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  • vor 2 Tagen
In der Nähe von Worms wird eine Mutter tot in ihrem Bad
aufgefunden. Einbruchsspuren fehlen. Kurz nach der Tat
begegnen die Kinder des Opfers einem fremden Mann vor der
Haustür.

Kategorie

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Transkript
00:002002 ein 14-jähriges Mädchen, seine elfjährige Schwester, zusammen mit ihren Eltern gelebt.
00:06Eine glückliche Familie. Bis ein Fremder in ihr Zuhause eindringt und die Mutter brutal ermordet.
00:13Der Täter versucht alles, um seine Spuren zu verwischen, doch er hinterlässt Fingerabdrücke.
00:19Lange Zeit können ihn die Ermittler nicht ausfindig machen, bis ein Anruf sechs Jahre später alles verändert.
00:34Schatz, lass mich das doch machen, hm?
00:38Mir geht das gut.
00:39Ja, aber du weißt doch, was...
00:41Ich hab nur Rückenschmerzen. Es geht mir gut.
00:45Mach dir keine Sorgen, ja? Ich bin gesund.
00:48Du trödelst schon wieder.
00:49Du, ich nicht!
00:51Mein Mattheft ist weg.
00:53Ja, aber es muss doch hier irgendwo sein.
00:56Schau mal, wir haben doch gestern noch hier die Hausaufgaben zusammen gemacht.
00:59Wo hast du es denn hingelegt?
01:02Ist es das hier?
01:04Typisch. Alles verschusselst du.
01:06Schluss jetzt.
01:07So, ich muss los.
01:09Mach kurz ins Büro, bevor ich auf die Beerdigung fahre.
01:11Wer ist denn gestorben?
01:14Ein ehemaliger Arbeitskollege von mir.
01:18So, wir sehen uns heute Nacht.
01:20Ja.
01:21Tschüss, ihr Lieben.
01:22Tschüss.
01:23Komm jetzt.
01:26Beeilt euch, ja?
01:27Ja.
01:28Und schiebt die Räder bis zur Kreuzung.
01:32Frau, und denkt dran, Mittagessen bei Opa.
01:34Ja, wie jeden Donnerstag.
01:36Alles klar.
01:41Die Familie war eine sehr intakte Familie.
01:45Der Vater war selbstständig.
01:48Die Kinder gingen noch zur Schule.
01:50Die Ehefrau war mehr oder weniger Hausfrau,
01:54aber half auch noch beim Schwiegervater in dessen Geschäft aus.
01:58Und leider Gottes war sie auch sehr schwer erkrankt,
02:03hatte aber die Krankheit mittlerweile überstanden.
02:07Etwa gegen 12.20 Uhr kommen die Schwestern bei ihren Großeltern an.
02:12Wenn du mal in meine Klasse kommst, dann hast du viel auf.
02:15Hallo.
02:16Hallo.
02:17Ich habe einen Riesenhunger.
02:20Ich auch.
02:21Meine Mama ist noch nicht da.
02:22Und das Essen ist auch noch nicht ganz fertig.
02:25Aber ich bin doch an verhungern.
02:26Das Genütchen wirst du aushalten.
02:28Gib mir die Jacke.
02:30Ja, dann geht doch erst mal rein.
02:35Dann könnt ihr ja so lange eure Hausaufgaben machen.
02:38Ich bin doch nicht da.
03:09Sehr gut. Und was ist das da?
03:12Das ist ein Schmetterling.
03:14Ein Schmetterling.
03:20Wo bleibt da eure Mutter noch?
03:23Sie ist ja sonst so pünktlich.
03:26Vielleicht hat sie noch eine Freundin getroffen.
03:28Dann hätte sie doch Bescheid gegeben.
03:32Das passt nicht zu ihr.
03:48Hier wird doch nichts passiert sein.
04:01Kinder.
04:11Ja, was, wenn es ihr nicht gut geht?
04:13Oder sie gestürzt ist. Man weiß es ja nicht.
04:16Heute Morgen war alles okay.
04:18Na, besser. Ich sehe mal nach ihr.
04:19Wir fahren doch jetzt eh heim.
04:21Ich weiß nicht.
04:22Komm, du legst dich doch mittags immer gerne hin.
04:25Setz dich mal hin. Bitte beruhig dich ein bisschen, Opa.
04:27Na ja, dass ich Elke nicht erreiche, lässt mir einfach keine Ruhe.
04:33Wenn was ist, dann rufen wir an. Okay?
04:36Gut.
04:41Die Oma macht das beste Essen.
04:43Die Kinder rechnen fest damit, ihre Mutter zu Hause anzutreffen.
04:47Dass sie nicht wie verabredet zum Essen erschienen ist und sich nicht meldet, passt nicht zu ihr.
04:56Kennst du den?
04:57Nee.
04:58Hallo?
04:59Hallo?
05:01Kann ich Ihnen helfen?
05:04Ich, äh, green geschnitten.
05:07Mama ist einkaufen.
05:09Hab mit Mama getrunken auf Terrasse.
05:11Wasser.
05:12Mein Glas und Wasserflasche auf Terrasse vergessen.
05:16Äh, Sie wollen Ihr Glas und Ihre Flasche Wasser zurückhaben?
05:19Ja.
05:20Äh, warten Sie.
05:21Ich hol's schnell.
05:23Okay.
05:35Hä?
05:41Hä?
05:46Hä?
05:47Komisch.
05:52Oh mein Gott.
05:55Hä?
05:57Hä?
05:57Was ist hier passiert?
06:19Bitte schön.
06:28Was war das denn?
06:32Komm.
