- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:12Wir sind umgeben von Ratten.
00:16Sie nisten in unseren Betten, fressen sich fett in unseren Schubladen.
00:22Selbst in der Badewanne müssen wir ihre Anwesenheit ertragen.
00:29Und du?
00:31Ja, du.
00:36Du hast mein Leben zerstört. Wie fühlt sich das an?
00:41Michaela, bitte, halt dich an deinen Text, ja? Du hast ihn doch selbst geschrieben.
00:44Bist du zufrieden? Kannst du dir selbst noch in die Augen sehen?
00:50Cut!
00:52Hey! Schau mich an!
00:58Okay, Pause.
01:00Abbruch.
01:01In der Dreiviertelstunde geht's weiter.
01:49Herr Podolke?
01:52Frau Heiland?
01:53Äh, nein. Ich bin Ihre Assistentin. Kommen Sie rein.
01:59Äh, einfach durch.
02:04Michaela, Michaela Tamke, die Hauptdarstellerin, ist mit ihrem Stuhl zusammengekracht.
02:10Liegt jetzt im Krankenhaus.
02:12Wie geht es ihr?
02:14Wie geht es ihr?
02:14Das wissen wir noch nicht.
02:16Die Polizei war da.
02:19Die haben den Stuhl mitgenommen.
02:23Jetzt wollen die mich vorladen.
02:25Weil Sie der Requisiteur sind.
02:28Das fällt in meinen Verantwortungsbereich.
02:31Materialermüdungen schließen Sie aus?
02:32Na ja, ich weiß nicht. Ich durfte den Stuhl nicht nochmal sehen. Also, die Polizei hat den ja mitgenommen.
02:40Die prüfen jetzt, ob jemand da was manipuliert hat.
02:43Also, wenn der Stuhl absichtlich beschädigt wurde, dann würde wegen vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt und darauf stünden bis zu fünf Jahre
02:52Haft.
02:54Was?
02:55Theoretisch. Ich denke, aber hier bewegen wir uns eher in einem Bereich einer Geldstrafe.
03:17Und Sie waren der Letzte, der den Stuhl angefasst hat, bevor sich die Schauspielerin draufgesetzt hat?
03:23Ja, ich bin ja auch in die Pause gegangen. Der hätte ja jeder herangekommen.
03:28Wie lang war denn diese Pause?
03:31Dreiviertelstunde.
03:33Also, hätte in dieser Zeit jemand den Stuhl beschädigen können?
03:39Also, beschädigen, der lässt sich nicht so leicht beschädigen. Das ist ein sehr stabiler Stuhl.
03:44Ich kann das so sagen, weil ich den konstruiert habe, wissen Sie?
03:50Ja, ich denke, ich würde mir gerne selber vor Ort ein Bild machen.
04:20Was passiert gerade?
04:22Er hat telefoniert.
04:25Also, jedenfalls hat er einen Hörer im Ohr.
04:28Ja.
04:30Wahnsinn. Der sieht am Tag so viele Promis wie Sie und ich im ganzen Leben nicht.
04:35Sind hier irgendwo irgendwelche Prominenten?
04:37Nee, also hier jetzt nicht, aber hundertprozentig in einer der Hallen.
04:40Ich meine, hier wird ja ein Blockbuster nach dem anderen gedreht.
04:44Sie dürfen durch.
04:45Mhm.
04:46Haus 5, Studio 6.
04:48Okay.
05:05Ja.
05:09Ja.
05:10Ja.
05:11Lass uns bitte abwarten, bevor wir die ganze Disco über den Haufen werfen.
05:15Ja, ich melde mich.
05:18Ich habe das vorhin am Telefon nicht so ganz verstanden.
05:20Sie sind Heikos Anwältin?
05:22Sehr richtig. Romy Highland.
05:24Okay.
05:24Und Sie sind?
05:26Tilly Vogel, Ihre Assistentin.
05:28Geht schon.
05:32Entschuldigung.
05:33Drehstopp nach drei Tagen.
05:34Alle drehen durch.
05:35Ich kenne mich da nicht so aus.
05:37Wie lange dreht man denn an so einem Film?
05:39Äh, in unserem Fall waren vier Wochen disponiert.
05:45Ich will Sie nicht lange aufhalten.
05:47Vor zwei Tagen, als der Unfall passiert ist, könnten Sie mir da kurz den Ablauf umreißen.
05:53Am Morgen haben wir auf dem Gelände gedreht und so gegen elf sind wir ins Studio umgezogen.
06:00Das heißt, am Morgen war das Studio leer?
06:03Naja, die Deko stand natürlich schon.
06:05Äh, dann war die Mittagspause also nicht der einzige Zeitraum, in dem der Stuhl unbewacht war.
06:13Wie bitte?
06:15Es hätte theoretisch also auch am Morgen jemand ins Studio gehen und den Stuhl manipulieren können.
06:21Was meinen Sie denn mit manipulieren?
06:25Die Polizei war doch da und hat den Stuhl mitgenommen.
06:29Ja, die Versicherung hat die geschickt. Das ist üblich bei Arbeitsunfällen, damit die Versicherung zahlt.
06:35Es war ein Arbeitsunfall.
06:37Ja, was denn sonst?
