.
27:48Musst du da nicht in die Arbeit?
27:50Schon.
27:50Aber ich habe mir eine Stunde rausgeschunden.
27:53Und das wird in nächster Zeit öfter passieren.
27:55Wie das?
27:57Das Bayerische Innenministerium hat verordnet, dass wir Polizisten das deutsche Sportabzeichen machen müssen.
28:03Okay.
28:04Mhm.
28:04Und fürs Training bekomme ich im Monatstag und schreibe zwei Tage frei.
28:08Toll.
28:09Aber was bringt mir das für die Hofarbeit, wenn du deine ganze Freizeit fürs Sporteln hernimmst?
28:14Nein, ich werde halt einfach die Arbeit hier ein bisschen sportlicher gestalten.
28:18Aha.
28:18Ja, ja.
28:19Man sieht, wie du hier umeinandersetzt, das schaut schon wahnsinnig sportlich aus.
28:22Na ja, so wild ist das nicht, was die verlangen. Und im Zweifelsfall muss ich mich wieder ein bisschen toppen.
28:27Prost.
28:27Ja, Prost. Ich dachte, das an deiner Stelle schon ein bisschen ernster nehmen. Das bist nämlich vielleicht bald bloß noch
28:32Bauer.
28:33Na ja, dann musst du im Startzeit mehr anstrengen.
28:35Ah.
28:40So, ein Isotonik-Spezial für unsere Sportskanone.
28:43Danke.
28:45Obwohl, das isotonischste Getränk wäre ein Weißbier, das weißt du. Aber sowas hast du ja nicht da.
28:49Das mag ich auch.
28:51Wenn die Preisen gescheiter sind als die Bauer, kannst du da rübergehen in Rosenbräu oder eine billige Provinzwirtschaft, wenn es
28:57da bei mir nicht mehr dauert.
28:59Du, für deine nette Gesellschaft nehme ich auch mit diesem Getränk hier vor.
29:02Dann ist es ja gut.
29:12Du musst vielleicht deine Zuchtlaufen im Überspann.
29:15Du hast dir ein paar Extragewicht da gestimmt für Sportabzeiten.
29:18Übung, du weißt ja.
29:20Aber sag einmal, wenn es denen jetzt einfach nur deinen Segelschein vorlegen würde.
29:26Kegeln wird anerkannt, Segeln nicht.
29:29Das ist doch absurd, oder?
29:30Also beim Kegeln musst du ab und zu wenigstens noch in die Knie gehen, aber beim Segeln, da sitzt der
29:35bloß am Deck und lässt dir die Sonne auf dem Bild scheinen.
29:38Dich nehme ich nochmal mit, du.
29:40Das hoffe ich doch schwer.
29:43So, jetzt hat's ja.
29:44Einen guten Appetit für euch.
29:51Nein, also wenn, dann in Bar, meine ich.
29:54Nichts.
29:55Dann danke ich ihm.
29:56Wiederhören.
29:58Gerne, Herr Hofer.
29:59Danke, Frau Stockel.
30:01Ich bin platt.
30:02Guten Morgen.
30:04Aber gerade noch.
30:05Was hast du gerade noch?
30:06Habt ihr pünktlich, oder?
30:09Jedenfalls habe ich die Hilfsorganisation, die Herr Brunner uns genannt hat, alle durch.
30:13Und?
30:13Es sind keine Spenden von Frau Rotholzer eingegangen.
30:16Na, irgendwo muss das Geld ja hingekommen sein.
30:19Vielleicht hat ja unser lieber Herr Dr. Brunner, der Frau Rotholzer, die Therapie nur empfohlen, damit er sich an ihrem
30:25Geld bereichen konnte.
30:26Dann wird er das Geld aber kaum auf eine Bank gebracht haben.
30:28Oh, kaum.
30:33Wir sollten Dr. Brunner doch erlauben, zu seinem Vortrag nach Zürich zu fahren.
30:36Keine Idee.
30:37Die Schweiz hat immer noch ein rigides Bankgeheimnis.
30:40Allerdings.
30:41Wo man Bargeld ohne Angaben zur Herkunft einzahlen kann.
30:44Na ja, und wie bringen wir das Geld dorthin?
30:45Mit dem Auto.
30:47Das wird uns bei der Suche weiterhelfen.
30:48Mhm.
30:51Herr Dr. Brunner, guten Morgen.
30:52Hansen hier, Krippe Rosenheim.
30:54Hören Sie, wenn Sie immer noch vorhaben, nach Zürich zu fahren, hätten wir nichts mehr dagegen.
