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Wie eng arbeiten die FPÖ und die Identitären zusammen? Laut einer neuen Recherche des STANDARD inzwischen sehr eng. Zwischen der FPÖ-Jugend (FJ) und der Identitären Bewegung soll es eine Verschmelzung geben. Das Team rund um Fabian Schmid und Colette Schmidt vom STANDARD greifen für ihre Recherche auf geheime interne Dokumente, Transkripte von Vorträgen, Chatverläufe, Fotos und Whistleblower zurück. Sie sind heute unsere Gäste und erklären uns, was es damit genau auf sich hat.
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, Samuel Winter
Links: [Geheime Dokumente belegen Pakt zwischen FPÖ-Jugend und Identitären sowie braune Umtriebe
](https://www.derstandard.at/story/3000000336808/geheime-dokumente-belegen-pakt-zwischen-fpoe-jugend-und-identitaeren-sowie-braune-umtriebe)
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NewsTranskript
00:00Wie eng sind die Identitären und die FPÖ?
00:02Eine Frage, die sich ein großes Rechercheteam des Standards gestellt und auf den Grund gegangen ist.
00:07Vor allem die Parteijugend und die Identitären sollen inzwischen kaum mehr zu unterscheiden sein.
00:13Wir schauen uns heute an, was hinter dem geheimen Pakt zwischen den Freiheitlichen und der Identitären Bewegung steckt.
00:20Ich bin Daniel Retschitz-Egger, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:29Kollege Schmidt und Fabian Schmidt, beide aus dem Innenpolitik-Resort des Standards, heute hier im Podcast.
00:34Grüße euch, ihr beiden.
00:35Hallo.
00:36Hallo.
00:37Wir beiden, wir sprechen heute über die Verbindungen zwischen der FPÖ und der Identitären Bewegung.
00:42Ihr habt da eine lange Geschichte geschrieben.
00:44Vielleicht zu Beginn ein Überblick, wie eng ist diese Zusammenarbeit?
00:48Naja, ich würde es fast nicht als Zusammenarbeit bezeichnen, in dem Sinn, dass hier eigentlich zwei Gruppen schon komplett verschmolzen
00:57sind.
00:57Also natürlich arbeiten hier einzelne Personen zusammen, aber wer dann jeweils zur blauen Jugend gehört und wer zu den Identitären,
01:03das ist nicht bei jedem Einzelnen ganz klar, weil es hier auch Doppelfunktionen oder Personalunionen gibt.
01:09Mit den Identitären wollte man von Seiten der FPÖ ja eigentlich lange Zeit zumindest offiziell nichts zu tun haben. Was
01:15hat sich da jetzt geändert in der letzten Zeit?
01:16Es ist natürlich eine lange Geschichte. Ich meine, es sind 14 Jahre, seitdem die Identitären das erste Mal aufgeschlagen sind.
01:24Es gab da auch andere Umstände damals. Die strache FPÖ hat zumindest versucht, sich deutlich gemäßigter zu geben, als es
01:34die Kickl-FPÖ tut.
01:36Es war eine Regierungsbeteiligung in dieser Zeit und jetzt ist quasi eine radikale Opposition der FPÖ.
01:45Und man hat auch gemerkt natürlich, dass die Identitären durchaus fit sind, was zum Beispiel die Sprache auf sozialen Medien
01:54und so weiter betrifft, die Bildsprache.
01:57Und das hat man einfach versucht, auch an sich zu binden und auch eine Energie zu bekommen.
02:03Aber es ist natürlich eine äußerst riskante Strategie, sich so eng zu ketten an eine Organisation, die vom Verfassungsschutz beobachtet
02:14wird.
02:16Darf ich noch was dazu sagen? Also zu Beginn schon, als die Identitären gegründet wurden, gab es schon immer Überschneidungen
02:23mit der Partei Jugend.
02:25Aber mittlerweile verwendet ja auch die Bundespartei in ihren Wahlprogrammen deren Narrative und deren Programme.
02:31Also das hat sich einfach total ausgebreitet. Da sind die Identitären viel mächtiger geworden.
02:35Wie riskant diese Strategie sein könnte, darüber sprechen wir in diesem Gespräch noch. Das merken wir uns jetzt zum jetzigen
02:40Zeitpunkt einfach.
02:42Gehen wir vielleicht an dieser Stelle wirklich direkt rein in die Materie.
02:45Ihr schreibt von einem identitären Uni-Ableger mit dem Namen Aktion 451. Was ist an dem so besonders?
02:51Die Unis sind ein sehr schwieriger Ort politisch für rechts und vor allem rechts außen.
03:00Es gibt einzelne Fachhochschulen, wo der Ringfreiheitliche Studenten stärker ist.
03:07Aber allgemein kann man sagen, wenn man sich die österreichische Hochschülerinnenschaft, die Bundesvertretung anschaut,
03:13dann sieht man, es gibt genau ein Mandat von 55, das von Ringfreiheitliche Studenten vertreten ist.
03:23Also sie haben ein Mandat von 55.
03:24Das heißt, die Unis sind, glaube ich, kann man sagen, eher links.
03:29Das sieht man an den Wahlergebnissen und das spürt man auch.
