Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Stunden
Die Ukraine setzt Russland auf der annektierten Halbinsel Krim ordentlich unter Druck. Angriffe auf russische Stellungen, auf Versorgungslinien und die Infrastruktur machen den Aufenthalt immer unmöglicher. Hat die Ukraine mit ihren Luftangriffen auf die Krim ein Mittel gefunden, um Moskau zu Verhandlungen zu zwingen, und könnten die Ukrainer die Insel sogar zurückerobern? Darüber sprechen wir heute mit Markus Reisner vom Österreichischen Bundesheer.

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Kann die Ukraine Russland die Krim entreißen und so den Krieg gar für sich entscheiden?
00:05Denn ukrainische Streitkräfte setzen ja der Halbinsel derzeit gewaltig zu,
00:09greifen wichtige Stellungen und Versorgungslinien immer erfolgreicher an.
00:13Könnte die Ukraine die Krim vielleicht sogar zurückerobern?
00:16Über die spektakulären Aktionen der ukrainischen Armee rund um die Halbinsel
00:20sprechen wir heute mit Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer.
00:24Ich bin Daniel Retschitzäcker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:33Herzlich Willkommen im Standard-Podcast, Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer.
00:37Guten Morgen und herzlichen Dank für die Einladung.
00:38Herr Reisner, die Krim sei das wichtigste Gebiet, der Mittelpunkt dieses Krieges.
00:43Wer auch immer die Krim kontrolliert, gewinnt den Krieg.
00:46So wird der ehemalige US-Armee-Commanding General in Europa in der ukrainischen Pravda zitiert.
00:52Ich habe das jetzt etwas paraphrisiert und ins Deutsche übersetzt.
00:55Aber stimmen Sie der Grundaussage zu? Ist die Krim wirklich so extrem wichtig?
00:59Und wenn wir uns ganz kurz die Kriegsziele Russlands ansehen, die auch immer wieder über
01:03die letzten Jahre formuliert worden sind, dann fällt natürlich sofort auf, dass die
01:07Krim dort eine sehr hohe Bedeutung hat.
01:10Und daraus resultieren würde ich zustimmen, dass die Krim von entscheidender Frage ist,
01:15wenn es darum geht, aus russischer Sicht einen Sieg oder eine Niederlage zu definieren.
01:20Jetzt könnte man sagen, was hat die Krim mit dem Kriegsziel zu tun?
01:23Die ist ja seit 2014 ohnehin annektiert.
01:25Dafür hätte sie ja 2022 den Beginn der Vollinvasion gar nicht gebraucht.
01:29Ja, das ist korrekt.
01:30Aber man darf ja nicht vergessen, dass der Konflikt sich über mehrere Stufen aufgebaut hat
01:34und dass eben die Annektion der Krim nur deswegen möglich war, weil die damaligen ukrainischen
01:38Streitkräfte nicht in der Lage waren, sich adäquat zu wehren.
01:42Unabhängig davon ist es natürlich immer noch das Ziel der Ukraine, den Staat in seinen
01:46ursprünglichen Grenzen herzustellen.
01:47Und dazu gehört natürlich die Krim auf ukrainischer Seite.
01:50Es gibt einen kolportierten Plan, der immer wieder zitiert wird.
01:54Die Krim soll von der Ukraine isoliert und von Russland abgeschnitten werden.
01:58Über das würde ich gleich mit Ihnen sprechen, aber vielleicht davor noch einmal einen Überblick
02:03über die Region, über die Krim an sich, über diese besetzte Halbinsel.
02:06Was hat Russland eigentlich in den letzten zwölf Jahren seit der Annexion 2014 mit der
02:11Krim angestellt?
02:12Ja, die Krim war im Prinzip immer schon traditionell ein sehr wichtiger geografischer Punkt für
02:17die Russen und für den Russland als solches, unabhängig davon, ob es das zahnreich war, dann
02:22die Zeit quasi des Ersten und Zweiten Weltkrieges oder natürlich auch danach.
02:27Warum?
02:27Weil die Krim natürlich die Anbindung ist quasi an das Schwarze Meer und durch die Beherrschung
02:31des Schwarzen Meeres Russland in der Lage ist, quasi auch weiter Machtpolizieren zu können
02:36in Richtung Süden.
02:37Darum hat die Krim von hoher Bedeutung.
02:39Sie war traditionell auch ein sehr wichtiger Stützpunkt der sowjetischen Streitkräfte
02:44nach Ende des Zweiten Weltkrieges und natürlich bis zum Fall der Sowjetunion und dieser Stützpunkt
02:50aus dieser sowjetischen Zeit wurden natürlich von Russland weiter aufrechterhalten in den
02:53Jahren danach, obwohl es natürlich dann im Prinzip zu diesem Zwischenzeitraum kam, wo die
03:00Ukraine faktisch die Krim beherrscht hat.
03:02Aber sobald das quasi aus russischer Sicht wieder hergestellt war, haben die Russen
03:06natürlich begonnen, diese alten Stützpunkte wieder zu revitalisieren und sie entsprechend
03:09zu nützen.
03:11Was haben die Russen in den letzten Jahren gemacht?
03:13Sie haben vor Kriegsersburg versucht, diese Stützpunkte weiter auszubauen.
03:18Da gab es ja doch acht Jahre Zeit, um das durchzuführen von 2014 bis 2022.
03:24Und diese Stützpunkte waren natürlich dann wichtig auch für den unmittelbaren Beginn des
03:28Krieges, denn gerade im Süden haben es die Russen geschafft, sehr signifikant Geländegewinne
03:34zu erzielen.
03:35Das ist auch der Grund, warum die besetzten Gebiete sich heute so darstellen, wie wir
03:38das sehen, während im Norden, Stiefort Vormarsch auf Kiew, seine Niederlage erlitten haben.
03:43Was noch dazu kommt, ist, dass die Krim auch aus touristischer Sicht von den Russen in den
03:48letzten Jahren vor dem Krieg genutzt worden sind, beziehungsweise auch bis jetzt.
03:51Das heißt, man konnte natürlich dann dort auch Einnahmen erzielen über den Tourismus,
03:55aber das ist ja eher eine Nebenaufgabe.
03:57Vorrangig ist quasi die geografische Lage der Krim zu beurteilen, vor allem aus militärischer
04:01Sicht.
04:03Könnten Sie uns da etwas mehr Details geben?
04:06Das Aufmarschgebiet haben Sie jetzt gerade schon angesprochen.
04:08Für den Süden, wie hat man da die Truppen verschoben, um quasi auf den Süden der Ukraine
04:12Druck zu machen?
04:13Ja, da ist traditionell wichtig zu verstehen, dass es also zwei Hauptzugänge zur Krim gibt.
04:17Einmal aus dem Norden, das sind quasi die Engen nördlich der Insel Krim, die man quasi
04:22praktisch hier zur Übergänge nützen kann, um von Nord Richtung Süd oder von Süd Richtung
04:27Norden zu kommen.
04:28Und traditionellerweise Ost hat es da Krim über die Straße von Kärtsch, diese verlumte
04:33Brücke, die ja Putin da nach Braun hat lassen.
04:36Und diese Meerenge quasi vom Schwarzen Meer, das auf das Soffschen Meer war traditionell auch
04:40immer wieder ein Punkt, der quasi heiß umkämpft war, zum Beispiel nach dem zweiten Weg
04:44gekommen, um das hier ein konkretes Beispiel zu nennen.
04:47Durch den Bau der Brücke über die Straße von Kärtsch war es natürlich für Russland
04:50möglich, signifikant eine Logistikverbindung aus dem Osten Richtung West auf die Krim zu
04:56erzielen.
04:57Und diese Möglichkeit hat es dann auch im Prinzip verursacht, dass Russland vor dem
05:03Aufmarsch, also vor dem Einmarsch in der Ukraine 2022, also beim Aufmarsch, weil sie Kräfte
05:08bereitstellen konnte auf der Krim, die dann überraschend schnell über die engen nördlich
05:13der Krim vorgestoßen sind und es zum Beispiel geschafft haben, bei Cason-Tenten etwas zu
05:17überschreiten und fast bis nach Nikolai vorzustoßen.
05:20Das heißt aber auch, wenn wir in die Vergangenheit blicken, ins Jahr 2014, diese Annexion, das
05:26war, wenn ich Ihnen jetzt richtig zugehört habe, kein reines Prestigeprojekt, sondern
05:30auch quasi die Vorbereitung für den Angriff 2022, weil man es einfach gebraucht hat, um
05:35eben das als Aufmarschgebiet zu verwenden.
05:37Aus meiner Sicht, in dem Moment, wo die Ukraine Russland aufgefordert hat, weil sie die Krim
05:43quasi nicht mehr in das Kalkül zu ziehen, hat er uns dann die Entscheidung getroffen,
05:47mit seinen Truppen quasi massiv zu intervenieren, damals eben durch den Einsatz der kleinen grünen
05:51Männchen, weil man eben dieses Bollwerk, das in das Schwarze im Jahr in ein Recht nicht
05:56verlieren wollte.
05:57Und inwieweit jetzt die Planungen 2014 schon so weit gediegen waren, dass man sich vorgenommen
06:02hat, dann auch in die Ukraine das Gesamte einzumarschieren, sei dahingestellt.
06:05Aber in dem Moment, wo die Planungen begonnen, ist es der Fall gewesen, dass Russland signifikant
06:10begonnen hat, natürlich die Krim so auszubauen, dass es quasi auch ein Bereitstellungsraum war
06:15für den Einmalstand 22. Februar.
06:19Wie wichtig war die Krim Ihrer Einschätzung nach als Abschussgebiet von Raketendrohnen und
06:24ähnlichen?
06:25Man hat ja auch einiges dort stationiert.
06:26Ich würde nicht sagen war, sondern ist die Krim.
