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  • vor 3 Minuten
Eines Abends steht Pauls Enkel vor der Tür und hat beschlossen, zukünftig bei den Großeltern zu leben. Er fühlt sich zu Hause vernachlässigt. Sein kleines Schwesterchen beansprucht oft die ganze Zuwendung seiner Eltern. Auch Oma Anna würde den Enkelsohn gern für einige Jahre zu sich nehmen. Sie meint, dass ihre Tochter Annelore mit Beruf und zwei Kindern manchmal überfordert ist und Andreas bei ihr liebevoller umsorgt wäre. Behutsam weckt Paul bei dem Jungen Verständnis für seine Eltern und bei Anna die Einsicht, dass ein Kind auch in schwierigen Situationen zur Mutter gehört. (Text: MDR)

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Transkript
00:00Ein paar Stunden in der Pfarrtenerloge. Die Kollegin Feld hat was vor.
00:05Wanden?
00:07Heute Nachmittag.
00:08Was heute? Ich denke, wir wollten ins Gartenhäusel.
00:11Tja, hättest du nicht so lange an deinen Jacken gefummelt.
00:15Liebe Anna, wären wir schon längst dort und der Fall hätte sich erledigt.
00:19Hättest ruhig mal Nein sagen können, aber das kannst du ja nicht.
00:24Genau wie du, liebe Anna. Du musstest ja auch für Andreas deinen Pulli strecken,
00:30obwohl Anna Rohr und Wolle für Katrinchen geschickt hat.
00:33Wie sieht denn das aus? Wenn ein Kind was kriegt und das andere nicht.
00:38Außerdem macht es mir Spaß und ich bin für was Nutzer.
00:43Na, wenn das so ist.
00:45Du hast deine Brotfabrik, wo du allen Nasen lang was zu tun hast.
00:49Aber ich, ich komme mir manchmal, naja, reinweg, überflüssig komme ich mir vor.
00:56Boah Anna, ich sei doch froh, dass du die Beine mal unter den Tisch decken kannst.
01:01Ach, ach, ach, Beine unter den Tisch decken, doch, das ist gerade was für mich.
01:06So.
01:09Hübsch geworden, die Pulli sind.
01:12Ja, findest du?
01:15Wollt sich Annelo freuen.
01:17Ach, ich würde zu gern sehen, ob ich auch ihren Geschmack getroffen habe.
01:23Kannst doch hinfahren, dann siehst du es doch.
01:26Ach nee, ich schick's lieber mit der Post.
01:28Die Anneloore hat so viel um die Ohren, da ist jeder Besuch überflüssig.
01:33Oh, und ich die eigene Mutter.
01:35Ach, die manchmal auch.
01:38Bleib nur liegen, ich mach schon auf.
01:45Frau Doktor, bitte kommen Sie rein.
01:53Aber bleiben Sie doch liegen, Herr Schmidt.
01:55Nehmen Sie bitte Platz.
01:56Frau Doktor, danke schön.
01:58Unser Cäsar macht uns nämlich Sorgen.
02:00Na nur.
02:01Er rutscht in der Wohnung um auf sein Po.
02:04Oh, was macht er?
02:06Wir wollten schon unseren Tierarzt konsultieren, aber der ist in Moorlaub.
02:10Das ist ja Urlaubszeit jetzt, nicht?
02:12Ihre reine Tochter ist doch auch Tierärztin.
02:15Ja, aber nicht mehr in der Kleintierpraxis.
02:17Die ist jetzt in einem Rinderkombinat.
02:20Aha.
02:21Dann erübrigt sich unsere Frage.
02:23Ich habe nämlich heute frei und ich wäre sonst mit Anja und Cäsar zu ihr gefahren.
02:28Na, wir könnten ja vielleicht anrufen und fragen, ob sie eine Ausnahme macht.
02:32Ja.
02:33Könntest du gleich die Jacken mitschicken?
02:35Oder auch mitfahren.
02:38Ja, wenn das geht.
02:40Ja, sicher.
02:41Ja, na, dann würde ich nachher gleich mal rüberkommen und telefonieren.
02:43Ja, selbstverständlich, Frau Schmidt.