06:46Was ist denn hier los?
06:49Ich habe mich auch gewundert.
06:52Mama?
06:56Mama?
06:58Hallo?
07:01Petra?
07:02Was ist denn hier passiert?
07:04Warte mal.
07:08Der Großvater kam dann ins Haus, die Kinder waren auch sehr aufgelöst.
07:12Was sieht denn hier aus?
07:14Und sie sahen, dass im Wohnzimmer eine große Unordnung herrschte.
07:18Was soll denn das?
07:22Elke?
07:43Elke?
07:44Elke?
07:45Bist du da drin?
07:49Oh Gott.
07:54Mach die Augen auf.
07:57Bitte!
08:01Mama!
08:31Bittra!
08:37Kurz darauf trifft die Polizei ein und nimmt gemeinsam mit dem Team der Spurensicherung die
08:43Ermittlungen auf.
08:44Die Notärztin kann nur noch Elke Schneiders Tod feststellen.
08:49Sie wurde vermutlich ertränkt, aber genaueres wird die Obduktion zeigen.
08:54Sie wird sich auf jeden Fall heftig gewehrt haben.
08:58Hier hat der Täter vermutlich sie zum ersten Mal attackiert.
09:03Dann hat sie sich wahrscheinlich losgerissen, ja, und ist dann hier die Treppe hochgeflüchtet.
09:13Heinz, kommst du mal an?
09:18Hier haben wir ein aufgebrochener Schloss.
09:24Ja, wahrscheinlich hat der Täter die Tür aufgebrochen und sie dann ins Schlafzimmer gebracht.
09:30Ja.
09:31Aber was ist denn mit meiner Frau?
09:33Arne, kommst du mal bitte? Warten Sie hier kurz.
09:36Herr Schneider?
09:38Kleiner als mein Name von der Kripo.
09:41Kripo?
09:42Ja.
09:43Es, ähm, es tut mir sehr leid, aber Ihre Frau ist beim Gewaltverbrechen verstorben.
09:50Wie bitte?
09:53Das, äh...
09:55Das kann nicht sein, nein, nein, das, äh...
09:58Ich bin die Ärztin. Ich konnte leider nichts mehr für Sie tun.
10:02Arne, wir haben hier was.
10:05Ich muss leider weiter, aber die Kollegin, die bringt Sie zu Ihren Töchtern.
10:09Mein Beileid, Herr Schneider.
10:13Kommen Sie bitte.
10:15Aber das, das glaube ich jetzt nicht, das kann doch nicht sein.
10:19In diesem Fall war es jetzt besonders tragisch, dass die Kinder zugegen waren, als ihre Mutter geborgen wurde.
10:25Sie sahen sie auf dem Boden liegen und dass das eine sehr, sehr unschöne Situation war, kann sich doch bitte
10:31jeder vorstellen.
10:33Alles abgezogen?
10:35Ja.
10:35Der Täter wollte die Spuren beseitigen.
10:38Die erste Schwierigkeit war auf jeden Fall, dass der Täter keinerlei Spuren hinterlassen hatte, weil er akribisch den Tatort gereinigt
10:49hat.
10:49Fehlt was?
10:50Ein Goldwaren, das hat der Vater der Toten ausgesagt.
10:54Der Fokus lag natürlich auf dem Mann, den die Kinder gesehen haben.
10:58Und da gingen wir auf jeden Fall von einem Raubmord aus.
11:02Normalerweise wird bei jeder Tat auch das Umfeld des Opfers überprüft.
11:06In dem Fall gab es aber nicht sehr viele Überprüfungsmöglichkeiten, weil das Umfeld der Familie nicht sehr groß war.
11:14In erster Linie wäre da der Ehemann in Frage gekommen, aber dieser war zum Tatzeitpunkt bei einer Beerdigung.
11:27Es wurde durch die Kollegen von der Spurensicherung das ganze Haus abgesucht und in der Tat wurde ein blutiger Fingerabdruck
11:34an der Terrassentür entdeckt und gesichert.
11:38Jetzt die Frage, ob der vom Täter oder vom Opfer ist.
11:43Noch in derselben Nacht wird die Leiche obduziert. Am nächsten Morgen liegt das Ergebnis vor.
11:49Kollegen, Abend. Oder besser gesagt, guten Morgen.
11:54Guten Morgen.
11:55Guten Morgen.
11:55Hast du schon was?
11:58Sie hat mehrere Kopfverletzungen, durch Faustschläge, dazu Abwehrverletzungen.
12:04Todesursächlich war aber definitiv ertrinken.
12:08Wie es aussieht, war sie während des Ertrinkens gefesselt und geknebelt.
12:14Tatzeit?
12:17Circa 13 Uhr.
12:2012.30 Uhr hat sie noch versucht, den Notruf zu wählen. Aber bevor sie irgendwas sagen konnte, da brach die
12:25Verbindung ab.
12:28Spuren von fremde DNA?
12:29Nee, noch nicht. Aber ich bin dran.
12:33Das ist ja eine schwierige Situation für die Ermittler. Es gab kaum Spuren. Die wichtigsten Zeugen waren die beiden Kinder.
12:40Herr Wermter, wir sind hier in der Nähe des damaligen Tatorts. Sie waren damals der Hauptsachbearbeiter für die Kripo in
12:48Mainz.
12:48Kamen einen Tag nach der Tat dazu. Sie hatten die Aussagen der beiden Kinder. Wie haben die den Mann beschrieben?
12:55Ja, sie haben ihn beschrieben als 1,75 Meter groß, dunkel gegleitet, mit kurzen, dunklen Haaren.