06:29Wie Sie völlig richtig erkennen, ist es so, dass geografisch die Krim im Prinzip bei einem
06:35Punkt darstellt, der, wenn man die Ukraine betrachtet, fast bis zur Mitte der Ukraine
06:39reicht.
06:39Das heißt, sie haben also den Vorteil aus soziösischer Sicht, dass sie quasi durch Einheit der
06:44Schwarzmeerflotte, die das zum Teil jetzt nicht mehr können, muss man dazu sagen, aber
06:47die das vor dem Beginn des Krieges konnten, aber natürlich auch durch Stützpunkte auf der
06:51Krim in der Lage ist, mittelsprechend Mittelstreckensystemen oder Kurzstreckensystemen oder Drohnen von hier
06:57aus zum Beispiel Städte wie Mikolaiv oder Odessa zu erreichen, was nicht ginge, wenn die Krim
07:02noch in ukrainischem Besitz wäre.
07:04Und sie haben völlig richtig, damit ist es auch die Krim ein quasi im Prinzip Festlandflugzeugträger,
07:09der es möglich macht, diese Angriffe durchzuführen.
07:13Diese Schwarzmeerflotte haben Sie jetzt schon angesprochen, nur ganz kurz zur Auffrischung
07:16unserer Erinnerung.
07:17Das ist jene Flotte, die auch eine Zeit lang verhindert hat, dass ukrainische Transportschiffe
07:22beispielsweise mit Weizen und ähnlichen die Häfen im Süden verlassen können, oder?
07:26Genau, das ist richtig.
07:27Man darf auch nicht vergessen, dass es im Prinzip die Ukraine im Prinzip die Kontrolle über
07:31das sogenannte Assovsche Meer verloren hat mit den wichtigen Häfen, die es dort gibt, wie
07:36Berthiansk zum Beispiel oder am Areopold.
07:39Aber natürlich ganz entscheidend sind die Häfen am Ausgang des Dnepors, also auswärts
07:44von Odessa, südlich von Mikolaiv, dort wo der Bug in den Dnepr hineinfließt, denn dort
07:49wird vor allem das Getreide umgeschlagen, dass da was über die Getreidetransporte Richtung
07:53Süden geht.
07:54Und das war also eine Zeit lang nicht möglich, bis man zu dieser Einigung des Getreidekorridors
07:58kam, aufgrund der Präsenz der Schwarzmeerflotte.
08:01Hier muss aber angemerkt werden, aus meiner Sicht, das ist einer dieser bemerkenswerten
08:04Erfolge der Ukraine, die oft übersehen werden.
08:06Denn die Ukraine hatte eigentlich keine signifikanten Seestreitkräfte, hat es aber über die
08:10letzten Jahre geschafft, vor allem durch den Einsatz von unbemalkten Überwasser- und
08:14auch zum Teil Unterwassersystemen, die russische Schwarzmeerflotte zurückzudrängen aus ihren
08:19Häfen um Sebastopol bis Novorossisk.
08:23Das ist bereits auf der russischen Seite wieder, also Westlieferung Krasnotar, beziehungsweise
08:27eben die Häfen des Assovschen Meeres.
08:30Ich weiß nicht, ob man das im Prozentzahl festmachen kann, aber Sie haben es ja jetzt
08:33schon angesprochen, wie hart die Ukraine ja auch die Schwarzmeerflotte teilweise getroffen
08:37hat.
08:38Wie einsatzbereit ist denn diese Flotte der Russen tatsächlich noch?
08:43Nun, wenn man davon ausgeht, dass eigentlich der Charakter einer Flotte der sein soll, dass
08:47man quasi aus dem Hafen herausfährt und dann quasi macht, zum Beispiel jetzt konkret im
08:51Schwarzen Meer oder bis hinunter in die Interessen des Gebietes Russlands, Dengs in Syrien
08:56projiziert, dann ist das natürlich jetzt mittlerweile sehr, sehr eingeschränkt, denn
08:59die Flotte kann also kaum diese Operationen mehr durchführen aufgrund der Bedrohung durch
09:03vor allem unbewahrte Systeme der Ukraine.
09:07Was die Flotte nach wie vor tut, ist, dass sie quasi im Prinzip ein kräftiges Positiv
09:13darstellt, das sich eignet, zum Beispiel schiffsgestützte Kettenssysteme abzufahren.
09:18Das ist nach wie vor der Fall.
09:19Ja, aber sie sind im Prinzip in der Häfenverband, sind dort stationär im Einsatz, laufen nur
09:25kurz aus, um diese Raketen abzufahren und fahren dann sofort wieder zurück und wir sehen
09:29also ungefähr alle zwei, drei Monate immer wieder ein sehr erfolgreicher Angriff für
09:32die Ukraine auf diese Schiffe.
09:35Übrigens an dieser Stelle sei gesagt, was wir hier sehen, ist auch ein Beispiel für eine
09:39mögliche zukünftige Entwicklung des Krieges, denn das, was also hier der russischen Flotte
09:44passiert, kann natürlich auch alle anderen Flotten dieser Welt passieren und so ist es
09:48der Fall, dass zum Beispiel gerade auch die USA Stiefelsflugzeugträgerkampfgruppe mit
09:53Argus-Augen auf diese Entwicklung blickt, denn sie sind quasi damit in der Lage, mit diesen
09:57Fähigkeiten durch billige Systeme teure Schiffe zu vernichten und was sie auch sehr schön
10:03erkennen konnten, war, dass die USA das bereits auch berücksichtigen musste bei ihren Luftschlägen
10:07im Iran, wo man die Flugzeugträgerkampfgruppen faktisch außerhalb der Reichweite gefährlich
10:12am Afro-Systeme des Irans halten musste.
10:15Aber das ist ja, wie Sie vorher schon richtig gesagt haben, sehr interessant, das scheint
10:19ja wirklich ein bisschen ein übersehender Punkt zu sein.
10:21Wir sprechen sehr viel über Drohnen, die über Land fliegen, die quasi Infanterie und
10:26Panzer und ähnliche Dinge mehr oder weniger obsolet machen, weil einfach diese Todeszone
10:30so extrem groß ist, aber auch am Meer sind diese kleinen, günstigen, wassergesteuerten
10:35Drohnen ja offensichtlich ein absoluter Game-Changer.
10:38Was kommt da noch auf das zu?
10:39Absolut, genau, absolut, völlig richtig.
10:41Wir sehen das ja nicht nur jetzt auch am Beispiel der Schwarzwehrflotte, der in der
10:44Häfen verbannt ist, sondern wir sehen das auch zum Beispiel im Mittelmeer, wo also die
10:48ukrainischen Kräfte zum Beispiel auch Tanker der Schwarzwehrflotte angreifen und wir sehen
10:52das auch mit Blick quasi auf Taiwan und die Vorbereitung in Chinas für eine mögliche Invasion,
10:57unabhängig davon, ob es jetzt kommen sollte oder nicht.
10:58Aber wir sehen, dass solche potente Staaten tatsächlich aufgrund der Erfahrungen, die
11:04im Prinzip hier erkennbar sind, Stichwort eben Einsatz der russischen Flotte oder eben
11:07nicht Einsatz der russischen Flotte, die in den zukünftigen Konflikten eine große Rolle
11:12spielen werden.
11:12Und das ist ja auch das Besondere an diesem Krieg.
11:16Wir kennen wieder einmal, dass quasi der Krieg, und ich zitiere jetzt Herakit, jetzt quasi
11:21ein bisschen im Klischee folgend, aber er hat gesagt, quasi Krieg ist der Vater aller
11:26Dinge. Was meine ich damit, dass eben dieser Moment, wo es darum geht, einen existenziellen
11:32Kampf zu führen, auch dazu führt, dass plötzlich technische Möglichkeiten oder Finanzierungen
11:37möglich sind, die vorher nicht möglich gewesen sind.
11:39Und das führt dazu, dass wir dann in sehr kurzer Zeit enorme Entsichtungssprünge machen.
11:43Und das zeigt uns gerade auch der Krieg in der Ukraine, wo wir zum Teil alle zwei, drei
11:47Monate bereits völlig neue technologische Entwickler wollen sehen, die den Gegner wieder
11:51im Prinzip vor die Herausforderung stellen, wieder alles neu ändern zu müssen, weil er sich
11:55eben, wenn er sich nicht anpassen würde, unterlegen wäre.
11:58Vielleicht ein ganz kurzer Exkurs zu diesem Punkt.
12:00Ich hoffe, die Zuhörerinnen und Zuhörer verzeihen es uns an dieser Stelle.
12:04Aber derzeit hat man ja den Eindruck, dass diese technologischen Entwicklungen hauptsächlich
12:08auf Seiten der Ukraine passieren und dass die den Russen eine Nasenlänge voraus sind.
12:13Kann man erklären, warum das offensichtlich so ist?
12:15Naja, das ist nicht ganz korrekt.
12:17Der Punkt ist, dass wir natürlich auch in unserer eigenen Blase vor allem mit Informationen
12:21geflutet werden, die pro-ukrainisch sind oder von der Ukraine kommen.
12:25Und das macht eben diesen Eindruck.
12:27Man darf aber nicht vergessen, dass auf der russischen Seite, das ist ja auch der Grund,
12:30warum Russland diesen Krieg überhaupt noch so lange führen kann, genau dasselbe passiert
12:33beziehungsweise oft auch dazukommt, dass Russland in der Lage ist, technische Entwicklungen
12:37zu skalieren.
12:38Ich gebe Ihnen ein Beispiel, Glasfaser-Drahtgesteuerte Drohnen.
12:42Da ist es eigentlich so, dass Russland eine Überlegenheit hat gegenüber der Ukraine.
12:46Es ist so, dass Russland sehr großem Maße unterstützt wird, auch zum Beispiel
12:49durch China, durch die Lieferung von diesen Spulen, die man braucht, um diese Glasfaser-Drahtgesteuerten
12:53wollen, zu betreiben.
12:54Da kommen im Monat circa bis zu 60.000 Spulen aus Kindern nach Russland.
