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  • vor 3 Tagen
Otto soll den Lieferwagen seines Chefs erwerben und als eigener Herr die Fuhren seiner alten Firma übernehmen. Indessen taucht Magdas Vater aus Kanada auf. Der Besitzer einer Hot-Dog-Kette ist inzwischen ein reicher Mann geworden. (Text: ORF)

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Transkript
00:00Na, ihr seid ja auch freie Unternehmer. Ihr wisst wenigstens, wofür ihr schuftet.
00:03So, hör doch mal auf mit deiner Hektik, Mensch. Man kann das nie in Ruhe kontrollieren.
00:07Ach.
00:09Äh, du sag mal, Oma.
00:12Was ist denn eigentlich aus diesem komischen Scheck geworden?
00:14Was für ein Scheck?
00:15Na, der aus Kanada. Diese 10.000 Dollar. Wo denn ihr wisst, wer sie dir geschickt hat.
00:20Ja, na und?
00:21Was hast du denn damit gemacht? Hast du den Scheck eingelöst?
00:23Ach, Mensch, ich mag mich doch nicht lächerlich.
00:25Warum interessiert dich das so?
00:27Ich bräuchte da vielleicht ein bisschen Bargeld.
00:30Ich habe da nämlich ein ganz heißes Ding am Kochen.
00:32Ach, du lieber Jörg, na, deine heißen Dinger, die kenne ich.
00:35Was ist es denn diesmal, hm? Wieder eine Vertretung?
00:40Bananenplantage am Südpol, aber nie weiter sagen.
00:44Nee, nur mal ernst beiseite. Versuch das doch mal mit dem Scheck.
00:47Vielleicht ist er echt. Ich zahle Zinsen.
00:49Was ist denn das für ein heißes Ding?
00:52Das zeigt er vielleicht, wenn du mich gut behandelst.
00:57Otto, ich will das nicht.
00:58Psch, das meint er doch nicht so.
01:00Das ist mir egal, wie er das meint.
01:02Ich hasse das, wenn man mir auf den Hintern haut.
01:04Das weiß er ganz genau.
01:07Sag mal, was ist denn nun wirklich mit diesem komischen Scheck aus Kanada?
01:11Das weiß ich nicht.
01:13Einer hat nach Margarete Färber in Berlin aus Kanada einen Scheck geschickt.
01:18Ein Irrtum oder ein Witzbeut.
01:20Ich hab mir noch mal angekriegt.
01:23Die Unterschrift.
01:24Willi Hillmann.
01:25Kennst du den wirklich nicht?
01:27Willi Hillmann?
01:28Nö.
01:29Und wenn, hab ich's vergessen.
01:31Und warum schmeißt du den Scheck nicht einfach weg?
01:33Na ja, muss ich mal machen.
01:36Wenn ich bloß wüsste, wofür Otto das Geld braucht.
01:39Vielleicht will er sich nur doch was zusammenpumpen, um seine Wohnung zu kaufen,
01:42bevor sie ihm jemand anders wegschnappt.
01:52Ja, was die gegenüberliegende Wohnung angeht,
01:55hab ich Ihnen den Vorvertrag vorbereiten lassen.
01:57Ja.
01:59Da müssen wir ja nun leider die gesetzliche Frist einhalten,
02:02in der der Mieter das Recht hat, die Wohnung selbst zu kaufen.
02:05Wieso leider?
02:06Na, was glauben Sie, wie diese Regelung uns das Geschäft kaputt macht?
02:09Will doch niemand mehr ran an diese vermieteten Objekte.
02:13Kriegt die Mieter doch nicht raus.
02:14Wir nehmen beide Wohnungen.
02:17Auch wenn der Mieter noch ein paar warme Winter dadurch vor sich hat,
02:20durch diesen schrecklichen Ersatz.
02:24Wenn Sie, was diesen ganzen Komplex Eigentumswohnungen betrifft,
02:27Skrubel haben,
02:29dann sollten Sie sich doch vielleicht lieber zum Neubau entschließen.