03:34Und genau dort wollte Martin Sellner ansetzen, der identitären Mitgründer.
03:41Und genau dort will er quasi eine Konterrevolution starten, also einen Gegenpol setzen
03:47und versuchen, rechtsextreme Narrative auf die Universitäten zu tragen.
03:54Und genau darum geht es dann mit der Aktion 451.
03:58Also es gab vorher schon andere Initiativen, die gescheitert sind.
04:02Also die Gegenuni hieß das, was sie quasi dann versucht, eine eigene Uni aufzuziehen mit eigenen Kursen und so weiter.
04:10Hat nicht so gut funktioniert.
04:12Dann kam eben Aktion 451, wo zunächst einmal Lesekreise und Vorträge angeboten werden sollten.
04:20Der Name rührt vom Roman Warnheit 451.
04:26Und das ist die Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt.
04:30Und das wiederum drehen die Identitären so.
04:36Also sie sehen sich als die, die quasi die Bücher lesen, die die Linke Uni am liebsten verbieten oder sogar
04:42verbrennen würde.
04:43Also das ist dieser pathetische Name aus meiner Sicht.
04:48Ein sehr bekannter dystopischer Science-Fiction-Oman, Farnhand, 451.
04:53Eben, wo es darum geht, dass Bücher verboten sind und die liebe Welt den ganzen Tag nur für irgendwelche Bildschirme
04:58starren muss.
05:00Die werden jetzt wahrscheinlich nicht den ganzen Tag nur lesen.
05:02Was machen die denn sonst noch, wenn der Tag lang ist?
05:05Ihr habt ja mit einigen Aussteigern beispielsweise gesprochen, die euch ja so einiges erzählt haben.
05:10Also gelesen wird da wahrscheinlich eigentlich am wenigsten.
05:13Es werden Boxkämpfe, für Boxkämpfe trainiert.
05:18Es werden Aktionen geplant und auch durchgeführt mit den Identitären zusammen.
05:25Also man tut auch im Außenauftritt so, als ob es hier viele rechte Gruppen gäbe, die miteinander was machen.
05:30Aber in Wirklichkeit sind auch, wenn wir schon beschrieben haben, dass es wenig Unterschiede zwischen der blauen Jugend, der FJ
05:38und den Identitären gibt.
05:41So gibt es auch wenig Unterschiede zwischen 451 oder 451 und den Identitären.
05:46Das sind immer wieder die gleichen Leute.
05:48Wenn man sich jetzt das als Lesekreis bezeichnet, dann wird dort zum Beispiel ein 37-jähriger Martin Sellner,
05:55jungen, frisch gefangten Erstsemestrigen was vortragen, sehr belehrend, oft auch dann so langweilig, dass die kein zweites Mal hinkommen.
06:03Also auch das haben wir gehört.
06:04Und dann soll dann über diese Theorien diskutiert werden.
06:08Aber ein Lesekreis, ja, das ist vielleicht nur ein Teil der Betätigung.
06:14Es geht sehr viel auch um körperliche Gewalt und um Kampftraining.
06:18Ja, und es geht ums Schädelvermessen, oder?
06:20Und das.
06:21Also das hat uns sehr erstaunt.
06:23Ich glaube, da spreche ich für uns alle, der Fabian und ich haben das ja mit anderen KollegInnen zusammen recherchiert.
06:29Aber wir haben auch gerade wir zwei ein Gespräch geführt, wo wir davon das erste Mal gehört haben und wirklich
06:35entsetzt waren.
06:37Oder baff, dass man hier offensichtlich ein Messgeschirr hat, wo Schädeln nach der nationalsozialistischen Rassentheorie vermessen werden sollen.
06:46Und auch ein sogenannter Aria-Knochen gesucht wird, den es nicht gibt, muss man jetzt auch sagen.
06:52Weil das ist natürlich wissenschaftlicher Blödsinn.
06:55Oder unwissenschaftlicher Blödsinn.
06:57Aber wobei es jetzt natürlich nicht so ist, dass jetzt das, wie bei einem offiziellen Vortragsamt ist,
07:04dass die Leute hinkommen und das Erste, was passiert ist, dass deren Schädel vermessen wird.
07:10Oder dass irgendwie Martin Sellner in einem Vortrag das beschreiben würde.
07:14Aber das ist halt so, was wir gehört haben.
07:15Das ist das, was rundherum passiert, was der Zeitvertreib ist, was halb im Scherz, halb ernst passiert.
07:21Weil auch wenn sie dann vielleicht manchmal so tun mögen, als wäre das Jux und Tollerei,
07:28nehmen viele dort den völligen Humbug von einer Rassenlehre oder auch modernisiert mit einer Genetik der Rassen und so weiter
07:40sehr ernst.
07:41Das sehen wir schon immer wieder.
07:43Und das sind Dinge, die dann in den Vorträgen schon vorkommen, als sehr pseudowissenschaftlich offiziös verpackt.
07:50Und die Schädelvermesserei, das ist dann halt etwas, das passiert dann rundherum.
07:55Also ich möchte da vielleicht kurz zitieren aus einem Chat, einem internen Chat.
