- vor 20 Minuten
+++ Schutzgelderpressung: Schüsse in Berlin +++ Mordprozess in
Cottbus +++ Cartoon: Millionendiebe +++ Ladendiebe in der
Prignitz +++ Brandstiftung am Bogensee bei Wandlitz +++
Betrugsmasche: Love Scamming +++
Cottbus +++ Cartoon: Millionendiebe +++ Ladendiebe in der
Prignitz +++ Brandstiftung am Bogensee bei Wandlitz +++
Betrugsmasche: Love Scamming +++
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00:20WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
00:31Ein Denkmal steht in Flammen. Das Hauptgebäude der einstigen Jugendhochschule am Bogensee.
00:36Ein historischer Ort vernichtet einen Millionenschaden.
00:41Der Frost der letzten Tage hat die Spuren-Suche erschwert.
00:44Und jetzt entwickelt eine spezielle Einsatzgruppe. Mehr dazu später in der Sendung.
00:51Es sind anstrengende Wochen und Monate für die Polizei in Berlin, denn in der Stadt wird scharf geschossen.
00:56Immer wieder. Es geht um Banden, die sich bekriegen, um Blutrache und um Schutzgelderpressung.
01:01Und es hört nicht auf. Im Gegenteil, trotz aller polizeilichen Ermittlungsarbeit.
01:05Auch heute geht es im ersten Wahltag wieder um Schüsse in der Hauptstadt.
01:10Auf einen Tee am Sonntagmorgen. Ein paar Gäste sind gegen neun schon da.
01:16In einem Lokal im Berliner Wedding.
01:20Zur gleichen Zeit machen sich Unbekannte auf den Weg.
01:23Täter, die einen Anschlag planen und bereit sind, mitten in einem Wohnviertel zu schießen.
01:29In dem Lokal ahnt man nichts davon. Es scheint ein ganz normaler Sonntag zu sein.
01:35Das ändert sich, als die Männer vor dem Lokal auftauchen und abdrücken.
01:40Einige Kugeln durchschlagen die Fenster, fliegen durch den Gastraum.
01:44Wie durch ein Wunder wird niemand getroffen. Doch eine Person verletzt sich durch die umherfliegenden Glassplitter.
01:53Originalbilder vom Polizeieinsatz am 8. Februar.
01:57Kriminaltechniker sichern die Spuren vor Ort, um sie später vergleichen zu können mit Spuren von anderen Tatorten in Berlin.
02:04Denn am Abend des 8. Februar wird wieder geschossen.
02:08Diesmal muss die Polizei nach Neukölln. Diesmal trifft es eine Kfz-Werkstatt.
02:13Verletzt wird zum Glück niemand. Aber auch hier sind die Spuren des Anschlags eindeutig.
02:21Ermittler gehen davon aus, dass in Neukölln und dem Wedding jemand mit den Schüssen eingeschüchtert werden sollte.
02:28Es sind keine Einzelfälle.
02:30In den vergangenen Wochen wurden überall in Berlin Geschäfte, Bars, Fahrschulen, Büros, aber auch Wohnhäuser beschossen.
02:38Opfer sind Unternehmer, Personen des öffentlichen Lebens und Privatleute.
02:45Das Vorgehen der Verbrecher ist fast immer gleich. Sie tauchen plötzlich auf und verschwinden nach dem Anschlag.
02:52Was steckt hinter dieser Gewalt?
02:54Wir fragen Benjamin Jendro. Er ist Sprecher der Gewerkschaft der Polizei.
02:59Wir müssen erstmal sagen, dass die Ermittlungen unserer Kolleginnen und Kollegen natürlich noch laufen.
03:02Wir hatten verschiedene Angriffe auf Fahrschulen beispielsweise, auf Bars, auf gastronomische Betriebe.
03:09Und die Hintergründe sind noch nicht ganz klar.
03:11Aber es verdichtet sich schon in Kombination mit den anderen Ermittlungen, dass es hier vermutlich um den Bereich der Schutzgelderpressung
03:16geht.
