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  • vor 5 Wochen
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Im Krieg Russlands gegen die Ukraine hat der Verteidiger derzeit noch einen großen Vorteil. Die Ukraine kann auf das Satellitennetzwerk Starlink zugreifen und damit die Kommunikation auf dem Schlachtfeld auf eine neue Ebene heben. Ein Vorteil, den Russland nicht hat, da die Truppen des Kreml nicht mehr auf Starlink zugreifen können. Deswegen baut Russland ein einem eigenen System und will dafür ebenfalls Satelliten ins All schicken.
Könnte die Ukraine bald also einen entscheidenden strategischen Vorteil im Krieg verlieren und was hat es mit der gefürchteten Mobilisierung russischer Soldaten im Herbst auf sich? Darüber sprechen wir mit dem Militärhistoriker Torsten Heinrich.

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Transkript
00:00Im Krieg gegen die Ukraine hat der Verteidiger derzeit einen Vorteil.
00:04Ihre Truppen haben Zugriff auf Starlink.
00:06Doch Russland soll gerade an einem eigenen Satellitensystem arbeiten, genannt RASVET.
00:12Wie weit ist Russland mit diesem Projekt aktuell?
00:15Könnte es das Kräfteverhältnis im Krieg zu Ungunsten der Ukraine verschieben?
00:19Schon jetzt hat ja das Land Probleme damit, die vielen Raketen abzufangen,
00:23die Russland regelmäßig auf bewohnte Gegenden feuert.
00:26Und was hat es überhaupt mit der befürchteten Mobilisierung in Moskau im Herbst auf sich?
00:32Darüber sprechen wir heute mit dem Militärhistoriker Torsten Heinrich.
00:35Ich bin Daniel Retschitz-Egger. Das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:45Und bevor es losgeht, noch ein kurzer Hinweis.
00:47Wenn ihr den Standard-Podcast unterstützen wollt, dann geht das weiterhin am besten über ein Standard-Abo.
00:51Und da gibt es jetzt auch ein exklusives Angebot für euch.
00:54Die ersten drei Monate für nur je drei Euro.
00:57Link in den Shownotes. Und jetzt geht's los.
00:59Der Militärhistoriker Torsten Heinrich vom YouTube-Kanal Militär und Geschichte heute hier im Standard-Podcast.
01:05Herzlich willkommen zurück.
01:07Danke für die Einladung.
01:08Herr Heinrich, bevor wir gleich über das geplante Starlink unter Anführungszeichen der Russen sprechen,
01:13vielleicht zu Beginn eine kurze Übersicht von Ihrer Seite,
01:16warum denn das eigentliche Starlink, also jenes von SpaceX,
01:20für die ukrainische Kriegsführung derzeit so entscheidend ist.
01:23Was macht das aus?
01:24Für die Ukrainer ermöglicht es eine sichere Art der Kommunikation.
01:27Die Russen haben zu Beginn des Krieges mit Cyberangriffen die ukrainischen Kommunikationsmöglichkeiten massiv eingeschränkt,
01:34wenn nicht gar nahezu zerschlagen.
01:36Und die umgehende Nutzung von Starlink hat durch die Möglichkeit der zahlreichen Satelliten,
01:43die kaum zu stören waren, eben die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte wieder ermöglicht.
01:47Heute ist es so, dass die Soldaten an der Front im Prinzip alles, was sie brauchen, ist ein Starlink-Terminal
01:54und genügend Strom.
01:55Und schon haben sie Internet.
01:57Und das bedeutet zum einen natürlich, die Kommunikation der Soldaten ist ermöglicht, was für deren Moral gut ist.
02:03Aber viel wichtiger ist es, dass der Datenausgleich,
02:07Austausch zwischen den verschiedenen Stellen völlig problemlos läuft.
02:11Das heißt, eine Aufklärungsdrohne, wir können uns das so, die klassische DJI Mavic zum Beispiel vorstellen,
02:17die irgendein Gebiet überwacht, die kann ein Live-Feed, deren Kamerabild kann eingestellt werden.
02:24Da wird tatsächlich häufig sogar Discord genutzt, diese Gaming-Plattform.
02:28Dort kann das Live-Feed online gestellt werden.
02:31Und jeder, der autorisiert ist, kann darauf zugreifen und kann live beobachten, was passiert.
02:36Und das war einfach früher völlig undenkbar, eine solche Live-Übertragung von Daten.
02:42Es gab Aufklärungsmittel, aber in der Regel, wenn es Live-Daten gab, waren die an ein, zwei Stellen,
02:47aber nicht bis an die Front im Prinzip verfügbar.
02:50Und das ermöglicht, den Soldaten umgehend zu reagieren.
02:53Das verkürzt die Killchain.
02:54Das heißt, wenn ein Ziel erkannt wird, ist es auf diese Art und Weise sofort weiter zu verbreiten.
03:01Feuerkorrekturen können unmittelbar durchgeführt werden.
03:03Und das ermöglicht im Prinzip halt, dass die Bekämpfung von feindlichen Zielen sehr effizient geht,
03:10sehr schnell geht und die Überwachung enorm umfangreich sein kann und nahezu lückenlos sein kann.
03:16Deswegen sehen wir jetzt in den letzten Wochen gab es ja wieder russische Versuche von mechanisierten und motorisierten Angriffen,
03:23die bereits massiv bekämpft wurden, noch bevor sie überhaupt die Front überquert hatten.
03:27Was daran liegt, dass eben die Überwachung so umfangreich ist und die Daten, die dann damit erfasst werden, erzeugt werden,
03:35die können dann gleich weitergeleitet werden und für die Bekämpfung genutzt werden.
03:38Also man hat im Prinzip alles, was an Daten erzeugt wird, steht im Prinzip für den eigenen Zugriff zur Verfügung.
03:44Und das ermöglicht den ukrainischen Soldaten nicht nur die Kommunikation, also Befehle übergeben oder ähnliches,
03:50ohne dass sie dafür unverschlüsselte Funkleitungen oder ähnliches nutzen müssen, sondern sie können auch Videos übertragen,
03:57was natürlich gerade jetzt bei den Drohnen enorm wichtig ist, sei es zur Bekämpfung durch FPV-Drohnen,
04:04sei es zur Überwachung, sei es zur Feuerkorrektur für die Artillerie, sei es zur Zielzuweisung für die Luftwaffe mit Gleitbomben.
04:10Auf diese Art und Weise ist die Kommunikation entlang der Front ermöglicht.
04:14Das ist aber nur der eine Teil. Der andere Teil ist die Wirkmittel.
04:18Die Ukraine kann Starlink nicht in Russland nutzen, aber sie kann es auf eigenem Territorium und in internationalem Territorium nutzen.
04:26Das heißt im Schwarzen Meer und in der besetzten Ukraine.
04:30Und deswegen sehen wir eben beispielsweise die Kameras von den Drohnen, die in die Schiffe einschlagen im Asowschen Meer,
04:37über die wir beim letzten Mal gesprochen haben.
04:38Dort ist, das ist, das Asowsche Meer ist, entweder die Hälfte davon dürfte wahrscheinlich ukrainisches Vorheitsgewässer sein
04:45und dadurch steht den Ukrainern dabei Starlink zur Verfügung.
04:50Und so können sie ihre Waffen direkt, direkt leiten.
04:53Sie können also aktiv reagieren.
04:55Wenn man ein Ziel am Boden erkennt, kann man entsprechend schnell es angreifen.
05:00Man muss nicht aus der Ferne berechnen, wo etwas sein könnte.
05:03Und das erhöht natürlich die Waffenwirkung enorm.
05:05Und die Ukrainer, für die ermöglicht es also die Kommunikation und gleichzeitig die aktive Bekämpfung,
05:11sowohl direkt entlang der Front als auch im rückwärtigen Raum zumindest in dem Bereich,
05:17wo Starlink zur Verfügung steht, also in der besetzten Ukraine.
05:20Wenn man auf diesen Krieg blickt und verschiedenste Maßstäbe hernimmt, wer denn in welchem Bereich den Vorteil hat,
05:27dann werden jetzt wahrscheinlich sehr viele sagen, es geht natürlich um die sogenannte Manpower,
05:31also wie viele Soldaten hat jemand, wie viel Munition, wie viele Waffen.
05:33Aber wenn man Ihnen jetzt genau zugehört hat, dann scheint auch Starlink oder eben diese Kommunikationsmöglichkeit
05:39ein riesengroßer Brocken zu sein, ein riesengroßer Vorteil.
05:43Wie kriegsentscheidend ist denn das Ihrer Einschätzung nach tatsächlich?
05:46Ich glaube, es kann kaum überschätzt werden.
05:49Also wirklich, man muss sehen, von den ersten Tagen des Krieges ist die Kommunikation zusammengebrochen
05:53und Starlink hat sie wieder hergestellt.
05:55Und wenn wir jetzt schauen, wenn jetzt ein russischer Angriff erfolgt und der wird zerschlagen,
06:01die Möglichkeit, es ohne Starlink zu machen, besteht natürlich.
06:06Ich meine, andere Militärs konnten das vorher auch.
06:08Aber natürlich mit dramatisch niedrigerer Effizienz.
06:12Denn ich kann jetzt weiter eine DJI Mavic oben haben und natürlich sendet die ihr Funksignal.
06:17Aber der muss dann per Funk durchgeben.
06:19Wir haben dort was Planquadrat so und so, neben der Baumreihe, dort wo sich die Straße abzweigt.
06:26Und das muss dann der FPV-Pilot, muss das dann suchen, statt dass er irgendwie die Videoaufnahmen kennt,
06:32statt dass er sich koordinieren kann.
06:34Wenn die Artillerie schießt, muss derjenige, der die Beobachtungsdrohne hat, per Funk durchgeben.