08:02Wir haben auch viele Chatnachrichten, Videos, Dokumente, die uns da vorliegen aus dem Innersten,
08:07wo das beschrieben wird als eine rein oberflächliche und inoffizielle Untersuchung,
08:13die aber richtig und wichtig ist.
08:15Und überprüft werde hier die generelle Physiognomie, natürlich das Seitenprofil und die Schädelabmessung inklusive Aria-Knochen.
08:23Also so wird das da beschrieben.
08:26Na gut, es gibt schon mal einen Vorgeschmack, was für eine Ideologie dort offensichtlich vorherrscht laut euren Recherchen.
08:33Aber könnt ihr uns da noch ein paar weitere Beispiele geben?
08:35Wie ticken diese Menschen, die dort mitmachen?
08:40Also es gibt das Gemeinsame, dass man eigentlich, so wie wir das gelernt haben,
08:49jetzt in großen Teilen und auch inneren, wichtigeren Klicken in den Führungskadern
08:57wirklich mit dem Nationalsozialismus sympathisiert.
09:00Man kann es nicht anders nennen.
09:02Und wenn man immer nur sagt, ja, das ist nur rechts oder vielleicht rechtsextrem,
09:06dann muss man wirklich sagen, nein, das ist wirklich zum Teil im Kern eine Verherrlichung des Nationalsozialismus.
09:15Und das fanden wir besonders bedenklich, denn das sind Jugendorganisationen,
09:19die ja auch von Steuergeldern für Jugendarbeit bezahlt oder gefördert werden.
09:25Zu diesem Punkt kommen wir ebenfalls noch.
09:28Sprechen wir über diese Verbindung zur FPÖ.
09:31Diese Brücke soll ja quasi die Freiheitliche Jugend, kurz FJ, schlagen.
09:35Wie funktioniert das genau?
09:36Die Freiheitliche Jugend wird ja geführt von Maximilian Weinzierl.
09:40Der ist auch Nationalratsabgeordneter und ist auch Bezirksparteiobmann der FPÖ in Wien, Brigittenau.
09:48Und dort in der Brigittenau zum Beispiel gibt es dann zwei Funktionäre.
09:53Laurence Barth und Moritz Kreiner, die sehr integriert sind in die Aktion 451,
10:01die dauernd regelmäßig bei Aktionen und Treffen zu sehen sind,
10:07die dort auch eine wichtige Rolle spielen sollen.
10:10Und Laurence Barth ist zum Beispiel auch Finanzreferent der Bundesjugend der FPÖ.
10:15Er ist durchaus ein Mann, der Macht hat über ein sehr großes Budget auch.
10:22Das heißt, die hängen dort schon einmal gemeinsam ab.
10:25Laurence Barth ist auch derjenige, der dann zum Beispiel in internen Chats Jobangebote bei der FPÖ reinstellt,
10:34bei den identitären Anhängern, der sagt, es werden einige Jobs beim RFJ oder der RFJ frei,
10:43frei oder auch bei der Partei, Medienarbeit, Referenten.
10:47Wer Interesse hat, bitte einfach bei Laurence melden.
10:51Das funktioniert dann in so Telegram-Chatgruppen, wird hunderte Male gelesen.
10:58Und es dürfte jedenfalls ein Mechanismus sein, um Personen zu rekrutieren.
11:03Da sind wir dann wieder bei Weinzierl.
11:05Bei Weinzierl hat zum Beispiel sehr lange Zeit Andreas Hinteräger gearbeitet,
11:09als parlamentarischer Mitarbeiter.
11:11Und der ist wiederum seit langer Zeit ein Identitärer und mit Sellner ein Mitgründer der Aktion 451.
11:19Und der ist dann quasi die rechte Hand von Weinzierl, vom FJ-Chef im Parlament.
11:25Geschäftsführer, der Bundesobmann der FJ ist Sebastian Schweighofer, der Abgeordnete aus Salzburg.
11:31Bei ihm arbeitet wieder ein Identitärer der ersten Stunde als parlamentarischer Mitarbeiter.
11:38Also wir sehen, die werden da in Jobs hineingeschleust.
11:43Und gleichzeitig wird gemeinsam mobilisiert.
11:47Es sind teils dieselben Personen anzutreffen, zum Beispiel auf Wahlkampfständen der FJ,
11:52wie dann bei Aktionen der Aktion 451.
11:59Also das ist so ein Pool an Personen, auf die diese Personen zurückgreifen.
12:03Und im Zentrum von all dem stehen sicher Weinzierl und seine engsten Vertrauten in der FJ.
12:12Stichwort FJ.
12:13Ihr habt es vorhin schon angesprochen, da fließt sehr viel Steuergeld rein.
12:16Rund 400.000 Euro im Jahr gibt es eben für diese Parteijugendorganisation.
12:21Und ich meine, es ist eine Parteijugendorganisation, die bekommen alle Geld.
12:25Wo ist jetzt in diesem Fall das Problem, die Vermutung, dass es abfließt in Richtung der Identitären?
12:30Oder worum geht es da genau?
12:31Man muss ja sehen, dass wenn diese Personen als parlamentarische Mitarbeiter arbeiten
12:37oder wenn diese Personen bei der FJ arbeiten,
12:40was ja Weinzierl hat sich ja dazu nicht geäußert,
12:43zum Beispiel, dass wir ihn gefragt haben,
12:45ob führende Identitäre schon seit Jahren in der FJ angestellt sind.