30:57Mhm.
31:12Herr Dr. Brunner, bevor Sie in den Wagen einsteigen und losfahren, würden wir gerne einen Blick hineinwerfen.
31:16Was soll das sein?
31:18Eine Durchsuchung?
31:19Richtig.
31:20Beschluss kommt noch.
31:22Gefahr im Verzug.
31:33Sie fahren auf der Österreich, oder?
31:35Ja.
31:36Und?
31:38Nichts.
31:39Irgendwie schad.
31:41Aber ich halt was.
31:43In der Scheiben war schon lage.
31:45Na super, Emil.
31:46Na da schon her.
31:48Was sind Sie dazu her, Dr. Brunner?
31:51Seht ihr gar nicht mehr auf?
31:52Na, da wundert er.
31:58So, Herr Brunner, wenn man Geld ganz konkret aus der Hand gibt, dann hinterlässt die Spuren.
32:06Die Geldscheine sind nicht nur die Fingerbrücke von der Frau Rotholzer, sondern auch die ihr.
32:13Hunderttausend Euro.
32:15Das entspricht der Summe, die Frau Rotholzer seit einem halben Jahr Monat für Monat von ihrer Bank abgehoben hat.
32:21Und die Sie Monat für Monat, Rate für Rate, in die Schweiz geschafft haben.
32:26Wir Österreich.
32:27Deshalb auch die vielen Plaketten an Ihre Windschutzscheibe.
32:31Wir haben mit den Kollegen vom Zoll in Bregenz gesprochen.
32:34Ihr Wagen ist ja in den letzten sechs Monaten oft auf den Kameras gewesen.
32:38Ja, das stimmt.
32:39Das Geld ist von ihr.
32:41Ja, ich habe es sozusagen treuhänderisch verwaltet, bis zu ihrer Entscheidungsfindung.
32:47Naja, was ich damit machen wollte.
32:50Treuhänderisch.
32:51Was da auf dem Tisch liegt, mal sechs, das ist ein starkes Motiv.
32:54Ja, das leuchtet mir schon ein, aber ich habe Frau Rotholzer nicht umgebracht.
33:00Ich wollte das Geld tatsächlich für Sie verwahren.
33:03Ich meine, dass Sie irgendwann in eine Stiftung umwandeln können.
33:06Als Sie mir dann aber sagten, dass Frau Rotholzer, ja eben, umgebracht worden ist,
33:13kam ich schließlich auf die Idee, das Geld zu behalten.
33:15Das gebe ich zu.
33:18Haben Sie Ihre Vorträge wie den in Zürich organisiert, um die Summen unauffällig ins Land zu bringen?
33:23Organisiert habe ich gar nichts.
33:25Es gab einige Vorträge in der Schweiz, aber die waren schon lange geplant.
33:28Gelegenheit macht Diebe, oder wie?
33:30Ja.
33:32Gelegenheit macht doch Mörder, Herr Dr. Brunner.
33:35Nein.
33:36Anscheinend doch.
33:38Ihr Alibi, dass Sie zu Hause alleine an Ihrem Vortrag gearbeitet haben, das reicht uns nicht aus.
33:43Ich habe Frau Rotholzer nicht ermordet.
33:46Sie bleiben vorläufig im Gewahrsam, bis der Haftrichter für Sie Zeit hat.
33:49Markus, abführen bitte.
33:50Wenn Sie einen Anwalt hinzusehen wollen, das ist Ihnen natürlich freigestellt.
34:06Eine halbe Million Euro.
34:08Vielleicht war das ja nicht der neue Einzelfall.
34:11Er hat noch andere Klienten um ihr Geld gebracht.
34:13Wir werden es überprüfen.
34:15Entweder bleibt er uns, oder er wandert zum Betrug.
34:17Gut, Sie halten nicht auf dem Laufenden.
34:20Machen wir.
34:22Apropos.
34:24Was halten Sie eigentlich von der Idee des Innenministeriums mit diesem Sportabzeigen?
34:29Ja.
34:30Also Herr Hofer und ich sind schon eifrig dabei, dem ganzen, ja, positive Seiten abzugewinnen, was?
34:36Genau.
34:37Also ich frage mich, ob das so ausgegangen ist.
34:39Was ist denn, wenn einer den Anforderungen nicht genügt?
34:41Soll der dann einfach aus dem Polizeidienst entlassen werden?
34:44Na, vielleicht würde er dann ins Innenministerium besitzen.
34:47So, naja, dann pass uns mal bloß auf, Herr Hofer, das sind nicht der Erste, dann.