06:39Was ist das für eine Versicherung, wenn ich fragen darf?
06:43Die Ausfallversicherung für SchauspielerInnen während der Drehe arbeiten, deckt Unfälle, Krankheit, höhere Gewalt und solche Sachen ab.
06:50Ich habe da draußen 40 Leute stehen, die ich bezahlen muss und die alle nicht arbeiten können.
06:54Jede Stunde, die die Produktion steht, wird der Film teurer.
06:59Ohne Hauptdarstellerin können wir überhaupt nicht weiterdrehen, dann müssten wir den Film auf unbestimmte Zeit verschieben. Das wäre fatal.
07:08Ich, ich habe gleich ein Meeting. Frau Heiland, selbstverständlich.
07:21Kommt jetzt zur Stufe.
07:27Heiko ist quasi mein Chef.
07:29Aha.
07:30Ich habe viel von ihm gelernt. Der hat zu alten Defa-Zeiten hier angefangen.
07:34Wow. Ey, das ist so cool.
07:40Wir sind hier jetzt quasi mitten in einer Kneipe, Frau Heiland. Ähm, vergebte Wände, alte Plakate, schummriges Licht. Also, das
07:52sieht echt ziemlich real aus.
07:55Schön, oder?
07:56Absolut.
07:58Das ist ein originalgetreuer Nachbau vom August von 1987. Zu DDR-Zeiten war das Treffpunkt von Oppositionellen und KünstlerInnen.
08:07Geht es darum auch in dem Film?
08:09Ja, genau. Und Michaela als Künstlerin unter Stasi-Beobachtung. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben. Der Unfall ist hier passiert.
08:29Ach, das ist ein Klappstuhl.
08:31Hey, das gibt's doch nicht. Den kenne ich noch aus meiner Kindheit.
08:35Mhm. Ist ein Klassiker geworden. Inzwischen werden die auch wiederhergestellt.
08:39Echt?
08:39Ja.
08:40Ja, und die sind ja auch wirklich stabil, Frau Heiland. Also, mit solchen haben wir als Kinder einmal Höhlen gebaut.
08:44Einfach die Stühle aufeinander gestapelt und Decke drüber und fertig.
08:49Herr Podolke sagt, er hat den Stuhl konstruiert.
08:54Und hat er auch Rechte an der Neuauflage?
08:57Nee, der verdient da keinen Cent dran.
09:03Und können Sie sich erklären, warum dieser Stuhl zusammengebrochen ist?
09:07Absolut seltsam. Michaela ist ja nicht gerade ein Schwergewicht.
09:13Hm.
09:17Hm.
09:21Ja, danke.
09:23Auf jeden Fall hoffe ich, dass sie sich schnell wieder erholt. Ja.
09:27Grüß sie bitte von uns allen.
09:29Was hat sie gesagt?
09:31Nichts genaues.
09:33Michaela hat die OP gut überstanden, aber es ist noch unklar, wie lange sie ausfällt.
09:40Wenn es so ist und das kein Unfall war, solange die Polizei ermittelt, zahlt die Versicherung nicht.
09:47Abwarten.
09:48Heiko taucht nicht mehr auf, schickst deine Anwältin.
09:52Ist das die Blinde, die hier herumläuft?
09:54Ich will alles ganz genau wissen.
09:56Dann schmeiß sie doch raus.
10:00Es gibt nur eine Möglichkeit.
10:04Wovon redest du?
10:08Recast.
10:10Wir müssen drehen.
10:12Mit einer anderen Hauptdarstellerin? Unmöglich.
10:15Das ist unsere einzige Chance, den Film und die Firma zu retten.
10:18Es sind Michaelas Erinnerungen. Es ist ihr Drehbuch. Sie ist das Zugpferd. Außerdem wäre das Pietät los.
10:24Pietät ist gerade meine geringste Sorge. Sie will doch sicher auch, dass der Film gemacht wird. Ihr Film.
10:28Xaver, es geht hier gerade um alles.
10:37Der ganze Tag war strange. Wir haben die Szene mit dem Stuhl gedreht und plötzlich ist Michaela total vom Skript
10:42abgewichen.
10:44Worum ging es denn in der Szene?
10:47Leere Kneipe, letzte Runde und Mini, so heißt Michaela in dem Film, hält eine Revoluzzer-Rede, aber stattdessen kriegt sie
10:55plötzlich glasige Augen und redet wirres Zeug.
10:58Was hat sie denn gesagt?
11:01Es wurde gefilmt. Kann ich Ihnen zeigen?
11:05Da kommt die Produzentin.
11:09Können Sie uns das auch schicken?
11:10Klar. Kann ich machen.
11:15Cool. Ein Golfkart.
11:17Ja, anders sind die Entfernung hier nicht zu bewältigen.
11:28Marlene Dietrich Halle.
11:30Beeindruckend, nicht wahr?
11:31Absolut.
11:33100 Jahre Filmgeschichte.
11:35Fritz Lang, Nubitz, Walder, alle großen Namen hier gedreht.
11:38Krass.
11:43Tarantino hat gesagt, Babelsberg ist aufregender als die Hollywood-Glorios.
11:51Vielen Dank für diese Fahrt.