03:16Zu den Opfern gehören offenbar auch die Besitzer des Lokals im Wedding und der Kfz-Werkstatt in Neukölln.
03:26In beiden Fällen ermittelt die besondere Polizeieinheit Ferrum, die im November vergangenen Jahres gegründet wurde.
03:34Seitdem gab es hunderte Durchsuchungen, viele Festnahmen und nächtliche Kontrolleinsätze.
03:41Da versucht man mit Ermittlungen die Hintergründe dieser gewalttätigen Auseinandersetzung zu klären.
03:46Auch immer mal in die Szenerie reinzudringen, also Durchsuchungen, Personenüberprüfungen, Fahrzeugüberprüfungen.
03:50Es wurden auch schon Waffen sichergestellt, das muss man glaube ich schon auch festhalten.
03:54Und es wurden auch schon Haftbefehle vollstreckt.
03:56Also ständig auf der Matte zu stehen, immer wieder in die Szene reinzugehen, zu zeigen, wir sind da.
04:00Und ihr könnt hier nicht wilde Sau spielen, ist ein wichtiger Baustein.
04:04Gibt es durch die intensive polizeiliche Arbeit in den vergangenen Wochen mehr Erkenntnisse zu Tätern und Hintermännern?
04:13Gerade auch mit den Ermittlungen, die so ein Stück weit in die Richtung Türkei zeigen,
04:16dass wir hier auch über neue Protagonisten reden, die wir bisher nicht auf dem Schirm hatten.
04:20Und das zeigt wiederum, dass sich anscheinend etwas verschiebt, dass hier auch vielleicht in einer Konkurrenzsituation neu ausgelotet wird.
04:27Auch gibt es Hinweise dazu, dass Täter gezielt aus dem Ausland kommen, um hier Geschäftsleute zu bedrohen und dann wieder
04:35aus Deutschland verschwinden.
04:37Eine schwierige Situation für die Polizei, aber auch für potenzielle Opfer.
04:42Das heißt, man kann jetzt natürlich einen temporären Schutz für eine Örtlichkeit machen,
04:46aber das wird man gerade in einer Stadt wie Berlin gar nicht flächendeckend aufrechterhalten können.
04:49Und das macht es dann auch so schwierig. Und sie können auch nicht rund um die Uhr da einen Polizisten
04:53vorstellen.
04:54Deshalb bittet die Polizei auch auf ihren Social-Media-Seiten, dass sich unbedingt jeder melden soll, der Opfer von Erpressungsversuchen
05:02wird.
05:03Außerdem, wer weiß etwas über die Schüsse am 8. Februar hier auf dieses Lokal in der Barfußstraße in Berlin-Wedding?
05:11Oder auf diese Kfz-Werkstatt im Boschweg in Neukölln?
05:16Dann wenden Sie sich bitte an die Polizei Berlin und nutzen dafür das Internetportal mit dieser Adresse.
05:29Es ist ein Verbrechen, das deutschlandweit viele Menschen berührt hat und das bis heute tut.
05:34Ein junger Polizist stirbt auf einer Straße im Süden Brandenburgs, als er die weitere Flucht einer Bande von Autodieben stoppen
05:39will.
05:40Die Täter werden gefasst. Danach wird noch lange nach Hinweisen und Zeugen gesucht, auch hier bei uns in der Sendung.
05:46Jetzt läuft der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesfacher.
05:51Es sind besonders schwere Tage für die Mutter des toten Polizisten. Aber es sind auch entscheidende Tage für sie.
06:00Sie hofft im Landgericht Cottbus, endlich Antworten zu bekommen.
06:06Antworten von dem Mann hinter der roten Mappe, der alles tut, um nicht erkannt zu werden.
06:12Er ist der Angeklagte in dem Prozess. Der 27-Jährige muss sich einem schweren Vorwurf stellen.
06:18So das Gericht.
