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  • vor 5 Stunden
Wenn Frauen töten, erregt das in der Öffentlichkeit oft große
Aufmerksamkeit – auch, weil sie nur sehr selten Tötungsdelikte
begehen.

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Transkript
00:01Heute in XY Spuren des Verbrechens.
00:09Sie sagen ja gar nichts.
00:12Wenn Frauen töten, dann selten.
00:15Und gerade deshalb erzählt jede Tat eine besondere Geschichte.
00:19Bitte die Kollegin von der Kirchenhof.
00:23Kann ich ein Anwalter werden?
00:36Im eigenen Zuhause ermordet. Von einer Frau.
00:41Wir haben Fälle gesehen aus dem Archiv von Aktenzeichen XY Ungelöst, die bis heute Fragen aufwerfen.
00:47Nämlich, warum nur 15 Prozent aller Tötungsdelikte von Frauen begangen werden.
00:53Herzlich willkommen zu XY Spuren des Verbrechens.
00:57Ich bin Helene Reiner und ich möchte herausfinden, warum Frauen seltener töten.
01:03Gehen sie dabei anders vor? Und haben sie andere Motive?
01:06Unser erster Fall zeigt, dass auch Frauen manchmal brutal und kaltblütig handeln.
01:15Es ist der Abend des 7. September 2013.
01:18Der erste Lauf war nix. Okay. Gibt da Platz. Aber dann...
01:22Mit Vollgas auf Platz 2, Papa. Hast du vorher schon erzählt.
01:25Krass, Eke.
01:27Danke. Ich hoffe, morgen hat es noch besser.
01:29Klar, morgen fährst du aufs Podest. Platz 3 reich. Dann fährst du zu den deutschen Meisterschaften.
01:35Holger Wolpe ist 53 Jahre alt, Inhaber einer kleinen Spedition und lebt mit seiner Frau und den vier Kindern in
01:42einer Reihenhaussiedlung in Hanau.
01:44Drei seiner Kinder gehen noch zur Schule.
01:47Greifst morgen noch mal richtig an. Beim Start. Da hättest du heute noch was rausholen können.
01:52Ich habe halt immer Angst vor einem Frühstart.
01:54Morgen klappt das. Glaub an dich.
01:57Danke, Papa.
01:58Jetzt aber ab ins Bett, sonst verschläfst du den Start morgen noch ganz.
02:01Okay.
02:03Ich schaue noch ein bisschen fern.
02:07Guten Tag, Papa. Hast du lieb?
02:09Gute Nacht, Kim.
02:13Holger Wolpe schläft gerne mal im Fernsehsessel ein.
02:32Wer ist denn das jetzt?
02:35Wer ist denn das jetzt?
02:40protThe Bernard hat auch Angst der Haupt?
02:49Ciao, Peter.
02:53Ach!
02:56Ach!
02:59Ach!
03:15Blut ist ja...
03:16Oh mein Gott, das ist nicht passiert.
03:24Da ist überall Blut. Kommen Sie schnell.
03:26Mama, bitte.
03:27Mama, was passiert?
03:28Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
03:30Ich gehe ins Wohnzimmer und hole ein Kissen.
03:32Ich glaube, er ist bestürzt.
03:33Mama, was ist mit Papa passiert?
03:35Ich weiß es nicht. Ich habe es auch nicht gesehen.
03:36Mama, ist alles gut?
03:38Ja, ich weiß.
03:39Ja, ich gehe los.
03:41Ja, danke.
03:47Was ist passiert?
03:48Ich weiß es doch auch nicht, Schatz.
03:49Ich habe es nicht gesehen.
03:50Ich habe es nicht gesehen, aber ja.
03:52Es wird alles gut.
03:53Fertig.
03:54Nur, das ist schon unterwegs.
03:56Mama, wo gehst du hin?
03:58Du bleibst jetzt erst mal hier.
03:59Ich sehe nach, wo der Notarzt bleibt.
04:02Mama.
04:03Papa, sag doch was.
04:05Papa.
04:08Papa.
04:11Ja, wir fahren doch jetzt ins Krankenhaus.
04:13Wie sagen wir das alles wieder gut?
04:15Ja, wir kriegen das alles hin.
04:16Wir haben überhaupt nicht gesehen, warum er eigentlich gestürzt ist, was jetzt überhaupt passiert.
04:20Ist es schlimm?
04:21Ihr Mann hat Schussverletzungen im Bauch und im Arzt.
04:23Was?
04:25Schussverletzungen?
04:25Ja, aber das kann es doch überhaupt nicht geben.
04:28Er wird doch wieder gesund, oder?
04:30Schussverletzungen?
04:33Holger Wolpes Verletzungen sind zu schwer.
04:36Eine Stunde nach der Tat, um 0.38 Uhr, verstirbt er in der Klinik.
04:44Der Familienvater Holger Volpe wird in seinem eigenen Zuhause getötet.
04:48Durch die geschlossene Glastür mit drei Schüssen.
04:51Geschossen hat eine Frau, die ihr Opfer sogar sehr gut kannte.
04:56Wir erfahren später noch, wer sie war und welches Motiv sie hatte.
05:00Unser nächster Fall, wieder ein brutaler und zunächst auch mysteriöser Mord.
05:05Die Ermittler haben zehn Jahre lang versucht, ihn aufzuklären, ohne Erfolg.
05:10Bis dann der entscheidende Hinweis durch Aktenzeichen XY ungelöst kam.
05:14Eine zerstückelte Leiche in einem Müllbeutel verpackt und in einen Fluss geworfen.
05:20Im Mai vergangenen Jahres bat die belgische Polizei in diesem Fall um ihre Mithilfe, liebe Zuschauer.
05:26Schlüssel zum Erfolg war die Tätowierung des Opfers.
05:29Ein Zuschauer erkannte sie und führte die Polizei auf die richtige Spur.
05:34Bei dem Mordopfer handelt es sich um einen damals 46 Jahre alten Mann aus Bergheim bei Köln.
05:41Seine Ehefrau hatte ihn nie als vermisst gemeldet, aus gutem Grund, wie sich jetzt herausstellte.
05:47Die beiden waren gerade mal acht Monate verheiratet, als er verschwunden ist.
05:51Und wenn er nicht selber mit seinem Ableben zu tun ist, dann gehst du doch sofort zur Polizei.
05:55Na sicher. Aber für einen Haftgefühl reicht das nicht aus.
05:58Wir haben keinen einzigen Beweis. Nur Indizien.
06:01Aber davon jede Menge.
06:03Kurz nach seinem Verschwinden hat sie ihn bei der Arbeit krank gemeldet.
06:06Dann hat sie die Wohnung gekündigt und sein Auto verkauft.
06:08Und vier Wochen später reicht sie die Scheidung ein, die dann ein Jahr darauf in seiner Abwesenheit vollzogen wird.
06:13Schau dir das mal an.
06:15Sag mal, ich weiß, ich kenne die Akte.