02:45Das ist ja prima.
02:46Ach, fahre Ihnen.
02:46Dankeschön.
02:47Wir finden doch raus.
02:49Ja.
02:50Okay.
02:53Na, na.
02:55Das kam wie gerufen, weißt du?
02:58Ja.
03:00Ja.
03:32Hier, Katrinchen.
03:35Nicht doch, Katrinchen.
03:40Ist nichts zum Essen.
03:42Guck mal, ist was fürs Näschen.
03:45Pschsch.
03:48Komm, nimm dein Entchen.
03:51Na, nimm's.
03:53Ja.
03:55Der Blum ist Katrin danach zu klein.
03:58Steckt da alles im Mund.
03:59Ach so, hatte ich bloß vergessen.
04:01Weißt du was, Andreas?
04:02Ich schaffe das jetzt alleine.
04:04Frag Katrinchen ein Stück spazieren.
04:05Mutti muss jeden Augenblick kommen.
04:06Oh, fein.
04:13Andreas?
04:16Mutti!
04:17Der Wagen.
04:18Aber Andreas!
04:19Mutti!
04:20Wie kannst du den Wagen loslassen?
04:35Das Kalben kann jeden Moment losgehen und nur noch der Schreck.
04:39Jetzt tut uns nachdenken, Andreas.
04:41Andreas, bring den Wagen.
04:45Das Kalben steht also unmittelbar bevor.
04:47Ich hab mich schon gewundert, warum du so lange im Stall geblieben bist.
04:51Oma Anna hat mir im letzten Moment noch ihre Nachbarin und deren Hund gebracht.
04:55Ach so, Oma Anna? Und so ohne weiteres?
04:57Naja, natürlich hat sie vorher angerufen, aber was sollte ich machen?
04:59War denn das so drängend mit dem Hund?
05:01Ach man, nicht. Die Afterdrüse hat Beschwerden gemacht.
05:03Es ging ja wohl hauptsächlich um die Jacken, die sie für die Kinder gestrickt hat.
05:07Und die probieren wir jetzt gleich mal an.
05:11Für mich auch?
05:20Andreas, was soll das?
05:23Dann stell sofort den Wagen wieder hin.
05:25Nun reicht's aber. Warum machst du das?
05:29Willst du das nicht in Ordnung bringen?
05:31Natürlich bringst du das wieder in Ordnung.
05:33Und dann gehst du auf dein Zimmer und denkst über die Ungezogenheit nach.
06:03So, mein kleines Katrinchen ein.
06:06Ja, das schmeißt.
06:08Ja, das schmeißt.
06:10Ja, das schmeißt.
06:45Musik
07:18Musik
08:03Hast du nicht gehört, wie ich dich gerufen habe, als du bei uns vorbei bist?
08:06Nö, willst du wegfahren?
08:11Mit dem Ranzen?
08:13Ziehst du doch!
08:18Warum denn?
08:21Darum!
08:22Ach, kommst du gleich von da in die Schule?
08:29Wohin fährst du?
08:31Zu meinem Opa und zu meiner Oma.
08:33Ganz allein auf dem Bus?
08:34Klar!
08:35Du hast es gut, meine Eltern haben mich noch nie alleine fahren lassen.
08:39Du hast ja auch keine Schwester.
08:41Wo bleibt denn der Junge wieder?
08:44Er wird noch im Bad stecken.
08:46Ich will heute besonders gründlich die Hände waschen.
08:49Das ist ja nett von ihm, aber er könnte bald fertig werden.
08:52Andreas!
08:53Überall dich mal, das Abendbrot steht auf dem Tisch.
08:58Andreas!
09:00Was?
09:03Na hab ich.
09:05Noch hab ich.
09:06So ist fein.
09:08So ist fein.
09:10Fein, das Bandan schmiert.
09:13Das mit Fein.
09:15Guck.
09:16Was ist der Fall?
09:17Hm?
09:18Gibt es weder im Bad noch in seinem Zimmer.
09:20Was?
09:22Ja, der ist weg.
09:24Das gibt's doch gar nicht.
09:26Kann doch nicht weglaufen, ohne zu fragen.