06:40300 Meter kürzer, weil es zu weit geschossen war oder ähnliches.
06:44So hat einfach die Batterie selbst ihren Laptop da, ihr Tablet und kann direkt sehen, wo die Granaten einschlagen.
06:51Kann unmittelbar selbst korrigieren.
06:53Ich glaube, es kann kaum überschätzt werden.
06:55Und das ist nur die Entwicklung entlang der Front.
06:57An der Front wäre es dramatisch schwerer für die Ukraine.
07:00Im rückwärtigen Raum hätten sie es erneut schwerer.
07:03Ich meine, wenn man ein Gebäude kennt und das angreifen will, weil dort eine feindliche Position ist,
07:08dann kann, wenn die GPS-Störung nicht so schwer ist oder wenn man durch interne Navigation oder durch Abgleichen von
07:14Bildern
07:15die Wirkmittel heranführt, dann geht es schon auch ohne Starlink.
07:19Aber wenn es darum geht, eine Kolonne bei der Fahrt zu treffen, keine Chance.
07:23Zumindest nicht, bis die KI weit genug ist, dass die das selbst erkennt.
07:27Und dann besteht keine wirkliche Kommunikation ohne Starlink.
07:31Das heißt, wenn ich der KI überlasse, dann fliegt die halt auch mal in den Schuhbus.
07:34Und das heißt, Starlink kann eigentlich kaum überschätzt werden.
07:37Und dann kommen wir an dieser Stelle zu der sogenannten russischen Version.
07:40Ich habe es vorher schon gesagt, sie soll RASVET heißen.
07:43Und der Ausbau dieses russischen Satellitennetzwerkes soll laut der Ukraine schneller vorangehen,
07:49als man ursprünglich gedacht hat.
07:51Ihre Einschätzung, Herr Heinrich, was könnte denn dahinter stecken?
07:54Wie weit sind denn die Russen tatsächlich?
07:55Also als ich zum ersten Mal davon gehört habe, habe ich es verlacht, muss ich ganz offen sagen.
07:59Ich dachte, Starlink hat 10.000 Satelliten.
08:02Was ich damals völlig übersehen habe, ist, dass Starlink ein kommerzieller Anbieter ist,
08:05der weltweit wirken will.
08:07Die Russen müssen ausschließlich eine Versorgung mit Satelliten über dem Kriegsgebiet haben.
08:12Das ist ja alles, was sie benötigen.
08:14Ob in Deutschland oder über dem Atlantik die Satelliten zur Verfügung stehen,
08:18kann in irgendeiner späteren Phase eine Rolle spielen.
08:21Jetzt geht es darum, dass das Frontgebiet und dann im Idealfall die gesamte restliche unbesetzte Ukraine
08:28von den Satelliten bedeckt wird.
08:31Und die Satelliten fliegen höher.
08:33Dadurch haben sie eine etwas schlechtere Performance.
08:37Aber nach dem, was ich berechnet habe, ist sie nicht relevant genug.
08:41Also Live-Bilder werden dort weiter möglich sein.
08:43Auch die Datenübertragung wird weiter genug möglich sein.
08:46Und wenn ich mich natürlich auf einen viel kleineren Raum konzentriere.
08:49Und dann dürfen wir nicht vergessen, Starlink ist ein kommerzieller Anbieter.
08:52Die wollen möglichst vielen Kunden dienen.
08:55Russland kann auf die Art und Weise je nach Ausbaustufe natürlich den Zugriff verringern
09:00und vergrößern und priorisieren.
09:02Völlig problematisch.
09:04Unproblematisch.
09:05Und auf diese Art und Weise geht es tatsächlich deutlich schneller.
09:08Ich glaube, die Ukrainer sagen im Mai oder so was nächstes Jahr.
09:11Also grob in einem Jahr.
09:12Vielleicht sogar in unter einem Jahr dürfte es einsatzbereit sein,
09:14dass eine vollständige Abdeckung der Ukraine 24 Stunden am Tag möglich ist
09:20und dann die Russen eben ihre Version von Starlink haben auf diese Art und Weise.
09:25Kann man hier von einem Wettlauf gegen die Zeit für die Ukraine sprechen?
09:29Man hat jetzt noch diesen Vorteil und möglicherweise im Mai, wie Sie gesagt haben, dann nicht mehr?
09:34Ich denke, das muss man sagen, ja.
09:36Die Ukraine hat dadurch natürlich auch noch ein Jahr Zeit an Gegenmaßnahmen zu arbeiten.
09:41Wir haben jetzt gerade, ich glaube in Samara war das, ein FPV, FP5 Flamingo,
09:47also ein Marschflugkörperangriff der Ukrainer gesehen,
09:49auf eine Fabrik, in der Weltraumraketen hergestellt werden.
09:53Da versucht man offensichtlich zu verlangsamen, dass die Satelliten ins All gebracht werden.
09:58Das ist meines Erachtens der offensichtliche Zusammenhang hierbei.
10:01Dadurch, dass es sehr wenige Satelliten sind, ich glaube aktuell sind es 18 oder so was,
10:06wovon drei noch nicht funktionieren oder vielleicht gescheitert sind.
10:09Also wir reden von relativ wenigen Satelliten, besteht vielleicht eine Chance, die vom Boden aus zu stören,
10:15was bei Starlink durch die Vielzahl der Satelliten erheblich schwerer ist.
10:19Daran wird man jetzt auch mit hoher Intensität arbeiten müssen, um das rechtzeitig hinzubekommen.
10:24Das könnte ein Stück weit leichter sein, eben weil es weniger Satelliten sind.
10:28Aber in dem Moment, wo Rassvet den Russen zur Verfügung steht, die Leistungsfähigkeit sichergestellt ist,
10:36können wir davon ausgehen, dass jede Schahit, jede Geran-Drohne, dass die damit ausgestattet ist,
10:42zumindest jede, die es nötig hat, die dann also irgendwo in Lemberg,
10:45ich weiß nicht wie viel, 1500 Kilometer oder wie weit es von der Front entfernt ist,
10:50einzelne LKW angreifen kann.
10:51Und das ist natürlich eine Katastrophe.
10:53Und dass die Ukrainer in Richtung Hulia-Pole, Pokrovsky-Richtung, also im Südosten der Front,
11:02dass sie dort seit Januar eine Gegenoffensive durchführen konnten,
11:06die immerhin ein paar Kilometer Geländegewinn erzielt hat
11:09und laut ukrainischen Angaben 26 Ortschaften befreit hat.
11:12Das ging klar auch mit Starlink zusammen,
11:14weil bei den Russen die Kommunikation zeitweilig zusammengebrochen war.
11:18Und wir hatten vorher darüber gesprochen, über die Geschwindigkeit in der Bekämpfung.
11:21Wenn die Russen das nicht haben, dann ermöglicht das kleine, enge Zeitfenster
11:25immer noch mit hohem Risiko, aber mit etwas geringerem Risiko.
11:28So gab es zum Beispiel Videos, wo zwei ukrainische Schützenpanzer vorfahren,
11:33die Soldaten boten aus, setzen ab, säubern zwei Gebäude, steigen wieder ein und fahren wieder weg.
11:39Das Ganze dauert dann zehn Minuten.
11:42Und wenn eine Live-Übertragung mit Kameras und so weiter zur Verfügung steht,
11:46dann führt das zu einer Bekämpfung mit Artillerie, dann werden sofort die Drohnen herangeführt.
11:51Wenn diese Kommunikation dort nicht ist, dann, ich hatte es vorher skizziert,
11:54dann wird wahrscheinlich gefunkt, dann muss man gucken, wie man das vermittelt,
11:57wie man die Wirkmittel heranführt.
12:00Und dann haben die Ukrainer ein gewisses Zeitfenster,
12:03in der sie so eine Aktion durchführen können,
12:05auch mit der Unterstützung von gepanzerten Fahrzeugen,
12:07auch mit der Hoffnung auf überschaubare Verluste und sich zurückziehen.
12:12Aber sobald die Russen die Kommunikation wiederhergestellt haben,
12:15wird sowas wieder erheblich schwerer.
12:17Und das heißt, sobald RAS-VET einsatzbereit ist und funktioniert wie geplant,
12:22das ist dann noch eine nächste Frage, wie weit es dann tatsächlich funktionieren wird.
12:26Aber wenn das funktioniert wie geplant,
12:29und es gibt Hinweise, dass sie sich möglicherweise von den Chinesen bedienen,
12:33also chinesische Komponenten verbaut werden,
12:35die aus dem chinesischen vergleichbaren Projekt stammen,
12:40was also vermutlich funktionieren dürfte,
12:42aber dann dürfte die Kommunikation auf russischer Seite
12:44auf ähnliches Niveau wieder gehoben werden,
12:46während gleichzeitig die Wirkmittel zuschlagen können.
12:49Und das war ja einer der Gründe,
12:51weshalb die Ukraine dann den Wunsch an Maske herangetragen hat,
12:56die Russen von Starlink auszusperren,
12:58weil die Russen begonnen haben,
13:00die Molnir-Drohnen mit Starlink auszustatten,
13:01also günstige Drohnen mit so maximal 100 Kilometer Reichweite,
13:06die dann plötzlich 50, 60 Kilometer hinter der Front LKWs zerstören konnten,
13:10in einem Bereich, wo die Ukrainer ansonsten sehr wenig bedroht waren.
13:14Das konnte damit beendet werden mit Starlink,
13:16indem Starlink für die Russen gesperrt werden.
13:18Dann wird es nicht mehr beendet werden können.
13:20Dann werden diese Drohnen wieder zuschlagen können.
13:22Und wer das beobachtet hat Ende 2025, als das aufgetaucht ist,
13:26das war ein riesiges Problem für die Ukrainer
13:28und das wird sich vermutlich in einem Jahr wieder einstellen.