34:51Habe mal.
34:53Ich komme gerade vor die Kollegen vom Verkehr.
34:56Die haben gestern Abend ein paar Raser fotografiert.
34:58Mit 42 über den Irschenberg.
35:01Schön nebeneinander.
35:02Illegales Autorennen.
35:03Die Rutzlöffel und Magotti war dabei.
35:06Auto zugelassen auf Melanie Rotholzer.
35:09Na, naja.
35:11Na, 20 Uhr 12.
35:12Das entlastet ihn nicht für die Tatzeit.
35:14Das ist mir schon klar, Herr Hansen.
35:15Aber trotzdem, wenn man denkt, den kaff ich mir.
35:17Und jetzt ist er bei euch im Büro.
35:18Hm, gut.
35:20Bei mich hast du eigentlich bei der Bank schon sowas gefunden.
35:23Oh, hier komme ich nicht.
35:24Also der zuständige Herr, der ist nicht da gewesen und ich habe so viel trainieren müssen,
35:28nicht für das Sportabzeichen.
35:30Ich mache es gleich noch einmal.
35:31Gut, das mache ich.
35:32Danke.
35:35Ich wusste nicht, dass ich so schnell war.
35:38Ich habe nicht auf den Tacho geguckt.
35:41240 Stundenkilometer, hallo?
35:43Dazu muss man nicht auf den Tacho schauen.
35:44An der Stelle sind 100 erlaubt.
35:47Haben Sie sich ein Regen geliefert?
35:50Nein.
35:52Kennen Sie die beiden anderen Fahrer?
35:55Nein.
35:59Haben Sie bemerkt, dass Sie geblitzt worden sind?
36:03Doch, das haben Sie schon bemerkt.
36:05Und dann haben Sie plötzlich Angst bekommen.
36:07Wenn Frau Rotholzer erfährt, dass Sie mit Ihrem Wagen illegale Rennen fahren,
36:10dann ist es aus mit Ihrem Job.
36:11Und Ihre Erbschaft hätten Sie sich dann wahrscheinlich auch abschmücken dürfen.
36:15Also sind Sie auf dem schnellsten Weg zu Frau Rotholzer zurückgefahren,
36:18um zu verhindern, dass sie jemals was erfährt.
36:20Nein, völliger Quatsch.
36:22Das war ein Rennen, ja.
36:25Aber ich habe nicht gemerkt, dass die Polizei mich fotografiert hat.
36:29Wir...
36:29Wir?
36:30Wir?
36:30Das heißt, Sie kennen die anderen beiden Herren doch?
36:35Wir haben die anderen doch schon so gut wie...
36:37Die Kennzeichen sind gut zu erkennen.
36:40Waren Sie mit den Herren nach dem Rennen noch zusammen?
36:43Ja.
36:45Bis kurz vor elf.
36:48Wir werden das überprüfen.
36:49Und dafür werden Sie sich sowieso verantworten müssen.
36:52Herr Magotti?
36:54Wiederschauen.
36:55Wiederschauen.
36:58Michi!
36:59Ja?
37:02Hast du es den Herrn von der Bank erreicht oder ist der auch schwer beschäftigt?
37:06Kaminian, ich weiß nicht, wovon du sprichst.
37:08Aber die Steiner haben ein Konter bei der Bank.
37:11Und wie ist es bestrickt?
37:12Wie ist das nicht glauben?
37:14Nur weil die Schwester ein bisschen was gewonnen hat, kriegen die haufenweise Kredit.
37:18Und da kaufen sie sich ein Apartment in Mallorca mit Liegeplatz fürs Segelboden.
37:23Eigentumswohnung in Rosenheim gehört alles schon wieder der Bank.
37:25Hört sich schwer nach dem Krott an.
37:27Ja, schon eher.
37:28Ja, das freigt die Banken.
37:30Na, das ist ja klar auf jeden Fall, warum die Steiner sich so beeilt haben beim Ausräumen
37:33in der Villa.
37:35Ich fahre jetzt mit dem Hansen zu den Steiner.
37:38Ja, so sieht es jedenfalls jetzt aus.
37:40Ja, mal sehen, was die Opa davon hält.
37:43Frau Ortmann hat Neuigkeiten für uns.
37:46Ja, ich habe vorhin eine E-Mail aus dem Innenministerium erhalten.
37:49Eine Berichtigung, das Sportabzeichen betreffend.
37:51Und wie kommen wir noch mehr Freitage zum Trinieren?
