- vor 19 Stunden
Welch ein Tag
Marianne Neumann arbeitet seit drei Jahren wieder als Lehrerin. Das hat den Familienablauf verändert, und auch sie. Als Hans ihren 20. Hochzeitstag vergisst und darüber hinaus die samstäglichen Hausarbeiten, kommt es zum Ehestreit – mehr noch, zur Grundsatzdebatte. Beide fühlen sich vom anderen unverstanden und vernachlässigt. Hans trifft in der Kneipe auf einen Leidensgefährten. Es ist jener Kollege, der ihm gerade von Marianne als leuchtendes Beispiel entgegengehalten wurde. (Text: MDR)
Freundschaft geht über alles
Jan Neumann hat in der Schule Streit mit seinem Mitschüler Erwin Spuglow, den er Spucknapf schimpft. Marianne greift pädagogisch ein. Sie nimmt Erwin übers Wochenende mit zu sich nach Hause. Jan und Erwin sollen sich aussprechen und einen vermeintlichen Streich ausdiskutieren. Was kaum möglich schien, wird über Nacht wahr: Aus den Streithähnen werden dicke Freunde. (Text: MDR)
Marianne Neumann arbeitet seit drei Jahren wieder als Lehrerin. Das hat den Familienablauf verändert, und auch sie. Als Hans ihren 20. Hochzeitstag vergisst und darüber hinaus die samstäglichen Hausarbeiten, kommt es zum Ehestreit – mehr noch, zur Grundsatzdebatte. Beide fühlen sich vom anderen unverstanden und vernachlässigt. Hans trifft in der Kneipe auf einen Leidensgefährten. Es ist jener Kollege, der ihm gerade von Marianne als leuchtendes Beispiel entgegengehalten wurde. (Text: MDR)
Freundschaft geht über alles
Jan Neumann hat in der Schule Streit mit seinem Mitschüler Erwin Spuglow, den er Spucknapf schimpft. Marianne greift pädagogisch ein. Sie nimmt Erwin übers Wochenende mit zu sich nach Hause. Jan und Erwin sollen sich aussprechen und einen vermeintlichen Streich ausdiskutieren. Was kaum möglich schien, wird über Nacht wahr: Aus den Streithähnen werden dicke Freunde. (Text: MDR)
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00:00Musik
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00:05Musik
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00:11Ja, ja.
00:37So, ich geh jetzt.
00:40Wiedersehen, mein Schatz.
00:49Ist was?
00:51Ich meine, weil du mich so ansiehst.
00:54Nein, das ist nichts.
00:59Hans, bitte, nicht vergessen.
01:01Geschirr waschen, Betten machen, Staubsaugen, Mülleimer runter.
01:07Wiedersehen, mein Schatz.
01:10Okay.
01:17Okay.
01:20Okay.
01:29Okay.
01:31Okay.
01:42Okay.
01:45Okay.
01:49Okay.
01:50Okay.
01:57Okay.
02:00Okay.
02:16Okay.
02:17Guten Morgen!
02:18Guten Morgen!
02:40Guten Morgen!
02:42Ah, schön wie die Sonne, Marianne.
02:45Guten Morgen, ich bin ein bisschen spät.
02:47Donnerwetter, schickes Kostüm hast du an.
02:50Überhaupt, wie du aussiehst heute.
02:52Ist das was Besonderes heute?
02:54Marianne Neumann?
02:55Nichts Besonderes, Fritz Otterbein.
02:57Hör mal, so schick.
02:59Frisch vom Friseur, wie ich sehe.
03:01Bei einem lieben Kollegen wie mir, kannst du es doch ruhig sagen.
03:04Es ist ein Tag wie jeder andere.
03:07Du, Marianne, unsere Mathematikstunde müssen wir verschieben.
03:09Dienstag geht's nicht, da kommen Kollegen bei der Frau.
03:12Passt dir Donnerstag?
03:13Ja, ich riecht's mir ein.
03:15Nein, überhaupt.
03:18Ich wollte mich mal wieder bei dir bedanken, Fritz.
03:21Für deine Mathematiknachhilfe.
03:23Was doch Unsinn, du hast drei Jahre Pause gemacht.
03:25Kommt mal raus, das Geplücken.
03:27Wenn ich dir helfen kann.
03:28Danke.
03:29Ich muss ja nicht immer Unterstufe bleiben.
03:38Ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht,
03:40ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht,
03:43ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht,
03:47ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht,
03:50ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht, ich muss ja nicht.
04:01Bist du schon da?
04:02Die letzten beiden Stunden sind ausgefallen.
04:04Vor allem Klingstor kriegt ein Kind.
04:05Woher wollt ihr denn das wissen?
04:07Na ist doch klar, der ist schlecht geworden.
04:09Mir ist auch schon manchmal schlecht geworden.
04:10Aber deshalb kriege ich noch lange.
04:13So gut möchte ich es auch mal haben.
04:14Bei uns ist noch nie ein Lehrer krank geworden.
04:16Kannst du das beschwören?
04:18Nee, dann hol mir mal den Schlüssel aus der Tasche.
04:27Was ist denn das alles vorgegeben?
04:28Erzähl dich hier drin.
04:41Na dann ein schönes Wochenende noch.
04:44Und einen schönen Gruß an deinen Mann.
04:47Unbekannterweise.
04:48Auch ein schönes Wochenende.
04:49Und einen schönen Gruß an deine Frau.
04:52Bekannterweise.
05:10健全 schwarze.
05:21Schwerze.
05:27In der Zeit für die Frau.
05:30Und eine andere Musiker.
05:31In der Zeit für die Frau.
05:31Mutti! Hallo!
05:36Vorlein-Studioses.
05:38Wochenendbesuch. Na ja.
05:39Na, was macht das Studium?
05:41Leipzig.
05:42Du siehst ja so toll aus.
05:44Jetzt red ich mal um.
05:45Habt ihr heute was vor?
05:47Weiß man's.
05:48Weiß man's.
05:50Leipzig.
05:55Wo es wieder schlicht, dass das Ruhrlied der Arbeit nicht ging.