13:30Herr Heinrich, Sie haben das jetzt schon sehr gut skizziert,
13:33wie zielgenau, wenn es denn funktioniert,
13:35Russland tatsächlich ukrainische LKWs oder ähnliches mit Drohnen angreifen könnte.
13:40Aber sprechen wir hier, wenn Rasswetz tatsächlich kommen sollte,
13:44von einer Offensivsteigerung
13:46oder würde es auch für die Verteidigung der Russen etwas bringen?
13:49Wir haben ja im letzten Podcast sehr ausführlich darüber gesprochen,
13:52wie schmerzhaft die Schläge der Ukraine auf russisches Gebiet sind,
13:55Stichwort Wildberries beispielsweise,
13:57oder auch eben im Asowschen Meer.
14:00Bringt das etwas für die Verteidigung auch?
14:04Also Verteidigung entlang der Front von den Soldaten natürlich,
14:08weil wieder Kommunikation, Bilder etc.
14:10Aber wenn wir uns die Drohnen anschauen, die jetzt Wildberries treffen,
14:13ich vermute mal, es kann nicht schaden,
14:16wenn Satellitenkommunikation zur Verfügung steht,
14:18aber da sollte es, ich sehe nicht, wie es da eine Rolle spielen sollte,
14:22zumal wir ja gesagt haben, die, so wie es jetzt scheint,
14:25konzentrieren sich die Russen auf die Ukraine.
14:27Das heißt, jetzt irgendwie 500 Kilometer innerhalb Russlands
14:31wird Razvet erstmal gar nicht mehr funktionieren.
14:34Und dort steht ja die Kommunikation zur Verfügung.
14:36Dort haben sie auch Landleitungen, da ist eine Glasfaserleitung gelegt.
14:39Also da muss man nicht per Satellit kommunizieren.
14:41Und die eigenen Wirkmittel sind dort nicht unterwegs.
14:45Es sei denn, sie versuchen, ukrainische Drohnen abzufangen
14:48und dann sind die anders gesteuert.
14:50Also ich glaube nicht, dass es dort eine große,
14:51ich sehe zumindest auf den ersten Blick nicht,
14:54wie es dort eine entscheidende Rolle spielen würde im Rückwärtigen auch.
14:57Entlang der Front natürlich schon.
14:58Aber das haben wir ja bereits umfangreich besprochen.
15:01Und genau das haben wir ja schon sehr gut skizziert,
15:03beziehungsweise Sie.
15:04Herr Heinrich, ein weiterer Punkt, der mich noch interessieren würde,
15:07Sie haben vorher schon Flamingo angesprochen.
15:09Wenn denn Razvet tatsächlich kommen sollte und auch funktioniert,
15:12könnte die Ukraine dagegen noch irgendetwas unternehmen?
15:16Kann man denn diese Satelliten vom Himmel holen?
15:19Die Ukrainer wahrscheinlich nicht.
15:23Was war die Rede?
15:24Ich glaube, 800 Kilometer Höhe.
15:25Es gibt Antisatellitenwaffen, die die abschießen können.
15:29Die Chinesen, die Russen, die Amerikaner haben welche.
15:32Und ich bin mir nicht sicher, wer noch.
15:35Ich glaube, die Inder haben ebenfalls welche.
15:37Und dann ist natürlich davon auszugehen, was weiß ich,
15:39dass Israelis und so weiter vielleicht auch noch welche haben.
15:43Prinzipiell ist der Abschuss eines Satelliten möglich.
15:45Aber dazu braucht es spezielle Raketen,
15:48die entweder vom Boden aus mit entsprechenden Raketen abschießen müssen.
15:52Und da wüsste ich nicht, wie die Ukraine das realistischerweise bekommen sollte.
15:56Die andere Alternative, die häufiger dann stattfindet,
15:59ist, dass es eine leistungsfähige Rakete ist,
16:01die mit einem Kampfflugzeug abgefeuert wird.
16:03Zum Beispiel die F-15 ist sehr leistungsstark.
16:06Die kann hochfliegen in einem Parabelflug,
16:09um die normale Dienstgipfelhöhe zu überschreiten
16:12und dann eine solche Rakete abschießen,
16:14die dann noch mal mehrere hundert Kilometer nach oben fliegen kann,
16:16auch weil die Luftschichten niedriger sind, dünner sind
16:19und damit die Reibung niedriger und dann die Rakete leistungsfähiger ist.
16:22Also prinzipiell müsste es möglich sein, solche Satelliten abzuschießen.
16:27Ich wüsste nur nicht, dass die Ukraine die Mittel dazu zur Verfügung hätte.
16:31Und dann ist es natürlich so,
16:32dass wahrscheinlich von Seiten der Amerikaner dies absolut nicht gewünscht wäre.
16:36Denn das könnte die Russen dazu provozieren, auf Starlink zu schießen.
16:41Das glaube ich nicht, dass das ein realistisches Risiko ist.
16:44Dann kämen noch so Dinge wie der Kessler-Effekt.
16:47Aber der wird bei drei, vierer Satelliten noch nicht eintreten.
16:50Also dass eine Trümmerwolke entsteht, die weitere Satelliten trifft,
16:54die eine weitere Trümmerwolke erzeugen.
16:56Das ist die Angst, wenn das Abschießen von Satelliten beginnt,
16:59dass irgendwann eine Trümmerwolke um die Erde herum ist,
17:02die eine Raumfahrt unmöglich macht.
17:03Das ist, denke ich mal, in diesem Fall ist es eher theoretisch,
17:06denn zehn Satelliten abzuschießen, wird das vermutlich noch nicht auslösen.
17:10Aber ich glaube, auch die Frage, ob es die Amerikaner mögen,
17:13dürfte alles zweitrangig sein.
17:15Ich glaube, es wird schlicht daran scheitern,
17:16dass die Ukrainer es, ich sehe nicht, wie die Ukrainer es können sollten,
17:20sie haben meines Wissens keine Raketen dafür.
17:23Dass sie extra welche dafür entwickeln,
17:25scheint angesichts der viel größeren Problematik der abwehrballistischen Raketen
17:30unrealistisch zu sein.
17:31Und die Amerikaner werden ihnen wohl auch nichts liefern.
17:33Die Europäer kann ich mir auch nicht.
17:35Also realistischerweise werden die nicht abgeschossen.
17:37Das Beste, was sie vielleicht können,
17:39ist zu versuchen, sie vom Boden aus zu stören.
17:41Also mit besonders leistungsfähigen elektromagnetischen Strahlen.
17:46Es gibt Theorien, dass man mit Laser vielleicht irgendwelche Sensoren übersteuern könnte.
17:52Aber wo bekommen sie die leistungsfähigen Laser her,
17:54die auf 800 Kilometer die Wirkung erzielen müssen?
17:58Und wenn man was elektromagnetisches,
18:00also irgendwie eine Überlastung,
18:02ein überstrahlendes Satelliten erzeugt,
18:04das auf 800 Kilometer wirkt, erneut,
18:06das ist nichts, was unmöglich ist,
18:09aber auch nichts, was einfach ist,
18:11dann ist das ja gleichzeitig enorm leistungsstark
18:13und damit für die Russen sehr einfach zu orten
18:15und damit wiederum sehr einfach zu bekämpfen.
18:17Also ich glaube, wir müssen uns realistisch sagen,
18:20realistisch zu sehen ist wahrscheinlich,
18:22dass die Ukrainer das Beste, was sie können,
18:24ist, so wie die Russen,
18:26die Russen haben Systeme entwickelt, um Starlink zu stören.
18:29Es funktioniert, das ist am Boden
18:31und funktioniert in ein paar Dutzend Kilometer Umkreis.
18:34So 25 Kilometer Umkreis heißt das,
18:37wo dann Starlink gestört wird.
18:38Das ist wahrscheinlich die beste Chance,
18:40dass sie was gegen die Satelliten selbst machen können,
18:42und diese aus dem Spiel zu nehmen,
18:44scheint unwahrscheinlich zu sein.
18:45Aufgrund der möglichen Bedrohung
18:47eben durch dieses russische Satellitennetz
18:50fordert die Ukraine jetzt erneut wieder,
18:52Starlink auch über russischem Gebiet verwenden zu dürfen.
18:55Wie entscheidend wäre dieser Schritt
18:58oder wie groß wäre der Vorteil,
18:59wenn die Ukrainer das tatsächlich dürften?
19:01Groß für die Ukraine.
19:03Letztendlich ist es das, was seit Jahren gesagt wird.
19:05Man muss den Bogenschützen treffen,
19:07nicht die Pfeile.
19:09Die Flugabwehr, man kann nicht,
19:11die Amerikaner bauen weniger Pack 3,
19:14also die Raketen,
19:15die zur Abwehr ballistischer Raketen benutzt werden,
19:17als die Russen Iskander.
19:18Wenn die Amerikaner aktuell jede einzelne Pack 3,
19:21und sie brauchen die ja selber,
19:23wenn sie jede einzelne an die Ukraine liefern würden,
19:25und die würden eine hundertprozentige Abfangquote
19:28pro einzelne Rakete erzielen,
19:30würden trotzdem noch ballistische Raketen durchkommen können,
19:32weil die Russen einfach mehr produzieren.
19:34Das ist schlicht, es ergibt keinen Sinn.
19:36Was Sinn ergibt, ist die Fabriken zu treffen
19:39und die Startfahrzeuge.
19:41Und das ist das, was Fedorov hat gesagt.
19:43Es muss so sein, dass die Russen wissen,
19:44dass zu 95 Prozent ist ihr Ende bedeutet,
19:47wenn sie versuchen, eine Rakete zu starten.
19:49Denn wir reden ja dann natürlich von Tonnen
19:51an Treibstoff und Sprengstoff.