06:20Dem Angeklagten wird ja Mord vorgeworfen, weil der Angeklagte den Tod des Polizisten mindestens billigend in Kauf genommen hat.
06:29Es geht um den Tod von Maximilian Stopper.
06:33Der Familienvater wurde 32 Jahre alt.
06:36Er starb an dem Tag, als er mit seinen Kollegen als Zivilfahnder unterwegs war.
06:42An jenem 7. Januar vergangenen Jahres soll eine Bande von Autodeben gestoppt werden.
06:48Dafür sind die Polizisten mit mehreren Wagen unterwegs.
06:53Maximilian Stopper ist an diesem Tag Einsatzleiter und hat wie üblich auch Nagelgurte, sogenannte Stopsticks dabei.
07:02Kurze Zeit später sind die Fahnder den Dieben auf der Spur. So das Gericht.
07:08Der Angeklagte und seine Mittäter sollen an diesem Tag zwei Diebstähle in Niedersachsen begangen haben.
07:14Und als das geschehen war, anschließend mit einem sogenannten Pilotfahrzeug letztlich bis nach Brandenburg in den Raum Lauchhammer eingefahren sein.
07:23Die Zivilfahnder verfolgen die Autodebe, die mit sehr hoher Geschwindigkeit flüchten wollen.
07:31Maximilian Stopper versucht dann, den Dieben den Weg abzuschneiden und in Lauchhammer die Fahrzeuge mit dem Stopstick zum Halten zu
07:38bringen.
07:39Als er gerade ausgestiegen ist, wird er von einem der Autos erfasst und durch die Luft geschleudert.
07:48Der Angeklagte soll ungeachtet dieses Anstoßes mit dem Polizisten seine Flucht fortgesetzt haben.
07:54Zunächst konnte dann aber kurze Zeit später durch Polizeikräfte festgenommen werden.
07:58Auch seine Komplizen werden an dem Tag noch verhaftet.
08:03Sichergestellt werden konnte ebenfalls dieser blaue Skoda, mit dem laut Anklage der Polizist ganz gezielt angefahren worden sein soll.
08:13Die Bilder von jenem 7. Januar halten auch fest, wie Rettungskräfte um das Leben von Maximilian Stopper kämpfen.
08:21Trotz aller Bemühungen stirbt der 32-Jährige noch vor Ort. Auf der Straße in Lauchhammer.
08:32Ein Jahr später muss sich vor Gericht nun der Mann hinter der roten Mappe wegen Mordes verantworten.
08:38Der 27-jährige Pole soll den Skoda gefahren haben. Mit eindeutigem Motiv, laut Anklage.
08:45Die Staatsanwaltschaft sieht auch das Merkmal der Verdeckung, weil die Flucht geschehen ist,
08:49damit der Angeklagte und seine Mittäter nicht als Teil der Bande, die zuvor die Diebstähle begangen hat, identifiziert und ihn
08:56festgemacht wird.
08:58Ob die Richter und Schöffen in Cottbus in diesem Fall wirklich ein Urteil sprechen werden, ist trotz der vielen Beweise
09:05sehr strittig.
09:06Denn der Angeklagte ist für den Autodiebstahl bereits von einem Gericht in Niedersachsen verurteilt worden.
09:12Sein Verteidiger ist deshalb überzeugt, dass er dafür nicht noch einmal verurteilt werden kann.
09:18Dann sind alle auf der Flucht begangenen Straftaten, solange die Diebesbeute nicht gesichert ist, immer noch Teil dieser einen Tat.
09:27Und dementsprechend auch die Kollision des Skoda Octavia mit dem getöteten Polizisten.
09:34Das Landgericht Cottbus hat jedoch die Mordanklage zugelassen, hat also eine andere Auffassung.
09:40Weil dieses Geschehen in Lauchhammer, diese Tötung, eine völlig eigene Handlung mit einem eigenen Tatentschluss darstellt, abgekoppelt von den vorherigen
09:49Diebstählen.