11:53Keine Ursache. Machen Sie es gut, Frau Heiland, und grüßen Sie mir Heiko, ja?
11:56Natürlich.
11:59Na schon. War nett.
12:01Die wollte uns loswerden.
12:26Bin ich zu spät?
12:28Nein.
12:30Ich war zu früh.
12:37Und schon bestellt?
12:38Weiß man schon.
12:43Ich nehme das Gleiche, bitte.
12:53Sie kommen aus Frankfurt?
12:55Ursprünglich ja, aber ich war jetzt eine Weile on the road als Tourmanagerin.
13:00Im Musikbereich.
13:02Mhm.
13:03Für eine Jazzband.
13:05Wir waren da jetzt ein halbes Jahr unterwegs auf kleiner Europa-Tour.
13:14Ich habe noch nicht mit meinem Vater gesprochen.
13:17Ich wollte mir erst mal selber ein Bild machen.
13:20Okay.
13:23Ich weiß nichts von einer Trennung meiner Eltern.
13:28Und es war auch nie von einem Kind die Rede.
13:32ja, Eltern erzählen ja auch nicht immer alles.
13:36Könnte es sein, dass mein Vater gar nichts von Ihnen weiß?
13:39Hatten Sie überhaupt Kontakt?
13:42Nein.
13:43Und wenn du das auch nicht möchtest, dann ist das okay.
13:58Wir sind umgeben von Ratten.
14:02Sie nisten in unseren Betten, fressen sich fett in unseren Schubladen.
14:07Selbst in der Badewanne müssen wir ihre Anwesenheit ertragen.
14:15Und du?
14:17Ja, du.
14:20Du hast mein Leben zerstört.
14:23Wie fühlt sich das an, ha?
14:37Hallo, Frau Heuland.
14:38Hallo, Ringo.
14:46Danke.
14:47Nehmen Sie doch beide Platz.
14:54Ich hörte schon, Sie sind die Anwältin von Herrn Podolke?
14:57In der Tat.
14:59Ich lese gerade die Akte.
15:01Der Stuhl, der zum Sturz von Frau Tamke geführt hat, wurde eindeutig manipuliert.
15:06Jemand wollte, dass er zusammenbricht.
15:08Wir reden hier von gefährlicher Körperverletzung gemäß § 224.
15:13Aber ein zusammengebrochener Stuhl ist doch kein Werkzeug.
15:17Unter Umständen schon.
15:19Die Produktion geht von einem Arbeitsunfall aus.
15:24Das sehen wir anders.
15:28Ich hätte gerne Einsicht in die Ermittlungsarten.
15:31Selbstverständlich.
15:32Ich habe hier auch Fotos von dem Stuhl.
15:36Herr Hollander, wenn Sie bitte...
15:38Ja, da ist ein kaputter Klappstuhl auf den Fotos zu sehen, Frau Heuland.
15:43Die Schrauben, die die Konstruktion halten, wurden angesägt.
15:48Angesägt.
15:52Filmteams sind groß.
15:54Sollte es sich tatsächlich um eine geplante Tat handeln, wäre mein Mandant nicht der einzig in Frage kommende Täter.
15:59Es geht um den Stuhl.
16:02Herr Podolke beansprucht seit Jahren Geschmacksmusterrecht an dem Design.
16:06Er behauptet, ihn damals zu DDR-Zeiten entwickelt zu haben.
16:09Ist mir bekannt.
16:10Wussten Sie auch, dass er gegen Carson Living, die Firma, die das Modell wieder auflegt, geklagt hat?
16:18Die Klage wurde abgewiesen.
16:20Daraufhin hat Herr Podolke eine Drohmail geschrieben und deswegen wurde Anzeige erstattet.
16:24Jetzt hat er seine Drohung in die Tat umgesetzt.
16:50Guten Morgen.
16:51Sag mal.
16:53Toll.
16:54Na, wie geht es meiner Lieblingsschauspielerin?
16:58Ach, weißt du.
16:59Einfach nicht drüber nachdenken.
17:02Ich mache jetzt das Beste draus.
17:04Bin gerade dran, das Drehbuch nochmal zu überarbeiten.
17:07Der Schluss gefällt mir immer noch nicht so richtig.
17:10Ich soll dich vom gesamten Team ganz lieb grüßen.
17:14Alle hoffen, dass du so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommst.
17:17Danke.
17:20Ach, das tut so gut.
17:26Wie geht es denn jetzt weiter?
17:29Noch ist nichts abgesagt.
17:32Mach dir keine Sorgen.
17:38Wie sind denn die Muster?
17:41War ich gut?
17:44Michaela, niemand kann das so spielen wie du.
17:47Du bist dieser Film.
17:48Ohne dich geht gar nichts.
17:53Der Film muss eben einfach verschoben werden.
17:57Ist alles Heikos Schuld.
18:01Seine Requisite, seine Verantwortung.
18:04Ich meine, wie schlampig muss man sein?
18:07Da stellt er mir einen kaputten Stuhl hin.
18:29Wie war es bei Frau Santos?
18:32Entzückend wie immer.
18:34Der Assistent von Herrn Todolke hat das Video geschickt.
18:37Ah ja.
18:38Zeigen Sie mal.
18:39Ja.
