Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 1 Tag
Hat Donald Trump mit seinen politischen Einmischungen bei der WM den Fußball endgültig ruiniert? Peter Filzmaier analysiert.


Kapitel:
00:00 – Intro: Skandal um die WM 2026
01:25 – Begrüßung: Peter Filzmaier über die Politikanalyse im Fußball
01:55 – Wie politisch ist der Fußball wirklich?
02:25 – FIFA-Statuten vs. die Realität: Völkerverständigung oder Diktatoren-Arrangements? 03:26 – Die Rechtfertigung der FIFA und der Tabubruch durch Donald Trump
04:46 – Intervention oder Druck? Das "Geschmäckle" der Entscheidung
06:03 – Die Reaktion des US-Trainers und die Vorbildwirkung
07:14 – Ein Präzedenzfall für die Zukunft des Fußballs?
08:41 – Der Fall Ronaldo und historische Vergleiche (Garrincha 1962)
10:25 – Gibt es einen "Starbonus" bei Schiedsrichterentscheidungen?
11:32 – FIFA und Gastgeberländer: Ein Pakt aus Eigeninteresse?
13:25 – Das Negativimage der FIFA unter Gianni Infantino
14:36 – Die Verbindung zwischen Infantino, Trump und der Korruptionsgeschichte
16:58 – Hat die UEFA die Macht, einen Wandel herbeizuführen?
18:36 – Ist Gianni Infantino überhaupt abwählbar?
20:03 – Eine aufgeheizte WM: Schiedsrichter-Ausschlüsse und Drohungen
22:03 – Fankultur und die Qual der Wahl: Boykott oder kritisches Zuschauen?
24:15 – Wer wird Weltmeister? Filzmaiers Herz für Spanien
26:33 – Outro und Abo-Aufruf



Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ihren bislang größten Skandal. Denn eigentlich hätte der US-Offensivspieler Folarin Balogun gestern gegen Belgien gar nicht spielen dürfen. Er hat im vorangegangenen Spiel eine Rote Karte kassiert. Doch ein Anruf vom US-Präsidenten Trump beim Fifa-Chef und plötzlich entscheidet sich ein eigentlich unabhängiges Gremium um und lässt seine Teilnahme zu. Ein Tabubruch, wie nicht wenige sagen. Ein US-Präsident, der für sein Gastgeberland interveniert, das gabs wirklich noch nie. Gestern warfen die Belgier die Amerikaner dann aus dem Turnier. Balogun steht am Platz und kann auch nichts mehr machen. Hat die Fifa damit endgültig eine Grenze überschritten, und wie hinüber ist der internationale Fußball. Das besprechen wir heute mit dem Politikwissenschafter Peter Filzmaier.

Foto: Imago, Regine Hendrich

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Die Fußball-WM 2026 hatte ihren ersten großen Skandal.
00:04Denn eigentlich hätte der US-Offensivspieler Follarin Balagun
00:08gestern gegen Belgien gar nicht spielen dürfen.
00:11Er hat im vergangenen Spiel eine rote Karte kassiert.
00:14Doch ein Anruf vom US-Präsidenten beim FIFA-Chef
00:17und plötzlich entscheidet sich ein eigentlich unabhängiges Kremium um
00:21und lässt seine Teilnahme doch zu.
00:24Ein Tabubruch, wie nicht wenige sagen.
00:26Ein US-Präsident, der für sein Gastgeberland interveniert,
00:30das gab's wirklich noch nie.
00:32Gestern werfen die Belgier die Amerikaner dann eh aus dem Turnier.
00:35Balagun steht am Platz und kann auch nichts mehr machen.
00:38Aber trotzdem hat die FIFA damit endgültig eine Grenze überschritten.
00:42Und wie hinüber ist der internationale Fußball?
00:45Das besprechen wir heute.
00:46Ich bin Daniel Retschitz-Egger.
00:48Das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:55Der Politikwissenschaftler und Fußball-Experte Peter Filzmeier
00:58heute hier im Podcast. Ich grüße Sie.
01:01Herzlichen Dank für die Einladung.
01:03Auch wenn ich einfach Fußball-Fan mit leuchtenden Augen nur sein möchte,
01:08ich entkomme auch bei diesem Thema der Politikanalyse nicht.
01:11Und schuld ist Donald Trump.
01:14Da haben Sie schon den wichtigsten Punkt angesprochen und genau darüber sprechen wir jetzt.
01:18Herr Filzmeier, Sie haben vor der WM einen Podcast mit Ihrem Kollegen Armin Wolf gemacht
01:22und der Titel war damals »Wie politisch ist Fußball?«
01:25Jetzt, wo wir wissen, dass sich Donald Trump ja wohl aktiv bei Schiedsrichterentscheidungen einmischt,
01:30kann man diese Frage mit einem sehr lauten, wenn es in Amerika gespielt wird, sehr politisch beantworten?
01:36Die Antwort, ob Fußball politisch ist, ist auf jeden Fall ja.
01:41Nur kann man das zunächst naiv und positiv meinen, denn in den Artikeln 2 und 3 der FIFA-Statuten,
01:48also sehr weit vorne, stehen ja zutiefst politische Ziele,
01:53wie beispielsweise Völkerverständigung, wie beispielsweise Antidiskriminierung
01:58und vor allem der Kampf gegen den Rassismus.
02:02Und das ist auch gut so, dass man sich diesen politischen Zielen verschrieben hat.
02:06Die Umsetzung hapert leider öfters.
02:09Eine ganz andere Ebene sind politische Interventionen oder auch das Anbiedern mit Diktatoren.
02:16Das ist in der Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände der Fall.
02:20Von 211 Verbänden sind rund 130 bis 140 aus Diktaturen.