12:58Und man nimmt an, dass für 40 oder 10 Spulen, die nach Russland gehen, nur eine Spule
13:02in die Ukraine geht.
13:04Und hier sieht man quasi im Prinzip die Abweichung, die es gibt.
13:07Wir können da jetzt eine ganze Reihe von Beispielen quasi heranziehen.
13:11Aber die kleine Aussage, die ich einfach treffen möchte, ist, wenn man neutral auf die Situation
13:15blickt, muss man natürlich zugeben, dass beide Seiten voneinander lernen, beide Seiten
13:20versuchen, sich anzupassen und beide Seiten versuchen, ihren militärischen Industrien
13:24komplex zu verwenden, um eine Überlegenheit in diesem Abnutzungskrieg zu schaffen unter Anwendung
13:30der neuesten und modernsten technologischen Möglichkeiten, die der Krieg quasi als solches
13:34hervorbringt.
13:37Na gut, natürlich gibt es auch in Europa eine gewisse Sichtweise und Informationen,
13:41die hier überwiegen.
13:42Guter und wichtiger Einwand natürlich an dieser Stelle.
13:45Was mich dabei noch interessieren würde bei diesem Punkt, wenn Sie sagen, dass sowohl
13:48die Ukraine als auch die Russen hier gleichzeitig versuchen, technologisch immer einen Schritt
13:53voraus zu sein, müsste das im Umkehrschluss natürlich auch heißen, dass die ganze Welt
13:57draufblickt und große Militärs wie beispielsweise die USA, China, aber natürlich auch Indien,
14:03in die Türkei, Länder in Europa sich das ganz genau anschauen und möglichst schnell
14:07nachmachen.
14:08Ist dem wirklich so?
14:09Dem ist leider überhaupt nicht so und Sie sehen, das ist auch gerade auch ein Beispiel
14:12der USA, wenn jetzt, dass Sie sich aufmerksam beobachtet haben, was die letzten Jahre eine
14:17Kriegsführung in der Ukraine bedeutet haben, so muss Ihnen auffallen, dass vor allem gerade
14:23auch der Einsatz, Sie haben es aber auch erwähnt von Drohnen, egal ob jetzt zu Lande, in der
14:26Luft oder im Wasser, einen enormen Unterschied machen.
14:29Und wie also die Vorbereitungen begannen für den Konfliktverlauf, den wir dann gesehen
14:34haben, Stichwort Israel und die USA gegen den Iran, so musste aus meiner Sicht klar sein,
14:39dass der Iran, so wie auch in der Vergangenheit, gerade auch mit diesen Fähigkeiten zurückgeschlagen
14:44wird.
14:44Also der Einsatz von ballistischen Raketen auf der einen Seite war vor allem auch der Einsatz
14:48von vielen billigen Drohnen auf der anderen Seite.
14:50Aber offensichtlich hat man dem nicht diesen Ernst in der Beurteilung gegeben oder beigemessen.
14:56Das Ergebnis haben wir dann gesehen, denn am Beginn des Krieges in den ersten Wochen und
15:00bis heute zum Teil ist es so gewesen, dass der Iran überraschend, übrigens auch auf
15:06Informationen gestützt, die er von den Russen und von den Chinesen bekommen hat, in der Lage
15:10war, amerikanische Basen und Einrichtungen anzugreifen und dort Milliardenschäden zu verursachen.
15:17Also man nimmt an, dass über drei Offensivflugzeuge zum Beispiel zerstört worden sind, darunter auch
15:21Drohnen am Boden zum Teil, aber auch zum Beispiel denken Sie an sehr teuren Radarsysteme von
15:27wichtigen Radaranlagen, wo es ein Radarsystem, die bis zu einer halben Milliarde Euro kostet
15:32und die wurden dann zum Teil mit diesen billigen iranischen Drohnen zerstört.
15:36Und jetzt kann man sich nicht vorstellen, wie ist das möglich?
15:38Das ist deswegen möglich, weil man eben selbst von der potenten Seite der USA, dem nicht
15:43diese Bedeutung beigemessen hat.
15:45Und erst durch die Betroffenheit, also durch die Verluste, musste man dann plötzlich etwas
15:50tun, um also im Prinzip zu verhindern, dass diese Verluste quasi noch ansteigen.
15:53Und das ist das, was ich vorher gemeint habe.
15:55Erst die Auseinandersetzung, dieser existenzielle Kampf führt dazu, dass man Dingen wirklich
15:59den Ernst beimisst und dann auch wirklich Maßnahmen setzt, die dazu führen, dass man also
16:04sich anpasst.
16:05Und das fehlt natürlich in vielen Streitkräften noch.
16:07Man spricht davon, dass man also Dinge ändern muss, dass man der Doktrine anpassen muss,
16:12dass man also im Prinzip auch sehr an diese neuen Herausforderungen anpasst.
16:16Aber wenn man da genau hinsieht, sieht man oft, dass eigentlich hier alter Wein in neuen
16:21Schleichen verkauft wird, weil man offensichtlich nicht bereit ist, wirklich fundamentale Änderungen
16:24durchzuführen, in der eigenen Streitkräfteentwicklung.
16:29Dann beenden wir an dieser Stelle vielleicht diesen Exkurs und kommen zurück zur Krim.
16:33Sie haben vorher mehrfach gesagt, dass diese Schiffe in den Häfen stehen würden und quasi
16:38nur gelegentlich auslaufen, um quasi Angriffe, also um Raketen die Möglichkeit zu geben,
16:43abgeschossen zu werden.
16:45Vielleicht nur ganz kurz eine Verständnisfrage für mich.
16:47Die Häfen, von denen Sie hier sprechen, das sind die Häfen auf der Krim, oder?
16:51Das sind vor allem mittlerweile Häfen quasi auf der russischen Seite der Krim.
16:55Also Ostersternehm, Norosysk zum Beispiel ist ein sehr wichtiger Marinehafen, während die
17:00Häfen wie Sevastopol, also ein ganz bekannter russischer Marinehafen, mehr oder weniger aufgrund
17:04der Bedrohung von ukrainischen Mittelstreckensystemen oder Tonnen fast leergefegt sind.
17:10Ist das Schwarze Meer eigentlich ohne die Krim überhaupt kontrollierbar?
17:15Nun, das ist natürlich eine Frage, die sich jetzt quasi auch von der Entwicklung des Krieges
17:19abhängig machen müssen, was die technologischen Entwicklungen betrifft.
17:21Also die Frage, ob zum Beispiel eben durch den Einsatz von autologen Systemen in einer großen
17:27Zahl Sie quasi einen geografischen, den geografischen Punkt für die Krim quasi faktisch entwerten
17:33können?
17:34Die Antwort ist ja, jedoch natürlich für eine nachhaltige Sicherung ist die Geografie natürlich
17:40entscheidend.
17:41Und da ist es so, dass die Krim einfach ein wichtiger Punkt ist.
17:43Von dem aus, denken Sie zum Beispiel jetzt an Radarlagen und Ähnliches, natürlich weit
17:47in Richtung Westen oder Süden blicken können.
17:49Das heißt, die Antwort ist, die Krim als geografisches Feature ist natürlich wichtig zur Beherrschung
17:55dieser Region.
17:56Und darum ist es auch ganz interessant, vielleicht, wenn Sie mir das kurz erlauben, es war immer
18:00auch schon das Ziel der Ukraine in ihren Planungen, in ihren strategischen, möglichst eine Situation
18:05zu schaffen, die Krim betreffend, die die Russen an den Verhandlungstisch schwingen sollte.
18:10Denken Sie daran, im Jahr 2023, nach den Erfolgen der Ukraine 2022, hat man ja eigentlich
18:15sich vorgenommen mit einer Landoffensive aus dem Raum ostwärts quasi von Saborische, Sie haben
18:23vielleicht noch in Erinnerung, Ortschaften wie Riechew zum Beispiel oder Mala-Dokmatschka
18:27über Dokmak Richtung Südenfall zustoßen, über Dokmak Richtung Militopol bis zum
18:31Warschowschen Meer, beziehungsweise Richtung Berdiansk, gleichzeitig mit der Kombination eines
18:36Angriffes und einer Zerstörung der Brücke über die Straße von Kerlsch.
18:41Und damit hätte man quasi im Prinzip die besetzten Gebiete der Russen in Kerson und der Krim isoliert
18:46und hätte damit eine logistische Albtraumssituation geschaffen.
18:49Und dazu war das Kalkül, dass die Ukraine hätte die Russen dann gezwungen an den Verhandlungstisch.
18:55Wir wissen, dass die Offensive damals gescheitert ist, im Juni 2023 und das Interessante ist,
19:01jetzt und darum betone ich das sehr, dass die Ukraine genau das gleiche strategische Ziel
19:05versucht umzusetzen, aber jetzt nicht durch den Einsatz von Landstreitkräften, sondern
19:09durch den Einsatz von vor allem Drohnen.
19:11Das heißt, Sie sehen also jetzt auf der operativen Ebene den Versuch der Ukraine mit der
19:15weitreichen Drohnenangriffen, die ganzen Verkennungsknotenpunkte und Logistiklinien
19:21zwischen Militopol und Mariupol zu unterbrechen, möglicherweise auch mit einem weiteren Angriff
19:26auf die Brücke über die Straße von Kerlsch, um genau dieselbe Situation zu erzielen,
19:30die man da als hätte vorgehabt hätte.
19:32Das heißt, den Druck auf Russland so zu erhöhen, dass Russland gezwungen ist, sich eine
19:36Fahrrad auf sich zu setzen.
19:37Wenn Sie genau hinsehen, dann sehen Sie auch, dass diese Mittelstreckenkampagne der Ukraine
19:41in Richtung der Krim auch erfolgreich ist.
19:44Es gibt mittlerweile laufende Blackouts auf der Krim, es gibt auch Diesel und vor allem
19:49Benzinengpässe und das zeigt, dass dieser Ansatz der Ukraine diesmal erfolgreicher ist.