18:42Also, hier ist die alte Kneipe zu sehen.
18:44Also das Set, wo wir auch waren.
18:46Und in der Mitte sitzt Michaela Tamke auf dem Stuhl.
18:49Ich starte jetzt mal das Video.
18:52Du hast mein Leben zerstört.
18:55Wie fühlt sich das an?
18:56Ich kenne die Stimme, aber mir fällt der Film nicht ein.
19:01Bist du zufrieden?
19:02Ja?
19:03Kannst du dir selbst noch in die Augen sehen?
19:07Haben Sie was zu den Geschmacksmusterrechten gefunden?
19:10Zu dem Stuhl? Äh, ja.
19:12Ähm, das Modell heißt Mini Club und ist ein typisches DDR-Design aus den 80er Jahren.
19:18Äh, der ist wirklich ziemlich gefragt.
19:20Also die Preise für ein Original liegen im dreistelligen Bereich.
19:23Ich hab auch die Firma gefunden, die den wiederherstellt.
19:26Carson Living heißen die.
19:29Und ich hab wirklich überall gesucht, aber Herr Podolkes Name taucht nirgendwo auf.
19:34Ist ihm auf alle Fälle ganz schön viel Geld entgangen.
19:37Hm.
19:38Na ja, Herr Podolke kommt ja gleich. Danke.
19:43Mitte der 80er kam mir die Idee.
19:47Nachts in Minis Küche.
19:49Alte Schönhauser fünf.
19:52Wir sind mit ihrem alten Klappstuhl zusammengekracht.
19:56Da dachte ich, da brauch ich meiner Perle doch einen neuen.
19:59Einen, der was aushält.
20:01Noch in derselben Nacht hab ich die erste Zeichnung gemacht.
20:06Sie sagten Mini.
20:08Das ist doch der Name von der Figur, die Frau Tamke in dem Film spielt.
20:12Herr Michaela wurde früher von allen Mini genannt.
20:16Moment.
20:17Sie und Frau Tamke, Sie waren ein Liebespaar?
20:21Kurz.
20:23Sie hat mich dann für einen Regisseur verlassen.
20:28Das beeinflusst die Motivlage.
20:32Aber das ist ja ganz lange her.
20:37Haben Sie die Zeichnung noch?
20:40Leider nein.
20:42Deshalb hatte ich ja vor Gericht keine Chance.
20:51Hier glauben wir nicht.
20:52Also die Staatsanwaltschaft hat keine Beweise gegen Sie, aber unterstellt Ihnen ein starkes Motiv.
21:01Ich muss ein alternatives Tatmotiv glaubhaft darlegen.
21:07Also mit wem hatte Frau Tamke denn noch einen Konflikt?
21:13Mit fast allen.
21:15Also mit Saskia, ja, mit der Produzentin auf jeden Fall.
21:20mit Xaver, unserem Regisseur auch.
21:22Da gab es schon während der ersten Leseprobe so einen Zoff,
21:24was ich Ihnen eigentlich rauschmeißen wollte.
21:27Und dann natürlich mit allen, die in dem Buch vorkommen.
21:31Mini rechnet da Knallhart ab.
21:34Aha.
21:36Hätten Sie da ein Drehbuch für mich?
21:39Ja klar, ich kann Ihnen eins mailen.
21:41Ist aber streng vertraulich.
21:43Mhm.
21:50Also, wie ihr sicher alle schon gehört habt, wird Michaela auf unabsehbare Zeit ausfallen.
21:57Xaver und ich arbeiten daran, an einer Lösung, wie wir den Film noch retten können.
22:01Wie soll denn das gehen?
22:03Soll Michaela ersetzt werden?
22:07Wir prüfen verschiedene Optionen.
22:09Nehmt also bitte euren Urlaub, aber bleibt abrufbar, ja?
22:14Stimmt's eigentlich, dass der Stuhl absichtlich angesägt wurde?
22:17Ich kann dazu im Moment leider noch nichts sagen.
22:21Bitte haltet euch mit Spekulationen und Gerüchten zurück.
22:24Offiziell handelt es sich erst mal um einen Unfall.
22:27Das war's. Danke.
22:33Ich hab, ähm, die Casting-Länder.
22:35Hier der Mann.
22:36Ja.
22:43Das sind über 100 Seiten, Frau Heiland.
22:45Das lese ich nicht mal eben so nebenbei.
22:48Mich würde die Stelle interessieren, äh, die wir in dem Video gesehen haben.
22:52Okay, ähm, Moment.
22:55Da.
22:58Eine Sommernacht in der Auguststraße 1987.
23:01Nachts um eins.
23:02Das Lokal ist fast leer.
23:04Nur Mini trinkt einen letzten Absacker und so weiter und so weiter und so weiter.
23:09Hier.
23:10Sie knallt das leere Glas auf den Tisch, steigt auf ihren Stuhl und erhebt anklagend die Stimme.
23:16Steigt auf ihren Stuhl?
23:18Mhm. Steht hier.
23:21Wenn der Stuhl zusammengebrochen wäre, während sie da drauf stand.
23:24Wäre das lebensgefährlich gewesen.
23:26Dann kommt Frau Santos mit der gefährlichen Körperverletzung durch.
