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KurzfilmeTranskript
00:00:03Musik
00:00:18Ich mach mir Gedanken, wie dein Vater mit seiner Emeritierung fertig wird.
00:00:22Es ist schließlich ein gravierender Einschnitt.
00:00:25Auch wenn er hin und wieder eine Vorlesung hält.
00:00:29Ah, nie mehr jeden Tag die Uni.
00:00:34Ich glaub, du musst dir keine Sorgen machen, dass Papa zu wenig zu tun hat.
00:00:38Der Chefredakteur vom Psychologie aktuell beschwert sich doch immer, dass Papa ihm zu selten Beiträge liefert.
00:00:43Ich mein, da kann er sich doch gleich an die Arbeit machen.
00:00:45Ich hab mir auch was ausgedacht, damit's ihm nicht langweilig wird.
00:00:50Aber den intensiven Kontakt mit seinen Studenten, den wird er vermissen.
00:00:56Ganz besonders den zu seinen Studentinnen.
00:01:01Wie viele Champagner haben wir da?
00:01:04Vier Pullen, Jahrgang, Herr Rektor.
00:01:06Das könnte reichen.
00:01:09Ich weiß allerdings nicht, wen Sibelius alles mitbringt.
00:01:13Lediglich Frau und Tochter, hat er mir gesagt.
00:01:16Mit der Geschichte der Psychologie, angefangen bei den alten Griechen über Sigmund Freud bis heute,
00:01:24hab ich Sie ja in meinen zurückliegenden Vorlesungen wohl genügend gelangweilt.
00:01:31An Ihrer Stelle, meine Damen und Herren, wäre ich vielleicht froh, wenn sich so ein Professor nunmehr verabschiedet.
00:01:37Denn Sie mussten ihn ja all die Jahre samt Launen aushalten, damit er Ihre Seminarscheine unterschreibe.
00:01:45Ich hoffe, dass sich meine Launen in Grenzen hielten.
00:01:48Vielleicht, weil mir der Umgang mit meinen Studenten immer Freude gemacht hat.
00:01:53Denn, auch das haben Sie immer wieder von mir gehört, niemand taugt ohne Freude.
00:01:59Es gilt jetzt Adieu zu sagen.
00:02:02Meine Damen und Herren, haben Sie Freude an der Wissenschaft und Glück im Leben.
00:02:17Danke.
00:02:20Was sollen wir sagen zum heutigen Tag?
00:02:23Ich denke, ergo vibamos.
00:02:27Ich überantworte den lieben Gatten Ihrer Obhut.
00:02:30Machen Sie ihm das Leben schön.
00:02:32Ich weiß nicht, ob er sich das gefallen lässt.
00:02:35Prost, lieber Sibelius.
00:02:37Prost, hochverehrter Kollege.
00:02:39Prost.
00:02:41Prost.
00:02:42Prost.
00:02:43Herr Professor.
00:02:45Die stachelige Gabe verstehe ich.
00:02:47Ja, werte Frauenbeauftragte.
00:02:49Aber was soll der Trauerflur?
00:02:52Weil wir sie nun in unserer Mitte entbehren müssen.
00:02:54Trotz mancher Kontroverse ist das doch traurig.
00:02:58Ihre charmante Ablehnung einer Frauenquote im Personalgefüge unserer Universität wird unvergessen bleiben.
00:03:07Bitte schön.
00:03:08Oh.
00:03:09Herr Sibelius, zu Ihrer Ehe trinke ich dieses Glas jetzt leer.
00:03:13Wie sagt der Dichter?
00:03:14Es freut mich königlich, dass die Jungfer sauft.
00:03:21Dürfte ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten.
00:03:27Im Namen der Ludwig-Maximilians-Universität dediziere ich Ihnen, Professor Sibelius, als Abschiedsgeschenk ein Faksimile der ersten Vorlesung des Sigmund
00:03:39Freud über die Psychoanalyse.
00:03:48Das ist eine Rarität.
00:03:51Sie sind eine Rarität, verehrter Kollege.
00:03:54Ihr Wirken wird in die Annalen dieses Hauses eingehen.
00:03:57Prost, lieber Sibelius.
00:04:03Ja, was ist denn hier los?
00:04:07Die Räumung deines Büros, mein lieber Schwiegervater.
00:04:09Hast du das vergessen?
00:04:12Ja, und wohin damit?
00:04:14Erstmal im Keller.
00:04:15Dann sehen wir schon weiter.
00:04:17Du musst die ganze Sache heiter nehmen, Papa.
00:04:19So eine Veränderung bringt auch Vorteile.
00:04:20Ihr könntet zum Beispiel mal eine richtig große Reise machen.
00:04:23Ja, womöglich mit dem Flugzeug, nicht?
00:04:25Nein, danke.
00:04:25Du könntest ja mal versuchen, eine Selbsttherapie gegen deine Flugangst zu machen.
00:04:30Denke nicht daran.
00:04:31Flugangst ist die gesündeste Neurose, mitunter sogar lebenserhaltend.
00:04:35Ich kann sowieso nicht verreichen.
00:04:37Morgen beginnen meine Proben für den Sommernachtstrauen.
00:04:39Bitte.
00:04:43Danke euch.
00:04:44Viel Glück Ihnen.
00:04:44Keine Ursache.
00:04:46Wir werden Sie vermissen, Professor Sibelius.
00:05:05Jetzt machen wir wieder oben hin.
00:05:07So gut?
00:05:08Ja, damit es der Opa auch gut sieht.
00:05:10Wir sind ja kleiner als er.
00:05:15Komisch, ja.
00:05:18So schön, dass sich der Opa doch bestimmt freuen, oder?
00:05:21Ja, hoffe ich doch.
00:05:26Sie kommen!
00:05:27Sie kommen wirklich!
00:05:48Sie kommen wirklich!
00:05:51Ja!
00:06:00Na, seid ihr verrückt geworden?
00:06:02Meine kostbare, sauteure Zeichnung zu beschmieren?
00:06:09Der denkbare Großvater ist mein originellstes Stück!
00:06:12Wer kommt denn auf so eine Idee?
00:06:15Ja, das ist...
00:06:16Das kann ich sehr auf den Müll schmeißen.
00:06:17Dazu musst du das Original erst mal aus dem Rahmen nehmen.
00:06:20Das ist nämlich eine Fotokopie.
00:06:23Du Monspuppe!
00:06:26Ja, und wieso willkommen zu Hause?
00:06:28War ich denn nicht immer hier schon zu Hause?
00:06:30Aber jetzt bist du immer da und musst nicht mehr zur Uni.
00:06:34Ja, das ist nicht einfach, die neue Situation als Individus.
00:06:38Weißt du?
00:06:39Erst mal drüber schlafen.
00:06:42Ausschlafen.
00:06:43Danach freue ich mich.
00:06:45Dir zu, liebe Friedrich,
00:06:48habe ich erst mal für morgen ein kleines Programm zusammengestellt.
00:06:51Damit du dich nicht langweilst.
00:06:53Wann habe ich mich je im Leben gelangweilt?
00:06:55Also, 8.30 Uhr, Spaziergang mit Struppi.
00:06:59Nicht kürzer als eine halbe Stunde.
00:07:019.15 Tee, Joghurt, Käsestange.
00:07:04Bis 10 Uhr zur eigenen Verfügung.
00:07:06Lektüre, Musik, hören.
00:07:0810.30 Uhr, Fahrschule Weber.
00:07:11Ehm, wie bitte?
00:07:12Was soll das?
00:07:14Um 10.30 Uhr erwartet dich der Fahrlehrer.
00:07:17Du hast dich jetzt 40 Jahre oder länger davor gedrückt.
00:07:21Jetzt ist der Führerschein fällig.
00:07:23Denke nicht daran.
00:07:24Brauchst du auch nicht.
00:07:26Die Fahrschule ist bezahlt.
00:07:28Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.
00:07:31Tolles Geschenk.
00:07:32Und wenn der Opa nicht will?
00:07:34Na, fliegen will er ja auch nicht.
00:07:36Du kannst mir glauben, in meinem langen Leben
00:07:38bin ich überall noch dorthin gekommen, wo ich hinwollte.
00:07:42Ohne Führerschein, ohne Flugzeug.
00:07:44Der Opa will endlich mal ausschlafen
00:07:45und ihr verplant ihn alle völlig.
00:07:47Es wird ihm schließlich gefallen.
00:07:50Nach dem Mittagessen hast du eine Stunde Bettruhe,
00:07:53bevor du um drei Lähnchen zur Reitschule begleitest.
00:07:57Oh.
00:07:58Das ist ja wunderbar.
00:07:59Da habe ich ja endlich Zeit für meine Übersetzung.
00:08:01Tja.
00:08:02Hast du für übermorgen auch schon den Plan fertig?
00:08:04Noch nicht.
00:08:05Aber mir fällt schon noch was ein.
00:08:15Sind Sie Herr Weber?
00:08:17Ja, guten Tag.
00:08:18Guten Tag.
00:08:19Ich soll Ihr neuer Schüler sein, aber daraus wird nichts.
00:08:21Ich bin nur gekommen, um abzusagen.
00:08:25Professor Sibelius nehme ich an.
00:08:26Ja.
00:08:27Aber Ihre Frau hat den Kurs schon bezahlt.
00:08:29Das ist egal.
00:08:30Sie war etwas voreilig.
00:08:31Ich erwarte, dass Sie es dornieren.
00:08:33Gut, wie Sie wünschen, Herr Professor.
00:08:35Bitte folgen Sie mir.
00:08:36Ja.
00:08:38Weber, die Stunde fällt aus.
00:08:40Ich möchte Ihnen heute in Ostberg keine Unannehmlichkeiten machen.
00:08:44Ich wollte eigentlich in keinem Fall.
00:08:45Ich möchte, dass Sie vielleicht...
00:08:46Nehmen Sie doch einfach auf dem Fahrersitz Platz.
00:08:48Ja, versuchen wir es mal.
00:08:51Na, dann viel Glück.
00:08:52Der Sitz passt.
00:08:53Jetzt machen wir uns erst mal mit dem Auto vertraut.
00:08:56Ja, wenn es Sie auch vielleicht verwundert,
00:08:59aber ich bin nicht nur einmal in einem Auto gesessen.
00:09:03Können wir zum nächsten Punkt kommen?
00:09:05Ganz wie Sie wollen.
00:09:05Also, ich würde vorschlagen, wir fahren mal um den Block.
00:09:08Ja.
00:09:09Äh.
00:09:12Gas.
00:09:13Mhm.
00:09:14Mhm.
00:09:15Bremse.
00:09:16Mhm.
00:09:18Klangschaltung.
00:09:19Sie haben ja bestimmt bemerkt,
00:09:20dass es sich hier um ein automatisches Getriebe handelt.
00:09:23Also, P steht für Parken, D für Fahren, R steht für Rückwärtsgang, N für Leerlauf.
00:09:30Selbstredend.
00:09:30Und was mache ich als nächstes?
00:09:31Das sind Schlüssel drin und den Motor anlassen.
00:09:37So, Rückwärtsgang, genau, umblicken, ob die Straße frei ist.
00:09:42Ganz vorsichtig Gas geben und einlenken.
00:09:46Nicht mich anschauen, die Straße.
00:09:55Langsam, vorsichtig Gas geben.
00:10:00Jetzt einschlagen, ja, nochmal einschlagen.
00:10:03Ganz ruhig bleiben.