09:50Der Prozess wird also weiterlaufen. Zeugen und Sachverständige sollen noch gehört werden.
09:56Solange bis in dem Verfahren gegen den 27-Jährigen eine Entscheidung möglich ist.
10:03Das alles verfolgt auch die Mutter von Maximilian Stopper mit, die vor allem eins wissen will.
10:10Warum musste ihr Sohn sterben? Und wer wird dafür zur Verantwortung gezogen?
10:18Das Gericht in Niedersachsen in Hildesheim hatte den Angeklagten wegen des Autodiebstahls zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
10:25Ob es dabei bleibt oder vielleicht doch ein Lebensländer nicht dazukommt, muss jetzt das Landgericht in Cottbus entscheiden.
10:31Frühestens im März wird es soweit sein.
10:37Wenn zwei eine lange Verbindung eingehen und beide etwas davon haben, dann spricht man gern von einer Win-Win-Situation.
10:43Also beide gewinnen etwas. Das jedoch ist eine besondere Kunst, die unser Cartoon heute zeigt.
10:48Denn wenn es nicht klappt, weil man zum Beispiel zu viel gewinnen will, dann verlieren beide.
10:53Mehr Schein als Dein oder abgerechnet wird zum Schluss.
10:59Männerfreundschaft. Davon halten Wolfgang und Klaus eine Menge.
11:03Auch im Geschäftlichen. Wenn Wolfgang in seinem Bauamt einen Auftrag vergeben kann,
11:09dann bekommt Klaus mit seiner Baufirma wunderbarerweise den Zuschlag.
11:14Kühne Projekte verwirklichen die beiden so, samt Betriebsgeheimnis.
11:18Klaus stellt ein paar Extras in Rechnung, die gar nicht verbaut werden.
11:23Und Wolfgang prüft das wohlwollend samt Amtsstempel. Dafür gibt es dann Extra-Euros.
11:29Weil im Amt keiner was merkt, werden beide mutiger und die Extraposten größer.
11:35Das Geld teilen sich Klaus und Wolfgang natürlich brüderlich.
11:39Dumm nur, dass das Leben ja so teuer ist.
11:42Um noch mehr Gewinn aus ihrem Abrechnungsgeschäft zu schlagen, vergrößern Wolfgang und Klaus das Extranetz.
11:49Von Firmen, die ihnen noch einen Gefallen schuldig sind, fordern sie Scheinrechnungen.
11:54Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung liefern die auch.
11:58Klaus und Wolfgang sind im Glück.
12:01Jahrelang läuft das so.
12:03Bis zu jenem Tag, als Wolfgang krank wird und länger ausfällt.
12:08Irgendwie ist in der Behörde jetzt genug Zeit, mal genauer in Wolfgangs Papiere zu schauen.
12:14Nun geht alles ganz schnell.
12:16Baustopp für Klaus und U-Haft für Wolfgang.
12:19Beim Richter wird nachgezählt.
12:22Mindestens 3,9 Millionen Euro haben sich die beiden extra in die Tasche gesteckt.
12:27Und nennt das nicht Männerfreundschaft, sondern gewerblichen Bandenbetrug.
12:33Sein Urteil ist eindeutig.
12:38Ja, beide Männer müssen für längere Zeit ins Gefängnis.
12:41Wolfgang für 5,5 Jahre und Bauunternehmer Klaus für 3,5 Jahre.
12:45Wegen, wir haben es gehört, gewerblichen Bandenbetrugs.
12:48Die Komplizen aus den anderen Baufirmen kamen mit Bewährungsstrafen und hohen Geldstrafen davon.
12:57In der Fahndung Kompakt heute sucht die Polizei in der Prignitz nach 2 Ladendieben,
13:01die offenbar regelmäßig unterwegs sind.
13:03Auf jeden Fall wirken sie sehr abgeklärt und professionell
13:06und waren zudem auf besondere Weise angezogen.
13:09Dazu gleich mehr.