02:25Es waren die letzten Weltmeisterschaften in Katar und in Russland, ein Arrangement mit Diktatoren.
02:32Und jetzt ist man in einem Arrangement, zumindest seitens des FIFA-Präsidenten Infantino,
02:37mit jemand, mit Donald Trump, der möchte gern Diktator ist.
02:41Herr Filsmeier, wenn Sie die FIFA-Statuten schon ansprechen, vielleicht doch kurz das Wie.
02:46Wie rechtfertigt denn die FIFA diese Entscheidung?
02:48Man beruft sich ja da auf eine Passage in einem Regelwerk.
02:51Und einige Kommentatoren haben das eher augenrollend zur Kenntnis genommen.
02:55Es gibt den Artikel 27 in den Disziplinarregeln der FIFA,
03:01woraus die FIFA selbst schlussfolgert, man könnte solche Entscheidungen wie eine automatische Sperre nach einer roten Karte auch wieder aufheben.
03:11Das ist zumindest höchst umstritten, denn die Regel automatische Sperre nach roter Karte ist ja auch festgeschrieben.
03:18Vor allem ist das aber gar nicht der Punkt, sondern der Punkt ist, dass ein Staats- und Regierungschef
03:24und noch dazu der angeblich nach Eigendefinition mächtigste der Welt einfach mal so den FIFA-Präsidenten anruft
03:31und sagt, das als sportliche Entscheidung passt mir nicht.
03:35Denkt nochmal drüber nach und ändert es möglichst.
03:38Das ist der vollkommene Tabubruch.
03:41Man müsse sich ja nur vorstellen, Alexander Van der Bellen oder Christian Stocker ruft an,
03:45die drei spanischen Tore sollen gefälligst aberkannt werden, damit Österreich doch eine Runde weiterkommt.
03:51Und der FIFA-Präsident verweist erst mit vielen Stunden Verspätung darauf,
03:57dass er sich diesem Einfluss nicht gebeugt hätte.
03:59Und jetzt begründet die FIFA die Entscheidung mit außergewöhnlichen Umständen,
04:04ohne mit einem einzigen Wort zu sagen, was diese außergewöhnlichen Umstände sein sollen.
04:09Denn rote Karten, über die nachher gestritten wurde, die gibt es ja wahrlich zu rauf im Fußball.
04:15Donald Trump gibt also ganz offen zu, dass er angerufen hat.
04:18Infantino sagt, er hätte ein unabhängiges Gremium entschieden.
04:22Und Trump meint wiederum auch, er hätte keinen Druck ausgeübt.
04:25Aber trotzdem, Sie haben jetzt schon gesagt, das ist ein Tabubruch.
04:28Wie viel Geschmäckle hat das Ganze?
04:29Es hat extremes Geschmäckle. Es ist eine glatte Intervention.
04:34Der formale Hinweis, dass Trump das nicht entscheiden kann,
04:37ob ein amerikanischer Spieler dann doch antreten darf, der ändert ja nichts daran.
04:42Und dass natürlich Infantino sagen muss, er habe sich diesem Anruf, diesem Druck nicht gebeugt,
04:48das ist klar, denn sonst hätte er selbst nach FIFA-Statuten und allfälliger Erfüllungsgehilfe
04:54von ihm schwerste Konsequenten zu befürchten.
04:57Es ist im FIFA-Statut die Einmischung Dritter ausdrücklich verboten.
05:01Wenn man das doch tut, müsste eigentlich die FIFA sich selbst abschaffen.
05:05Das ist aber nicht vorgesehen in den Statuten, dass man sich selbst suspendiert.
05:09Aber die betroffenen Funktionäre, also auch Infantino, könnten des Amtes verlustig werden.
05:15Es sind auch theoretisch hohe Geldstrafen und anderes möglich.
05:20Der Cheftrainer der USA hatte ja mit dieser Rücknahme, mit dieser Entscheidung ja durchaus eine große Freude gehabt.
05:26Er spricht von einer ohnehin unfairen roten Karte.
05:29Das ist jetzt auch nicht unbedingt die feine englische Art gewesen, oder?
05:33Man hätte von einem Cheftrainer zumindest den Verweis darauf erwartet,
05:39dass eben Schiedsrichterentscheidungen und Einhaltung der Regularien, was dann die Folgen sind,
05:44gelten, auch wenn man das nicht passt.
05:46Klar, ich habe als Trainer das Recht zu sagen, das war kein Elfer, das war niemals eine rote Karte.
05:51Aber nochmals, es ist nicht der Punkt, ob man das meint, sondern dass hier von oberster Stelle interveniert wurde.
05:58Weil ansonsten könnte ja jetzt auch Frankreich, das protestiert gegen eine gelbe Karte für Olysee nach einem Vorrundenspiel,
06:06jetzt plötzlich sagen, Macron, ruf du doch mal den Infantino an und sei für die Aufhebung der gelben Karte.
06:12Und England ist gerade für eine Aufhebung einer Sperre nach einer roten Karte für Kwanza im Spiel gegen Mexiko.
06:19Aber es ruft mich der britische König an, der sich im Übrigen gar nicht so sehr für Fußball interessiert beim
06:25Infantino
06:25und sagt, weil ich als König das will und ich verstehe ja so viel vom Fußball,
06:30dann gefälligst ist, diese Sperre aufzuheben.
06:33Das macht nur Donald Trump und es darf ja nicht überraschen.
06:36Denn wer im eigenen Land das Recht und die Verfassung systematisch missachtet,
06:41der schert sich auch nicht um Fußballwägeln.
06:44Jetzt haben Sie England schon angesprochen, die sich jetzt ebenfalls beschweren.
06:47Ist hier jetzt ein Präzedenzfall geschaffen worden?
