- vor 9 Stunden
+++ Entführung in Berlin-Reinickendorf +++ Urteil in Cottbus
+++ Wechselgeld-Betrug in Oranienburg +++ Cartoon:
Schließfachknacker +++ Diebstahl in Schwedt +++ Verkaufsbetrug
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+++ Wechselgeld-Betrug in Oranienburg +++ Cartoon:
Schließfachknacker +++ Diebstahl in Schwedt +++ Verkaufsbetrug
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TVTranskript
00:03Untertitelung im Auftrag des ZDF, 2020
00:30Es sieht so aus, als kommen die beiden zu Besuch, doch niemand erwartet sie.
00:35Als sie merken, dass die Eingangstür nicht abgeschlossen ist, gehen sie ins Haus, wo eine Rentnerin gerade Mittagsschlaf hält.
00:41Ja und dann, dann greifen sie zu.
00:45Wer sind die beiden Frauen? Mehr dazu gleich.
00:50Im ersten Beitrag heute Abend geht es um eine Entführung in Berlin.
00:53So etwas passiert häufiger als viele denken.
00:55Nicht alle Fälle werden öffentlich, obwohl die Polizei intensiv ermittelt.
00:59Oft gibt es bei diesen Taten private Hintergründe oder auch finanzielle Konflikte.
01:04Im Fall heute ist noch vieles unklar. Auch deshalb sind ihre Hinweise wichtig.
01:11Und das ist der Berliner, der entführt wurde.
01:14Ismet K., ein Geschäftsmann, von dem es auch dieses Foto gibt.
01:18Wer weiß, wo der 51-Jährige sich befindet.
01:22Die Berliner Staatsanwaltschaft und eine Mordkommission ermitteln in dem Fall und bitten um ihre Mithilfe.
01:29Es besteht natürlich die Gefahr für Leib und Leben, für den Vermissten.
01:34Derzeit ist davon auszugehen, dass er entführt und verschleppt wurde und wir tun alles, um ihn zu finden.
01:40Fest steht bisher nur. Am 23. April, einem Donnerstag, ist Ismet K. noch in Freiheit.
01:47Der Geschäftsmann verdient sein Geld im Baugewerbe, hat deshalb viele Termine in der Stadt.
01:52An jenem 23. April ist er im Norden Berlins unterwegs, in Weidmannslust.
01:58Warum sich der Vermisste dorthin begeben hat, ist zurzeit Gegenstand der Ermittlung.
02:04Und dort erhofft sich auch die Staatsanwaltschaft Berlin Hinweise, warum er genau dort war.
02:08Zur selben Zeit ist in Weidmannslust ein weißer Transporter unterwegs.
02:13Die Männer im Auto wissen sehr wahrscheinlich, dass sie Ismet K. dort finden werden.
02:17Nehmen ihn ins Visier. Warten auf den richtigen Moment.
02:22In einer Seitenstraße schlagen sie zu.
02:24Das einzelne Tatgeschehen ist derzeit noch Täterwissen.
02:28Dementsprechend kann dort regelmäßig wenig Auskunft erteilt werden.
02:31Was bekannt ist, dass er unter Anwendung von Gewalt in den Transporter gezerrt wurde.
02:37Und eben dementsprechend gegen seinen Willen entführt wurde.
02:41Ismet K. hat keine Chance.
02:43In wenigen Sekunden wird er überwältigt und in den Laderaum des Transporters gestoßen.
02:48Doch die Aktion bleibt nicht unbemerkt.
02:52Es handelt sich um einen hochfrequentierten Bereich.
02:54Dort sind Passanten anwesend und waren auch Passanten anwesend.
02:58Und es gab Zeugen, die das Geschehen so gegenüber der Polizei geschildert haben.
03:03Beobachtet wird die Entführung im Berliner Norden im Stadtbezirk Reinickendorf.
03:07In der Nähe vom Hermsdorfer See wird Ismet K. abgefangen.
03:11Am 23. April gegen 11.15 Uhr am Wolferer Pfad.
03:16Danach verschwindet der weiße Transporter von dort in unbekannte Richtung.
03:21Seitdem fehlt von ihm jede Spur.
03:26Unklar ist unter welchen Bedingungen Ismet K. festgehalten wird von den Tätern.