02:34Nee, nee, lassen Sie mal.
02:36Wir sind Innenstadtmenschen.
02:37Ich meinte nur, nee, wissen Sie, wir...
02:41Wir haben uns zu diesem Wohnungskauf entschieden.
02:44Die Wohnung ist ja auch frei, ich sehe da überhaupt keine Probleme.
02:48Die eine, ja.
02:49Aber die Wohnung Krüger, also dieser Krüger soll ein ziemlich unangenehmer Patron sein,
02:54wie mir andere Interessenten nach der Besichtigung berichtet haben.
02:58Mit diesem Krüger wären wir schon fertig.
03:00Wir sind nämlich Spezialisten für unangenehme Patrone.
03:17Was hat Uschi gesagt, wann Sie kommen?
03:19So schnell wie möglich.
03:21Und sie hat ja nicht angedeutet, warum Sie später kommen.
03:23Mensch, was gibt es da groß anzudeuten?
03:25Das hängt bestimmt mit dem Kredit zusammen, den Edgar sich von seinem Bruder hat geben lassen.
03:29Jetzt ist er nach Berlin gekommen und er fliegt wahrscheinlich die ganze Sache auf.
03:32Was fliegt doch?
03:34Das hat die Uschi doch schon erzählt.
03:36Die 30.000 Mark, die durfte der Edgar doch bloß für seinen Heimwerkermarkt ausgeben.
03:41Aber was hat er gemacht?
03:42Einen Ami-Schlitten hat er sich gekauft.
03:44Also im Grunde ein netter Kerl, der Edgar.
03:46Nur der wird nie vernünftig.
03:47Ach, und immer diese Anheberei.
03:50Das ist wie eine Suchtung.
03:58Ich hab dich gewarnt, Edgar.
04:00Ich weiß ja nicht, wovon du redest.
04:02Wovon ich rede?
04:03Ich hab für einen 30.000 Mark Kredit bei deiner Bank gebürgt.
04:07Ich hab gesagt, wenn du davon auch nur eine einzige Mark für was anderes ausgibst,
04:10als für deinen Heimwerkermarkt, dann bist du fällig.
04:13Dann kannst du deine Papiere holen.
04:15Ich hab keine Mark für was anderes ausgeben.
04:17So?
04:19Und was ist denn das hier?
04:21Ist das ein Ladentisch?
04:24Ist das ein Regal?
04:26Ist das eine Registrierkasse?
04:28Kann ich nicht mehr richtig kieken?
04:31In meinen Augen ist das ein ziemlich großes Auto.
04:33Ja, das siehst du richtig, und den brauch ich auch.
04:35Edgar!
04:37Dann schalt die Klappe und halt dich da raus, ja?
04:39So, das brauchst du, ja?
04:42Und wofür, wenn ich fragen darf?
04:43Als Unternehmer muss ich auftreten können, sonst krieg ich keine Kommissionsware.
04:47Da drin stehen drei schiefe Regale.
04:49Leer.
04:51Kein Werkzeug, kein Zubehör, kein Material, nisch.
04:55Du bist ein Unternehmer von einem leeren Schuppen.
04:57Aber ein Ami schlitten fährst du.
04:59Die Ware ist bestellt.
05:01Das stimmt wirklich.
05:03Ach, hört doch auf, Leute.
05:0530.000 Mark Startkapital.
05:07Und für die Hälfte kauft der Herr Unternehmer erst mal ein Auto.
05:11Weißt du, wie ich angefangen habe?
05:13Ich hatte ein altes Fahrrad.
05:14Aber mein Platz war voll Holz.
05:17Ja, so was konntest du vielleicht vor 20 Jahren noch machen.
05:19Da hat so was die Leute beeindruckt.
05:21Edgars Heimwerker Großmarkt.
05:24Edgars Heimwerker Großmaul.
05:27Müsste das heißen.
05:28Nee, nee, Edgars, so nicht.
05:30Wir sind geschiedene Leute.