09:30Ja.
09:32Vielleicht hat er noch eine Verabredung mit seinem Freund Götz
09:35und hat sich noch mal kurz weggeschlichen.
09:37Hat gedacht, wir erlauben es nicht.
09:40Es ist bloß mit dem Jungen los.
09:43Ob er Schwierigkeiten in der Schule hat.
09:46Ach, Schularbeiten habe ich immer nachgeguckt.
09:48Da gab es nichts zu bemängeln.
09:50Also die Arbeiten, die ich unterschrieben habe, die waren alle gut.
09:54Aber irgendwas ist mit ihm los.
09:57Läuft einfach weg.
10:00Das kennen wir doch gar nicht von ihm.
10:24Andreas, du?
10:26Wo ist dein Omi?
10:28Onkel Winkl hat sie abgeholt.
10:30Und Opa?
10:30Der ist in der Brotfabrik.
10:32Wann warte ich?
10:34Na, willst du nicht so lange zu uns reinkommen und mit Anja spielen?
10:38Na, los.
11:00Schubert.
11:02Ach, Kollege Bach.
11:04Das Kalben hat schon angefangen.
11:06Ja, ich nehme den Wagen.
11:08Ich bin in wenigen Minuten da.
11:16Endlich habe ich diesen Götz erwischt.
11:18Du kommst allein.
11:19Andreas ist zu Anna und Paul gefangen.
11:22Götz hat ihn in den Bus steigen sehen.
11:27Verstehst du das?
11:29Er hat doch morgen Schule.
11:31Den Ranzen hat er mitgenommen.
11:34Wenn ihm nun was passiert.
11:36Wenn er sich verfährt, dann weiß er nicht weiter.
11:38Er kennt die Strecke.
11:39Ach, wann sind wir die Strecke schon mal mit dem Wurst gefahren?
11:41Doch immer mit dem Wagen.
11:42Mit Opa Paul ist er schon gefahren.
11:44Ach ja.
11:45Und Opa erklärt immer alles.
11:53Opa!
11:54Andreas, mein Junge.
11:56Du kommst uns besuchen.
11:58Das ist aber eine Freude.
12:00Oh, die neue Jacke.
12:02Schmuck.
12:04Schmuck.
12:05Hatte ich dich, Omi, gleich mitgebracht.
12:06Das ist richtig von hier.
12:07Anna, kannst du kommen?
12:09Überraschung gelungen?
12:10Ich bin ganz alleine gekommen mit dem Bus.
12:13Sieh mal an, was du alles so kannst.
12:16Hast du die Omi gar nicht getroffen, weißt?
12:19Na, dann gib mal deinen Ranzen her.
12:21Ui, ist der schwer.
12:23Was ist denn da alles drin?
12:26Na, alle meine Schulbücher.
12:27Alle Schulbücher.
12:32Müsst ihr denn übers Wochenende so büffeln?
12:34Ich will doch hier zur Schule gehen.
12:36Ach, du willst hier zur Schule gehen?
12:41Das kann man doch nicht, Opa.
12:42Natürlich, kann überall zur Schule gehen.
12:45Vati und Mutti, die sind einverstanden?
12:47Die haben doch jetzt Katrinchen.
12:49Richtig, ja.
12:50Die haben ja Katrinchen.
12:53Und ihr möchtet doch auch wieder mal ein Kiel, nicht?
12:55Oh ja, was das anbelangt,
12:58hätten wir kein Lieber als dich.
13:02Hast du schon Abendbrot gegessen?
13:03Nein, noch nicht.
13:04Das trifft sich gut.
13:06Ich nehme mich auch noch nicht.
13:09So.
13:11Nun lass es dir schmecken.
13:13Danke.
13:17Rüherei mit Tomate.
13:20Schön sieht das aus.
13:22Und schmeckt.
13:31Sag mal,
13:34bist du etwa so
13:35klammheimlich?
13:36Ich habe einen Zettel in den Briefkasten gesteckt.
13:41Einen Zettel.
13:42Da hast du ja wirklich an alles gedacht.
13:47Was glaubst du,
13:48wie die Omi sich freuen wird?
