- vor 18 Stunden
Der Goldtransporter-Überfall markiert den radikalsten
Einschnitt in Xatars Leben. Gemeinsam mit Samy flieht er über
Moskau in den Irak, wird dort verhaftet und später nach
Deutschland ausgeliefert. Während Xatar hinter Gittern sein
Album „415“ aufnimmt und einen beispiellosen Hype entfacht,
erlebt Farvah die Beziehung unter den Bedingungen von Haft und
Distanz neu. Farid Bang sucht derweil im Stud
.....
Einschnitt in Xatars Leben. Gemeinsam mit Samy flieht er über
Moskau in den Irak, wird dort verhaftet und später nach
Deutschland ausgeliefert. Während Xatar hinter Gittern sein
Album „415“ aufnimmt und einen beispiellosen Hype entfacht,
erlebt Farvah die Beziehung unter den Bedingungen von Haft und
Distanz neu. Farid Bang sucht derweil im Stud
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TVTranskript
00:02Ich komm von Bus und Bahn, von Döner mit Ulu Dark, von vier Mann in einem Zimmer zum Mensori Uru
00:07fahren.
00:08Nochmal, Urus.
00:10Ich komm von Bus und Bahn, von Döner mit Ulu Dark, von vier Mann in einem Zimmer zum Mensori Uru
00:16fahren.
00:16Chicks mit großem Brustumfahren, sie machen auf unschulds lahm.
00:19Heute hab ich mehr Zeit für sie, denn die Bros waren unloyal.
00:22Ich hab's relativ schnell von links und rechts gehört, ey, da gibt's ein Album und so, da soll noch was
00:26kommen.
00:26Die letzten Jahre ist viel Musik entstanden und ein Album, das es zu veröffentlichen gilt.
00:32Ja, wir saßen zwei Jahre zusammen und haben das gemacht.
00:46Wenn man ihm nochmal mit einem neuen Album gedenken kann und möglichst viele Leute in den verschiedensten Konstellationen zusammenkommen,
00:55dann find ich das sehr, sehr positiv.
00:59Ich muss auch ehrlich sagen, ich hab wirklich sehr lange Zeit eine sehr schwere Beziehung mit ihm gehabt.
01:05Sehr viel Rivalität und sehr viel Beef und das und so, das hat sich erst in den letzten Jahren so.
01:12Wenn zwei Kämpfer gegeneinander kämpfen, sag ich mal, zwei Boxer, nach dem Kampf, wenn die gut gegeneinander gefeitet haben, dann
01:19verstehen die sich gut.
01:20Und so war das auch bei mir und G-Bars.
01:33Ein geiler Song, guter Song.
01:35Der beste, der beste Farid Bang und Rata Song, den es gibt.
01:41Ja, Mann.
01:42Die Features sind jetzt im Prinzip erstmal alle angefuckt, Farid hat seinen Part aufgenommen.
01:46Stand jetzt sieht's ganz gut aus, das was das wunschgemäß auch entsprechend G's Wünschen auch irgendwie realisieren können.
01:52Weißt du, dass an dem Tag, als wir die Single fertig gemacht haben, wir haben die Single fertig, wir haben
02:02uns so, boah, wir waren so happy.
02:06So endlich nach Hause, geh nach Hause Bruder, geh schlafen, erhol dich. Der geht schlafen, ich geh nach Hause schlafen.
02:12Ja, ist schlafen gegangen und nicht mal aufgewacht halt.
02:14Reichtum, Armut, Leiden, Brabus, Köpfe sind verwirrt, du hast keine Ahnung.
02:20Pumpe MJ in Bentley auf Pancakes, sie sagen hinter jedem Vermögen steckt Minimum ein Verbrechen.
02:30Könnt ihr das nicht vorerst eine Ausbildung machen?
02:32Ja.
02:33Könnt ihr ja sein.
02:34Doch, hab ich ja versucht.
02:35Guck mal, ich sag dir was war, ne.
02:37Ich war hier in dieser Heinrich-Herz-Berufskolleg.
02:39Ich wollte diese schulische Ausbildung machen.
02:41Dann haben die mir von der Bundeswehr so ein Angebot gemacht, dass ich da arbeiten kann und direkt dick Geld
02:45verdienen kann, ne.
02:45Ich hab mein ganzes Leben also umgekrempelt für die Kacke.
02:49Und dann sagen die mir, sie hören zu schlecht, für einen Job am Computer.