06:50Wird jetzt andauernd irgendwer anrufen und versuchen, irgendwelche Karten zu annullieren?
06:56Es sollte einen politischen Grundkonsens geben unter Staats- und Regierungschefs,
07:01dass man sich in Sportentscheidungen nicht einmischt.
07:04Und das ist der einzige Weg, um den Schaden noch etwas zu begrenzen,
07:08dass dieser Grundkonsens hält.
07:10Was aber zu bezweifeln ist, ich habe wenig Sorge,
07:13dass jemand aus dem britischen Königshaus erst interveniert,
07:16auch wenn Prinz William ein größerer Fußballfan als König Charles sein mag.
07:20Aber es gibt ja genug nicht-demokratische Staaten
07:23und ebenso nicht-demokratische Regierungschefs,
07:26die das vielleicht anders sehen.
07:27Und der Flurschaden ist angerichtet.
07:30Man darf sich nicht davon täuschen lassen,
07:32dass es Belgien fußballerisch sehr klar 4 zu 1 gegen die USA gewonnen haben.
07:37Es ist die Büchse der Pandora geöffnet
07:39und die FIFA kommt aus dieser Kiste auch gar nicht mehr heraus.
07:43Weil wann hebt sie jetzt eine Entscheidung auf, wann nicht?
07:46Das könnte man jetzt theoretisch bei jeder Rotenkarte
07:49mit einer Sperre als Folge diskutieren.
07:51Und nur weil die Medienaufmerksamkeit erst ein bisschen abgelenkt ist,
07:56man wird sich aufs nächste Spiel konzentrieren,
07:58da sind die USA nicht mehr dabei.
07:59Ich als Spanien-Fan hoffe, dass Spanien gegen Belgien gewinnt.
08:03Gegen die USA hätte ich das noch mehr gehofft.
08:05Aber die Debatte wird weiterlaufen und dieser Fall ist passiert.
08:10Jetzt wird immer wieder ein altes Beispiel
08:12oder ein bisschen älteres Beispiel herangezogen,
08:15nämlich dass Ronaldo ja, der portugiesische Star,
08:17der gestern mit seiner Mannschaft rausgeflogen ist,
08:19ja ebenfalls von einer ähnlichen Regel profitiert hätte.
08:22Ist da was dran? Ist das vergleichbar?
08:24Der Vergleich zum Fall Ronaldo ist ein Unvollständiger
08:28und wird auch bewusst zur Verschweierung aus meiner Sicht eingesetzt.
08:31Denn ja, es war so, dass Ronaldo eine rote Karte bekommen hätte.
08:35Drei Spiele Sperre wären die Folge gewesen.
08:38Und das hätte dazu geführt, dass zwei Spiele dieser Sperre
08:42er bei der Weltmeisterschaft absitzen hätte müssen,
08:45als er am Anfang nicht dabei gewesen wäre.
08:47Das war nicht im Interesse der FIFA.
08:50Die FIFA will natürlich, dass ihre Superstars beim größten Turnier auch antreten.
08:54Nur, man hat die Sperre auf ein Spiel reduziert.
08:58Diesen Teil der Sperre konnte dann Ronaldo
09:00in einem bedeutungslosen Qualifikationsspiel gegen Armenien verbüßen.
09:04Es gab aber keinerlei Hinweis,
09:07dass jemand von der portugiesischen Regierung
09:09hier bei der FIFA interveniert hat.
09:12Das hat die FIFA vielleicht aus eigenem,
09:14womöglich auch monetären Interesse gemacht,
09:16aber nicht nach staatlicher Intervention.
09:19Der einzige Vergleich, der halbwegs passt,
09:22reicht sehr, sehr weit zurück, über 60 Jahre, ins Jahr 1962.
09:27Da wurde der brasilianische Stürmer Garincha,
09:30ein genialer Sturmpartner von Pelé,
09:33im Halbfinale ausgeschlossen,
09:35hätte im Finale nicht spielen dürfen.
09:37Und da hat tatsächlich auch die brasilianische Regierung
09:40versucht zu intervenieren.
09:42Und Garincha durfte auch wirklich spielen.
09:44Nur diese unzähligen Zeiten haben wir geglaubt,
09:47dass wir sie überwunden haben im Fußball.
09:49Nein, hat man bei der FIFA offensichtlich nicht.
09:51Und hat vor allem Donald Trump nicht kapiert.
09:55Aber gibt es so etwas wie einen Star-Bonus,
09:57was Schiedsrichterentscheidungen betrifft?
09:59Tatsächlich im Vorrundenspiel gegen Argentinien
10:02ist das immer wieder angesprochen worden.
10:04Vielleicht auch aus Gründen,
10:06weil Österreich verloren hat.
10:07Das sei jetzt mal dahingestellt.
10:08Aber gibt es so etwas?
10:10Man kann darüber diskutieren,
10:12ob es einen Messi-Bonus gibt,
10:14dass der für das gleiche Fall
10:15weniger schnell eine gelbe Karte bekommt,
10:17als XY, der für Usbekistan spielt,
10:20oder meinetwegen auch ABC,
10:22der für Österreich spielt.
10:24Nur solange das auf der Ebene
10:25der Schiedsrichterentscheidungen,
10:27als zunächst Tatsachenentscheidungen,
10:29dann durch den Videoassistenten
10:31allenfalls overrolt,
10:33oder der Schiedsrichter wird aufgefordert,
10:34sich das nochmal anzuschauen,
10:36Das sind alles andere Dimensionen
10:38als politische Interventionen
10:40von höchster Ebene.
10:42Vollkommen auch egal,
10:43dass Donald Trump
10:44beim Fußball ignorant ist,
10:45nicht die geringste Ahnung hat
10:47von den Fußballregeln.