03:31Um zu ihnen oder zum entführten Geschäftsmann eine Spur zu finden, müssen viele Fragen geklärt werden.
03:38Unter anderem, ob es eine Beziehung zwischen Ismet K. und seinen Entführern geben könnte.
03:43Die Hintergründe der Tat sind derzeit völlig offen.
03:47Was nahe liegt bei den Ermittlungen ist, dass finanzielle Motive einen Hintergrund spielen.
03:53Also dass er zum Zwecke der Erpressung entführt wurde.
03:57Wurde Ismet K. also des Geldes wegen entführt?
04:00Es wäre kein Einzelfall in Berlin.
04:03Denn vom Tatort in Reinickendorf, nicht weit entfernt, wurde elf Tage vor Ismet K. ein anderer Geschäftsmann entführt.
04:10In Lichtenberg wird am 12. April der Mann auch von mehreren Tätern in einen Transporter geschleppt und weggefahren.
04:18In der Wartenberger Straße konnte sich das Opfer jedoch selbst befreien.
04:22Die Täter werden bis heute gesucht.
04:26Sind es dieselben Männer, die Ismet K. entführt haben?
04:30Es wird natürlich immer in die Richtung ermittelt, ob es Parallelen zu anderen Entführungsfällen gibt.
04:35Nach derzeitigem Stand bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass in Lichtenberg die Entführung mit der jetzigen zusammenhängt.
04:44Um das zu klären, wird um Hinweise auch zu Ismet K. gebeten.
04:49Insbesondere sollen sich Zeugen melden, die irgendetwas an dem mutmaßlichen Tattag gesehen haben, die den weißen Transporter gesehen haben.
04:56Aber auch Personen, die irgendwas über die Motive wissen könnten.
05:00Also Personen aus seinem Umfeld, vielleicht auch Geschäftspartner, die sollen sich auch melden.
05:06Hinweise können anonym eingereicht werden.
05:08Wenn Sie hier am Wolferer Pfad am 23. April etwas gesehen haben, das mit der Entführung zu tun haben könnte,
05:16melden Sie sich bitte.
05:18Informationen zu dem weißen Transporter werden genauso gesucht wie zu den Entführern.
05:25Kontaktieren Sie bitte die dritte Mordkommission in Berlin unter der Rufnummer 030 46 64 911 333 oder diese Mailadresse.
05:42Nun zu einem Verbrechen, das deutschlandweit viele Menschen berührt hat und das bis heute tut.
05:47Ein junger Polizist stirbt auf einer Straße im Süden Brandenburgs, als er die weitere Flucht einer Bande von Autodieben stoppen
05:53will.
05:54Die Täter werden schnell gefasst. Im Januar begann in Cottbus am Landgericht der Prozess gegen den Todesfahrer.
06:00Wir haben davon berichtet. Nun gab es ein Urteil.
06:06Sie hat ein Foto ihres Sohnes mitgebracht. Die Mutter des getöteten Polizisten.
06:12Es soll an ihn erinnern, auch am Tag der Urteilsverkündung.
06:17Mit dabei ist auch die Lebensgefährtin ihres Sohnes.
06:20Sie verlor ihren Partner und den Vater ihrer kleinen Tochter.
06:25Seite an Seite warten die beiden Frauen dann im Cottbuser Landgericht auf die Entscheidung.
06:30Die Entscheidung darüber, ob dieser 27-jährige Angeklagte, der sich unter einer Jacke versteckt, den Polizisten absichtlich überfahren hat oder
06:40nicht.
06:40Der Vorwurf wiegt schwer, so das Gericht.
06:43Mord in Verdeckungsabsicht, in Tateinheit mit einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen.
06:50Es geht um den Tod von Maximilian Stoppa. Der Familienvater wurde 32 Jahre alt.
06:57Er starb an dem Tag, als er mit seinen Kollegen als Zivilfahnder unterwegs war.
07:02An jenem 7. Januar 2025 soll eine Bande von Autodieben gestoppt werden, die zuvor Fahrzeuge in Niedersachsen gestohlen hatte.
07:13Maximilian Stoppa und seine Kollegen übernehmen die Verfolgung der Bande, die wie bei einem Rennen durch Brandenburg rast.
07:21In Lauchhammer will Maximilian Stoppa dann den Dieben den Weg abschneiden.
07:26Dabei hat er versucht, eine Nagelsperre.