05:58Der Betalbauer treibt.
06:00Und der Niedermer grönt.
06:04Siehst du, mein Junge?
06:06So sieht ein exakt gebohrtes Loch aus.
06:09Nichts verkantet, ruhige Hand, scharfer Blick.
06:13Und Feuerkörn.
06:15Was ist denn hier los?
06:17Wir bauen ein Schiff. Eine ganze Flotte hat Vati gesagt.
06:19Ja, 1 zu 35.
06:21Hier, eine ganze Blechbootflotte.
06:23Und das in der Küche?
06:24So was macht man im Keller.
06:26Ja, das wollte ich ja auch.
06:27Aber im Keller ist es feucht.
06:29Da hätte ich lüften müssen.
06:30Und das gibt Zugluft.
06:31Und feuchte Zugluft gibt Rheuma.
06:33Und abgewaschen ist auch nicht.
06:35Das ganze Geschirr steht noch rum.
06:38Samstag.
06:39Hausdienst.
06:40Vater.
06:40Hast du selbst angeschafft?
06:42Och, denn Urlauber haben überhaupt kein Stimmrecht.
06:44Jan schafft das Schrotzzeug in den Keller.
06:46Und wasch dir die Hände.
06:48Das Gesicht auch?
06:49Du kriegst gleich ein paar hinter die Ohren.
06:52Ach nein.
06:54Die Betten sind ja auch noch nicht gemacht.
06:56Ja, wann sollte ich denn?
06:58Sag mal, Schrott.
07:01Du sagtest jetzt eben Schrott.
07:03Ich opfere meinen freien Samstagvormittag und du sagst Schrott.
07:08Deinetwegen habe ich doch dieses Schiffsmodell da auf Kiel gelegt.
07:11Dir zuliebe.
07:12Was soll ich denn damit anfangen?
07:14Ach, hör mal.
07:15Auf deinen Wunsch hin habe ich in eurer Schule den technischen Zirkel übernommen.
07:21Und an diesem Schiffsmodell lernen die Kinder alles.
07:23Ja.
07:24Allverformen.
07:24Ja.
07:25Löwen, Mieten.
07:26Hoffentlich nicht in meiner Küche.
07:29Auf dem Speiseplan steht Kartoffelsuppe.
07:31Papa, hast du schon Kartoffeln geschält?
07:34Hm.
07:49Telegramm für Neumann.
07:51Ja, das sind wir.
07:52Danke.
07:54Ein Telegramm.
07:57Ein Telegramm.
07:58An Herrn Hans Neumann.
08:01Für mich?
08:04Von wem kann das sein?
08:08Hoffentlich kein Todesfall.
08:10Na mach doch auf.
08:14Danke.
08:24Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag, Marianne.
08:4220 Jahre.
08:46Komm schon, gib mir einen Kuss.
08:53Na prima, wir feiern Hochzeitstag.
08:55Soll ich Bier holen, Vati?
08:57Sekt.
08:59Zu so einem Anlass trinkt man Sekt.
09:02Das gehört sich so an.
09:03So einem Tag merkt ihr das fürs Leben.
09:09Alter.
09:10So, so.
09:11Auf geht's.
09:13Waschen.
09:14Rasieren.
09:15Umziehen.
09:18Blumen.
09:21Wo krieg ich denn jetzt Blumen her?
09:23Ich muss Blumen besorgen.
09:27Na los, los, Jan.
09:28Nun sitz nicht so rum.
09:29Komm.
09:36Mutti hatte natürlich recht.
09:38Schon nach elf Uhr.
09:40Da haben die Geschäfte schon längst geschlossen am Sonnabend.
09:43Wir hätten lieber mit Mutti spazieren gehen sollen.
09:45Das wollte sie doch.
09:47Weil's draußen so schön ist.
09:48Dann machen wir ja auch noch.
09:49Aber erst die Blumen.
09:51Aber die Geschäfte sind doch ja zu.
09:53Ja.
09:54Wenn wir jetzt in Kellingen wohnen würden, hätten wir jetzt schon einen ganzen Arm voll.
09:59Da kenn ich doch alle Gartenbesitzer.
10:02Moment mal.
10:03Gartensitzer?
10:04Hier muss doch irgendwo.
10:06Ja, natürlich.
10:08Und mein Kollege Ohme, das ist unser BGLer.
10:12Der hat bestimmt Blumen in seinem Garten.
10:17Ja, natürlich.
10:34Ruhet sich nichts.
10:44Keiner zu Hause.
10:48Aber der würde uns bestimmt welche geben.
10:54Da hinten stehen prima Blumen.
10:57Schöne Blumenvati.
10:59Da würde sich Mutti aber freuen.
11:08Aber nur.
11:19Was denn für welche? Gelbe oder rote?
11:21Egal.
11:38Mach schon.
11:45Guter.
11:48Was machen wir denn da?
11:51Na, was machen wir denn da?
11:53Auch das noch.
11:56Ist das Ihr Haus?
11:58Nein.
12:00Aber das ist Ihr Junge?
12:01Ja.
12:03So.
12:05Den eigenen Sohn stiften Sie zum Diebstahl an.
12:08Ich habe es nicht nötig, mich beleidigen zu lassen, Genosse Oberwachtmeister.
12:11Wachtmeister Rübsam.
12:12Das habe ich nicht nötig, Genosse Wachtmeister.
12:15Dieses Haus gehört meinem Kollegen Ohme und der ist BGL-Vorsitzende bei uns im Betrieb.
12:20Werden Sie nicht laut, Bürger. Ihren Personalausweis, bitte.
12:25Das andere wird sich finden.
12:27Auch noch in Gegenwart des Kindes.
12:29Mein Vater stiehlt nicht.
12:32Dieses Haus gehört meinem Kollegen Ohme und mit dem kläre ich alles morgen im Betrieb.
12:37Die Blumen sind für meine Mutter. Die hat heute Hochzeitstag.
12:40Ja. Schon gut, Jan.
12:44Genosse Wachtmeister hat sicher kein Verständnis dafür.
12:47Sie.