10:48Er hat einfach nicht zu intervenieren,
10:50so wie er viele andere Dinge
10:52in seiner Politik als Demokrat
10:54mit einem politischen Grundkonsens,
10:56der einer Demokratie würdig ist,
10:57nicht zu tun hätte.
10:58Er tut es trotzdem, wie wir wissen.
11:01Sie haben jetzt vorher
11:03ganz interessant angesprochen,
11:04dass die Entscheidung Ronaldo
11:05ja eine war, von der möglicherweise
11:07die FIFA selbst profitiert hätte.
11:09Also aus Eigeninteresse
11:10hat man sich zu diesem Schritt entschieden.
11:12Und das ist ja durchaus
11:13eine Beobachtung bei dieser Fußball-WM,
11:15die nicht uninteressant ist.
11:17Man hat der FIFA in der Vergangenheit
11:19immer vorgeworfen,
11:19sie würden den Gastgeberländern
11:21ihre Regeln aufzwingen
11:22und diktieren.
11:23Ein sehr prominentes Beispiel
11:24in den letzten Jahren
11:25war der Jahr Südafrika
11:26im Jahr 2010.
11:28Dieses Mal scheint es aber
11:29völlig umgekehrt zu sein.
11:33Es wird ein Pakt
11:34mit den Gastgeberländern
11:35geschlossen
11:36seitens der FIFA
11:37in den USA
11:38übrigens mehr denn je,
11:39weil die FIFA ja selbst
11:40und nicht etwa
11:41ein nationales
11:43Organisationskomitee
11:44Veranstalter ist.
11:45Dieser Pakt
11:46ist jetzt von mir schon
11:47auch im übertragenen Sinn
11:48von meiner
11:49engagiert sich gemeint,
11:50aber er ist auch
11:51wörtlich so zu nehmen.
11:52Es ist tatsächlich
11:53ein Vertrag
11:54zwischen
11:55Veranstalterland
11:56und der FIFA,
11:57wo bestimmte Regeln
11:58festgelegt werden,
11:59zum Beispiel auch,
12:00dass Spieler
12:00von teilnehmenden Ländern,
12:02die sich sportlich
12:03qualifiziert haben,
12:04ein Recht auf Einreise haben.
12:05Das war ja
12:06der Streitfall
12:07beim Iran
12:09und in diesem Pakt
12:10haben beide Interessen.
12:12Bei der FIFA
12:12ist das beispielsweise
12:13das Interesse Geld.
12:15Das Veranstalterland
12:16hat das Interesse
12:17an einer politischen Bühne
12:19und da trifft man sich
12:20mit diesen Interessen.
12:22Teil des Interesses
12:23kann es für die FIFA
12:24natürlich auch sein,
12:25dass die USA
12:26möglichst lange
12:27im Turnier ist.
12:28Und man kommt
12:29Veranstalterländern
12:29jetzt nicht nur hier
12:30auch entgegen.
12:31Zum Beispiel
12:32bei der Auslosung
12:33der Gruppenphase
12:34werden die Veranstalterländer,
12:36also hier USA,
12:37Kanada, Mexiko,
12:39als Gruppenköpfe gesetzt.
12:41Also die haben dann
12:42eine leichtere Gruppe
12:43bei der Auslosung,
12:44obwohl sie rein
12:45von der Weltrangliste her
12:46kein Gruppenkopf waren.
12:48Das ist aber wie gesagt
12:48nicht nur bei den USA so,
12:50das war genauso bei Katar,
12:51wo es fußballerisch
12:52noch absurder war.
12:55Wie beschädigt ist die FIFA
12:57nach diesen vergangenen
12:58Tagen Ihrer Einschätzung nach?
13:00Die FIFA ist schwerstbeschädigt,
13:02hat ein extremes
13:03Negative Image
13:05und Gianni Infantino
13:06kann darauf aber verweisen,
13:08hey, in der Mehrheit der Länder
13:09bin ich sehr wohl beliebt.
13:10Das sind nämlich die,
13:11die ihn unterstützen
13:13und das ist die Summe
13:15der Diktaturen
13:16bei den Mitgliedsverbänden,
13:17wo er übrigens auch
13:18in einem Betondesign
13:19so unabhängig
13:20vom jeweiligen Regime.
13:22Das ist eine völlig
13:22absurde Argumentation.
13:24Glaubt irgendjemand,
13:25dass der Chef
13:26des chinesischen,
13:27des nordkoreanischen
13:29oder eines arabischen
13:30Fußballverbandes
13:31unabhängig ist
13:32vom jeweiligen
13:33Regierungschef
13:34oder vom Scheich,
13:35der wäre ja morgen
13:36seinen Job los,
13:37wenn er sich
13:38regimekritisch äußert
13:40und wahrscheinlich
13:40übermorgen
13:41könnte er seiner
13:41Freiheit verlustig gehen.
13:44Kein Staatschef
13:45dieser Welt
13:46hat Donald Trump
13:47öfter besucht
13:48als Gianni Infantino,
13:49der FIFA-Chef.
13:50Die FIFA hat ein Büro
13:52in einem Trump Tower,
13:53dann gab es noch
13:53diesen wahnsinnig
13:54seltsamen Friedenspreis,
13:56den man nur für
13:56Donald Trump erfunden hat,
13:58um ihn dann zu verleihen.
14:00Verzeihen Sie mir
14:01diesen Begriff,
14:01aber was soll
14:02diese ganze Schleimerei,
14:03das ist ja wirklich
14:03zum Fremdschämen?
14:05Man müsste sich
14:07dafür fremdschämen
14:08und die Geschichte
14:08des Verhältnisses
14:09von Gianni Infantino
14:11zu USA
14:11reicht bis ins Jahr
14:132015 zurück.