06:17Inzwischen ist die Frau auch wieder verheiratet.
06:19Na also.
06:22Die Welge haben doch erzählt, dass der Hinweisgeber von Aktenzeichen Exeption
06:26auch noch irgendwas von einem Streit erwähnt hat.
06:29Ah ja, hier. Schwierigkeiten zu Hause.
06:32So hat es Peter Krämer ihm gegenüber ausgedrückt.
06:35Und dann hat er nie wieder was von ihm gehört.
06:37Schwierigkeiten zu Hause.
06:40Das könnte für einen Anfangsverdacht samt Durchsuchungsbeschluss sein.
06:55Guten Morgen.
06:57Heiman, Kripo Köln.
06:58Meine Kollegin Frau Goik.
07:00Frau Mayer, wir legen Ihnen zur Last, Ihren Mann im Juni 2008 getötet
07:04und dann in der Maß abgelegt zu haben,
07:07beziehungsweise an den Tathandlungen beteiligt gewesen zu sein.
07:10Sie haben das Recht zu schweigen und sich einen Anwalt zu nehmen.
07:14Haben Sie das so weit verstanden?
07:17Das habe ich, aber ich glaube, ich brauche gar keinen Anwalt.
07:20Ich kann Ihnen das auch so erklären.
07:23Darüber ist denn das so früh?
07:24Es geht um meinen Ex-Mann.
07:25Mach dir keine Sorgen, das klärt sich alles auf.
07:27Wenn Sie die Kollegen bitte in die Wohnung lassen,
07:29wir haben einen Durchsuchungsbeschluss.
07:30Zeigen Sie bitte.
07:34Dürfen wir reinkommen?
07:35Ja, kommen Sie.
07:43Würden Sie uns bitte auf die Dienststelle begleiten?
07:46Klar, ich hole nur meine Jacke.
07:50Dieter, schau dir das mal an.
07:55Ah, interessant.
08:02Was sagen Sie zum Tatvorwurf?
08:04Ich bin es nicht gewesen.
08:06Wer hat Ihren Mann dann getötet?
08:09Fallen da hat er genug.
08:12Das Ehepaar hat keine Kinder.
08:14Die Frau stammt aus Polen.
08:20Kommen wir zu dem Tag,
08:22an dem Sie Ihren Mann zum letzten Mal gesehen haben.
08:25Schildern Sie uns das bitte ganz genau.
08:29Das war...
08:31Irgendwann im Juni,
08:33wir hatten Streit.
08:35Danach ist er abgehauen
08:36und ich habe ihn nie mehr gesehen.
08:39Ihre Nachbarn haben ausgesagt,
08:40dass Sie beide häufiger gestritten haben.
08:44Also was war dieses Mal anders?
08:47Er hat mich geschlacken.
08:50Immer.
08:53schon vor unserer Hochzeit.
08:58Zuerst war der Alkohol schuld,
08:59dann sein Vater,
09:00den er als Kind missbraucht hat.
09:02Irgendwann hat er gar keine Ausrede mehr gebraucht
09:04und einfach grundlos zugeschlagen.
09:09Mir hat keiner geholfen,
09:10verstehen Sie?
09:12Niemand.
09:13Wann und wie sind Sie denn damals
09:15mit Ihrem Mann zusammengekommen?
09:18Ich bin mit 18 aus Polen, Herr.
09:22Ich hatte keine andere Wahl,
09:24musste als Prostituierte arbeiten.
09:28Mein Mann war ein freier,
09:29ich dachte, mit ihm wäre alles besser.
09:32Was ist an dem Arm genau passiert?
09:35Er hatte seine Tabletten genommen.
09:38Ein Berührungsmittel,
09:40das hat ihn der Arzt
09:41für seine Depressionen verschieben,
09:43aber...
09:44Aber es hat nicht gewirkt.
09:47Und er ist aufgewacht.
09:50Wegen Biker, meiner Katze.
10:02Die tatverdächtige Ehefrau
10:04schildert eine Notwehrsituation.
10:07Halt endlich deinen Maul!
10:09Halt endlich!
10:10Was ist das Scheiß?
10:11Wie endlich kastriert,
10:11sonst mache ich das!
10:14Weika, wo bist du?
10:16Weika, komm her!
10:18Weika, komm her!
10:23Ich will meine Ruhe haben!
10:25Entweder soll ich schulaufhören oder ich!
10:36Doch es kommen Zweifel auf,
10:38als es um die Beseitigung der Leiche geht.
10:41Die Ermittler glauben ihr nicht.
10:43Es fehlen ihnen noch immer
10:44die Beweise dafür.
10:46Alleine!
10:48Ich weiß selber nicht mehr,
10:49wie ich das geschafft habe.
10:50Äh, Adrenalinschock, keine Ahnung.
10:53Ihre Wohnung
10:55muss danach ziemlich blutig gewesen sein.
11:00Wie haben Sie das alles sauer bekommen?
11:02Mit ganz Verleinigungsmitteln.
11:05Und ein paar Wochen später
11:06haben wir renoviert.
11:08Wer?
11:09Wer ist wir?
11:13Ein ehemaliger Kollege aus dem Nachtclub
11:15von Amir ist Fotograf
11:18und hat damals Bilder von uns
11:19für die Internetseite gemacht.
11:22Aber als er mir mit der Wohnung geholfen hat,
11:24war da kein Blut mehr.
11:25Also, er wusste nicht,
11:29was vorpassiert war.
11:31Könnte der ehemalige Kollege
11:33ein Komplize sein?
11:36Was genau haben Sie denn
11:38in der Wohnung
11:39Ihrer Bekannten renoviert?
11:41Ja, also,
11:43wir haben den Boden raufgerissen
11:44und die Möbel
11:46aus dem Schlafzimmer entsorgt.
11:47Die Wände gestrichen.
11:50Was man halt so macht,
11:51wenn man es wieder schön haben will.
11:53Was war denn nicht mehr schön
11:54in der Wohnung?
11:56Der Boden,
11:57der war hinüber,
11:59weil die Kühltruhe ausgelaufen war.
12:01Und wo stand die Kühltruhe?
12:04In der Küche natürlich.
12:05Ah, warum wollte sie dann
12:07die Möbel im Schlafzimmer entsorgen?
12:09Das macht ja dann
12:10in diesem Zusammenhang
12:11gar keinen Sinn.
12:13Kann es sein,
12:14dass Sie und Daria
12:14die Möbel samt Laminat
12:16nicht wegen eines Wasserschadens
12:17entsorgt haben,
12:18sondern weil da überall Blut war?
12:25Na gut.
12:29Ich habe ihr geholfen.
12:34Nicht, ihn zu töten.
12:36Nur hinterher.
12:45Dagmar,
12:47ich schreibe jetzt bitte
12:47alles genauso mit,
12:48wie ich es sage.
12:50Es bestehen erhebliche Zweifel
12:52an dem,
12:52was Sie bisher hier ausgesagt haben.