00:10:21Mich wundert's, ob Titania erwachte und welch Geschöpf ihr gleich ins Auge fiel,
00:10:27woran sie sterblich sich verlieben muss.
00:10:31Einverstanden mit dem Schauplatz für unseren Sommernachtstraum?
00:10:34Ich denke, es wird sehr gut gehen.
00:10:37Nicht zu groß und nicht zu klein.
00:10:39Prima, dass wir das Theater mietfrei nutzen können.
00:10:41Und ich freue mich, dass ich endlich mit einem Profi arbeiten darf.
00:10:46Damals nach dem Unfall, da hätte ich nicht gedacht,
00:10:49dass ich jemals wieder auf der Bühne stehen würde.
00:10:51Ich meine, sitzen.
00:10:56Die ersten Wochen im Krankenhaus war es, als wäre mein Leben vorbei.
00:11:00Gerade als ich die ersten Erfolge als Schauspieler hatte.
00:11:03Als die ersten großen Rollen kamen.
00:11:06Ich bewundere dich für deinen Humor.
00:11:09Und für den Mut, mit dem du deine Behinderung bewältigst.
00:11:15Naja, Selbstmitleid bringt einen da nicht viel weiter.
00:11:17Das lernt man ganz schnell.
00:11:19Wie viel darf unsere Inszenierung eigentlich kosten?
00:11:22Viel Fantasie.
00:11:23Denn Geld haben wir keins.
00:11:24Wie immer.
00:11:32Und, machen Sie weiter?
00:11:34Naja, das ist ja eigentlich Ihre Entscheidung.
00:11:36Ich weiß ja gar nicht, ob Sie mich überhaupt noch wollen.
00:11:38Aber Sicherheit, Professor.
00:11:41Trotz deutlich erkennbarer Uneignung für das Lenken des PKWs,
00:11:45ich habe doch alles verwechselt.
00:11:47Die Blinker links, rechts, Zebrastreifen nicht angehalten,
00:11:51die Handbremse gezogen, statt zu bremsen,
00:11:53einen Polizisten fast umgefahren.
00:11:55Jetzt stellen Sie doch Ihr Licht nicht unter den Chef.
00:11:57Sie sind gar nicht so unbegabt.
00:11:59Sie meinen für seinen alten Knaben?
00:12:01Heute Morgen war ein junger Mann bei mir,
00:12:03den hätten Sie mal sehen müssen.
00:12:04Das ist ja überaus freundlich von Ihnen,
00:12:06dass Sie mir Mut machen.
00:12:08Ich denke, wir werden mit 25 Stunden auskommen.
00:12:10So wenig?
00:12:13Schade.
00:12:15Bis dann.
00:12:40Hey, Struppi, ich brauche den Opa jetzt.
00:12:43Hi, Opa, wir müssen.
00:12:46Ach so, ja, die Reitstunde.
00:12:50Warte, komm, ich doch.
00:12:53Komm, beeil dich, wer zu spät kommt,
00:12:54darf nämlich da nicht mehr mitmachen.
00:12:56Ach so, na ja, dann komm.
00:13:14Sie sind heute zum ersten Mal da, Herr Professor.
00:13:16Ja, bisher war ich beruflich daran gehindert.
00:13:19Aber jetzt habe ich mehr Zeit für meine Familie.
00:13:21Dann werde ich Sie jetzt öfter hier sehen?
00:13:23Ich gestehe, dass mir das nicht unangenehm wäre.
00:13:27Haben Sie selbst auch Erfahrung mit der Reiterei?
00:13:29Im Satte bin ich noch dicht gesessen,
00:13:31aber ich schaue gern zu.
00:13:32Dann werden Sie Spaß haben zu sehen,
00:13:34wie begabt Lienchen fürs Reiten ist.
00:13:37Vicky, fass die Züge nach.
00:13:42Aufrecht sitzen, Leonore.
00:13:50Gut, so, Lienchen.
00:13:56Und jetzt alle im Arbeitstempo Tee herab.
00:14:12Wie hat dir denn der erste freie Tag geschmeckt, Friedrich?
00:14:15Was sagst du, Exzellenz?
00:14:17Freier Tag?
00:14:18Etwa nicht.
00:14:19Na, mitnichten.
00:14:21Aber es war auch ganz vergnüglich.
00:14:24Etwas anderes habe ich von dir auch nicht erwartet.
00:14:26Wer A sagt, muss auch B sagen.
00:14:28Das ist so in der Ehe.
00:14:29Und da habe ich gestern B gesagt
00:14:31und bin den Vorschlägen meiner Frau gefolgt,
00:14:33wie ich den Tag zu verbringen habe.
00:14:35Sie hat sich also ganz auf dich konzentriert
00:14:37und dich wahrscheinlich erst ins Museum
00:14:39und dann in ein gutes Restaurant
00:14:40und abends ins Theater geschleppt.
00:14:42Von wegen.
00:14:43Sie hat mich in einen Fahrkurs eingekauft.
00:14:46Sie bezeichnet das als nachträgliches Geschenk zum Geburtstag.
00:14:49Na, was ist denn in deinem Alter noch mit dem Führerschein anfangen?
00:14:52Das ist natürlich abgelehnt.
00:14:53Ja, wollte ich, aber ich habe mich dann umstimmen lassen.
00:14:58Seit wann gibst du so schnell nach?
00:15:00Ja, ich kann nun mal hübschen
00:15:04und erst recht nicht sehr hübschen Frauen etwas abschlagen
00:15:08und die Fahrlehrerinnen sehr hübsch.
00:15:11Ich verstehe.
00:15:12Das war also der vergnügliche Teil des Tages.
00:15:14Ja, nicht allein.
00:15:15Da war noch die Reitstunde meiner Enkelin Linchen.
00:15:19Aber du hast nicht aufsitzen müssen, oder?
00:15:20Nein, nein, ich war lediglich Beobachter.
00:15:23Was hast du beobachtet?
00:15:25Erstens, dass Linchen gut reitet
00:15:26und zweitens, dass die Reitlehrerin auch sehr hübsch ist.
00:15:32Dann wollen wir auf diese beiden neuen Bekanntschaften anstoßen.
00:15:35Weiterhin viel Vergnügen.
00:15:37Du kannst ja jederzeit bei mir beichten,
00:15:39wenn du in Versuchung kommst.
00:15:41Prost, Friedrich.
00:15:42Prost.
00:15:47Na, Wim?
00:15:48Hallo.
00:15:55Hey, was ist denn jetzt los?
00:15:59Ich habe heute mit meinem Vater über meine Pläne gesprochen.
00:16:02In der wissenschaftlichen Reihe.
00:16:03Ja, wie hat er reagiert?
00:16:05Er war überrascht, aber auch überraschend gelassen.
00:16:08Und, macht er mit?
00:16:10Weiß nicht.
00:16:11Aber mir ist klar geworden, wenn er nicht will,
00:16:14mache ich es allein.
00:16:15Ja, richtig.
00:16:17Linchen ist übrigens von Opa als ihrem Begleiter sehr begeistert.
00:16:20Sie will jetzt, dass er immer mitkommt.
00:16:21Glaubst du nicht, dass ihm das langsam zu viel war?
00:16:24Der liebt doch seine Enkelkinder.
00:16:27Niki ist übrigens morgen dran.
00:16:38Gut, Niki.
00:16:40Kein Tor, das ist doch nichts.
00:16:47Niki, komm!
00:16:49Komm zur Mitte!
00:17:06Arvo, Niki!
00:17:19Arvo, Niki!
00:17:24Schön, dass sich auch endlich an meinen Vater hier sehen lässt.
00:17:27Danke. Mein Johannes wartet schon so lange, dass sein Vater mal endlich mit ihm geht.
00:17:32Ich bewundere das, wie Sie sich hier einbringen.
00:17:34Meine Damen, Sie schmeicheln mir nicht nur in einer Hinsicht.
00:17:38Wie schön, dass Sie mir zutrauen, Vater dieses Knaben zu sein.
00:17:41Opa, komm!
00:17:42Opa, na bitte, Sie sehen, die Jugend fordert Ihr Recht.
00:17:45Gut warst du.
00:17:47Kriege ich dann auch das Eis, das du mir versprochen hast?
00:17:49So viel du willst.
00:17:51Willst du dich etwas selbstständig machen?
00:17:53Na ja, unsere Buchhandlung, die bleibt natürlich die Hauptsache.
00:17:59Und wie sollte denn so eine Reihe aussehen?
00:18:02Allgemein verständlich, wissenschaftlich fundiert, aber natürlich vor allen Dingen unterhaltsam.
00:18:08Und so könnte zum Beispiel ein Titel lauten, Familienleben, Lust oder Last.
00:18:13Und dazu könnte mein Schwiegervater einen Beitrag leisten.
00:18:17Vielleicht können Sie mich netterweise am Bahnhof absetzen.
00:18:21Ich muss nach Tübingen.
00:18:22Ah, romantische Altstadt war schon lange nicht mehr da.
00:18:25Die Altstadt würde ich kaum genießen können.
00:18:27Ich bin beruflich unterwegs.
00:18:28So, ich dachte, Sie wären Rentner.
00:18:31Nein, ich bin emeritiert.
00:18:32Ich könnte ja noch lernen, wenn ich wollte.
00:18:34Aber mein Sohn des Rechtsanwaltens hat mich um ein Gutachten gebeten.
00:18:39Und das muss besprochen werden.
00:18:41Dann fällt unsere Stunde morgen um zehn aus?
00:18:44Nein, nein, nein, da bin ich schon wieder da.
00:18:54Das ist jetzt eine Einbahnstraße.
00:18:57Und da vorne kommt jetzt ein Zebrastreifen.
00:18:59Und da werden wir langsamer.
00:19:00Und falls ein Fußgänger überqueren will, halten wir an.
00:19:06Das ist die Warmblinkanlage.
00:19:08Mit Absicht.
00:19:09Warum?
00:19:09Dass es niemand draufhört.
00:19:11Ich wollte nie wie die Männer sein, die sich besonders stark fühlen.
00:19:14Nur weil sie am Steuer sitzen.
00:19:18Das Auto als rücksichtslos einsetzbares Machtinstrument.
00:19:22Ich doziere schon wieder, wenn es sich stört.
00:19:26Nein, nein, ganz im Gegenteil.
00:19:27Zum Beispiel spielt auch unbewusstes Imponiergehaben eine wichtige Rolle.
00:19:34Ein Pfarr schlägt auch ein Rad.
00:19:36Ja, in aller Ruhe.
00:19:37Die rasen nicht dabei.
00:19:39Die konzentrieren sich auf ihre natürliche Aufgabe.
00:19:59Herr Professor.
00:20:00Frau Zender.
00:20:01Schön, Sie wieder hier zu haben.
00:20:03Ihr Sohn erwartet Sie.
00:20:04Dankeschön.
00:20:06Also es ist nett von dir, Papa, dass du dich extra her bemühst.
00:20:10Eine kleine Abwechslung anderer Art.
00:20:12Danke, Daniel.
00:20:13Na jedenfalls, vielen Dank.
00:20:16So, gehen wir wieder rein.
00:20:19Über Mangel an Arbeit kannst du dich offensichtlich nicht beklagen.
00:20:23Ja, Scheidungen, weißt du, die haben ja immer Konjunktur, leider.
00:20:26Oder Gott sei Dank, wie man es betrachtet.
00:20:31Hier der Entwurf des Gutachtens und dass du mich gebeten hast.
00:20:35Danke.
00:20:37Und wie siehst du die Situation?
00:20:39Mehr im Sinne deiner Mandantin.