07:28Einen sogenannten Stopstick auf die Straße aufzubringen, hat sein Fahrzeug gestoppt.
07:36Und hierbei ist es dann im Bereich Lauchhammer zu einer Kollision mit dem vom Angeklagten geführten Fahrzeug gekommen.
07:45Dabei wird der Polizist erfasst und durch die Luft geschleudert.
07:52Die Bilder von jenem 7. Januar halten fest, wie Rettungskräfte um das Leben von Maximilian Stoppa kämpfen.
08:00Trotz aller Bemühungen stirbt der 32-Jährige noch vor Ort auf der Straße in Lauchhammer.
08:11Alle Autodiebe können verhaftet werden. Darunter ist auch der 27-Jährige.
08:17Und sichergestellt werden konnte ebenfalls dieser blaue Skoda, mit dem der Polizist ganz gezielt angefahren worden sein soll.
08:29Der Prozess beginnt hier im Cottbusser Landgericht im Januar dieses Jahres.
08:35Fast vier Monate lang hört das Gericht dann Zeugen und Gutachter, prüft, ob der 27-Jährige wirklich mit Tötungsvorsatz handelte.
08:44Ja, sagt die Staatsanwaltschaft.
08:47Deshalb wurde...
08:48Eine Verurteilung des Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe beantragt, und zwar wegen eines Mordes in Verdeckungsabsicht.
08:58Der Verteidiger des Angeklagten fordert dagegen eine mildere Strafe, weil es keine Mordabsicht bei seinem Mandanten gegeben habe.
09:08Der Mann selbst äußert sich auch, aber erst zum Ende des Prozesses.
09:13Der Angeklagte hat unter anderem eingestanden, das Tatfahrzeug als Fahrer geführt zu haben.
09:20Im Rahmen der Einlassung hat der Angeklagte auch mitteilen lassen, dass er zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt habe, einen Menschen zu
09:28töten.
09:30Und, dass es ihm leidtue, was geschehen sei.
09:35Richter und Schöffen kommen zu einer Entscheidung.
09:39Die erste große Strafkammer hat den Angeklagten wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens in Tateinheit mit einer Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer
09:49Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt.
09:54Heißt also, das Gericht sieht in dem 27-Jährigen keinen Mörder, folgt damit nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf lebenslange
10:03Haft, sondern der Verteidigung, die ein milderes Urteil gefordert hatte.
10:08Ein Urteil, das für die Mutter des toten Polizisten Maximilian Stoppa und auch für seine Lebensgefährtin schwer zu fassen ist.
10:16Beide hatten auf eine andere Entscheidung gehofft.
10:19Denn sie werden mit ihrem Verlust leben müssen.
10:23Lebenslang.
10:26Nach der Urteilsverkündung haben beide Seiten, also Staatsanwaltschaft und Verteidigung, Revision eingelegt.
10:33Jetzt muss der Bundesgerichtshof prüfen, ob es Rechtsfehler in der Hauptverhandlung gab und eventuell ein weiteres Verfahren notwendig ist.
10:39Bis dahin ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.
10:46In der Fahndung Kompakt sucht die Polizei Brandenburg nach einer Bande von Betrügern, die mit dem Wechselgeld-Trick unterwegs ist.
10:53In dem Fall heute hatten sie einige hundert Euro dabei in kleinen Scheinen und wollten die von einem Tankstellenmitarbeiter gewechselt
10:59haben in große Scheine.
11:00Beim Abzählen wurde der Mitarbeiter abgelenkt und bemerkte nicht, dass ihm nur ein Teil des Geldes übergeben wurde.
11:06Es gibt Fotos von insgesamt fünf Tatverdächtigen.
11:09Mehr dazu gleich, doch zuerst einen Blick auf den Tatort.
11:15Der liegt nördlich von Berlin in Oranienburg.
11:18Dort gibt es in der Saarlandstraße eine Tankstelle.
11:21Hier tauchten die Täter am 14. Mai des vergangenen Jahres auf.
11:25Das war ein Mittwoch, und zwar am späten Nachmittag gegen 17.20 Uhr.
11:31Sie hatten noch ein Kind dabei und alle sechs kamen in einem Kleinstwagen angefahren.
11:36Und zwar an solch einem schwarzen Citroen C1.
11:39Das hier ist ein Vergleichsbild.