02:52Also was nichts mit hören zu tun hat, sondern nur mit dem Finger so die Maus berühren und zu gucken.
02:56Sagen die mir, die sie hören zu schlecht, es tut mir leid, wir können nichts für sie machen.
02:59So, und dann hab ich so meine Ausbildung am Arsch gehabt, deswegen.
03:03Alles am Arsch gehabt und dann war ich auch enttäuscht.
03:04Dann hab ich gesagt, scheiß drauf, ne.
03:06Wenn die mir so kommen, dann komm ich euch richtig.
03:08Und dann hab ich radikal losgelegt mit allem, was ich konnte, alles.
03:10Was hast du gemacht?
03:12Alles, was ich konnte.
03:19Der hat aber dann halt leider viele Fehler gemacht und ich hab's immer irgendwie für den, äh,
03:26geklärt.
03:26Ja, genau wie das mit dem Goldraub jetzt zum Beispiel, ne.
03:29Es war wohl so, dass er eine Ladung Liquid-Cocaine hatte und die ihm aber zu Bruch gegangen ist.
03:38Das hatte zur Folge, dass er einen sehr, sehr hohen sechsstelligen Betrag jemandem geschuldet hat, dem man nicht mal einen
03:47Euro schulden möchte.
03:53Vor dem Goldraub hatte ich noch eine wilde Schießerei und hab so krass kassiert, dass ich nicht mehr sprechen und
04:00laufen konnte.
04:01Polizeirazzia am Brüser Berg. An einem Krieg konkurrierender Drogenbanden war auch Ratars Kumpel Sami beteiligt.
04:08Dabei war scharf geschossen worden. Es gab Verletzte auf beiden Seiten.
04:11Ich sag, ich bin behindert. Ich kann nicht. Ich kann nicht laufen. Ich sag, James, ohne dich kann ich das
04:16nicht machen. Ich musste es machen. Sonst passiert eben was.
04:25Hey. Servus. Wie geht's dir, mein Lieber? Sind schon alle am Start? Hey, mein Jess. Wie geht's?
04:34Was habt ihr euch dabei gedacht? Sag mal bitte, Sammy. Bitte, Brüder. Ich hab mir immer so eine spannende Geschichte.
04:40Goldhändler Rudolf Hanauer schickt am 15. Dezember eine Ladung Altgold im Wert von rund 1,8 Millionen Euro von Nürnberg
04:47in Richtung Goldscheideanstalt Pforzheim.
04:49Doch die Fahrt endet abrupt bei Ludwigsburg.
04:52Ich hab euch schon gesehen, ich hab gesagt, da sind Jungen so von der Straße, die sind normal.
04:56Wo ich das gehört hab, hab ich gedacht, die sind ja richtig am Abdrehen. Was geht denn mit denen ab?
05:01Er war der Boss bei dem Überfall.
05:03Der 28-Jährige ist besser bekannt als Rapper Xatan.
05:16Männer, die als Polizisten verkleidet sind und sich als Steuerfahnder ausgeben, stoppen plötzlich das Fahrzeug mit der wertvollen Ladung.
05:25Hey, wir sind die Polizei. Hey, das Tier konfessieren wir mal. Wir kommen gleich zu Ihnen zurück. Kollegen holen Sie
05:30gleich ab.
05:34Wir haben uns ja als Polizisten verkleidet. Wir haben noch nicht mal Waffen gehabt oder sowas.
05:38Kurze Zeit später waren unsere zwei Mitarbeiter mit Handschellen am Rücken schon gefesselt. Die haben es dann im Wald ausgesetzt.
05:48Es ist so, da waren natürlich andere Menschen dabei und ich weiß nicht, wie die traumatisiert sind.
05:55Als wir im Auto saßen und die Täter außerhalb im Kofferraum irgendwie rumhühlten, haben wir auch Todesangst gehabt.
06:06Ich glaub, die erschießen uns jetzt.
06:12Und deswegen will ich das Ganze nicht schönreden oder so.
06:21Wir haben es auch gemacht, weil wir dachten oder gehört haben, dass sie das eh illegal machen.
06:27Ihr habt gesagt, da wird keiner petzen.
06:28Ja, weil das eh alles schwarz ist. Aber das war dann anscheinend nicht schwarz, das war offiziell.
06:32Die Beute damals Gold im Wert von rund 1,8 Millionen Euro.