00:20:42Wenn gleich zu verstehen ist, dass Herr Krüger seine Kinder öfter sehen will.
00:20:47Na ja, jede Trennung eines Ehepaars bedeutet für die Kinder, beziehungsweise hier für den fünfjährigen Sohn, eine psychische Belastung.
00:20:55Er erfährt, dass es seinen Eltern unmöglich geworden ist, weiter zusammen zu leben.
00:21:01Man sollte es so einrichten, dass das Kind nach einer entsprechenden Schonfrist selbst entscheiden darf, wann und wie oft das
00:21:09andere Eltern hat.
00:21:09Oh, Entschuldigung, Thomas, Blutfall.
00:21:13Ich muss in vier Stunden in Zürich sein.
00:21:15Spätestens morgen Abend bin ich zurück, okay?
00:21:16Und die Tasche mit den Babysachen ist draußen bei Frau Zahn.
00:21:19Gut, gut.
00:21:20Tschüss, mein Satz.
00:21:21Sei schön brav.
00:21:22Tschüss.
00:21:30Wer ist denn das, du lieber Himmel?
00:21:31Darf ich vorstellen, das ist meine Tochter Clara, Klärchen.
00:21:36Sag mal, dein Großvater, guten Tag.
00:21:39Ich höre wohl nicht, Risch.
00:21:41Ja, ich genüge etwas verspätet.
00:21:44Meine Auskunftspflicht.
00:21:45Und das war jetzt die Mutter?
00:21:47Ja, das war die Mutter, das war Sylvia Kollin.
00:21:50Brauchen Kognak.
00:21:51Ja, dann muss sie sich mal kurz.
00:21:53Nehmen.
00:21:56Geht's?
00:21:57Tut's Whisky auch?
00:21:58Ja.
00:22:08Na, hast du dich vom ersten Schreck erholt, Papa?
00:22:11Es ist nicht der Schreck, sondern Verwunderung, dass du uns nichts gesagt hast.
00:22:15Wie lange geht das schon?
00:22:17Also genau, drei Monate bis zur Schwangerschaft, dann neun Monate, das sind zwölf Monate.
00:22:23Und dann nochmal neun Monate, ne?
00:22:25So alt ist unser Klärchen nämlich, seit gestern.
00:22:28Das macht zusammen 21 Monate.
00:22:30Ich trinke auf das Wohl unseres unehelichen Großvaters.
00:22:34Prost, Klärchen.
00:22:35Und?
00:22:37Wie lange soll das so bleiben?
00:22:39Also ich denke mir, nach meinen Erfahrungen, als Scheidungsanwalt ist eine ausreichende Bedenkzeit wohl angebracht.
00:22:45Ich wollte Sylvia erst danach in die Familie einbringen, aber jetzt nach heute finde ich, ist es wohl das Beste,
00:22:50um Aufregung zu vermeiden.
00:22:51Und dann behalten wir die Sache erstmal unter uns, ja?
00:22:54So.
00:22:57Jetzt gibt es ein Problem.
00:22:59Welches?
00:23:03Ich kann morgen früh überhaupt gar nicht auf gleich hin aufpassen, weil ich habe drei Gerichtstermine.
00:23:07Das heißt, dass du mich bitten musst, dass ich, äh, ich bitte dich wirklich herzlich, Papa.
00:23:15Na ja, na gut, schön, dann machen wir das Gehen.
00:23:20Dann könnten wir eventuell den unteren Teil noch rausstreichen von Ihnen.
00:23:27Ja, bitte?
00:23:29Ach, Friedrich, was gibt's denn?
00:23:32Aha, du kommst dann erst morgen.
00:23:34Und fährst direkt zur Fahrstunde.
00:23:38Ja, klar, schläfst du bei Thomas.
00:23:40Wenn er dich schon beschäftigt, muss er auch für deine Unterkunft sorgen.
00:23:45Ja, mach's gut.
00:23:47So, deine Mutter hat dich gestillt, bis du ein Jahr alt warst.
00:23:52Ja, das ist mir ja auch gar nicht so schlecht bekommen, ne?
00:23:56Gut.
00:23:58Mittags kriegt sie dann den Brei einfach im Wasserbad aufwärmen, ja?
00:24:02Ja, um acht schon den nächsten Termin.
00:24:07Aha.
00:24:07Opa.
00:24:10Vielen Dank für deine Mühe, Papa, ja?
00:24:12Ja, danke.
00:24:13Mach's gut.
00:24:15Ja.
00:24:17So, Klärchen, jetzt geht's, das Frühstück.
00:24:22Hm?
00:24:23Und fahr die Schule rausnehmen.
00:24:25Schau mal.
00:24:26Da brauchen wir es inzwischen.
00:24:28Telefonieren.
00:24:29Oh.
00:24:30Warte mal.
00:24:33Ja.
00:24:34Ja.
00:24:40Hallo, Trostberg.
00:24:43Sibelius, störe ich.
00:24:44Was ist denn das, Herr Professor?
00:24:47Nein, Sie stören nie.
00:24:48Ich störe nie?
00:24:49Das haben Sie reizend gesagt.
00:24:52Sagen Sie, Sie atmen so schwer, geht's Ihnen nicht gut?
00:24:56Nein, mir geht's gut.
00:24:58Aber ich brauche einen gewissen Ausgleich.
00:24:59Sie wissen schon, dass viele sitzen.
00:25:02Apropos, könnten wir die Fahrstunde auf Nachmittag verschieben?
00:25:06Vielleicht fünf Uhr?
00:25:07Ja, ich denke schon, dass sich das einrichten lässt.
00:25:09Hier wird es etwas länger dauern als vorgesehen.
00:25:13Ja, nun, dann will ich Sie nicht länger von Ihrem Ausgleichssport abhalten.
00:25:18Dann bin ich hier sehr gefragt.
00:25:21Im Augenblick frühstücke ich mit einer sehr, sehr jungen Dame.
00:25:25Oh, putz.
00:25:26Also, bis dann, Professor.
00:25:29Bis später, ja.
00:25:39Wo kann der sein?
00:25:42Ah, da.
00:25:44Da fahren wir uns schon.
00:25:46Da.
00:25:47Schluss.
00:25:55Ich denke, ich schaue mir doch dann immerhin.
00:26:11Ja, und was liegt denn da?
00:26:13Schau mal an.
00:26:14Ja, ja, ja, ja.
00:26:17Aha, dann nehmen wir den schon mal.
00:26:20Oh, ja, ja, ja.
00:26:23Aha, da siehst du auch.
00:26:26Schau mal, dann haben wir da.
00:26:28Ja, ja, ich habe es dann.
00:26:29Ist es gut?
00:26:31Wie ist es?
00:26:32Du musst nicht weinen.
00:26:34Schau mal, gleich machen wir uns sauber.
00:26:37Gleich machen wir uns sauber.
00:26:39Ja, was...
00:26:39Wer sind Sie denn?
00:26:42Was tun Sie da?
00:26:43Ich erfülle Mutterpflichten als Sibilius Senior.
00:26:47Ach so.
00:26:48Jetzt schau mal, was du da gemacht hast.
00:26:50Oh, ich mach dir nichts.
00:26:52Sibilius Senior, wo wird das Pfeil ist im Wasserbad.
00:26:55Sollen Sie füttern?
00:26:56Noch einen Moment, Geduld, bitte schon.
00:26:59Ich mach das dann schon.
00:27:14Hallo?
00:27:17Dein Vertrag ist unterschrieben.
00:27:19Ich gratuliere, super.
00:27:22Klärchen, Klärchen geht's wunderbar.
00:27:25Nein, das war gar nicht schwer, mich freizumachen.
00:27:27Ich konnte alle Termine verschieben.
00:27:31Du, im Moment sind wir an der frischen Luft.
00:27:34Spazieren.
00:27:38Oh, Papa.
00:27:41Oh, Papa.
00:27:43Bitte schön.
00:27:43Na, ihr beiden?
00:27:46Wie war euer erster gemeinsamer Tag, oh Papa?
00:27:50Vergiss nicht.
00:27:51Als Großvater habe ich schon eine gewisse Übung.
00:27:54Als Vater sowieso.
00:27:55Du hast dich doch immer mehr um die vergnüglichen Aufgaben gekümmert.
00:27:59Den Alltag hast du immer Mama überlassen.
00:28:01Dafür entdecke ich jetzt die Reize des Alltags?
00:28:06Deine Tochter ist ein noch richtiger Enkel.
00:28:10So, das hat ja ganz neue Töne.
00:28:12Jetzt erwische ich noch rechtzeitig den Zug und versäume nicht die Fahrstunde.
00:28:17Das ist mir wirklich ein Rätsel, mit welcher Begeisterung du Fahrunterricht nimmst.
00:28:21Ich wundere mich selbst.
00:28:23Aber dann bringen wir dich noch zum Bahnhofblechchen und ich, ja?
00:28:26Unser kleines Geheimnis behalten wir doch für uns, oder?
00:28:31Probieren wir die Stelle nochmal.
00:28:33Oberon, der eifersüchtige Elfenkönig und Titanias selbstbewusste Reaktion.
00:28:38Bitte, Oberon.
00:28:40Bin ich nicht dein Gemahl?
00:28:42So muss ich wohl dein Weib sein.
00:28:44Doch ich weiß die Zeit, dass du dich aus dem Feenland geschlichen
00:28:48und Minne, der verliebten Phyllida, geschworen hast.
00:28:51Dein Heldenliebchen.
00:28:53Titanias, ein kleiner Textfehler.
00:28:56Und Minne, der Verliebten für Lydia gesungen hast.
00:29:00Ach ja, Minne singen ist leicht und poetisch erschwören.
00:29:04Shakespeare sieht die außereheliche Eskapade Oberons,
00:29:08die Störung der ehrlichen Harmonie, keineswegs oberflächlich,
00:29:11sondern mit heiterer Leichtigkeit.
00:29:21So, gerade fahren.
00:29:28Da vorne haben wir Vorfahrt.
00:29:30Rechts abbiegen.
00:29:31Blinker nicht verließen.
00:29:33Nein, das ist der falsche Blinker.
00:29:35Rechts biegen wir ab.
00:29:52Das Plakat möchte ich gerne hier aufhängen.
00:29:55Ja, gerne.
00:30:00Aus welchem Kapitel Ihrer Leopardenfrau
00:30:03wollen Sie denn heute bei unserer Lesung vortragen, Frau Müller?
00:30:06Hymne an den wilden Mann.
00:30:08Der steckt in jeden.
00:30:09So, so.
00:30:10Auch in Ihnen.
00:30:11Da will ich Ihnen lieber nicht widersprechen.
00:30:13Schließlich sind Sie eine erfolgreiche Autorin.
00:30:15Aber wer weiß, was meine Frau dazu sagen würde.
00:30:18Weil sie nicht zu Ihren geheimen Wünschen steht.
00:30:20Ach, meinen Sie.
00:30:23Potenziell ist doch jede Frau eine Leopardin,
00:30:25die nicht so sehr liebt wie einen Partner,
00:30:27der eher ebenbürtig ist.
00:30:29Naja, wild und gefährlich.
00:30:31Ja, klar.
00:30:33Ich verstehe.
00:30:35Wir alle sind erfüllt von einer Sehnsucht
00:30:37nach wilder Ursprünglichkeit.
00:30:39Nur man hat uns die Scham vor diesen Verlangen anerzogen.
00:30:42Uns in starre Rollen gepresst.
00:30:44Wir müssen aufwachen
00:30:45und wieder sehend werden.
00:30:52Wirklich nett, dass Sie mich
00:30:53bis zum Buchhandel gebracht haben.
00:30:55Und was kriege ich dafür,
00:30:56dass ich dauernd für Sie Taxi spiele?
00:31:03Nein.
00:31:04Ja.
00:31:06Für mich?
00:31:07Mhm.
00:31:10Der Christophorus,
00:31:11der Sie beschützen soll.
00:31:14Das ist aber lieb.
00:31:16Dankeschön.
00:31:17Weil sonst niemand auf Sie aufpasst
00:31:19in München, oder?
00:31:22Nicht speziell.
00:31:30Hier findet gleich eine Autorenlesung statt.
00:31:33Vielleicht sollte ich Sie bitten,
00:31:34mich zu begleiten.
00:31:36Ich habe gehört,
00:31:37mir steht noch
00:31:38eine nicht ganz ungefährliche Begegnung
00:31:40bevor mit einer Leopardenfrau.
00:31:43Professor, ich bin sicher,
00:31:44dass Sie in jeder Situation
00:31:45Ihren Mann stehen werden.
00:31:46Also, bis morgen.
00:31:58Nein.
00:32:00Hi.
00:32:00Hi.
00:32:00Ja.
00:32:01Das sind Sie in diesem Verschenk?
00:32:03Ja.
00:32:03Äh, du hattest doch recht, Robert,
00:32:05diese Leo bei Müller
00:32:06um eine Lesung zu bitten.
00:32:07Unser Laden war noch nie so voll.
00:32:09Von Marie.
00:32:09Mehr als 30 verkaufte Exemplare
00:32:11der Leopardenfrau.
00:32:12Sie hat eine Ader
00:32:14für das,
00:32:14was bei den Leuten ankommt.
00:32:15Naja.
00:32:16Dabei hatte ich das Gefühl,
00:32:17dass Sie die Lesung
00:32:18eigentlich nur für Friedrich gehalten hat.
00:32:20Sie hat dich ständig fixiert,
00:32:22geradezu angebaggert,
00:32:23lieber Schwiegerpapa.
00:32:24Was hast du nur,
00:32:25was ich nicht habe?
00:32:27Ich habe kein Fehl mehr
00:32:28für Frauen,
00:32:28die mich fixieren
00:32:29und schon gar nicht
00:32:30für selbst errannte
00:32:32Leopardenfrauen,
00:32:33die esoterischen Stuss erzählen.
00:32:35Sie will sich unbedingt
00:32:36mit dir unterhalten.
00:32:37Die Meinung eines Profi-Psychologen
00:32:39hat sie mir gerade gesagt,
00:32:40am liebsten bei einem Gläschen Wein.
00:32:42Das trinke ich zu Hause.
00:32:44Oh, zu ein paar nichtssagenden,
00:32:46höflichen Worten
00:32:47kannst du dich ja vielleicht
00:32:47trotzdem aufschwingen, Friedrich.
00:32:50Es ist nicht auszuschließen,
00:32:51dass Sie noch einen Bestseller schreiben.
00:32:53Viel Vergnügen.
00:32:54Also wenn du darauf bestehst.
00:32:58Mein lieber Professor,
00:33:00ich möchte Ihnen gerne
00:33:01ein Autorenexemplar schenken.
00:33:02Sehr freundlich, Frau Müller.
00:33:04Sagen Sie doch einfach Lioba.
00:33:05Was soll ich denn reinschreiben?
00:33:07Wie hätten Sie es denn gerne?
00:33:09Vielleicht für einen ungezähnten Mann?
00:33:12Wir könnten das ja
00:33:13bei einem guten Glas Wein besprechen.
00:33:15Sie machen sich
00:33:16ein völlig falsches Bild von mir.
00:33:18Mein Ideal ist ganz und gar
00:33:20ein zahmes, unwildes,
00:33:22harmonisches Familienleben.
00:33:24Was sagen Sie denn dazu?
00:33:26Da muss ich jetzt erst
00:33:27noch mal drüber nachdenken.
00:33:28Vielleicht mit Ihnen gemeinsam?
00:33:30Nicht jetzt.
00:33:31Mich drängt nämlich die Sehnsucht
00:33:33nach einer sehr jungen Dame,
00:33:34die nicht einschlafen will,
00:33:37wenn sie von mir keinen Kuss hat.
00:33:42Die Hexe geriet in Wut,
00:33:44sprang ans Fenster
00:33:45und da sie weit in die Welt schauen konnte,
00:33:48erblickte sie ihre Stieftochter,
00:33:50die mit ihrem liebsten Roland
00:33:51forteilte.
00:33:52Das soll euch nichts helfen,
00:33:55rief sie.
00:33:55Wenn ihr auch schon weit weg seid,
00:33:57ihr entflieht mir doch nicht.
00:33:59Sie zog ihre Meilenstiefel an,
00:34:02welchen sie mit jedem Schritt
00:34:03eine Stunde machte.
00:34:04Und es dauerte nicht lange,
00:34:06so hatte sie beide eingeholt.
00:34:08Das Mädchen aber,
00:34:10wer es die Alte daher schreiten sah,
00:34:12verwandelte mit dem Zauberstab
00:34:14seinen liebsten Roland in einen See,
00:34:16sich selbst aber in eine Ente,
00:34:19die mitten auf dem See schwang.
00:34:20Die Hexe stellte sich ans Ufer,
00:34:23warf Brotbrocken hinein
00:34:24und gab sich alle Mühe,
00:34:26die Ente herbeizulocken.
00:34:27Aber die Ente ließ sich nicht locken
00:34:29und die Alte musste abends
00:34:31unverrichteter Sache wieder umkehren.
00:34:35Darauf nahm das Mädchen
00:34:36mit seinem liebsten Roland
00:34:37wieder die natürliche Gestalt an
00:34:39und sie gingen die ganze Nacht weiter
00:34:41bis zu Tagesanbruch.
00:34:43Guten Abend, Friedrich.
00:34:45Guten Abend.
00:34:46Gut zurück.
00:34:47Wie du siehst.
00:34:48Weiterlesen, Opa.
00:34:49Nein, nein.
00:34:50Weiterlesen.
00:34:51Für heute ist genug.
00:34:52Nein, ab ins Bett.
00:34:53Und wie es mit dem liebsten Roland weitergeht,
00:34:56das sehen wir dann morgen.
00:34:57Gute Nacht.
00:34:59Gute Nacht.
00:35:00Gute Nacht.
00:35:00Gute Nacht.
00:35:00Gute Nacht.
00:35:03Na, wie war es denn bei deiner Probe, Schatz?
00:35:07Wunderbar.
00:35:07Es macht mir so viel Spaß.
00:35:09Ich entdecke Shakespeare ganz neu.
00:35:11Du meinst seine fundamentalen
00:35:13psychologischen Einsichten?
00:35:14Ja.
00:35:16Ja.
00:35:16Wie er da im Sommernachtstraum zeigt,
00:35:19kann man sich sogar in einen Esel verlieben
00:35:21und dabei selbst zum Esel werden.
00:35:23Das ist grandios.
00:35:25Ich möchte schon bitten, ja.
00:35:27Nicht jeder Verliebte ist gleich ein Esel.
00:35:29Aber ein bisschen närrisch ist er schon.
00:35:39Hallo.
00:35:41Hallo.
00:35:44Na?
00:35:45Na, ihr zwei?
00:35:47Seid ihr denn gut zurechtgekommen ohne Mieten?
00:35:49Na klar.
00:35:50Oh, Schatzi, komm mal her zu mir.
00:35:52Warst du denn brav?
00:35:53Oder hast du den Papa geärgert?
00:35:55Herz sie nicht, Herz sie nicht.
00:35:56Hallo.
00:35:57Hallo, Schatz.
00:35:58Ich gratuliere dir übrigens zu deinem neuen Vertrag.
00:36:00Du scheitest ja diesen Schweizer wirklich in Rekordzeit
00:36:03um den Finger gewickelt zu haben.
00:36:05Du, der Birli tut nichts, wovon er nicht überzeugt ist.
00:36:07Auch was zu trinken?
00:36:08Ja, gerne.
00:36:11Komischer Typ übrigens.
00:36:13Wie komisch.
00:36:14Na, originell.
00:36:15Ganz trockener Humor.
00:36:18Und zum Glück ist er auch noch kooperativ.
00:36:20Ich habe nämlich gesagt,
00:36:21dass ich den Jungen am liebsten
00:36:22mit einem intelligenten Laien besetzen würde.
00:36:25Welchen Alters?
00:36:26Na, so um die 60.
00:36:28Am besten wäre natürlich jemand,
00:36:29der die Drehbuchtexte auch versteht,
00:36:31die er zu sprechen hat.
00:36:32Danke.
00:36:35Du, da wüsste ich vielleicht jemanden.
00:36:36Wen denn?
00:36:37Lass dich mal überraschen.
00:36:58Die Regisseurin müsste jeden Moment zurückkommen.
00:37:02Die langweilen sich schon ein bisschen, oder?
00:37:04Ja, das ist schon in Ordnung.
00:37:06Ich muss mich langsam auch daran gewöhnen.
00:37:10Die Junker hat keine Lücken.
00:37:14Keine Angst, die Perücke ist nicht für Sie.
00:37:15Die brauche ich morgen für einen anderen Dreh.
00:37:18Übrigens,
00:37:19Sie würden guten Einstein abgeben.
00:37:22Meinen Sie?
00:37:22Wie geht nochmal die einsteinsche Weltformel?
00:37:30Energie ist Masse mal Geschwindigkeit im Quadrat.
00:37:40Diese Maske ist Energie geteilt durch verschwendete Zeit im Quadrat.
00:37:49Hier.
00:37:52Ich habe noch ein tolles Foto vom Junk gefunden.
00:37:56Das kriege ich schon hin.
00:37:58Mir kommt es auf die äußere Ähnlichkeit eins zu eins nicht an.
00:38:01Nur auf die Ausstrahlung,
00:38:01auf die überzeugende Psychologen-Persönlichkeit,
00:38:04verehrter Professor.
00:38:06Das ist der alte Junk.
00:38:08Als er die Affäre mit der Spielreihe hatte,
00:38:10was ja Thema ihres Filmes ist,
00:38:13dann war er gerade so Anfang 30.
00:38:17Wer weiß das schon?
00:38:18Außer einem absoluten Experten,
00:38:20wie Sie einer sind.
00:38:20Ich unterscheide zwischen dem persönlichen Unbewusstsein,
00:38:25Sabina,
00:38:26das Vergessenes oder verdrängte Konflikte beinhaltet,
00:38:30und dem kollektiven Unbewussten.
00:38:33Das uralte archetypische Menschheitserfahrungen umfasst.
00:38:38Gut.
00:38:39Kommen wir erst mal.
00:38:41So.
00:38:41Wir machen weiter den Text.
00:38:43Träume sind wichtig.
00:38:45Weiß das Bewusstsein...
00:38:47So angenehm ist es nicht,
00:38:49sich selbst zuzusehen.
00:38:51Das geht jedem so beim meisten Mal.
00:38:54...wiederzugehen.
00:39:01Und wie war's?
00:39:03Na, schweigt des Sängers Höflichkeit.
00:39:05Da hab ich auch was anderes gehört.
00:39:07Zum Glück waren das nur Probeaufnahmen.
00:39:15Silvia sagt, sie will dich.
00:39:16Ich hab auch meine Wahlen getroffen.
00:39:19Ich will sie.
00:39:21Für dich.
00:39:23Als Psychologe sag ich dem Scheidungsanwalt,
00:39:26er kann seine Bedenken zurückstellen.
00:39:29Ich denke an eine Familienzusammenführung,
00:39:32vielleicht zum 60. der Großmutter.
00:39:34Papa.
00:39:35Schön.
00:39:37Das wird auch wieder...
00:39:38Das...
00:39:39Das wird auch wieder...
00:39:41Das...
00:39:44Das wird auch wieder...
00:39:58Das...
00:39:59Wir sind in letzter Zeit aber ziemlich viel unterwegs.
00:40:07Überall Termine.
00:40:11Sie beginnen eine neue Karriere?
00:40:13Ja, kann man so sagen.
00:40:16Wie Sie wissen,
00:40:17berate ich ja meinen Sohn
00:40:18bei seinen Fällen
00:40:19und seit heute auch ihn selbst.
00:40:21Ich hab ihm geraten,
00:40:23die Ehe einzugehen.
00:40:25Und?
00:40:25Schätzt er Ihren fachmännischen Rat?
00:40:27Das weiß ich nicht.
00:40:29Auch Psychologen machen Fehler.
00:40:31Besonders im Emotionalen.
00:40:34Vor allem muss man aufpassen,
00:40:35dass man dabei nicht sich selber zum Nahrung macht,
00:40:39liebe Eva.
00:40:40So darf ich Sie doch nennen, oder?
00:40:42Eva wie die Geliebte von Adam.
00:40:45Mhm.
00:40:49Mhm.
00:40:58Ja.
00:41:00Ja.
00:41:02Ja.
00:41:04Jetzt wird getauscht.
00:41:14So.
00:41:17Jetzt.
00:41:18Anschneiden nicht vergessen.
00:41:21Heute ist unsere Doppelstunde.
00:41:23Wir fahren auf die Autobahn.
00:41:29Oma, so singen gern wir jetzt, wenn du nur jeden Tag Geburtstag
00:41:35bist.
00:41:36So.
00:41:37Also.
00:41:38Oma, wenn du Geburtstag hast, sind wir bei dir zu Gast.
00:41:46Aber die Leute sagen nicht Oma zu ihr und wir sind nicht bei ihr zu Gast,
00:41:49sondern schon da.
00:41:51Also komm, stell dich nicht so an, ja?
00:41:53Los.
00:41:53Oma, so singen gern wir jetzt, wenn du nur jeden Tag Geburtstag hättest.
00:42:00Also das ist jetzt wirklich Quatsch.
00:42:02Wir singen doch, weil sie nicht jeden Tag Geburtstag hat, sondern nur einmal 60 wird.
00:42:06Also wisst ihr, das hat jetzt echt wenig Sinn, so kommen wir jetzt auch nicht weiter.
00:42:10Aber wir haben schon unser eigenes Geburtstagslied.
00:42:13Aha.
00:42:13Und was für eins?
00:42:15Heute kann es regnen, stürmen oder schneien,
00:42:20denn du streichst dir selber wie der Sonnenstein.
00:42:24Ist das das Lied, das ihr zu Omas Geburtstag singen wollt?
00:42:27Ja.
00:42:28Mir gefällt's.
00:42:29Mhm.
00:42:31Ja.
00:42:31Dann bin ich ja wohl überstimmt.
00:42:42Ich bewundere Ihre Geduld.
00:42:45Das wollte ich Ihnen schon die ganze Zeit sagen.
00:42:47Ich habe zwar über 30 Jahre gelehrt, aber Ihre Arbeit könnte ich nicht erledigen.
00:42:53Ja, Geduld braucht man schon, ziemlich viel Geduld.
00:42:59Aber mein Beruf setzt ja vor allen Dingen auch das Interesse am Menschen voraus.
00:43:03Und so ein Fahrschulwagen mit immer neuen fremden Menschen an Bord, das ist ja wie so eine kleine Welt für
00:43:08sich.
00:43:09Die Sie erforschen.
00:43:10Ja.
00:43:12Und ich lerne die Menschen in einem Bereich kennen, der Ihnen ja noch nicht vertraut ist.
00:43:17Mir inzwischen schon.
00:43:19Angenehmerweise.
00:43:20Und die Leute sind so damit beschäftigt, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, dass
00:43:25sie jetzt auf einmal ein Auto fahren müssen, dass sie sich eben so geben, wie sie wirklich
00:43:28sind.
00:43:29Die Vorsichtigen und Ängstlichen auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Mut.
00:43:34oder gar die Draufgänger.
00:43:37Wie würden Sie denn mich einstufen, Eva?
00:43:41Naja, nicht wirklich bei den Vorsichtigen und bei den Ängstlichen schon gar nicht.
00:43:49Danke für das Kompliment.
00:43:52Wie heißt deine Reihe, Robert?
00:43:55Fröhliche Wissenschaft, aber natürlich ganz anders als bei Nietzsche, klar.
00:43:57Und mein Beitrag wäre dann vielleicht über erlernte Hilflosigkeit.
00:44:03Du nimmst die Sache wohl nicht richtig ernst, lieber Schwiegervater.
00:44:07Muss ich?
00:44:08Nein.
00:44:09Du schreibst ganz einfach nach Lust und Glaube.
00:44:11Zum Beispiel über die Psychologie des Zusammenlebens einer Familie.
00:44:15Hallo!
00:44:17Sag mal, du kommst aber spät aus der Schule.
00:44:19Ich war noch Kicken auf dem Pausenhof.
00:44:21Und?
00:44:22Wie war's denn mit der Lateinarbeit?
00:44:26Gut.
00:44:26Das heißt?
00:44:29Fünf.
00:44:29Aber die beste Fünf in der Klasse.
00:44:32Der Eberle hat gesagt, die anderen waren hoffnungslos.
00:44:36Sag mal, wie wär's denn mit Latein lernen anstatt mit Kicken?
00:44:39Komm, Niki.
00:44:40Wir machen uns lieber auf den Weg.
00:44:41Mein Tag war auch anstrengend.
00:44:43Und unterwegs reden wir von Mann zu Mann, wie ich dir bei Latein helfen kann.
00:44:52Sind wir soweit?
00:44:54Bitte, Oberrin.
00:44:55Was du wirst erwachend sehen, wähle es dir zum Liebchen schön.
00:44:59Wer sich zeigt an diesem Platz, wenn du aufwachst, wird dein Schatz.
00:45:03Und sei es auch die ärgste Fratz.
00:45:06Halt!
00:45:07Bis da!
00:45:08Ähm, Zettel, setz den Eselskopf auf.
00:45:11Die folgende Szene überspringen wir.
00:45:13Wir gehen gleich zum dritten Aufzug.
00:45:15Titania erwacht.
00:45:17Zettel, dein Liedchen.
00:45:20Die Schwalbe, die den Sommer bringt, die Lerche, die sich lustig schwingt, bis in den Himmel rein.
00:45:32Weckt mich von meinen Blumen bett ein Engel?
00:45:38Oh, hol der Sterblicher!
00:45:41Mein Auge ist betört von deiner lieblichen Gestalt.
00:45:44So will ich dir gestehen, ja schwören, dass ich dich liebe.
00:45:48Titania, bitte.
00:45:50Deine Verzauberung sollte auch im Sprechrhythmus spürbar werden.
00:45:56Etwa so.
00:45:57Oh, hol der Sterblicher!
00:46:00Mein Auge ist betört von deiner lieblichen Gestalt.
00:46:33Titania, bitte.
00:47:03Titania, bitte.
00:47:04Wir drehen. Ton?
00:47:06Ton läuft.
00:47:07Kamera.
00:47:08Kamera läuft.
00:47:0916,1, die erste.
00:47:11Bitte, Sabine, schrecklich diese Zigarren.
00:47:16Schrecklich, diese Zigarre.
00:47:18Sexualität ist nicht die Mutter aller Gefühle, sondern nur eine Komponente der Persönlichkeit.
00:47:23Du dozierst, Dr. Jung, und du demütigst mich.
00:47:26Ach, ich demütige dich nicht.
00:47:28Du hast mich nur zu meinen Forschungen anspiriert.
00:47:32Ach, ich habe.
00:47:34Gut, vorbei, vergangen.
00:47:36Ja.
00:47:37Als Frau, die nicht gleich in der Sentimentalität versandet, die nicht von Treue und anderen
00:47:44Unmöglichkeiten träumt.
00:47:46Eine wunderbare Ausnahme.
00:47:50Und jetzt?
00:47:51Du bist mein Arzt, Mon Amuch.
00:47:56Danke.
00:48:01Ja, da war schon viel Schönes drunter.
00:48:03Aber ich finde, wir machen es nochmal.
00:48:05Vielleicht ein bisschen beiläufiger.
00:48:07Ja?
00:48:07Und jetzt?
00:48:08Wirst du mich zurückstoßen in die Nacht meiner Neurose?
00:48:11Du bist mein Arzt, Mon Amuch.
00:48:13Ich werde mit Freude in Wien sprechen.
00:48:16Ich bin gewiss, ich werde dich als Patientin übernehmen.
00:48:20Kommt gut rüber, der Herr Professor.
00:48:22Ist ja auch immerhin der Großvater meiner Tochter.
00:48:25Wir dürfen uns nicht wiedersehen.
00:48:27Sabine, meine Frau, meine Kinder.
00:48:29Verrässt unsere Liebe aus Angst vor einem kleinen bürgerlichen Skandal.
00:48:34Stopp.
00:48:36Danke.
00:48:37Wir machen es gleich noch mal.
00:48:43Grüß dich, Exzellent.
00:48:45Grüß dich, Friedrich.
00:48:47Was gibt's Neues?
00:48:49Vielleicht etwas zu beichten?
00:48:50Ich bin gestern mit einer Stichwaffe angegriffen worden.
00:48:54Wie bitte?
00:48:55Von wem denn?
00:48:56Von einer wilden jungen Frau.
00:48:58Ich höre wohl nicht recht.
00:48:59Hat sie dich verletzt?
00:49:00Ich habe den Angriff abwehren können.
00:49:03Zum Wohl, Herr Professor.
00:49:04Wie kam es denn zu dieser Situation?
00:49:06Diese Verrückte glaubte, ich hätte unsere Liebe aus Angst vor einem kleinbürgerlichen Skandal verraten.
00:49:12Also doch beichten.
00:49:14Nein.
00:49:16Als Darsteller des Carl Gustav Jung in der Dokumentation von meiner zukünftigen Schwiegertochter bin ich exkulpiert.
00:49:25Ich fall doch immer wieder auf deine Scherze rein.
00:49:27Friedrich.
00:49:28Prost.
00:49:30Exzellenz.
00:49:33Wenn ich dir jetzt und hier etwas erzähle, hättest du dann auch noch Schweigepflicht?
00:49:41Ich würde schweigen.
00:49:43Als Freund, aber nicht als Geistlicher.
00:49:45Eine neue Frau ist in mein Leben getreten.
00:49:47Aber Anna darf nichts davon wissen.
00:49:50Die sollten wir vielleicht dann doch als Beicht in der Kirche behandeln.
00:49:53Ich habe eine neue Enkelin.
00:49:55Sie ist neun Monate und ist einfach hinreißend.
00:49:59Und das sagst du mir erst jetzt?
00:50:00Ich habe es erst erfahren.
00:50:01Thomas wurde Vater und hat uns nichts davon erzählt.
00:50:04Dass euch das jetzt erst erzählt.
00:50:06Aber Thomas war immer schon sehr eigen.