12:55Der Fotograf,
12:56von dem Sie gestern gesprochen haben,
12:57sitzt nebenan.
12:59Sie hatten ein Verhältnis
13:00mit ihm.
13:01Schon vor der Ehe
13:03mit Peter.
13:04Sie sind ins Schlafzimmer
13:07und haben Ihren Mann
13:08mit etlichen Stichen
13:09und einem Baseballschläger
13:10getötet.
13:11Dann haben Sie
13:12Ihren Liebhaber angerufen.
13:14Am nächsten Tag
13:15haben Sie die Leiche
13:17Ihres Mannes
13:18gemeinsam über die Grenze
13:19an die Mars gefahren
13:20und dort versenkt es.
13:31Kann ich einen Anwalt haben?
13:34Die Ermittler
13:35konnten also herausfinden,
13:36dass die Tat
13:37keine Notwehr war,
13:38sondern geplant.
13:39Die Täterin
13:40gab ihrem Ehemann
13:41ein Mittel,
13:41das ihn außer Gefecht
13:42setzte
13:43und stach dann
13:44auf ihn ein.
13:45Das Urteil
13:46lebenslange Haft
13:47wegen Mordes.
13:48Und auch der Komplize
13:49wurde verurteilt
13:50wegen Beihilfe
13:52zum Mord.
13:52In diesem Fall
13:54gab die Täterin
13:55an,
13:55dass ihr Ehemann
13:56sie geschlagen habe.
13:58Ich würde gerne wissen,
13:59inwiefern Gewalt
14:00eine Rolle spielt,
14:01wenn Frauen morden.
14:03Und darüber kann ich
14:04jetzt mit Dr. Nala Saimé
14:06sprechen.
14:06Sie ist forensische
14:07Psychiaterin
14:08und erforscht
14:09die psychologischen
14:10Hintergründe
14:11von Gewalttaten.
14:12Hallo Frau Dr. Saimé.
14:14Guten Tag Frau Rainer.
14:16Hier hat also eine Frau
14:17ihren Partner getötet.
14:19Gibt es dafür
14:20einen Begriff
14:20und ist dieser Fall
14:21ein klassisches Beispiel
14:23für so eine Tat?
14:24Die Tötung des Partners
14:25fasst man unter dem
14:27Oberbegriff des Intimizids
14:28zusammen.
14:29Das kann der Ehepartner sein,
14:30der Lebensgefährte
14:30oder auch eine
14:31kurzfristige Beziehung.
14:33Die Motive sind
14:34unterschiedlich.
14:35Man muss zunächst mal
14:36ganz klassische Motive
14:37der psychischen
14:38Erkrankungen
14:39wie eben Psychosen,
14:41die selten sind
14:41in dem Fall,
14:42unterscheiden
14:43von anderen Motiven.
14:45Dazu gehört
14:45die Hinderniselimination,
14:48also den Weg
14:48freizumachen
14:49für einen neuen Partner,
14:50die Habgier
14:50oder auch der sogenannte
14:51Tyrannenmord,
14:53nämlich dann,
14:53wenn die Beziehung
14:54vorher hochgradig
14:55gewalttätig gewesen ist.
14:56Insofern ist das hier
14:57ein gewissermaßen
14:59klassisches Motiv
15:01der Tötung
15:02durch eine Frau.
15:04Gibt es Unterschiede
15:05bei Frauen
15:06und Männern
15:07in Bezug auf
15:08das Umfeld
15:09beziehungsweise
15:09den Kontext,
15:10in dem sie morden?
15:11Bei Männern ist es
15:12durchaus so,
15:13dass gerade
15:14die mannmännliche Tötung
15:15häufiger
15:16in einem Umfeld
15:17passiert,
15:17wo es keine enge
15:18emotionale Bindung
15:19zwischen Tätern
15:20und Opfern gibt.
15:20Also denken Sie
15:21zum Beispiel
15:21an den Totschlag
15:22bei Zechkumpanen,
15:25Auseinandersetzungen
15:26in einem
15:27an sich schon
15:28gewaltdominierten
15:29Milieu.
15:30Und Frauen
15:31in der Tat,
15:32wenn sie Tötungen
15:32begehen,
15:34die Opfer
15:35im sozialen
15:35Nahfeld haben,
15:36das liegt einfach
15:37daran,
15:37dass das
15:38eine Sphäre
15:39ist,
15:39wo auch die
15:40meisten
15:40konflikthaften
15:41Beziehungen
15:42entstehen
15:43oder auch
15:43die größte
15:44emotionale
15:45Überforderung
15:45vorhanden ist.
15:46Was machen
15:47Frauen noch anders?
15:48Welche Mordwaffen
15:49nutzen Sie zum Beispiel?
15:51Wenn man als Frau
15:52einen Erwachsenen
15:54tötet,
15:55einen Erwachsenen
15:55Mann tötet,
15:56ist es ja in der Regel
15:57so, dass es eine
15:57körperliche Unterlegenheit
15:59der Täterin gibt.
16:00Das heißt,
16:00es werden dann
16:01Waffen eingesetzt,
16:02also Messer,
16:04Hammer,
16:05Schlagwerkzeuge,
16:06um jemanden zu erschlagen.
16:07Die Methode
16:08ist in der Regel so,
16:09dass dann
16:10Arglosigkeit
16:12ausgenutzt wird,
16:13also dass
16:14die Täterin
16:15das Opfer
16:16überrascht,
16:17im Schlaf zum Beispiel
16:18oder Hinterrücks
16:19angreift und den
16:20Überraschungseffekt
16:21ausnutzt,
16:21um die körperliche
16:22Unterlegenheit
16:23in irgendeiner
16:24Weise wettzumachen.
16:26Das heißt also,
16:27Frauen töten
16:28seltener,
16:29sind körperlich
16:31unterlegen,
16:32deswegen brauchen
16:32sie vermutlich
16:33auch eher mal
16:34Unterstützung.
16:35Aber warum
16:36fällt es uns
16:36eigentlich so schwer,
16:37Frauen überhaupt
16:39so eine Tat
16:40zuzutrauen?
16:41Zwölf bis
16:4215 Prozent
16:42aller Tötungsdelikte
16:43werden durch
16:44Frauen begangen.
16:45Also kulturell
16:46ist die Frau
16:46als solche
16:47über Jahrhunderte
16:48und Jahrtausende
16:49hinweg
16:49im Grunde
16:50ja belegt
16:51worden
16:51mit einem
16:52Stereotyp
16:52der
16:53Fürsorglichkeit.
16:54Die Frau
16:55als Mutter,
16:55die Frau
16:56als liebende
16:57und hegende
16:58Ehefrau.
16:59Und wenn
16:59eine Frau
17:00tötet,
17:01dann
17:02widerspricht
17:02das im Grunde
17:03unserem
17:03kulturell
17:04überlieferten
17:04Bild
17:05von
17:05Frauen.
17:06Vielen
17:07Dank.
17:08Dr.