13:50Die hat nämlich schon gejammert,
13:51dass sie dich in der neuen Jacke
13:52nicht sehen konnte.
13:55Und morgen früh,
13:56da fahren wir dann gleich
13:57ins Gartenhäuschen.
13:59Da habe ich doch erst mal Schule.
14:02Ach, richtig, ja.
14:04Ihr habt ja Sonnabends Schule.
14:06Ja, dann müssen wir nach dem Abendbrot
14:07gleich den Direktor anrufen
14:09drüben von Görners aus.
14:10Dich anmelden.
14:14Ich mach das schon.
14:16Willst du dich noch ein bisschen
14:17zu Anja gehen?
14:17Ach nein, jetzt nicht.
14:20Hallo.
14:21Spreche ich mit dem Schuldirektor
14:23von unserer Oberschule?
14:25Hier ist Schubert,
14:26Georg Schubert.
14:27Ja, dann bin ich richtig verbunden.
14:29Opa?
14:30Ja, hier ist Paul Schmidt.
14:33Endlich.
14:33Ist Andreas angekommen?
14:35Ja, es handelt sich
14:36um meinen Enkel Andreas.
14:37Andreas Schubert.
14:38Was hat er denn jetzt also angekommen?
14:40Ja, die Sache ist die.
14:42Er möchte hier zur Schule gehen.
14:44Was?
14:45Ja, hier bei uns.
14:47Das ist ja ein Ding.
14:47Warum denn?
14:49Ja, natürlich ist ein Grund vorhanden.
14:50Sonst würde ich ja nicht anrufen.
14:52Ja, aber jetzt halt,
14:52denn du redest doch schon.
14:53Also komm, gib mir mal Andreas.
14:54Ja, das steht doch sicher bei dir.
14:55Ja, ich weiß nicht.
14:57Hier am Telefon.
14:58Ist das wegen des Zimmerarrestes.
15:00Aber deswegen muss er doch nicht gleich weglaufen.
15:02Annelo hat sich so aufgeregt.
15:04Ja, ich glaube, Herr Direktor,
15:05da muss man etwas tiefer lohnen.
15:07Wie bitte?
15:08Ich will damit sagen,
15:10er ist ein lieber Junge,
15:11nicht?
15:11Und ein guter Schüler,
15:13mit dem es keine Schwierigkeiten geben sollte.
15:14Gab es ja bisher auch nicht.
15:15Aber warum machst du bloß dieses Theater
15:16mit diesem Schuldirektor?
15:17Wie findest du das richtig?
15:19Wie willst du das wieder abbauen?
15:21Also wir holen Andreas selbstverständlich ab,
15:23Anne-Lore ist im Stall,
15:24sonst würde ich gleich kommen.
15:25Also gut, dann bis morgen.
15:28Hallo, Opa.
15:30Paul, hörst du?
15:32Klappt das?
15:33Ja, das kommt alles in Ordnung.
15:34So, und nun bringe ich dich ins Bett.
15:35Popp.
15:36Oh ja.
15:45Entschuldige, mein Alter,
15:47dass ich so spät komme.
15:49Der Karl-Heinz hat mich abgeholt.
15:51Maria hat sich die Hand verbrüht.
15:53Und das neue Kleid
15:55soll doch fertig werden
15:56bis zum Betriebsfest.
15:58Da habe ich ein bisschen
15:59beim Nähen geholfen, ne?
16:01Schon gut.
16:03Ich hatte meine Beschäftigung.
16:04Was sind denn das für Hefte?
16:06Und der Ranzen?
16:11Komm mal mit.
16:14Ich muss dir was zeigen.
16:23Andreas, ist was passiert?
16:27Ich erzähle es dir.
16:35Das überrascht mich gar nicht.
16:37Dieses Getum, Katrinchen,
16:39ist mir auch schon manchmal
16:40auf die Nerven gegangen.
16:42Ja, ja.
16:44So ein kleiner Nachtzügler
16:45wird immer etwas verwöhnt.
16:47Am liebsten will ich den Jungen hier behalten.
16:49Ich auch, Anna, ich auch.
16:52Ja.