13:10Zunächst schauen wir auf den genauen Tatort.
13:14Der liegt im Nordwesten Brandenburgs, in Wittenberge, in der Prignitz.
13:18Dort tauchten die Täter im Sommer des vergangenen Jahres auf.
13:21Und zwar am 7. Juli, einem Montag gegen 17 Uhr, in dieser Drogerie in der Karlstraße.
13:28Ihr Ziel dort waren Medizinprodukte und hochwertige Säuglingsnahrung,
13:31die sie unentdeckt aus dem Laden brachten.
13:35Das sind die beiden Verdächtigen im Geschäft.
13:39Auffällig ist natürlich dieser Mann, der für einen Ladendieb ungewöhnlich elegant gekleidet ist.
13:44Heller Anzug, weißes Hemd mit dunklen Knöpfen, dazu ein schwarzer Gürtel und schwarze Schuhe.
13:52Das dunkle Haar war gegelt, außerdem trug ja eine getönte Brille.
13:56Der Kompliz ist deutlich legerer angezogen.
13:59Schwarzes T-Shirt mit Brustaufdruck, dunkle Hose und weiße Turnschuhe der Marke Adidas.
14:06Auffällig bei ihm der graue Vollbart und das kurz geschorene Haar.
14:12Wem kommen diese beiden Männer bekannt vor?
14:14Wo sind sie vielleicht noch aufgefallen, auch in der ungewöhnlichen Kombination?
14:18Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizeiinspektion Prignitz unter Vorwahl Perleberg 03876 und an die 7150 oder an jede andere
14:31Polizeidienststelle.
14:34Weiter geht es mit einem Brand, der vor gut drei Wochen einen Millionenschaden angerichtet hat.
14:38Und nicht nur das, bei dem Feuer wurde ein Denkmal schwer beschädigt.
14:41Ein historischer Ort, an dem auch deutsch-deutsche Geschichte geschrieben worden ist.
14:45Das Hauptgebäude der Jugendhochschule am Bogensee.
14:48Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.
14:54So sieht es jetzt aus am Bogensee.
14:57Von dem riesigen überdachten Denkmal, dem Hauptsaal, ist nichts mehr übrig.
15:03Das, was auf diesen Fotos vom Tatort wie Schnee aussieht, sind mehrere Schichten Löschschaum.
15:11Bilder vom 21. Januar machen deutlich, wie gewaltig der Brand war.
15:17Über Stunden versuchen gleich mehrere freiwillige Feuerwehren der Region, die Anlage in der Nähe von Wandlitz zu retten.
15:27Der Bürgermeister erlebt alles hautnah mit.
15:30Um 22 Uhr habe ich die Nachricht bekommen, dass es im Bogensee brennt.
15:33Und dann bin ich hergefahren. Als ich kam, war der Saal nicht mehr zu retten.
15:37Die Flammen haben oben aus dem Dach schon rausgeschlagen.
15:39Das komplette Dach ist eingestürzt. Der komplette Raum ist ausgebrannt.
15:43Das ist eine Tragödie.
15:45Einsatzkräfte suchen bis zum nächsten Morgen nach Glutnestern.
15:49Hunderte Quadratmeter müssen kontrolliert werden.
15:52Ein Einsatz unter extremen Bedingungen.
15:56Die frostigen Temperaturen waren tatsächlich ein Problem,
15:59weil das immer bedeutete, dass wenn Schläuche und Rohre stillstehen, dass sie dann einfrieren.
16:05Technik ist eingefroren, Pumpen sind eingefroren.
16:08Die Wetterverhältnisse sorgen auch dafür, dass bislang keine intensiven kriminaltechnischen Untersuchungen möglich sind in dem Hauptgebäude,
16:16dort wo der Saal ausbrannte.
16:18Deshalb sind jetzt Hinweise umso wichtiger.
16:22Denn sehr wahrscheinlich geht es hier um Brandstiftung.