00:50:08Aber Anna darf von dem Kind erst beim Geburtstag etwas erfahren.
00:50:12Kannst du dich halten?
00:50:14Schwere Entscheidung.
00:50:16Auf die Geheimnisse.
00:50:38Hast du Kreuzschmerzen, Thomas?
00:50:40Soll ich dich massieren?
00:50:42Nee, ich habe keine Kreuzschmerzen.
00:50:44Aber du kannst mich gerne, nachher kannst du mich gerne massieren.
00:50:48War dein Tag so anstrengend, dass du jetzt zum Ausgleich ein bisschen albern bist?
00:50:53Ich war noch nie so ernst.
00:50:59Es handelt sich um einen zivilrechtlichen Antrag, weißt du?
00:51:03Nein, verstehe ich nicht.
00:51:05Aber was ist das denn für ein Fall?
00:51:06Ein äußerst wichtiger.
00:51:09Eigentlich gar nicht Fall zu nennen, eher Aufstieg.
00:51:12Also jedenfalls, was mich betrifft.
00:51:22Hiermit möchte ich dich in aller Form bitten, meine Frau zu werden.
00:51:26Und ich glaube, Klärchen schließt sich dieser Bitte an.
00:51:28Oh, Thomas!
00:51:30Oh, Thomas!
00:51:31Oh, Thomas!
00:51:32Oh, Thomas!
00:51:36Oh, Thomas!
00:51:42Titania, Elfen, Zettel.
00:51:45Bitte!
00:51:47Wie lieb ich dich habe, wie ich dich vergöttere.
00:51:56Willkommen, Droll.
00:51:58Siehst du das süße Schauspiel?
00:52:01Jetzt fängt mich doch hier Wahnsinn an zu dauern.
00:52:05Du, lieber Droll, nimm diese fremde Larve da vom Kopf des Gesells.
00:52:09Doch löse ich erst die Elfenkönigin.
00:52:13Sei, als wäre nichts geschehen.
00:52:16Sieh, wie du zuvor gesehen.
00:52:19Nun, holde Königin, wach auf, Titania!
00:52:31Mein Oberon, was für Gesicht ich sah.
00:52:36Mir schien ein Esel, hielt mein Herz gefangen.
00:52:39Da liegt dein Freund.
00:52:43Wie ist das alles zugegangen?
00:52:46Oh, wie mir nun vor dieser Larve graut.
00:52:50Droll, nimm den Kopf da weg.
00:52:58Lasst weiter die Musik ertönen.
00:53:00Komm, Gemahnen.
00:53:02Die Freundschaft zwischen uns ist nun erneuert.
00:53:09Ja, so ist es gut.
00:53:12Wie kommt Anna damit zurecht, dass du die ganze Zeit zu Hause bist?
00:53:17Das kann ich dir beim besten Willen nicht sagen.
00:53:19Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns jetzt seltener sehen als vorher.
00:53:25Ihr müsst etwas zusammen unternehmen.
00:53:27Überraschst du dich doch mit einer Reise oder so.
00:53:29Du wirst dich da besser auskennen als ich.
00:53:31Wahrscheinlich haben Exzellenz recht.
00:53:33Aber Anna ist mit diesem Theaterprojekt ziemlich ausgelastet.
00:53:39Dann sucht ihr doch auch eine Beschäftigung, ein Hobby.
00:53:41Ich habe eine Beschäftigung.
00:53:43Als lenkbarer Großvater.
00:53:46Wir üben heute mal das Rückwärts-Einparken hier.
00:53:49Stehen bleiben neben dem Silbernenwagen.
00:53:51Genau.
00:53:52Rückwärtsgang.
00:53:53Einschlagen.
00:53:56Zurück.
00:53:57Langsam Gas geben.
00:54:01Gegenteinschlagen.
00:54:02Jetzt.
00:54:03Ganz stark.
00:54:09Geschafft.
00:54:11So, und jetzt fahren wir nochmal raus aus der Lücke und dann wieder rein.
00:54:14Und wenn unser Vorderrad das Hinterrad des vorderen Wagens erreicht, ganz stark einschlagen.
00:54:19Wie stark?
00:54:20Jetzt fahren wir erstmal raus.
00:54:37So, und drin sind wir.
00:54:40Können wir das noch einmal üben?
00:54:42Ja, heute nicht mehr.
00:54:44Ihre wievielte Fahrstunde war das, Professor?
00:54:47Die siebzehnte.
00:54:48Na, ich denke, da können wir doch vor der 25. die Fahrprüfung riskieren.
00:54:52Ja, so eilig hätte ich es gar nicht.
00:55:04Mit dem Antrag zur Prüfung sollten wir vielleicht noch ein wenig warten.
00:55:08Ich fühle mich noch nicht sicher genug.
00:55:10Aber Sie machen Ihre Sache sehr gut, Professor.
00:55:12Das ist allein Ihr Verdienst, Eva.
00:55:14Jedenfalls, die Stunden sind immer viel zu schnell aus.
00:55:19Darf ich Sie auf ein Cappuccino einladen?
00:55:21Danke, Professor.
00:55:22Aber in einer Viertelstunde habe ich den nächsten Schüler.
00:55:24Schönen Tag noch.
00:55:27Schade.
00:55:39Hallo, Professor.
00:55:41Ah, hallo.
00:55:43Lebt mein Kaktus noch?
00:55:44Natürlich.
00:55:45Er hat einen Ehrenplatz.
00:55:48Setzen Sie sich doch zu mir.
00:55:52Gut, schauen Sie aus.
00:55:54Offenbar bekommt Ihnen die neue Situation.
00:55:56Ich kann es nicht leugnen.
00:55:59Weil Sie nun zu praktischer Anwendung Ihrer Erkenntnisse kommen?
00:56:03Ja.
00:56:05Danke.
00:56:06Ich habe meine erste und letzte Zigarette mit 16 versucht.
00:56:11Hm.
00:56:12Dann sollten Sie jetzt unbedingt ein Zigarillo versuchen.
00:56:15Schmeckt interessant.
00:56:16Danke.
00:56:17Warum nicht?
00:56:19Auf eine Narrheit mehr oder weniger kommt es ja nicht an.
00:56:22Herr Kollege, Sie erstaunen mich.
00:56:24Solche Worte aus Ihrem Mund?
00:56:25Sie waren doch immer derjenige, der gesagt hat, die Narrheiten überlasse ich den Nahen.
00:56:36Wissen Sie übrigens, dass die Nachfolge auf Ihrem Lehrstuhl von einer Frau angetreten werden wird?
00:56:40Das ist ein Triumph für Sie.
00:56:43Als Frauenbeauftragte kann ich das nicht ganz leugnen.
00:56:46Wer ist sie denn?
00:56:47Ilona Hartung aus Wien.
00:56:49Ach, die?
00:56:50Nichts dagegen zu sagen.
00:56:52Spezialistin für Gruppendenakt.
00:56:53Die brennt ja gar nicht.
00:56:55Na, ein bisschen ziehen müssen Sie schon.
00:57:03Danke.
00:57:04Warum tun Sie das?
00:57:05Das bin ich von Jugend an gewohnt.
00:57:12Ist denn dein Geschenk für Oma geworden?
00:57:15Noch nicht fertig.
00:57:18Der Opa fällt ja gleich um.
00:57:20Nein.
00:57:21Du willst bloß nicht so gehen, dass du nicht richtig gezeichnet hast.
00:57:24Quatsch.
00:57:25Ganz einfach.
00:57:27Opa kommt aus dem Gleichgewicht, wenn er sich beim Tatsen anstrengt und schwitzen muss.
00:57:31Riecht nett von dir.
00:57:32Wieso?
00:57:33Er ist doch schon alt.
00:57:37Und wie ist deins?
00:57:39Noch noch nicht fertig.
00:57:41Und du hast der Oma zwei Falten auf die Stirn gemalt.
00:57:43Die hat sie gar nicht in Wirklichkeit.
00:57:45Obwohl sie schon 60 wird, ist das auch schon ziemlich sehr alt.
00:57:49Das sind gar keine Falten.
00:57:54Sei still.
00:57:55Struppig.
00:57:55Schokolade ist nichts für Hunde.
00:58:00Jetzt kommen die Liebesperlen.
00:58:03Aber warte, ich muss erst noch die Glasur drauf.
00:58:10Weißt du, warum das passiert?
00:58:11Weil du nicht zuhörst.
00:58:13Die Liebesperlen halten nicht ohne die Glasur.
00:58:16Manchmal muss man eben ein bisschen Geduld haben.
00:58:18Und jetzt räumst du es wieder weg.
00:58:24Sag mal, wo sind eigentlich diese 60 kleinen Kerzen?
00:58:26Ja, es kommen nur eine Schokolade mit den Liedern damit.
00:58:30Oh!
00:58:31Oh!
00:58:32Entschuldigung, Struppi.
00:58:33Ha!
00:58:34Toll!
00:58:34Also, wenn es so weitergeht, dann wird die Torte nie fertig.
00:58:44Ja?
00:58:59Vorweile doch.
00:59:01Du bist so schön.
00:59:15Wunderschön, Friedrich.
00:59:18Statt einer Zauberblume.
00:59:22Danke.
00:59:29Wir wünschen dir, liebe Oma, ein langes Leben.
00:59:33Alles Gute, dass du lustig bist und immer was zu lachen hast.
00:59:38Und einen unternehmungslustigen Gruß.
00:59:40Danke, Linchen.
00:59:42Danke, Niki.
00:59:47Niki hat unser Geschenk gemalt.
00:59:49Einen Tanzkurs.
00:59:50Für euch beide.
00:59:52Das ist ja fantastisch.
00:59:54Salsa.
00:59:55Bei Arturo und Juanita.
00:59:57Und da bin ich ja hoch erfreut.
00:59:58Das habt ihr euch schön ausgedacht.
01:00:00Die Oma wird beschenkt und der Opa soll tanzen.
01:00:03Komm, Oma, Kerzen auspusten.
01:00:14Wo ist denn eigentlich Thomas? Der ist doch sonst immer überpünktlich.
01:00:17Ja, vielleicht steht er im Stau.
01:00:19Entschuldigt.
01:00:20Hi.
01:00:21Mama, hallo.
01:00:23Alles Gute, alles Gute.
01:00:25Danke.
01:00:25Und das hier ist der Blume.
01:00:35Ja, das ist Silvia. Das ist die Mutter von Klärchen.
01:00:39Alles Gute zum Geburtstag.
01:00:41Ich freue mich, Sie endlich kennenzulernen, Frau Sibelius.
01:00:43Na, was sagst du?
01:00:46Ich, Dieter kriegt ein neues Enkelkind zum Geburtstag.
01:00:48Ja, das ist wirklich originell.
01:00:51Hast du davon gewusst, Friedrich?
01:00:54Zwangsläufig. Ich stehe in den Diensten von Silvia.
01:00:56Wie bitte?
01:00:58Der liebe Professor war so freundlich, in meinem Dokumentarfilm
01:01:01Psychologen C.G. Jung zu spielen.
01:01:03Ich meine, er passt da besser als mein zukünftiger Schwiervater.
01:01:07Ach, ihr wollt heiraten?
01:01:11Ja.
01:01:13Ja.
01:01:14Ja. Das ist ein Tag der Überraschung.
01:01:18Oh, sie bleibt.
01:01:20Oh, nein.
01:01:21Oh, nein.
01:01:23Geht so, Mama.
01:01:24Geht so, Mama.
01:01:26Jetzt ist gut.