23:31Ich muss noch mal nach Babelsberg.
23:34Wenn ich herausfinden kann, wen Frau Tamke in dem Mitschnitt meinte, dann habe ich eine probate Gegenthese.
23:41Sie bleiben bitte hier und lesen das Drehbuch ganz in Ruhe durch.
23:45Und dann machen Sie eine Liste mit allen Personen, die sich davon irgendwie angegriffen fühlen könnten.
23:49Gut, dann sage ich noch Ringo Bescheid.
23:52Danke, Frau Vogel.
23:59Hey.
24:01Hey. Wie schön.
24:04Hast du schon mit der Produktion gesprochen?
24:08Nein.
24:09Xaver war heute morgen hier.
24:13Warum? Was ist los?
24:15Die wollen dich umsetzen.
24:21Was?
24:33Oh, nee. Nicht die.
24:37Falscher Typ.
24:39Zu jung.
24:42Ein bisschen jünger als Michaela finde ich nicht so schlimm.
24:45In der Einstellung, Sigmund von vorgestern, da sah sie schon arg alt aus.
24:52Nee.
24:54Ja.
24:55Das war's.
24:57Das sind die, die so kurzfristig können.
24:59Okay.
25:01Nochmal von vorne.
25:16Na, da kommt er.
25:17Dr. Tümmler.
25:19Tut mir leid.
25:20Ich bin etwas unter Zeitdruck.
25:22Frau Heiland.
25:23Hallo.
25:23Und, haben Sie was für mich?
25:25Naja, wir sind die Kontobewegung der letzten zwölf Monate durchgegangen und konnten keine Auffälligkeiten feststellen.
25:30Wir kommen nicht weiter.
25:31Ist das überhaupt sinnvoll, dass wir uns auf diese Art und Weise rückwärts bewegen?
25:35Dazu können wir selbstverständlich nichts sagen.
25:38Darf ich vorstellen, Frau Strauß, Staatsanwältin, Sie unterstützt mich bei der Sache.
25:43Angewehm, Romy Heiland.
25:45Ja, ich weiß, wer Sie sind. Und Sie sind der Verteidiger?
25:48Bitte.
25:49Freut mich. Wir müssten dann weiter.
25:50Ja, ja, gehen Sie schon mal vor. Ich komme gleich nach.
25:53Na gut.
25:58Ich kann Ihnen dazu tatsächlich keine Informationen geben.
26:02Auch nicht einen ungefähren Zeitrahmen?
26:04Ja, Zeit ist hier nicht die einzig relevante Dimension.
26:07Versuchen Sie nicht zu linear zu denken.
26:10Herr Dr. Tümmler, kommen Sie bitte.
26:12Ja, ich komme.
26:15Danke.
26:41Wir müssen zur Tür beim Seiteneingang. Da.
26:47Es hat also wirklich jemand den Stuhl absichtlich manipuliert?
26:51Ja, die Schrauben wurden offenbar angesägt.
26:57Krass.
26:59Es gab ja mehrere von diesen Klappstüren.
27:01Wer hat denn bestimmt, welcher davon aufgestellt wird?
27:04So was entscheidet der Regisseur.
27:07Wobei Michaela sich überall eingemischt hat.
27:11Und wann haben Sie das Set hergerichtet?
27:16Am Vorabend haben Maiko und ich alles fertig gemacht.
27:19Und dann war die Kulisse die ganze Nacht und am nächsten Morgen unbewacht?
27:25Nachts wird abgesperrt.
27:27Uns gibt Security.
27:29Seit dem Unfall schließe ich auch tagsüber ab.
27:34Das heißt, es konnte niemand hinein?
27:37Kurz vielleicht.
27:39Aber nicht lange genug, um den Stuhl anzusägen.
27:42Und wenn man bereits einen angesägten Stuhl hätte und ihn nur austauschen müsste?
27:48Aber es gibt nur einen blauen Stuhl.
27:50Die anderen sind rot, grün und gelb.
27:53Warum verschiedene Farben?
27:56Mit dahin schwarz-weiß.
27:58Da hat jede Farbe am Bild am Ende einen anderen Grauwert.
28:01Also mit einer Flex hat man die Schrauben in weniger als eine Minute durch.
28:06Bitte entschuldigen Sie mich.
28:08Kein Problem.
28:12Ja, Frau Vogel.
28:14Haben Sie das Drehbuch gelesen?
28:15Ähm, noch nicht ganz, aber ich habe was Interessantes herausgefunden.
28:19Herr Podolka hat doch erzählt, dass Frau Tamke ihn wegen eines Regisseurs verlassen hat.
28:24Das muss Klaus Zobel gewesen sein.
28:26Ich meine, mit dem Film hat ja echt jeder was mit jedem, ne?
28:29Und?
28:30Ja, um den geht es auch in dem Film.
28:32Dieser Regisseur war verheiratet und hatte eine Tochter.
28:35Frau Vogel, kommen Sie bitte zum Punkt.
28:38Jetzt raten Sie doch mal, wer die Tochter ist.
28:40Es wäre mir lieber, Sie würden es mir einfach sagen.
28:43Saskia Zobel-Schneider, die Produzentin.
28:50Worauf wollen Sie hinaus, Frau Heiland?