16:26Ermittler gehen demnach und hoffen auf Zeugen, die etwas beobachtet haben, das damit in Zusammenhang stehen könnte.
16:32Ein oder auch mehrere Personen, die sich Zugang verschafft haben und dann Feuer legen.
16:38Doch wer macht so etwas? Und warum?
16:41Für viele in der Region ist die Bogenseeanlage Teil ihrer eigenen Geschichte.
16:46Hier haben Menschen gelehrt, gearbeitet, sind zur Schule gegangen.
16:49Ich selbst habe hier meine Jugendweihe gemacht in diesem Saal.
16:53So sah der Saal aus, der unter Denkmalschutz stand.
16:58Er gehörte zu einer Anlage, die in den 1950er Jahren neu gebaut und als Hochschule genutzt wurde von der FDJ,
17:05der Jugendorganisation der DDR.
17:10Der Saal ist auch Teil der deutsch-deutschen Geschichte.
17:13Hier hat Helmut Schmidt 1981 als Bundeskanzler bei einem DDR-Besuch eine Pressekonferenz gegeben.
17:21Nach der Wende wurde die Anlage am Bogensee zunächst noch genutzt, auch als Jugendeinrichtung, stand dann aber jahrelang leer.
17:29Jetzt sollte daraus wieder ein Ort für Veranstaltungen werden.
17:33Es hätte ein großerartiger Saal für uns als Kommune, für die Vereine, für Veranstaltungen sein können, wenn die Liegenschaft mal
17:41belebt ist.
17:42Klar, jetzt ist er erstmal weg und widerbringlich verloren.
17:46Wer ist für die Zerstörung verantwortlich?
17:50Der Tatort befindet sich nördlich von Berlin im Landkreis Barnim in der Gemeinde Wandlitz.
17:56Neben dem Bogensee befinden sich die Häuser der ehemaligen Jugendhochschule.
18:00Dort wurde das Feuer im alten Hauptgebäude entdeckt, im großen Saal am 21. Januar.
18:06Um 20.54 Uhr wurde die Polizei informiert.
18:11Das 16 Hektar große Areal ist zwar von Wald umgeben, aber vielleicht war an dem Mittwochabend trotzdem noch jemand unterwegs
18:19und hat etwas beobachtet.
18:21Gut möglich, dass sich der oder die Täter mit dem Feuer am Bogensee brüsten oder im Freundeskreis etwas darüber erzählen.
18:30Jetzt ist ihre Mithilfe gefragt.
18:33Wer weiß etwas über den Brand am 21. Januar, als ein Denkmal in Schutt und Asche gelegt wurde?
18:40Oder hat vielleicht jemand Videoaufnahmen gemacht, die die Polizei noch nicht kennt?
18:45Ihre Hinweise dazu richten Sie bitte an die Polizei in Brandenburg unter der Telefonnummer 033 38 36 10.
18:56Also wir halten doch mal fest, das Feuer ist kurz vor 21 Uhr entdeckt worden, aber da hat sicher schon
19:01eine Weile gebrannt.
19:02Deshalb sind alle Beobachtungen wichtig, die in den Stunden davor gemacht worden sind, an diesem Mittwoch im Januar, vielleicht auch
19:08in den Tagen davor.
19:09Es kann ja sein, dass die Täter schon länger auf dem Gelände unterwegs waren und dort auch einige Zeit verbracht
19:14haben.
19:14Also wenn Sie helfen können, bitte rufen Sie die Polizei an.
19:19Gestern war der Valentinstag, eine richtige Love Story können wir heute nicht bieten.
19:23Dafür warnen wir vor der falschen Love Story.
19:26Eine uralte Masche, denn seitdem Menschen den Richtigen oder die Richtige suchen, gibt es Heiratsschwindler.
19:32Die moderne Version heißt Love Scam, Liebesbetrug.
19:36Man trifft sich online, vor allem in sozialen Netzwerken.
19:42Alles fängt mit ein paar Fotos an, die eine junge Berlinerin macht und jetzt bei Instagram hochladen will.