16:54Aber leider wird wohl daraus nichts werden.
17:02Warum eigentlich nicht?
17:04Anna-Lore muss sich ja zerteilen,
17:06wenn sie allen gerecht werden soll.
17:09Nee, nee, Paul.
17:10Das ist gar nicht so von der Hand zu weisen.
17:13Der Andreas, der muss ja zu kurz kommen,
17:16solange Katrinchen noch so klein ist.
17:19Tja, da ist schon was dran.
17:21Genau genommen.
17:24Heutzutage müssen die Großeltern
17:26ja öfter mal einspringen.
17:27Denk mal an Marias Kinder.
17:28Wie oft brauchen die uns?
17:30An einem Ort ist das kein Problem,
17:32aber bei Andreas,
17:34da sieht die Sache ja leider etwas anders aus.
17:36Genau.
17:37Und deshalb wäre uns allen geholfen,
17:39wenn er ein, zwei Jahre
17:40hier zur Schule ginge.
17:42Besonders meiner Anna, nicht?
17:44Ach, ach, ach.
17:45An mich denke ich dabei zuletzt.
17:47Ja, schon gut, Anna.
17:48Schon gut.
17:49Platz haben wir doch.
17:51So alt sind wir beide doch auch noch nicht,
17:54weißt du, Paul?
17:55Ja, das Zimmer müsste man natürlich
17:57ein bisschen modernisieren.
17:58Aber das müsste sich Andreas
18:01alles selber aussuchen,
18:02ganz nach seinem Geschmack.
18:03Bleib mal auf den Teppich, Anna, ja.
18:05Die Kinder brauchen sowas.
18:06Geh du mal in deine Brotfabrik
18:08und lass mich das alleine machen.
18:11Und mich willst du wohl abschieben, was?
18:13Aber daraus wird nichts.
18:14Naja, wenn du immer gleich bremst
18:17und jede Neuanschaffung scheust.
18:19Das habe ich damit gar nicht gesagt.
18:21Einen kleinen Hund würde ich ihm ja kaufen,
18:23so wie es sich für einen Försterjungen gehört.
18:26Und im Garten,
18:27da würde ich ihm ein Beet anlegen,
18:29was er selber bepflanzen kann.
18:32Jetzt gefällst du mir, Paul.
18:35Sag mal, was käme denn da für eine Rasse in Frage?
18:38Na ja, nur was Kleines.
18:40Kein Bernadiner.
18:42Aber vielleicht ein Dackel.
18:46Der wird sich aber freuen.
18:48Der kleine Andreas.
18:50Sehe ich richtig schon vor mir.
18:55Anna, schweb nicht davon.
18:57Noch ist er ja nicht umgeschult.
19:06Du bist ja direkt schon eine richtige Hilfe.
19:10Hast dich ja schon manchen Handgriff zu Hause gemacht, was?
19:15Ach, was ich dir noch sagen wollte.
19:18Du kannst es dir ja noch mal überlegen.
19:22Ich meine das mit der Schule hier.
19:24Aber Opa, du hast mich doch schon angemeldet.
19:26Ehrlich gesagt.
19:29So ganz richtig noch nicht.
19:32Gar keine Frage,
19:33dass wir nicht ganz toll glücklich wären,
19:35wenn du bei uns bleibst.
19:37Oma und ich.
19:43Ja, aber wie ich die Sache einschätze,
19:49hinterlässt du ja eine richtige Lücke
19:51bei deinen Eltern.
19:55Wegen Katrinchen.
19:57Er ist eifersüchtig.
20:00Das gibt es öfter.
20:02Maria, die hat mir erst neulich erzählt,
20:04dass Eltern aus ihrer Gruppe,
20:05die noch ein Kind hingekriegt haben,
20:07ihren fünfjährigen Sohn suchen mussten.
20:10Der hatte sich im Garten versteckt.
20:12Weißt du, was der gesagt hat?
20:14Ich wollte bloß mal sehen,
20:15ob er mich vermisst.
20:19Bring mal deinen Kaffee.
20:21Siehst ja ganz mitgenommen aus.
20:26Ja.
20:28Weißt du,
20:30ein Kind,
20:31das die Eltern erst allein gehabt hat,
20:33das muss man
20:36ganz klug und
20:38behutsam
20:38an das neue Geschwisterchen gewöhnen.
20:44Ich dachte,
20:44ich hätte das.
20:46Nee.
20:47Nee, Annelochen,
20:48den Vorwurf kann ich dir nicht ersparen.
20:51Machst du ein bisschen viel Wind
20:52mit Katrinchen.
20:57Vielleicht.
21:00Aber
21:02ein Einjähriges
21:04braucht doch mehr Pflege
21:05und Aufmerksamkeit
21:07als ein Achtjähriges.
21:09Naja,
21:10und deine Zeit,
21:10die ist ja auch knapp bemessen,
21:12nicht?
21:14Und
21:15da
21:16dachte ich,
21:18vielleicht wäre es besser,
21:20wenn
21:21Andreas da mal so
21:22für
21:22ein, zwei,
21:25ein Jahr
21:26bei uns bliebe.
21:30Aber Mutti,
21:32ich gebe doch meinen Jungen nicht her.
21:34Das sollst du doch auch gar nicht.
21:35Nur so lange,
21:36bis Katrinchen
21:37in den Kindergarten kommt.
21:38Nein, Mutti, nein.
21:40Na, der hätte es aber doch gut bei uns.
21:42Und ich hätte den ganzen Tag
21:43für ihn Zeit.
21:45Geschwister gehören zusammen.
21:47Ja, sicher.
21:48Aber
21:50wenn
21:51er nun
21:52durchaus will,
21:59ich habe
21:59schon im Auto gesehen,
22:00dass ihr da seid.
22:01Wo ist dein Vater?
22:02Zu Hause.
22:04Ich bin gleich
22:04vom Stall hergekommen.
22:07Hast du Hunger?
22:08Großen.
22:11Dann
22:12ja,
22:14dann werden wir
22:16mal im
22:16Zimmer decken,
22:17nicht?
22:18Na, komm.
22:31und du willst
22:32nun also wirklich
22:32hier zur Schule gehen.
22:38Gefällt es dir
22:39bei uns
22:39nicht mehr?
22:40Ihr habt doch jetzt
22:41Katrinchen.
22:44Aber
22:44du bist doch
22:45auch
22:46unser Kind.
22:48Ich komme
22:48euch ja oft
22:48besuchen.
22:53warum
22:54weinst
22:54du denn,
22:55Mutti?
22:58Weil
22:58du mir
22:59fehlen
22:59bist.
23:00Dann
23:00hast du
23:01mich
23:01also
23:01doch
23:01lieb?
23:02Du
23:03Dummerchen.
23:05Genauso
23:05wie
23:06Katrinchen.
23:07Na,
23:07dann
23:07wein doch
23:07nicht.
23:08Ich kann
23:08ja
23:08wieder
23:08mitkommen.
23:14was ist denn
23:15Anna?
23:16Ach,
23:17ich
23:18überlege
23:18bloß,
23:19ob wir
23:19morgen
23:19ins
23:20Karbenhäusle
23:20fahren.
23:21Wir
23:21fahren.
23:23Aber
23:24du hast
23:24doch heute
23:25schon
23:25gegossen
23:26mit
23:26Andreas.
23:28Sei doch
23:29froh,
23:29dass du
23:29die Füße
23:30mal unter
23:30den Tisch
23:30stecken
23:30kannst.
23:34Schön
23:34wäre es
23:35schön
23:35für uns
23:35gewesen,
23:36nicht?
23:36Ja,
23:37ja.
23:39aber
23:40genau genommen
23:41eben doch
23:41Egoismus.
23:44Kinder gehören
23:45nun mal
23:45zu ihren Eltern.
23:48Was brauchst du mir
23:50da nicht zu erzählen?
23:52Aber
23:53ja,
23:53das ist eine
23:53allgemeine
23:54Feststellung.
23:57Schlaf
23:57jetzt.
23:59Mach
24:00ich,
24:01Anna.
24:02Mach
24:03ich.
24:09das
24:10ich,
24:11sagen.
24:11Bis zum nächsten Mal.

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