12:50Ich bin auch verheiratet.
12:52Trotzdem hole ich noch lange keine Blumen aus fremden Gärten.
12:55Und meinen Hochzeitstag vergesse ich nie.
12:57Wie lange sind Sie denn schon verheiratet?
13:00Übermorgen ein Jahr.
13:01Da können Sie gar nicht mitreden. Mein Vater ist 20 Jahre verheiratet.
13:05Nicht wahr, Vati?
13:06Ja, ja.
13:10Also, Herr...
13:11Neumann.
13:13Herr Neumann.
13:15Das mit dem Hochzeitstag, das will ich gerne glauben.
13:19Und das mit Ihren Kollegen, das stimmt doch.
13:21Ja.
13:21Mein Vater lügt nicht. Alles, was mein Vater sagt, stimmt.
13:25Ich nehme an, das wird nicht mehr vorkommen.
13:27Nein.
13:27Grüßen Sie Ihre Frau von mir.
13:29Zum Hochzeitstag.
13:31Und belehren Sie Ihren Sohn entsprechend.
13:35Sehr freundlich.
13:38Na dann mal schnell nach Haus, zur Mutti.
13:43Jetzt sind Sie schon drei Stunden unterwegs.
13:47Verstehst du das?
13:48Nein.
13:54Ja.
14:07Danke.
14:09So.
14:12Da sind wir wieder, mein Schatz.
14:18Du hast ja getrunken.
14:20Aber Schätzchen, gewiss ja, Jan hat ein Malzbeer getrunken.
14:24Ja, und ich einen Cognac.
14:26Oder auch zwei, weil wir doch den Sekt besorgt haben.
14:29Aber bitte, ich überreiche dir zu unserem Ehrentage fünf heiß erkänfte Kinderfloras.
14:37Rot ist die Farbe der Liebe.
14:40Die sind wohl vom vergangenen Jahr.
14:43Guck mal schön, Sie lassen etwas die Köpfe hängen.
14:46Aber sehr erkämpft, was ja?
14:49Da kannst du hier unten etwas anschneiden und Ihnen frisches Wasser geben.
14:54Vielen Dank für den Ratschlag.
14:57Warten seit zwei Stunden mit dem Kaffee auf euch.
15:02Ja.
15:04Übrigens, vielen Dank noch für die Blumen.
15:06Weißt du, wo wird die Blumen her haben, Mutti?
15:08Das war so ...
15:09Ich will es gar nicht wissen.
15:13Meine liebe Mutter ist ungehalten, weil wir so lange ausgeblieben sind.
15:27Soll ich euch mal was ganz Lustiges erzählen?
15:30Hört mal zu, Kinder.
15:33Als ich eure liebe Mutter kennenlernte, im Frühjahr vor 20 Jahren,
15:40so lange kennen wir uns schon.
15:44Da stand sie in Heringsdorf am Ufer der Ostsee,
15:49die ja ein Meer des Friedens ist.
15:51Ich kam daher und da flog ihr der Hut weg.
15:55Das Kopftuch war es.
15:57Ganz egal, was ihr wegflog, Hut oder Kopftuch.
16:00Jedenfalls rannte ich hinterher, fast bis nach Albeck.
16:04Und da habe ich es dann erwischt.
16:08Seht ihr mal, wie zäh euer Vater ist?
16:14Und was meint ihr wohl, was ich dann mit dem Kopftuch gemacht habe?
16:19Ja, was wirst du gemacht haben? Du hast es ihr zurückgebracht.
16:24Jawohl.
16:26Ja.
16:29Und eure Mutter, eure Mutter, die stand noch immer an derselben Stelle.
16:39Am Strand von Heringsdorf.
16:44Hatte auf mich gewartet.
16:46Es war Liebe auf den ersten Blick.
16:51Sie hat auf mich gewartet.
16:54Vielleicht wär's besser gewesen, ich wär damals gegangen.
17:09Jan.
17:24Marianne.
17:28Ich möchte mich bei dir in aller Form entschuldigen.
17:32Für meine Vergesslichkeit.
17:35Und für die drei Cognac.
17:38Ach.
17:40Vorhin waren es noch zwei.
17:43Aber ich will gar nicht wissen, wie viel es wirklich waren.
17:47Mit Kleinigkeiten will ich mich nicht befassen.
17:49Ich will dich ja auch nicht.
17:51Na, das ist ja schön.
17:54Dann besteht ja die Aussicht, dass wir uns in aller Offenheit mal über ein paar prinzipielle Dinge aussprechen.
18:03Bitte.
18:04Bitte.
18:05Es hat sich nämlich in den letzten Monaten eine Menge angesammelt.
18:11Und wenn ich's richtig überlege, zieht sich das schon über Jahre hin.
18:20Ich finde, wir leben richtig aneinander vorbei.
18:23Ach.
18:24Ja.
18:27Wie sieht's denn aus bei uns?
18:29Ich will nicht voreingenommen sein.
18:31Aber.
18:3220 Jahre verheiratet.
18:35Hochzeitstag.
18:37Du läufst morgens unrasiert durch die Wohnung.
18:40Aus den alten, gammligen Trainingsanzug an.
18:44Kuss auf die Wange.
18:46Flüchtig.
18:47Wie immer.
18:49Guten Morgen, mein Schatz.
18:50Mach's gut, mein Schatz.
18:51Guten Abend, mein Schatz.
18:55Alles ist zur Gewohnheit geworden.
18:58Blasse Gefühle.
19:01Tötend.
19:04Ich glaub, es gibt in jeder Ehe Ermüdungserscheinung.
19:08Das ist wohl natürlich.
19:11Aber in jeder guten Ehe werden diese Totenpunkte überwunden.
19:14Und was machst du?
19:15Du trabst deinen alten Trott.
19:18Merkst nichts.
19:20Hast überhaupt kein Gefühl dafür.
19:26Gut, gut.
19:29Ziehen wir Bilanz.
19:33Wie war das denn bitte in den letzten Jahren?
19:38Was hat sich denn in meinem Leben Entscheidendes getan?