19:54Wenn die Rakete getroffen wird,
19:55ist die Besatzung, wenn die nicht in 100 Meter Entfernung ist,
19:58natürlich aktiv in ihrem Leben bedroht.
20:00Dann ist es ja so, wir müssen es verstehen,
20:01das sind zwar mobile Fahrzeuge, diese TEL,
20:04also Transporter Erector Launcher,
20:07die Startfahrzeuge für solche Raketen sind LKWs,
20:10aber man fährt ja für die nicht 350 Kilometer herum.
20:13Und die Raketen können zwar theoretisch mobil nachgeladen werden,
20:17aber dafür gibt es wieder Depots, in denen die drin sind,
20:20wo dann die Nachladefahrzeuge sich bedienen müssen.
20:23Also realistischerweise weiß man,
20:25dass so in 50 bis 80 Kilometer Umkreis
20:28vielleicht der Einsatz erfolgt,
20:29vielleicht sogar etwas weniger.
20:31Und dann muss man in der Lage sein,
20:33mit Hilfe der Nachrichtendienste
20:35im Idealfall zusätzlich noch zu wissen,
20:38wann ein Angriff bevorsteht.
20:39Und wenn dann natürlich die Drohne bereits in der Gegend ist
20:42und die aktive Kommunikation über Starlink möglich ist,
20:45dann kann das Startfahrzeug angegriffen werden.
20:47Im besten Fall, bevor es die Rakete abfeuert,
20:50im zweitbesten Fall, nachdem es sie abgefeuert hat,
20:52sich damit gezeigt hat, denn die Rauchspur ist natürlich gut zu erkennen,
20:56dann kann das Fahrzeug gejagt werden.
20:58Und wenn das Fahrzeug zerstört wird,
21:00zusammen mit der Besatzung,
21:01dann geht von diesem Fahrzeug ebenfalls keine Gefahr mehr aus.
21:03Und wenn das regelmäßig passiert,
21:05wird natürlich die Moral der russischen Soldaten sinken.
21:08Und eine gesunkene Moral in dem Fall würde zum Beispiel bedeuten,
21:11dass sie die Fahrzeuge aufgeben,
21:13wenn sie nur das Gefühl haben,
21:14dass eine Drohne in der Nähe sei,
21:16dass sie wegrennen, um ihr Leben zu retten.
21:17Und solche Dinge könnten dann bereits einen Unterschied machen.
21:20Starlink über Russland würde den Ukrainer
21:22ermöglichen, vor allem die Startfahrzeuge zu jagen.
21:25Und das würde den Unterschied machen.
21:27Denn wenn die Russen 15 Prozent ihrer Startfahrzeuge verlieren,
21:31was schon gigantisch wäre,
21:32selbst 5 Prozent wäre schon viel,
21:34wenn sie bei jedem Angriff 5 Prozent der Startfahrzeuge verlieren würden,
21:37würde das Volumen dessen,
21:40was auf die Ukraine abgefeuert werden kann, verringern.
21:43Andererseits würde es natürlich auch bei Angriffen auf Flughäfen helfen.
21:45Die Ukrainer haben jetzt einen Flughafen angegriffen,
21:48auf dem MiG-31 stationiert sind.
21:50Das sind die Kampfflugzeuge der Russen,
21:53von denen aus sie die Kinschall abfeuern,
21:55also luftgestartete ballistische Raketen.
21:57Und meines Wissens können sie es nur von der MiG-31.
22:00Wenn sie also die MiG-31 mit Drohnen jagen können
22:04und dort stehen den Russen nicht mehr genügend zur Verfügung,
22:07dann können die Russen gar keine Kinschall mehr einsetzen.
22:09Aber auch dort wieder.
22:10Man weiß, die sind an einem Flughafen,
22:11man kann ein Satellitenbild bekommen,
22:13die stehen auf dem Parkplatz, bis die Drohne dort ist,
22:16bis der Marschflugkörper dort ist.
22:17Vergehen Stunden, in denen kann sich das Flugzeug bewegt haben.
22:20Wenn ich eine Live-Aufnahme habe über Starlink,
22:23dann kann ich natürlich umlenken
22:25und das Flugzeug, was inzwischen 300 Meter entfernt ist,
22:28trotzdem direkt anfliegen und zerstören.
22:30Also dort würde Starlink einen riesigen Unterschied machen,
22:33vor allem in der Jagd auf die Startmittel der Raketen in der Hinsicht.
22:40Und das wäre viel, viel wichtiger, als dass sie 50 zusätzliche Pakt 3 bekommen.
22:46Herr Heinrich, Sie sind ja auch Historiker,
22:48wir haben es ja zu Beginn schon angesprochen.
22:49Sie blicken also nicht nur auf diesen aktuellen Krieg,
22:52sondern auch immer wieder in die Vergangenheit.
22:53Und wenn man es jetzt mit vergangenen Konflikten vergleicht,
22:56ist es nicht irgendwie ein bisschen irre,
22:58wenn wir hier von Starlink sprechen,
23:00ein Unternehmen einer Privatperson, also von Elon Musk,
23:03dass der mit einem Ja oder Nein
23:05einen so gigantischen Unterschied in einem so großen Krieg auslösen könnte?
23:11Das ist, ja, ist es natürlich.
23:13Andererseits darf man natürlich nicht vergessen,
23:15dass er der US-Jurisdiktion untersteht.
23:18Das heißt, ich gehe davon aus,
23:19dass er sehr schnell gezwungen werden kann,
23:21etwas zu tun, wenn die US-Regierung es will.
23:25Also es mag ein Privatunternehmen sein,
23:27aber solange er nicht Sabotage am eigenen Unternehmen betreibt,
23:31kann ein Gesetz,
23:33ein Gesetz, die Starlink natürlich zur Kooperation zwingen,
23:38zwingen, seine Satelliten zu sperren,
23:40zwingen, sie zur Verfügung zu stellen.
23:42Also das ist relevant,
23:45aber ich glaube, weit weniger,
23:47als man es auf den ersten Blick erwarten würde,
23:49denn am Ende ist er in den USA ansässig,
23:52die Firma ist in den USA ansässig
23:54und wenn dort ein Gesetz beschlossen wird,
23:56ich weiß nicht, ob das per Exekutivanordnung geht,
23:58vermutlich nicht,
23:59aber wenn ein Gesetz durchs Parlament geht
24:01und beschlossen wird,
24:02dass ihn verpflichtet,
24:06die entsprechenden Dinge zur Verfügung zu stellen
24:09oder zu sperren,
24:10dann wird es,
24:11ich sehe nicht, warum es da nicht erfolgen sollte
24:13und damit ist letztendlich die US-Regierung in Kontrolle.
24:16Also es ist ein Privatunternehmen,
24:18aber unter Führung der US-Regierung,
24:21die dann also am entscheidenden Hebel bei Starlink sitzt,
24:23zumindest wenn sie es will,
24:24das muss man natürlich sagen.
24:26Sie muss diese Gesetze erst mal erlassen.
24:28Ich muss ja offen sagen,
24:29ich habe keine Ahnung,
24:30wie aktuell die Gesetzeslage ist,
24:32ob Starlink jetzt schon eingeschränkt werden kann
24:34oder erzwungen werden kann,
24:37aber das ist gesetzlich,
24:38sehe ich keinen Hindernis.
24:41Wahrscheinlich tatsächlich ein Punkt,
24:42wo wir jetzt einen US-Juristen,
24:44der sich mit Verfassungsrecht auskennt,
24:45zuschalten müssten,
24:47den Hammer allerdings jetzt gerade nicht zur Hand.
24:48Aber ich meine,
24:50das haben wir ja mit zahlreichen anderen Unternehmen.
24:52Rüstungsunternehmen dürfen ja auch nur verkaufen,
24:54an denen, wo dürfen ja,
24:56was weiß ich,
24:56Boeing darf ja seine Flugzeuge auch nur an,
25:01Boeing ist glaube ich mit McDonnell Douglas
25:03oder Lockheed,
25:04Lockheed glaube ich sind die verbunden.
25:06Also auf jeden Fall,
25:07egal,
25:07eine US-Rüstungsfirma kann ihre Waffen
25:09auch nicht einfach nach Gut Dünken verkaufen,
25:11sondern die bekommt auch gesagt,
25:12an wen sie es verkaufen darf
25:13und ich bezweifle,
25:16dass die sich leisten kann,
25:17einen Verkauf zu verweigern,
25:19wenn die Regierung es sagt.
25:20Also da ist es kein großer Unterschied.
25:23Das ist natürlich ein guter Punkt,
25:24da haben Sie höchstwahrscheinlich
25:25ziemlich sicher sogar recht.
25:29Bleiben wir noch ganz kurz bei diesen Satelliten.
25:31Ich würde gerne noch auf einen Punkt zu sprechen kommen,
25:32nämlich auf Iris 2.
25:34Das soll ein Alternativprogramm
25:35der Europäischen Union sein.
25:37Da will man 330 Satelliten
25:39in die niedrige
25:40und 18 in die mittlere Umlaufbahn schicken.
25:42Das sind jetzt mal Details,
25:44aber wie sehen Sie,
25:45das sehen Sie Potenzial
25:46innerhalb der Europäischen Union,
25:48hier tatsächlich sinnvoll auszuhelfen?
25:52Also ich bin bekannt dafür,
25:54dass ich offen zugebe,
25:55wenn ich von denen wenig Ahnung habe
25:56und ich muss sagen,
25:57von Iris 2 habe ich wenig Ahnung.
25:59Wenn wir uns anschauen,
26:00ich kann aber trotzdem was dazu sagen,
26:03denn wenn wir uns anschauen,
26:03wie wenig Satelliten
26:05Rasvet braucht,
26:06um zu funktionieren,
26:08dann heißt es,
26:09dass 330, sagen Sie,
26:10330 Satelliten
26:11sollten dann zumindest
26:13für was zu gebrauchen sein.