05:31Such den anderen Job.
05:32Aber nicht auf meinem Gelände.
05:33Mahlzeit.
05:34Mensch, Karl, gib ihm doch noch mal eine Chance.
05:37Nee, Uschi, tut mir leid für dich.
05:39Aber was ich einmal sage, das meine ich auch.
05:40Der Edgars hat die Ware wirklich bestellt.
05:43Ich hab dir gesagt, du sollst dich da raushalten.
05:45Aber brauchst ein paar Backenbretter.
05:46Mach deinen Schreibtisch frei, Edgars.
05:48Ich übernehme bis auf Weiteres die Geschäftsführung.
05:50Du hast keinerlei Vollmachten mehr.
05:52Du kannst mich mal.
06:13Miedige Frau?
06:16Was hat mir gefallen?
06:17Was?
06:18Wie du diesen Typen angemotzt hast.
06:20Wie der von Otto gesagt hat, unangenehmer Patron.
06:23Hätte ich am liebsten geantwortet selber.
06:26Ich bin bloß gespannt, wie Otto darauf reagieren wird,
06:30wenn er erfährt, dass wir seine neuen Vermieter sind.
06:33Wir?
06:33Du hast doch die Wohnung geguckt.
06:35Wir haben Gütergemeinschaft vereinbart.
06:37So?
06:38Naja, noch ist es ja nicht so weit.
06:41Wie findest du denn die Jacke hier?
06:43Hm?
06:46Gefällt es dir?
06:51Wollen wir reingehen?
06:52Wollen wir sie kaufen?
06:54Ach, Egon, man kann doch nicht immer gleich alles kaufen,
06:56was einem gefällt.
06:57Außerdem wartet Papa im Café.
06:59Na gut.
07:02Gehen wir.
07:04Heimlich ist aufgebot.
07:06Heimlich Wohnung kaufen.
07:07Heimlich heiraten.
07:09Also wenn es so weitergeht,
07:11kommen wir schon ganz unheimlich vor.
07:13Ach, du.
07:14Okay.
07:27Entschuldigung.
07:28Könnte ich mich vielleicht nur umblickieren?
07:30Aber bitte gerne.
07:32Suchen Sie jemand?
07:33Ja, meine Tochter.
07:34So eine, mit blonden, kurzen Haar.
07:37Lust, sie Ohren hat.
07:38So einen jungen Mann.
07:39Ich meine, ich bin Begleitung von jungen Mann.
07:42Haben Sie vielleicht jemanden hier sehen, der so aussieht?
07:45Nee, nee, kann ich mich nicht erinnern.
07:47Und ich habe mir die Leute hier ziemlich genau angesehen.
07:54Sind Sie schon länger hier?
07:56Hm, dreiviertel Stunde?
08:00Bedauerlicherweise.
08:00Wieso bedauerlicherweise?
08:02Weil ich mal schon zu meinem zweiten Stück Kuchen verführt habe.
08:07Sie können sich das doch leisten.
08:09Hm, sagen Sie das nicht?
08:113,80 ist ja ein schön happig.
08:14Naja, ich dachte, das eher bezogen auf Ihr, äh...
08:18Naja, wie soll ich sagen?
08:19Also, von Äußern her könnten Sie das verkraften.
08:23Ach so?
08:25Ja?
08:27Naja, also...
08:28Ich weiß nicht.
08:35Ja, warte ich nur, oder...?
08:37Ja, warten Sie doch noch einen Moment.
08:39Wenn ich es ja wirklich nicht störe...
08:48Sorry, Ma'am.
08:48Können Sie nicht ein bisschen aufpassen?
09:09Na ja, und im Schalterdienst, da muss man ja sehen können, was man so einträgt in den Tabellen.
09:14Also, um es kurz zu machen, die Brille hat auch nicht mehr geholfen.
09:17Da sagen die eines Tages, die Post hat so viele Arbeitsmöglichkeiten.
09:22Kollegin Rabel, Sie kommen in Zustelldienst.
09:25Ja, warte, denn aus der warmen Schalterhalle raus auf nasskalte Straßen, da dürfen die denn so was?
09:29Nee, Kollegen, habe ich gesagt.
09:31So nicht.
09:31Mit mir nicht.
09:33Ich habe mal gewährt mit Händen und Füßen.
09:36Das war mal ganz ideal, dass die gesagt haben, Kollegin Hanna Rabel spielt verrückt.
09:41Die haben bloß mein Temperament unterschätzt.
09:45Na ja, und dann blieb bloß noch eins.
09:48Frühpensionierung.
09:49Und das Allerschönste ist, seitdem kann ich wieder viel besser sehen.
09:54Also, hier draußen zum Beispiel, so beim Kuchenessen, ja, also da brauchte ich eigentlich ja keine Brille.
10:01Entschuldigung, Sie wollten noch was sagen?
10:04Ja, nee, nee, ich wollte nur sagen, bei mir war es fast so ähnlich mit der Frühpensionierung.
10:13Sagen Sie mal, so Lokomotivführer, ist das nicht eine wahnsinnig verantwortungsvolle Sache?
10:20Na ja, schon.
10:21Und kommt man da nicht unheimlich viel rum in der Welt?
10:25Na ja, äh, das war ja nun bei mir nicht so der Fall, nicht?
10:29Das war ja, um Rangierlok.
10:32Und da zählt nur eins, ihr Fühl.
10:35Man kann ja nicht einfach so rufdonnern auf der Einheit.
10:37Da steht der schließlichen Kollege zwischen dem Puffer und koppelt.
10:40Ja, also, das Sie ihr Fühl haben, ist mir gleich aufgefallen.
10:45Ja, also, das Sie ihr Fühl haben.
11:14Ja, also, das Sie ihr Fühl haben, ist mir ein bisschen verrückt geworden.
11:19Ja? Meinen Sie mich?
11:21Ja, ich meine es.
11:25Willi.
11:28Willi Bergmann.
11:30Ach, du bist ja verrückt geworden.
11:32Nein, vernünftig.
11:35Dankeschön, stimmt so?
11:36Ja, stimmt so.
11:41Also, da meldet sich wahrscheinlich dann erst mal meine Schwester Kohlberg.
11:46Meine Schwester heißt Edith Kohlberg.
11:48Kohlberg.
11:58Na dann, hoffentlich bis bald.
12:02Bis bald.
12:12Tag, Papa.
12:13Tut uns leid, ist ein bisschen später geworden.
12:15Ja, mach doch nichts, Mädel.
12:17Tag, Mario.
12:18Tag, Eon.
12:19Tag, Herr Krause.
12:21Ja, nun, setz euch da erst mal.
12:23Herr Wander.
12:25Du, das, äh, eine sehr nette Dame war, äh, ist das.
12:31Wir haben uns zufällig ja kennengelernt, hier so, beim Warten.
12:33Na, und ihr beide?
12:35Ich will alles wissen.
12:36Ja.
12:37Also, alles, alles erfährst du nicht.
12:42Wieso erfreigt nicht alles?
12:44Das erfährst du noch.
12:52Das war ein Doppel-Triebslotz bei mir, bitte.
12:54Habt ihr schön.
12:58Bitte schön, guten Appetit.
13:00Dankeschön.
13:01Danke schön.
13:08Und hier fühlst du dich wohl, ja?
13:10Ja, das ist wie ein Stück Heimat.
13:13Na, ich denke, das ist eher amerikanisch.
13:16In Toronto ist es nicht viel anders.
13:21Du nimmst mir das alles sehr übel, stimmt's?
13:24Dass ich so abgehauen bin bei Nacht und Nebel.
13:26Ach, nee.
13:28Denkst du, ich hätte an das tausendjährige reiche Hilo?
13:31Recht hast du, ja.
13:34Aber wisst du, das mit den 200 Mark,
13:36die du mir da aus dem Küchentrank genommen hast,
13:38das war nicht richtig.
13:39Nee, das war eine Sauerei.
13:40Aber, Grete, was hätte ich denn machen sollen?
13:42Der Krieg hatte gerade angefangen.
13:44Meine Kumpels haben mir gesagt,
13:45ganz schnell abhauen musst du
13:47bei deiner politischen Einstellung,
13:49sonst bist du dran.
13:50Ich hab das Geld gebraucht für die Flucht.
13:53Aber ich hätte es dir doch gegeben.
13:55In der Tasche hätte ich es dir gestoppt,
13:57Schein für Schein.
13:59Hau ab, hätte ich gesagt,
14:00und dabei geheult.
14:03Aber geheult habe ich ja auch so.
14:05Sag mal, warum hast du dich eigentlich
14:07die ganzen Jahre nicht gemeldet?
14:10Ich, äh, ich hab mich geschämt, Grete.
14:12Soll das vielleicht eine Entschuldigung sein,
14:14dass du dir nie gemeldet hast?
14:16Ja, doch, erst war es Scham,
14:18dann hab ich's wohl verdrängt.
14:19Ich hab mich gezwungen,
14:20einfach nicht mehr daran zu denken.
14:22Ich habe alle Brücken abbrechen wollen.
14:25Ich wollte nichts mehr mit Deutschland zu tun haben.
14:28Ich hab sogar einen anderen Namen angenommen.
14:31Aus Bergmann hab ich Hilmen gemacht.
14:34Willi Bergmann,
14:36da kannst du hundert Hilmens aus dir machen.
14:39Die Verjangenheit holt dich immer wieder ein.
14:42Ja, das stimmt.
14:44Was hast du dir eigentlich dabei gedacht,
14:45als ich mir diesen albernen Scheck geschickt habe?
14:48Alberner, hör mal, der ist gedeckt.
14:51Was ich damit freikaufen, wa?
14:53Aber nein, Grete, das ist dein Geld.
14:56Das sind die 200 Mark aus dem Küchenschrank
14:58mit Zins und Zinseszins.
15:01Das ist ja toll.
15:02Hast mich also hinterher noch zur reichen Frau gemacht, oder?
15:04Na, hab ich nicht.
15:05Du hast den Scheck ja gar nicht eingelöst.
15:13Wie gesagt, überlegen Sie sich das, Herr Krüger.
15:17Also, ich fasse das nochmal zusammen.
15:19Sie entlassen mich, ich rufe den Wagen.
15:22Ich fahre weiter für Sie
15:23und Sie garantieren mir meine Fuhren.
15:25Sie werden Ihr eigener Herr und Arbeitgeber.
15:27Wie Sie Ihre Fuhren einteilen, ist mir Piepe,
15:29wenn die Ware pünktlich beim Kunden ist.
15:31Und was Sie in Ihrer Freizeit mit der Kutsche machen,
15:33interessiert mich dann natürlich auch nicht mehr.
15:35Das klingt so gut,
15:36dass ich sofort fragen muss, wo ist der Haken?
15:38Das ist keiner.
15:39Es gibt für alle nur Vorteile.
15:40Sie werden Fuhrunternehmer, wie die anderen Fahrer auch.
15:44Und ich bin den ganzen Fuhrbetrieb los.
15:46Was soll der Wagen denn kosten?
15:48Mit 10.000 sind Sie dabei.
15:5010 Riesen?
15:51Wie viele Wagen wollen Sie mir denn dafür verkaufen?
15:54Na, den hier.
15:56Den hier für 10 Millilie, Herr Brinkmann.
15:59Der ist doch höchstens der Hälfte wert.
16:01Wenn ich den im halben Jahr beim TÜV vorführe,
16:03da sehe ich den Prüfer doch jetzt schon grinsen.
16:05Meine Fahrzeuge sind erstklassig Werkstatt gewartet.
16:08Sie meinen, die warten auf eine erstklassige Werkstatt?
16:11Überlegen Sie es sich.
16:12Das warten andere.
16:13Soll ich da plötzlich 10 Riesen hier zaubern?
16:15Wenn ich die hätte, werdet eine Anzahlung für meine Wohnung.
16:18Als Eigentumswohnung.
16:20Können Sie mit Ihrer Wohnung Würste ausfahren?
16:24Nee.
16:26Das war dran.
16:28Also erst mal habe ich gejobbt und gejobbt.
16:30Ne?
16:31Entschuldige.
16:32Also ich habe geschuftet wie ein Pferd.
16:34Und als ich dann genug zusammen hatte,
16:36habe ich den ersten Hotdog-Stand aufgemacht.
16:39Und dann den nächsten und den nächsten.
16:41Und schließlich ist eine ganze Kette draus geworden.
16:44Von Toronto bis Vancouver.
16:46Keine Großstadt ohne Helmhans Hamburger.
16:49Hotdogs?
16:50Das sind doch diese labbrigen Schrippen mit einem Würstchen drin.
16:53Na labbrig, aber nicht bei mir.
16:55Meine Kette ist berühmt für erstklassige Ware.
16:58Ja, meine auch.
17:00So, aber ist das nicht komisch, dass wir fast das selber machen?
17:03Wir verkaufen auch Würstchen.
17:05Ja, das habe ich gesehen.
17:13So, bitte schön.
17:14Macht 1,60.
17:15Bitte sehr.
17:16Danke.
17:24Du brauchst nichts zu sagen.
17:26Kann ich ein paar Tage bei dir bleiben?
17:29Klar.
17:32Eins sage ich dir.
17:34Heirate bloß nie.
17:38Meinst du?
17:41Du hast eine Tochter und zwar Enkel.
17:43Ja, Jane ist ein sehr, sehr cleveres Mädchen.
17:46Sie hat jetzt meine Kette übernommen, macht das fabelhaft besser als ich.
17:50Und Joan und Katie, das sind meine Enkel, die studieren schon.
17:55Als Linda gestorben ist, das war vor drei Jahren, Linda war meine Frau.
18:03Ja, eigentlich hält mich jetzt nichts mehr in Kanada.
18:09Du hast also geheiratet.
18:10Ja.
18:11Woher weißt du eigentlich, dass ich eine Tochter und zwei Enkelkinder habe?
18:15Ach, das wusste ich auch nicht bis eben, die meine ich auch ja nicht.
18:18Ich meine deine Tochter und deine Enkel hier in Berlin.
18:22Hier?
18:24Ich habe...
18:25Ja, du komm.
18:27Wohin?
18:28Ich will sie sehen sofort.
18:29Aber das kommt überhaupt nicht in Frage.
18:32Du, Maik, ich werde mir sehr überlegen, ob du die überhaupt zur Gesichter kriegst, verstehst du?
18:36Ach, das muss man sehr behutsam anbieten, wirst du?
18:43Sie befinden sich also in einem dauernden Arbeitsverhältnis.
18:47Befinde ich mich?
18:48Na, das sehe ich bei 10.000 Mark überhaupt keine Schwierigkeiten.
18:51Lassen Sie sich diese Gehaltsbescheinigung von Ihrem Arbeitgeber unterzeichnen
18:55und kreuzen Sie hier an.
18:58Dauerndes Arbeitsverhältnis.
18:59Ja, das geht eben nicht.
19:01Warum?
19:02Ja, das ist ja der Witz an der Sache.
19:04Mein Arbeitgeber kündigt mir, verkauft mir aber gleichzeitig den Lieferwagen
19:08und garantiert mir denn meine Fuhren.
19:11Ja, aber wenn Sie in keinem dauernden Arbeitsverhältnis stehen,
19:15können wir Ihnen keinen Kredit geben.
19:16Ich brauche den Kredit aber,
19:18damit ich nicht mehr in einem dauernden Arbeitsverhältnis stehen muss.
19:21Ich bin dann praktisch Unternehmer.
19:24Haben Sie denn Eigenkapital?