19:52Kurz nachdem sie das gemacht hat, kommt schon eine Nachricht.
19:55Von einem ihr unbekannten Mann, der sich Frank Owen Sloan nennt.
20:04Die Frau möchte nicht erkannt werden.
20:06Aber sie erzählt uns, wie dieser Frank sie betrügen und erpressen wollte und wie harmlos alles anfing.
20:12Da muss irgendwas Schmeichelndes gekommen sein.
20:15Oh, du siehst toll aus in dem Kleid oder irgendwie so.
20:20Bald wechseln sie von Instagram zum Nachrichtendienst WhatsApp.
20:24Nun schreiben sie sich mehrmals täglich auf Englisch.
20:28Frank macht ihr Komplimente, nennt sie hübsch.
20:31Dass er jede Minute an sie denkt und dass er ihre süßen Lippen küssen will.
20:36Sie genießt die Aufmerksamkeit, die er ihr schenkt.
20:39Er schafft es, ihr Vertrauen zu gewinnen.
20:44Der Mann geht nun einen Schritt weiter und schickt neue Fotos von sich.
20:50Jetzt ist auch sie bereit, weiterzugehen, macht freizügige Fotos von sich und schickt sie ihm.
20:56Frank hatte darum gebeten.
20:58Ich bin da irgendwie reingerutscht an diese Gefühle, die dann kommen.
21:02Und da ist man dann, ich würde jetzt nicht sagen willenlos, aber man geht darauf ein und sowas alles.
21:09Schließlich ruft der Mann sie auch an.
21:11Mehrmals.
21:12Er spricht Englisch.
21:14Frank hat eine Telefonnummer mit der Ländervorwahl für Ghana.
21:18Aber das wundert sie nicht.
21:19Denn er hat ihr erzählt, dass er in Afrika als Ingenieur arbeitet.
21:23Sie genießt die Telefonate mit ihm.
21:27Nun erklärt Frank, dass er sie besuchen will.
21:30An ihrem Geburtstag.
21:31Sie freut sich auf den Mann, der so charmant und mitfühlend ist.
21:35Kurz vor ihrem Geburtstag ändert sich dann alles für die Berlinerin.
21:39Er hat geschrieben, ja, wir müssen mal reden.
21:43Und ja, dann hat er halt angefangen, ich brauche 1700 Dollar, um ausreisen zu können.
21:50Und die sollte ich ihn per Western Union schicken.
21:54Eine Banküberweisung von 1700 Dollar, die er dringend braucht, um Ghana zu verlassen.
22:00Angeblich, damit er sie in Berlin besuchen kann.
22:02Doch sie ist jetzt misstrauisch.
22:04Sie will ihm kein Geld schicken.
22:06Und dann habe ich gesagt, nee, die kann ich dir nicht schicken.
22:08Die brauche ich für mich selbst, für meine Wohnung, für mein Essen und so.
22:12Und ich nehme keinen Kredit auf.
22:14Und dann hat er gesagt, ja, du liebst mich nicht.
22:18Jetzt will sie den Kontakt abbrechen, blockiert ihn bei WhatsApp, damit er ihr nicht mehr schreiben kann.
22:24Bevor sie ihn auch bei Instagram sperren kann, schickt Frank ihr eine Nachricht.
22:30Sie soll ihm sofort das Geld schicken.
22:32Dann droht er ihr.
22:34Entweder du machst das, was ich dir sage, oder ich veröffentliche die Nacktbilder im Internet.
22:42Trotz ihrer Enttäuschung ist ihr jetzt ganz klar, Frank ist ein Betrüger.
22:48Ich war richtig sauer, dass er sich die Frechheit rausnahm und mich zu betrügen.
22:53Das fand ich so richtig, richtig frech.
22:56Und da war ich stinksauer und wollte den auch richtig eins drüberbraten oder will es immer noch.