12:49Und man verschafft diesen Personen dadurch quasi einen Lebensunterhalt
12:54und gibt ihnen so die Möglichkeit, natürlich auch ihren Aktivismus auszuleben,
13:00stellt ihnen Ressourcen zur Verfügung.
13:05Gleichzeitig haben uns Personen erzählt, die bei der Aktion 451 mal dabei waren,
13:10teilgenommen haben, vorbeigeschaut haben,
13:14dass es dort quasi in ihrer Wahrnehmung war es so,
13:17dass Materialien auch von der FJ kamen,
13:21also zum Beispiel Bücher, die man besprochen hat, etc.
13:26Also es gibt da den sehr starken Verdacht,
13:30dass über mehrere Wege Ressourcen von der FJ verschoben werden
13:34in Richtung Aktion 451 und somit Identitäre.
13:39Wie gesagt, entweder durch direkte Unterstützung
13:42oder dadurch, dass Personen ein Lebensunterhalt finanziert wird,
13:47die dann führende Aktivisten dort sind.
13:50Es ist ja auch so, dass eine Person,
13:53die immer wieder als Fotograf aufscheint,
13:57als FPÖ-Fotograf,
13:58zum Beispiel Obmann des Identitären Vereins ist,
14:01der diesen Keller im fünften Bezirk quasi managt.
14:06Und als dritte Säule muss man dann sagen,
14:09natürlich auch noch,
14:10dass auch sehr viel inserviert wird
14:12von der FPÖ und anderen Organisationen in ihrem Umkreis
14:17bei genau diesen alternativen Medien,
14:21wo auch Identitäre angestellt werden.
14:23Also auf vielfältige Art und Weise
14:25wird da dieses Rechtsextreme
14:26bis teilweise sogar neonazistische Umfeld
14:30finanziell gefüttert.
14:31Dass es inzwischen mehrere identitäre Mitarbeiter gibt,
14:34die im Parlament arbeiten,
14:36das habt ihr ja schon vor mehreren Monaten berichtet.
14:39Was ist da jetzt der aktuelle Stand?
14:41Beziehungsweise das ist ja an sich eigentlich nicht neu,
14:44oder, Colette?
14:45Das ist nicht neu.
14:46Und das war auch schon vor 10, 15 Jahren,
14:49es sind immer wieder auch Personen
14:51aus dem Neonazismus aufgetaucht
14:54bei parlamentarischen Mitarbeitern
14:55oder auch in diesem PAMI,
14:57wie das heißt in der Abkürzung,
14:59Pol in der FPÖ.
15:00Es ist aber jetzt sehr dicht
15:01und es sind nach wie vor Leute
15:03von den Identitären beschäftigt bei Abgeordneten,
15:07außer sie haben sie jetzt gestern entlassen.
15:09Es sind auf jeden Fall zwei Männer
15:11ihre Jobs los gewesen,
15:12nachdem die Gewaltattacken
15:14da im 5. Bezirk und in Leoben bekannt wurden.
15:17Also kurze Erklärung,
15:20in Leoben gab es im Juni
15:21einen Übergriff von Burschenschaftern,
15:25Identitären
15:25und mindestens einer davon
15:27war eben auch parlamentarischer Mitarbeiter
15:29der FPÖ bis dahin
15:30gegen einen Taxifahrer,
15:33der nachdem jemand Sieg Heil geschrien hat,
15:35dieses Taxis verwiesen hat.
15:37Das war ein Fall,
15:38wo man dann sofort Konsequenzen gezogen hat
15:40und die Aussendung der FPÖ war dann,
15:42das war ja gar kein Mitarbeiter,
15:43naja, aber gestern war es noch,
15:45muss man dann sagen,
15:45das ist immer der Schmäh,
15:47Und ein weiterer Mann
15:48hat seinen Job verloren
15:49in dieser Zeit.
15:52Wir wissen jetzt natürlich nicht
15:53mit Stand heute,
15:54wer dort noch arbeitet,
15:55aber wir wissen,
15:55dass in den letzten Wochen
15:56noch viele der Identitären
16:00im Parlament Jobs hatten.
16:02Oder eben auch bei der Partei,
16:03wie der Fabian schon ausgeführt hat,
16:04mit einem Fotografen zum Beispiel etc.
16:08Was ich nicht so ganz verstehe,
16:09ist, was bringt der FPÖ
16:10diese offensichtliche Kaderschmiede,
16:13könnte man vielleicht sagen,
16:13korrigiert mich da gerne,
16:15für die eigene Partei,
16:17gut, man kann Leute rekrutieren,
16:18aber das könnte man ja theoretisch
16:19eigentlich von woanders auch.
16:21Kann man das?
16:22Das ist die Frage.
16:23Es geht hier auch um eine Radikalisierung
16:25und wie uns das die Aussteiger,
16:28mit denen wir in Kärnten gesprochen haben,
16:30erzählt haben,
16:31geht es auch um die Verfestigung
16:32der Macht von Herbert Kickl,
16:34zum Beispiel in den Bundesländern.