17:09Salmeh
17:09hat gezeigt,
17:10dass Frauen
17:10gar nicht
17:11unbedingt
17:11anders
17:11töten
17:12als Männer,
17:13zumindest
17:13nicht was
17:13die Wahl
17:14der
17:14Tatwaffe
17:14angeht.
17:15Aber sie
17:16sind körperlich
17:16unterlegen
17:17und das
17:17müssen sie
17:18irgendwie
17:18ausgleichen.
17:20Das bestätigt
17:21unser erster
17:21Fall,
17:22der Mord
17:23an Holger
17:23Volpe.
17:24Er wurde
17:25in seinem
17:25eigenen
17:25Zuhause
17:26mit drei
17:26Schüssen
17:27niedergestreckt,
17:28während seine
17:29Frau
17:29ein Stockwerk
17:30höher
17:30schlief.
17:32Hatte
17:33Ihr Mann
17:33Feinde?
17:36Nein.
17:38Ich weiß
17:39nicht.
17:40Vielleicht
17:41in der
17:41Firma?
17:43Mein Mann
17:43hat ja die
17:44kleine
17:44Spedition.
17:46Vor einiger
17:47Zeit
17:47hat er
17:48einen
17:48Mitarbeiter
17:49entlassen
17:49müssen.
17:50Aber
17:51deswegen
17:54erschießt
17:55man doch
17:55niemanden.
17:58Sonst
17:58wer?
18:00Sonst
18:03fällt mir
18:05eigentlich nur
18:05einer ein.
18:06Vielleicht
18:08mein
18:09Bruder.
18:10Ihr
18:11Bruder?
18:13Ja,
18:13einer von
18:14meinen
18:14beiden
18:14Brüdern.
18:16Wir
18:16sind
18:16drei
18:17Geschwister.
18:17Ich
18:17meine
18:18den
18:18Helmut.
18:19Möchten Sie
18:19ein Glas
18:19Wasser?
18:20Ja,
18:20bitte gern.
18:24Da läuft
18:25ein
18:25Erbstreit
18:26schon seit
18:26Jahren.
18:29Meine
18:30Eltern,
18:30unsere
18:31Eltern
18:31haben uns
18:31Geschwistern
18:32ein Haus
18:33hinterlassen
18:33in Österreich,
18:35in Kärnten.
18:36Und der
18:37Helmut, der
18:37lebt jetzt die
18:38meiste
18:38Zeit dort.
18:39Das ist
18:39ist ja auch in
18:40Ordnung, aber
18:40dann soll er mich
18:41bitte ausbezahlen.
18:42Das ist ja schließlich
18:42auch mein
18:43Erbe.
18:45Aber
18:47ich hab bis heute noch
18:48keinen Euro
18:49gesehen.
18:50Und ich
18:51wollte deswegen auch
18:52nicht vor
18:52Gericht
18:54gehen.
18:54Danke.
18:56Aber mein
18:57Mann hat
18:57gesagt, dass ich
18:58wenigstens den
18:59Pflichtteil
18:59einklagen soll.
19:01Und deswegen war der
19:02Helmut natürlich
19:03nicht gut
19:03zu sprechen
19:04auf meinen
19:04Mann.
19:05Wo können
19:06wir denn
19:06Ihren
19:06Bruder
19:07finden?
19:08Der
19:08Helmut, der
19:09lebt
19:09abwechselnd in
19:10Österreich und
19:10in
19:10Deutschland.
19:12Momentan
19:13müsste er
19:13eigentlich hier
19:14sein.
19:15Er hat
19:16eine
19:16Lebensgefährtin
19:17in
19:18irgendwo
19:18Richtung
19:18Koblenz.
19:20Bei
19:20der
19:21lebt er
19:21dann.
19:22Der
19:22heißt
19:22Jasmin.
19:24Ja, das
19:24sollte ich
19:25wahrscheinlich
19:25auch noch
19:25sagen.
19:28Mein
19:28Bruder, der
19:29ist ein
19:29Waffennahr.
19:31Der
19:31hat alles, was
19:32man sich
19:32nur vorstellen
19:32kann.
19:34In der
19:35ersten
19:35Vernehmung
19:36verstrickt
19:36sich der
19:37Bruder
19:37in
19:37Falschaussagen.
19:39Seine
19:39Lebensgefährtin
19:40bestätigt
19:41jedoch sein
19:41Alibi.
19:42Die
19:43Kripo
19:43Hanau
19:43richtet
19:44eine
19:44Sonderkommission
19:45ein.
19:46Das ist
19:46die
19:47Auswertung
19:47der
19:48Spurensicherung.
19:49Tatwaffe
19:50ist aller
19:51Wahrscheinlichkeit
19:51nach eine
19:52Pistole der
19:53belgischen
19:53Marke
19:54Fabrik
19:54National.
19:55Modell
19:56FN
19:571910-22.
20:00Wurden
20:01Hülsen
20:02gefunden?
20:02Keine
20:03einzige.
20:04Das heißt,
20:05unser Täter hat
20:06wahrscheinlich eine
20:06Tüte als
20:07Fangsack
20:07benutzt.
20:08Und das heißt
20:09auch, er hat Ahnung
20:10vom Schießen.
20:12Auch das würde für den
20:13Schwager als Täter
20:14sprechen.
20:16Der Mann ist verrückt
20:17nach Waffen.
20:18Ja, aber Helmut
20:19Wagen hat auf die
20:20Kinder seiner Freundin
20:20aufgepasst.
20:21Er hätte sie
20:22ewig allein
20:22lassen müssen.
20:25Etwa ein Jahr
20:26nach dem
20:27Verbrechen
20:27zieht der
20:28Schwager von
20:28Holger
20:29Wolpe
20:29mit seiner
20:29Lebensgefährtin
20:30Jasimin
20:31Gynisch
20:31nach Österreich
20:32um.
20:34Der
20:35Umzug
20:35bedeutet für
20:36die
20:36Lebensgefährtin
20:37den Wechsel
20:37in ein
20:38ganz neues
20:38Lebensumfeld.
20:41Die
20:41Kripo
20:41Hanau
20:42bleibt
20:42dennoch
20:43an dem
20:43Paar
20:43dran
20:43und
20:44setzt
20:44sogar
20:45verdeckte
20:45Ermittler
20:45ein.
20:50Aufhören
20:50jetzt.
20:51Ich stelle
20:51die anderen
20:52Leute.
20:52Entschuldigen
20:53Sie bitte.
20:54Es tut
20:54mir wirklich
20:54leid.
20:55Kein Problem.
20:56Ich mag
20:57Kinder.
20:58Ja,
20:58das ist
20:58immer manchmal
20:59sehr nervig.
21:01Entschuldigen
21:01Sie bitte.
21:02Ja?
21:03Arbeiten
21:03Sie nicht
21:03in der
21:04Bäckerei
21:04hier um
21:05die
21:05Ecke
21:05an der
21:05Theke?
21:06Ja,
21:07das bin
21:07ich.