14:15Da hatte die FIFA
14:16noch unter dem
14:16damaligen Chef
14:17Platter
14:18einen riesen
14:19Finanzskandal.
14:20Es ging um
14:21einen Korruptionsfall
14:22mit hunderten
14:23Millionen Dollar
14:24und da waren
14:24in den USA
14:25die Chefermittler
14:26und Gianni Infantino
14:28hat sich damals
14:29als der vermeintlich
14:30unabhängige
14:31mögliche neue
14:32FIFA-Präsident
14:33präsentiert,
14:34ist auch in die USA
14:35gereist,
14:36offiziell für
14:36einen Kongressen
14:37und dann haben
14:38Journalisten sehr
14:38einfach herausbekommen,
14:40dieser Kongress
14:40war schon Tage vorher,
14:42warum ist er zu dem
14:43angereist,
14:43wenn der schon aus war?
14:44Es gab dort offenbar
14:45eine Reihe
14:46Gespräche,
14:47Geheimtreffen,
14:48von denen wir
14:48nichts wissen
14:49und plötzlich war man
14:50bester Freund
14:51mit den USA
14:52und das Verhältnis
14:54des Anbieterns
14:55an nicht demokratisch
14:57denkende Regimes
14:58wie Donald Trump
14:59bei den USA,
15:00aber mit explizit
15:01nicht demokratischen
15:02Regimes wie Putin
15:03oder mit dem
15:04katarischen Scheich
15:05hat einfach noch mal
15:07eine andere Dimension
15:08bei ihm
15:08von Dino bekommen,
15:09der ist ja auch extra
15:10nach Katar gezogen
15:12und dort ein halbes
15:13Jahr zu leben,
15:14er hat Russland
15:15bezeichnet,
15:15dass er sich so fühlen
15:16würde wie in einem
15:17Bombo-Geschäft,
15:18so toll wären alle
15:19gesellschaftlichen
15:20und politischen
15:21Zustände in Russland,
15:22das disqualifiziert
15:23sich alles von selbst,
15:25aber die FIFA
15:27funktioniert weiter,
15:28denn es ist eine riesige
15:31Geldverteilungsmaschinerie,
15:32denn die einzige Gefahr
15:33für die FIFA
15:34würde ja von innen drohen,
15:35das was die UEFA,
15:36die sich kritisch äußert,
15:38manchmal androht,
15:39die Mitgliedsverbände
15:40sagen,
15:40so wollen wir das
15:41nicht mehr,
15:42nur die europäischen
15:43Verbände haben
15:44A, keine Mehrheit
15:45und B, sind sie
15:46mit den Worten
15:47manchmal stark,
15:48aber nicht bereit
15:48wirklich was zu tun
15:50und das hat was
15:50mit Geld zu tun,
15:51die FIFA hat
15:52ursprünglich 14
15:53Milliarden Dollar
15:54Einnahmen im Konzept
15:55versprochen bekommen
15:56von dieser Weltmeisterschaft,
15:58nach aktuellem Stand
15:59sollen es 11
16:00Milliarden Dollar
16:01sein,
16:02den Unterschied
16:02möchte ich Klavier
16:03spielen können,
16:04aber trotzdem bleibt
16:04genug übrig
16:05und ein guter Teil
16:06dieses Geldes
16:07wird auch an die
16:08Mitgliedsverbände
16:09an die Teilnehmerländer
16:10verteilt,
16:11das heißt,
16:12wenn ein Fußballverband
16:13auch der österreichische
16:14sagt,
16:15da steigen wir aus,
16:16damit wollen wir
16:17nichts zu tun haben,
16:18je nachdem,
16:18wie weit man kommt
16:19bei der Weltmeisterschaft,
16:21verzichtet man aber
16:22auf eine zweistellige
16:23Dollarsumme,
16:24die angewiesen wird
16:25an die Teilnehmerländer.
16:27Sie haben die UEFA
16:28jetzt schon angesprochen,
16:29ganz banal gesagt,
16:30wie viel Einfluss
16:31hätte denn die UEFA
16:33tatsächlich,
16:33um einen Wandel
16:34herbeizuführen,
16:35ich meine,
16:35die attraktiversten
16:37Klubs
16:37spielen nun mal
16:38in Europa,
16:38da ist wahrscheinlich
16:39auch das meiste
16:39Geld,
16:40wenn man jetzt
16:40auf die Tabelle
16:41schaut,
16:42da stehen auch
16:43sehr viele
16:43europäische
16:43Mannschaften
16:44immer noch
16:44im Turnier.
16:46Zunächst muss ich
16:46mich korrigieren,
16:47beziehungsweise nur
16:48ergänzen,
16:49die zweistellige
16:49Dollarsumme hat
16:50natürlich sich
16:51auf Millionen
16:51bezogen und
16:52nicht aus
16:52die 10
16:53Dollar
16:53aufwärts
16:54bekommen.
16:55Sportlich
16:56hätte die UEFA
16:57trotz der
16:58verhältnismäßig
16:58kleineren Zahl
16:59europäischer
17:00Verbände,
17:00im Vergleich zur
17:01Summe der
17:02Verbände aus
17:02anderen
17:03Mitgliedstaaten
17:04natürlich die
17:05größte
17:05Macht.
17:06Ohne
17:07europäische
17:07Länder
17:08wäre
17:09eine
17:10Weltmeisterschaft
17:11sportlich
17:11nahezu wertlos,
17:13beziehungsweise
17:13dann auch in
17:14Konkurrenz
17:14stehend mit
17:15südamerikanischen
17:16oder asiatischen
17:17oder afrikanischen
17:18Meisterschaften
17:19wie dem
17:19Afrika Cup
17:20beispielsweise.