26:14Aber recht viel mehr
26:15kann ich nicht beitragen.
26:16Wir können es mit Starlink vergleichen,
26:18wo es inzwischen, glaube ich,
26:18über 10.000 Satelliten sind.
26:20Rasvet mit gerade mal 18, glaube ich,
26:22wo jetzt schon in Fenstern
26:24eine Stunde zur Verfügung steht.
26:26Es kommt also darauf an,
26:28wie breit will man das öffnen,
26:30wie viel Prozent der Welt
26:31will man damit abdecken.
26:32Das sind natürlich dann
26:33die großen Fragen
26:34und da kann offensichtlich,
26:36wie uns die Russen beweisen,
26:37eine kleinere Zahl bereits
26:39eine merkliche Wirkung entfalten,
26:41wenn ich schlicht
26:41den Einsatzort beschränke.
26:43Und da wird es halt dann
26:44auf die Details ankommen.
26:45Will man damit die Antarktis
26:47auch abdecken
26:47oder will man nur
26:49Zentraleuropa
26:49zur Verfügung stellen,
26:51dann wird die Anforderung
26:52völlig anders sein.
26:54Dann kommen wir zurück
26:55zum Militärischen.
26:56Herr Heinrich,
26:56wir haben vor etwas mehr
26:58als einem Monat ungefähr
26:59schon einmal miteinander gesprochen
27:00und damals haben wir,
27:02wir haben es schon angesprochen,
27:02in diesem Gespräch auch
27:03sehr viel über die ukrainischen
27:04Angriffe auf die Schattenflotte,
27:06aber auch auf die Wirtschaft geredet.
27:08Stichwort Wildberries.
27:10Zum Ziel dieser Operation
27:11soll gewesen sein,
27:12wenn man sich die Seite
27:13der Ukraine anhört,
27:14Russland so viel Schaden
27:15zuzufügen,
27:16dass man in Moskau
27:17zu einem Umdenken kommt
27:18und tatsächlich zu
27:19sinnvollen Verhandlungen
27:20bereit ist.
27:21Jetzt mit eben etwas
27:23mehr als einem Monat Abstand.
27:24Wie sehen Sie das?
27:25Ist diese Operation aufgegangen?
27:27Aktuell nicht,
27:28aber ich glaube,
27:28das müssten wir damals
27:29eben so gesagt haben,
27:31dass es letztendlich ist
27:32es ein stetes Nagen
27:33an einem Baum,
27:35wenn wir so wollen,
27:36wissen, wann der zusammenbricht
27:38und ob er rechtzeitig
27:39zusammenbricht,
27:40ist die andere Frage.
27:41Wildberries hat große Schäden
27:43angerechnet und das,
27:44also ich würde nicht mehr
27:45in die Firma investieren,
27:48wäre ich russischer
27:49Privatinvestor,
27:50denn das wird jetzt
27:52dazu führen,
27:53dass realistischerweise
27:54die Händler,
27:54die dort das genutzt haben
27:56und die Kunden
27:57zur Konkurrenz wechseln,
27:58denn wenn nur
27:59Wildberries angegriffen wird,
28:00aber die Konkurrenz nicht,
28:01dann hat man dort
28:02die Garantie,
28:03dass die eigenen Waren
28:05nicht zerstört werden
28:06und dass die eigene
28:07Bestellung ankommt,
28:08das heißt an sich sollte
28:09Wildberries in weniger,
28:11in absehbarer Zeit
28:14in gigantische Probleme kommen,
28:16überhaupt seinen Betrieb
28:17aufrecht zu halten,
28:18schlicht weil der Umsatz
28:19wegbricht
28:19und das wird Auswirkungen
28:21haben auf die VAT,
28:22auf die Außenhandelsbank
28:24und die ist mit 5%
28:26nur an Wildberries beteiligt,
28:28was also nicht schlimm ist
28:29im Gesamten,
28:31was auch,
28:32VAT ist auch nicht verpflichtet,
28:33Wildberries finanziell auszuhandeln,
28:35aber VAT selbst
28:36ist wie das gesamte
28:37russische Bankenwesen
28:38unter Druck,
28:39nicht zuletzt werden sie
28:40ja effektiv von der Regierung
28:41genatscht,
28:43wenn nicht gezwungen,
28:44Staatsanleihen zu kaufen,
28:45das heißt die VAT
28:47ist finanziell unter Druck
28:49und da wäre Wildberries
28:50für sie eine wichtige Methode
28:52gewesen rauszukommen,
28:54VAT ist die zweitgrößte
28:55russische Bank
28:56und da hätte man
28:57Wildberries nutzen können,
28:58um beispielsweise
28:59bei Lieferungen,
29:00bei Sendungen,
29:01Flyer beizulegen,
29:02um neue Kunden zu gewinnen
29:03auf diese Art und Weise
29:04und das dürfte sich zerschlagen
29:06und da könnte also
29:07die Hoffnung bestehen,
29:08dass damit die VAT Bank
29:10so stark geschädigt wird,
29:11dass die in ernste Probleme
29:13gerät
29:14und wenn natürlich
29:15die zweitstärkste Bank
29:16zu strauchen anfängt,
29:17dann wird sich das
29:18auf andere Banken übertragen,
29:19dann wird eine allgemeine
29:20Panik einsetzen,
29:21dann werden die Russen
29:22ihrer eigenen Bank,
29:23die vielleicht gar nicht
29:24die VATs mehr trauen
29:25und sowas kann dann
29:26den Ketteneffekt auslösen.
29:27Das heißt nicht,
29:28dass der kommen wird,
29:29das heißt nicht,
29:29dass dieser Plan aufgeht,
29:30aber das scheint
29:31der tiefere Plan
29:32hinter den Angriffen zu sein,
29:34auch warum Ozone
29:35bislang überhaupt
29:36nicht angegriffen wird,
29:37es fällt ja auf,
29:38dass der eine große Händler
29:39angegriffen wird
29:40und der andere
29:41komplett ignoriert wird
29:42und wenn wir verstehen,
29:43dass das also Kunden
29:44und Händler
29:45zur Konkurrenz treiben sollen,
29:47dann ergibt es plötzlich
29:48ein Stück weit Sinn
29:48und dann sehen wir,
29:49dass das durchaus ein Plan ist,
29:51um die russische Wirtschaft
29:52zu schädigen,
29:53aber das,
29:55die Wirtschaft
29:56und die Wirtschaft
29:56ist an allen Ecken
29:57und enden unter Druck.
29:59Also da könnten wir jetzt
30:0025 Minuten
30:00die einzelnen Punkte durchgehen,
30:02wo Russland überall
30:03unter Druck ist,
30:04aber ich meine,
30:05unter Druck ist Russland
30:06in einem Abnutzungskrieg
30:07per Definition.
30:08Die Frage ist nur,
30:09ist es genug unter Druck,
30:11um nachgeben zu müssen
30:11und das zumindest
30:13sehe ich aktuell noch nicht.
30:14Russland hat nach wie vor
30:15Möglichkeiten dagegen vorzugehen,
30:18wenn Wildberries in die Knie geht,
30:20geht es in die Knie,
30:21aber die VAT zum Beispiel
30:23könnte durch die russische Regierung
30:24gestützt werden,
30:25um zu verhindern,
30:27dass das passiert.
30:28Das kann notfalls
30:29mit gedrucktem Geld passieren.
30:30Also der Staat
30:31hat Möglichkeiten zu agieren.
30:33Finanzieller Druck
30:34schwächt ein Land im Krieg,
30:35aber ist selten
30:36der alleinige Grund,
30:37weshalb ein Land
30:38den Krieg verliert,
30:39sondern eher
30:39der finanzielle Druck
30:40führt dazu,
30:41dass zum Beispiel
30:42die Soldaten
30:42nicht mehr ausreichend
30:43ausgestattet sind
30:44und die deswegen
30:45dann unter Druck sind,
30:46dass die Freiwilligen
30:46nicht mehr genügend
30:47rekrutiert werden können,
30:48dass die Wirtschaft
30:50im Hinterland,
30:51die Leute arbeitslos werden,
30:52nicht mehr genügend
30:53Konsumgüter bekommen,
30:54unzufrieden werden
30:55und den Druck erhöhen
30:56und so weiter und so fort.
30:57Also das dürfte
30:58ein Mosaikstein
31:00dieses Plans sein,
31:01aber es ist eben nur das.
31:02Das muss mit anderen Steinen
31:04verbunden werden,
31:04um ein Bild zu ergeben
31:05und daran arbeitet
31:07die Ukraine,
31:08aber ich sehe nicht,
31:08dass das jetzt schon
31:09Erfolg zeigen würde.
31:10Wir sehen ganz offensichtlich
31:11von russischer Seite
31:12nichts zu sehen,
31:13dass man sagt,
31:14oh Gott,
31:14bitte lasst uns jetzt
31:15Frieden machen
31:16und wenn,
31:18ich habe es ja
31:18in der Vergangenheit
31:19immer wieder betont,
31:20Russland wird erst noch
31:21wahrscheinlich sogar
31:22mehrfach eskalieren,
31:23bevor es zu Friedensverhandlungen
31:25bereit ist,
31:25die ein Entgegenkommen
31:27in Richtung der Ukraine
31:29beinhalten,
31:29denn Russland glaubt,
31:30es kann aktuell
31:31den Krieg noch gewinnen
31:32und warum sollte es
31:32daher verhandeln,
31:35was an seinen Kriegszielen
31:37vorbeigeht.