28:54Ich finde es bemerkenswert, dass Sie den Film realisieren.
29:00Offenbar hatte Frau Tamke eine Affäre mit ihrem Vater.
29:03Und ihre Eltern ließen sich kurz darauf scheiden.
29:07Hm. Wollen Sie andeuten, ich hätte den Stuhl angesägt?
29:11Ich stelle nur fest, dass mein Mann dann nicht der einzige ist, der ein Motiv gehabt hätte.
29:18Es geht Sie zwar überhaupt nichts an, Frau Heiland.
29:21Aber ich wollte diesen Film machen, weil mein Vater darin eine große Rolle spielt.
29:27Er war vielleicht kein guter Vater.
29:29Aber er gehört zu den wichtigsten Künstlern der DDR.
29:35Im Übrigen hat er die Ehe meiner Eltern zerstört.
29:38Nicht Michaela.
29:41Ja.
29:43Ja.
29:44Ja.
29:45Ja, das habe ich schon gesagt.
29:49Ja.
29:58Was meinte der Tümmler damit?
30:01Zeit.
30:02Zeit ist nicht die einzig relevante Dimension.
30:07Ein anderer Ort?
30:09Es könnte sein.
30:16Vielleicht woanders als auf deinen Konten.
30:20Und nicht digital, sondern analog.
30:22Hast du Bargeld von Mandanten angenommen?
30:28Nicht oft.
30:30Und wenn, dann habe ich es immer gleich eingezahlt.
30:35Die Strauß könnte ein Problem werden.
30:38Sie ist die Tochter von Heinrich Strauß, Vorsitzender am Bundesfinanzhof.
30:42Kommt aus München und hat sich im Turbo über die Beziehung ihres Vaters nach oben gearbeitet
30:46und will es jetzt allen beweisen.
30:54Hallo?
30:56Max.
30:57Ach, du bist es.
30:59Ich wollte gerade schon einen Sicherheitsdienst rufen.
31:02Nee.
31:04Nur kurz Abschied nehmen.
31:07Komm mal her.
31:10War mir eine große Ehre, mit dir zusammengearbeitet zu haben.
31:14Hey.
31:16Deine Anwältin war heute schon wieder hier.
31:19Die will dir echt helfen.
31:20Ja.
31:20Das nützt nur nix.
31:22Hm?
31:23Heiko.
31:24Du warst es doch nicht.
31:31Oder?
31:37Es gab jeden Sturm nur einmal.
31:45Es muss also jemand aus dem Team gewesen sein.
31:48Ja, wusste ja sonst keiner.
31:52Ey, wir saßen jeden Abend zusammen.
31:55Und dann grinst uns jemand ins Gesicht und hinter unserem Rücken schleicht er in unser Departement und sägt den Stuhl
32:00an?
32:01Ist doch krank.
32:02Ja.
32:02Ja.
32:07Und Saskia ist heute völlig ausgerastet, nachdem deine Anwältin da war.
32:12Warum?
32:14Keine Ahnung.
32:38Wie war es denn bei der Produzentin?
32:40Oh, da wäre ich ja zu gern dabei gewesen.
32:43Das war ein sehr guter Hinweis.
32:44Frau Vogel.
32:45Hm.
32:47Hier.
32:47Ihr Kaffee.
32:48Ah ja, danke.
32:49Allerdings war der Drehstopp für Ihre Produktionsfirma ein finanzielles Desaster.
32:54Für sie wäre es besser gewesen, sie wäre Frau Tampke schon vor Drehbeginn los geworden.
32:58Hm.
32:59Ich habe übrigens das Drehbuch fertig gelesen.
33:01Ah.
33:02Boah, heftige Geschichte.
33:04Michaela Tampke war eine ziemlich coole Frau, eine echte Rebellin.
33:07Sie war viele Jahre aktive Bürgerrechtlerin, bis sie jemand aus ihrem engsten Kreis an die Stasi verraten hat.
33:12Dann hat sie Berufsverbot bekommen und hat sich von ganz unten wieder hochgearbeitet.
33:18Und dann sägt jemand ihren Stuhl an.
33:22Hm.
33:23Könnten Sie herausfinden, in welchem Krankenhaus sie liegt?
33:26Meine Agentin sagt, dass wir mit einer Klage keine Chance hätten.
33:30Ja.
33:31Hätte im Vertrag stehen müssen.
33:34Da hat natürlich keiner dran gedacht.
33:38Du, wir sprechen später weiter, ja?
33:44Herein.
33:48Frau Tampke?
33:50Ja.
33:52Guten Tag.
33:53Mein Name ist Romy Heiland, ich bin Rechtsanwältin und ich vertrete Herrn Podolke.
33:58Lassen Sie mich in Ruhe.
34:06Jetzt weiß ich, woher ich Sie kenne.
34:08Das war ein ganz toller Film.
34:10Eine Dreiecksgeschichte.
34:13Und Sie spielten eine Journalistin.
34:18Das ist 100 Jahre her.
34:21Ich fand sie sehr gut.
34:28Eine blinde Filmliebhaberin?
34:34Und dann vertreten Sie so jemanden wie Heiko?
34:37Ja, das tue ich.
34:42Ich weiß nicht, ob Sie es wissen.