16:35Also wir haben ja,
16:36wir sind ja wirklich erst am Anfang jetzt,
16:37das ist bei der Teil 1 von 4,
16:40und es kommen laufend neue Hinweise herein.
16:43Es geht ja auch tief in die Bundesländer hinein
16:46mit diesen Strukturen.
16:47Es geht hier um teilweise die Machtübernahme
16:50in Bundesländer oder Jugendorganisationen,
16:54die noch nicht so gefügig waren
16:55und vielleicht noch nicht komplett
16:57das Narrativ der Remigration
16:59und anderen Worten,
17:00die die Identitären erfolgreich
17:02hier im politischen Diskurs gepflanzt haben,
17:04übernommen hatten.
17:05Und es geht auch um eine Festigung
17:10der Macht von Herbert Kickl.
17:11So wurde uns das von Internen erklärt.
17:15Das Beispiel Kärnten,
17:16das hast du jetzt gerade schon angesprochen,
17:17Colette,
17:17aber was ich aus eurem Text rausgelehrt habe,
17:20ist ja, dass gerade Kärnten zeigt,
17:21dass nicht alle in der Partei
17:23wirklich große Freude
17:24mit dieser Entwicklung haben, oder?
17:26Naja, in der Landespartei
17:28hat man den von Ex-Mitgliedern
17:31der Blauen Jugend
17:32als Putsch bezeichneten,
17:34die bezeichnete Übernahme
17:36von einem gewissen Viktor Erdisch,
17:39der eigentlich nicht Kärntner,
17:40sondern Deutscher ist,
17:41aber sei es drum,
17:44dort hat man das eigentlich sehr unterstützt.
17:46Also der Herr Angerer
17:46hat sich da nicht dagegen gewehrt,
17:48ganz im Gegenteil.
17:48Aber innerhalb der
17:52Landespartei Jugend,
17:53also des FJ Kärnten,
17:55da gab es doch mindestens zehn Leute,
17:57die da aufgeschrien haben
17:58und auch sehr viele im Vorstand.
18:00Und es gibt mittlerweile auch
18:01ungefähr so viele Austritte
18:03aus dieser
18:05Jugendorganisation.
18:07Das gibt es,
18:08aber das hilft ja nichts,
18:10wenn die jetzt nicht mehr dabei sind.
18:11Also es hilft schon,
18:12es zeigt,
18:13dass da nicht alle dafür waren,
18:16aber die, die geblieben sind
18:17und die, die jetzt die Macht haben
18:18in der Blauen Jugend in Kärnten,
18:20das sind die Radikalen.
18:23Ihr habt vorher schon angesprochen,
18:24dass es ein gewisses Risiko
18:26für die FPÖ auch gibt,
18:28was eben diese Zusammenarbeit,
18:30Verschmelzung etc.,
18:31nennen wir es wie ihr wollt,
18:32betrifft.
18:33Wo liegt denn tatsächlich
18:34die Gefahr für die FPÖ in diesem Fall?
18:36Naja, also gerade in Kärnten
18:38ist etwas Interessantes passiert,
18:39weil da hat man nämlich
18:40diesen neuen Jugendobmann
18:44ausgeschlossen aus der FPÖ,
18:45nachdem er schon ein paar Dinge
18:46in den letzten Wochen
18:47ruchbar wurden,
18:49aber er hat sich geweigert,
18:51dass er den Landesjugendobmann aufgibt.
18:55Der ist das noch immer.
18:56Also da ist ein bisschen
18:57ein, die Geister, die ich rief,
18:58werde ich jetzt nicht mehr los,
18:59passiert und das könnte
19:00anderswo auch passieren,
19:01weil die fackeln nicht lang herum.
19:03Die sind sehr machtbewusst alle.
19:07Und sie sind natürlich fanatisch.
19:09Also das ist natürlich auch der Vorteil,
19:12weil du vorher gefragt hast,
19:13warum holt man sich solche Leute?
19:15Naja, die sind wirklich dabei.
19:18Also die wollen,
19:20die haben das Gefühl,
19:23auch teilweise wirklich voller Hass,
19:26dass sie etwas ändern müssen.
19:27Das macht sie ja auch so gefährlich.
19:29Also wir berichten ja auch von einem Vortrag,
19:32den ein späterer parlamentarischer Mitarbeiter
19:36gehalten hat.
19:36Genau der, der Beschuldigte auch in der Kausal hier oben ist,
19:41wo wirklich aus dem, was er sagt, Hass trieft.
19:44Also wenn er sagt, Wien ist ein Rattenloch,
19:46es stinkt in der U-Bahn,
19:48Migration ist das größte Unrecht der Moderne
19:52und nichts, gar nichts wird besser,
19:56wenn Migration geschieht.
19:58Oder es gibt auch,
19:59wir haben auch einen anderen Vortrag,
20:01wir haben ja die Vorträge durchgehört,
20:02da sind sie auch öffentlich,
20:05wo zum Beispiel referiert wird
20:06über einen französischen Rechtsextremen,
20:08der sich in der Notre Dame erschossen hat,
20:10um ein Signal zu schicken
20:12und der Referent,
20:14der hochrangiger Identitärer ist,
20:16sagt dann quasi,
20:17wir haben das Signal verstanden,
20:19wir führen da den Kampf fort.