31:38Also Russland will
31:38den Krieg gewinnen,
31:39Russland glaubt,
31:40es kann den Krieg gewinnen
31:41und es läuft vielleicht
31:43gerade nicht gut,
31:44also wird man sich
31:45mehr anstrengen müssen,
31:46aber erst wenn dieses
31:47in Anführungsstrichen
31:48mehr anstrengen
31:49gescheitert ist
31:49und mehrfach gescheitert ist,
31:51dann wird es
31:52eine Entwicklung geben,
31:54die Friedensverhandlungen
31:55ermöglichen können,
31:56bei denen Russland
31:57nachgibt
31:58und ich sehe den
31:58Zeitpunkt noch nicht da
31:59und ich sehe ihn auch
32:00noch nicht allzu schnell da.
32:02Aber weil Sie gerade
32:03von dieser möglichen
32:04Eskalation gesprochen haben,
32:05sehen wir das
32:06zum jetzigen Zeitpunkt
32:07nicht bereits.
32:08Sie sind der Militärhistoriker
32:10und der Experte
32:10in diesem Bereich,
32:11aber jeden Tag,
32:12wenn man am Morgen
32:12die Zeitung auflegt,
32:14dann liest man erneut
32:15von unterschiedlichsten
32:16Angriffen,
32:17beispielsweise auf Kiew,
32:18da scheint man ja auch
32:19intensiver jetzt anzugreifen.
32:21Ist das quasi schon
32:22diese Steigerung?
32:23Wir sehen,
32:24dass die Russen
32:24etwas mehr mit Plan
32:26angreifen als in der
32:27Vergangenheit.
32:28Das sehen wir zum Beispiel
32:28mit den Angriffen
32:29auf die Tankstellen.
32:30Russland,
32:31das haben russische
32:31Millblogger selbst
32:32sich darüber beschwert,
32:33dass man im Prinzip
32:34mal hier hinschlägt,
32:35mal dorthin schlägt,
32:36aber nie konstant.
32:37Es gibt so eine Brücke
32:38im Süden der Ukraine,
32:39die die Eisenbahnlinie
32:40in Richtung Rumänien ist.
32:41Die wurde in den ersten
32:43Monaten des Krieges
32:44angegriffen
32:44und dann wurde sie alle
32:45zwei, drei Jahre mal
32:46angegriffen,
32:47aber nie zerstört.
32:48Die ist jetzt wohl
32:49ausgeschaltet worden.
32:50Das heißt,
32:50man hat eine wichtige
32:52Nachschubroute,
32:53eine wichtige Logistikroute
32:54der Ukraine,
32:54wo sie auch Getreide
32:55exportieren konnte,
32:56Getreide nach Süden
32:57zu den Donauhäfen
32:58bringen konnte.
32:59Die hat man nicht
33:00konsequent genug
33:01angegriffen.
33:02Und das sieht man
33:02jetzt mehr,
33:03dass die Russen
33:04offensichtlich in der
33:05Zielauswahl jetzt
33:06konsequenter vorgehen.
33:08Die Angriffe selbst
33:09sind halt jetzt mit
33:10mehr ballistischen
33:11Raketen,
33:11weil fast alle oder
33:12alle durchkommen
33:13und man daher in der
33:16Zielplanung weniger
33:17sorgfältig sein muss,
33:18weil man schlicht
33:19davon ausgeht,
33:19wenn kein interner
33:21Fehler ist,
33:21trifft die Rakete
33:22sowieso.
33:22Aber die Eskalation
33:24in der Hinsicht
33:25würde ich also nicht
33:25sehen.
33:26Wir sehen eine
33:26russische Konzentration
33:28auf ein größerer
33:30russischer Plan
33:31in der Zielauswahl.
33:32Eine Eskalation
33:33würde ich eher sehen
33:34in einer denkbaren
33:35Mobilisierung,
33:35die immer wieder
33:37angesprochen wird,
33:38die alles andere
33:38als sicher ist,
33:39aber zumindest
33:41wahrscheinlicher ist
33:41als letztes Jahr.
33:43Über die Mobilisierung
33:44sprechen wir gleich noch.
33:45Ich würde Ihnen noch
33:46gern ein Zitat
33:47beziehungsweise eine
33:48Einschätzung eines
33:48ukrainischen Analysten
33:51vorstellen oder zeigen.
33:52Der Mann heißt
33:53Mikola Biliskov.
33:55Ich hoffe,
33:55ich spreche ihn richtig aus.
33:56Und er sagt
33:57gegenüber dem Standard,
33:58dass Russland an der
33:59Front nicht weiterkäme
34:00und deswegen Kiew
34:02unbewohnbar machen
34:03wollen würde.
34:04Bis zu 100 Raketen
34:06pro Monat könnten
34:06in Zukunft die
34:07Hauptstadt treffen.
34:08Was sagen Sie zu
34:09dieser Einschätzung
34:10realistisch?
34:11Ich weiß nicht,
34:12ob eine Kiew ist
34:13eine Millionenstadt.
34:14Da machen auch
34:14100 Raketen im Monat
34:15so schnell nicht
34:16so viel kaputt.
34:17Das muss man einfach
34:18realistisch sehen,
34:19wenn wir uns den
34:19Zweiten Weltkrieg
34:20anschauen,
34:20welcher Aufwand
34:21dort betrieben wurde,
34:22um Städte
34:23unbewohnbar zu machen.
34:24Dass es Terrorwirkung
34:26hat.
34:26Ich glaube eher,
34:27dass man die Städte
34:28unbewohnbar machen kann,
34:29indem man zum Beispiel
34:29die Wasserversorgung
34:30angreift.
34:31Die Russen haben
34:31mindestens zweimal
34:32die Abwasserbehandlung
34:35von Kiew angegriffen
34:36und da scheint es nur
34:38ein großes
34:38Abwasserwerk zu geben.
34:39Wenn das ausfällt,
34:41dann ist das
34:42Dnipro verseucht,
34:43dann ist alles
34:44unterhalb des Dnipro,
34:45unterhalb von Kiew
34:46wird es schwierig,
34:47überhaupt Trinkwasser
34:48zu bekommen.
34:48Dann gibt es Angriffe,
34:50wird spekuliert,
34:50dass sie die Fernwärme
34:52angreifen können
34:53und die Wasserpumpwerke,
34:54sodass die Leute
34:55in ihren Wohnungen
34:56kein Wasser mehr haben.
34:57Und das,
34:58das,
34:59da sehe ich deutlich
35:00mehr Potenzial
35:01von russischer Seite
35:02mit dieser Art
35:03von Terror,
35:04die Bequemlichkeiten
35:05des Lebens
35:06so zu minimieren,
35:07dass die Ukrainer
35:08das Land verlassen,
35:09verzweifelt,
35:10die dies können
35:10und die anderen
35:11nach Frieden streben.
35:12Aber eine Rakete
35:13zerstört ein Wohnhaus,
35:15das sind sechs Wohnungen
35:16oder sowas,
35:17die damit zerstört sind
35:18im Schnitt.
35:19100 Raketen
35:19sind also 600 Wohnungen.
35:21Wie viele Wohnungen
35:21gibt es in Kiew?
35:22Und das ist ja nicht so,
35:23dass jede einzelne Rakete
35:25ausschließlich
35:25auf zivile Ziele zieht.
35:27Die Russen greifen ja
35:27sehr wohl militärische Ziele an.
35:30Wir haben jetzt kürzlich,
35:31ist eine Drohnenfabrik
35:32in Kiew angegriffen worden.
35:34Das ist bekannt geworden,
35:35weil es mit einer US-Beteiligung war,
35:36eine US-Firma war.
35:38Selenskyj hat gesagt,
35:39dass die FP5-Flamingo-Fabrik
35:41zunächst zerstört wurde,
35:42die erste.
35:43Das heißt,
35:43die Russen,
35:44das ist ja keineswegs so,
35:45dass 100 Raketen
35:45auf 100 Krankenhäuser
35:47oder 100 Wohngebäude
35:49zielen würden.
35:50Die werden ebenfalls angegriffen.
35:52Wie viel davon
35:53Jamming und Spoofing ist,
35:54wie viel davon
35:55Zielfehler sind
35:56und wie viel davon
35:57absichtlich ist,
35:57ist aus der Ferne
35:58nicht seriös zu beantworten,
36:00wenn man seriös
36:01das Ganze bewerten will.
36:02Die Russen greifen definitiv
36:04militärische Zähle an
36:05und sie greifen definitiv
36:06zivile Zähle an.
36:08Wie da der prozentuale Vergleich
36:11ist,
36:11ist einfach schwer zu sagen,
36:12denn wir dürfen ja auch
36:13nicht vergessen,
36:14eine Drohne,
36:14die in der Luft abgeschossen wird,
36:16die nicht in der Luft explodiert,
36:18die kommt mit funktionierendem
36:19Sprengsatz runter
36:20und die kommt dann runter,
36:22wo sie halt die Physik runtertreibt
36:23und das kann dann
36:24ohne weiteres ein Wohnhaus sein.
36:25Die Ukraine haben so gerade
36:27mit einer Drohne,
36:28ich glaube sieben Zivilisten
36:29in Rostov am Don,
36:31in der Oblast Rostov getötet,
36:34weil die Russen
36:35diese Drohne abgeschossen haben
36:36und die Drohne daraufhin
36:37in einen Strand eingeschlagen ist,
36:39wo Badegäste waren.
36:40Das passiert auf russischer Seite
36:42natürlich genauso.
36:43Es werden also zivile Ziele,
36:44wir haben klare Belege,
36:46dass die Russen zivile Ziele angreifen,
36:47wenn wir die Menschen-Safari
36:49in Kherson anschauen,
36:50wenn wir uns die Angriffe
36:51auf Krankenwagen
36:52und Feuerwehrfahrzeuge anschauen,
36:54wo die Russen teilweise
36:55die Bilder sogar selber
36:56veröffentlichen voller Stolz.