34:44Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Sturz nicht nur billigend in Kauf genommen wurde, sondern beabsichtigt war.
34:54Das war geplant?
34:57Der Stuhl wurde manipuliert.
34:59Die Schrauben waren angesägt.
35:03Heiko wollte mich umbringen?
35:09Na ja, Herr Podolke sagt, er war das nicht.
35:12Er lügt?
35:17Nur damit niemand erfährt, was für eine niederträchtige Ratte er ist.
35:22Wie meinen Sie das?
35:24Der hat mich an die Stasi verraten.
35:27Wissen Sie, was mit Schauspielern passiert ist, die in der DDR zum Staatsfeind erklärt wurden?
35:34Meine Texte wurden verboten und ich durfte nicht mehr spielen.
35:39Doch nach der Wende habe ich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen.
35:43Ich habe Jahre gebraucht, bis ich mein Drehbuch verkaufen konnte.
35:50Jetzt wissen Sie, wen Sie da vertreten.
36:17Ich habe gerade mit der Agentur Kaufmann telefoniert.
36:21Jasmina Simonic ist frei.
36:23Ihr wurde ein Film abgesagt.
36:24Nicht wahr. Mit der habe ich meinen ersten Film gemacht.
36:27Ich dachte, die ist garantiert beschäftigt.
36:29Sie konnte ab sofort.
36:31Vielleicht können wir das Projekt doch noch retten.
36:42Das mit dem Stuhl war ich nicht.
36:51Ist es möglich, dass jemand einen identischen Stuhl besorgt, ihn angesägt und dann ausgetauscht hat?
37:00Im Netz gibt es die schon noch. Das ist nicht ganz einfach, aber...
37:04Aber möglich.
37:05Ja, auf irgendeiner Online-Börse oder so.
37:08Und kann man die Stühle irgendwie voneinander unterscheiden?
37:11Mit anderen Worten, wären Sie in der Lage, Ihren Stuhl zu erkennen?
37:16Sie haben ja alle eine Seriennummer.
37:19Und wissen Sie noch, welche Seriennummer Ihr Stuhl hat?
37:28Mk 87, Binde Strich 025.
37:32Das erinnere ich ganz genau, weil...
37:34Also, Mk steht für Miniclub.
37:37Die erste Zahl bezeichnet das Jahr, in dem ich den Stuhl habe bauen lassen.
37:41Und die 25 erinnere ich deshalb, weil das ist meine Glückste alles.
37:51Hilft uns das irgendwie weiter?
37:54Frau Tamke hält Sie für schuldig.
37:59Sie sagt, Sie hätten sie damals an die Stasi verraten.
38:05Und jetzt wollten Sie verhindern, dass alle davon erfahren.
38:19Es vergeht kein Tag, in dem ich mich nicht dafür verachte.
38:25Ich würde alles dafür tun, um das ungeschehen zu machen.
38:28Das müssen Sie mir glauben, Frau Heiland.
38:33Ich würde mir nie, nie was handeln, nie.
38:39Haben Sie schon mal versucht, Frau Tamke, um Verzeihung zu bitten?
39:00Warum denn ausgerechnet?
39:06Diese miese Schlampe!
39:13Jasminas Simonitsch!
39:15Ausgerechnet die Simonitsch!
39:16Ich meine, die ist aus dem Westen.
39:19Mit der ist doch die gesamte Metaebene des Films ruiniert.
39:26Natürlich kriegt die dann die Preise.
39:28Steht im Scheinwerferlicht, gibt Interviews für mein Leben.
39:33Klaas, weißt du, was das ist?
39:36Das ist kulturelle Aneignung.
39:38Genau das ist es.
39:40Ein westdeutscher Star okkupiert meine Geschichte.
39:45Wie können die mir denn das antun?
39:48Das sind alles Opportunisten.
39:51Das lass ich mir nicht gefallen.
39:53Ich ruf meine Agentin an.
39:56Und wenn der ganze Film nicht gemacht wird, das ist mir scheißegal.
40:00Tatsächlich hat der sichergestellte Stuhl eine Seriennummer.
40:03MK 87 055.
40:07Dann ist das nicht Herrn Podolkes Stuhl.
40:10Der hat die MK 87 025.
40:14Können Sie das beweisen?
40:15Nein.
40:17Dann ist das nur eine weitere Behauptung.
40:20Dass das sichergestellte Exemplar Herrn Podolke gehört ebenfalls.
40:25Wussten Sie, dass Ihr Mandant Frau Tamke bei der Stasi angezeigt hat,
40:29nachdem sie ihre Affäre beendet hatte?
40:32Tarnname I.M. Holzwurm.
40:34Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast lustig.
40:37Da haben Sie Ihr Motiv.
40:38Schönen Tag noch, Frau Herr Lande.
40:53Da ist Herr Podolke.
40:54Was machen Sie denn hier?
40:56Drehen Sie jetzt weiter?
40:57Ich nicht. Ich habe nur mein Zeug.
41:00Max übernimmt.
41:02Ah, da kommt die Produzentin.
41:04Herr Podolke, wer ist denn der Mann?
41:06Das ist Xaver Friemel, der Regisseur.
41:09Ich hole mal den Rest.