11:43Und das sind die Männer, die offenbar eng gestapelt in dem Wagen saßen.
11:47Und dieser kleinen Junge gehörte ebenfalls dazu.
11:52Zwei der Männer trugen schwarze T-Shirts mit der Aufschrift BOSS im Brustbereich.
11:58Und diese beiden hier sind offenbar eher Calvin Klein-Fans.
12:01Und dieser Mann trug ein Shirt der Marke Adidas.
12:06Wo sind die Männer noch gesehen worden?
12:09Wem kommen sie bekannt vor?
12:11Auch in Verbindung mit diesem kleinen Jungen.
12:15Beim Verlassen des Shops haben sie außerdem noch Waren im Wert von über 200 Euro gestohlen.
12:22Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizeiinspektion Oberhavel unter Vorwahl Oranienburg 033 01
12:29und dann die 85 10 oder an jede andere Polizeidienstelle.
12:37Stolz sein auf das, was man hat und nicht gierig sein nach dem, was man nicht bekommt.
12:41Wenn es doch so einfach wäre, dann hätten wir viel weniger Straftaten hier im Land
12:46und auch viel weniger zu berichten hier bei Täter-Opfer-Polizei.
12:49Das gilt auch für unseren Cartoon heute, unseren kuriosen Fall der Woche,
12:53wo sich jemand zunächst für sehr clever hielt.
12:56Sesan öffne dich oder Gier frisst Herrn.
13:01Er ist ein Banker wie aus dem Bilderbuch.
13:04Smart im Kundenkontakt und sicher in allen Finanzfragen.
13:09Alle sehen in Alexander den kommenden Filialleiter.
13:13Er selbst auch.
13:14Allerdings wird Alexander beim Blick auf seinen Gehaltszettel daran erinnert,
13:18es ist noch lange nicht so weit.
13:20Und nun steht er auch noch die Hochzeit mit Stefanie an.
13:23Es soll was ganz Pompöses werden mit Top-Location, Limousine und Leckeressen.
13:29Sein Kontostand gibt bisher aber nur die Currywurstbude her.
13:33Deshalb kommt Alexander ins Grübeln und hat da eine Idee.
13:37Im Tresorraum der Bank gibt es doch Schließfächer
13:40und da liegt garantiert was drin, was er gerade brauchen könnte.
13:44Gedacht, getan.
13:45Am nächsten Tag schaut er sich das Kundenverzeichnis an
13:48und findet einige, die nur selten vorbeischauen.
13:51Als die Kollegen beschäftigt sind, schleicht er sich in den Tresorraum
13:55und knackt all die Schließfächer, die selten besucht werden.
13:59Volltreffer, Schmuck, Goldbarren und Bargeld finden sich.
14:03Das reicht für die Hochzeit.
14:04Und auch für weitere Lebensprojekte wie Urlaub oder Auto.
14:09Immer wenn Alexander nun Geld braucht, holt er sich was.
14:12Danach verschließt er alles schön sauber mit Sekundenkleber.
14:15Das geht eine Weile so, bis zu dem Tag,
14:19als ein Kunde sein zugeklebtes Schließfach findet.
14:22Bei der Spurensuche kommt man auf Alexander
14:24und der kommt dann genau vors Gericht.
14:28Hier wird nochmal nachgezählt.
14:30Über 1,5 Millionen Euro hat er sich auf seine Art besorgt.
14:34Alexander gesteht und der Richter beendet die Bilderbuchkarriere.
14:41Ja, neben dem Beständnis gab es vor Gericht auch noch eine Entschuldigung.
14:45Außerdem konnte ein Großteil der Millionenborde sichergestellt werden.
14:48Deshalb blieb es am Ende bei einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten,
14:53trotz der hohen kriminellen Energie des Tätes.
14:57Zur nächsten Fahndung heute.
14:59Normalerweise kommen Einbrecher, wenn niemand zu Hause ist.
15:02Sie wollen ja unentdeckt bleiben und müssen dafür aber Türen oder Fenster aufbrechen.
15:06Wir suchen jetzt nach zwei Frauen, die machen das anders.
15:09Sie hoffen auf unverschlossene Türen und kommen deshalb zu einer Zeit,
15:13in der das wahrscheinlich ist.
15:14Etwa, wenn auf dem Dorf viele Rentner gerade Mittagsruhe halten.
15:20Auf den Fotos sieht die Frau im Ringelshirt wie eine nette Nachbarin aus,
15:25die nur nach dem Rechten sehen will.
15:27Auch ihre Begleitung wirkt erst mal ganz unverdächtig.
15:30Doch beide werden wegen schweren Diebstahls gesucht.
15:34Die Bilder werden hier in Schwedt aufgenommen, an einem Mittwoch.
15:39An dem Tag ist eine Schwederin dabei, das kleine Häuschen aufzuräumen, in dem sie lebt.
15:44Sie hat gut zu tun, bis zum Mittag.
15:49Was dann passiert, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen, so Roland Kamenz.
15:55Die spätere Geschädigte ist eine 92-jährige Seniorin.
15:59Sie befand sich zur Mittagszeit zu Hause und nach dem Mittagessen hat sie sich im Wohnzimmer aufs Sofa gelegt zum
16:04Mittagsschlaf.
16:06Kurz danach nimmt eine Bewegungskamera diese Szenen auf.
16:11Zwei Frauen kommen auf das Grundstück der 92-Jährigen.
16:14Die Frau mit dem Ringelschirt geht Richtung Tür und versucht, ins Haus zu kommen.
16:20Ihre Komplizin bleibt noch am Gartentor, sichert offenbar ab, dass sie nicht gestört werden.
16:26Dann macht auch sie sich auf den Weg.
16:30Denn sie haben es geschafft, ins Haus zu kommen.
16:34Davon bekommt die 92-Jährige erst mal nichts mit.
16:38Die Schlafende stört die beiden Frauen offenbar nicht.
16:41Sie gehen nun systematisch vor.
16:44Nach unserem gegenwärtigen Erkenntnis stand es davon auszugehen, dass die beiden tatverdächtigen Frauen tatsächlich Schubladen geöffnet haben, Schränke durchsucht haben.
16:53Sie haben in einer Schublade die Geldbörse der 92-Jährigen gefunden.
16:57Das Duo ist also im Haus unterwegs, während die Schwederin noch immer schläft.
17:03Die Frauen stehlen ihr Portemonnaie samt Inhalt.
17:07Und dann passiert es. Die 92-Jährige wird wach, sieht die beiden ihr unbekannten Frauen vor sich.
17:15Sie war etwas benommen noch vom Schlaf und irritiert von der Situation.
17:19Sie sprach die Damen an, was sie hier wollen.
17:22Und eine der Damen hielt ihr ein Kissen entgegen und äußerte, dass sie dieses ihr verkaufen wollte.
17:28Die Frauen sind offensichtlich darauf vorbereitet, entdeckt zu werden, haben für den Fall der Fälle eine Kissenverkaufsgeschichte in petto, um
17:36Zeit zu gewinnen.
17:38Die 92-Jährige hat es mit Profidiebinnen zu tun.
17:42Nach dem ersten Schrecken fordert sie das Duo auf, sofort zu gehen.
17:48Auch das wird von den Kameras aufgezeichnet. Die Frau mit dem Ringelshirt verlässt das Grundstück nun zur Straße hin.
17:57Ihre Komplizin hat noch immer das Kissen in der Hand und geht wieder Richtung Gartentor.
18:04Jetzt fahndet die Polizei auch öffentlich mit diesen Fotos nach den Frauen.
18:10Eine etwas jüngere, die könnte 18 bis ca. 25 Jahre alt sein, hatte lange schwarze Haare, die zu einem Zopf
18:17gebunden waren.
18:20Die Frau im Ringelshirt ist älter, etwa 35 bis 45 Jahre alt und hat eine kräftige Statur.
18:27Wer erkennt das Duo?
18:31Die beiden waren im Nordosten Brandenburgs aktiv, in Schwedt im Stadtteil Heinersdorf, einer ruhigen Wohnsiedlung.
18:39Dort ist das Duo am 3. September vergangenen Jahres aufgetaucht.
18:44Wahrscheinlich kehren die beiden später sogar an Tatorte wieder zurück, beobachten die womöglich dann sogar länger.
18:50Denn?
18:52Tatsächlich hatten wir erst vor wenigen Tagen an derselben Adresse, wieder erneut im später Ortsteil Heinersdorf, eine vergleichbare Tat.
18:59Hier haben die Unbekannten an der Tür geklingt, sind diesmal aber nicht ins Haus gelandet.
19:05Wo haben es die beiden Frauen noch versucht?
19:07Sehr wahrscheinlich gehen sie auch in anderen Orten Brandenburgs auf Diebestur.
19:15Die Polizei geht dieser Vermutung nach und setzt auf ihre Mithilfe.
19:21Unsere Ermittler hoffen natürlich, dass auf der Grundlage des vorliegenden Bildmaterials uns Hinweise aus der Bevölkerung erreichen.
19:27Wir hoffen also, dass Personen die beiden hier abgebildeten Frauen erkennen und uns sagen können, um wen es sich dabei
19:35handelt und wo sich die Personen gegebenenfalls aufholen.
19:38Wer kann etwas sagen zu dem Duo, das versucht in fremde Häuser oder Wohnungen zu kommen, dort Beute macht und
19:46beim Entdecken Kissenverkäufe vortäuscht?
19:51Ja, das ist jetzt die Frage an Sie.
19:53Wem kommen diese beiden Frauen bekannt vor?
19:56Wo waren sie noch unterwegs und haben erstmal geschaut, ob da was zu holen ist, ob jemand zu Hause ist
20:01und ob die Türen offen stehen?
20:03Wer hat sie vielleicht angesprochen und dann diese Geschichte mit dem Kissen oder Ähnliches gehört?
20:08Wo könnten die Frauen jetzt sein?
20:11Ihre Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Uckermark unter Vorwahl Prenzlau 03984 und dann die 350 oder an jede andere Polizeidienstelle.
20:22So, nun zu einer fiesen Betrugsmasche, die leider immer wieder erfolgreich ist.
20:27Betroffen vor allem Menschen, die online was verkaufen wollen.
20:30Zunächst sieht alles ganz seriös aus.
20:32Die Täter überweisen sogar Geld oder schicken solche Schecks hier.
20:36Das ist ein Originalscheck über 19.500 englische Pfund in etwa 22.000 Euro.
20:43Aber genau dieser Scheck war das Problem im nächsten Fall.
20:46Warum, das zeigen wir jetzt.
20:51Eigentlich wollte Matthias T. sein Segelboot in andere Hände geben.
20:56Aber die Sunshine, die acht Meter lang ist, lag noch lange hier, am Stieg in der Havel.
21:02Denn als der Berliner das Boot verkaufen wollte, geriet er an Betrüger.
21:09Matthias T. erzählt seine Geschichte Täter-Opfer-Polizei.
21:13Denn ...
21:14Ich habe ein Interesse daran, dass eben jetzt andere, die auch ihr Boot verkaufen wollen, dass die einfach dann das
21:20kennen, dass die gewarnt sind.
21:24Alles fängt mit einer Internet-Annonce an.
21:27Matthias T. nutzt er für eine Verkaufsplattform für Boote.
21:31Dort bietet er seine Sunshine für 13.200 Euro an, auf Verhandlungsbasis.
21:38Daraufhin meldet sich schnell ein Interessent, per Mail.
21:41Er kommt aus Irland, schreibt er auf Deutsch und bietet an, dass er das Boot für 12.500 Euro kaufen
21:48würde.
21:50Das fand ich natürlich gut. Und ja, und dann hat er mir gesagt, er hätte einen Spediteur, der das Schiff
21:58abholt.
21:59Also es war eigentlich schon klar, dass er es selber sich nicht anschauen würde.
22:04Das ist vielleicht dann auch etwas verdächtig, aber na gut.
22:08Erstmal ist Matthias T. froh, so schnell einen Käufer gefunden zu haben.
22:12Allerdings beginnt dann ein langwieriger Mail-Verkehr.
22:16Matthias T. erreichen immer wieder Nachfragen vom Interessenten.
22:19Der will damit zeigen, dass er es ernst meint mit dem Kauf.
22:23Und dann kommt schließlich ein Scheck aus Irland.
22:26Der ist jedoch nicht in Euro ausgestellt, sondern in englischen Pfund.
22:31Dann habe ich dem Käufer geschrieben und habe ihm gesagt, ich habe den Scheck bekommen, aber der Scheck ist zu
22:38hoch.
22:38Es sind ja 19.500 Pfund, das sind ja 22.000 Euro und ich brauche ja nur zwölf.
22:46Der Betrüger schreibt zurück, dass es ein Versehen sei.
22:49Die Kosten für den Kaufpreis und den Transport sind schon zusammengerechnet worden.
22:54Und daraus ergibt sich diese hohe Schecksumme.
22:58Matthias T. solle die Differenz einfach an den beauftragten Spediteur überweisen.
23:03Eine betrügerische Masche, die oft gelingt, weil der zu hohe Scheckbetrag Vertrauen weckt.
23:09Allerdings, das fordert der vermeintliche Interessent aus Irland jetzt, soll Matthias T. die 10.000 Euro sofort überweisen.
23:18Zum Glück wird Matthias T. an diesem Punkt doch misstrauisch und sagt das Geschäft ab.
23:23Der vermeintliche Interessent wollte übrigens bis heute den Scheck nicht von ihm zurückhaben.
23:28Sein Resümee?
23:32Einerseits froh, dass man nicht drauf reingefallen ist und dann am Ende noch Geld eingebüßt hat,
23:36aber auch die Enttäuschung, dass nun der Verkauf erst mal geplatzt war und das Ganze dann nochmal vom Neuen gestartet
23:41werden muss.
23:42Unabhängig davon hat er für sich aber eine Konsequenz gezogen aus der Erfahrung.
23:47Potenzielle Käufer, egal wofür, will Matthias T. persönlich kennenlernen.
23:52Und Scheckzahlung akzeptiert er nicht mehr.
23:57Also am Ende alles richtig gemacht und es bleibt die Botschaft, es bleibt der Hinweis,
24:01gehen Sie bei solchen Geschäften niemals in Vorleistung, in Vorkasse.
24:05Sie wollen etwas verkaufen, also warum sollten Sie an den potenziellen Käufer Geld zahlen,
24:10selbst wenn der angeblich einen Fehler gemacht hat.
24:13Das war's fast für heute, es fehlt noch der Blick zurück auf die Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
24:17Hier kommt ganz kompakt unsere Zusammenfassung.
24:21Sie kommen mit einem weißen Transporter, stoppen in Berlin-Reineckendorf und entführen dort einen Geschäftsmann.
24:28Ismet K. ist seitdem spurlos verschwunden.
24:30Wer weiß, wo sich der 51-Jährige jetzt befindet?
24:35Gesucht werden auch Hinweise zu diesen fünf Männern.
24:37Die Fotos werden in Oranienburg aufgenommen, in einer Tankstelle,
24:41wo mit einem Wechselgeld-Trick hunderte Euro erbeutet werden.
24:44Wer weiß etwas über die fünf, die mit einem Kind unterwegs sind?
24:49Und diese beiden wirken erst mal wie nette Nachbarn, als sie von einer Kamera in Schwedt aufgezeichnet werden.
24:55Doch dann durchsuchen sie das Haus einer 92-Jährigen,
24:58stehlen ihr Portemonnaie und geben dann vor, ein Kissen verkaufen zu wollen.
25:02Wer sind die beiden Frauen? Wo sind sie noch aufgetaucht?
25:07Also, wer kann helfen?
25:08Alle Fakten zur gesamten Sendung finden Sie doch einmal im Netz auf unserer Fahndungsseite.
25:13Danke fürs Zuschauen. Hier im Programm folgen gleich das Wetter und die Nachrichten.
25:16Und diesmal sehen wir uns erst in zwei Wochen wieder nach dem Pfingstfest.
25:20Bis dahin alles Gute.
25:22Achten Sie auf Ihr Handgepäck.
25:23Und hier noch ein Tipp für alle Podcast-Fans.
25:27Tschüss.
25:45Die beiden Hosts des rbb-Podcasts können Sie jetzt live erleben.
25:50Es geht um den Fall des Serienmörders Adolf Seefeld.
25:55Der Potsdamer lebte Anfang des 20. Jahrhunderts und konnte bis 1935 immer wieder töten.
26:01Mehr dazu können Sie live mitverfolgen bei...
26:05Crime History.
26:06Hier im Potsdamer Kunsthaus Saint-Titre am 10. Juni ab 18 Uhr.
26:12Und unter diesem QR-Code finden Sie alle Informationen für die Freitickets.
26:16Crime History. Historische Verbrechen aus Berlin und Brandenburg.