01:01:28Das ist verdammt.
01:01:30Ja, wir haben was Kleines für dich vorbereitet.
01:01:33Ja, wir haben was Kleines für dich vorbereitet.
01:01:35Eins, zwei, drei, vier.
01:01:38Heute kann es regnen, stürmen oder schneien.
01:01:43Denn du streist ja selber wie ein Sonnenschein.
01:01:47Heute ist dein Geburtstag, da feiern wir.
01:01:51Alle deine Freunde freuen sich mit dir.
01:01:56Alle deine Freunde freuen sich mit dir.
01:02:01Wie schön, dass du geboren bist.
01:02:06Wir hätten dich sonst sehr vermisst.
01:02:10Wie schön, dass wir beisammen sind.
01:02:14Wir gratulieren dir.
01:02:16Wir freuen uns.
01:02:18Lassen Sie.
01:02:18Oh, ja!
01:02:20Bravo!
01:02:22Bravo!
01:02:24Oh, Mann!
01:02:25Vielen, vielen, vielen, vielen, vielen vielen lieben Dank für das schöne Lied.
01:02:32Ihr habt mir eine große Freude gemacht.
01:02:34Hoch soll sie leben!
01:02:47Heiterkeit und Gesundheit wünsche ich Ihnen, liebe Anna.
01:02:50Als Berufschrist füge ich noch einen dritten Wunsch hinzu.
01:02:53Gläubigkeit nehme ich. Ist manchmal ein bisschen schwer zu haben,
01:02:56aber hilfreich ist sie schon. So was Schönes sieht man nicht alle Tage.
01:03:02Ein Geschenk meines Mannes. Wunderschön.
01:03:04Nun, meine Lieben, wollen wir unsere Juwilarin hochleben lassen.
01:03:0960 wird sie heute. Eine runde Zahl und rund geschrieben.
01:03:14Die 6 und die 0. Es passt sehr gut zu dir, liebe Anna.
01:03:18Du hast die Begabung zur Abrundung und zum Ausgleich.
01:03:23Und das macht dich zum Mittelpunkt unserer Familie.
01:03:27Wer soll dich da nicht lieben und dir dankbar sein?
01:03:34Zum Wohl!
01:03:36Zum Wohl!
01:04:03Zum Wohl!
01:04:04Zum Wohl!
01:04:24Zum Wohl!
01:04:26Zum Wohl!
01:04:33Zum Wohl!
01:04:34Zum Wohl!
01:04:41Zum Wohl!
01:04:54Zum Wohl!
01:04:59Zum Wohl!
01:05:01Zum Wohl!
01:05:05Zum Wohl!
01:05:07Zum Wohl!
01:05:09Zum Wohl!
01:05:10Zum Wohl!
01:05:10Zum Wohl!
01:05:11Zum Wohl!
01:05:11Zum Wohl!
01:05:11Zum Wohl!
01:05:12Zum Wohl!
01:05:13Zum Wohl!
01:05:14Zum Wohl!
01:05:17Zum Wohl!
01:05:28Zum Wohl!
01:05:30ein wenig erschöpft aus, Friedrich.
01:05:32Grundstück, du hast doch nicht salzergetanzt.
01:05:35Ein Dutzend
01:05:37angriffslustige Weiber um dich herum
01:05:38das strengt an.
01:05:39Ich hätte gedacht, da bist du völlig in deinem Element.
01:05:42Ja, ich fühle mich ja wohl in meiner Haut,
01:05:43aber die Konfrontation mit der Weiblichkeit
01:05:46nimmt allmählich über.
01:05:47Dann weiche doch einfach aus.
01:05:49Ich versuche es ja.
01:05:51Neulich gab es in der Buchhandlung
01:05:53meines Schwiegersohns eine Lesung
01:05:55der Autorin Jova Müller,
01:05:57genannt Leopardenfrau.
01:05:59Diese verrückte Nudel hat sich so an mich
01:06:01herangeschmissen, da konnte ich nur die Flucht ergreifen.
01:06:04Meinen Glückwunsch.
01:06:06Dagegen war die
01:06:07Unterredung mit
01:06:10Frauenbeauftragten
01:06:11eine reine Wohltat.
01:06:13Sie war nett.
01:06:14Diese Art von Emanzipation macht Spaß.
01:06:18Übrigens,
01:06:20morgen mache ich die Fahrprüfung.
01:06:21Hast du keinen Wammel?
01:06:22Gar nicht.
01:06:38Hier bitte wenden.
01:06:56Was haben Sie heute Morgen getrunken?
01:06:59Zwei Tassen Tee?
01:07:01Earl Grey.
01:07:03Das scheint mir aber nicht die Wahrheit zu sein.
01:07:10Das reicht.
01:07:12Wir fahren wieder zur Fahrschule zurück.
01:07:15Es passt so ein bisschen auf,
01:07:16Mensch, das Kind.
01:07:18Was machen Führerschein?
01:07:20Das gibt es ja wohl nicht, Mensch.
01:07:34Wie kommen Sie da auch,
01:07:35wie Sie sich wieder zur Prüfung anzumelden?
01:07:37Ja, ich weiß auch nicht,
01:07:38aber die letzten Fahrstunden
01:07:39hat er nicht einen Fehler gemacht.
01:07:41Wenn er sich schon so lange kennen würde,
01:07:42dann müsste ich an Ihrer Urteilskraft
01:07:44als Fahrlehrerin zweifeln.
01:07:46Schönen Tag noch.
01:07:50Was war denn das?
01:07:53Zuerst habe ich mich in aller Form
01:07:55bei Ihnen zu entschuldigen.
01:07:56Waren Sie nervös?
01:07:57Nein, gar nicht.
01:07:59Ich war nur voll konzentriert,
01:08:01alles glaubwürdig falsch zu machen.
01:08:03Ja, sowas, was schrumm ist,
01:08:04habe ich ja überhaupt noch nicht gehört.
01:08:05Warum das denn?
01:08:06Ich wollte durchfallen.
01:08:08Aus Egoismus.
01:08:09Aus Egoismus.
01:08:11Ja, mir zum Vergnügen.
01:08:13Ich möchte den Spaß nicht missen.
01:08:16bei Ihnen Fahrstunden zu haben.
01:08:18Mich von Ihnen belehren zu lassen.
01:08:21Verzeihen Sie mir?
01:08:22Das muss ich holen.
01:08:23Und jetzt wird geübt.
01:08:26Ja.
01:08:41Ab jetzt bin ich brav.
01:08:43Ich verspreche es.
01:08:45Gut so.
01:08:46Vorsicht!
01:08:53Vorsicht!
01:08:54Friesbein!
01:08:56Ganz ruhig.
01:08:57Gleich kommt Hilfe.
01:08:59Oh.
01:09:16Geist du, Gal?
01:09:26Sibelius
01:09:28Notarzt
01:09:30Um Gottes Willen, was ist passiert?
01:09:35Ich bin gleich da
01:09:38Autounfall
01:09:39Sie werden Friedrich in die Klinik bringen, siehste
01:09:41Das war auch irgendwie eine Scheißidee mit diesem Fahrkurs
01:09:45Tut mir leid, Mama
01:09:47Hoffentlich ist er nicht schwer verletzt
01:09:54Ja, der Schaden hält sich in Grenzen
01:10:04Herr Professor, lediglich eine leichte Fissur am Wadenbein
01:10:07Und eine leichte Gehirnerschütterung
01:10:10Und, was ist zu tun, Herr Doktor?
01:10:12Sie bekommen einen Zinkleinverband
01:10:14Wir werden Sie ein paar Tage hier behalten, nur zur Beobachtung
01:10:16Gute Bexamon
01:10:18Sie können jetzt zu Ihrem Garten, Frau Sibelius
01:10:23Wie bitte?
01:10:26Ihr Mann wartet schon
01:10:32Und?
01:10:35Von meiner Frau erwarte ich eine entsprechend zärtliche Begrüßung
01:10:43Nur ein Kuss
01:10:46Anna
01:10:47Ja, das ist aber nett, dass du dich gleich um mich kümmerst
01:10:50Das ist offensichtlich überflüssig
01:10:52Das ist Eva Trostberg, meine Fahrlehrerin
01:10:55Gewesen
01:10:55Ist doch klar, dass mit dem Unfug, den ich selbst angerichtet habe
01:10:58Ab sofort Schluss ist
01:11:01Und das nicht nur aus einem Grund
01:11:02Mein nächster Schüler, warte
01:11:04Gute Besserung, Professor
01:11:05Danke
01:11:12Du fragst ja gar nicht, wie es mir geht
01:11:13Das tue ich jetzt
01:11:15Wie geht's dir?
01:11:18Passabel
01:11:19Das Wadenbein hat was abgekriegt
01:11:21Nicht erheblich
01:11:22Ich werde bald wieder draußen sein
01:11:25Schmerzen?
01:11:26Mit den Medikamenten vorläufig nicht
01:11:28Du warst doch selbst am Steuer, oder?
01:11:30Wie jeder Fahrschüler
01:11:33Mich trifft doch keine Schuld
01:11:35Uns ist einer
01:11:38Verkehrswidrig
01:11:39Von links einbiegend
01:11:40In die Seite geknallt
01:11:45Dann kann der Opa ja gar nicht mit uns in die Ferien fahren
01:11:48Ja, das ist ja noch gar nicht sicher
01:11:50Vielleicht ist er ja gar nicht so schwer verletzt
01:11:52Hoffentlich
01:11:53Hör mal, Opa
01:11:57Und?
01:11:58Was ist mit ihm?
01:11:59Es ist alles glimpflich abgelaufen
01:12:00Er wird es bald überstanden haben
01:12:09Was hat sie denn?
01:12:11Boah Mann, ich bin so froh, dass es nichts Ernstes ist
01:12:15Vielleicht erschreckt
01:12:17Sprich doch mal mit ihr
01:12:21In der Uniklinik, falls sie ihn besuchen wollen
01:12:26Wiederhören, eure Exzellenz
01:12:28Was ist denn los mit dir, Mama?
01:12:30Wieso bist denn du so komisch?
01:12:32Ich meine
01:12:33Sei doch froh, dass es ihm gut geht
01:12:43Friedrich lässt sich von seiner Fahrlehrerin abküssen
01:12:50Nein
01:12:51Nein, nein, das glaube ich nicht
01:12:55Hast du es gesehen?
01:12:58Ja
01:13:03Ich denke, die hat das bestimmt aus Mitleid gemacht
01:13:08Auf das Mitleid kann ich verzichten
01:13:12Na ja
01:13:13Wie auch immer
01:13:16Auf jeden Fall haben wir jetzt des Rätsels Lösung
01:13:18Warum er so gerne in die Fahrstunde gegangen ist
01:13:20Das ist eine Unverfrorenheit
01:13:22Ich bin stocksauer
01:13:25Du hattest recht
01:13:26Das mit der Fahrschule war eine Schnapsidee
01:13:27Aber damit ist jetzt Schluss
01:13:29So, mein Lieber
01:13:32Deidesheimer Herrgottsacker
01:13:34Bärenauslese
01:13:35Als Trostpflaster
01:13:37Dank der Exzellenz
01:13:39Ja, das ist ein Trostpflaster, das ich mir gerne aufkleben lasse
01:13:42Nur auf einen Sprung, nur um zu fragen, wie es Ihnen geht
01:13:46Na, da bin ich aber eine andere Begrüßung gewohnt
01:13:51Sehen Sie, Eva, mir geht's gut
01:13:52Herr Friedrich, willst du mir die Dame nicht vorstellen?