41:11Gehen Sie bitte schon mal mit ihm mit, ja?
41:13Okay.
41:15Frau Heiland.
41:16Frau Zobelschneider.
41:19Und Sie sind Herr...
41:20Friemel.
41:22Der Regisseur. Angenehm.
41:23Ich habe gehört, Sie drehen jetzt weiter?
41:25Ab morgen.
41:26Und wer wird den Part von Frau Tamke übernehmen?
41:29Ich habe die Dispo für morgen bekommen. So viele Bilder.
41:32Können wir da was entzerren?
41:33Wir schauen mal.
41:34Nein, wir müssen Zeit reinholen.
41:37Wir gehen dann ziehen durch.
41:42Warum sind Sie hier?
41:44Wir würden uns gerne nochmal den Requisitenraum ansehen.
41:47Von mir aus können Sie sich hier frei bewegen, aber halten Sie meine Leute nicht von der Arbeit ab.
41:51Natürlich nicht. Vielen Dank.
42:04Wenn Sie die Stühle einfach mit können.
42:06Ja das sind meine, kriegen die nicht.
42:08Hm.
42:09Das kann ich verstehen.
42:21Äh, äh…
42:23Was meinen Sie denn?
42:25Kommen Sie mal.
42:26Das waren alle.
42:33Das gibt es ja nicht.
42:39Das ist meiner.
42:40Das ist der, von dem ich Ihnen erzählt habe.
42:43Ich hole mal die Chefin.
42:50Die Serienummer ist identisch, Frau Heiland.
42:52Da gibt es keinen Zweifel.
42:53Das ist doch der Beweis.
42:55Naja.
42:57Und dieser Stuhl war in einem Karton.
42:59Ja.
43:01Er holt ihn gerade.
43:02In diesem Karton.
43:07Da hat einer dick mit Marke auf die Seite Campingstuhl draufgeschrieben.
43:11Kommt Ihnen diese Schrift bekannt vor?
43:14Hm.
43:15Er hat verneint.
43:16Aber hier an der Seite hier ist ein Versandschein.
43:19Aber die Adresse ist abgerissen.
43:21Kann man denn erkennen, welcher Paketdienst das Paket geliefert hat?
43:29Ja.
43:30Da ist auch eine Sendungsnummer.
43:32Prima.
43:42Genau, das sind die zwei Szenen.
43:43Und am nächsten Tag machen wir dann eine längere Szene, wo wir Ihnen zum ersten Mal begegnen.
43:47Ja.
43:48Jetzt nicht.
43:49Wir proben.
43:50Da haben wir auch ein Telefon drüber.
43:52Was soll das?
43:53Ich habe jetzt überhaupt keine Zeit.
43:54Erklär das.
43:55Was ist das?
43:56Das ist der völlig intakte Stuhl von Herrn Podolke, den Sie ausgetauscht haben.
44:03Du hast Michaelas Stuhl angesägt, um sie loszuwerden?
44:06Bist du irre?
44:08Damit Jasmina die Rolle kriegt?
44:10Ich habe keine Ahnung, wovon ihr redet.
44:13Es wird sich nachweisen lassen, dass Sie im Internet einen identischen Stuhl bestellt haben.
44:17Und über die Seriennummer wird man erkennen können, dass der Stuhl, den Sie gekauft haben, der ist der angesägt wurde.
44:25Du bist so ein Arschloch.
44:29Ich bin das Arschloch?
44:32Michaela ist doch komplett irre.
44:36Hast du vergessen, wie die bei der Leseprobe ausgerastet ist?
44:39Das ist doch kein Grund, Xaver!
44:43Mit dieser Frau war doch überhaupt gar keine konstruktive Arbeit möglich.
44:49Ich konnte einfach nicht mehr.
44:54Ich musste was machen.
45:01Mit ihr wird es ja zehnmal bessere Film.
45:11Danke, Frau Heiland.
45:12Ja.
45:13Ja.
45:14Ich hatte schon nicht mehr dran geglaubt.
45:17Vielleicht sollten Sie nicht so schnell aufgehen.
45:19Ja, vielleicht.
45:22Also dann.
45:23Herr Podolke, machen Sie es gut.
45:25Sie auch.
45:26Frau Vogel.
45:27Tschüss.
45:30Was?
45:47Untertitelung des ZDF, 2020
46:25Untertitelung des ZDF, 2020
46:35Untertitelung des ZDF, 2020
47:05Untertitelung des ZDF, 2020
47:05Untertitelung des ZDF, 2020
47:10Untertitelung des ZDF, 2020
47:30Es ist nur, ähm, es fällt mir schwer...
47:36Mir zu glauben?
47:39Nein.
47:41Ich glaube dir.
47:43Ich darf doch du sagen.
47:45Klar.
47:51Mich auf Neues einzustellen, das fällt mir schwer.
47:57Besonders im Privaten.
48:03Kann ich verstehen.
48:05Deshalb habe ich etwas gebraucht.
48:12Ach so, ich muss mich nur daran gewöhnen, alles auszusprechen.
48:16Ich habe genickt.
48:18Und ich freue mich.
48:22Sehr.
48:25Ich freue mich.
48:54Ich freue mich.
48:56Ich freue mich.
48:59Ich freue mich.
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