23:02Deshalb schreibt sie dem sogenannten Frank noch eine deutliche Botschaft.
23:07Ich habe geschrieben, hallo Darling, you can do that if you want.
23:12Also er kann es ruhig machen, wenn er will.
23:15Er kann die Fotos veröffentlichen.
23:17Es sind so viele Nacktbilder im Internet.
23:19Wer interessiert sich denn bitte für mich?
23:22Und dann war mir das auch schnuppert.
23:25Und er soll sich darauf gefasst machen, dass die Polizei hinkriegen wird.
23:29Das soll er mir glauben.
23:31Frank hat sich nicht mehr bei ihr gemeldet.
23:36Also am Ende alles richtig gemacht.
23:38Sie hat sich nicht erpressen lassen und dann Anzeige erstattet.
23:41Diese Masche ist wirklich typisch.
23:43Die Betrüger geben sich als weiße Amerikaner aus, die in Afrika beruflich zu tun haben.
23:47Dann wird eine Beziehung aufgebaut und dann soll irgendwann Geld fließen.
23:51Spätestens hier heißt es Stopp und ab zur Polizei.
23:55Das war es fast für heute.
23:57Es fehlt noch der Blick zurück auf die Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
24:00Hier ganz kompakt nochmal alles Wichtige.
24:04Sie wollen nur entspannt in den Sonntag starten.
24:06Doch plötzlich wird auf das Lokal im Berliner Wedding geschossen.
24:10Stunden später trifft es auch eine Werkstatt in Neukölln.
24:13Wer sind die Täter, die durch Berlin ziehen und immer wieder ganz gezielt Anschläge verüben?
24:20Gesucht werden auch Hinweise zu diesen beiden Männern.
24:22Sie sind in Wittenberge unterwegs, als dort in einem Drogeriemarkt Babynahrung und Medikamente gestohlen werden.
24:29Zu der Zeit wird der Mann in der eleganten Kleidung fotografiert.
24:33Genauso wie sein Begleiter.
24:34Erkennt jemand das Duo?
24:37Und wer ist hierfür verantwortlich?
24:39Ein Feuer hat das denkmalgeschützte alte Haupthaus am Bogensee völlig zerstört.
24:44Ermittelt wird wegen des Verdachts der Brandstiftung.
24:46Doch wer hat das Feuer in der ehemaligen Jugendhochschule gelegt und damit einen Millionenschaden verursacht?
24:55Also die Polizei hofft jetzt auf ihre Hilfe, auf ihre Hinweise.
24:58Wie gesehen, auch gern per E-Mail oder über die Online-Wache der Polizei in Berlin und in Brandenburg.
25:03Alle Fakten dazu, alle Kontakte finden Sie noch einmal auf unserer Täter-Opfer-Polizei-Fahndungsseite.
25:09Danke fürs Zuschauen heute.
25:10Am nächsten Sonntag geht's weiter mit neuen Verhandlungsfilmen, wie immer um 19 Uhr.
25:16Bis dahin alles Gute.
25:18Achten Sie auf Ihr Handgepäck und gern noch auf unsere neue Podcast-Folge.
25:22Denn die ist ab heute online.
25:28Im Visier Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg. Das ist der rbb-Crime-Podcast.
25:35Elvira Siebert und Uwe Madl beleuchten wahre Kriminalfälle aus der Region und deren Hintergründe.
25:42Diesmal geht es um diesen Mann, um Alexander Luchterhand.
25:45Er war eine bekannte Größe Berlins, einer, der Informationen an die Medien verkaufte, zu den großen Verbrechen der Stadt.
25:54Doch dann verschwindet er plötzlich. Am 8. Mai 2005 wird er hier in seinem Wohnhaus das letzte Mal lebend gesehen.
26:01Seine Leiche wird nicht gefunden.
26:04Doch dann gibt es 20 Jahre später Durchsuchungen auf einem Grundstück.
26:09Mehr dazu erfahren Sie im Podcast Im Visier.
26:12Zu finden in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt.