- vor 5 Wochen
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Schade, dass ihr wieder zurück müsst, New York.
00:00:52Mit Kindern kommt einfach Leben ins Haus.
00:00:54Na ja, weißt du, American Businessman.
00:00:56Ich freue mich schon auf die nächsten Ecke.
00:00:58Wo bleibt die Vera überhaupt?
00:01:02Ich bin schon da.
00:01:03Entschuldig, bitte.
00:01:06Hallo.
00:01:07Mama und ich waren noch ausreichend.
00:01:10Ja, euch bedeutet wenigstens unser Familienerbe noch etwas,
00:01:15wenn mein anderer Sohn in der Weltgeschichte herumreist und Karriere macht.
00:01:21Auf euch eure baldige Verlobung und mindestens noch fünf Enkeln.
00:01:27Lisa, ich glaube, wir sind soweit.
00:01:33Wir können essen.
00:01:34Sofort.
00:01:35Ich will nicht nur eine Heile-Welt-Rapportage.
00:01:42Kapstadt ist das Ort der Einkehr, der Begegnung, des Nachdenkens.
00:02:08Es ist jedes Mal dasselbe Theater.
00:02:10Wir sind hier eine der schönsten Städte der Welt und Charlie will in die Slums, wenn die sich eh kein Tourist verirrt.
00:02:15Quatsch.
00:02:16Natürlich will ich auch auf den Tafeln, Berg und Ernst Kap der guten Hoffnung.
00:02:19Aber vor allem möchte ich Geschichten von Menschen erzählen, wie sie wirklich leben.
00:02:23Man lernt den Land nicht kennen, wenn man nur die schönen Seiten sieht.
00:02:25Ich will in die reichen Vorstädte und in die Townships.
00:02:28Hier sind die Tickets.
00:02:30Danke, Chef.
00:02:32Okay.
00:02:33Stefan, du machst die schönen Fotos und du, Charlie, findest heraus, warum Menschen tun, was sie tun.
00:02:39Ihr kommt doch bestimmt nie mal miteinander aus.
00:02:42Na, aber sicher doch.
00:02:43Ihr seid doch ein prima Team.
00:02:46Servus.
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00:03:17Servus.
00:03:18Untertitelung des ZDF, 2020
00:03:48Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:18Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:48Untertitelung des ZDF, 2020
00:05:18Ja, weil ich meinen Adoptiveltern nicht wehtun wollte.
00:05:20Aber jetzt sind sie tot.
00:05:22Weißt du, ich sag immer, lauf nicht hinter etwas her, was du hier nicht kriegen kannst.
00:05:26Schau nach vorne.
00:05:27Ich muss einfach wissen, was ich mit dieser Familie zu tun habe oder nicht.
00:05:35Weißt du, was das Scheinste in Afrika ist?
00:05:37Das Licht.
00:05:39Der Himmel sieht aus, als wäre er aus blauem Glas und dahinter lodert ein Feuer.
00:05:45Ich muss los.
00:05:46Ich hol dich ab morgen früh um acht, okay?
00:05:48Ich kann nicht.
00:05:49Wie, du kannst nicht?
00:05:53Ich kann nicht mit nach Südafrika fahren.
00:05:56Du willst in die Steiermark, auf dieses Schloss?
00:05:58Dieses Schloss liegt direkt neben dem Krankenhaus, in dem sie mich gefunden haben.
00:06:02Ja, Charlie, und was willst du da machen?
00:06:03Willst du reinlaufen und rufen, hallo, hier bin ich oder was?
00:06:06Wieso nicht?
00:06:06Das kannst du auch noch in zwei Wochen.
00:06:11Was ist, wenn du deiner Mutter gegenüberstehst und sie dich immer noch nicht will?
00:06:21Weißt du was?
00:06:22Ich komme einfach ein paar Tage nach.
00:06:24Hannes muss ja gar nichts davon wissen.
00:06:26Okay?
00:06:28Bitte.
00:06:31Tu mir einen Gefallen.
00:06:34Verfahr dich bitte nicht, okay?
00:06:36Okay.
00:06:36Ich rufe dich an.
00:06:43Viel Spaß.
00:07:06Ich rufe dich an.
00:07:27So ein Mist.
00:07:57Das ist doch nicht so fassend.
00:08:04Es gibt Millionen, nein Milliarden von gut ausgebauten asphaltierten Straßen und ich bin ganz sicher, eine ist auch darunter, die führt genau dahin, wo Sie hin müssen.
00:08:12Aber nein, es muss ein Feld wegen Naturschutzgebiet sein.
00:08:15Oh.
00:08:16Ja genau, oh. Aber euch Städtern ist es ja egal, ob ihr die Luft verpestet, die Tiere verscheucht oder die Pflanzen zerstört.
00:08:21Wenn Sie mal kurz mit Ihrer Ökomoral-Predigt aufhören würden, um mir hier aus der Patsche zu helfen, dann können Sie mich danach so lange beschimpfen, wie Sie wollen.
00:08:26Nein, weil eigentlich bin ich nämlich gar nicht so rücksichtslos.
00:08:28Es ist einfach nur diese Millionen und Milliarden von Straßen, die mich völlig durcheinander bringen.
00:08:31Mein Orientierungssinn ist auch nicht gerade der beste und im Kartenlesen bin ich auch nicht wirklich weltklasse.
00:08:35Sagen Sie, können Sie auch mal still sein?
00:08:39Die einzige Möglichkeit, einen Reporter zum Schweigen zu bringen, ist ein 14-Gänge-Menü.
00:08:43Aha, Sie sind Reporterin?
00:08:45Reisejournalistin.
00:08:46Eine Reisejournalistin ohne Orientierungssinn, die keine Karten lesen kann. Finde ich gut.
00:08:51Haben Sie einen Abschlipsseil?
00:08:52Ähm, ja.
00:08:56Und bei der Gelegenheit, könnten Sie mir sagen, wo Schaus Ehrenfels liegt?
00:09:00Eins nach dem anderen.
00:09:02Dankeschön.
00:09:03Also, wir haben Sie einen Abschlipsseil.
00:09:11Musik
00:09:41Schloss Ehrenfels
00:09:42Oh, ist das schön hier. Ist das Schloss noch im Besitz der Familie Ehrenfels?
00:09:51Ja, das hoffe ich doch.
00:09:52Und wie ist hier so die Familie? Kennen Sie sie näher? Obwohl wohl eher nicht.
00:09:56Wieso? Weil ich auf dem Feld arbeite und Traktor fahre.
00:09:59Das auch. Also kennen Sie sie näher?
00:10:02Nun ja, es ist so einiges bekannt über sie in der Gegend.
00:10:05Vor allem dieser Junior, der Andreas Ehrenfels, ja?
00:10:09Der soll wohl ziemlich exzentrisch und cholerisch sein.
00:10:11Der legt keine orientierungslose Reportnere zum 14-Gänge-Bahngeld ein.
00:10:14Der macht sie gleich mundtot.
00:10:16Und saugt Ihnen das Blut aus den Adern wie Graf Dracula, hm?
00:10:18So ungefähr. Sie haben den Adel wohl abgeschafft, aber die schlechten Gewohnheiten stecken immer noch in den Genen.
00:10:24Es ist also besser für Sie, wenn Sie nicht über die Familie schreiben.
00:10:27Hat irgendwann irgendwo irgendwer gesagt, dass ich das werde?
00:10:30Nein.
00:10:31Trotzdem, Dankeschön. Sie haben mich vor einer Nacht in der Pampa bewahrt.
00:10:34Ich hab die Pampa bewahrt. Vor einer Nacht mit Ihnen.
00:10:37Bauer. Schnösel. Schnöseliger Bauer.
00:10:42Schloss Ehrenfels ist eines der schönsten Anwesen der Steiermark.
00:10:58Es wurde im 17. Jahrhundert im Barock erbaut und erzählt sehr eindrucksvoll seine Geschichte aus über 400 Jahren Familientradition.
00:11:07Soweit ich weiß, wurde die Familie Ehrenfels 1346 das erste Mal urkundlich erwähnt.
00:11:11Ja, das ist richtig.
00:11:13Und wovon hat sie so gelebt?
00:11:15Sie stellten die Landeshauptleute der Steiermark. Offiziere vom Leutnant bis zum Feldmarschall.
00:11:21Aber auch Diplomaten, Beamte, Hofleute. Und Geistliche, zum Beispiel drei Bischöfe.
00:11:28Ich nehme an, ein Teil der Familie lebt heute noch im Schloss.
00:11:31Ja, aber ich führe durch die Vergangenheit, nicht durch die Gegenwart.
00:11:34So, wir gehen jetzt in die Schlosskapelle. Dort sehen Sie einen wunderschönen Schnitzalter aus dem 17. Jahrhundert.
00:11:40Aber davor besichtigen wir noch die Ahnengalerie.
00:11:42Nun, wir sind hier schon in einem kleinen Teil der Ahnengalerie.
00:11:45Der größere Teil befindet sich in den Privatgemäßern der Familie und ist der Öffentlichkeit leider nicht mehr zugänglich.
00:11:51Vor einigen Jahren wurde ein Gemälde mutwillig zerstört.
00:11:56Sie sehen auch die wunderschönen Fresken an der Decke. Sie sind vor kurzem erst restauriert worden.
00:12:05Kommen Sie ruhig.
00:12:08Entschuldigung, und wo ist die Toilette, die der Öffentlichkeit zugänglich ist?
00:12:12Geradeaus und die erste Tür links.
00:12:14Dankeschön.
00:12:15So, wir sind hier in einem weiteren Schlafgemach.
00:12:38Und dann?
00:12:39So, wir sind hier in einem neuen Schlafgemach.
00:12:40Und dann?
00:12:41Musik
00:13:11Musik
00:13:41Hallo? Was machen Sie denn hier?
00:13:58Und Sie?
00:13:59Ich wohne hier.
00:14:00Ah, verstehe. Der Reporter fressende cholerische Tyranden?
00:14:03Wenn ich Sie da bitten dürfte.
00:14:04Ich kann Ihnen alles erklären. Oder vielleicht auch ein anderes Mal.
00:14:11Da sind Sie ja. Ich habe Sie schon vermisst.
00:14:15Ich habe mich verlaufen.
00:14:16Ja, das kann man hier leicht.
00:14:17Kennen Sie vielleicht eine kleine Pension? Gleich hier in der Nähe?
00:14:20Ich kann ja die einzige Pension hier in der Nähe.
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00:14:25Sehr ganz schön.
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00:16:42Ein Frühlingskleidchen.
00:17:12Haben wir was gefunden?
00:17:20Nichts. Außer mal ein Empfang beim Bürgermeister oder dass Graf Ehrenfels bei einer Tombola gewonnen hat und den Gewinn an notleidende Kinder gestiftet hat.
00:17:29Das ist ja alles sehr ehrenhaft, aber ist das wirklich alles?
00:17:32Mein Gott, das sind halt auch nur Leute, so wie Sie und ich. Und wer schreibt schon über Sie und mich?
00:17:38Haben Sie einen Kopierer?
00:17:40Ja, sicher.
00:17:42Mach uns weiter.
00:17:44Bitte.
00:17:45Dankeschön.
00:17:46Da ist er.
00:17:49Gab es nie irgendetwas Außergewöhnliches? Irgendwas, das meine Leser interessieren könnte?
00:17:53Vielleicht interessiert Ihre Leser mein kaputtes Kreuz.
00:17:56Gehören Sie zur Familie?
00:17:58Eher indirekt.
00:18:00Gab es nie was? Nicht mal einen kleinen Skandal?
00:18:04Ja, Moment. Die Familie Ehrenfels ist eine anständige Familie.
00:18:08Verstehe.
00:18:12Dankeschön.
00:18:13Keine Ursache. War eh nicht viel.
00:18:15Grüß Gott.
00:18:16Ach, Lisa.
00:18:18Grüß dich.
00:18:20Deine Lause, Rohkost.
00:18:25Ja, fein.
00:18:26Und Brot.
00:18:27Was auch?
00:18:29Die vergiss heute Nachmittag nicht, das Puppenteater für die kleine Kitty.
00:18:34Lisa.
00:18:35Was hat denn die junge Frau von dir gewollt?
00:18:38Einen Skandal.
00:18:40Einen Skandal?
00:18:42Ja.
00:18:43Gustl.
00:18:44Fertigut.
00:18:45Fertigut.
00:18:46Fertigut.
00:18:47Fertigut.
00:18:48Schmisch da.
00:18:53Wie haben Sie mich denn gefunden?
00:19:02Ah, die junge Frau, die im Schloss die Führung gemacht.
00:19:06Was wollen Sie von mir?
00:19:07Mich wegen Hausfriedensbruch verklagen?
00:19:08Ich wollte mich entschuldigen.
00:19:09Schön, dass Sie mich auch mal zu Wort kommen lassen.
00:19:10Tut mir leid.
00:19:11Ja, gut.
00:19:12Dann haben wir uns jetzt ja eigentlich genug entschuldigt.
00:19:13Fangen wir von vorne an.
00:19:14Andreas Ehrenfels.
00:19:15Charlotte Stein.
00:19:16Womit fangen wir von vorne an?
00:19:17Na, mit der Reportage.
00:19:18Ihr Reisemagazin hat Sie doch hergeschickt, um eine Reportage über unser Schloss zu machen.
00:19:21Kommen Sie.
00:19:22Kommen Sie.
00:19:23Wie haben Sie mich denn gefunden?
00:19:24Ah, die junge Frau, die im Schloss die Führung gemacht.
00:19:25Was wollen Sie von mir?
00:19:26Was wollen Sie von mir?
00:19:27Mich wegen Hausfriedensbruch verklagen?
00:19:28Ich wollte mich entschuldigen.
00:19:29Schön, dass Sie mich auch mal zu Wort kommen lassen.
00:19:30Tut mir leid.
00:19:31Ja, gut.
00:19:32Dann haben wir uns jetzt ja eigentlich genug entschuldigt.
00:19:33Fangen wir von vorne an.
00:19:34Womit fangen wir von vorne an?
00:19:35Na, mit der Reportage.
00:19:36Ihr Reisemagazin hat Sie doch hergeschickt, um eine Reportage über unser Schloss zu machen.
00:19:40Kommen Sie.
00:19:41Ich zeig Ihnen halt.
00:19:42Okay.
00:19:47Ist ja wunderschön hier.
00:19:48Und das alles gehört Ihrer Familie?
00:19:50Mhm.
00:19:51Fast 10.000 Hektar Wald.
00:19:53Hauptsächlich Tannen, Fichten und Zirben.
00:19:55Ich liebe Ihre Farbe und Ihren Geruch.
00:19:58So ein Baum braucht dann eine Ewigkeit, bis er erwachsen ist.
00:20:01Es muss ein schönes Gefühl sein, wenn man so tief verwurzelt ist.
00:20:04Ja.
00:20:05Sind Sie das nicht?
00:20:07Ich reise gerne.
00:20:09Außerdem halte ich es nirgendwo lange aus.
00:20:12Das kenn ich.
00:20:14Nach der Matura wollte ich nur eins.
00:20:15Weit, weit weg.
00:20:17Dann hab ich meinen Rucksack gepackt und dann kam das Hochwasser.
00:20:21Hier war restlos alles überschwemmt.
00:20:23Auch Teile des Schlosses.
00:20:25Und dann haben Sie Ihren Rucksack wieder ausgepackt?
00:20:28Erstmal schon.
00:20:29Aber dann, nachdem die ersten Schäden behoben waren, bin ich los mit meinem Motorrad.
00:20:34Anderthalb Jahre um die halbe Welt.
00:20:36Fast 80.000 Kilometer.
00:20:39Und dann war ich in Yucatan.
00:20:41Einem Ort, den die Mayas Chiang Kahan nennen.
00:20:44Da, wo der Himmel geboren wurde.
00:20:45Genau.
00:20:47Und da wusste ich auf einmal, wo meiner geboren wurde.
00:20:49Nämlich genau hier.
00:20:50Das ist, wie unsere Familie so schön sagt, der Raum der Wahrheit.
00:20:56Wo Sie auch hinblicken.
00:20:58Sie werden immer nur sich selbst erkennen.
00:21:00Das muss man erst mal aushalten können.
00:21:04Ein Urahne von uns, Otto Ehrenfels, ist dabei wahnsinnig geworden.
00:21:09Er konnte seinen Anblick nicht mehr ertragen.
00:21:10Und warum?
00:21:12Geschichte mit einem Mädchen.
00:21:14Mhm.
00:21:15Und manchmal, an stillen Sommerabenden, schwebt eine wundersame Melodie über Schloss Ehrenfels.
00:21:20Und dann wissen wir, er ist wieder da.
00:21:22Sie meinen, er spuckt hier noch rum?
00:21:28Meine Mutter.
00:21:30Verstehe.
00:21:31Jetzt zeige ich Ihnen den wichtigsten Raum des Schlosses.
00:21:35Das hier ist unser Weinkeller.
00:21:37Und das ist mein Vater.
00:21:40Max Ehrenfels.
00:21:42Charlotte Stein.
00:21:43Sie schreibt eine Reportage über uns.
00:21:45Ja, hoffentlich nur Gutes.
00:21:48Erkennen wir uns?
00:21:50Sie kommen ja irgendwie bekannt vor.
00:21:52Es...
00:21:53Ja, es...
00:21:54Nein, das...
00:21:55Ich möchte schon selber drauf kommen.
00:21:57Und, äh...
00:21:59Ich komm doch drauf.
00:22:01Möchten Sie vielleicht einen Schluck?
00:22:02Nein, danke.
00:22:06Du lass dich bloß nicht erwischen.
00:22:08Nein.
00:22:10Vor der Hochzeit kämpft man um die Frau, die man liebt.
00:22:14Hinterher darum, dass man noch etwas zu sagen hat.
00:22:17Dabei können die beiden gar nicht untereinander.
00:22:19Ohne ihre kleinen Geheimnisse.
00:22:21Kommen Sie.
00:22:24Der hier zum Beispiel ist Jahrgang 42.
00:22:27Wir haben kürzlich eine Flasche davon geöffnet.
00:22:29Ja, ganz hervorragend geschmeckt.
00:22:33Und hier...
00:22:42Ja, das dürfte doch ungefähr Ihr Jahrgang sein.
00:22:45Genießen Sie ihn.
00:22:48Das ist mein Jahrgang.
00:22:49Bauen Sie den Wein eigentlich auch selber an?
00:22:52Nein.
00:22:53Wir sind leider nur Sammler, Ella, troffen.
00:23:00Das hat der Arzt verboten.
00:23:03Und das auch.
00:23:05Das war schon du, der ihm gesagt hat, dass er mir das verbieten soll.
00:23:08Und seinem Blutdruckgerät habe ich gesagt, dass du einen viel zu hohen Blutdruck hast.
00:23:11Ja, Kind, wo habe ich die schon gesehen?
00:23:14Wen?
00:23:16Die Reporterin, die uns Werder ins Haus geschickt hat.
00:23:20Aber ich weiß nur noch nicht wo.
00:23:21Ich bin voll.
00:23:22Ich bin voll.
00:23:23Ich bin voll.
00:23:24Du bist, und mein Gott.
00:23:25Ich bin voll.
00:23:26Ich bin voll.
00:23:27Ich bin voll.
00:23:28Ich bin voll.
00:23:29Ich bin voll.
00:23:30Untertitelung des ZDF, 2020
00:24:00Ja, das ist schön.
00:24:04Sag mal, Mama, wie waren das damals eigentlich zwischen Papa und dir?
00:24:09Er war da und auf einmal war alles richtig und gut.
00:24:11Hattest du Herzklopfen, Schmetterlinge im Bauch?
00:24:14Und wenn er mal nicht da war, hattest du dich deine Vorsehnsucht fast zerrissen.
00:24:19Mir fehlt Papa auch.
00:24:21Schau mal, oder doch, wie war das?
00:24:24Vera, warum fragst du mich plötzlich solche Sachen?
00:24:28Weil das mit meinem Andreas und mir, das ist...
00:24:33Kein Vulkanausbruch?
00:24:35Warm, vertraut. Ich fühle mich bei ihm geborgen.
00:24:40Und ich meine er schon so lange in meinem Leben, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, wie es ohne ihn wäre.
00:24:44So muss das sein.
00:24:46So ist es gut.
00:24:48Weißt du, alles andere sind nur strohfreier, von denen nichts übrig bleibt als Asche.
00:24:52Tja, das ist es.
00:24:59Du siehst so wunderschön aus.
00:25:01Papa wäre so stolz auf dich, wenn er noch am Leben wäre.
00:25:03Aber Mama.
00:25:08Der Schlosspark stand aus dem 18. Jahrhundert.
00:25:10War allerdings zu Elisabeths Zeiten noch einiges prunkvoller.
00:25:13Sie hat den Garten angelegt.
00:25:15Elisabeth?
00:25:15Die Frau auf dem Bild, dass sie so lange angestarrt haben.
00:25:19Sie haben sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr.
00:25:20Das ist Ihnen aufgefallen?
00:25:24Wer weiß.
00:25:25Vielleicht sind wir über 100.000 Ecken verwandt.
00:25:28Das war ein Scherz.
00:25:31Wie war sie denn so, die Elisabeth?
00:25:33Ich habe im Archiv kaum was über sie gefunden.
00:25:35Reiselustig, wie sie und ich.
00:25:37Wieso interessieren sie sich so für sie?
00:25:39Nicht nur für sie.
00:25:40Ihre ganze Familie interessiert mich.
00:25:42Aha.
00:25:43Das trifft sich gut.
00:25:44Kann ich Ihnen jetzt gleich unseren jüngsten Spross vorstellen.
00:25:46Meine Nichte Kiki.
00:25:48Heute ist nämlich Puppentheater.
00:25:50Tri-tra-tra-tra-la-la, tri-tra-tra-la-la, der Kaspardier ist da.
00:25:55Aha.
00:25:56Na, liebe Kinder, seid ihr alle da?
00:25:59Ja.
00:26:01Bravuzi, Kapuzi.
00:26:02Jetzt möchte ich euch einen ganz, ganz, ganz lieben Freund von mir vorstellen.
00:26:06Nämlich das Krokodil.
00:26:09Guten Tag, liebe Kinder.
00:26:14Ihr könnt ruhig applaudieren, weil ich bin so ein schönes, schönes Krokodil.
00:26:22Das ist nämlich ein gutes Krokodil.
00:26:25Ja, ich bin ein gutes Krokodil.
00:26:27Weil er hat nämlich die böse Hexe gefressen.
00:26:30Ja, ich hab die böse Hexe gefressen.
00:26:32Das ist Charlotte Stein.
00:26:33Die macht eine Reportage.
00:26:36Und weil die Hexe nämlich so böse ist, hat sie mich geschossen.
00:26:41Ja, ja, ja, ja, ja, ja.
00:26:43Bravuzi, Kapuzi.
00:26:44Und mein Kreuz macht nicht mehr mit.
00:26:50Wo geht denn der Kaspar hin?
00:26:52Wo ist denn jetzt der Kaspar?
00:26:55Kinder, nicht nur den Kaspar.
00:27:00Mich hat auch die Hexe geschossen.
00:27:02Und das Puppentheater muss leider ausfallen, Kitty.
00:27:05Hexen und die Römen. Ach, das ist alle Quatsch, Schweden.
00:27:11Sie wollten doch einen Skandal von meinem Bruder.
00:27:14Jetzt hat er den Skandal, er den Hexenschutz.
00:27:17Lisa, komm, ich fahre dich ins Krankenhaus.
00:27:19Nein, ich will ihn kein Krankenhaus.
00:27:22Also, komm, komm jetzt. Komm, komm, komm, komm.
00:27:26Hallo, ihr lieben Kinder.
00:27:28Heute werde ich euch die Geschichte erzählen vom kleinen Stern,
00:27:32der eines Nachts einfach so vom Himmel fiel.
00:27:35Ich bleibe hier und schaue zu.
00:27:38Vorsicht.
00:27:38Auf.
00:27:39Ja, ja, ja.
00:27:40Geht um.
00:27:41Genau an dieser Stelle ist der Stern vom Himmel gefallen.
00:27:46Ich bin so glücklich über dich und Andreas.
00:27:48Du hättest ja auch leicht den Falschen erwischen können.
00:27:50Das, liebste Mama, hättest du doch nie zugelassen.
00:27:53Ja, da hast du wahrscheinlich recht.
00:27:55Du, da drüben ist das Reisemagazin,
00:27:57dem ich neulich den Prospekt geschickt habe.
00:27:58Ich möchte nur mal vorbei mich bedanken,
00:28:00dass sie so schnell reagiert haben.
00:28:01Ja, dann machen wir das.
00:28:02Mhm.
00:28:04Ich geh kurz hinauf.
00:28:06Ja, gib mir den Einkaufstaschen, ich warte dir.
00:28:07Gut.
00:28:07Und dort hat er sich auch wieder von mir verabschiedet.
00:28:14Denn sein Platz ist nicht auf der Erde,
00:28:17sondern am Himmel.
00:28:18Und wenn du einmal Angst hast,
00:28:22hat er zu mir gesagt,
00:28:25dann werde ich für dich leuchten
00:28:27und dich so lange durch die Dunkelheit begleiten,
00:28:31bis irgendwo am Horizont wieder ein Licht aufgeht.
00:28:35Sei nicht traurig.
00:28:38Mit mir bist du nie wieder alleine.
00:28:40Und wenn ihr heute Nacht aus dem Fenster schaut,
00:29:00liebe Kinder,
00:29:00dann wird der kleine Stern
00:29:04für euch leuchten.
00:29:10Nur für euch.
00:29:17Danke.
00:29:19Danke.
00:29:22Danke.
00:29:23Darf ich vorstellen?
00:29:25Charlotte Stein,
00:29:26die begabteste Geschichtenerzählerin, die ich kenne.
00:29:28Meine Mutter, Gabriella Ehrenfels.
00:29:29Freut mich, sie kennenzulernen, Charlotte.
00:29:31Ganz meinerseits.
00:29:47Wir haben zwar eine Charlie Stein,
00:29:49aber die ist in Südafrika.
00:29:52In Südafrika?
00:29:53Ja, und eine Reportage über Schloss Ehrenfels
00:29:55ist auch nicht geplant.
00:29:56Tut mir leid.
00:29:57Dann entschuldigen Sie die Störung.
00:30:00Ach, das gibt bestimmt eine ganz harmlose Erklärung.
00:30:05Das sind nur ein paar ganz kleine Änderungen am Feld.
00:30:07Na.
00:30:09Ja, danke.
00:30:11Dann um zwölf.
00:30:12Du, Mama, da stimmt was nicht.
00:30:14Charlotte Stein ist nicht Charlotte Stein.
00:30:15Die kommt gar nicht vom Reisemagazin.
00:30:17Warum tut sie das?
00:30:18Was soll das?
00:30:18Jetzt ist hier mal ganz genau.
00:30:20Jetzt wird sich hier alles ausklärt.
00:30:21So, Gustl, siehst du, geht das schon?
00:30:26Ich habe gesagt, dass ich nicht ins Krankenhaus will.
00:30:29Die Lisa besorgt mir so ein Geschmier, so eine Salben
00:30:32und dann wird das schon wieder gut.
00:30:33Kommt überhaupt nicht in Frage.
00:30:34Vielleicht ist es was Schlimmeres wie ein Hexenschutz.
00:30:36Ja, auch, Lisa.
00:30:37Ich würde ja gerne mitkommen, aber ich muss noch kochen.
00:30:40Was denn?
00:30:41In welches Krankenhaus fahrt ihr denn?
00:30:43Zu den barmherzigen Schwestern.
00:30:44Barmherzige Schwestern, als ob es sowas geben würde.
00:30:47Ich könnte mitfahren, wenn Sie wollen.
00:30:50Ich habe immer gedacht, sie ist nur neugierig.
00:30:52Dabei kann sie richtig nett sein.
00:30:54Alles in Ordnung?
00:31:14Mir ist gerade nicht so gut.
00:31:15Ich komme gleich nach.
00:31:16Okay.
00:31:24Ja.
00:31:38Okay.
00:31:50Okay.
00:31:52Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Suchen Sie jemanden?
00:32:00Ich bin Journalistin und ich schreibe in einer Reportage über ausgesetzte Kinder und Beweggründe ihrer Mütter.
00:32:06Da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Es tut mir leid.
00:32:09Dankeschön.
00:32:19Ich habe ja einen Abend.
00:32:22Hallo.
00:32:49Hallo.
00:32:51Was suchen Sie denn da? Sie haben hier nichts verloren.
00:33:14Es tut mir leid, ich bin Journalistin. Hier wurde vor sehr vielen Jahren ein Säugling ausgesetzt.
00:33:20Er war in eine Babydecke eingewickelt und hatte eine kleine Handpuppe dabei, eine Prinzessin.
00:33:24Können Sie mir vielleicht da irgendwie weiterhelfen? Wissen Sie etwas?
00:33:27Ja, ich habe das Baby gefunden. Ein Mädchen. Und daneben lag ein Zettel, um mit der Bitte es Charlotte zu taufen.
00:33:33Ich bin Schwester Hildegard. Und Sie?
00:33:35Stein. Christine Stein.
00:33:38Ah. Kommen Sie, Christine, ich habe gerade Pause. Gehen wir in den Park und Sie erzählen mir, was Sie an der alten Geschichte so besonders interessiert.
00:33:48Ja? Sie sind also Journalistin?
00:33:51Ja.
00:33:51Und Sie haben die junge Frau kennengelernt, die damals als Baby ausgesetzt worden ist?
00:33:57Und jetzt wollen Sie eine Reportage machen über Mütter, die sowas tun.
00:34:03Und deren Kinder?
00:34:04Wissen Sie, im Allgemeinen sind wir dazu da, aufzupassen, dass kein Baby entführt wird, wo das eines dazukommt. Einfach so.
00:34:14Und bis heute gibt es keine Anhaltspunkte, wer diese Frau gewesen sein könnte?
00:34:18Nein.
00:34:20Aber jemand muss doch etwas von der Geburt bemerkt haben.
00:34:23Ach, so wie die Nabelschnur durchschnitten war, das hat kein Arzt gemacht und keine Hebamme. Die Mutter muss das Kind heimlich zur Welt gebracht haben.
00:34:36Aber da muss doch wenigstens jemand etwas von der Schwangerschaft bemerkt haben. Die Familie. Der Vater des Kindes, die Nachbarn.
00:34:43Ach, manche Mädchen und Frauen, die verdrängen ihre Schwangerschaft. Und in den letzten Wochen, wenn sich nichts mehr verdrängen lässt, dann ziehen sie weite Kleider an, damit man nichts sieht.
00:34:54Außerdem war es ja Winter, als die Kleine geboren wurde, nicht wahr?
00:34:57Aber man muss doch bemerkt haben, dass die Frau völlig durcheinander war, dass sie Probleme hatte.
00:35:03Ja, offenbar hat sie unter Menschen gelebt, die nicht sehr aufeinander eingegangen sind, die gleichgültig waren.
00:35:10Vielleicht hat sie es deshalb getan.
00:35:15Babyklappen gab es damals noch nicht.
00:35:17Und eine Adoption hätte bedeutet, sie hätte zu dieser Schwangerschaft stehen müssen.
00:35:22Und zu der Entscheidung, das Baby wegzugeben.
00:35:24Ja.
00:35:26Und das braucht Kraft.
00:35:32Ich weiß nicht, warum sie es getan hat.
00:35:36Aber eines weiß ich ganz genau.
00:35:38Diese Frau wollte, dass es ihrem Kind gut geht.
00:35:44Warum sonst hätte sie es auf unserer Säuglingsstation in ein Bettchen gelegt und einen Namen für ihr Kind ausgesucht.
00:35:55Danke.
00:35:57Sie haben mir sehr geholfen.
00:36:00Haben Sie gute Eltern gefunden, Charlotte?
00:36:02Die Besten.
00:36:20Gusti, geht's schon viel besser.
00:36:21Der hat eine Spritze bekommen, muss jetzt noch ein bisschen beobachtet werden.
00:36:24Gut.
00:36:25Geht's Ihnen besser?
00:36:26Ja.
00:36:27Kommen Sie, ich fasse in die Pension.
00:36:28Danke für den interessanten und informativen Tag.
00:36:49Ich bedanke mich für diesen besonderen Tag.
00:36:53Besonders?
00:36:54Naja.
00:36:54Erst fallen Sie wieder kleine Sterne in mein Leben.
00:36:57Dann bin ich statt dem Büro im Puppentheater wieder fünf Jahre alt und anschließend an dich mit Ihnen im Krankenhaus.
00:37:03Schönen Abend.
00:37:06Ihnen auch.
00:37:06Wie war's in der Stadt? Schönes Kleid gefunden?
00:37:17Oh ja.
00:37:19Du, Andreas, Charlotte Stein ist nicht Charlotte Stein.
00:37:23So ein Quatsch.
00:37:24Was soll sie denn sonst sein?
00:37:25Eine Betrügerin?
00:37:27Ja, also, mir hat sie nichts vormachen können.
00:37:30Ich hab sie sofort durchschaut.
00:37:33Komm, ich erzähl dir alles und zeig dir mein neues Kleid.
00:37:35Komm, ich erzähl dir alles und zeig dir mein neues Kleid.
00:38:05Aber zur Hochzeit seid ihr wieder da.
00:38:20Das ist eh klar, mein Lieber.
00:38:22Flieg vorsichtig.
00:38:23Mama.
00:38:28Pass auf dich.
00:38:29Nein.
00:38:29Ich mach's gut.
00:38:31Mach's gut, aber du auch.
00:38:32Lisa.
00:38:33Lisa, du weißt doch, dass Sie nichts mitnehmen dürfen nach Amerika.
00:38:36Wir müssen es einen abfüllen.
00:38:38Mach's gut, ihr Lieben.
00:38:55Redest du mit ihr?
00:38:56Mhm.
00:38:58Ich bin sicher, es gibt eine ganz harmlose Erklärung.
00:38:59Komisch, das hab ich gestern schon mal gehört.
00:39:02Na, ich bin jedenfalls sehr gespannt.
00:39:03Was ist es, ich bin jedenfalls sehr gespannt.
00:39:10Untertitelung des ZDF, 2020
00:39:40ZDF, 2020
00:40:10Guten Morgen
00:40:16Meine Familie denkt, Sie sind eine Betrügerin
00:40:23Was?
00:40:25Hören Sie, Vera war bei der Redaktion von Go
00:40:28Charlotte Stein ist in Südafrika
00:40:30In der Reportage über Schloss Ehrenfeld ist es auch nicht geplant
00:40:33Wer sind Sie?
00:40:41Hier
00:40:42Was machst du hier, Charlie Stein?
00:40:51Was willst du wirklich von uns?
00:40:52Die Geschichte von dem kleinen Stern, der einfach so vom Himmel fiel
00:40:57Das ist irgendwie auch meine Geschichte
00:41:00Wie deine Geschichte?
00:41:02Sollen zumindest meine Eltern
00:41:03Meine Adoptiveltern
00:41:05Mir damals zu erklären versucht, was eigentlich nicht zu erklären ist
00:41:09Meine leibliche Mutter hat mich als Baby ausgesetzt
00:41:12Ich bin Findelkett
00:41:14Andreas sagt ja bestimmt so die Meinung, dass sie sich nie wieder in unsere Nähe wagt
00:41:30Für eine Betrügerin ist ja eigentlich viel zu nett
00:41:32Nette Menschen sind nicht immer gut
00:41:35Dann hättest du vielleicht auch zulassen sollen, dass ich das mal herausfinde
00:41:39Habe ich dich zu sehr beschützt?
00:41:43Das tust du doch immer noch
00:41:44Glucke
00:41:46Das tust du doch immer noch
00:42:16Und du glaubst, wirklich jemand aus meiner Familie?
00:42:19Du findest doch auch, dass ich Elisabeth ähnlich sehe
00:42:21Hör mal, viele Menschen sehen sich ähnlich und haben trotzdem überhaupt nichts miteinander zu tun
00:42:24Du denkst, dass ich spinne?
00:42:26Nein
00:42:27Ich denke einfach, dass du nur verzweifelt auf der Suche nach deiner Identität bist
00:42:31Seit dem Tod meiner Adoptiveltern
00:42:33Habe ich mich nie wieder wirklich sicher und beschützt gefühlt
00:42:36Man kann sich auch sicher und beschützt fühlen, wenn man Freunde hat
00:42:39Freunde?
00:42:44Freunde
00:42:45Also, wenn wir Freunde sind
00:42:50Ja
00:42:50Ich würde ja wahnsinnig gern mal mit dem Motorrad fahren
00:42:54Früher bin ich sogar Motorradrennen gefahren
00:42:56Aber inzwischen ist meine Maschine vollkommen eingestaubt
00:42:59Kein Problem
00:43:00Ich bin eine Meisterin im Entstauben von Motorrädern und Menschen
00:43:03So, so, du hättest mich also wieder eingestaubt
00:43:05So ein bisschen
00:43:07Hallo
00:43:20Alles geklärt
00:43:21Mit Presse und Personalausweis
00:43:23Charlie, ich meine, Charlotte Stein ist Charlotte Stein
00:43:26Es tut mir leid, die ganze Aufregung
00:43:27Ich hätte das allein entschieden
00:43:28Erst Schloss Ehrenfels, dann Südafrika
00:43:30Ich hätte das vorher mit meinem Chefredakteur abklären müssen
00:43:32Nein, mir tut es leid, dass ich den ganzen Wirbel erst verursacht habe
00:43:36Wir haben uns ja schon in der Führung kennengelernt
00:43:38Vera Thul
00:43:40Charlotte Stein
00:43:41Freut mich
00:43:42Hallo
00:43:42Frauen Stein
00:43:43Nur, falls Sie es noch nicht wissen
00:43:45Meine Tochter und Andreas werden sich bald verloben
00:43:48Ist doch eine hübsche, persönliche Geschichte für Ihre Reportage
00:43:51Bringst du ein bisschen Farbe rein?
00:43:53Ursula Thul, meine zukünftige Schwiegermutter
00:43:55Schreibe nicht
00:43:56Sie werden uns ja sicher bald wiedersehen
00:43:58Wir haben noch einiges wegen der Verlobung zu besprechen
00:44:03Seit Sie hier sind, kriege ich Ihnen ja kaum noch zu Gesicht
00:44:06Du hast ja meine Handynummer, falls irgendwas ist
00:44:08Wegen der Reportage
00:44:09Ciao
00:44:25Alles in Ordnung, Frau Thul?
00:44:29Ja, ist alles in Ordnung
00:44:31Gut, dann sind wir uns, was die Gäste angeht, einig
00:44:38Fehlen nur noch die Einladungskarten
00:44:41Schau doch mal
00:44:43Ich finde eigentlich die hier am schönsten
00:44:46Und du?
00:44:48Ja, die ist schön
00:44:49Du bist überhaupt nicht bei der Sache
00:44:52Schon bei der Gästeliste hast du immer nur Ja gesagt
00:44:55Egal, ob du die Leute leiden kannst oder nicht
00:44:57Weil ich möchte, dass alles genauso wird, wie du das wünschst
00:45:01Es ist deine Verlobung
00:45:03Ich muss los
00:45:04Es ist nicht nur meine, es ist unsere Verlobung
00:45:07Klar, du hast recht
00:45:10Und die ist wirklich schön
00:45:22Mich hat Elisabeth auch immer fasziniert
00:45:38Vor allem diese leise Melancholie in ihren Augen
00:45:43So als ob sie immer etwas suchen müsste
00:45:45Ich musste gerade daran denken
00:45:49Dass der Stammbaum unserer Familie bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht
00:45:53Das war mir nie so richtig bewusst
00:45:56Aber es gibt dann schon ein Gefühl von Sicherheit
00:45:58Einfach weil man weiß, woher man kommt
00:46:00Und auch ein bisschen, wer man ist
00:46:03Tja, da gibt es andere Menschen
00:46:06Die werden einfach so hineingeworfen
00:46:08In diese Welt
00:46:10Von wem redest du?
00:46:13Jetzt weiß ich
00:46:16Warum mir Charlotte immer bekannt vorkam
00:46:18Sie hat die gleichen Augen wie Elisabeth
00:46:22Sieht ihr sogar ähnlich, findest du nicht?
00:46:26Sie ist nicht wegen einer Reportage hier
00:46:28Charlie ist ein Findelkind
00:46:29Sie sucht ihre Familie
00:46:31Und sie glaubt
00:46:34Dass wir ihre Familie sind
00:46:43Sieht ihr?
00:47:10Du hast einmal zu mir gesagt, Stefan, man begreift erst, wie allein man ist,
00:47:22wenn man es für einen kurzen, kostbaren Augenblick nicht mehr war.
00:47:25Heute war so ein kostbarer Augenblick.
00:47:28Und jetzt bin ich sentimental.
00:47:31Vergiss es.
00:47:33Erzähl mir lieber von Afrika.
00:47:35Ist der Himmel dort wirklich so, wie du ihn beschrieben hast?
00:47:38Blaues Glas, hinter dem ein Feuer brennt?
00:47:41Und trotzdem glaube ich, in der Steiermark bin ich dem Himmel näher als anderswo.
00:47:45Und weißt du, was ich mich hier zum ersten Mal frage?
00:47:49Gibt es nur einen Himmel, der sich nur immer wieder verändert?
00:47:52Oder viele Himmel?
00:47:53Und hat jeder Mensch trotzdem nur den einen, für ihn ganz besonderen Himmel?
00:47:58Den, unter dem er geboren wurde?
00:48:07Andreas!
00:48:32Komm, ich helfe dir bei deiner Suche.
00:48:40Und wenn es jemand aus deiner Familie ist?
00:48:42Dann will ich erst recht wissen, wieso deine Mutter so allein war,
00:48:44dass sie gar keine andere Wahl hatte, als dich auch allein zu lassen.
00:48:58Servus, Gustl. Na, geht's dir besser?
00:49:00Guten Tag.
00:49:02Hallo. Ja, ja.
00:49:04Unkraut verdirbt nicht.
00:49:05Und heute hat mir die Lisa meine Leibspreis gemacht.
00:49:09Schweinsbraten mit Semellen, Knüdellen.
00:49:12Sonst setzt sie mich ja immer auf Diät.
00:49:15Weil du die einzige Familie bist, die sie noch hatten, sie dich nicht verlieren will.
00:49:18Ach.
00:49:18Die Lisa ist nämlich nicht nur bissig, die hat ein großes Herz.
00:49:21Manchmal hat sie ein Herz.
00:49:23Aber, apropos Herz.
00:49:25Und sie ist sicher froh, dass du nicht mehr dauernd mit deinem Puppentheater durch die Weltgeschichte reist.
00:49:31Ich habe alle Puppen selbst gemacht.
00:49:32Die Geschichten sind von ihm.
00:49:33Wahnsinn.
00:49:34Im Zeitungsarchiv bessere ich nur meine Rente auf.
00:49:37Also ein Leben nur für die Kinder.
00:49:39Ja.
00:49:40Das ist auch die beste Art von Leben.
00:49:44Sie werden es schon noch merken, wenn Sie selbst welche haben.
00:49:46Zu viel Verantwortung.
00:49:49Außerdem möchte ich immer frei sein, dass ich dahin reisen kann, wo ich gerade hin möchte.
00:49:53So habe ich auch einmal gedacht.
00:49:55Aber wer sich sein ganzes Leben lang nur um sich selbst dreht, um den dreht sich am Ende gar nichts mehr.
00:50:00Da ist nur mehr Stillstand, Stille, Einsamkeit.
00:50:09Kennen Sie diese Art von Puppen?
00:50:10Oder haben Sie so eine schon mal gesehen?
00:50:12Ja, das ist ja was ganz Besonderes.
00:50:15Allerdings.
00:50:15Handgemacht.
00:50:19Ja.
00:50:20Aber gesehen habe ich so eine noch nie.
00:50:25Glaube ich.
00:50:27Und wenn du das glaubst, kann es dann sein, dass dir noch etwas mehr dazu einfällt?
00:50:31Und warum ist euch das so wichtig?
00:50:35Weil auch eine Prinzessin ihre Familie braucht.
00:50:40Ja.
00:50:45Kann man den Reporter mit dem 14-Gänge-Menü auch wieder zum Lächeln bringen.
00:50:50Eine Riesenportion Spaghetti reicht vollkommen.
00:50:54Dankeschön.
00:50:55Ich glaube, ich habe mich da an was verrannt.
00:51:22Sei doch nicht so ungeduldig.
00:51:24Wart's doch mal ab.
00:51:25Heute Nacht ist die Nacht, in der die Sterne vom Himmel fallen, wie meine Großmutter immer
00:51:30gesagt hat.
00:51:31Da gehen all deine Wünsche in Erfüllung.
00:51:32Und du glaubst an Sternschnuppen?
00:51:36Naja, zumindest glaube ich an sowas wie Schicksal.
00:51:39Und das alles seinen Grund und seine Bedeutung hat.
00:51:40Toll, nicht mehr die Sterne sind auf meiner Seite.
00:52:03Guck mal, da ist einer.
00:52:04Das sieht so schön aus.
00:52:11Du musst dir was wünschen.
00:52:14Meinst du?
00:52:15Mhm.
00:52:15Okay.
00:52:16Okay.
00:52:16Okay.
00:52:16Okay.
00:52:34Vielleicht endlich irgendwann so einsam wie Gustl in seinem Verstand.
00:53:04Ich habe ein Zeitungsarchiv.
00:53:06Und träume von dem, was ich nicht getan habe.
00:53:09Aber noch viel schlimmer fände ich es.
00:53:11Nichts zu tun, wovon ich gerade träume.
00:53:16Ich muss frei sein.
00:53:20Ich habe dich doch nur geküsst.
00:53:23Charlie.
00:53:26Das war vielleicht falsch, aber ich habe dich doch nur geküsst.
00:53:28Und das ist, wenn wir Halbgeschwister sind.
00:53:48Charlie.
00:53:50Such deine Familie, aber lass meine aus dem Spiel, ja?
00:53:52Du spinnst wohl.
00:53:59Charlie.
00:53:59Charlie.
00:54:00Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, wir bekommen ein Kind.
00:54:26Du und ich.
00:54:30Es ist spät.
00:54:33Kommst du auch ins Bett?
00:54:34Ja, gleich.
00:54:36Ich bin ganz sicher.
00:54:37Ich bin ganz sicher.
00:54:38Das war's.
00:55:08Das war's.
00:55:38Ja, klar. Schlaf gut, Charlie.
00:55:41Du auch.
00:55:45Charlie?
00:55:45Ja.
00:55:55Seit wann fährst du denn wieder Motorrad?
00:55:57Ich meine nur, weil's grad draußen vor der Garage steht.
00:56:05Du hast mir versprochen, nicht mehr zu fahren.
00:56:08Danke, Lisa.
00:56:09Ich hab dir versprochen, keine Rennen mehr zu fahren.
00:56:13Komm, normalerweise beginnen doch die Kompromisse erst in der Ehe.
00:56:16Auf mich Rücksicht zu nehmen, das ist für dich ein Kompromiss?
00:56:19Ich dachte, du tust das aus Liebe.
00:56:26Sag mal, Vera.
00:56:28Bist du eigentlich glücklich mit mir?
00:56:31Natürlich.
00:56:31Ja, natürlich, weil du willst, sondern natürlich, weil du's fühlst.
00:56:35Natürlich, weil ich es fühle.
00:56:37Ohne dich, das kann ich mir doch gar nicht mehr vorstellen.
00:56:41Andreas, was ist los?
00:56:44Warum fragst du mich das alles?
00:56:45Ich will einfach nur ganz sicher sein, dass du wirklich glücklich bist.
00:56:50Das bin ich.
00:56:51Sehr sogar.
00:56:52Und nur mit dir.
00:56:54Versprich mir, dass sich daran nie was ändert, ja?
00:56:57Versprich's mir?
00:56:58Ja.
00:57:15Guten Morgen.
00:57:23Guten Morgen.
00:57:24Die Reportage über Schloss Ehrenfels?
00:57:26Ja.
00:57:27Sobald sie fertig ist, können Sie sie lesen.
00:57:31Ich liebe Pferde.
00:57:32Das ist Cassandro.
00:57:34Wenn Sie wollen, können wir mal zusammen ausreiten.
00:57:37Die lieben gerne, aber ich kann nicht reiten.
00:57:39Ich wollte es immer mal lernen, aber ich bin nie dazu gekommen.
00:57:43Um ehrlich zu sein, so froh ich auch bin,
00:57:45dass Sie diese Reportage über Schloss Ehrenfels schreiben.
00:57:48So froh bin ich auch, wenn Ihre Recherchen hier wieder beendet sind.
00:57:52Sie meinen, Andreas verbringt so viel Zeit mit mir?
00:57:56Er ist so anders, als Sie hier sind.
00:57:58Fast fremd.
00:58:00Und ich würde es auch verstehen, wenn er sich in Sie verliebt hätte.
00:58:05Sie sind genau so, wie er damals war.
00:58:07Ich meine, bevor er die Verantwortung für das alles hier übernommen hat.
00:58:11Damals war er ständig mit seinem Motorrad unterwegs und jetzt...
00:58:14tut er immer noch genau das, was er will.
00:58:16Ich beneide euch beide.
00:58:17Ihr wisst genau, wer ihr seid, was ihr wollt und wohin ihr gehört.
00:58:22Zwischen Andreas und mir läuft nichts, Vera.
00:58:24Wir sind nur Freunde.
00:58:30Und er hilft mir, meine Mutter zu finden.
00:58:36Komm rein.
00:58:38Wenn ich daran denke, in welcher Geborgenheit ich aufgewachsen bin,
00:58:41manchmal war mir das fast schon zu viel.
00:58:43Meine Mutter kann eine richtige Glocke sein.
00:58:46Ist sie das?
00:58:46Ja.
00:58:52Wieso bist du eigentlich vorhin so ruhig geblieben?
00:58:54Wenn ich glauben würde, eine Anrette was mit dem Mann,
00:58:56den ich heiraten will, ich würde ausrasten.
00:58:59Ich sag ja, gegen dich bin ich langweilig.
00:59:03Hast du eine Puppe in dieser Art schon mal gesehen?
00:59:07Nein.
00:59:09Tut mir leid.
00:59:10Ich muss gehen.
00:59:10Ja, dann bis bald.
00:59:32Was ist los?
00:59:35Ich hab mir eingebildet, Andreas hätte sich in Charlotte verliebt.
00:59:38Und ich war überhaupt nicht eifersüchtig.
00:59:41Und? Hat er sich verliebt?
00:59:43Nein, aber darum geht's auch nicht.
00:59:45Es geht darum, dass...
00:59:46Es geht darum, dass du eine vernünftige junge Frau bist,
00:59:48die genügend Selbstbewusstsein hat, um nicht so leicht nervös zu werden.
00:59:53Andreas ist nicht der Typ, Mann, der sich so leicht verliebt.
00:59:55Also.
00:59:57Genau richtig reagiert.
00:59:59Und wenn ich das nun nicht mehr will?
01:00:00Dieses immer nur richtig reagieren und vernünftig sein?
01:00:03Wenn ich wenigstens nur einmal fühlen will,
01:00:05wie es ist, fast verrückt zu sein vor Liebe,
01:00:07an nichts anderes mehr zu denken, als an ihn mit Herzklopfen und Schmetterling im Bauch...
01:00:12Vera, ich hab das mal erlebt.
01:00:14Genau das, in allen Facetten.
01:00:16Und am Ende war es nicht schön und es war auch nicht aufregend,
01:00:18es hat einfach nur wehgetan.
01:00:21Und warum hast du mir nie davon erzählt?
01:00:22Er hat mich im Stich gelassen, als ich ihn am meisten gebraucht habe.
01:00:32Dein Vater hat mich nie allein gelassen.
01:00:34Und Andreas ist mit deinem Vater.
01:00:37Mach dein Glück nicht kaputt.
01:00:38Das ist mit deinem Vater.
01:01:08Sie passen nicht zusammen.
01:01:23Sie passen nicht zusammen.
01:01:38Nein, sie passen nicht zusammen.
01:01:43Das hat dich doch noch nie gestört.
01:01:49Hm.
01:01:51Du hast nie geschrien als Kind.
01:01:54Du hast einfach immer nur vor dich hin erzählt.
01:01:57Dann bin ich halt aufgestanden und hab mir auch was erzählt.