36:58Double-Tap-Angriffe,
36:59dass also eine Stunde später
37:01nochmal angegriffen wird,
37:02um möglichst viele Ersthelfer
37:03zu treffen.
37:04Das ist schwer mit Spoofing
37:05und Jamming zu erklären.
37:06Also das muss ebenfalls Absicht sein.
37:08Ich bestreite also nicht,
37:09dass zivile Ziele angegriffen werden,
37:11aber wir dürfen uns eben
37:12nicht der Illusion hingeben,
37:13dass ausschließlich
37:14zivile Ziele angegriffen werden.
37:15Und das wiederum bedeutet natürlich,
37:17dass von diesen 100 Raketen,
37:18dann können wir halt spekulieren,
37:19sind es dann 50,
37:20sind es 30,
37:21sind es 70,
37:22die auf zivile Ziele gehen
37:23und dann rechnen wir es um.
37:24Eine Stadt,
37:25die was vor Kriegsbeginn
37:26anderthalb oder zwei Millionen
37:27Einwohner hatte mit Großraum,
37:29das ist Terror
37:31und das ist schadenanrichtend.
37:32Aber es ist jetzt nicht so,
37:33dass deswegen die Stadt
37:34dann komplett unbewohnbar sei.
37:37Selbst in Berlin
37:38war, glaube ich,
37:38mindestens 30 Prozent der Wohnungen
37:40zum Kriegsende
37:41noch unbeschädigt.
37:43Das heißt,
37:44und das waren völlig andere Dimensionen
37:47des Beschlusses.
37:47Also ich sehe nicht,
37:49dass das,
37:50das ist gut für Schlagzeilen,
37:52aber wenn wir es nüchtern betrachten,
37:54glaube ich nicht,
37:55dass das die,
37:57es würde auch keinen Erfolg versprechen.
37:59Das müssen wir ja auch sagen.
38:00Denn wenn die Russen jetzt
38:01ihre 100 Raketen
38:02auf 100 Wohnhäuser im Monat schießen,
38:04werden deswegen die Ukrainer kapitulieren?
38:06Vermutlich nicht.
38:07Und die Geschichte zeigt es ebenfalls,
38:09dass das nicht zu erwarten ist.
38:10Und man sollte erwarten,
38:11dass die Russen genügend Ahnung haben,
38:13dass sie das nicht als ernsthaften
38:17Versuch unternehmen,
38:18es auf diese Art und Weise
38:19die Ukraine klein zu bekommen.
38:20Also das überzeugt mich nicht.
38:23Ja genau,
38:23deswegen reden wir ja miteinander,
38:24um eben nicht nur Schlagzeilen
38:26zu produzieren,
38:26sondern auch tatsächlich
38:27das nüchtern zu betrachten,
38:29so schlimm die Lage natürlich auch ist.
38:31Kommen wir noch zur Mobilisierung.
38:33Sie haben es vorher schon angesprochen,
38:34bis Jahresende soll es um mehr
38:36als 100.000 Soldaten gehen.
38:38Das meint der ukrainische Präsident
38:39Volodymyr Silensky.
38:40Und die Rekrutierung befürchtet er
38:42nach den Parlamentswahlen im Herbst.
38:45Beginnen wir vielleicht mit der Tatsache an sich.
38:47Glauben Sie, dass das kommt oder nicht?
38:49Ich würde sagen, zu 70 Prozent kommt es.
38:52Wenn nicht sogar nur zu 60 Prozent.
38:54Also ich halte es für realistisch,
38:55aber nicht im Ansatz für garantiert.
38:57Die Russen versuchen es,
38:59mit Freiwilligen zu decken.
39:00Und dann schauen wir uns einfach
39:01die ukrainischen Zahlen selber an.
39:04Silensky hat vor wenigen Wochen gesagt,
39:06die Ukrainer,
39:07die Russen wollten 205.000 Mann rekrutieren
39:10in den ersten sechs Monaten.
39:11Und sie haben 195.000 rekrutiert.
39:14Das sind fünf Prozent weniger.
39:17Fünf Prozent ist nicht so dramatisch viel.
39:20Das sind nicht 30, 40 Prozent weniger.
39:22Wären wir bei 30 oder 40 Prozent weniger,
39:24würde ich sagen, gar keine Frage.
39:25Die werden mobil machen.
39:26Aber die Wunschgröße
39:29ist gar nicht so weit davon entfernt.
39:31Und die Russen sind jetzt meistens
39:33laut ukrainischen Angaben
39:34über 30.000 Mann Verluste im Monat.
39:36Aber 30.000 war es so Pi mal Daumen
39:38die meiste Zeit.
39:39Und das sind 180.000 im halben Jahr.
39:41Und sie haben 195.000 rekrutiert.
39:44Und sie wollten 205.000 rekrutieren.
39:46Wir haben an vielen Bereichen
39:48Hinweise,
39:49dass Personalmangel auf russischer Seite herrscht.
39:51Oder aber wieder mal russischer
39:54interessanter Umgang
39:55mit Mannschaften stattfindet.
39:57Denn ich habe von russischen
39:59Millbloggern selbst Berichte,
40:01dass Panzerfahrer zum Beispiel
40:03Panzerbesatzungen
40:03zu der Sturminfanterie versetzt werden.
40:06Jeder ausgebildete Militär
40:07wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
40:09Die Ausbildung als Richtschütze
40:11oder sowas,
40:12gerade wenn der Kannwasser
40:14ausgebildet wurde,
40:15dauert ein Dreivierteljahr
40:18oder sowas,
40:18bis der halbwegs gut ist.
40:20Den als Infanteristen zu verschwenden
40:22mit überschaubarer Überlebenschance,
40:24ist einfach Unsinn.
40:25Und wenn das gemacht wird,
40:27ist das entweder ein Hinweis
40:28auf drastischen Personalmangel
40:30oder aber eben
40:31auf Offizierskader,
40:34die halt sich überhaupt
40:35nicht dafür interessieren,
40:37wie gut das eigene Militär
40:38wirklich ist,
40:39die nur dafür sorgen müssen,
40:40dass weiter Soldaten
40:42in Richtung Ukraine laufen.
40:43Das wäre dann
40:44so ein anderer Ansatz.
40:45Das sind so Hinweise,
40:46aber warum holt man dann
40:48Panzersoldaten?
40:49Eben weil es nicht genügend
40:50andere Soldaten gibt,
40:52die man in Richtung
40:52der Ukraine losschicken kann.
40:54Also die Russen haben definitiv
40:56nicht so viel Personal,
40:57wie sie gerne hätten.
40:58Das kann man klar sagen,
40:59aber wir müssen eben,
41:00wenn wir uns nur
41:01die ukrainischen Zahlen
41:02selber anschauen,
41:03die eben sagen,
41:04die Russen haben nur
41:05fünf Prozent weniger rekrutiert,
41:07als sie rekrutieren wollten.
41:08Das ist noch nicht
41:08ein dramatischer Mangel,
41:10der sie zu zwingen,
41:12zu Zwangsreaktionen zwingen müssen.
41:14Die andere Geschichte ist natürlich,
41:16Russland will diesen Krieg
41:17irgendwann gewinnen
41:18und auf die Art und Weise
41:19jetzt dürften seine Hoffnungen,
41:21den Krieg zu gewinnen,
41:22wenn die realistisch bewertet werden,
41:25überschaubar sein.
41:26Und da kann es natürlich
41:27schon einen Unterschied machen,
41:28wenn ich 500.000 Mann zusätzlich habe,
41:30die ich,
41:31mit denen ich neue Fronten
41:32eröffnen kann,
41:33wo ich die Intensität
41:35entlang der Front
41:35drastisch erhöhen kann,
41:37denn die russischen Erfolge
41:38sind aktuell gering,
41:39aber sie werden erzielt,
41:41indem sehr viel Soldat,
41:42indem Soldaten
41:43ständig nach vorne geschickt werden,
41:45in kleinen Gruppen,
41:46um so langsam das Gebiet
41:47zu übersättigen
41:48und damit zu übernehmen.
41:49Wenn ich mehr schicken kann,
41:51dann kann ich es natürlich
41:51auch schneller übersättigen,
41:53dann steigen auch die Verluste,
41:54aber wenn ich auf diese Art
41:55und Weise den Druck erhöhe,
41:56dann kann ich vielleicht
41:57den Festungsgürtler obern
41:59und der zumindest ist ja
42:00für Russland
42:01absolut indiskutabel,
42:03dass der in ukrainischen Händen bleibt
42:05und da wird es
42:06ohne Mobilmachung
42:07sicherlich schwierig werden,
42:08den auch 2027 einzunehmen.
42:11Wenn man aber glaubt,
42:12nach einer Mobilmachung
42:12kann man den 2027 einnehmen,
42:14dann wäre das ein gutes Argument,
42:16trotz nicht dramatischer
42:18Rekrutierungsdaten.
42:19Und daher bin ich so ein bisschen
42:20hin und her gerissen.
42:21Nach der Parlamentswahl
42:23ist völlig überzeugend,
42:24dass man darauf wartet.
42:25Die Russen haben ihre
42:26juristischen Strukturen,
42:28die Gesetze und so weiter
42:29geändert,
42:29dass die Rekrutierung von,
42:31dass das Einberufen
42:32von Mobilisierten
42:34dieses Mal erheblich
42:35weniger chaotisch sein wird
42:36als beim letzten Mal,
42:37dass die Flucht von Einberufenen
42:39erheblich schwerer wird
42:41als beim letzten Mal.
42:42Also wir können erwarten,
42:43dass das deutlich geschmeidiger,
42:45deutlich besser laufen sollte,
42:47als es im September 2022 war.
42:50Das heißt aber nicht,
42:51dass sie es tun müssen.
42:52Aber nach der Wahl
42:53wäre der richtige Zeitpunkt.
42:54Wenn man den Donbass erobern will,
42:56die vier Festungsstädte,
42:58also Sloviansk, Kramatorsk,
43:01Druschkivka und Kostjantinivka,
43:02was ja immer noch nicht genommen ist,
43:04dann würden 500.000 Mann
43:06definitiv helfen.
43:07Vor allem, wenn es,
43:07sagen wir mal,
43:08bis Ende 2027 passieren soll.
43:10Ansonsten würde ich nicht drauf wetten.
43:11Und das spricht für eine Mobilisierung.
43:13Aber ist sie zwingend notwendig,
43:16müssen die Russen mobil machen,
43:17ansonsten müssen sie aufgeben.
43:19Das sehe ich nicht.
43:19Aktuell zumindest noch nicht.
43:23Herr Heinrich,
43:23vielleicht abschließend,
43:24wenn man derzeit
43:25anderen Experten auch zuhört
43:27und ihre Einschätzungen liest,
43:29dann hat man so den Eindruck,
43:30und wie gesagt,
43:30korrigieren Sie mich da gerne,
43:31das ist nur das,
43:32was ich als Journalist aufgeschnappt habe,
43:34dass sich der Krieg
43:35beziehungsweise die Situation
43:36derzeit etwas zuspitzt.
43:38Ich habe immer wieder gelesen,
43:39wir stehen irgendwie 100 Tage
43:41vor einer möglichen Entscheidung
43:42in diesem Krieg
43:43oder vor einem möglichen Ende
43:45definieren Sie,
43:45wie Sie es wollen.
43:47Wie sehen Sie das?
43:48Läuft tatsächlich
43:49beiden Seiten
43:50die Zeit davon?
43:51Auf der einen Seite
43:51Russland mit den wirtschaftlichen Problemen,
43:54auf der anderen Seite
43:54die Angst der Ukraine
43:55vor dem nächsten Winter,
43:56Stichwort Versorgung der Bevölkerung?
43:59Also die 100 Tage
44:00habe ich selber nicht gelesen,
44:01würde ich so auch nicht unterzeichnen.
44:03Ich habe bei mir gesagt,
44:03ich halte es für extrem unwahrscheinlich,
44:05dass der Krieg dieses Jahr endet.
44:07Und 2027
44:08ist noch nicht mal garantiert,
44:10denn die Russen
44:11haben Potenzial
44:12zu eskalieren
44:13und solange sie das nicht tun werden,
44:15solange sie das nicht getan haben
44:17und es gescheitert ist,
44:18ist ja die klassische
44:19Sunk-Cost-Fallacy.
44:21Also sie haben jetzt
44:22so viel investiert
44:23in diesen Krieg,
44:24warum jetzt aufgeben,
44:25dann sind ja all die Opfer
44:26umsonst.
44:27Das ist die klassische
44:28Sunk-Cost-Fallacy.
44:29Die Russen werden definitiv
44:30nicht zeitnah aufgeben,
44:32weil sie,
44:32ich glaube,
44:33bei allem Druck,
44:34der gegen sie stattfindet,
44:36ist es auch noch nicht nötig.
44:37Und auf ukrainischer Seite
44:38ist die Frage,
44:39ob die Rekrutierungen
44:41standhalten können
44:42und ob die Waffenlieferungen
44:43funktionieren.
44:44Und da ist ja zumindest
44:45finanziell mehr oder weniger
44:47alles erst mal
44:48bis 2027
44:50und in 2027
44:52wohl mehr oder weniger
44:53in trockenen Tüchern.
44:54Das heißt,
44:55von ukrainischer Seite,
44:56selbst wenn man dieses Jahr
44:57noch Drushkivka verliert,
44:59selbst wenn die Russen
45:00in den Vororten
45:01von Kramatorsk
45:02bis Jahresende sind,
45:04muss die Ukraine
45:04nicht kapitulieren.
45:05Also ich,
45:07wir sehen eine Eskalation,
45:08völlig klar,
45:09natürlich die Ukraine
45:10jetzt mit den Angriffen
45:11im russischen Hinterland,
45:12die Schiffe,
45:13Wildberries,
45:14mit den Schiffen
45:15hat Russland natürlich,
45:16hat die Ukraine
45:17natürlich russische
45:18Gegenreaktionen ausgelöst.
45:19Auch hier muss man immer
45:20aufpassen mit der Wortwahl,
45:21das wird sehr gerne
45:22dann genommen.
45:23Die Russen haben schon
45:24seit Kriegsbeginn
45:26Odessa beispielsweise
45:27beschossen.
45:27Es wurden schon mehrfach
45:28immer wieder Schiffe getroffen,
45:30aber die Russen
45:32haben es nicht
45:32mit großer Intensität
45:33in den letzten Jahren
45:34durchgeführt.
45:35Jetzt,
45:36nachdem die Ukrainer
45:37begonnen haben,
45:38sich auf die russische
45:39Schifffahrt zu kontrollieren,
45:41haben die Russen
45:41natürlich mit gleicher Münze
45:43es vergolten,
45:43auch um die Ukrainer
45:44zum Aufgeben zu zwingen
45:46dieser Strategie.
45:47Denn wenn die Ukrainer
45:48kein Getreide
45:48und keine Rohstoffe
45:50mehr exportieren können
45:50über Odessa,
45:51dann fehlen ihnen Einnahmen,
45:53dann steigen wieder
45:54die politischen Probleme
45:55mit den Nachbarländern,
45:56weil das günstige
45:57ukrainische Getreide
45:58über die Grenze kommt
45:59und die dortigen
46:00Bauern gefährdet.
46:01Wir haben das ja mit Polen
46:01zum Beispiel
46:02in den vergangenen Jahren
46:03erlebt.
46:03Also das ist eine direkte
46:05Gegenreaktion der Russen
46:06darauf,
46:06die die Ukrainer
46:07damit ausgelöst haben,
46:09was natürlich
46:10eine Eskalation ist.
46:12Der Umstand,
46:12dass von beiden Seiten
46:13gerade kaum was
46:14an Getreide exportiert wird,
46:15was große Sorgen,
46:16was die globalen
46:18Lebensmittelpreise angeht,
46:19erzeugt.
46:20Alles ist eine Eskalation,
46:21aber alles ist keine
46:22Eskalation,
46:23die beide Seiten
46:24zwingen muss,
46:26in den nächsten drei Monaten
46:27die Hände zu heben.
46:29Denn das ist ja aktuell
46:30eigentlich notwendig.
46:31Die Ukrainer haben zwar
46:33ihre Forderung
46:33drastisch zurückgeschraubt,
46:35sie fordern nicht mehr
46:35die Freigabe der Krim,
46:36nicht mehr all diese Sachen.
46:38Sie sind mit einem
46:38Waffenstillstand zufrieden,
46:40aber aus russischer Sicht
46:41ist das aktuell praktisch
46:42ein Hände heben,
46:43wenn man glaubt,
46:43man kann so viel
46:44noch erobern.
46:45Und die Russen fordern ja
46:46effektiv eine ukrainische
46:47Kapitulation,
46:48die für die Ukrainer
46:51nicht politisch akzeptabel ist
46:52und auch nicht militärisch
46:53notwendig ist.
46:54Insofern eskalieren tut es
46:56weiter, klar,
46:57auch nicht zuletzt durch
46:58die gestiegenen
46:59ukrainischen Fähigkeiten,
47:01aber das ist einfach
47:05darin begründet,
47:06die Russen haben mehr
47:06Raketen zur Verfügung,
47:07die Ukrainer haben
47:08weniger Abfangraketen,
47:09also findet dort
47:10eine Eskalation statt.
47:12Die Ukrainer haben
47:13mehr Möglichkeiten,
47:14den Russland zuzuschlagen
47:15und tun das jetzt.
47:16Auch das ist eine Eskalation,
47:17aber ich würde nicht sagen,
47:18dass das zwingend
47:19dazu führen würde,
47:22dass der Krieg endet.
47:23Da können wir ein historisches
47:24Beispiel nehmen,
47:25die Bombardierung von Städten
47:26im Zweiten Weltkrieg
47:27fand relativ früh statt,
47:29die fand schon 1939 statt,
47:30aber das ist ja nicht
47:31vergleichbar mit dem,
47:32was 1944 war.
47:33Und 1944 war,
47:35wir können jetzt,
47:36das würde ein völlig
47:36neues Fass aufmachen,
47:38die militärische Wirkung
47:38dieser Angriffe,
47:40die natürlich bestand,
47:41aber die alleine
47:42haben ja Deutschland
47:43nicht zur Kapitulation gebracht.
47:45Also eine Eskalation
47:46in der Zerstörung von Städten,
47:48in den Angriffen
47:49auf feindliche Städte
47:50fand durch den Lauf
47:52des Krieges statt.
47:53Während des Krieges
47:54ist es immer weiter eskaliert,
47:55war aber nicht
47:56der entscheidende Punkt,
47:57um den Krieg zu beenden,
47:58in Europa zumindest.
48:01Der Militärhistoriker
48:02Thorsten Heinrich
48:03vom YouTube-Kanal
48:04Militär und Geschichte
48:05war das.
48:05Ich sage vielen Dank
48:06für Ihre Schilderungen heute
48:07und beste Grüße.
48:08Danke,
48:09danke für die Einladung.
48:10Und wenn euch
48:11Thema des Tages gefallen hat,
48:12dann abonniert den Kanal
48:13auf der Podcast-Plattform
48:14eurer Wahl
48:14oder auch auf YouTube.
48:15Da sind wir immer öfter
48:16mit Videopodcasts vertreten.
48:18Einfach Kanal abonnieren
48:19und nicht vergessen,
48:20Glocke drücken.
48:20Ich bin Daniel Retschezeker,
48:22vielen Dank fürs Dabeisein
48:23und wir sehen und hören uns
48:24beim nächsten Mal.
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