37:53Hm, das würde Ihnen gefallen, ne?
37:55Aber nein, im Gegenteil.
37:57Die von Ihnen bereits so pflichteifrig eingereichten Tage müssen leider wieder gestrichen werden.
38:01Der Erlass war nämlich nur ein Erlass ersuchen.
38:04Das ist doch ein Witz, oder?
38:05Das Abzeichen wird bis auf Weiteres vertagt.
38:08Und bis dahin gilt, weiter arbeiten wie bisher.
38:12Nehmen Sie es sportlich.
38:13Weil Sie nicht gern zum Segel gegangen wären.
38:15Und wir gehen jetzt zu den Steiners.
38:22Ja, wir haben uns ein wenig übernommen mit der Wohnung in Mallorca.
38:26Nein, dann klärt ihr diese Wohnung hier schon nicht mehr.
38:29Die Bank wollte sie für uns verkaufen.
38:31Da wäre schon noch was übrig geblieben für uns.
38:33Ach so.
38:34Ja, aber Tatsache bleibt, dass Ihr ganzer Lebensstil sich geändert hätte.
38:38Und wenn man erst mal am Luxus geschnuppert hat, dann ist sowas nicht leicht zu ertragen.
38:42Vor allem, wenn die eigene Schwester sich das Ganze weiterhin leisten kann.
38:48Wir wären schon nicht in einer Depression gefallen.
38:53Was ich nicht ganz verstehe, Frau Steiner, ist, dass Sie mit Ihrer Schwester nie über die Medikamente gesprochen haben, die
38:58Sie gegen Ihre Depression genommen hat.
39:00Ja, aber das habe ich Ihnen doch schon gesagt.
39:03Ja, ich weiß.
39:07Wir sind keine Ärzte.
39:08Was sollen wir darüber reden?
39:10Na ja, da haben Sie eigentlich vollkommen recht.
39:12Wenn wir bei diesem Thema sind, haben Sie eigentlich zufällig in letzter Zeit was mitbekommen von diesem Skandal?
39:18Da mit diesem Medikament.
39:22Dieses Antidepressivo mit den gefährlichen Nebenwirkungen.
39:25Genau das, das Ihre Schwester genommen hat.
39:29Hat sie Ihnen jetzt die Sprache verschlagen?
39:32Dann wollen wir doch mal sehen, was Ihr Computer uns dazu zu sagen hat.
39:37Der ist erst mal beschlagnahmt.
39:42Wir haben auf der Festplatte Ihres Laptops den Verlauf der von Ihnen besuchten Internetseiten verfolgt.
39:47Sie haben sich aber mehrere Tage hinweg sehr intensiv über dieses Medikament informiert, das im Verdacht steht, die Selbstmordneigung von
39:55Patienten zu erhöhen.
40:00Und Sie wussten, welches Medikament Ihre Schwester braucht.
40:03Sie haben es ja vor wenigen Wochen von der Apotheke abgeholt.
40:07Und sind die Fälle davon geschwommen?
40:10Die Melanie hat so einen richtigen Sozialblick entwickelt.
40:15Sie hat gemeint, dass sie nur noch einen Sinn im Leben sieht, wenn sie das Geld wieder weg gibt.
40:21In der Apotheke hat man Ihre Frau eindeutig identifizieren können.
40:26Melanie wollte alles weggeben.
40:29Natürlich haben wir ihr gesagt, dass wir das Geld auch gebrauchen könnten, aber...
40:33Sie wollte alles spenden an Bedürftige, an Fremde und diesen Steven Margotty.
40:43Anstatt Ihrer eigenen Schwester zu helfen.
40:46Sie wollte uns nichts mehr zukommen lassen.
40:49Das ganze Geld wäre in Nullkommanix weg gewesen.
40:53Und dann haben Sie das erfahren, über die Nebenwirkung der Medikamente, die Melanie nimmt.
41:04Meine Schwägerin hat immer mal wieder von Selbstmord geredet.
41:08Nein, Sie haben gemeint, das fällt nicht besonders auf, wenn Sie sich dann wirklich umbringt.
41:15Ja.
41:16Wenn Sie es aber dann nicht getan hat, dann haben Sie das übernommen.
41:22Ja.
41:23Herr Steiner, Sie sind vor Lüche festgenommen, wegen des dringenden Tatvertrachts Melanie Rotholzer ermordet.
41:28Ja, Mann.
41:29Hauptführend.
41:32Auf geht's.
41:45Ludwig.
41:50Fall gelöst.
41:52Und das ganz ohne Sportabzeichen.
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