17:21Nur,
17:22davon wird nur
17:22gesprochen,
17:23es gab leise
17:24Zweifel,
17:25als noch offen war,
17:26ob sich Dänemark
17:27in den Playoffs
17:27qualifiziert.
17:28Was tun wir denn,
17:29wenn Trump
17:30tatsächlich
17:30Grönland
17:31besetzt hat es
17:32geheißen,
17:32wobei da gibt es
17:33einen US-Militärstützpunkt,
17:34die hätten also nur
17:35einfach vor die Tür
17:36gehen müssen,
17:37um das Land zu
17:37vereinnahmen,
17:38die Soldaten,
17:39aber nur bei solchen
17:40Extremfällen.
17:41Und das zweite
17:42Dilemma ist,
17:43die Debatte als
17:44kritische Diskussion
17:45kommt immer erst
17:46auf,
17:47knapp vor
17:48den jeweiligen
17:49Weltmeisterschaften,
17:50kaum bei der Vergabe
17:51und vor allem auch
17:52nicht in den Jahren
17:53dazwischen,
17:54denn dass
17:55Katar ein Land
17:56ist, in dem
17:56Frauenrechte nicht
17:58nur missachtet werden,
17:59sondern schlicht und
17:59einfach nahezu
18:00in der Existenz sind.
18:01Das hätte sich ja wohl
18:02vorher schon
18:03herumsprechen können.
18:05Ist Infantino
18:07überhaupt irgendwie
18:08abwählbar?
18:09Jedes Land
18:10in der UEFA hat
18:11oder jeder Verband
18:12hat eine Stimme.
18:14Deutschland zählt da
18:14genauso viel
18:15wie beispielsweise
18:16San Marino.
18:17Man hat sich sehr
18:18recht gut eingerichtet.
18:20Infantino hat
18:21eine Zweidrittelmehrheit
18:22ziemlich sicher hinter sich.
18:24Das Problem ist
18:25nicht San Marino,
18:26sondern das Problem
18:27sind die vielen
18:29Diktaturen,
18:30deren Verbände
18:31Mitglied bei der
18:32FIFA sind.
18:33Mit denen
18:34arrangiert sich
18:34Infantino.
18:35Das ist seine Basis
18:37und deshalb ist
18:37eine Alpwahl
18:38völlig unrealistisch.
18:40Und die FIFA
18:40findet das übrigens
18:41auch furchtbar
18:42bequem,
18:43denn wenn jetzt
18:44beispielsweise
18:44ein Veranstalterland
18:46keine Demokratie ist,
18:47wie bei Russland,
18:48wie bei Katar,
18:49dann gibt es eben
18:50einen Diktator,
18:51Putin oder den
18:52katarischen Scheich,
18:53der sagt,
18:54das machen wir
18:54so und so.
18:55Eine Debatte
18:56darüber,
18:57brauchen wir
18:57vielleicht eine
18:57Volksbefragung,
18:59einen demokratischen
19:00Dialog,
19:00wollen wir diese
19:01Weltmeisterschaft
19:02überhaupt bei uns
19:03im Lahn?
19:03Oder eine
19:04umweltpolitische
19:05Diskussion,
19:06sind große,
19:07oft gigantische
19:08Bauprojekte
19:09wirklich zu
19:10rechtfertigen?
19:11Ist es nicht
19:11wie beim Spielspanien
19:12Portugal
19:13beispielsweise absurd,
19:14dass es draußen
19:1540 Grad hat,
19:17aber gleichzeitig
19:18man das
19:19Stadion drinnen,
19:20das überdachte,
19:21runterkühlt
19:22auf bequeme
19:2220 Grad?
19:23Wie ist das
19:24in Zeiten
19:24des Klimawandels
19:25zu erklären?
19:26All diese
19:26Debatten
19:27erspart man sich,
19:28denn in einer
19:28Diktatur
19:29finden sie
19:29nicht statt
19:30und werden
19:30notfalls
19:31gewaltsam
19:31unterdrückt.
19:33Aber täuscht
19:34mich mein
19:34Eindruck,
19:34oder ist
19:35diese WM
19:36irgendwie
19:36wahnsinnig
19:37aufgeheizt?
19:38Noch mehr
19:38als in den
19:39vergangenen
19:40Jahren?
19:41Ich meine,
19:41Schiedsrichter,
19:42die nicht rein
19:42dürfen,
19:43die Behandlung
19:43der iranischen
19:45Nationalmannschaft,
19:45Drohungen von
19:46Trump im
19:46Vorfeld,
19:47Eisbeamte in
19:48den Stadien
19:49zu platzieren,
19:50trübt das
19:50dieses,
19:51unter Anführungszeichen
19:52Fußballfest
19:52nicht deutlich
19:54mehr als
19:54beispielsweise
19:54noch in
19:55Katar oder
19:55sogar auch
19:56in Russland?
19:57Aus
19:57europäischer
19:58Perspektive
19:59ist dieses
20:00Fußballfest
20:00mehr als
20:01getrübt
20:02und in der
20:02großen
20:03Mehrzahl
20:04der
20:04europäischen
20:05Medien
20:05findet auch
20:06ein
20:06kritischer
20:07Diskurs
20:07statt.
20:08Das wäre
20:08übrigens auch
20:09mein
20:09Argument
20:10in der
20:10Beikot-Debatte,
20:12dass man
20:12ja diese
20:13Bühne
20:13auch
20:13nützen kann
20:15und nicht
20:15nur mit
20:15leuchtenden
20:16Augen
20:16als
20:16Fan den
20:17Spielen
20:17zuzuschauen,
20:18sondern mit
20:18denselben
20:19Augen
20:19kritisch
20:20auf das
20:20Drumherum
20:21zu
20:21schauen
20:21und das
20:22möglichst oft
20:22zu
20:23thematisieren,
20:23was wir
20:24übrigens in
20:24diesem
20:25Gespräch
20:25tun.