19:48Arbeit, Familie, Kinder.
19:51Na, ist das nichts?
19:52Doch, natürlich.
19:55Ich hab mich auch darüber gefreut, nicht?
19:58Na, also.
20:01Für dich.
20:04Ich...
20:06Liebe dich ja schließlich.
20:08Marianne.
20:11Ich liebe dich noch immer.
20:15Auch wenn es für dich manchmal nicht den Anschein hat.
20:21Aber stellen wir doch mal fest.
20:25Für dich hat sich doch in diesen Jahren dagegen sehr viel verändert.
20:31Ich war jahrelang nur Hausfrau.
20:34Da hatte ich aber das Recht wieder in meinem Beruf zu arbeiten.
20:37Aber selbstverständlich.
20:38Das stellte auch niemand in Frage.
20:42Aber seit du wieder als Lehrerin arbeitest, da hat sich doch sehr viel verändert.
20:48Interessante Kollegen.
20:50Weiterbildung.
20:51Neue Aufgabenprobleme.
20:55So ganz was anderes als dieses häusliche Einerlei.
20:59Diesen profane Alltag in der Familie.
21:02Das ist doch Unsinn.
21:06Du brauchst gar nicht zu widersprechen.
21:08Ich habe das sehr wohl erkannt.
21:12Du bist gereizt.
21:15Oft nicht ansprechbar.
21:19Ich habe den Eindruck, dass dir manchmal alles zu viel ist.
21:22Hans...
21:23Bitte lass mich ausreden.
21:26Ich habe gedacht, dass sich das alles wieder einringt, aber...
21:32Irrtum.
21:37Herr, du bist unzufrieden.
21:42Dieser alte Familiendampfer schaukelt dir viel zu gemächlich.
21:47Ach, jetzt wird der Spieß einfach umgedreht.
21:51Jetzt soll ich der Prügelknabe sein.
21:55Ich habe versucht, dich aus deinem Trott zu reißen.
22:00Ich wollte mit dir bewusster, intensiver leben.
22:09Dass du den Hochzeitstag vergessen hast.
22:13Schwamm drüber.
22:14Der Fakt als solcher.
22:16Schwamm drüber.
22:20Aber dahinter steckt mehr.
22:22Das ist ein Symptom.
22:25Ein Symptom für deine Gleichgültigkeit.
22:28Nie bin ich gleichgültig gewesen.
22:30Ich bin es auch heute nicht.
22:32Für wen arbeite ich denn?
22:34Für wen setze ich mich denn ein?
22:37Was tue ich denn für dich?
22:38Für mich?
22:39Jawohl, für dich.
22:42Habe ich nicht diesen technischen Zirkel in deiner Schule übernommen?
22:46Habe ich nicht heute Vormittag daran gearbeitet?
22:48Für wen denn?
22:49Für dich.
22:50Ja.
22:51Damit du mich in deiner Schule rumzeigen kannst.
22:54Unter dem Motto, so dämlich ist er ja gar nicht, mein Mann, der Meister aus dem Schwermaschinen war.
22:59Hans, ich bitte dich, mach dich nicht lächerlich.
23:09Sogar die vergammelten Blumen sind ein Beweis.
23:14Für dich.
23:14Für dich.
23:18Aber das verstehst du ja gar nicht.
23:23Deinetwegen habe ich mich sogar mit der Staatsgewalt angelegt.
23:26Ja?
23:27Auch für dich.
23:30Aber du hast ja bloß deine Kollegen im Kopf, wieder diesen, äh, Fritz-Otter-Bein.
23:41Du brauchst gar nicht zu lachen.
23:44Ja.
23:45Fritz hinten, Fritz vorne, du redest ja nur über ihn.
23:50Wie geistreich er ist, wie gebildet, wie aufmerksam.
23:54Oh ja, das ist er auch.
23:56Im Gegensatz zu dir hat er nämlich heute früh sofort bemerkt, dass ich mich besonders zurechtgemacht habe.
24:02Er hat sofort bemerkt, dass das heute ein besonderer Tag ist für mich.
24:07Du gibst es also zu.
24:10Du gibst zu?
24:12Dieser Schlotterbein steckt dahinter.
24:14Otterbein?
24:15Es muss ja eine wahre Intelligenzbestie sein, dieser Lotterbein.
24:24Ganz was anderes als ich.
24:26Was bin ich denn dagegen?
24:29Kleiner Meister.
24:31Nichts Besonderes.
24:32Aber eher nicht der Große, der liebenswürdige Schlotterbein.
24:40Otterbein?
24:41Für mich ist er ein Schlotterbein.
24:52fragt sich nur, ob er zu Hause zu seiner Frau auch so liebenswürdig ist, wie zu dir.
25:00Werde nicht unsachlich, Johannes.
25:04Fritz Otterbein hat einfach ein anderes Format, als du es gewohnt bist.
25:09Und das ärgert dich.
25:12Fragt sich nur, auf welchem Gebiet er Format hat.
25:17Jawohl.
25:17Du, jetzt reicht's mir aber.
25:21Mir schon lange.
25:27Ach.
25:56Ich kann dich gut verstehen, Mutti.
25:59Das ist mir eine Lehre.
26:00Ich werd nie unter meinem Niveau heiraten.
26:03Das ist mir jetzt klar geworden.
26:06Du bist wohl völlig verrückt geworden, du dumme Gans.
26:10Ich hau dir gleich ein paar runter und wenn du nochmal 20 wärst.
26:14Dein Vater kann sie alle in die Tasche stecken, wenn er will.
26:19Hab du erstmal sein Niveau.
26:36Noch zwei Doppelte, bitte.
26:46Zum Wohl, meine Herr.
26:47Aus.
27:03Wissen Sie, dass mein Leben dem Begriff steht, an einem simplen Nagel zu scheitern?
27:11Es tut weh, ich weiß ja.
27:13Aber an einer Nagelbettentzündung stirbt man nicht.
27:18Bin Ihnen da eine Erklärung schuldig?
27:21Ich meine nicht meinen Daumennagel, ich meine einen ganz ordinären eisernen Nagel, den ich in die Wand schlagen wollte.