21:08Ich such
21:08nach einem
21:09Job.
21:09Vielleicht
21:09haben Sie
21:10eine Stelle
21:10für mich.
21:11Ich habe
21:11Erfahrung
21:12im
21:12Verkauf.
21:13Ja,
21:13ich glaube
21:13nicht.
21:14Mein
21:14Chef hat
21:14gerade erst
21:15mich frisch
21:15eingestellt.
21:17Wollen
21:17Sie
21:17sich
21:17nicht
21:18zugesetzen?
21:18Ja,
21:19gern.
21:21Ich
21:21mache
21:21Ihnen
21:21Platz.
21:24Danke.
21:26Sie sind
21:26frisch
21:27zugezogen
21:27und kennen
21:27ja noch
21:28niemanden.
21:29Ich bin
21:29übrigens
21:30Yasemin.
21:31Eische,
21:32wann
21:33sind
21:33Sie
21:33hierher
21:34gezogen?
21:34Yasemin
21:35Günisch
21:35freut
21:35sich
21:36über
21:36den
21:36neuen
21:36Kontakt.
21:37Die
21:37beiden
21:37Frauen
21:38freunden
21:38sich
21:38an.
21:39Fünf
21:39Monate
21:39später
21:40sollen
21:40sich
21:40endlich
21:40auch
21:41ihre
21:41Lebensgefährten
21:42kennenlernen.
21:43Sag mal
21:43noch
21:43mal,
21:43wie sind
21:44die so
21:44drauf?
21:45Nachdem,
21:45was ich
21:45von
21:45ihm
21:46gehört
21:46habe,
21:46ist
21:46er
21:46etwas
21:47schwierig,
21:47aber
21:48sie
21:48ist
21:48total
21:49locker.
21:54Ach,
21:55da sind
21:56Sie ja
21:56schon.
21:57Hallo.
21:57Eische,
21:58Erol.
21:59Ja,
21:59das ist
22:00der
22:00Helmut.
22:01Erol.
22:01Hallo.
22:03Kommt,
22:04Sie
22:04zu
22:04Stolz.
22:04Wollt
22:05ihr Papier haben?
22:06Ja,
22:06super,
22:06gerne natürlich.
22:07Du bist
22:08also die
22:08Eische.
22:08Ich habe
22:09schon so
22:09viel von
22:10dir
22:10gehört.
22:10Ich
22:11hoffe,
22:11nur
22:11Gute.
22:12Ja,
22:13Yasemin
22:13spricht
22:13nicht nur
22:14von
22:14dir.
22:15Und
22:15du bist
22:16Arzt,
22:16habe ich gehört.
22:17Respekt.
22:18Das ist nur
22:19der Beruf.
22:20Meine Berufung
22:21ist das
22:22Jagen.
22:23Wow.
22:24Hört sich spannend an.
22:27Was machst du so?
22:27Geschäfte.
22:29Welche
22:29Geschäfte?
22:30Geschäfte aller
22:31Art.
22:32Import,
22:32Export,
22:33solche Sachen.
22:35Verstehe.
22:36Es war so
22:37schön mit
22:38euch.
22:38Lasst uns das
22:39bitte wiederholen.
22:40Auf jeden Fall,
22:40das machen wir.
22:41Also,
22:42bis dann.
22:42Tschau,
22:43bis bald.
22:44Auf jeden Fall.
22:44Ciao.
22:52Aschi hier.
22:53Ja,
22:54die Sache läuft.
22:59Helmut Wagner
23:01fasst zunehmend
23:02Vertrauen und
23:03bietet dem
23:03verdeckten
23:04Ermittler eine
23:04Waffe zum Kauf an,
23:06nachdem dieser
23:06angibt,
23:07in Schwierigkeiten
23:08zu sein.
23:09Es ist der
23:10Durchbruch der
23:10Beweisführung.
23:11Die Tatwaffe
23:13taucht auf.
23:14Der Schwager
23:15wird im Mai
23:162016 von der
23:17österreichischen
23:18Polizei verhaftet.
23:25dennoch fehlen
23:26weiterhin die
23:27entscheidenden
23:28Beweise,
23:29bis auch das
23:30Handy seiner
23:30Lebensgefährtin
23:31Yasemin
23:32Günisch
23:32ausgewertet wird.
23:38Yasemin
23:38Günisch hat doch
23:39immer wieder
23:39gesagt,
23:40dass sie noch
23:40nie in Hanau
23:41beim Haus
23:42war.
23:43Ja,
23:44genau.
23:46Fünf Wochen
23:47vor dem
23:48Mord war ihr
23:48Handy allerdings
23:49genau dort
23:50eingeloggt.
23:52Ja,
23:53aber das ist
23:53ja nichts
23:53Neues.
23:54Also,
23:55so oft wie
23:55die beiden
23:56die Handys
23:56getauscht
23:56haben,
23:57da mussten
23:57wir davon
23:57ausgehen,
23:58dass Helmut
23:59Wagner
23:59mit dem
24:00Handy
24:00unterwegs
24:00war.
24:01Vielleicht
24:01nur mit
24:01seiner
24:01Schwester
24:02zu reden
24:02oder
24:02vielleicht
24:03die Tat
24:04vorzubereiten.
24:06Ja.
24:07Aber jetzt
24:08schau dir mal
24:08die SMS an,
24:09die von dem
24:09Handy aus
24:10Hanau
24:10versendet
24:11wurde.
24:15Ich liebe
24:15dich,
24:16mein Schatz.
24:18Ohne Punkt
24:19und Komma
24:20und alles
24:20in Großbuchstaben.
24:22Und wer
24:22von beiden
24:23schreibt
24:24seine Nachrichten
24:25immer so?
24:27Jasmin
24:28Günesch.
24:30Die SMS
24:31beweist,
24:32Jasmin
24:33Günesch
24:33hat gelogen.
24:34Sie war
24:35vor dem
24:36Mord
24:36doch in
24:36Hanau.
24:37Weil auch
24:38ihre Telefonate
24:39aufgezeichnet
24:40wurden,
24:40hören sich
24:41die Beamten
24:41die Aufnahmen
24:42an.
24:43Darunter
24:43ein Gespräch,
24:44das Jasmin
24:45Günesch
24:45nach dem
24:45Mord
24:46an Holger
24:46Wolpe
24:46mit einem
24:47Freund
24:47geführt
24:48hat.
24:48Mama,
24:49die Frauenstimme
24:50lauter.
24:51Ja,
24:51einmal
24:51ein Stück
24:52klar.
24:53Warum soll
24:54ich,
24:54warum soll
24:55ich nicht
24:55sagen,
24:55dass wir
24:56ruhig,
24:58ruhig.
24:58Warum soll
25:03ich nicht sagen,
25:04dass wir
25:07in Hanau waren?
25:08Sei ruhig.
25:13Wahnsinn.
25:14Das ist
25:15interessant.