20:21Also man hat da wirklich fanatisierte Personen,
20:27die sich in einem wirklichen Kampf sehen,
20:29deswegen auch so gewaltaffin sind
20:32oder sie nutzen es als Ventil dafür,
20:33dass sie es ohnehin schon sind.
20:36Und das ist eben auch genau das große Risiko,
20:40auch dass diese Personen
20:42keine normale politische Arbeit machen können.
20:46Also das sind nicht die,
20:48die können gar nicht mit den anderen Parteien
20:51zum Beispiel irgendwie sachpolitisch kooperieren,
20:54weil die diese sowieso einmal grundsätzlich als Verräter sehen
21:00und als Leute,
21:01die den Untergang Europas befördern.
21:04Und aus all dem,
21:06wenn dann auch noch Alkohol dazukommt,
21:08dann passiert das eben Gewalt,
21:11dann passieren solche brutalen Überfälle
21:15und das fällt dann natürlich auf die FPÖ zurück,
21:19wenn diese Personen für sie im Parlament tätig sind.
21:22Da möchte ich vielleicht noch was hinzufügen,
21:24ganz was Wichtiges,
21:25was der Fabian angesprochen hat,
21:27gerade bei diesem Vortrag,
21:28da wurde auch gesagt,
21:30die FPÖ ist zwar okay,
21:32aber sie ist noch zu multithematisch.
21:35Es gibt nur ein Thema, wurde da gesagt,
21:37das ist gegen Migration.
21:38Das heißt, da geht es nicht darum,
21:40wie kann man in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft
21:43was voranbringen,
21:44sagen wir mal Gesundheit, Bildung,
21:45was weiß ich, wohnen,
21:48sondern es geht nur gegen Migration.
21:50Es ist ein rein rassistisches Weltbild,
21:54wo der Feind alles nicht-Arische,
21:56sagen wir es einmal wie es ist,
21:57weil ich meine,
21:58dort sind wir dort angelangt,
22:00ist der Feind.
22:01Und das ist, glaube ich, das Problem,
22:03weil ich meine,
22:04entweder will man die Alleinherrschaft
22:07und dann braucht man kein Parlament mehr.
22:09Das hatten wir ja alles auch schon einmal
22:11in unserem Nachbarland Deutschland und hier.
22:13Oder man will eine normale Politik machen
22:16und mit anderen Parteien kooperieren.
22:17Mit diesen Typen kann man das nicht tun.
22:20Und das ist wirklich,
22:21wie der Fabian sagt,
22:22eine von Hass triefende Ideologie,
22:25wenn man jetzt noch von den,
22:26was ja auch heute die Staatsschützer
22:29mit einer Aussendung bestätigt haben,
22:31diesen wachsenden Gewaltbereitschaft
22:32innerhalb der Gruppe.
22:33Ich muss es noch einmal erinnern,
22:35dass die Attacken in Leoben
22:36und im fünften Bezirk in Wien,
22:38da wurde auf der Straße
22:40liegenden Männern
22:41in den Kopf getreten
22:42noch von mehreren Personen.
22:43Und die Opfer waren alleine.
22:45Das ist ein Bild
22:47von einem Gewaltexzess,
22:48das muss man schon
22:49sich immer wieder vor Augen,
22:51das sind nicht irgendwelche Raufereien
22:52unter Gleichstarken auf der Straße.
22:56Aber ist es nicht genau,
22:57dass auch irgendwie die Gefahr
22:58für die Partei selbst,
23:01wenn man mit solchen Personen
23:02in Verbindung gebracht wird,
23:04denn du hast es gerade schon angesprochen,
23:06der Vorwurf in Richtung der FPÖ
23:08ist von den Identitären,
23:10die ihr jetzt gerade beschrieben habt,
23:11dass man hat zu viele Themen,
23:12es geht in Wahrheit nur um Migration,
23:14aber wir wissen auch aus der Wahlforschung,
23:15es geht den Leuten doch
23:16am Ende des Tages um deutlich mehr.
23:18Natürlich, natürlich.
23:20Also alle Menschen in Österreich,
23:22die unzufrieden sind,
23:23die sich abgehängt fühlen,
23:25wenn man jetzt wirklich länger
23:26sich die Mühe macht,
23:27mit Menschen zu reden
23:28und sie auch in Umfragen
23:29nicht immer nur suggestiv fragt,
23:31dann haben sehr wenige eigentlich
23:33ein grundsätzliches Problem
23:34mit dem Nachbarn,
23:35der vielleicht keinen deutschen Namen hat
23:37oder mit dem Kollegen,
23:38der vielleicht,
23:38wo vielleicht die Eltern
23:39oder gar er selbst
23:41oder sie woanders herkommen,
23:43sondern die haben ein Problem damit,
23:44dass sie sich die Lebensmittel
23:45nicht mehr so gut leisten können,
23:46dass die Mieten horrend sind
23:47und mit vielen anderen Dingen,
23:49dass sie ewig auf einen Arzttermin warten müssen.