01:01:58Mama, das hat mich nie gestört, weil man als Kind die Dinge eben so nimmt, wie sie sind.
01:02:06Und weil man seinen Eltern vertraut.
01:02:10Und ihnen glaubt, wenn sie sagen, dass es so ist und nicht anders.
01:02:15Was ist daran falsch?
01:02:16Nichts.
01:02:19Nichts.
01:02:20Nur jetzt bin ich erwachsen.
01:02:23Und ich sehe die Dinge mit meinen eigenen Augen.
01:02:28Charlotte ist ein Findelkind.
01:02:31Jemand.
01:02:34Vermutlich ihre Mutter hat sie auf der Säuglingsstation der barmherzigen Schwestern abgelegt.
01:02:39In einem Bettchen.
01:02:42Mit einer Handpuppe.
01:02:49Einer Prinzessin.
01:02:50Du hast eine blühende Fantasie, Vera.
01:03:12Nur weil zwei Handpuppen nicht zusammenpassen.
01:03:15Und hier irgendwo ein Findelkind herumläuft und du stellst mir was.
01:03:19Schau mich an.
01:03:20Traust du mir das zu?
01:03:27Nein.
01:03:30Tut mir leid, Mama.
01:03:32Tut mir so leid.
01:03:33Entschuldige.
01:03:35Entschuldige, Mama.
01:03:38Jetzt guck.
01:03:39Also manchmal kann ich dich überhaupt nicht leiden.
01:04:03Dafür liebe ich dich umso mehr.
01:04:04Bitte, der Gustl kennt sie.
01:04:08Wen?
01:04:09Na ja, also die Handpuppe von der Charlie.
01:04:11Ich hab doch einmal, also wo die Vera noch ein Kind war, hab ich für sie Puppentheater gespielt.
01:04:18Und wenn mich nicht alles täuscht, da waren das genau dieselben Puppen.
01:04:23Nur die Prinzessin war anders.
01:04:25Warum?
01:04:25Weil sie doch die Charlie hat.
01:04:28Wieso hat die Charlotte die Prinzessin von der Vera?
01:04:31Ich muss weg.
01:04:37Vera und Charlotte haben doch überhaupt nichts miteinander zu tun.
01:04:41Ja, richtig.
01:04:44Jetzt sind soll ich zwar weg.
01:04:50Hallo, Ursula.
01:04:52Max.
01:04:53Das ist ja schön, dich zu sehen.
01:04:57Willst du mit mir über die Verlobung reden?
01:05:00Nein.
01:05:01Über deinen Brief.
01:05:03Von damals.
01:05:12Ich schreibe dir, weil ich ein wenig Angst davor habe, es dir zu sagen.
01:05:16Ja, mein Liebster, es ist noch nicht sicher.
01:05:18Aber ich glaube, du und ich, wir bekommen ein Kind.
01:05:36In ewiger Liebe, deine Ursula.
01:05:43Mama.
01:05:48Dein Vater und Ursula haben ein Kind zusammen.
01:05:57Was?
01:06:18Charlie.
01:06:33Charlie, warte mal ab von mal.
01:06:37Wir müssen darüber reden.
01:06:38Worüber müssen wir reden?
01:06:40Über den Schmerz deiner Mutter?
01:06:41Oder über das, was ich in deinen Augen gesehen habe?
01:06:44Natürlich können wir auch über meinen Vater reden.
01:06:45Pardon, Andreas.
01:06:46Unseren Vater.
01:06:47Ich sollte ja nicht mal daran denken, dass wir Halbgeschwister sein könnten.
01:06:51Ich sollte deine Familie hier aus dem Spiel lassen.
01:06:56Sag mal, was ist eigentlich los?
01:07:00So wie es aussieht, ist Charlotte die Tochter meines Vaters.
01:07:03Und?
01:07:04Meiner Mutter.
01:07:07Ich habe immer gedacht, dass ich meine Mutter von allen Menschen auf der Welt am besten kenne.
01:07:10Und jetzt?
01:07:13Wer hat meine Schwester, Andreas?
01:07:14Und du liebst sie.
01:07:28Warum hast du denn diesen Brief nicht weggeschmissen?
01:07:32Warum hast du denn diesen verdammten Brief nicht weggeschmissen?
01:07:35Siehst du, Julian und ich, wir sind zusammen aufgewachsen.
01:07:39Der war für mich wie ein jüngerer Bruder.
01:07:43Und als er dann ums Leben gekommen ist...
01:07:45Er ist mit 100 Stundenkilometer gegen einen Baum gereist.
01:07:47So eilig hatte er es vor mir wegzukommen.
01:07:50Nur weil er vielleicht Vater wird.
01:07:51Also, ich konnte nichts wegwerfen, was irgendwie mit ihm zu tun hat.
01:07:56Und dann, irgendwie habe ich gehofft, wenn du ein Kind von ihm bekommst...
01:08:01Dass du ihn nicht ganz verlierst.
01:08:05Warum hast du zu mir gesagt, dass du dich geirrt hast?
01:08:08Dass du nicht schwanger bist?
01:08:09Weißt du, Max?
01:08:14Julian war mein Prinz auf dem weißen Pferd.
01:08:18Das, wovon jedes Mädchen träumt.
01:08:20Und plötzlich gab es einen Knall.
01:08:24Und mein Prinz war tot.
01:08:26Und durch den Schock...
01:08:27Hast du geglaubt, du bist nicht schwanger?
01:08:30Ich hab's verdrängt.
01:08:31Ich wollte's nicht, also war ich's nicht.
01:08:34Der Mensch glaubt das, was er glauben will.
01:08:36Aber warum hast du nicht mit mir geredet?
01:08:39Oder mit deinen Eltern?
01:08:43Mit meinen Eltern?
01:08:47Das war der einzige Gedanke, der mir damals nicht gekommen wäre.
01:08:51Ist das nicht seltsam?
01:08:53So fremd waren mir die.
01:08:56Max, du bist mein Freund.
01:08:58Tu mir einen Gefallen, schick sie weg.
01:09:01Rede wenigstens mit ihr.
01:09:02Sie hat ein Recht darauf.
01:09:07Was ist denn vor?
01:09:14Gib mir das und sag, sie kann noch mehr haben.
01:09:16Aber sie soll verschwinden.
01:09:17Ich will nicht, dass sie mein Leben zerstört.
01:09:20Als ob es dir gefällt oder nicht.
01:09:22Charlotte ist deine Tochter.
01:09:23Und nicht sie zerstört dein Leben, sondern du selbst.
01:09:25Wenn du nicht als erwachsene Person endlich zu dem stehst,
01:09:28was das junges, verzweifelndes Mädchen getan hat.
01:09:30Max, ich bitte dich dran.
01:09:31Nein!
01:09:34Wenn du wirklich willst, dass sie weggeht,
01:09:36dann musst du es ja schon selber sagen.
01:09:40Und schau deiner Tochter dabei genau in die Augen.
01:09:45Vor allem, wenn du ihr das Geld gibst.
01:09:47Was ...
01:10:01Was ...
01:10:10Untertitelung. BR 2018
01:10:40Du glaubst, Ursula und ich, äh, ja, steht denn in diesem Brief? Irgendwo, an irgendeiner Stelle, Max?
01:10:59Mein Liebster reicht völlig.
01:11:01Ah, hat 40 Jahre Ehe. Da kommt eine Frau und schreibt in einem Brief mein Liebster. Schon denkst du, ich sei das.
01:11:08Julian war ihr Vater.
01:11:12Julian?
01:11:13Ja.
01:11:16Julian?
01:11:19Julian.
01:11:21Charlie!
01:11:32Charlie!
01:11:39Charlie, hör mir zu! Mein Vater ist nicht dein Vater. Dein Vater heißt Julian.
01:11:46Charlie!
01:11:49Vielleicht haben wir nicht den selben Vater, aber Vera ist meine Halbschwester.
01:11:55Ich nehme meine Schwester, nicht den Mann weg.
01:11:58Ich nehme meine Schwester, nicht den Mann weg.
01:12:02Hör mir zu, bitte.
01:12:05Und Vera und ich, wir sind schon so lange zusammen.
01:12:08Und so selbstverständlich, so dass wir uns nie gefragt haben, ob wir uns wirklich lieben oder einfach nur gute Freunde sind.
01:12:13Aber seit ich dich kenne, habe ich angefangen, mich das zu fragen. Jeden verdammten Tag.
01:12:23Charlie, ich liebe dich.
01:12:27Ich liebe dich auch.
01:12:28Aber reicht das denn?
01:12:31Es kommt doch darauf an, ob man zusammenpasst, dass man dasselbe will, dass man dieselben Ziele hat.
01:12:41Wäre es wie du.
01:12:44Vera ist wie du.
01:12:59Vera liebt dich.
01:13:01Und wenn ich weg bin, dann wirst du merken, dass du sie auch noch liebst.
01:13:07Was ist mit Ursula? Was ist mit deiner Mutter? Hast du schon mit ihr geredet?