27:28Das ist so dumm, ein Bild aufzuhängen.
27:32Ein Geschenk für meine Frau.
27:43Aber da muss das Leben nicht gleich scheitern.
27:48Ich bitte diesen Nagel symbolisch zu betrachten.
27:57Ich habe zwei linke Hände, verstehen Sie?
28:00Da will ich doch auch hobeln und sägen und hämmern wie jeder andere Mann.
28:05Verstehen Sie, ich habe mein Staatsexamen Summa Cum Laude bestanden.
28:11Ja?
28:13Aber das Anbringen einer Gardinenstange zum Beispiel, das erfordert bei mir regelmäßig Nacharbeit durch einen Glaser.
28:24Wäre ja auch alles gar nicht so schlimm.
28:25Aber meine Frau, entschuldigen Sie, ich muss das hier alles mal loswerden.
28:30In den Augen meiner Frau ist nur der ein Mann, der eben einen Nagel in die Wand kriegt.
28:36Wissen Sie, was sie gesagt hat?
28:39Nichts.
28:41Aber gelacht hat sie.
28:45Da bin ich eben von zu Hause fortgelaufen.
28:48Mitgelaufen.
29:00Bringen Sie noch zwei Doppelte.
29:05Ja, meine Lieber.
29:08Den einen treibt dies und dem anderen treibt das zur Verzweiflung.
29:14So sind die Frauen.
29:17Da schenkt man ihnen Bilder.
29:20Oder Blumen.
29:21Ich hätte vielleicht besser ein Abziehbild nehmen sollen.
29:35Kennen Sie den?
29:38Ein Esel und ein Trabant begegnen sich auf der Landstraße.
29:43Da sagt der Esel zu dem Trabant, guten Tag, Auto.
29:46Der Trabant erwidert den Gruß und sagt zum Esel, guten Tag, Esel.
29:51Der Esel ist darauf traurig, die Ohren hängen sollen.
29:54Sagt der Esel, hättest ruhig Pferd zu mir sagen können, ich hab dich ja auch Auto genannt.
30:03Ach, Sie kannten den?
30:04Noch wissen Sie, in der Schule, da hat man so vieles.
30:09Sie sind Lehrer?
30:12Mathematik.
30:15Ach, da brauchen Sie gar nicht zu erschrecken.
30:18War wohl nicht Ihr Paradefach, was?
30:23Lässt sich alles nachholen.
30:25Auch in Ihrem Alter.
30:27Wieso in meinem Alter?
30:29Heute will doch niemand den Fußkranken der Technischen Revolution spielen.
30:35Ich bin nicht fußkrank.
30:37Ich will Ihnen ein Beispiel geben.
30:40Wir haben in unserer Schule eine Kollegin, eine wunderbare Frau.
30:45Ja, sie ist wirklich bewundernswert.
30:49Verheiratet zwei Kinder, paar Jahre raus aus dem Beruf.
30:51Und kaum ist sie wieder in der Schule, schon gehört sie zur Spitze in unserem Lehrkörper.
30:58Mach mir direkt ein Vergnügen, ihr ein bisschen zu helfen in Mathematik.
31:04Und ich sage Ihnen, diese Frau wird nicht immer nur unter Stufe unterrichten.
31:12Trotz Ihrer miserablen Familienverhältnisse kenne ich ja den Mann nicht.
31:21Übrigens, da wir miteinander ins Gespräch gekommen sind, gestatten Sie.
31:28Mein Name ist Otterbein.
31:32Mein Name ist Neumann.
31:37Ich bin mit dieser bewundernswerten Frau auf den Tag genau 20 Jahre verheiratet.
31:46Elf Uhr.
31:48Na, das ist ja ein schöner Hochzeitstag.
31:52Ich dachte, ich würde einen gemütlichen Abend im Kreise meiner lieben Kinder und Enkel verbringen.
32:10Wo mag er bloß hingerannt sein, der dumme Kerl?
32:13Ach, dein Hans geht nicht ins Wasser.
32:16Der ertränkt sich lieber in Wodka.
32:27So tragisch ist das doch nun gar nicht.
32:30Dein Vater hat in 30-Jähriger-Ehe dreimal unseren Hochzeitstag vergessen.
32:36Ach, Mutti, es geht doch nicht um den Hochzeitstag.
32:40Es hat sich einfach eine Menge angesammelt in der letzten Zeit.
32:44Und dann seine Eifersucht.
32:46Sie ist natürlich völlig unbegründet.
32:49Na, welchen Mann stört es schon, wenn seine Frau dauernd den Namen eines gewissen Kollegen Schlotterbein im Munde führt?
32:59Otterbein.
32:59Na, die Reaktion hat dich erwartet.
33:03Du, du bist jetzt 20 Jahre verheiratet.
33:08Da stellt man manchmal Vergleiche an.
33:11Ja, das reizt.
33:12Ich kenne das.
33:14Da ist dann dieser reizte Kollege Otterbein, der so freundlich und selbstlos hilft.
33:21Und man vergleicht.
33:24Hier Fritz, da Hans, da Hans, hier Fritz.
33:28Und da steht man dann Eigenschaften fest, die Hans am Anfang der Ehe auch besessen hat.
33:36Na, Verständnis, Aufmerksamkeit.
33:40Ich mag Otterbein als Mensch.
33:42Er mag mich auch als Mensch.
33:44Ich bin verheiratet.
33:46Er ist auch verheiratet.
33:47Er hat drei Kinder.
33:48Ah, vielleicht fragst du mal seine Frau, wie ihr Mann nach so langen Jahren zu seiner Frau ist.
33:56Und ich sag dir, nicht anders als Hans zu dir.
34:00Ja.
34:01Und noch eins will ich dir mal sagen, meine Tochter.
34:04Der Hans hat nicht studiert, das stimmt.
34:07Aber er ist ein prächtiger Mensch.
34:10Und seine Fähigkeiten werden überall hoch anerkannt.
34:14Im Betrieb.
34:15Aber das weiß ich doch selbst.
34:17Außerdem liebe ich ihn.
34:31Guten Abend.
34:32Guten Abend.
34:33Liebe Kollegin Neumann.
34:37Die Familie Otterbein gratuliert recht herzlich zum Hochzeitstag.
34:42Dankeschön.
34:43Danke.
34:44Kommt rein.
34:45Danke.
34:46Woher wisst ihr denn?
34:47Wir wissen alles.
34:48Wir konnten leider nicht früher kommen.
34:50Wir haben nämlich ein kleines eheliches Missverständnis.
34:53Und ist der Fritz erst mal einen trinken gegangen?
34:55Ja, ja, ja.
34:56Sagen wir lieber zwei.
34:57Aber da hat er einen sehr netten, sehr verständigen.
35:01In Infragen sehr erfahrenen und sehr souverän.
35:04Mann kennengelernt.
35:06Der hat ihn nach Hause gebracht.
35:07Und hat uns versöhnt.
35:09Den Mann könnte ich auch gebrauchen.
35:13Hans.
35:15Kannst reinkommen.
35:16Du wirst hier auch gebraucht.
35:24Guten Abend, Marianne.
35:34Was.
35:40Das war's.
35:55Das war's für heute.
36:11Das war's für heute.
36:45Das war's für heute.
37:11Das war's für heute.
37:34Das war's für heute.
37:59Das war's für heute.
38:21Erwin heißt Erwin Spuglo.
38:24Habt ihr das alle verstanden?
38:27Du auch, Jan?
38:31Also ab in die Klassen.
38:32Das war's für heute.
39:01Das war's für heute.
39:32So, dann wollen wir mal über eure Aufsätze sprechen.
39:42Ich hatte vor der Pause doch meine Brille hier neben mir.
39:49Jetzt ist sie weg.
39:51Jetzt ist sie weg.
40:04Also, hat jemand von euch meine Brille versteckt.
40:14Nun, dann muss ich eine Sachkontrolle machen.
40:19Ihr geht jetzt einer nach dem anderen auf den Flur hinaus, damit ich erst einmal feststellen kann, ob jemand die
40:24Brille bei sich hat.
40:25Und dann muss ich in eure Schultaschen gucken.
40:31Also, also, fangen wir an.
40:36Und dann muss ich an der Schultaschen.
40:42Und dann muss ich an der Schultaschen gucken.
40:47Und dann muss ich an der Schultaschen gucken.
41:12Ich habe dich genau beobachtet.
41:15Du hast die Brille aus deiner Jackentasche genommen und wolltest sie gerade dem Jan in die Schuhe abstecken.
41:20Schämst du dich nicht?
41:25Was ist, bekomme ich keine Antwort?
41:30Warum wolltest du Jan die Schulte in die Schuhe schieben?
41:34Aus Rache, weil er dich gerutzt hat?
41:41Dann schlage ich vor, man sollte einen Hausbesuch bei Stukloff machen, um das richtig in den Griff zu kriegen.
41:49Tja, gut.
41:51Wenn ich einen Vorschlag machen darf, und wenn Frau Klingser damit einverstanden ist als Klassenlehrerin der beiden,
41:58ich würde diesen Besuch gern übernehmen.
42:01Nur, weil ja mein Sohn beteiligt ist, möchte ich nicht, dass irgendjemand glaubt...
42:05Der Junge ist vollkommen unschuldig, Kollege Neumann.
42:08Na gewiss, die beiden sind sich nicht drüben.
42:10Wissen Sie, Kollegin Klingser, meine Erfahrung sagt mir, die Schuld ist niemals bei einem Schüler zu suchen.
42:16Deshalb wäre ich Ihnen dankbar, wenn ich diesen Gang machen dürfte.
42:20Was meinen Sie, Kollegin Klingser?
42:22Ich habe nichts anzuwenden.
42:25Ich will es Ihnen ehrlich sagen, dass ihm Ihr Jan als Freund gefallen würde.
42:31Das hat er mir mal erzählt.
42:34Aber dann hat Jan diesen albernen Namen erfunden.
42:37Was für einen Namen, bitte?
42:40Naja, Spucknapf oder so ähnlich.
42:42Was?
42:42Naja, ist ja nicht weiter schlimm, nur Erwin ist da verdammt feinfühlig.
42:47Aber das geht natürlich nicht.
42:49Da werde ich meinem lieben Sohn mal ganz gehörig...
42:51Na sowas wie mit der Brille geht natürlich auch nicht.
42:53Der kriegt gleich ein paar hinter die Ohren, wenn er nach Hause kommt.
42:56Nein, nein, Verspucklob.
42:58Das ist ja sicher auch nicht das richtige Erziehungsmittel.
43:05Erlauben Sie mir einen Rat?
43:07Bitte, es ist mir recht.
43:09Ich bin mit den Nerven runter.
43:12Also ich würde mir an Ihrer Stelle das Wochenende vornehmen und mich mit meinem Erwin mal richtig freundschaftlich unterhalten.
43:21Freundschaftlich aussprechen.
43:22Er ist leicht gesagt, Frau Neumann.
43:25Wenn ich meinem Mann nicht schon versprochen hätte, ihn über Sonntag auf seiner Arbeitsstätte zu besuchen.
43:30Er arbeitet doch auswärts.
43:32Also entschuldigen Sie, Frau Spuckl, aber in diesem Fall geht Erwin mal vor.
43:37Mein Mann liegt im Krankenhaus.
43:39Er hat den Unfall.
43:41Ach, das tut mir leid.
43:44Was soll ich jetzt machen?
43:46Ich kann ihn doch unmöglich mitnehmen, auch wenn er sich noch so sehr darauf freut.
43:51Na, das sähe ja aus, als würde ich ihn für seine Frechheit auch noch belohnen.
43:57Ja, pädagogisch wäre das nicht sehr klug.
44:00Aber allein lassen, hier, das kann ich Ihnen auch nicht zwei Tage.
44:07Und verwandt oder so, haben wir hier nicht.
44:18Frau Spucklow, ich glaube, ich habe da eine Idee.
44:24Hallo, Vati.
44:24Tag, Vigilang.
44:49Ich habe vorhin, als ich weggegangen bin, zweimal rumgeschlossen.
44:53Ich schließe jedes Mal zweimal rum und schnapp das gleich beim ersten Mal.
44:56Dann ist er wahrscheinlich schon da.
44:58Marianne!
45:01Marianne!
45:04Jan, verstehst du das?
45:06Aber packen wir die Sache doch mal kriminalistisch an.
45:10Du hast zweimal abgeschlossen.
45:12Mutti und Jan sind noch in der Schule.
45:15Also was bleibt? Einbrecher!
45:16Guten Tag.
45:17Guten Tag.
45:19Wieso Tag?
45:21Kennst du diesen Lungen?
45:22Noch nie gesehen.
45:23Geh da einfach in unsere Küche.
45:28Was machst denn du hier in der Küche?
45:30Hatte Durst.
45:31Ach, Durst.
45:33Und dann nimmst du dir einfach...
45:36Wie kommst denn du hier überhaupt rein in unsere Wohnung?
45:39Wieso? Ich denke, ich wohne jetzt hier.
45:46Klasse, hast du das gehört, Vati?
45:48Moment.
45:50Moment.
45:51Kannst du uns vielleicht mal erklären, wie du hier in unsere Wohnung kommst?
45:56Warte.
45:57Ist das komisch.
45:59Verrückter.
46:00Ist dir schlecht? Junge, kann ich dir helfen?
46:03Komm her, her, Vati.
46:08Da steht noch eine Liege in Jan´s Zimmer.
46:15Schlafanzug, Zahnbürste, Büchertasche.
46:18Eine Stulle hat er sich geschmiert und einen Kakao gekocht.
46:25Jetzt wollen wir uns mal vernünftig unterhalten.
46:28Ja, ich musste mal.
46:29Ich möchte von dir wissen...
46:31Der?
46:32Ach ja, komm mal hier.
46:34Kennst du vielleicht diesen Jungen?
46:38Ich hab' dich gefragt, ob du diesen Jungen kennst.
46:43Das ist Erwin Spucklo.
46:45So.
46:48Dann weißt du sicher auch, dass Erwin sich in deinem Zimmer eingemietet hat.
46:52Was? Der Spucknapf?
46:54Spucknapf? Von wem?
46:56Ihr werdet es zeigen?
47:01Prügelt!
47:02Merkt euch das!
47:02Und wenn du noch einmal so ein hässliches Wort sagst,
47:06dann sitzt es was.
47:09Er heißt Spucklo.
47:11Verstanden?
47:15Wie heißt er?
47:17Spucklo.
47:19Na also.
47:23Na also.
47:25Und wenn ich jetzt nicht sofort erfahre,
47:27was das hier alles zu bedeuten hat,
47:28dann sperre ich jeden in ein anderes Zimmer
47:30und dann habt ihr Zeit zu überlegen, wie...
47:32Hatten wir nicht rausgemacht,
47:33dass du so lange in Jahans Zimmer bleibst,
47:35bis ich zurückkomme?
47:36Du kennst diesen Jungen.
47:38Ich erzähl gleich.
47:39Jan, geh inzwischen mit Erwin in dein Zimmer.
47:41Nö.
47:42Keine Widerrede.
47:43Und du wirst dich so benehmen,
47:45wie sich das einem Klassenkameraden gegenüber gehört.
47:47Hast du mich verstanden?
47:48Ja.
47:52Erwins Mutter musste für zwei Tage verreisen.
47:55Er wird zu lang bei uns wohnen.
47:57Ja.
47:58Ja.
48:03Na, Janne.
48:05Es kann schon sein,
48:06dass ich an deiner Stelle auch nicht anders gehandelt hätte.
48:09Ob das allerdings für unseren Jan...
48:14Ach, Biggi.
48:15Sei doch mal so lieb und sieh nach,
48:17was die beiden da drüben machen.
48:19Hm.
48:38Die gucken sich überhaupt nicht an.
48:42Sollte mich nicht wundern,
48:43wenn sie ganz plötzlich wieder aufeinander losgehen.
48:46Es ist ja von Jan und Wisse viel verlangt,
48:48sich mit einem Jungen vertragen zu müssen,
48:51der ihm mit dieser Brille da reinlegen wollte.
48:55Wie ich unseren Jungen kenne.
48:56Ich weiß nicht.
48:58Ich bin mir nicht sicher,
49:00ob wir Jan in jeder Beziehung kennen.
49:02Hört mal, Marjana.
49:03Jan ist ja schließlich mein Sohn.
49:05Ach.
49:06Erlaube mir die Bemerkung.
49:07Meiner auch.
49:08Jan würde sich das jedenfalls nicht erlauben.
49:11Es will mir nicht in den Kopf,
49:13dass dieser Junge,
49:14mag er so ruppig sein, wie er will,
49:16einfach nur aus purer Bosheit
49:18seine Schuld auf andere abwälzt.
49:22Merkwürdig.
49:24Auf dem Weg hierher
49:25habe ich mich ein bisschen mit ihm unterhalten.
49:29Das ist merkwürdig.
49:30Mir schien,
49:31als ob er sogar gern mit zu uns gekommen ist.
49:35Wenn ich wenigstens Jan bewegen könnte,
49:37sich bei Erwin zu entschuldigen.
49:39Wegen der Beleidigung.
49:41Diesem Schimpfwort.
49:44Damit wäre schon viel gewonnen.
49:46Darauf müsst ihr aber von alleine kommen.
49:48Genau das meine ich.
49:57Danke.
50:01Danke.
50:27Hört endlich mit dieser albernen Quietscherei auf.
50:29Haben Sie Öl?
50:30Ach so, du willst die anderen schmieren.
50:33Das ist eine gute Idee.
50:34Moment.
50:35Erwin, kommst du bitte mal.
50:40Na?
50:42Hast du dir die Sache überlegt?
50:47Ich meine, warum du die Brille?
50:49Da brauche ich nichts zu überlegen.
50:52Ach so.
50:54Ich glaube schon.
50:57Die Brille ist doch nicht von alleine in deine Jackentasche gekommen.
51:03Also.
51:04Ich petze nicht.
51:06So, hier ist das Öl.
51:08Wo ist er denn?
51:09Ja.
51:10Okay.
51:11Na Jan, wisst du nicht, dass Erwin die Tür hören will?
51:14Hättest du längst machen können.
51:17Sag mal, hast du nicht gehört?
51:19Ich rede mit dir.
51:20Kann er sein lassen?
51:21Mach ich morgen alleine.
51:22Na, du wirst ihm jetzt sofort helfen.
51:25Mensch, dazu brauchst du eine Axt.
51:27Na, dass man die Tür anheben muss, das weiß ich nur schon alleine.
51:31Wo ist denn eine?
51:33Ja, denkst du in der Hosentasche?
51:35Jan, du gehst sofort in den Keller und holst die Axt.
51:43Du.
51:44Hast du Schiss, oder?
51:45Was soll denn das heißen?
51:47Erwin?
51:48Jan?
51:51So, jetzt ist aber Schluss.
51:53Du sagst mir jetzt sofort, warum Jan Angst haben soll.
51:56Was hat das hier alles zu bedeuten?
51:57Angst?
51:58Ja.
51:58Kommst du bitte mal.
52:01Was ist denn, Marianne?
52:08Also, was ist?
52:11Entschuldige, Hans, aber ich glaube, die Jungs werden mit der Tür auch allein fertig.
52:14Die Pädagogik bricht durch.
52:17Aber ich habe auch meinen gesunden Menschenverstand.
52:19Und der eigene Kopf sagt mir, dass das nicht gut gehen kann.
52:22Die beiden sind doch wie Hund und Katze.
52:23Ich sag dir doch, wir müssen Geduld haben.
52:27Oder glaubst du, die beiden stehen das durch, zwei Tage lang sich nur anzuknorren?
52:31Wir können abwarten.
52:37Was ist denn hier los?
52:38Du bist schon fleißig, Jan?
52:40Wir können gleich früh schicken, wenn ihr wollt.
52:41Erwin hat schon Kaffee gekocht.
52:42Hab ich das eben richtig gehört?
52:44Erwin?
52:45Morgen, Herr Neumann.
52:46Morgen.
52:46Haben wir alles, Jan?
52:48Nee, die Servietten fehlen noch.
52:51Sag mal, hast du das eben gehört?
52:52Jan, Erwin?
52:53Tja, sämtliche Schuhe sind auch geputzt.
52:56Stehen alle im Korridor.
52:57Weißt du, ich weiß auch nicht.
52:58Ist das nun Jans guter Einfluss auf den Jungen?
53:00Oder?
53:02Gib mir auch keine Erklärung.
53:05Na ja, es wollten sich fast verprügeln und nun sind sie ein Herz und eine Seele.
53:08Ich hab dir ja gleich gesagt.
53:10Man muss mit solchen Dickköpfen Geduld haben, wenn man die Wahrheit erfahren will.
53:14Was denn für eine Wahrheit?
53:17Morgen.
53:18Morgen, mein Schatz.
53:19Guten Morgen.
53:21Na nun, schon alles fertig?
53:23Mach ich doch sonst am Sonntagmorgen.
53:24Morgen.
53:25Guck mal.
53:27Oh ja.
53:30Tappel bitte.
53:32Danke.
53:33Zahle bitte.
53:35Danke, danke.
53:39Danke.
53:41Zahle bitte.
53:41So cool.
53:45Danke.
53:47Danke.
54:04Jetzt sagt mir nur mal, hat jemand heute Nacht die Heinzelmännchen bei uns bemerkt?
54:09Nö. Warum?
54:12Kann ja nicht anders sein, nicht? Wer käme sonst auf die Idee, sämtliche Schuhe auf Hochglanz zu bringen?
54:18Hatten wir doch noch nie.
54:20Naja, sämtliche gerade nicht. Die von Brigitte und unsere kommen nachher dran.
54:26Was denn meine auch?
54:29Kannst du ruhig alle deine Schuhe rausstellen, Brigitte?
54:32Aber erst müssen wir noch unser Zimmer sauber machen.
54:39Das wird mir langsam unheimlich mit euch beiden. Wie kommt's denn?
54:43Ach, wir haben uns nun mal ausgesprochen.
54:45Naja, wir wollen uns nicht mehr kappeln.
54:49Das ist schön. Sehr schön ist das.
54:54Aber das muss doch einen Grund haben.
54:57Können wir es gehen, Mutti?
54:59Wie habt ihr noch gar nicht fertig gefrühstückt?
55:03Also gut.
55:05Geh.
55:09Du noch nicht, Erwin.
55:11Mit dir möchte ich noch sprechen.
55:13Ach, wir wollen noch Schuhe putzen und dann wollen wir noch...
55:15Naja, das kannst du schon mal allein machen.
55:18Worauf wartest du denn noch, Jan?
55:20Ich möchte dabei sein.
55:22Was ich mit Erwin zu besprechen habe, geht dich gar nichts an.
55:25Doch, Mutti, geht mich was an.
55:27Weil, das mit der Brille, das war gar nicht Erwin.
55:31Er wollte mir die Brille nur zurückgeben.
55:33Das ist aber die Brille vom Tisch hin.
55:36Du warst das?
55:40Vielleicht erklärst du uns jetzt mal, wieso du so niederträchtig warst und die Brille einem anderen in die Tasche geschoben
55:44hast.
55:47Weil, weil...
55:47Weil ich ihm in der Pause einen gedonnert habe.
55:50Von wegen Spucknapf.
55:51Schämst du dich nicht?
55:54Wärst du Mutti zu Frau Spugloch gehen, ohne ihr etwas zu sagen?
56:00Jan,
56:02willst du dich nicht bei Erwin entschuldigen?
56:04Braucht er nicht,
56:05weil wir jetzt Freunde sind.
56:11Ja Plein.
56:11J generouslyber das bei Erwin entschuldigen.حدce