23:51Das sind doch alles Dinge,
23:52wo man von den Identitären
23:53sicherlich keine Lösungen erwarten wird können,
23:56aber die beeinflussen
23:57zu einem Großteil
23:58das Wahlprogramm der FPÖ.
24:00Wobei ich fairerweise dazu sagen muss,
24:02also nur so als Hinweis,
24:03ich würde jetzt nicht behaupten,
24:05dass seriöse Meinungsforschungsinstitute
24:06generell suggestiv Fragen stellen.
24:08Ich glaube,
24:09das können wir so auch nicht sagen,
24:10aber es gibt natürlich
24:11auch schwarze Schafe in diesem Bereich.
24:13Nein, natürlich nicht.
24:14Nein, natürlich nicht.
24:16Aber ist das vielleicht auch der Grund,
24:18warum beispielsweise jetzt Walter Rosenkranz
24:20etwas zurückrudert?
24:22Der ist bei der FPÖ
24:23und ist Nationalratspräsident
24:24und der schlägt ja inzwischen
24:25etwas andere Töne ein.
24:27Vor kurzem hat er ja noch
24:28identitäre parlamentarische Mitarbeiter
24:30verteidigt
24:31und kürzlich meint er jetzt,
24:32das schreibt ihr auch in eurem Text,
24:33in einem ORF-Interview,
24:35ich zitiere,
24:36dass Mitglieder nicht nur gewaltbereit sind,
24:39sondern auch gewalttätig.
24:40Das klingt ja schon etwas anders.
24:41Ich tue mir sehr schwer damit,
24:44Walter Rosenkranz zu interpretieren,
24:47weil, also,
24:48okay,
24:49jetzt da ist er,
24:51ich sage das ein bisschen
24:53deutlicher,
24:53aber gleichzeitig,
24:54als er das Interview gab,
24:57wo er parlamentarische Mitarbeiter
24:59von einem Identitären verteidigt hat,
25:02wusste man eigentlich,
25:03zum Beispiel innerhalb des FPÖ-Klubs
25:05bereits,
25:05dass einer
25:06an der Gewaltattacke
25:08in Leoben
25:08an dem brutalen Übergriff
25:12beteiligt war.
25:14Also,
25:14Walter Rosenkranz
25:16kommt mir vor,
25:17tänzelt da ein bisschen
25:18hin und her
25:19und ich verstehe nicht ganz,
25:23wenn er das ernst meint,
25:25woher er seine Informationen bezieht.
25:28Walter Rosenkranz
25:28ist vor allem sehr,
25:29sehr viel damit beschäftigt,
25:31gekränkt, beleidigt
25:32oder betreten zu wirken,
25:33aber in Wirklichkeit
25:36hätte er sich da von Anfang an
25:37distanzieren können.
25:38Stattdessen hat er eine
25:39Aussprache mit der DSN
25:41ganz seltsam interpretiert
25:43und damals eine Aussendung
25:44gemacht,
25:44die eigentlich,
25:45muss man sagen,
25:45irreführend war.
25:46Die DSN hat dann auch
25:48sich bemüßigt gefühlt,
25:50eine OTS
25:51ein paar Stunden später
25:52rauszulassen,
25:52das ist jetzt schon ein paar
25:53Monate her,
25:54und das richtig zu stellen.
25:55Also, da ging es um die Mitarbeiter,
25:57die parlamentarischen Mitarbeiter
25:58aus dem Identitärenkreis.
26:00Also, er hätte jetzt schon
26:02wirklich sehr oft die Möglichkeit
26:03gehabt, sich klarer zu distanzieren
26:05und er hat selber einen Büroleiter
26:08gehabt, der auch erst durch
26:11massiven öffentlichen Druck
26:12dann entfernt wurde aus dieser
26:14Position.
26:15Und er hat sein allererstes
26:17Interview als Nationalratspräsident
26:19auf eins gegeben, der Plattform,
26:23die der deutsche Verfassungsschutz
26:25als antisemitisch bezeichnet und zwar
26:28auch noch einen Mitarbeiter,
26:30der ein langjähriger Führungskader
26:34der Identitären ist.
26:35Also, das ist eigentlich schon
26:36ein Statement in meiner Sicht
26:38zu interpretieren.
26:39Das sind unsere Leute.
26:41Und wenn er dann zwei Jahre später
26:43sagt, sie sind nicht nur
26:45gewaltbereit, sondern gewalttätig,
26:47also für mich geht sich das nicht
26:49aus eigentlich.
26:53Was sagt eigentlich die FPÖ selbst?
26:55Ihr habt sie ja ebenfalls
26:56konfrontiert.
26:59Also, die versucht, das relativ
27:00flapsig vom Tisch zu wischen.
27:02Die Bundespartei selbst hat eigentlich
27:04nicht wirklich geantwortet, sondern
27:06gesagt, das geht sie nichts an.
27:08Das ist die Jugendorganisation und
27:10mit denen haben sie quasi nichts
27:11zu tun.
27:11Der Obmann der Jugendorganisation
27:13sitzt im Nationalrat unseres Wissens
27:15nicht als wilder Abgeordneter,
27:16sondern als FPÖ-Mann der Tat.