01:13:30Nein.
01:13:32Du musst nicht fassen, du willst nicht mal mit ihr reden.
01:13:33Ich hätte, ob meine Eltern hören sollen. Ich habe sie niemals suchen dürfen.
01:13:37Aber du hast sie gesucht und du hast sie gefunden, verdammt noch mal.
01:13:40Jetzt willst du nicht mal rausfinden, was damals passiert ist.
01:13:42Okay, dann lauf doch einfach weg. Wie deine Mutter damals.
01:13:45Klar, ist ja auch leichter, sich einfach treiben zu lassen. Mal hierhin, mal dorthin, ohne Orientierung.
01:13:49Dann schreibst du irgendwo über irgendwelche Menschen.
01:13:51Und nicht so ein einziges Mal zu fragen, wer bin ich? Und wer sind die anderen?
01:13:55Wer sind die Menschen, die mir wirklich nahe stehen?
01:14:03Okay.
01:14:06Soll es Comment ab jetzt eigentlich gehen?
01:14:10Ich verstehe.
01:14:13Anhalt ist es mich, Herr.
01:14:15Untertitelung. BR 2018
01:14:45Hey. Ja? Hast du mit deiner Mutter geredet?
01:15:06Wir haben angefangen. Ich verstehe noch nicht viel.
01:15:15Aber eins verstehe ich, dass, obwohl meine Mutter es nicht wahrhaben wollte, ihr ganzes Leben von dem geprägt war, was damals passiert ist.
01:15:26Dass sie Charlie weggegeben hat.
01:15:27Und deshalb hatte sie auch so eine wahnsinnige Angst davor, dass...
01:15:36Du dich auch in den falschen Mann verliebst.
01:15:40Und da habe ich mir dich ausgesucht.
01:15:42Vera...
01:15:48Du gibst mir Sicherheit. Ich fühle mich bei dir geborgen.
01:15:54Du bist genau der richtige Mann, den meine Mutter sich für mich wünschen würde.
01:16:00Aber weißt du...
01:16:02Schon bevor Charlie gekommen ist, habe ich mich manchmal gefragt, ob es auch wirklich das ist, was ich will.
01:16:13Und?
01:16:13Ich will keine Sicherheit, Andreas.
01:16:20Ich will wissen, wie es ist, zu lieben.
01:16:25Leidenschaftlich, mit Sehnsucht und Herzklopfen und...
01:16:28Und gleichzeitig habe ich Angst davor, dass du nicht bei mir bist, um meine Hand zu halten.
01:16:42Und du hast so lange meine Hand gehalten.
01:16:48Du bist mein Freund.
01:16:49Und das reicht nicht zum Heiraten.
01:16:59Sag mal...
01:17:01Trennst du dich etwa gerade von mir?
01:17:11Es wird Zeit, dass du Charlie zurückholst.
01:17:19Juhu...
01:17:38Juhu...
01:17:40Vera, darf ich reinkommen?
01:17:55Natürlich.
01:18:02Kann ich mich auch setzen?
01:18:04Klar.
01:18:10Ich glaube, es wäre gemütlicher, wenn du dich aussetzen würdest.
01:18:22Es tut mir alles so leid, Vera. Vor allem für dich.
01:18:28Es ist gut, dass wir endlich alle damit aufgehört haben, uns zu belügen.
01:18:32Mutter. Auch ich.
01:18:35Wieso du?
01:18:36Ich muss endlich herausfinden, wer ich wirklich bin. Ohne meine Mutter.
01:18:45Und wen ich wirklich liebe.
01:18:47Du liebst doch Andreas.
01:18:50Ich habe mich getrennt.
01:18:51Ich wollte dir nur sagen, dass, falls du irgendwann wissen möchtest, was damals passiert ist,
01:19:02ich weiß, dass unsere Mutter auf dich wartet.
01:19:05Ich habe mich getrennt.
01:19:35Und was?
01:19:36Was?
01:19:37Nein, ich.
01:19:38Komm.
01:19:39Na komm, Kassel.
01:19:40Komm.
01:19:41Komm.
01:19:42Na komm, Kassel.
01:19:44Komm.
01:20:12Ist er das?
01:20:35Nein.
01:20:37Das ist er nicht.
01:20:42Er ist mein Vater.
01:20:48Und wo ist er?
01:20:55Warum?
01:20:58Setz dich bitte.
01:21:09Ich war kein sehr glückliches junges Mädchen.
01:21:12Ich war viel allein, meine Eltern waren so gut wie nie zu Hause.
01:21:16Ich war sehr scheu und sehr einsam.
01:21:23Und dann kam dein Vater.
01:21:27Julian.
01:21:30Wir kannten uns schon vom Sehen, er war ja immer mit Max, Max Ehrenfels zusammen.
01:21:35Und unsere Familien waren alle befreundet.
01:21:36Ich mochte ihn sehr gerne.
01:21:39Er war so ganz anders als ich.
01:21:43Er war so lustig.
01:21:45Und er war ein unglaublich hübscher Junge.
01:21:49So hübsch wie du.
01:21:52Eines Tages stand er plötzlich vor mir, unten am See, hat mich angestreit und hat mir dieses Herz geschenkt.
01:22:04Und ab da waren wir zusammen.
01:22:10Und plötzlich ging in meinem Leben die Sonne auf.
01:22:16Alles war hell, warm und schön.
01:22:23Und als ich schwanger wurde, träumte ich von einem Märchen zu dritt.
01:22:27Ich dachte, was soll mir schon passieren?
01:22:31Er wird mich und mein Baby auf Händen durchs Leben tragen.
01:22:35Aber hat er nicht?
01:22:37Nein.
01:22:39Hat er nicht.
01:22:42Ich habe ihm einen Brief geschrieben, dass wir vielleicht ein Baby erwarten.
01:22:46Und er hat nicht einmal mehr mit mir gesprochen.
01:22:50Er hat seine Sachen gepackt und ist losgerast.
01:22:52Und frontal ging er im Baum gekneit.
01:22:59Er war sofort tot.
01:23:04Ich wollte das lange nicht wahrhaben.
01:23:07Ich konnte es gar nicht glauben.
01:23:10Ich bin immer wieder zu einen Plätzen gelaufen, wo wir gemeinsam waren und habe auf ihn gewartet.
01:23:15Ich habe gehofft, Julian wird jetzt gleich kommen und dann wird alles gut.
01:23:19Aber nichts wurde gut.
01:23:23Ich habe mich immer mehr zurückgezogen.
01:23:27Und die Schwangerschaft habe ich völlig verdrängt.
01:23:29Weil ich überhaupt nicht, überhaupt nicht wusste, wie ich das alleine schaffen sollte.
01:23:36Aber hat dir niemand was gesehen?
01:23:41Oder bemerkt?
01:23:43Nein.
01:23:45Hat niemand was bemerkt.
01:23:46Ich ließ ja niemand mehr an mich ran.
01:23:50Und meine Eltern waren so wild.
01:23:52Für sich selbst und fürs Geld.
01:23:57Ich habe dich alleine in meinem Zimmer auf die Welt gebracht.
01:24:03Ich habe die Nabelschnur durchgeschnitten und dich in eine Decke gewickelt.
01:24:06Und die Handpuppe genommen.
01:24:08Als ich klein war, habe ich mit meinem Puppentheater immer Familie gespielt.
01:24:17So, wie ich sie gern gehabt hätte.
01:24:20Mit ganz viel Liebe und Geborgenheit.
01:24:22Und die Prinzessin war die Mutter.
01:24:26Und die hat mich beschützt.
01:24:28Und damals dachte ich, jetzt soll sie dich beschützen.
01:24:32Hast du es dir nie bereut?
01:24:37Doch.
01:24:40Es hat mich nie mehr losgelassen.
01:24:43Ich hatte alle Jahre denselben Traum.
01:24:48Ein Kind kommt zu mir.
01:24:50Und fragt mich, warum ich es nicht weggele.
01:25:02Verzeih mir bitte.
01:25:20Mama.
01:25:46Andreas.
01:25:47Andreas.
01:25:50Diesmal habe ich mich nicht verfahren.
01:25:54Weil ich jetzt endlich weiß, wo ich nicht will.
01:25:56Zu dir.
01:25:58Erinnere mich noch.
01:26:10Und die Welt?
01:26:11Das enge Leben mit mir?
01:26:13Ich habe ein bisschen geschwendelt wegen Wehra.
01:26:16Ich will diese Welt und dieses Leben.
01:26:18Ich will jeden Winkel hier kennenlernen.
01:26:20Und die Menschen.
01:26:22Ich will darüber schreiben.
01:26:26Und wenn es uns mal ein bisschen zu eng wird,
01:26:28dann reisen wir.
01:26:30So lange herum, bis der Widerwissen unser Zuhause ist.
01:26:32Wir wissen noch einmal.
01:26:41Ich will das bitte.
01:26:50います.
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