25:17Alles
25:17deutet
25:18jetzt
25:18auf die
25:18Lebensgefährtin
25:19des
25:20bisherigen
25:20Hauptverdächtigen
25:21Helmut
25:21Wagner
25:22hin,
25:23Jasmin
25:23Günesch.
25:26Sie
25:26hat sich
25:26am Abend
25:27der Tat
25:27von einem
25:28Bekannten
25:28nach
25:28Hanau
25:29fahren
25:29lassen.
25:30Und
25:30schließlich
25:30wird
25:31klar,
25:31sie
25:32war
25:32die
25:32Schützin.
25:33Sie
25:33hat
25:34Holger
25:34Volpe
25:34durch
25:35die
25:35Glastür
25:36erschossen.
25:372018
25:38fällt das
25:38Urteil,
25:39lebenslange
25:39Haft
25:40für
25:40Jasmin
25:40G.
25:41wegen
25:41Mordes
25:41und
25:42neun
25:42Jahre
25:43für
25:43ihren
25:43Partner.
25:44Was
25:45dahinter
25:45steckte,
25:46war der
25:46Erbstreit
25:47mit
25:47Holger
25:48Volpes
25:48Frau.
25:49Holger
25:49Volpe
25:50hatte
25:50sie
25:50immer
25:50wieder
25:51dazu
25:51gedrängt,
25:51den
25:52Pflichtteil
25:52von
25:52ihrem
25:53Bruder
25:53einzufordern.
25:54Geld,
25:54das
25:55der
25:55Bruder
25:55aber
25:55nicht
25:55hatte.
25:56Und
25:56mit
25:57dem
25:57Tod
25:57von
25:57Holger
25:58Volpe
25:58würde
25:59auch
25:59diese
25:59Forderung
26:00verschwinden.
26:01So
26:01jedenfalls
26:02ist der
26:02Plan.
26:03Das
26:03Motiv
26:04dahinter
26:04lautete
26:05also
26:05Habgier.
26:06Ein
26:06Motiv,
26:07das
26:07so alt
26:07ist
26:08wie
26:08die
26:08Menschheit
26:09selbst.
26:11Habgier,
26:11das spielt
26:12auch in
26:12unserem
26:12nächsten
26:13Fall
26:13eine
26:13Rolle.
26:14Da
26:14geht
26:14es
26:14um
26:15ein
26:15Verbrechen,
26:16das
26:16vor
26:16etwa
26:1625
26:16Jahren
26:17die
26:17Träume
26:17einer
26:18ganzen
26:18Familie
26:19zerplatzen
26:19lässt.
26:20Die
26:2063-jährige
26:21Maria
26:22Döbel
26:22möchte
26:22mit
26:23ihrem
26:23Sohn
26:23und
26:23dessen
26:24Familie
26:24in
26:24ein
26:25Haus
26:25ziehen,
26:25um
26:25im
26:26Alter
26:26nicht
26:26alleine
26:27zu
26:27sein.
26:27Doch
26:28dann
26:28bekommt
26:28sie
26:29auf einmal
26:29Besuch.
26:34Maria
26:34Döbel
26:35ist die
26:35gute
26:36Seele
26:36der
26:36Familie.
26:38Ihr
26:38Leben
26:38wird
26:38unvorhersehbar
26:39und brutal
26:40ausgelöscht
26:40werden.
26:41Ich habe
26:43Hunger.
26:45Oh,
26:46bitte
26:46nicht.
26:50Das war
26:50knapp.
26:54Was gibt es
26:55zum Essen?
26:56Schnitzel
26:56und
26:56Bratkartoffeln.
26:58Wie war es
26:58in der Schule?
26:59Ja, ging so.
27:04Fertig.
27:05Soll ich
27:06noch abwaschen?
27:07Nee, mach
27:07ich schon.
27:08Na gut,
27:09Bine,
27:09ich gehe
27:09dann jetzt
27:09nach Hause.
27:10Lass es dir
27:10schmecken.
27:12Ich rufe
27:12dich noch
27:13mal an,
27:13ob alles
27:14in Ordnung
27:14ist.
27:15Okay?
27:15Okay.
27:16Ist gut,
27:16Uma.
27:17Was gibt es
27:18noch
27:18zu
27:18essen?
27:20Och,
27:20Sabine,
27:21du hörst
27:21ja überhaupt
27:22nicht zu.
27:23Übrigens,
27:23deine Mama
27:24hat angerufen.
27:25Sie kommen
27:25erst heute
27:26Abend.
27:26Sie haben
27:26nämlich noch
27:27einen Termin.
27:28Also,
27:28mach keinen
27:28Unsinn.
27:29Nee,
27:29nee.
27:31Danke fürs
27:31Essen,
27:32Oma.
27:32Tschüss.
27:36Gegen 17 Uhr
27:38geht sie zum
27:38letzten Mal
27:39in ihre
27:39Berliner
27:40Wohnung.
27:43Hallo,
27:43grüße ich Sie.
27:44Guten Tag.
27:45Alles in Ordnung?
27:45Ich habe
27:45süß.
27:46Danke,
27:46ja,
27:46geht es Ihnen
27:47auch gut?
27:47Ja,
27:48danke.
27:48Tschüss.
28:01Tschüss.
28:03Tschüss.
28:15Tschüss.
28:17Ja, genau.
28:18Hallo, das ist Oma.
28:20Was?
28:20Moment.
28:23So.
28:24Hallo, Sabine.
28:26Hallo, Oma.
28:27Wie geht es dir?
28:29Ja, gut.
28:30Ich habe gerade Hausaufgaben fertig.
28:32Hat sich deine Mama schon gemeldet?
28:34Nö.
28:34Wenn was ist, kannst du sie ja anrufen.
28:36Jetzt tanz mal schön weiter.
28:38Oma, woher weißt du?
29:15Entschuldigen Sie bitte, dass ich bei Ihnen klingle,
29:16aber ich habe ein kleines Problem.
29:18Ich kaufe nichts.
29:19Maria Döbel gilt als besonders vorsichtig.
29:22Dennoch lässt die scheue Rentnerin die fremde Frau in ihre Wohnung.
29:26Da kommen Sie doch bitte rein.
29:27Einen Tag nach den verheerenden Anschlägen in New York
29:30und Washington deuten Ihnen die Hinweise auf die ...
29:33Danke.
29:36Kommen Sie.
29:38Wo wohnen Sie denn?
29:43Sie sagen ja gar nichts.
29:45Was?
29:59Am Abend verlässt die Täterin fluchtartig das Haus.
30:03Den gesamten Goldschmuck des Opfers nimmt sie mit.
30:14Als Maria Döbel am nächsten Tag nicht zu einer Verabredung erscheint,
30:18macht sich ihr Sohn Sorgen und schaut bei ihr nach.
30:27Mama, Mama, was ist los?
30:34Mama, was ist los?
30:34Nein, bitte.
30:49Maria Döbel wurde erwürgt.
30:51Sie ist wahrscheinlich auf einen Trick reingefallen,
30:54hat vertrauensvoll die Türe aufgemacht,
30:56ohne dabei irgendetwas Böses zu ahnen.
30:58Die Ermittlungen in diesem Fall führten immer wieder in die Irre.
31:02Ganze elf Jahre lang.
31:06Elf Jahre intensive Ermittlungsarbeit der Polizei ergeben,
31:10am Tattag telefonierte eine Frau mit ihrem Handy
31:13vor dem Hauseingang des Opfers
31:15und hinterließ dabei Zigarettenstummel.
31:18In der Wohnung fanden sich weitere DNA-Spuren von ihr.
31:21Dennoch stand monatelang der Sohn von Maria Döbel unter Verdacht.
31:29Erst der Einsatz einer zweiten Mordkommission
31:32deckt einen schwerwiegenden Fehler auf.
31:34Der Netzbetreiber hatte vor Jahren falsche Handydaten
31:38aus der Funkzelle geliefert.
31:39Die Ermittlungsarbeit beginnt von vorn.
31:42Es werden DNA-Proben aus dem Umfeld des Opfers genommen.
31:46Bei einer ehemaligen Arbeitskollegin
31:48kommt es zu einem Teiltreffer.
31:51Dieser führt schließlich zu deren Tochter.
31:55Zwölf Jahre nach der Tat
31:57lautet das Urteil
31:58lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes aus Habgier.
32:02Für etwas Goldschmuck und 40 Mark.
32:07Wir haben drei Fälle gesehen in den Frauenmorden.
32:10Mich interessiert,
32:11wie eigentlich die Polizei
32:13mit weiblichen Tatverdächtigen umgeht.
32:15Dazu ist wieder Fabian Puchel da
32:17vom Landeskriminalamt Bayern.
32:19Hallo, Herr Puchelt.
32:20Frau Rainer, hallo.
32:21Bleiben wir mal kurz bei den Fakten.
32:22Es kommt ja jedes Jahr die polizeiliche
32:25Kriminalstatistik raus.
32:26Kann man anhand der Zahlen belegen,
32:28dass Frauen seltener töten?
32:30Ja, kann man.
32:31Also wenn man sich mal die Tötungsdelikte anschaut,
32:33und da packen wir jetzt mal einfach Mord,
32:34Totschlag und Tötung auf Verlangen drunter,
32:37dann stellt man fest,
32:38dass die männlichen Tatverdächtigen
32:39weitaus überrepräsentiert sind im Vergleich zu den weiblichen Tatverdächtigen.
32:44In Zahlen ausgedrückt hatte man 2024 in der polizeilichen Kriminalstatistik
32:482.551 männliche Tatverdächtige im Vergleich zu 330 weiblichen.
32:53Und ich glaube, wenn man die beiden Zahlen nebeneinander stellt,
32:56die sprechen schon für sich.
32:57Und geht die Polizei anders mit männlichen Tatverdächtigen um als mit weiblichen?
33:01Nein.
33:02Also wir versuchen wirklich,
33:03oder wir ermitteln in allen Fällen gleich.
33:05Wir können uns nicht erlauben,
33:07irgendwie den Fokus anders auszurichten.
33:10Deswegen werden beide Varianten immer gleich behandelt.
33:13Also gibt es gar keine Unterschiede in der Ermittlungsarbeit,
33:16wenn eine Frau ins Visier gerät?
33:18Man kann es vielleicht an einem kleinen Beispiel
33:20vielleicht ein bisschen herausarbeiten,
33:22wenn es zum Beispiel zur Vernehmung kommt.
33:23Sprich, wir haben eine weibliche Tatverdächtige,
33:26die vernommen werden muss.
33:27Dann kann man sich überlegen,
33:28und dann schaut man,
33:29macht es vielleicht mehr Sinn,
33:30dass eine Kollegin die Vernehmung durchführt
33:32und vielleicht nicht unbedingt der Kollege,
33:34weil die Kollegin vielleicht einen ganz anderen Zugang
33:37zu der Tatverdächtigen bekommt,
33:38als der männliche Kollege könnte.
33:40Und kann es nicht auch sein,
33:41dass man vielleicht Frauen eher,
33:43ich sag jetzt mal, unterschätzt,
33:45also dass man Frauen weniger zutraut,
33:48grausame Taten zu begehen?
33:50Man kann sagen,
33:51dass wir Frauen in ihrer Täterrolle generell unterschätzen.
33:54Jetzt nicht unbedingt nur runtergebrochen auf Tötungsdelikte,
33:56sondern wirklich in Summe als Täterin.
33:58Man kann es vielleicht
33:59vielleicht noch ein ganz einfaches Beispiel darstellen,
34:01was relativ häufig leider Gottes vorkommt.
34:03Das Thema häusliche Gewalt.
34:05Es geht einen Notruf ein,
34:07die Streifenbesatzung fährt zu der entsprechenden Wohnung.
34:11Und man hat natürlich als Polizist im Kopf,
34:13okay, häusliche Gewalt,
34:14der Mann schlägt die Frau.
34:15Und da muss man sagen,
34:16das kann aber auch genau umgekehrt sein.
34:18Also auch die Frau kann der Täter
34:19beziehungsweise kann die Täterin sein.
34:21Und da kann man schon sehen,
34:23dass man da vielleicht dann doch mal
34:24sich in dem einen oder anderen zu festgefallen hat.
34:26Und hat das Auswirkungen auf die Aufklärungsrate?
34:30Also werden Fälle mit Täterinnen seltener aufgeklärt?
34:34Man kann es vielleicht in Summe sagen.
34:36Also gerade auch das Thema Tötungsdelikte wieder
34:38hat einer der höchsten Aufklärungsraten
34:40von um die 90 Prozent.
34:42Von Frauen?
34:43Insgesamt, also komplett betrachtet,
34:46ob Mann oder Frau, wenn man es zusammenpackt.
34:48Vielen Dank für die Einblicke, Herr Puchelt.
34:50Sehr gerne.
34:51In unserem letzten Mordfall
34:53spielt das hier eine entscheidende Rolle.
34:55Ein drei Kilo schwerer Schusteramboss,
34:57eigentlich dazu da, um Schuhe zu reparieren.
34:59Aber hier wird er zur Tatwaffe.
35:24Trotz seiner 85 Jahre lebt Klaus Merten allein in Augsburg
35:28und organisiert seinen Lebensalltag noch vollkommen selbstständig.
35:33Zu seinen Nachbarn hat er einen guten Draht.
35:59Am Nachmittag zieht ein schweres Gewitter über Augsburg.
36:02Dennoch nehmen aufmerksame Nachbarn auffällige Geräusche
36:06aus der Wohnung des Rentners wahr
36:07und rufen den Rettungsdienst.
36:091301, Feuerwehr, der Gemeinde.
36:25Hallo, Herr.
36:27Bewusstlos.
36:29Lechfang 1301, Person liegt schwer verletzt in der Wohnung.