20:26Wir dürfen
20:26uns nicht
20:27täuschen,
20:27das ist der
20:28europäische
20:29Blick,
20:29schon in den
20:30USA sieht es
20:31anders aus,
20:32die empfinden,
20:33auch auf
20:33medialer Ebene
20:34wird das so
20:35gesehen,
20:35die rote
20:36Karte für den
20:37US-Stürmer
20:37ist ungerecht,
20:38finden vielleicht,
20:39dass die
20:39Intervention von
20:40Trump etwas
20:41plump gewesen
20:42wäre,
20:42das hätte
20:43aber einen
20:43Hurra-Patriotismus,
20:45sollte es
20:46zu einem
20:47amerikanischen
20:48Sieg gegen
20:48Belgien
20:49kommen,
20:50ist nicht
20:50passiert,
20:501 zu 4,
20:51aber nicht
20:52im
20:52Mindesten
20:52getrübt
20:53und nochmal
20:54ganz anders
20:54schaut es
20:55aus in
20:55Asien,
20:56in Afrika,
20:57in
20:57Südamerika
20:58und in
20:59Summe sind
20:59dort nicht
21:00nur viel
21:00mehr
21:01Fußballverbände,
21:02sondern auch
21:02viel mehr
21:02Menschen leben,
21:03also dieses
21:04Trüben der
21:05Stimmung können
21:06wir aus
21:06europäischer
21:07Sicht
21:08feststellen,
21:09ich glaube
21:10nicht,
21:10dass es
21:10der
21:11Weltmeinung
21:11entspricht.
21:13Herr
21:14Vilsmeier,
21:14Sie haben zu Beginn
21:15gesagt,
21:15Sie sind ein Fan
21:16mit leuchtenden
21:17Augen,
21:18Gratulation
21:18übrigens dazu
21:19zum Sieg
21:20Spanien,
21:20Sie sind ja
21:21der große Fan
21:22gestern 1 zu 0
21:22gegen Portugal,
21:24aber nach all dem,
21:25was in den letzten
21:25Jahren so rund um
21:26die FIFA
21:27passiert ist,
21:28wie viel
21:29Masochismus
21:29braucht man denn,
21:30um Fußball
21:31tatsächlich noch
21:31zu schauen?
21:32Man muss
21:33immer eine
21:34persönliche
21:35Gratwanderung
21:36zu vollziehen
21:37versuchen,
21:38ich habe mich
21:39zum Beispiel,
21:40obwohl ich
21:40Karten für
21:41Österreich
21:41gegen
21:41Algerien,
21:42also das
21:43entscheidende
21:43Gruppenspiel
21:44in Kansas
21:44City,
21:45bekommen
21:45hätte,
21:46rein
21:46persönlich
21:47entschieden,
21:48da will
21:48ich doch
21:48nicht
21:48hinfahren,
21:49und das
21:50ist mir
21:50schwer
21:50gefallen,
21:51die
21:51Verlockung
21:51war
21:52natürlich
21:52da,
21:53aber wenn
21:54man als
21:54kritischer
21:55Mensch
21:55nicht
21:55erwünscht
21:56ist,
21:56und das
21:56gilt
21:57sowohl
21:57für die
21:57Trump-Regierung
21:58als auch
21:58für die
21:59FIFA,
22:00dann möchte
22:00ich dort
22:00nicht
22:01sein,
22:01dann hätte
22:02ich mich
22:02dort beim
22:02Jubeln
22:03als
22:03deplatziert
22:04empfunden,
22:05dann möchte
22:05ich auch
22:05nicht mein
22:05Geld,
22:06sind die
22:06unverschämte
22:07Preise dort auch,
22:08und auch wenn ich es mir leisten kann,
22:10nicht in den USA
22:11lassen,
22:11und das war
22:12eine mir
22:13schwerfallende
22:13Entscheidung,
22:14letztlich muss man
22:15dann selbst
22:16entscheiden,
22:17wie weit
22:18gehe ich,
22:19manche sagen,
22:19ich boykottiere
22:20private
22:21Spiele,
22:21nur da lasse ich mir
22:22die Freude nehmen,
22:23und werde wahrscheinlich
22:24weder Trump noch
22:25Infantino
22:26sehr beeindrucken,
22:27es gibt eine allgemeine
22:28Boykott-Diskussion,
22:30nur wenn ich schon
22:30mehrmals darauf
22:31verwiesen habe,
22:32zwei Drittel der Länder
22:33auf der Welt
22:33sind keine Demokratien,
22:35dann müsste ich
22:36ja auch so
22:37konsequent sein,
22:38um zu sagen,
22:39dort dürfen
22:39nirgends wo
22:41Sportveranstaltungen
22:41abgehalten werden,
22:43oder dort
22:44pflege ich
22:45auch keine
22:46Sportbeziehungen,
22:47je nachdem,
22:47wer dann auf wen
22:48bei einer Qualifikation,
22:50egal für welche Sportart,
22:51die ja nicht nur
22:52den Fußball trifft,
22:53müsste man sagen,
22:54naja,
22:54fahre ich dann auch
22:55nach Serbien hin,
22:57je nach Regime,
22:58das dort gerade
22:59im Wechsel
22:59begriffen ist,
23:01dann ist das
23:02auch ein Ende
23:03des internationalen
23:04Sports,
23:04aber ich verstehe
23:05auch das umgekehrte
23:06Argument,
23:07es kann ja noch
23:08bei dieser
23:09Weltmeisterschaft
23:10etwas passieren,
23:12was extrem
23:13problematisch ist,
23:14es gibt einen,
23:15das soll man nicht
23:16als kein Argument
23:17verwenden,
23:17aber dramatischen
23:19Vergleichsfall,
23:20die Episement-Politik
23:21beim Olympischen Spiel
23:231936 in Berlin,
23:24die dann Hitlers
23:25Propaganda-Bühne waren,
23:26die hat sowas von
23:27nicht funktioniert
23:28und da haben
23:28viele Schuld
23:29auf sich geladen,
23:30natürlich ist der
23:31jetzige Fall
23:31hier noch
23:32nicht vergleichbar,
23:33aber Trump
23:34als Möchtiger
23:35und Diktator
23:35missbraucht
23:36auch eine
23:37sportliche Bühne
23:38für Politik.