27:18Also will ich schon sagen, dass sie
27:19was mit der Parteijugend zu tun
27:21haben.
27:22Natürlich haben sie das.
27:23Sie haben eigentlich, sie sind
27:24eigentlich auf unsere ganzen Fragen,
27:26auf unseren Fragenkatalog gar nicht
27:27eingegangen.
27:28Und der Herr Weinzierl, der Obmann
27:31und Nationalratsabgeordnete, der hat
27:33das auch sehr flapsig und ohne
27:35eigentlich uns zu fragen, was wir denn
27:37für Belege haben, fand ich auch
27:39interessant, das vom Tisch gewischt und
27:41hat sich fast ein bisschen lustig
27:42gemacht, was sich angesichts der
27:44schweren Inhalte und der Toternsten
27:47eigentlich auch unverantwortungsvoll
27:51findet.
27:51Also verantwortungslos.
27:53Abschließend, die beiden vielleicht
27:55zusammengefasst, wie gefährlich ist die
27:57Situation derzeit?
27:58Kürzen wir es einfach ab.
28:00Also ich finde, wenn man sich das jetzt
28:01anschaut, diese Ideologie, die
28:04gewaltaffin ist, die antidemokratisch
28:06ist, die frauenfeindlich ist und
28:07antisemitisch ist, könnte man jetzt
28:10sagen, das klingt wie Dschihadismus.
28:11Ja, es ist auch ganz ähnlich.
28:12Es ist aber halt, es geht halt um eine
28:14andere Rasse, wie sie das so bezeichnen.
28:17Aber was haben wir bei den
28:19Dschihadisten nicht?
28:19Wir haben keine Freunde im
28:21Parlament, wir haben keine
28:22Verzahnung, wir haben keine
28:23Dschihadisten, die ein- und ausgehen
28:25im Hohen Haus jeden Tag.
28:26Aber wir haben hier bei dieser
28:28Gruppierung wirklich Freundschaften
28:30und Verbindungen und berufliche
28:32Kontakte in die größte Fraktion im
28:35Parlament.
28:36Das ist das Gefährliche.
28:37Das ist das Gefährliche, weil sie
28:38auch Zugänge zu sensiblen
28:40Informationen haben können und weil sie
28:42einen Einfluss nehmen auf
28:44politische Entscheider.
28:46Man muss natürlich sagen, also wenn
28:47die jetzt schon, wenn die FPÖ keine
28:50Probleme hat, diese Personen ins
28:51Parlament zu holen als
28:53parlamentarische Mitarbeiter, dann
28:54wird sie keine Probleme haben, diese
28:56Personen in Behörden und
28:58Ministerien zu holen, wenn sie an der
29:00Regierung ist und wenn sich die
29:02Umfragen in diese Richtung weiter
29:05entwickeln.
29:06Also alles ist möglich, Wahl ist noch
29:08lange entfernt etc.
29:11Aber das muss man eben schon klar
29:13sagen.
29:13Man muss schon die Bevölkerung und die, die
29:15der FPÖ dann auch ihre Stimme geben,
29:17schon wissen, worauf sie sich dann
29:19einlassen und dass Personen, die sogar
29:21so etwas machen wie Schädel vermessen,
29:23dann womöglich in Ministerien landen.
29:26Und da möchte ich dazu noch sagen,
29:28hier geht es nicht nur darum, dass wir
29:29den Leuten Informationen zukommen
29:31lassen, dass unsere ureigenste
29:33Aufgabe als Qualitätsmedium ist, bevor
29:36sie eine Wahlentscheidung treffen.
29:38Hier geht es auch darum, dass Parteien, die
29:40dann vielleicht wieder in
29:41Koalitionsverhandlungen gehen, weil irgendeine
29:43industrielle Vereinigung meint, das wäre eine
29:44tolle Idee, dass die dann wirklich auch
29:46noch einmal gefragt werden, ob sie mit
29:48den Aria-Knochenvermessern tatsächlich
29:50eine Regierung bilden möchten.
29:52Ich finde auch dahingehend ist es wichtig,
29:54dass wir das öffentlich machen.
29:55Fabian Schmidt war das Leiter des
29:56Investigativressorts beim Standard und
29:59Colette Schmidt aus dem Innenpolitik- und
30:03Chronikressort des Standards, allerdings sehr
30:05oft gemeinsam im Tandem mit Fabian Schmidt.
30:07Vielen Dank für eure Recherche und danke auch
30:10natürlich an alle, die dort mitgearbeitet
30:11haben. Das sind ja nicht nur ihr beiden, wir
30:13packen diese Geschichte auch in die
30:15Shownotes. Danke euch.
30:17Und danke vor allem an die, die den Mut
30:20gehabt haben, als Whistleblower an uns
30:23heranzutreten.
30:24Ja, genau.
30:27Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat,
30:28dann abonniert den Kanal auf der Podcast-
30:30Plattform eurer Wahl oder auch auf YouTube.
30:32Da sind wir immer öfter mit Videopodcasts
30:33vertreten. Einfach Kanal abonnieren und nicht
30:35vergessen Glocke drücken. Ich bin Daniel
30:37Retschitz-Egger. Vielen Dank fürs
30:38Dabeisein. Bis zum nächsten Mal.