36:32Vermutlich fremdverschuldend.
36:34Bitte die Kollegen von der Kürbock.
36:37Halten Sie sich bereit, die Kürbock kommt gleich.
36:39Ich warte in der Wohnung.
36:40Ja.
36:50Schwere Kopfverletzungen und ein Einstich in den Oberkörper.
36:53Doch keine Einbruchsspuren.
36:55Den Ermittlern ist schnell klar,
36:58Klaus Merten muss die Tatperson gekannt haben.
37:15Nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt
37:18befindet sich ein parkähnliches Naherholungsgebiet.
37:22Jetzt verspreche die mir, ihr passt auch und macht keinen Blödsinn.
37:24Ich habe ihn schon auch.
37:26Oh, Nina, ja? Du versprichst mir das.
37:27Ja, Mutti, ich kann auch rudern.
37:29So, dann geht's ja schon los.
37:31Also, viel Spaß mit David.
37:35Schön.
37:35Gern wir Ihnen was bringen?
37:36Sag gerne eine Apfelschorne.
37:38Eine Apfelschorne kommt sofort.
37:39Danke.
37:53Die Mädchen ahnen nicht,
37:55dass sie gleich die entscheidende Entdeckung
37:57für die Mordkommission machen werden.
38:02Irgendwas klemmt da?
38:03Warte mal, schau mal.
38:12Oh, ist die schwer.
38:14Schau doch mal auf.
38:21Lass mich schon.
38:23Ich glaube, wir fahren besser zurück.
38:28So, wir machen einen Kula.
38:29Mama, Mama, komm mal bitte.
38:31Was ist denn mit dem Handel los?
38:33Ist doch noch lange vor der Zeit.
38:34Geht's dir schon immer,
38:34oder was ist los?
38:35Wir haben das gefunden.
38:37Wo sind die hier?
38:39Die hängen an unserem Paddel.
38:41Ja.
38:45Was ist denn, ist da drin?
38:47Scheint Blutranzen sein.
38:49Ist noch was, noch ein Typ.
38:50Was ist denn da drin?
38:51Sind sie nicht, wir haben nicht reingeschaut.
38:55Schaut er aus wie ein kleiner Amboss.
38:56Also, ich würde es nicht anfassen.
39:00Mensch, vielleicht hat das was
39:00mit dem Überfall gestern zu tun.
39:02Das ist doch gleich ganz hier in der Nähe passiert.
39:11Hallo, Polizei?
39:15Seit der Tat hofft die Kripo,
39:18dass ihnen Klaus Merten selbst erzählen kann,
39:20was passiert ist.
39:22Doch er liegt wochenlang auf der Intensivstation
39:24im Koma.
39:28Dass das Tatwerkzeug so schnell gefunden wird,
39:32bringt die entscheidende Spur für die Ermittler.
39:34DNA, die zu einer Nachbarin des Opfers führt.
39:38Sie hatte sich in der Vergangenheit
39:39schon mehrmals Geld von ihm geliehen.
39:42Klaus Merten erwacht Monate nach der Tat aus dem Koma,
39:45kann sich aber an nichts erinnern.
39:47Knapp ein Jahr später sitzt er dann seiner ehemaligen Nachbarin
39:50im Gerichtssaal gegenüber.
39:52Und sie wird verurteilt zu 13 Jahren Haft wegen versuchten Mordes.
39:57Klaus Merten verstirbt zwei Jahre später,
40:00vermutlich an den Spätfolgen der Tat.
40:03Dr. Salmee, wir haben gerade eine Frau gesehen,
40:06die mit einem drei Kilo schweren Schusteramboss getötet hat.
40:10Auch in anderen Fällen greifen Frauen zu Messern oder Schusswaffen.
40:13In Sachen krimineller Energie stehen Frauen, also Männern,
40:17in nichts nach, kann man das so sagen?
40:19Nun, kriminelle Energie bedeutet ja zunächst mal,
40:23dass man eine dezidiert kriminelle Absicht verfolgt
40:27und jemand anders ganz bewusst schädigen will
40:30oder übervorteilen will oder ausnutzen will.
40:34Und dass man diese Fantasie, diese Überlegungen
40:38auch in die Tat umsetzen kann und umsetzen möchte.
40:44Woran erkennt man, dass Frauen eine besondere Faszination für Gewalt haben?
40:49Was lässt sie da hellhörig werden?
40:51Explizite Tötungsfantasien sind ja bei Männern und Frauen
40:55nicht an sich unterschiedlich.
40:56Wenn Sie mit Tätern oder Täterinnen sprechen,
40:59die tatsächlich aus dem Interesse am Töten getötet haben,
41:04dann werden Sie ziemlich ähnliche Antworten bekommen.
41:06Nämlich, dass über Monate, Jahre hinweg bereits der Gedanke daran war,
41:12dass es reizvoll ist, irgendwann mal einen Menschen umzubringen,
41:15dass man sich eine Menge Gewaltvideos anguckt,
41:18eine Menge Gewaltszenen anguckt und dass man sich gedanklich damit beschäftigt,
41:22was einen am meisten als Tötungsmethode reizen würde
41:25und wie man sich diese Tat vorstellt.
41:27Also sind beide Geschlechter, Frauen und Männer,
41:31gleichermaßen zu grausam tatenfähig?
41:34Grundsätzlich ist die Befähigung zu grausamem Handeln
41:37eine Befähigung des Menschen an sich.
41:40Also egal, welches Geschlecht jetzt der Mensch hat.
41:44Dass Männer deutlich überrepräsentiert sind,
41:48in der Anwendung und Ausübung von Gewalt hat einerseits in der Tat biologische Gründe,
41:53es hat aber auch soziale und gesellschaftliche Gründe,
41:56es hat auch zu tun mit der Rollenvorstellung von Männlichkeit,
42:00von Durchsetzungsfähigkeit.
42:03Und es hat individuell auch sehr stark damit zu tun,
42:07wie man gewissermaßen innere Konflikte und Probleme lösen kann
42:13oder ob man eben sehr früh gelernt hat,
42:16dass eine Konfliktlösung eigentlich nur durch Aggressivität gelingt.
42:20Danke für die Einordnung.
42:22Gerne. Dankeschön.
42:24Wir haben vier Fälle gesehen.
42:26Dreimal ging es um Habgier und einmal wollte sich eine Frau von ihrem gewalttätigen Partner befreien.
42:32Unsere Expertin hat erklärt, wenn Frauen töten,
42:35dann passiert das oft im engsten sozialen Umfeld
42:38und dort, wo es in Beziehungen zu Konflikten, Gewalt oder Drohungen kommt.
42:43Aber mitunter töten Frauen auch aus denselben Motiven wie Männer,
42:48nur eben deutlich seltener.
42:50Und, das haben wir heute auch gesehen,
42:52in Sachen Brutalität stehen Frauen Männern manchmal in nichts nach.
42:58Das war XY Spuren des Verbrechens.
43:01Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
43:14Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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