23:40Herr Filzmeier,
23:41versuchen wir,
23:41dass wir auf einer
23:42halbwegs sportlichen
23:43und positiven Note
23:44enden,
23:45Österreich ist draußen,
23:46Italien hat sich
23:46nicht qualifiziert,
23:47für mich gibt es
23:48also eigentlich
23:48nichts mehr zu holen
23:49bei dieser WM,
23:49mir ist es relativ egal,
23:51aber Ihre
23:52Lieblingsnationalmannschaft
23:52ist ja noch dabei,
23:54wird Spanien
23:54Weltmeister?
23:55Mein Kopf
23:56sagt Frankreich,
23:57mein Herz
23:58sagt Spanien,
23:59das tut es aber
24:00fast immer
24:00und bei fast allem,
24:02was auch nur
24:02entfernt mit einem
24:03Ball zu tun hat,
24:04beim Fußball
24:05am allermeisten,
24:06ich habe allerdings
24:07auch sowas
24:08für eine sportlich
24:08emotionale Begründung,
24:10erstens aus meiner
24:11subjektiven Sicht
24:12spielt Spanien
24:14einfach oft
24:14wunderschön im Fußball,
24:16ja sie sterben
24:17manchmal in
24:17Schönheit,
24:19in ihrem
24:19Tiki-Taka,
24:20spielen sie manchmal
24:21noch die Torschlange
24:22von der falschen Seite
24:23und passen sich
24:24zum Stadiontor
24:25hinaus und dann
24:25wundern sie sich,
24:26wenn der Gegner
24:27dann doch direkt
24:28ins Tor schießt
24:29und so fies ist.
24:30Der zweite
24:31Grund,
24:31warum ich Spanien-Fan
24:33bin,
24:33noch mehr
24:34denn je wurde,
24:35das war bei einem
24:36Debakel,
24:36bei der Weltmeisterschaft
24:372014 in Brasilien
24:39ist Spanien als
24:40haushoher Favorit
24:41angereist,
24:42als doppelter
24:43Europameister
24:44und als
24:45WM-Titelverteidiger,
24:471 zu 5
24:47gegen die Niederlande,
24:480 zu 2
24:49gegen Chile
24:50und das war's,
24:51das letzte
24:51Gruppenspiel gegen
24:52Australien war schon
24:53bedeutungslos,
24:54was mich aber da
24:55in meinem Fan-Status
24:56bestärkt hat,
24:57war die Reaktion,
24:58wie man mit
24:59Niederlagen umgeht.
25:00In der größten
25:01spanischen Zeitung
25:02stand nämlich zu lesen,
25:03danke für sechs
25:04wunderbare Jahre.
25:06Mich eine billige
25:07Kritik,
25:08ein plötzliches
25:08Umschwenken
25:09vom Fan-Sein
25:10und im ersten
25:11oder zweiten
25:12Absatz ging es
25:13dann weiter an die
25:13Mannschaft gerichtet,
25:15entschuldigt euch
25:16bloß nicht.
25:17Und das fand ich
25:18einfach wunderschön,
25:19denn es hat auch
25:20meine Stimmung getroffen,
25:21ich hatte sechs
25:21Jahre lang
25:22unglaublichen Spaß,
25:24nicht nur,
25:24dass diese Mannschaft
25:25alles gewonnen hat,
25:26sondern hey,
25:27wie sie vor allem
25:28gewonnen hat,
25:29die Gegner haben
25:29kaum den Ball gesehen,
25:31ja, und dann war
25:32damals diese
25:32goldene Generation
25:34zu alt geworden,
25:35wie es in jeder
25:36Sportart jeder
25:37goldene Generation
25:38mal passiert,
25:39und ich habe damals
25:40gesagt, es wird
25:41eine neue
25:41goldene Generation
25:43kommen,
25:43und bei der
25:44Europameisterschaft
25:45und vor zwei Jahren
25:46habe ich zugegeben
25:47mit Genuss in meinen
25:48sozialen Medien
25:49gepostet,
25:50und heute ist sie
25:51angekommen,
25:52mal schauen,
25:52wie es jetzt weitergeht
25:53mit dieser Generation,
25:54aber ich hoffe,
25:55Spanien gewinnt.
25:57Dann drücke ich
25:57ihretwillen Spanien
25:58ebenfalls die Daumen.
25:59Vielen Dank,
26:00Herr Filsmeyer,
26:00alles Gute.
26:01Ich bedanke mich
26:02herzlich.
26:03Ja, und wenn euch
26:03Thema des Tages
26:04gefallen hat,
26:04dann abonniert den Kanal
26:05auf der Podcast-Plattform
26:06eurer Wahl
26:06oder auch auf YouTube,
26:07da sind wir immer öfter
26:08mit Videopodcasts vertreten,
26:10einfach Kanal abonnieren
26:11und die Glocke drücken.
26:12Ich bin Daniel Retschezeker,
26:13vielen Dank fürs Dabeisein
26:14und bis zum nächsten Mal.
Kommentare

Empfohlen