13:04Also die haben den Mann ja getroffen. Wie konnten Sie sich erklären, dass der Täter überhaupt noch am Tatort war?
13:10Ja, das ist eigentlich eine ganz simple Erklärung im Prinzip, weil er wollte mit Sicherheit Spuren verwischen oder eliminieren sozusagen,
13:22dass er das Glas und die Flasche sich hat geben lassen. Aber er hat ja damit eine neue Spur gelegt,
13:27weil die Kinder ihn ja beschreiben konnten.
13:30Also die Tatsache, dass jemand am Tatort bleibt, obwohl er gerade einen Mord begangen hat, das ist auch schon eine
13:35gewisse Abgezocktheit, oder?
13:37Das ist eine Dreistigkeit, ist das. Und es ist auch sehr selten, dass so etwas passiert ist.
13:42Also die Kinder haben Ihnen wirklich sehr konkrete Informationen geliefert. Was haben Sie damit gemacht?
13:47Ja, wir haben umgehend mit den Kindern ein Phantombild erstellen lassen, weil wir den Täter sofort kriegen wollten.
13:54Okay. Ich glaube, der Bart war noch ein bisschen mehr da.
13:58Bisschen dunkler?
13:59Ja.
14:00Ja, ja.
14:03So?
14:05Mhm.
14:07Okay.
14:08Was muss man generell beachten, wenn man Zeugenaussagen aufnimmt von einem 11-Jährigen und einem 14-Jährigen Mädchen?
14:15Ja, dazu wäre zu sagen, dass es unbedingt notwendig ist dabei, wenn es auch möglich ist, dass man zeitnah diese
14:22Vernehmungen mit den Kindern durchführt,
14:24weil doch die Wirklichkeit mit einer längeren Zeit sich verwaschen kann. Und es sollte auch möglich sein, immer eine Frau
14:31dazu hinzuzuziehen.
14:33Warum?
14:33Ja, weil Frauen sind schon ein bisschen einfühlsamer und Kinder haben ein offenes und besseres Vertrauen zu einer Frau als
14:40zu einem Mann.
14:41Papa?
14:43Seid ihr, seid ihr fertig? Geht's euch gut?
14:48Brauchen Sie uns denn heute noch?
14:49Wir halten Sie auf dem Lauf, ne?
14:51Gut.
14:52Vielen Dank.
14:56Wiedersehen.
14:57Wiedersehen.
15:01Das Phantombild ist schon an die Presse raus.
15:03Hoffen wir, dass wir schnell Hinweise bekommen, wer der Mann ist.
15:07In so einem kleinen Ort, da fällt ein Fremder doch auf.
15:12In der Familie kennt ihn jedenfalls niemand.
15:14Aber er wurde von mehreren Anwohnern gesehen, vor und nach der Tatzeit.
15:19Wir müssen rausfinden, wer der Fremde ist und ob er tatsächlich unser Mörder ist.
15:24Die Frage ist, kannte das Opfer ihn?
15:27Wahrscheinlich ja.
15:29Bitte schön.
15:30Es wurden nämlich keinerlei Einbruchsspuren gefunden.
15:32Das ist ein Hinweis, dass sie ihn vermutlich selbst reingelassen hat.
15:37Die Nachbarn jedoch haben zur Tatzeit auch Lärm gehört.
15:40Dachten aber, es seien die Kinder, die spielen.
15:43Wir haben auch in der Nachbarschaft natürlich Erkundungen eingeholt und hatten von einem Nachbarn gehört,
15:48dass er laute Geräusche gehört hat.
15:52Und wir wollten ermitteln, woher die gekommen sind.
15:57Und haben somit eine Hörprobe im Tatanwesen gemacht.
16:02Das muss man sich so vorstellen, dass man in das Nachbarhaus von dem Nachbarn, der die Geräusche gehört hat,
16:09reingeht und jemand im eigentlichen Tathaus ruft und Krach macht.
16:15Und es kam dabei raus, dass in der Tat laute Rufe und Poltern zu hören waren.
16:22Konntet ihr den zeitlichen Abschlaf schon rekonstruieren?
16:25Ja, konnten wir.
16:28Also morgens hat sie noch gemeinsam mit der Familie gefrühstückt.
16:32Ihr Mann ist dann später zur Arbeit gefahren und danach zu einer Beerdigung.
16:38Das haben wir, glaube ich, auch bestätigt.
16:42Dann hat sie mit ihrer Schwägerin, Anne Schneider, telefoniert.
16:47Von 10 bis 10.40 Uhr war sie zur Massage wegen Rückenschmerzen.
16:52Und um 11 Uhr hat ein Nachbar gesehen, wie sie ihren Wagen in der Straße parkiert hatte.
16:58Die Spurensicherung hat die Kleidung von Erke Schneider untersucht.
17:01Keine fremde DNA.
17:03Aber sie haben Spuren von Klebeband an ihrer Hose gefunden.
17:07Das bringt uns auch nicht weiter, solange wir das Klebeband nicht finden.
17:10Im Haus haben wir kein Klebeband gefunden.
17:13Das hat der Täter wahrscheinlich mitgenommen.
17:16Etwa zeitgleich macht ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Hessen an der A5 eine Entdeckung,
17:23die für die Ermittlungen der Polizei später noch von großer Bedeutung sein wird.
17:42Alles, was wir haben, ist ein blutiger Fingerabdruck des Täters mit dem Blut vom Opfer.
17:50Leider nur ein Teilfingerabdruck.
17:52Der reicht nicht für die Identifizierung.
17:54Ja, wenn seine Fingerabdrücke überhaupt in unserem System sind.
17:58Also haben wir nichts.
18:00Sonst noch was?
18:03Naja, ein Goldbarren ist verschwunden, 800 D-Mark in bar, ein Sparbuch und Schmuck.
18:10Aber wir machen noch eine Hausbegehung, um auf Nummer sicher zu gehen.
18:14Ja, da ist dann auch die Hausarzthilfe der Familie dabei, Frau Gabriele Becker.
18:19Die beiden Frauen kannten sich über die Kinder.
18:21Und nach ihrer Erkrankung hat Frau Becker dann für Erke Schneider gearbeitet.
18:25Ja, vielleicht ist dir irgendwas aufgefallen, was uns weiterhelfen könnte.
18:32Nachdem das Haus von der Spurensicherung freigegeben wurde, findet die Hausbegehung mit der Haushaltshilfe statt.
18:41Also, Sie sagen, es fehlt sonst nichts?
18:44Nein.
18:44Mir ist nichts aufgefallen.
18:48Okay.
18:51Ja, dann danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
18:57Es tut mir so leid.
19:01Vier Tage nach der Tat ließ der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei in der Zeitung vom Mord an Elke Schneider.
19:08Ach du Scheiße.
19:19Du, Chef, wegen dieser Sachen, die ich da im Müll gefunden habe, ich lese gerade in der Zeitung von diesem
19:26Mord.
19:27Diese Mitteilung war für uns schon sehr wichtig, weil dann hatten wir insbesondere natürlich Unterlagen aus dem Haus, aus dem
19:36Tathaus bekommen, auf denen wir einwandfreie Fingerabdrücke bekamen.
19:42Hier, der Rastplatz. Dort hat der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei die Sachen im Müll gefunden. Und zwar einen Tag nach der
19:49Tat.
19:49Lässt sich der Ablagezeitraum genauer eingrenzen?
19:52Ja, ähm, der Container wurde zuletzt am 24. April um 10 Uhr morgens geleert. Am 25. April, also am Tattag,
20:00war alles um den Container bis 15 Uhr wegen Mehrarbeiten gesperrt.
20:03Also heißt, der Täter muss irgendwann zwischen 15 Uhr am Tattag und 10 Uhr am nächsten Tag die Sachen dort
20:09entsorgt haben?
20:10Ja. Sie waren wertlos für ihn.
20:14Um da hinzukommen, braucht man ein Auto.
20:17Vielleicht lag die Raststätte ja auf dem Heimweg des Täters.
20:21Haben die Kollegen vor Ort irgendwas entdeckt?
20:23Nee, die haben alles durchkämmt, aber nichts.
20:27Dann hoffen wir mal auf die Auswertung der Spurensicherung.
20:31Auf den zerrissenen Dokumenten werden Fingerabdrücke gefunden, die mit dem blutigen Teilfingerabdruck an der Terrassentür übereinstimmen.
20:39Sie werden in die Datenbank des BKA gespeichert und abgeglichen.
20:53Mist.
20:54Jetzt haben wir 1A-Fingerabdrücke, aber der Täter ist nicht im System.
20:59Ich bin hier bei Andreas König, Sachverständiger für Dactyloskopie.
21:03Man könnte auch sagen für Fingerabdrücke.
21:05Genau.
21:05Sagen Sie, Herr König, wer landet denn in dieser Datenbank mit seinen Fingerabdrücken?
21:09Das sind Beschuldigte, die erkennungsdienstlich behandelt worden sind und die bleiben dann für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren
21:17in der Datei.
21:18Jetzt geht es ja bei Ihnen darum, diese Fingerabdrücke überhaupt mal sichtbar zu machen. Das können wir mal gerade ausprobieren,
21:23oder?
21:23Ja, genau. Einfach mal da drauf fassen.
21:28So, was habe ich jetzt hinterlassen?
21:30Auf Ihrer Hand befindet sich grundsätzlich Hydrolipidfilm. Also das ist eine Emulsion aus Schweiß- und Fettbestandteilen.
21:38Wir machen das sichtbar mit pulverisierter Kohlenstoff. Ich kann das einmal demonstrieren.
21:45Ah, das sind diese berühmten Bilder. Und jetzt sieht man Linien und Rillen.
21:51Genau. Einfach mal schauen.
21:56Oh ja. Das ist ein ziemlich deutlicher Fingerabdruck.
22:00Ja, wir können es mal in groß zeigen. Also die Abdrücke von den Papillarleisten nennen sich Papillarlinien.
22:06Und grundsätzlich geht es hier um anatomische Merkmale. Das sind alle Abweichungen vom normalerweise unterbrechungsfreien Verlauf der Papillarlinien.
22:13Wir haben hier eine Gabelung. Hier haben wir am Beginn einer Papillarlinie. Hier haben wir eingelagerte Linien.
22:19Derer Merkmale braucht es dann zwölf für den Sachverständigen.
22:23Manchmal hat man ja nicht den kompletten Fingerabdruck. In unserem Fall war es ja so, dass der mutmaßliche Täter ein
22:28Papierdokument zerrissen hat.
22:30Aber auch da können Sie was nachweisen.
22:32Natürlich, ja. Das kann ich gerne mal zeigen.
22:35Ja, ist das denn ein Vor- oder ein Nachteil, wenn jemand zum Beispiel so ein Blatt Papier zerreißt?
22:39Das kann durchaus ein Vorteil sein, weil er das Papier ja längere Zeit in der Hand hält.
22:44Ja, ich will das mal demonstrieren. Ich habe jetzt hier so ein Blatt Papier.
22:47Wir haben die Zeigefinger da drauf, die Daumen da drauf als Gegendruck, um das überhaupt zu zerreißen.
22:53Möglicherweise auch noch Fragmente von den anderen Fingern.
22:55Oder wenn es sich um mehr Papier handelt, auch ein Teil von der Handfläche.
22:58Würde man das entsprechend durchreißen und würde dann an diesen Stellen auch Fingerabdrücke erwarten.
23:04Und dann bereiten Sie es auf, um diese Merkmale zu finden.
23:07Das ist richtig. Da gibt es dann hin und wieder noch Probleme, dass Spuren überlagert sind, doppelt gelegt sind.
23:13Das muss man natürlich entsprechend rausfiltern.
23:15Und wenn man das dann gemacht hat, kann man damit entsprechend arbeiten.
23:18Die Dinge würden fotografiert. Das heißt, ich habe die Spuren dann nachher schwarz auf weiß.
23:22In 1 zu 1 dann auch. Und würde die dann letztendlich im System recherchieren können, beziehungsweise mit einer tatverdächtigen Person
23:30vergleichen.
23:31Eine Sache noch. In unserem Fall lagen diese Dokumente, diese zerrissenen, ja zwei Tage in einem Müllcontainer.
23:37Wie lange halten die sich überhaupt, die Fingerspuren?
23:40Wenn es sich tatsächlich um Papier handelt und es ist ausreichend Material in das Papier eingezogen,
23:46dann können die sich gerade bei Papier schon relativ lange halten, also Tage, Wochen, ja möglicherweise dann auch über ein
23:53Jahr hinaus.
23:54Aber immer bei allen Sachen vorausgesetzt, dass erstmal ein Grundmaterial vorhanden ist.
23:58Glücklicherweise waren in unserem Fall die Fingerspuren auf diesem Dokument gut nachweisbar.
24:03Und trotzdem hat das die Ermittler erstmal nicht weitergebracht.
24:06Doch dann bekam der Ehemann des Opfers einen anonymen Brief.
24:12Wenige Wochen später. Jörg Schneider ist mit seinen Töchtern vorübergehend von zu Hause ausgezogen.
24:19Aber er holt regelmäßig die Post, so auch an diesem Tag.
24:49Ja, Schneider hier.
24:52Mir ist per Post meinen Bibliotheksausweis zugeschickt worden.
24:56Ohne Adresse, anonym, ja.
24:58Ja, ich bin mir ganz sicher, dass ich ihn nicht verloren habe, ja.
25:04Er war im Haus.
25:07Tja, kein Abdruck vom Täter.
25:10Aber wie ist der Ausweis nach Mannheim gekommen?
25:13Lebt der Täter dort?
25:15Möglich.
25:17Aber er hat ihn sicher nicht zurückgeschickt.
25:20Ja, er war so darauf bedacht, seine Spuren zu verwischen.
25:24Da wird er nicht so ein Risiko eingehen.
25:25Ja, wahrscheinlich hat ihn jemand irgendwo in Mannheim einfach gefunden.
25:29Ja, oder er wurde ganz woanders gefunden und einfach nur aus Mannheim mit zurückgeschickt.
25:34Ja.
25:35Das bringt uns alles nicht weiter.
25:37Wir wollten natürlich sofort den Finder ausfindig machen, der den Ausweis gefunden und in den Briefkasten in der Nähe von
25:44Mannheim geworfen hat.
25:45Und haben uns deswegen entschlossen, zu Aktenzeichen XY zu gehen, um unter anderem diesen Ausweis vorzuzeigen und damit vielleicht den
25:54Weg zu rekonstruieren, den der Täter nach der Tat gemacht hat.
25:58Um den Aufruf bei Aktenzeichen XY ungelöst zu unterstützen, hängen die Angehörigen eigene Plakate zur Fernsehausstrahlung auf.
26:08Für die Familie eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und der Hilflosigkeit etwas entgegenzusetzen.
26:15Das größte Gefühl für Angehörige ist eine unendliche Ohnmacht.
26:19Die Trauer, der Zorn über die Tat, über das Verbrechen an sich.
26:23Auf zum nächsten.
26:24Für Angehörige sind so ganz konkrete Maßnahmen, wie beispielsweise Plakate aufhängen, Suchrufe starten, in Social Media Informationen posten oder wirklich
26:33in die Öffentlichkeit zu gehen, wie über Fernsehformate,
26:37einfach eine Möglichkeit, aus der Ohnmacht zu kommen und selber einen Beitrag zu leisten.
26:43Und deswegen sind das ganz wichtige Formate, die wirklich hilfreich sind.
26:47Die Familie ist nicht mehr in ihr Haus zurückgezogen.
26:51Zu schwer wiegen die Erinnerungen.
26:55Ich muss ja als Angehörige Person für den Rest meines Lebens bewältigen, dass die Person fehlt, die mir entrissen wurde.
27:02Und einen Ort der Trauer zu haben, ist ein ganz wesentlicher Bestandteil, um mit der Trauer, mit dem Verlust für
27:09den Rest seines Lebens klarkommen zu können.
27:13Wenn ich diesen Ort habe, habe ich aber auch die Chance, wenn ich den Ort verlasse, die Trauer an diesem
27:18Ort zurückzulassen.
27:22In den nächsten zwei Jahren werden mehr als 1000 Personen vernommen und 256 Spuren überprüft.
27:29Eine wirklich heiße Spur ist nicht dabei.
27:32Auch die Fingerabdrücke bringen die Ermittler nicht weiter.
27:35Der Täter ist in keiner der Datenbanken erfasst.
27:382005 wird der Fall dann als Cold Case eingestuft.
27:42Doch dann, zwei Jahre später, kommt es im Westen Großbritanniens, in Wales, zu einem dramatischen Zwischenfall, der die Wende bringt.
27:50Wales im November 2007.
27:53Der damals 49-jährige David Lacey wird vorläufig von der britischen Polizei festgenommen,
28:00da seine Ehefrau Anzeige wegen häuslicher Gewalt gegen ihn erstattet hat.
28:05David Lacey wird erkennungsdienstlich behandelt.
28:12Kurz darauf erhält die Kripo Mainz einen Anruf.
28:15Thank you so much. Bye.
28:20Das gibt's doch nicht.
28:25Ich glaube, wir haben ihn.
28:28Was?
28:29Ich rufe gleich zurück, ja?
28:30Im Fall Elke Schneider.
28:33Eine Frau in Wales hat ihren Ehemann angezeigt wegen häuslicher Gewalt.
28:37David Lacey, 49 Jahre alt.
28:40Die Kollegen vor Ort haben ihn daraufhin erkennungsdienstlich erfasst.
28:43Und die Fingerabdrücke stimmen überein.
28:53Endlich hatten wir einen Treffer, nämlich eine Person Spurentreffer.
28:58Und wir waren uns ziemlich sicher, dass wir jetzt auch dem Täter auf die Spur kommen.
29:05Es vergeht zwar kein Tag, an dem die Familie nicht um Elke Schneider trauert,
29:10dennoch hat der Alltag wieder Einzug gehalten.
29:13Deshalb kommt der Anruf der Polizei überraschend.
29:16Ja, ja, ja.
29:18Ich bin dran.
29:19Das mache ich.
29:25Schneider?
29:27Ja?
29:30Was?
29:33Sind Sie sich da auch ganz sicher?
29:37Okay.
29:41Danke, dass Sie uns da so schnell Bescheid gesagt haben.
29:44Papa?
29:46Was ist denn?
29:49Sie haben ihn.
29:59Nachdem jetzt dieser Hinweis kam aus England, haben wir sofort die Soko wieder zusammengerufen
30:06und hatten, weil wir jetzt auch den Namen ja hatten, im Umfeld des Täters ermittelt.
30:12Was wissen wir über diesen Mann?
30:16David Lacey.
30:181981 nach Deutschland gekommen.
30:20Zusammen mit seiner damaligen Frau und den gemeinsamen Kindern.
30:25Kurze Zeit später ist die Ehe dann gescheitert.
30:28Danach ist er wieder nach England zurück und danach wieder nach Deutschland gekommen.
30:33Genau.
30:33Seit Sommer 2001 war er mit einer Linda Meyer zusammen.
30:372003 hat sie sich von ihm wegen seiner Eifersucht getrennt.
30:40Aber er hat die Trennung nicht akzeptiert.
30:42Er hat sie danach immer noch weiterhin belästigt.
30:44Sie hat aufgelauert vor ihrer Haustür an ihrem Arbeitsplatz.
30:492004 hat er dann im Urlaub seine zweite Ehefrau kennengelernt.
30:53Mit ihr ist er dann nach Wales gezogen.
30:55Zur Tatzeit aber hat er noch in Deutschland gelebt.
30:58Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Urkundenfälschung,
31:02wegen Betrugs und fahrlässiger Körperverletzung.
31:05Kannte er Elke Schneider?
31:07Wissen wir noch nicht.
31:08Was wir aber wissen, ist, dass er Geldprobleme hatte.
31:11Hat immer mehr ausgegeben, als er verdient hat.
31:14Ja, ein Motiv für einen Raub hätte er damit gehabt.
31:18Der Täter war im Baugewerbe tätig und war Subunternehmer für Fenster und Türen.
31:25Und somit wurde wegen dieser Bautätigkeit oder wegen diesem Geschäft, das er betrieben hat,
31:31auch gab es eine Geschäftsverbindung in die Eifel.
31:34Um die Verbindung der Toten mit dem Tatverdächtigen zu klären, fahren die Beamten in die Eifel.
31:40Dort befragen sie eine ehemalige Geschäftspartnerin.
31:44Das war so ein netter Mann.
31:46Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass...
31:51Ich helfe Ihnen kurz.
31:55Hätten Sie Zucker vielleicht?
31:56Ja, setzen Sie sich bitte, ja.
31:58Danke.
31:59Alles, was Sie über den Mann wissen, könnte uns weiterhelfen.
32:03Boah, das ist schon so lange her.
32:05Ich glaube, er hat irgendwelche Bauarbeiten gemacht.
32:08Bitte schön.
32:09Danke.
32:10Ah, er hat damals im Wormser Krankenhaus neue Fenster eingesetzt.
32:15Bitte bedienen Sie sich.
32:17Wann war das ungefähr?
32:20Ach, das weiß ich nicht mehr.
32:24Nur, dass er dort seine damalige Freundin kennengelernt hat.
32:29Wissen Sie noch den Namen der Freundin?
32:32Puh, wie gesagt, ist schon lange her.
32:35Ja, aber er hat mir erzählt, dass sie auch als Putzfrau arbeitet, ja.
32:44Gabriele Becker?
32:45Ja, so hieß sie.
32:48Genau.
32:49Boah, wissen Sie das?
32:51Wir müssen sofort Frau Becker vorladen.
32:53Ja, jetzt haben wir unsere Verbindung.
32:56Das ist doch die Frage, warum sie die ganze Zeit geschwiegen hat.
32:59Keine Ahnung.
33:00Das soll sie uns selbst erzählen.
33:04Gut, Frau Becker, dann fangen wir ganz von vorne an.
33:06Wie haben Sie David Lacey denn kennengelernt?
33:09Ich habe damals im Kiosk im Krankenhaus gearbeitet.
33:13Und David, der hatte da zu tun wegen irgendwelcher Bauarbeiten.
33:17Und Sie haben sich verliebt?
33:19Ja.
33:21Er war immer gut zu mir und zu meinem Kind.
33:24Wie lange waren Sie zusammen?
33:26Zwei Jahre etwa.
33:29Und als Frau Schneider ermordet wurde, waren Sie da auch noch ein Paar?
33:34Nein.
33:36Wir waren zu unterschiedlich, deshalb haben wir uns dann getrennt.
33:41Inwiefern unterschiedlich?
33:43Ich brauche Beständigkeit und David, der war sehr sprunghaft.
33:49Ich nehme an, Sie haben Frau Schneider und Ihren damaligen Freund bekannt gemacht.
33:53Ja.
33:54Das war aber eine Zufallsbegegnung.
33:57Nach dem Einkaufen.
34:02Das ist ja ein Zufall.
34:03Nein, hallo.
34:05Hi.
34:05Schön, dich zu sehen.
34:06Schön, dich zu sehen.
34:07Ich war gerade einkaufen.
34:08Das ist übrigens mein Freund David.
34:10Hallo.
34:11Ich habe schon viel von Ihnen gehört.
34:13Oh, hoffentlich nur Gutes.
34:14Ja, und David ist übrigens handwerklich sehr begabt.
34:17Du brauchst doch ab und zu jemanden im Haushalt.
34:19Ah ja, stimmt.
34:20Ich, ja, tatsächlich momentan.
34:23Also, ich habe da eine undichte Silikondichte im Keller.
34:26Könnten Sie sich die mal anschauen?
34:28Na klar.
34:29Prima.
34:31David hat dann die Dichtung repariert.
34:34War das die einzige Reparatur?
34:36Ich weiß nicht.
34:37Ich glaube, er war danach nochmal da.
34:39Warum haben Sie das damals denn nicht ausgesagt?
34:41Ich wusste doch nicht, dass es wichtig ist.
34:44Und ich hätte nie gedacht, dass er.
34:50Das Phantombild haben Sie aber schon gesehen, oder?
34:57Jetzt wussten Sie also, wie Täter und Opfer sich kennengelernt haben.
35:01Aber der Täter saß ja noch in England in U-Haft.
35:05Wie haben Sie den nach Deutschland bekommen?
35:06Ja, wir haben über die Staatsanwaltschaft einen Auslieferungsantrag gestellt.
35:12Und haben, oder ich persönlich, habe ihn dann im Februar 2008 in London, Heathrow, abgeholt.
35:18Alleine?
35:19Nein.
35:19Nein, bei mir waren noch zwei Staturebene SEK-Beamte dabei, die dann auch mit aufgepasst haben.
35:28Und so kamen wir mit dem gefesselten Täter an das Flugzeug heran.
35:33Nur da mussten wir allerdings die Fesseln abnehmen, weil der Flugkapitän das so wollte.
35:38Weil?
35:39Er war der Meinung, und er ist der Chef dort mit solchen Dingen, wenn das Flugzeug abstützen würde,
35:45dann hätte er nicht mehr die Gelegenheit, sich zu befreien oder zu retten, weil die Hände gefesselt sind.
35:50Es ging aber dann gut.
35:52Sie haben ihn nach Mainz gebracht und dann auch am selben Tag noch vernommen?
35:55Ja, wir hatten das vorbereitet, dass ein Kollege von mir, der ihm gebürtig und standesgemäß von der Figur her, ihm
36:03gegenüber war.
36:04Und die beiden haben sich auch gut verstanden, muss man sagen, zur Vernehmung.
36:08Das heißt, es wurde sogar geduzt und war ein lockers Gespräch.
36:12Ich kannte Frau Schneider. Ich habe bei ihr mal was repariert.
36:18Der Kontakt kam über deine Ex, Gabriele Becker?
36:23Ja, genau.
36:26An dem Tag, an dem Frau Schneider ermordet wurde, warst du da auch bei ihr?
36:33Nein, jedenfalls kann ich mich nicht mehr daran erinnern.
36:38Wir haben deinen Fingerabdruck an der Terrassentür gefunden.
36:45Der ist bestimmt von einem vorigen Besuch.
36:50Der Abdruck war im Blut von Frau Schneider.
36:55Keine Ahnung. Ich kann mich einfach nicht mehr an den Tag erdern.
37:00Ich helfe dir ein bisschen auf die Sprünge, ja?
37:04Du brauchtest dringend Geld. Deshalb bist du zur Ecke Schneider gegangen.
37:09Bitte, Herr Konsequenz.
37:09Sie kannte dich und hat dich reingelassen.
37:12Möchten Sie ein Glas Wasser?
37:14Ja, danke schön.
37:16Gerne.
37:25Dann hat sie dich wahrscheinlich auf die Terrasse gebeten.
37:28Er hat miteinander geredet und du hast ein Glas Wasser getrunken.
37:35Das ist ja eine Überraschung, dass Sie hier sind.
37:39Was gibt es denn?
37:40Ich wollte Sie mal fragen, ob Sie wieder was zu reparieren haben.
37:43Ach, leider nicht.
37:51Ich brauche dringend Geld.
37:54Das tut mir leid.
37:57Da kann ich Ihnen leider nicht helfen.
37:59Sie haben doch Geld.
38:02Wie gesagt,
38:05ich kann Ihnen da leider nicht helfen.
38:11Warten Sie.
38:12Aber als Frau Schneider nicht bereit war, dir Geld zu geben,
38:15sind die die Nerven durchgegangen.
38:19Aber Frau Schneider hat sich gewehrt.
38:21Wollen Sie!
38:22Damit hast du nicht gerechnet.
38:26Deshalb warst du sicher, als habe die Terrassentür geschlossen,
38:29damit niemand Frau Schneiders Schreie hört.
38:33Dabei hast du deinen Fingerabdruck hinterlassen.
38:37Du bist ihr nach
38:38und hast sie gezwungen, dir zu verraten,
38:40wo sie ihre Werkgegenstände im Haus aufbewahrt.
38:44Ich weiß es nicht.
38:46Und als sie dir alles gesagt hat,
38:49hast du das Gold aus dem Schrank genommen.
38:52Wahrscheinlich hast du dabei Handschuhe getragen,
38:53um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.
38:56Ich glaube ja sogar,
38:57du hast das alles von Anfang an geplant.
38:59Nein!
39:03Aber dann hast du Panik gekriegt.
39:07Du wusstest,
39:08Frau Schneider werde dich anzeigen.
39:11Nein, ich würde sowas niemals tun.
39:14Du willst mit ihr ins Bad
39:17und dann hast du Elke Schneider kalbblütig ertränkt.
39:20Nein!
39:21Damit sie dich nicht verraten kann.
39:22Nein!
39:25Danach hast du alle deine Spuren verwischt.
39:29Alles entzoggt.
39:31Du bist aus dem Haus gegangen.
39:33Aber die Flasche Wasser und das Glas,
39:35die du angefasst hattest,
39:37die hast du im Haus vergessen.
39:40Deshalb musstest du nochmal zurück.
39:42Und genau in dem Moment,
39:43als du rein wolltest,
39:44kamen die Kinder.
39:46Hallo?
39:48Kann ich Ihnen helfen?
39:49Warten Sie.
39:50Ich hole es schnell.
39:54Bitte schön.
39:56Erst, dass sie dir das Glas und die Flasche gegeben haben,
39:59bist du weg.
40:00Nein!
40:02So war das nicht.
40:04Emma,
40:05die Spuren sind eindeutig.
40:09Hör mal,
40:11du hast den Kindern die Mutter genommen
40:13und dem Ehemann seine Frau.
40:17Wenn du jetzt gestehst,
40:19dann kann sich das Strafmittel für dich auswirken.
40:26Ich, äh,
40:30ich verstehe,
40:30dass es so aussieht,
40:32als ob ich der Täter bin.
40:33Aber ehrlich,
40:34ich kann mich einfach nicht mehr richtig erinnern.
40:36Ach, komm schon,
40:37das kaufe ich dir doch nicht ab.
40:38Doch, doch.
40:39Meine damalige Freundin Linda,
40:41sie ist schuld.
40:42Was?
40:42Sie hat mir Drogen gegeben.
40:43Was?
40:44Ja.
40:45Ja, sie hat nebenbei
40:46in einem Escort-Service gearbeitet.
40:48Und das wollte sie von mir geheim halten.
40:50Deshalb hat sie mir immer wieder
40:51heimlich Schlafmittel gegeben.
40:53Ich würde mich ja gerne erinnern.
40:55Ich, ich versuche es ja.
40:56Aber es ist alles wie im Nebel.
41:03Hey!
41:04Wo gehen Sie hin?
41:08Ob er selbst glaubt,
41:09was er da sagt?
41:10Keine Ahnung.
41:12Er wird nicht gestehen.
41:13Jedenfalls nicht heute.
41:15Lass ihn wegbringen.
41:17Diese Geschichte
41:18war völlig überzogen
41:20und die hat er allerdings auch
41:22vor Gericht
41:23vorgebracht,
41:24was aber offensichtlich
41:26absolut eine Schutzbehauptung war.
41:29Aber was ist,
41:29wenn ich es nicht war?
41:32Das wird der Richter entscheiden.
41:34Was passiert denn jetzt?
41:39Also für mich persönlich
41:40ist das besonders tragisch
41:42in diesem Fall gewesen,
41:43dass hier eine intakte Familie
41:45zerstört wurde.
41:47Dass zwei Kinder,
41:48die dringend ihrer Mutter
41:49bedarft hätten in dem Alter,
41:52alleine mit dem Vater da standen
41:53und der Vater eben
41:54seine Ehefrau verloren hat.
41:57Sarah,
41:58Petra,
41:58kommt hier bitte mal.
42:01Die Prozesse
42:02findet noch dieses Jahr statt.
42:05Hoffentlich müssen wir da nicht aussagen.
42:07Müssen wir?
42:09Ich weiß es nicht.
42:11Das wird nochmal hart.
42:12Ich will einfach,
42:13dass es schnell vorbei ist.
42:14Ja.
42:16Und dann wird der Täter
42:17hoffentlich für das bestraft,
42:18was er ihr angetan hat.
42:22Der Prozess hier vor dem Mainzer Landgericht
42:25beginnt im Oktober 2008.
42:27David Lacey wird wegen Mordes
42:30und schweren Raubes angeklagt.
42:32Vor Gericht beruft er sich wieder
42:33auf Erinnerungslücken,
42:34aber die Beweise sind eindeutig.
42:36David Lacey wird wegen Mordes
42:39in Tateinheit mit schwerem Raub
42:41zu lebenslanger Haft verurteilt.
42:43Der Mörder von Elke Schneider
42:44wird nach England abgeschoben
42:46und muss dort mindestens 30 Jahre lang
42:48in Haft bleiben.
42:50Das war XY gelöst.
42:51Mein Name ist Sven Voss.

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