19:25Ja, den Lieferwagen.
19:29Ich denke, den wollen Sie von dem Kredit kaufen,
19:31den wir Ihnen gewähren sollen.
19:32Richtig.
19:33Das ist dann mein Eigenkapital.
19:36Aber Herr Krüger, Sie können uns doch unseren eigenen Kredit
19:38nicht als Eigenkapital nennen.
19:40Wo ist da die Sicherheit?
19:41Na, der Lieferwagen.
19:43Und meine Arbeitskraft.
19:45Ich denke, Sie werden gekündigt.
19:47Aber ich arbeite doch weiter.
19:49Bei wem?
19:50Na, bei mir.
19:52Ich bin dann mein eigener Arbeitgeber sozusagen.
19:57Also, wenn ich Sie richtig verstehe,
19:59wollen Sie uns unseren eigenen Kredit als Sicherheit anbieten
20:02und als dauerndes Arbeitsverhältnis eine Anstellung,
20:05die Sie sich selber geben?
20:06So ungefähr.
20:08Nein, Herr Krüger, so geht das leider, leider nicht.
20:11Warum bleiben Sie nicht in Ihrem Arbeitsverhältnis?
20:13Dann ist der Kredit überhaupt kein Problem.
20:15Na, dann brauche ich den Kredit nicht.
20:18Wenn Sie ihn nicht brauchen,
20:19ist das im Augenblick ehrlich gesagt das Beste für Sie.
20:22Wiedersehen.
20:30Mensch, Otto, mach das nicht.
20:33Wenn der Brinkmann dir so was anbietet,
20:35so clever wie der ist,
20:36dann ist da bestimmt ein Haken bei.
20:39Der Haken ist,
20:40dass ich die 10.000 Eier für den Lieferwagen habe.
20:42Ich kann dir den Haken sogar genau sagen.
20:45Wenn der Brinkmann aus euch Fahrern Unternehmer macht,
20:48dann spart er die Arbeitgeberanteile.
20:50Außerdem, Reparaturen, Wartung.
20:53Das schiebt ja alles auf euch ab.
20:54Dann müsste Oma überreden,
20:56dass sie diesen Scheck mal zur Bank gibt.
20:58Und wenn es nur probehalber ist.
21:01Mehr als auslachen können die einen ja nicht.
21:03Wo ist denn Oma überhaupt?
21:05Hat die immer noch Schicht?
21:06Nee, die müsste eigentlich schon längst da sein.
21:08Ja, weiss.
21:09Vielleicht hat sie sie verlofen.
21:11Die macht in letzter Zeit
21:12sowieso einen ziemlich verträumten Eindruck.
21:14Ist dir das auch schon aufgefallen?
21:16Du weißt ja was.
21:17Das ist seit dieser Scheck gekommen ist.
21:19Ich habe so ein komisches Gefühl.
21:21Oma weiß genau, wer ihr den geschickt hat.
21:24Sie sagt das bloß nicht.
21:25Was meinst du?
21:27Psst, da kommt sie.
21:33Guten Abend, Leute.
21:35Guten Abend.
21:36Ja, wo warst du denn so lange?
21:38Ach, war so schönes Wetter,
21:39da bin ich ein bisschen spazieren hier.
21:40Siehst du, hat er gesagt,
21:41Oma hat sie verlofen.
21:44Was habt ihr gemacht?
21:46Ach, wir haben so weitläufig
21:48über unsere Finanzen nachgedacht.
21:50Und da sind wir wieder
21:51auf diesen Kanada-Scheck gekommen.
21:53Nun lass doch mal, Otto.
21:54Wissen Sie doch mal versuchen,
21:55den einzulösen?
21:57Könnte sein.
21:59Und mal angenommen,
22:01der wäre echt.
22:03Würdest du mir dann
22:04ein bisschen Geld pumpen?
22:07Könnte sein.
22:10Ist was, Mutter?
22:12Könnte sein.
22:14Könnte sein.
22:19Könnte sein.

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