01:13:55Ne?
01:13:55Ach so, ja
01:13:57Entschuldige
01:13:57Darf ich vorstellen?
01:13:58Meine entzückende Fahrlehrerin, Eva Trostberg
01:14:01Freut mich
01:14:02Ein Freund aus der Studienzeit
01:14:04Bischof Schafferde
01:14:05Sehr erfreut
01:14:08Ja, dann hoffe ich doch, dass ich Sie bald wieder als gerne fleißigen Schüler in meinem Auto begrüßen darf
01:14:12Das hoffe ich auch
01:14:13Der Arzt hat mir versprochen, dass ich morgen entlassen werde
01:14:18Vielen Dank für den Besuch und die schönen Blumen
01:14:22Tschüss
01:14:25Friedrich, es ist so weit
01:14:26Dein Weichfahrt ist bereit
01:14:27Und du den Text vergessen hast
01:14:29Diese und alle meine Sünden tue mir von Herzen leid
01:14:32Ich bitte um Buß und Lossprechung
01:14:34Also, ohne Beichte, keine Absolutzung
01:14:39Bislang habe ich ja noch nicht die Sünde begangen
01:14:45Vielleicht fällt es mir ja nicht, dich hier allein zu lassen
01:14:47Dass du kurz nach deinem Unfall
01:14:50Soll ich nicht doch lieber hierbleiben?
01:14:52Danke für die Fürsorge, aber es kommt überhaupt nicht die Frage, dass ich dir deinen Urlaub verderbe
01:14:57Komm mir ohnehin ein paar Tagen nach
01:14:59Ich habe deine Sachen alle schon eingebaut
01:15:01Danke, das ist sehr lieb
01:15:03Wollt ihr eigentlich ausziehen?
01:15:05Wir sind schließlich zwei Wochen weg
01:15:08Karin, schlag vor, dass du erst die Metallkoffer nimmst und dann die Tasche bieten
01:15:12Ja, bitte, dann hilf halt mal
01:15:13Ah, was ist das eigentlich?
01:15:16Essen und fressen für Struppi
01:15:18Die Dosen gibt es in Garmisch nicht
01:15:20Richtig, in Garmisch haben sie das ja nicht
01:15:21Dort sind alle Hunde verhungert
01:15:22Oh, nee, nee, du, das kommt überhaupt nicht in Frage
01:15:24Du kannst ja, du willst die zwei kleinen Hase mitnehmen, aber nicht den Tiffi
01:15:27Warum nicht, Mami?
01:15:28Der braucht doch einen Sitzplatz für sich alleine
01:15:31Und das ist wenn ich ihn auf den Schuss nehmen?
01:15:33Du musst ja selber auf dem Schuss sitzen
01:15:35Du siehst doch, die Karre ist voll
01:15:36Na gut, dann hole ich die zwei Häschen
01:15:39Na, gut, dass ich nicht mitkomme
01:15:41Wir waren jetzt so voll, dass ich sowieso keinen Platz gehabt hätte
01:15:44Mit oder ohne lädierten Bein
01:15:47Wir hätten dich schon noch reingekriegt
01:15:49Stimmt
01:16:30Das probieren wir nachher aus
01:16:32Ich hab auch eine halbe Stunde
01:16:33Die Zahnradbahn?
01:16:44Also nach den letzten Gröntgenbildern brauchen wir keinen Verband mehr
01:16:48Die Verletzungen sind halb so schlimm
01:16:50Ja, da bin ich ja froh
01:16:52Wann kann ich denn wieder Auto fahren?
01:16:54Auf dem Beifahrersitz gleich
01:16:55Als Lenker müssen Sie noch eine Weile Geduld haben
01:16:58Da sollten Sie sich noch ein bisschen schonen
01:16:59Ich frage nur, weil ich meine Fahrstunden möglichst weit fortsetzen möchte
01:17:06Wir kommen runter
01:17:17Toll, oder?
01:17:17Dann können wir nochmal fahren
01:17:18Na besser, wir fahren erstmal weiter
01:17:20Auf geht's, los
01:17:21Und dann entscheiden wir unten, ob wir nochmal rauf fahren
01:17:44Hallo, Professor
01:17:48Ah, Eva
01:17:50Wie nett, Sie zu treffen
01:17:52Was führt denn Sie hier her?
01:17:54Ja, ich bin ganz zufällig hier gelandet
01:17:57Na ja, wenn Sie das sagen
01:17:58Also, nicht ganz zufällig
01:18:00Ich bin von zu Hause los
01:18:03Ohne ein bestimmtes Ziel zu haben
01:18:05Und habe mich von meinen Gedanken und Gefühlen lenken lassen
01:18:09Und bin plötzlich bei Ihnen gelandet
01:18:11Das haben Sie jetzt aber schön gesagt
01:18:15Schicksal oder Zufall
01:18:16Das liegt in Ihren Händen, Eva
01:18:18Ja
01:18:20Ich dachte, Sie wären im Urlaub
01:18:22Ja, eine kleine Verzögerung wegen meiner Nachuntersuchung
01:18:25Die Familie ist schon weg
01:18:27Ach, Sie armer, dann sind Sie ja ganz allein
01:18:29So schön, dass Sie so ein gutes Herz haben
01:18:32Und tatsächlich fühle ich mich alleine
01:18:33Mir mangelt es an Gesellschaft
01:18:36Besser gesagt, an der richtigen Gesellschaft
01:18:40Was ist mit Ihrem Freund, dem Bischof?
01:18:42Der macht Exerzitien
01:18:44Denkt er da über seine Sünden nach?
01:18:46Ja, das könnte schon sein
01:18:48Müsste ich ihm beichten
01:18:50Wenn ich Sie bitte, den Abend mit mir zu verbringen
01:18:54Das wird sich zeigen
01:18:55Zurzeit gibt es ganz frische Austern bei Chef Joseph
01:18:58Und das sollten wir nicht versäumen
01:19:18Ob ich schon da sehen, bis dem Kamm mal klingt
01:19:22Bei meinem Dirndl hast du glacht und hast dich frei
01:19:26Das wird die Zeit schon noch kämmer, wo man zwischbrach
01:19:29Limmst, dass der Gnir gleich so schnackln, dass die reiht
01:19:33Hol, re, du, ri, o, ri, dir, du, li, o
01:19:37Dass der Gnir gleich so schnackln, dass die reiht
01:19:40Geh' noch deine Wege, geh' noch deine Wege
01:19:44Aus den Augenjagern kippst du mir nicht
01:19:47Heut wird's Kieger heu gossen
01:19:49Morgen wird's Jager heu geschossen
01:19:51Steigt ein anderer zu ihr neu ins Bett
01:19:54Hol, re, du, ri, o, ri, ti, ri, du, li, o
01:19:58Steigt ein anderer zu ihr neu ins Bett
01:20:02Hol, re, du, li, o, ri, ti, ri, du, li, o
01:20:05Weil am Koma find's dann wieder nur einer fährt
01:20:13Danke
01:20:14Das sieht aber gut aus
01:20:18Bitteschön, Herr Professor
01:20:19Danke, Josef
01:20:22Der Montaché ist in Ordnung?
01:20:25Wunderbar
01:20:26Zuhause kann man kaum etwas Besseres trinken
01:20:28Guten Appetit
01:20:30Es war schon ein kühner Versuch
01:20:33Als erster Mensch eine Auster zu öffnen
01:20:35Und den lebenden Inhalt hinunterzuschlucken
01:20:38Ich finde, über manche Dinge sollte man gar nicht so viel nachdenken
01:20:41Sondern einfach nur genießen
01:20:42Als Wissenschaftler bin ich strikt dagegen
01:20:44Aber als Genießer
01:20:47100% dafür
01:20:56Leg doch die Dame auf, Mama
01:21:00Schau mal, setz du doch, Jana
01:21:02Jetzt machen wir erst klar
01:21:03Offenbar ist Friedrich nicht zu Hause
01:21:06Ich glaub, die Oma muss den letzten Joker haben
01:21:10Den hat sie doch immer
01:21:16Bis vor wenigen Wochen wusste ich nichts von ihrer Existenz
01:21:20Und heute kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das ist, ohne sie zu sein
01:21:25Danke
01:21:27Ich hab sehr viel von Ihnen gelernt
01:21:29Ja, das will ich doch hoffen
01:21:31Sonst hätte ich doch den Beruf erfehlt
01:21:33Das meine ich ja nicht
01:21:34Von Ihnen
01:21:35Als ein Mensch, der dem Leben fröhlich die Stirn bietet
01:21:38Sie machen mich verlegen
01:21:41Wir sollten unsere Beziehung auf eine andere Ebene heben
01:21:45Ja, Sie können ja nicht für immer Fahrstunden bei mir nehmen
01:21:50Deinem Ernst, ich möchte Sie nicht verlieren
01:21:52Aber wir bleiben doch Freunde
01:21:56Oder?
01:21:57Auf die Freundschaft?
01:21:59Auf unsere Freundschaft
01:22:01Auf das Leben?
01:22:03Auf unser Leben
01:22:06Auf die Liebe
01:22:08Auf die Liebe
01:22:13Ich erreiche ihn immer noch nicht
01:22:14Ich geb's auf
01:22:17Wahrscheinlich zicht er wieder mit seinem Weihbischof
01:22:20Das sei ihm vergönnt
01:22:22Vielleicht nimmt er doch wieder Fahrstunden
01:22:24Ach Quatsch
01:22:26Ich möchte nur gern wissen, wie seine Nachuntersuchung ausgegangen ist
01:22:29Jetzt mach dir mal keine Sorgen, da wird schon alles in Ordnung sein
01:22:33Gute Nacht, ich geh schlafen
01:22:34Na
01:22:35Na
01:22:45Wenn Sie mich nur unterhaken, um einen Invaliden zu stützen, dann bin ich enttäuscht
01:22:49Betrachten Sie es doch einfach als willkommene Gelegenheit
01:22:53Ja
01:22:54Das will ich mit Vergnügen gelten lassen
01:22:57Ich begleite Sie, bis wir ein Taxi finden
01:22:59Nein, nein, nein, selbstverständlich bringe ich Sie nach Hause
01:23:04Eva
01:23:05Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen jetzt eine Liebeserklärung mache?
01:23:09Finden Sie nicht, dass der Altersunterschied zwischen uns beiden ein bisschen groß ist?
01:23:14Und außerdem könnte es doch sein, dass ich mich in Sie verliebe
01:23:16Und dann hätten wir die Bescherung
01:23:19Ja, aber eine Bescherung ist ja etwas Schönes
01:23:22Da bekommt man was geschenkt
01:23:36Ja, ich bin jetzt nicht so schön, dass ich mich in Sie verliebe
01:24:13Jetzt haben wir die Bescherung.
01:24:15Dein Geschenk ist wunderbar.
01:24:33Du bist aber besonders zärtlich heute Morgen.
01:24:40Das ist vielleicht, weil ich eben einen sehr schönen Traum hatte.
01:24:45Was für ein Traum?
01:24:51Oma, um zu abstehen!
01:24:52Frühstück ist fertig.
01:25:23Frühstück ist fertig.
01:25:26Frühstück ist fertig.
01:25:26Frühstück ist fertig.
01:25:38Frühstück ist fertig.
01:25:39Frühstück ist fertig.
01:25:40Frühstück ist fertig.
01:25:40Frühstück ist fertig.
01:25:41Frühstück ist fertig.
01:25:41Frühstück ist fertig.
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