19:55Das spielt ja in ein Zitat rein, das ich Ihnen noch vorlesen wollte, beziehungsweise
19:59in die Aussage eines Militärexperten des Kiefer Instituts für strategische Studien.
20:04Der wird da nämlich in der Zeit zitiert und der sagt etwas Ähnliches.
20:07Der meint nämlich, dass man so viel Druck auf die Krim ausüben wollen würde, damit
20:13es für Putin oder für die Russen einfach untragbar wird, dieses Gebiet zu halten und
20:18sie, wie Sie schon bereits angesprochen haben, eben zu Verhandlungen gezwungen werden.
20:23Kann dieses Experiment in Ihrer Einschätzung nach überhaupt aufgehen?
20:26Also funktioniert das wirklich so im Krieg?
20:29Das Entscheidende ist an dieser Stelle, es ist sehr schwierig, derartige Prognosen zu treffen
20:34und wie gesagt, ich bin ja selbst Historiker und muss darauf hinweisen, dass die Historiker
20:37immer dazu neigen, die Dinge so darzustellen, als wenn sie voraussehbar gewesen wären.
20:41In Wirklichkeit wissen wir überhaupt nicht, wie die Situation sich entwickelt.
20:45Wir können Trends erkennen, wir können Ergebnisse messen, aber am Ende wird dann abgerechnet
20:50und man kann dann sagen, jawohl, es hat funktioniert.
20:52Das war eine Kampagne, die zum Erfolg geführt hat.
20:54Das war die erste Kampagne, die quasi ausschließlich mit Unterstützung von Drohnen und künstlicher Intelligenz
21:00über das, sollten wir auch noch kurz reden, durchgeführt worden ist.
21:02Oder sie war es eben nicht, wie damals eben diese Offensive 23, über die keiner mehr redet,
21:07obwohl tausende Soldaten damals gefallen sind.
21:10Aus meiner Sicht, wenn das mit Nachdruck passiert, dann kann es sehr wohl erfolgreich sein.
21:15Und damit sind wir jetzt wieder bei der Herausforderung einerseits des Abnutzungskrieges.
21:18Das ist das eine, das heißt, die Ukraine muss also quasi diese Kraftanstrengung weiter aufrechterhalten können,
21:24um den Druck weiter auf Fuß und aufrechterhalten zu können, im Sinne von einer tatsächlichen Zwingung,
21:30der Russen zur Verhandlungsbereitschaft.
21:32Oder quasi, man darf auch nicht vergessen, man muss natürlich auch die russische Seite ins Kalkül sehen,
21:37es kommt dazu und auch das kennen wir aus dem Verlauf des Krieges,
21:40dass die Russen dann wieder einen besonderen Joker ziehen, den sie immer wieder gezogen haben
21:46und der bis jetzt auch immer wieder dazu geführt hat, dass man dann von Seiten der Unterstützenden Mächte,
21:51der Ukraine eben nicht das geliefert hat, was sie dann vielleicht noch final gebraucht hätte.
21:54Was spiele ich hier an? Und zwar die Situation 22, wo wir ja nach den Erfolgen der Ukraine bei Harkiv
22:02und Kasson sahen,
22:03dass die Russen eigentlich sehr in die Enge gedrängt waren.
22:06Heute wissen wir, dass die Russen damals überlegt haben, taktische Atomwaffen einzusetzen
22:09und der Druck der USA war schlussendlich zu einer Einigung geführt hat.
22:13Aber auch anders, als dass die Russen den Russen klar vorangeführt hat, dass die USA das nicht erlauben würde.
22:19Aber es hat dazu geführt, dass eben der Volk dann nicht eingefahren werden konnte
22:23und die Russen quasi noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen haben.
22:26Und das darf jetzt auch jetzt nicht vergessen werden.
22:28Denn Russland hat durch seine nukleare Bewaffnung und auch andere Fähigkeiten, die es verfügt noch immer,
22:33gewisse Joker, die es ziehen kann.
22:35Jetzt kann man diskutieren, ist das wahrscheinlich oder nicht?
22:37Das mag dahingestellt sein, auch über das können wir kurz reden.
22:39Aber ich möchte einfach noch darauf hinweisen, dass das Faktoren sind,
22:42wie der Elephant in the room, über den keiner spricht, der ist aber sicher eine Rolle spielen.
22:49Wir merken uns diese zwei Punkte, eben dieses Eskalationsszenario
22:53und natürlich auch das Thema KI, das Sie jetzt schon angesprochen haben.
22:56Aber weil Sie gerade gesagt haben, Sie sind ja auch Historiker
22:59und da finde ich ja, könnte man vielleicht doch etwas ableiten zumindest.
23:04Weil wir haben es aus der Vergangenheit gelernt,
23:06Landkriege werden eigentlich nicht aus der Luft gewonnen.
23:10Jetzt scheint die Ukraine im Gegensatz zu 2023 diese Offensive eben nicht mehr mit Landstreitkräften zu versuchen,
23:16sondern mit Druck aus der Luft eben Drohnen und ähnliches.
23:19Wenn wir immer wieder sagen, es braucht Boots on the Ground,
23:21das haben wir im Iran gesagt, das haben wir in der Historie in den letzten 100 Jahren gesagt,
23:25was soll dieses Mal anders sein?
23:27Sie haben völlig recht und das ist auch die Herausforderung,
23:29die es quasi bei dieser zweiten Offensive gibt,
23:32denn die Russen haben sich auch jetzt wieder begonnen anzupassen.
23:35Sie schicken jetzt also zum Beispiel keine Tanker,
23:37die also voll beladen sind mit 100 oder 1000 Liter von Treibstoff,
23:41sondern sie schicken viele Einzelfahrzeuge,
23:43die quasi mit kleineren Containern beladen sind,
23:46die ebenfalls Treibstoff transportieren.
23:47Und um diese Moskitoversorgung, um das so zu nennen, zu unterbrechen,
23:54müssen sie wieder praktisch und physisch vor Ort sein,
23:56also diese Linien tatsächlich unterbrechen, damit auch das nicht möglich ist.
24:00Denken Sie daran, es gibt ja viele Beispiele aus der Vergangenheit,
24:03wo das auch immer wieder zum Erfolg geführt hat.
24:05Stichwort Vietnam, die USA haben es nie geschafft,
24:08quasi die ganze Versorgung aus ihnen des Wirtkong nachhaltig zu unterbrechen
24:11und dem Wirtkong also immer wieder möglich,
24:14dann quasi Gäste zu versorgen, die dann entsprechend wirken konnten
24:17gegen die USA.
24:18Und damit sind Sie am Punkt.
24:19Auch jetzt ist es so, Drohnenraketen können natürlich Druck ausüben,
24:25aber wenn der Gegner so resilient ist und auch tatsächlich bereit ist,
24:28Opfer zu bringen, dann kann er natürlich durch innovative Maßnahmen
24:31das anpassen.
24:32Und gerade auch die Konflikte der letzten Jahre haben uns immer wieder gezeigt,
24:36dass der scheinbar unterliegende Gegner dann in der Lage ist,
24:38durch sehr innovative Einsatzführung,
24:42die Defizite zu kompensieren.
24:44Sie sehen das ja auch am Beispiel des Iran.
24:45Der Iran hat im Prinzip keine funktionierenden Seestreitkräfte mehr,
24:49keine funktionierenden Luftstreitkräfte,
24:50nur eingeschränkt funktionierende Landstreitkräfte.
24:53Aber es reicht, wenn zwei, drei Trupps quasi mit Drohnen
24:56sich hier in einer Felsenumene verstecken
24:57und diese Drohne gegen einen Tank in der Straße von oben muss fliegen lassen,
25:01dass im Prinzip die Straße irgendwie faktisch gesperrt ist.
25:05Das heißt, man müsste jetzt physisch die Gegenküste in Besitz nehmen,
25:08um das zu verhindern.
25:09Aber das ist natürlich eine Hochrisikooperation.
25:11Das Gleiche gilt natürlich auch für die Ukraine,
25:13denn wenn die Ukraine wirklich nachhaltig die Versorgungsrouten
25:16auf die Krim unterbrechen,
25:19dann müsste sie trotzdem wieder vorstoßen
25:22aus dem Rausen-Polvische Richtung Militopol bei Tiansk
25:24und müsste dieses Gelände in Besitz nehmen.
25:28Stichwort Versorgung abschneiden.
25:30Welche Rolle, Sie haben es schon angesprochen,
25:31spielt die Brücke, die Kerschbrücke oder die Krimbrücke,
25:35die ja von Wladimir Putin als großes Prestigeprojekt
25:38selbst eingeweiht worden ist.
25:40Die war ja immer wieder Ziel von Angriffen.
25:42Sie steht allerdings noch.
25:44Genau, sie ist also deswegen immer wieder Ziel von Angriffen gewesen.
25:47Einerseits natürlich aufgrund ihrer Rolle, die sie hat,
25:50also quasi im Stachel im Herzen der Ukraine,
25:52um das so zu sagen,
25:53dass man wollte einfach dieses Prestigeprojekt zerstören.
25:56Das ist das eine.
25:57Also die Wirkung im Informationsraum,
25:59die Wirkung eines möglichen Erfolges.
26:01Und da gab es ja auch spektakuläre Angriffen,
26:03dürfen Sie nicht vergessen,
26:04die die Brücke auch beschädigt haben.
26:05Aber das Zweite, und das ist das Entscheidende,
26:07das ist auch der Grund, warum sie gebaut worden ist,
26:09ist natürlich der Umstand,
26:11dass über diese Brücke Straßen und Eisenbahnlinien führen,
26:15die natürlich die Versorgung der Krim ermöglichen.
26:18Im Moment ist es so,
26:19dass aufgrund der Schäden sie nicht voll ausgelastet eingesetzt werden kann.
26:23Aber es gelingt den Ressorten nicht weiterhin,
26:25praktisch hier Versorgungsgüter auf die Krim zu bringen,
26:28auch wenn es eben, wie gesagt, runterskaliert ist
26:30oder in kleineren Umfang passiert.
26:32Aber das macht es natürlich wohl recht,
26:34die Versorgungsgüter auf der anderen Seite,
26:37das der Straßenvermögen zu bringen.
26:40Ich habe gelesen, und korrigieren Sie mich da gerne,
26:42das war mir nicht so ganz klar,
26:44dass die Brücke ja auch in den vergangenen Jahren
26:46immer wieder schon sehr kontrovers besprochen worden ist,
26:50da sie offensichtlich zu niedrig gebaut wurde,
26:52um quasi Schiffen die Durchfahrt darunter zu verwehren.
26:58Ja, das ist, jetzt kann man natürlich im Detail darüber diskutieren,
27:01ob die Brücke gut oder schlecht gebaut worden ist.
27:03Ich darf nicht vergessen, sie erfüllt ihren Zweck
27:05und es gibt auch die Möglichkeit,
27:06praktisch unter hier durchzufahren,
27:08um mit Schiffen, Transport und Güter
27:09quasi aus dem Wasserhofschen Meer
27:10in das Schwarze Meer zu bringen.
27:13Also die Brücke hat ihren Zweck
27:14und sie erfüllt diesen Zweck.
27:17Ob sie jetzt zu groß oder zu klein ist,
27:18das ist aus meiner Sicht,
27:19das geht am tatsächlichen Charakter der Brücke vorbei als solches.
27:23Natürlich können Sie jetzt mit einem riesigen Tank
27:25da jetzt nicht so einfach durchfahren.
27:27Außerdem ist das natürlich jetzt auch eingeschränkt,
27:28weil die Russen Angst haben,
27:29dass möglicherweise das dann auch verwendet wird,
27:32um verteckte Operationen in die Brücke zurückzuführen.
27:34Aber sie ist ein wichtiger Punkt der Versorgung.
27:37Sie ist nicht der einzige übrigens.
27:39Es gibt also auch Fährverbindungen.
27:40Die werden übrigens auch immer wieder angegriffen von den Ukrainern,
27:43parallel zu dem Versuch, um die Brücke anzugreifen.
27:46Aber sie ist eben für die Versorgung ein entscheidender Geländeteil,
27:52der quasi von den Ukrainen zu berücksichtigen ist.
27:56Stichwort KI.
27:57Sie haben es vorher schon angesprochen
27:58und Sie haben es auch in mehreren Artikeln schon immer wieder erwähnt,
28:01dass Sie dieses Thema im laufenden Krieg Russland gegen die Ukraine
28:06für wahnsinnig essentiell halten.
28:07Welche Rolle spielt es bei der Krim?
28:09Stichwort Drohnen wahrscheinlich, gehe ich mal davon aus.
28:11Absolut, ich möchte das betonen.
28:12Ich habe das auch immer wieder schon gesagt.
28:14Es gibt also Dinge, die wir sehen, die offensichtlich sind
28:17und meistens stürzen sich auch alle auf diese offensichtlichen Ereignisse
28:21oder Entwicklungen.
28:21Aber es gibt viele Dinge im Hintergrund,
28:23die wir auch berücksichtigen müssen.
28:25Also diese Elephants in the room sozusagen.
28:27Und das Entscheidende ist,
28:29dass in der jetzigen Phase, der Phase 10 meiner Rechnung,
28:32wir auch auch sehen,
28:33dass die Ukraine Unterstützung erhält aus Bereichen,
28:37die zwar auf der einen Seite schon offensichtlich sind,
28:39aber zum Teil, was die Tiefe und den Umfang betrifft,
28:42nicht erkennbar als solches für jeden,
28:44sofort auf den Tisch nehmen.
28:46Ich spreche da an,
28:47ganz konkrete Unterstützung von amerikanischen IT-Unternehmen
28:51und deren Besitzern für die Ukraine.
28:54Ich nenne jetzt ein paar Namen.
28:56Elon Musk, das ist jetzt natürlich ein Leben bekannt
28:58und jeder wird sagen,
28:59na Gott, das wissen wir ja, das stimmt.
29:01Das Stichwort Stalin kann man denken.
29:02Zum Beispiel auch an Eric Schmidt,
29:04dem ehemaligen CEO von Google.
29:05Der Vater ist dieses Projekts des Baus,
29:08der sogenannten Drohnen vom Typ Hornet,
29:11die wiederum die entscheidenden Mitteln sind
29:13für die Mittelstreckenkampagne der Ukraine
29:15gegen die Versorgungsrouten,
29:17die auf die Krim führen.
29:18Wir haben hier sehr billige Drohnen,
29:20kostet eine ca. 20.000 Dollar
29:22mit einem gewissen Anteil an Sprengstoff,
29:25den sie mitnehmen kann,
29:26mehrere Kilogramm bis zu fünf Kilogramm.
29:28Und diese Drohnen fliegen auch zum Teil mit KI
29:30und können bereits tatsächlich Ziele
29:32selbstständig auch erkennen,
29:33identifizieren und sich in diese stürzen,
29:35ohne jetzt auf eine Kommunikation angewiesen zu sein.
29:38Und das verfängt gerade,
29:39das verfängt der Art,
29:40dass die Russen mittlerweile begonnen haben,
29:43um Spezialeinheiten der Drohnenkriegsführung
29:45gerade auf diese Hornet-Drohnen anzusetzen,
29:47um es ein Wubikon jetzt zum Beispiel zu nennen.
29:49Das ist das eine.
29:50Wir haben aber auch andere Leute,
29:51wie zum Beispiel Alex Karp,
29:52Stiefort Palantir,
29:54die die Ukraine im großen Stil unterstützen mittlerweile,
29:57mit Systemen wie zum Beispiel Maven oder Prisma,
30:00Maven ist ein System,
30:02also künstliche Intelligenz,
30:03das also täglich Satellitenaufnahmen auswertet.
30:06Und aufgrund der Auswertung der Satellitenaufnahmen
30:08können die Ukrainer dann zum Beispiel
30:09ihre Langstreckenangriffe tiefer nach Russland planen.
30:12Oder zum Beispiel Prisma,
30:14das ist ein System,
30:15das den Ukrainen wiederum hilft,
30:16die Langstreckenangriffe der Russen abzuwehren.
30:19Das heißt, das System erkennt,
30:20wo sind gefährdete Zonen,
30:21wo fliegen gerade Schirme von Drohnen ein,
30:24wo sind Marschflugkörper,
30:25wo sind Palästiener-Raketen unterwegs.
30:26Und die Ukraine kann dann ihre spärlichen Fliegerwehrsysteme
30:29optimal einsetzen.
30:31Und das macht natürlich einen Unterschied.
30:33Und das sieht man in dieser Phase des Krieges sehr gut,
30:35dass aufgrund der technologischen Entwicklungsschritte
30:37gerade jetzt auch künstliche Intelligenz
30:39eine sehr hohe Rolle spielt.
30:42Sind also große Technologieunternehmen
30:46die neue Rüstungsindustrie, kann man das so sagen?
30:49Naja, ich finde das bemerkenswerte daran ist,
30:51und vor dem habe ich es auch schon ein paar Mal gewarnt,
30:53wir haben hier Unternehmen und Unternehmensführer,
30:56die eigentlich zum Teil nicht der staatlichen Kontrolle unterliegen,
30:59sondern die im Prinzip sich auf einer Seite des Konflikts
31:02involvieren und damit den Konflikt beeinflussen.
31:05Das kann jetzt positiv sein,
31:07Stichwort auf Seiten der Ukraine.
31:08Es kann aber natürlich auch Gefahr mit sich bringen.
31:10Das heißt zum Beispiel,
31:11wenn also ein Technologieunternehmer dann plötzlich sagt,
31:13naja, puh, ich habe jetzt quasi eine andere Beurteilung in der Lage
31:16und ich ziehe jetzt meine Unterstützung wieder zurück.
31:18Denken Sie an Elon Musk,
31:19der ja mehrmals quasi auch immer wieder Starlink abgedreht hat,
31:22weil quasi der Meinung hat,
31:24dass das jetzt quasi überschießend ist,
31:25um ein Beispiel zu nennen.
31:26Sie dürfen wir nicht vergessen,
31:27wir haben jetzt im Prinzip bestliche Namen gehört.
31:30Ja, also Eric Schmidt, Alex Karp, Nilo Musk,
31:33aber es gibt natürlich ähnliche Tech-Unternehmer
31:36quasi auch auf anderer Seite,
31:38auf der Seite des globalen Südens,
31:39China zum Beispiel, ja.
31:40Und da macht es natürlich einen riesen Unterschied,
31:42wenn Sie sich den globalen Echt gewählern,
31:43ein Beispiel.
31:44Sie können jetzt die militärischen Fähigkeiten
31:46der chinesischen Volksarmee
31:48insofern an Landung auf Taiwan immer so beurteilen,
31:50dass Sie sagen, naja,
31:51wir schauen uns also genauer an die Werftproduktion
31:53und die haben eigentlich nicht genug Landungsschiffen,
31:55und wir müssen in kurzer Zeit maximale Kräfte
31:56auf Taiwan übersetzen zu können.
31:59Aber diese Gleichung erinnert sich natürlich radikal,
32:02wenn plötzlich ein großer Schifffahrtsunternehmer
32:05chinesischer Herkunft sagt,
32:06okay, ich bin ein großer Freund der chinesischen Volksarmee,
32:08ich stelle jetzt plötzlich alle meine Schiffe,
32:10die quasi Roll-on-Roll-off-Fähigkeiten hätten
32:12der chinesischen Armee zur Verfügung,
32:14und dann ändert sich die Gleichung von einem Moment
32:16auf den anderen radikal,
32:17und sie haben plötzlich eine Entwicklung,
32:18die sie vorher nicht so voraussehen konnten,
32:21durch den Input eines privaten Eigners,
32:24der praktisch schieblich involviert,
32:25und das macht es jetzt so interessant.
32:30Wenn wir uns das genauer ansehen,
32:33haben wir ja offensichtlich nicht nur bei den Tech-Unternehmen,
32:36zumindest bei den westlichen,
32:37jetzt gerade einen Shift in Richtung der Ukraine,
32:39Sie haben vorher schon Elon Musk angesprochen,
32:41der ja da schon mal woanders gestanden ist
32:43oder seine Meinung geändert hat,
32:44sondern offensichtlich ja auch bei der Politik.
32:46Donald Trump scheint sich ja hier jetzt,
32:48zumindest derzeit, festgelegt zu haben.
32:51Können Sie erklären, warum das so ist?
32:53Nun, Donald Trump ist vor allem quasi
32:55auf die Innenpolitik orientiert,
32:57und er möchte eigentlich aus meiner Sicht
32:58relativ rasch die Konflikte dieser Welt
33:00so befriedet haben,
33:01dass er sich um die innenpolitische Situationen kümmern kann.
33:03Das ist ja auch das,
33:04was er seiner Wählerschaft versprochen hat.
33:06Und die große Kritik,
33:07die jetzt immer wieder ein Jahrstuhl,
33:08man sagt, jetzt sind wir plötzlich
33:09wieder doch im Iran involviert oder Ähnliches.
33:11Und aus meiner Sicht,
33:13Trump ist, man kann jetzt von ihm halten,
33:15was man möchte,
33:15aber er ist in seinem Auftreten
33:18oft sehr direkt und aus meiner Sicht auch ehrlich,
33:21wenn er so gewisse Dinge sagt.
33:23Die wir oft nicht ernst nehmen,
33:24aber ich denke, er meint sie genauso,
33:25wie er sie sagt,
33:26weil sie genau dem Interesse entsprechen,
33:28der Magerbewegung oder Ähnliches.
33:30Und was er möchte zum Beispiel ist,
33:32dass die Ukraine-Situation
33:34so rasch als möglich beendet ist.
33:36Es ist ihm völlig egal,
33:37zu welchen Konditionen er möchte,
33:38wenn es zu Ende ist.
33:39Er möchte, dass er sagen kann,
33:40er hat also den neuten Konflikt,
33:42quasi den neuten Krieg beendet.
33:44Und seine Idee ist es vielleicht wieder,
33:46Geschäfte zu machen,
33:46mit einer Erfindung jetzigen Gegnern.
33:48Denken Sie da an Anchorage,
33:50das Treffen zwischen Putin und Trump,
33:51was Indizien gab,
33:53und das hat auch Trump öffentlich gesagt zum Teil,
33:55dass man gesagt hat,
33:57von der amerikanischen Seite,
33:57naja, also wir,
33:59also Trump und Putin,
34:00wenn wir uns da geeinigt haben,
34:01da können wir ja gemeinsam Geschäfte machen,
34:02wir können zum Beispiel
34:03die Nordpolarregion explorieren,
34:05wir müssen uns ja nicht
34:06da im Widerstreit messen.
34:07Und das schwingt natürlich hier durch,
34:08und Sie sehen das auch jetzt,
34:09gerade jetzt auch am Rande
34:10des Lato-Gipfels übrigens,
34:12wo also Trump im Prinzip auftritt
34:14und sagt,
34:14auf euch kann ich mich nicht verlassen,
34:15weil er hat mich nicht unterstützt im Iran.
34:17Es stellt eigentlich nicht die Frage,
34:18ob das jetzt legitim war oder nicht,
34:20oder ob man die Europäer
34:20immer es gefragt hätte,
34:21ob sie da dran teilnehmen wollen oder nicht.
34:23Es geht aber um das Prinzip.
34:24Und er spielt also hier
34:26mit Zuckerbrot und Peitsche,
34:27und das betrifft natürlich
34:28ganz massiv die Ukraine.
34:30Und es gibt also hier zwar
34:31auf der einen Seite
34:32die Unterstützung der Tech-Pros
34:33mit KI der Ukraine,
34:35aber auf der anderen Seite
34:36verwert die USA der Ukraine
34:37ganz essentielle Waffensysteme,
34:39die sie braucht,
34:40und zwar reine defensive Waffensysteme.
34:42Das ist das berühmte Thema
34:43der Petros-Batterien
34:44und Potential-Raketen.
34:45Die USA sind die größte Produktion
34:47dieser Produzent dieser Raketen,
34:49650 Stück im Jahr.
34:51Vergleichbare Systeme in Europa
34:52sind, die produzieren
34:53ca. 100 bis 150 Stück.
34:55Auch da kann man sich die Gefahr stellen,
34:56warum in der Europäer
34:57eigentlich diese Produktion nicht erhöht.
34:58Aber gehen wir zurück
34:59auf diese Petro-Produktion,
35:00650 Stück.
35:02Die sind natürlich jetzt quasi
35:04an mehreren Orten gebraucht.
35:06Also einerseits natürlich
35:07Stichwort Iran, Israel,
35:09USA-Konflikte,
35:10aber natürlich auch
35:11die Bereithaltung von Kräften
35:12Taiwan oder Südkorea
35:14und Ähnliches.
35:15Aber vor allem die Ukraine
35:16braucht sie.
35:17So, die USA
35:18liefert aber nur
35:19sehr eingeschränkt
35:20beziehungsweise verweigert auch,
35:21und das ist das Entscheidende,
35:22sogar eine Lizenzproduktion.
35:24Also die Ukraine sagt,
35:24na gut, dann können wir
35:26die Raketen
35:26praktisch in Lizenz bauen
35:28in der Ukraine,
35:29aber auch da gibt es
35:29quasi Trablicht nach.
35:30Und aus meiner Sicht
35:31ist es der Versuch,
35:32Trumps Druck auszuüben
35:34zu allerlei Maß.
35:35Einerseits
35:36Einsatzkünstler
35:36in der Intelligenz,
35:37im Targeting
35:38und auch der CIA,
35:39so wie bekannt,
35:40gegen Russland.
35:41Also Druck auf Russland auszuüben
35:42und auf der anderen Seite
35:43aber auch Druck auf die Ukraine
35:44auszuüben durch das Verwehren
35:45von wichtigen Waffensystemen,
35:46defensiven Waffensystemen,
35:48mit dem Ziel,
35:49beide zu zwingen,
35:50quasi in den Waffenstillstand
35:50einzugehen.
35:52Und das ist aus meiner Sicht
35:53die Strategie,
35:54die quasi hier
35:55verfolgt wird.
35:57Wir werden sehen,
35:58welche Strategie
35:59nächste Woche
36:00verfolgt wird
36:01und ob sich da
36:02vielleicht nochmal
36:02der ein oder andere
36:04Sinneswandel
36:04im Weißen Haus
36:06einstellt.
36:07Wenn wir noch einmal
36:07zu Krim zurückkommen,
36:09die Krim quasi
36:10als das Gebiet,
36:12das die Ukraine
36:122014 annektiert hat
36:14und das die Ukraine
36:16natürlich zurückhaben will.
36:17Aber wäre denn
36:18eine tatsächliche
36:19Einnahme der Insel
36:20durch die Ukraine
36:21in irgendeinem Szenario
36:22tatsächlich möglich?
36:24Ja, wenn die russischen
36:25Streitkräfte
36:25zusammenbrechen würden
36:26und fluchtartig
36:27den Raum verlassen würden,
36:28da könnte natürlich
36:29ein Nachrück
36:29der russischen Streitkräfte
36:30passieren,
36:31die dann in letzter
36:32Konsequenz auch
36:33zu den Besitznamen
36:33der Krim führt.
36:34Aber da sind wir
36:35jetzt wieder
36:36bei diesen Jokern,
36:37die ich vorher
36:37angesprochen habe.
36:39Russland behält sich
36:39in seiner Militärdoktrin
36:41vor, dass wenn es
36:42zu einer existenziellen
36:43Bedrohung Russlands
36:44kommt oder wenn eine
36:45massive Niederlage
36:47der russischen
36:47Streitkräfte
36:48bevorsteht,
36:49dass es auch bereit
36:50wäre,
36:50Nuklearwaffen
36:51einzusetzen.
36:52Und jetzt,
36:53ich weiß,
36:54es kommt natürlich
36:54sofort wieder,
36:55die würden das ja nie
36:55tun,
36:56das mag schon sein,
36:57das habe ich nicht
36:58zu beurteilen,
36:58ich versuche nur
36:59neutral und objektiv
37:00darzustellen,
37:01wie im Prinzip hier
37:01auf beiden Seiten
37:03die Überlegungen sind.
37:04Wir hatten jetzt
37:05vor einigen Tagen
37:05wieder die Aussage
37:06von Peskov,
37:08dem Pressespräger
37:08von Putin,
37:09der das auch
37:10noch einmal betont hat,
37:11Russland wird jetzt
37:12keinen dritten
37:12Weltkrieg beginnen,
37:13so hat er gesagt,
37:13aber wenn es
37:15Russland existenziell
37:16bedroht ist,
37:16dann werden wir
37:17Nuklearwaffe einsetzen.
37:18Und hier sei eben
37:20noch einmal dieses Beispiel
37:21von 22 genannt,
37:22dass es sehr gut
37:23dokumentiert ist,
37:24wo damals das auch
37:25ins Kalkül gezogen
37:26worden ist und die
37:27USA,
37:27vor allem
37:28Jack Sullivan,
37:29der Nationalseicherheitsberater,
37:30der damals im Hintergrund
37:31die Fäden gezogen hat,
37:32das dann sehr ernst
37:32genommen hat,
37:33im Wesentlichen.
37:33Das heißt,
37:35wenn also Russland
37:36zusammenbricht
37:37und das quasi
37:38diesen Zusammenbruch
37:40nicht kontrollieren kann,
37:41das Regime,
37:42dann wäre das durchaus
37:42denkbar.
37:43Wenn aber das Regime
37:44die Oberhand behält,
37:46kann es wirklich sein,
37:47dass gerade so ein
37:48Vormarsch,
37:49trotz eines Zusammenbruchs
37:50der russischen Armee
37:51in Teil der Front,
37:52gerade durch den Einsatz
37:53von der Tegelwaffensystem
37:54zumindest versucht wird
37:55zu verhindern.
37:57Aber,
37:58Herr Reisner,
37:59ich sage jetzt nichts,
38:00das passiert garantiert nicht,
38:01weil ich weiß es
38:02natürlich auch nicht,
38:02aber wie kommt man denn
38:05aus diesem Dilemma raus?
38:06Auf der einen Seite
38:08will man natürlich
38:09nicht nachgeben,
38:10man kann sich ja nicht
38:11von einer Atommacht
38:12alles gefallen lassen,
38:13nur weil sie Atomwaffen hat.
38:14Auf der anderen Seite
38:15ist natürlich
38:16dieses Bedrohungsszenario
38:17und dieses Potenzial,
38:18was da drin steckt,
38:18so groß.
38:19Gibt es da irgendeinen Way out?
38:21Das ist ja das Problem.
38:23Genau deswegen
38:24wurden die Atomwaffen erfunden,
38:26um diese unglaubliche
38:26Paz-Situation zu schaffen.
38:28Das ist ja das Problem,
38:29über das intensivst
38:31diskutiert worden ist
38:32in den 60er,
38:3370er, 80er Jahren.
38:34Das haben wir alles
38:34wieder vergessen,
38:35weil wir diesen kalten Krieg
38:36nun mal entfernt wahrnehmen.
38:38Das war ja genau
38:39die Herausforderung,
38:39dass sich die Mächte
38:40damals in Stellvertreterkriegen
38:41an der Latte gerieben haben.
38:43Aber man wusste,
38:44es kommt nicht
38:44zu einer täglichen Konfrontation,
38:45weil es zur Vernichtung
38:46aller führen würde.
38:48Und leider sind wir genau
38:49wieder in diesem Schema,
38:50das zurück,
38:51wo man also plötzlich
38:51erkennen kann,
38:52dass diese Militärdoktrinen
38:53sehr wohl auch
38:54von der Verfügbarkeit
38:55und der möglichen
38:56Einsatz von Nuklearwaffen
38:57bestimmt wird.
38:59Und aufgrund des Umstandes,
39:00dass wir kaum
39:01historisches Gedächtnis haben,
39:03ist es so,
39:03dass heute sehr leicht
39:04wird gesagt,
39:05naja,
39:05die werden das nicht tun,
39:06das ist alles
39:06nur ein Bluff.
39:07Natürlich ist es auch Bluff
39:08und es ist auch
39:08ganz gezielter Versuch
39:10der Russen,
39:11im Informationsraum
39:12hier durch Drohung,
39:13also Gefahr zu vermitteln,
39:14um den Gegner
39:15einzuschüchtern.
39:16Aber schlussendlich
39:17können wir eben
39:18nicht aufschließen,
39:19dass es der Wohl
39:20zu einer Eskalation kommt.
39:21Und ich nehme jetzt
39:22hier wieder das Beispiel
39:22die USA
39:23und das Jahr 2022,
39:25dort hat man das
39:26damals sehr ernst genommen
39:28und man darf man
39:28nicht vergessen,
39:29ich habe das auch
39:29oft gehört in Gesprächen
39:31mit US-Vertretern,
39:33man hat eigentlich
39:33kein Interesse daran,
39:35dass Russland zerstört wird,
39:36das war übrigens auch
39:36schon in der
39:37Breitadministration so,
39:38denn dann hätte man
39:39einen riesigen Konflikt
39:40und Krisenherd
39:41von Moskau bis Vladivostow
39:42und das möchte man
39:43auf keinen Fall.
39:43Und vor allem die große Frage,
39:45wer kontrolliert dann
39:46diese tausende
39:47Atomwaffen Russlands?
39:48Was passiert dann,
39:49wenn plötzlich
39:49irgendwelche Warlords
39:51ihre eigenen Waffen zu fügen
39:52und haben uns auch
39:53so, jetzt wird mit mir
39:53verhandelt,
39:54das darf also nicht
39:54vergessen werden.
39:55Das heißt,
39:56das ist auch der Grund,
39:57warum es diese
39:57Boiling-the-Frog-Strategie
39:58der USA auch gibt.
39:59Also man versucht
40:00den Russen zu sagen,
40:01seht her,
40:02hört einfach auf,
40:03wir werden den Ukrainern
40:03immer das geben,
40:04was sie brauchen,
40:05wir führen sehr wohl
40:06auch Druck auf die Ukraine aus,
40:07aber wir werden trotzdem
40:08die Ukraine unterstützen,
40:09weil wir wollen nicht,
40:10dass sie gewinnt.
40:11Und das Problem ist,
40:12aber Russland hat bis jetzt
40:12nicht nachgegeben,
40:13sondern im Gegenteil,
40:14es zieht sich zurück,
40:15es ruft sich Verbündete,
40:16die es auch hat,
40:17weil diese Verbündeten,
40:18die Kinder zum Beispiel
40:19andere Interessen haben
40:20oder Interessen haben,
40:21die quasi nützlich sein können,
40:22wenn man das
40:23Russland dafür missbraucht
40:24oder einsetzt
40:25und das ist eben
40:25dieser untragbare Zustand.
40:28Aber,
40:30Herr Reisner,
40:30vielleicht abschließend,
40:32wir reden ja gar nicht
40:33von einer,
40:34tatsächlich von einer
40:35Vernichtung Russlands
40:37oder wie Sie es jetzt gesagt haben,
40:38das ist natürlich klar,
40:39da hätten wir ein riesengroßes Gebiet
40:40und ein extremes Chaos,
40:41abgesehen natürlich
40:42von dem ganzen menschlichen Leid,
40:43was das mit sich ziehen würde.
40:45Es geht ja nur darum,
40:46dass die Ukraine aufhört,
40:48die Krim,
40:49die Ukraine anzugreifen
40:50und ein Gebiet zurückgibt.
40:55Also, dass die Ukraine
40:56im Prinzip
40:57ihr Gebiet zurückbekommt
40:59und wo sie wieder zurückziehen.
41:01Das ist richtig.
41:01Das würde ihr das Regime
41:02nicht stürzen.
41:03Das ist korrekt,
41:04aber das Problem ist,
41:06dass das Regime,
41:07erstens einmal,
41:07die Situation so friend,
41:08dass es ein existenzieller Konflikt ist.
41:10Sie sagt das ja nicht,
41:11wir gegen die Ukraine.
41:13Nein, sie sagt,
41:14die Ukrainer sind verwirrt,
41:15der Westen hat quasi
41:16die Ukraine verwirrt
41:16und der Westen kämpft gegen uns
41:18und sie schließen da
41:19genau denselben Narrativen an,
41:21wie am Ende des großen
41:22Vaterländischen Krieges.
41:23Also, der Kampf des Faschismus
41:24gegen die Sowjetunion,
41:26quasi, die sich dann
41:27kaputt dagegen gewehrt hat
41:28und genau das Gleiche passiert heute
41:30mit der Absicht,
41:31auch die moderaten Russen
41:32abzuholen, zu sagen,
41:33es geht um alles,
41:34es geht um Russlands Existenz.
41:35Das ist das eine.
41:36Und das Zweite ist,
41:37ich darf nicht vergessen,
41:38wenn es nicht dann
41:38die Rückschläge
41:40immer größer werden,
41:41kann es natürlich
41:41sehr wohl zu Umbrüchen kommen,
41:43die möglicherweise
41:43auch zu einem Sturz führen
41:44des Regimes.
41:45Und das, was dann passiert,
41:46ist möglicherweise Chaos.
41:47Denken Sie daran,
41:48nach Ende des Kalten Krieges,
41:50frühen 90er Jahre,
41:51wie damals seltsam
41:52auf dem Panzer gegachselt ist,
41:53das hat Alarmsignale
41:55ausgelöst in den USA,
41:56weil man nicht wusste,
41:57wie geht das jetzt aus?
41:58Also, wer wird jetzt
41:59quasi hier die Überhand bekommen?
42:00Wird da im Prinzip
42:01Russland zerfallen oder nicht?
42:03Also, das sind einfach
42:03die Elemente,
42:05die quasi hier ein Land
42:06wie die USA,
42:07das sich ja trotz allem
42:08immer noch quasi
42:09auf die Fahnen heftet,
42:10quasi global zu agieren,
42:12die also mit berücksichtigt
42:13werden müssen.
42:14Und das ist der Grund,
42:14warum das so passiert.
42:15Aus meiner Sicht
42:15das Problem ist,
42:17dass auch im Verhalten
42:19Europas und der USA
42:20gegenüber der Ukraine
42:21es höchst unmeralig ist,
42:22denn es gibt aus meiner Sicht
42:23nur zwei Möglichkeiten.
42:24Entweder man geht
42:25mit der Ukraine all in
42:27und riskiert möglicherweise
42:30tatsächlich eine Entwicklung,
42:31die wir nicht haben wollen.
42:32Das weiß aber niemand,
42:33ob das funktioniert
42:33oder eben nicht.
42:34Oder man sagt,
42:35wir sind dazu nicht bereit,
42:36aber dann müsste man
42:37den Krieg beenden.
42:38Und das ist das Problem.
42:39Aus meiner Sicht
42:39sehen wir jetzt gerade,
42:41dass wir jetzt auch immer wieder
42:42vollmundige Erklärungen haben,
42:43was die Ukraine betrifft,
42:44aber wirklich unterstützt.
42:45Jetzt wird die Ukraine kaum
42:46beziehungsweise nur in einem Raum
42:48oder in einem Rahmen,
42:50dass man eben sagen muss,
42:51das reicht gerade aus,
42:53den Krieg mehr oder weniger
42:54so zu führen,
42:55dass man gerade überlebt.
42:56Aber es ist zu wenig,
42:57um tatsächlich nachhaltig
42:58den gewinnen zu können.
42:58Und das ist das Problem, ja.
43:01Wenn wir das jetzt zusammenfassen,
43:03diesen Punkt und natürlich
43:04die Krim mit reinnehmen.
43:06Herr Reisner,
43:07es wird immer wieder zitiert,
43:08beziehungsweise ich zitiere jetzt,
43:10mehrere Medienberichte,
43:11dass Russland kurz davor stände,
43:13die Krim zu räumen,
43:14weil es einfach nicht mehr haltbar sei.
43:15Das wird natürlich alles
43:16ein bisschen aufgepauscht.
43:17Wir haben vorher schon darüber gesprochen,
43:18dass natürlich auch westliche Medien
43:20Informationen auf einer Seite
43:22hauptsächlich bekommen.
43:23Aber wäre das tatsächlich,
43:26wenn das denn eintreten sollte,
43:27einer dieser Eskalationspunkte,
43:30wo sich das Regime
43:31in einer Position sieht,
43:32dass es vehement gefährdet ist?
43:35Das wäre der Fall.
43:36Das haben wir, wie gesagt,
43:37eben schon gesehen, 22.
43:38Ich wiederhole mich jetzt
43:40an dieser Stelle.
43:41Aber ich habe mir extra für heute
43:42quasi auch drei Bücher mitgenommen,
43:43die ich vielleicht kurz herzeigen möchte.
43:45Das eine Buch ist das Buch
43:47von Bob Woodward.
43:48Sie müssen es ein bisschen
43:49weiter hochhalten,
43:50damit man es sieht.
43:50Damit Sie das quasi hier so sehen können.
43:52Bob Woodward,
43:53ein sehr bekannter Beobachter
43:54unterschiedlicher amerikanischer
43:56Administrationen.
43:56Und ich habe mir damals
43:58im Prinzip,
43:59wie das Buch herausgekommen ist,
44:01auch in Seiten markiert,
44:02wo man das sehr genau lesen konnte,
44:04wie sich das eben zugespitzt hat,
44:0522.
44:06Also wo die Russen
44:07vor einer massiven Niederlage standen,
44:09ihre Truppenwahl eingeschlossen,
44:10in Kasson.
44:11Und man hat überlegt,
44:12taktische Atomwaffen einzusetzen.
44:14Die USA haben die Wahrscheinlichkeit
44:15damals mit über 50 Prozent
44:16angesehen.
44:17Und da kam es zu hektischen
44:18Verhandlungen,
44:19die genau das verhindern sollten,
44:20dass die Russen
44:21eine irrationale Maßnahme treffen.
44:22Das gleiche Buch
44:23können Sie auch nachlesen,
44:25nur dieses Buch
44:28von David Sanger,
44:29wo es drinnen steht,
44:30und auch von Jim Scutio,
44:31The Return of Great Powers.
44:33Da ist es im Prinzip
44:33das auch im Detail dargestellt.
44:35Und es gibt auch viele
44:36andere gute Artikel,
44:37die das beschreiben.
44:38Aber ich betone das eben
44:39deswegen so sehr,
44:39weil man eben hier sieht,
44:41dass wir unterscheiden müssen
44:42zwischen dem,
44:44was wir im Informationsraum sehen,
44:46das, was Sie eben sagen,
44:47dieses im Prinzip Trommeln
44:48und das Darstellen
44:49einer möglichen
44:50sofortigen eintretenden Niederlage.
44:52Das ist Teil
44:53der Informationskriegsführung
44:54und dem rationalen Handeln
44:57großer Mächte im Hintergrund.
44:59Das darf man nicht
45:01übersehen werden.
45:02Und zwar Mächten wie die USA,
45:04wie Russland, wie China,
45:06die natürlich hier genau
45:07sich abstimmen,
45:08die grundsätzlich kein Interesse
45:09haben an einer massiven Eskalation.
45:11Auch diese Länder
45:12haben dieses Interesse nicht.
45:13Das ist übrigens die gute Nachricht.
45:15Aber natürlich auch nicht wollen,
45:16dass da einen Vorteil
45:17gegenüber den eigenen Ziele
45:19oder sie erreicht.
45:20Und da kann es dann sein,
45:21dass man einerseits Player ist,
45:23aber andererseits vielleicht
45:24auch eine Schachfigur,
45:25die von ihm dann eingesetzt wird
45:26als solches.
45:27Und die Ukraine ist in diesem Fall,
45:30wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe,
45:32die Schachfigur mit all dem Leid,
45:33was damit einhergeht.
45:34Die Ukraine ist natürlich hier
45:36zum Teil auch Schachfigur,
45:38die einerseits natürlich
45:39um ihr Überleben kämpft.
45:40Das darf nicht vergessen werden.
45:42Und an dieser Stelle sei gesagt,
45:43wenn immer viele sagen,
45:44Silensky ist das Problem,
45:45das sehe ich nicht,
45:46zu Silensky hat bereits letztes Jahr
45:47gesagt, okay,
45:48wir haben es eingesehen,
45:49wir werden im Moment
45:50nicht in der Lage,
45:50seine besetzten Gebiete
45:52zurückzuobern,
45:52aber wir wollen zumindest
45:53einen entfernen Waffenstillstand.
45:54Wir wollen,
45:55dass der Donbass bei uns bleibt
45:56und wir wollen es sicherlich garantieren.
45:57Das sind ja legitime Forderungen.
46:01Aber zum Beispiel Schachfiguren
46:02sind aus meiner Sicht
46:03auch die Europäer,
46:04weil wir haben jetzt kaum
46:04über Europa gesprochen
46:05die ganze Zeit.
46:06Das heißt,
46:06wir haben also hier kaum
46:07die Möglichkeit,
46:08faktisch diesen Konflikt,
46:09der an unserer Peripherie
46:09stattfindet,
46:10hier zu beeinflussen
46:11aus verschiedensten Gründen,
46:12aber vor allem aufgrund
46:13des Unvermögens
46:14einerseits militärisch
46:15projektionsfähig zu sein
46:16beziehungsweise auch
46:17mit einer Stimme
46:18quasi ganz klare Ziele
46:18zu formulieren.
46:19Weil wir sagen nur,
46:20wir machen so lange
46:21weiter wie notwendig.
46:22Ja, aber das ist jetzt
46:22keine Strategie im Sinne
46:23von einem Richtungspunkt,
46:24wo man da genau sagen kann,
46:25ja, wie lange heißt es
46:27dann weiterzumachen?
46:28Oder sagt man,
46:29wir kämpfen jetzt,
46:29was an der Seite der Ukraine
46:30in einem Abnutzungskrieg
46:31der EU-Portionalange
46:32gewinnen werden.
46:33Das zieht aber dann
46:34nicht ins Kalkül,
46:35dass Russland,
46:35der genauso Unterstützer hat
46:36im Wesentlichen,
46:37die genau das Gleiche versuchen,
46:38nämlich Russland zu verwenden
46:40als Schachfigur,
46:41die man unterstützt,
46:42quasi um hier
46:42eine Abnutzung zu erzielen.
46:44Ich erwähne wieder
46:45an dieser Stelle,
46:46letztes Jahr war der
46:47chinesische Außenminister
46:49in Besuch,
46:50war nie in Besuch
46:51in Europa
46:52und hat also tatsächlich
46:53mit der O-Auswalt-Auftrag
46:54in Kalas getroffen
46:55und hat ins Gesicht gesagt,
46:56es wurde auch
46:56groß kommuniziert,
46:58vor allem in den Medien
46:58des globalen Südens.
47:00Jetzt hören Sie mal her,
47:01jetzt sagt man jetzt
47:01auf Österreichisch,
47:02wir haben kein Interesse daran,
47:04dass Russland diesen Krieg verliert,
47:05denn da würde sich die USA
47:06uns zuwenden,
47:07also China,
47:07das wollen wir nicht.
47:08Also klar kann man das
47:09nicht mehr formulieren
47:10und das darf man also
47:10in dieser Gesamtgemengenlage
47:12nicht vergessen.
47:14Da kommen noch Ereignisse
47:15dazu wie der Iran,
47:16die die USA zusätzlich binden
47:17und so weiter und so fort.
47:18Das sind also alles Faktoren,
47:19die eine Rolle spielen.
47:21Das ändert jetzt
47:21für den Soldaten an der Front,
47:23der im Schützengraben stirbt,
47:25kaum etwas,
47:26aber das ist so,
47:26wie auch in den Konflikten
47:28der vergangenen Jahrhunderten,
47:29der Jahrtausende
47:29überhaupt mitsberücksichtigen.
47:32Markus Reisner
47:33vom österreichischen Bundesheer
47:35war das.
47:35Vielen Dank für Ihre Zeit.
47:37Nicht unbedingt
47:37die optimistischsten Aussichten
47:38heute,
47:39aber ich glaube,
47:39wir können es einfach
47:39nicht ändern.
47:41Die Fakten stehen dem im Weg.
47:42Vielen Dank.
47:43Herzlichen Dank
47:44für das Zeitungsverfahren.
47:45Ja und wenn euch
47:46Thema des Tages gefallen hat,
47:47dann abonniert den Kanal
47:48auf der Podcast-Plattform
47:48eurer Wahl
47:49oder auch auf YouTube.
47:50Da sind wir immer öfter
47:51mit Videopodcasts vertreten.
47:52Einfach Kanal abonnieren
47:53und nicht vergessen,
47:54Glocke drücken.
47:55Ich bin Daniel Retschezeker,
47:56vielen Dank fürs Dabeisein,
47:57bis zum nächsten Mal.
47:59Bis zum nächsten Mal.
Kommentare

Empfohlen