06:39Wir würden gerne wissen, wo er sein Geld versteckt hat.
06:42Ob das Gold echt noch hat oder ob das weg ist, das würde ich ihn gerne mal fragen.
06:46Ich hab das Gold ja weggebracht. Ich war ja der Transporter, der das Gold ja dann weggebracht hat.
06:50Weggebracht hat.
06:55Ich weiß es nicht mehr, wo ich das hingebracht hab.
06:58Aber wie viele Leute wissen, wo das Gold ist?
07:00Das wissen, glaub ich, nur drei Leute.
07:02Nur drei Leute? Sonst weiß das keiner.
07:08Wir haben verkauft, wir haben Geld und somit haben wir auch die Summe bezahlt, die wir dann halt offen hatten.
07:13Fast eine halbe Million.
07:15Als wir ihm das gegeben haben, hat er voll Stress gemacht, warum wir diesen Scheiß gemacht haben für so ein
07:21paar bepisste Euros für ihn.
07:23Er meinte, ihr habt einen Fehler gemacht, hättet ihr den nicht machen sollen.
07:27Ihr hättet ruhig zu mir kommen sollen und einfach sagen, ey, Onkel, das und das ist passiert.
07:34Die Polizei in Ludwigsburg hat eine 22-köpfige Sonderkommission gebildet, die EG Gold.
07:40Zielfahnder von LKA und BKA suchen die Verdächtigen mittlerweile weltweit.
07:45Nach zwei, drei Wochen hat er schon die Runde gemacht in Brunn.
07:49Wir saßen im Studio gemeinsam, er hat einen Anruf bekommen und war einfach nur absolut still.
07:57Fünf Minuten hat irgendeiner Person zugehört.
08:00Als das Telefonat vorbei war, hat er aufgelegt und gesagt, Jungs, ich muss jetzt sofort gehen.
08:06Und dann ist er gegangen.
08:07Er meinte zu mir, dass er weg muss, dass es nicht anders geht.
08:11Er könne mir nicht sagen, warum er weg muss.
08:15G war dann schon weg von Deutschland, da war er in London.
08:18Und dann wurde die Runde immer größer und größer.
08:20Und dann habe ich gedacht, okay, mach eine Fliege, dann bin ich auch nach London geflogen.
08:25Fünf Tage später war es in den Nachrichten.
08:27Der Bonner Gangsterrapper Hatta ist anscheinend auf der Flucht.
08:31Möglicherweise ist er Strittenzieher in einem spektakulären Goldraub Ende letzten Jahres in Ludwigsburg.
08:36Und dieses Handy klingelt so viel zeitgleich. Mein Handy ist abgebrochen, es ist ausgegangen.
08:44Dann gab es 100.000 Euro Belohnung, Bruder.
08:46Kannst dir vorstellen, wie die ganzen Kanatten zu den Bullen gerannt sind und Informationen gegeben, wie was ich gerne esse.
08:52Solche Sachen haben wir gesagt.
08:54Wir waren erst mal in London.
08:56Ja.
08:56Dann sind wir von da aus nach Moskau.
08:58Und dann, als wir in Moskau waren, hieß es, die Polizei ist bei euch zu Hause eingestirrt.
09:03Großrazzia am Böserberg. Suche nach Hatta und seinen Kumpels wegen des Goldraubs.
09:09Wir gehen davon aus, dass sich diese im Ausland aufhalten, schwerpunktmäßig in Osteuropa.
09:15Moskau meinten die Behörden zu uns, ey, guck mal, die Deutschen wollen euch haben, aber wir liefern nicht aus,
09:20weil die Deutschen haben auch Gefangenen, die wir haben wollen und die liefern auch nicht aus.
09:23Deswegen hatten wir da so Glück, weißt du, dass sie so einen kleinen Beef hatten.
09:25Da waren dann so ein paar Leute aus Moskau auf jeden Fall, die ein bisschen was zu sagen hatten oder
09:29mächtiger waren und uns helfen konnten.
09:31Und die meinten, alles cool, aber nur in dem Moment, wenn es in den Medien kommt, in Russland, dann können
09:36wir euch auch nicht mehr helfen.
09:41Ich weiß noch, ihr seid so auf der Flucht.
09:42Der G ruft mich an aus Moskau.
09:45Und sagt, ey Sand, ich lass dich hier hinfliegen.
09:48Komm hier hin.
09:49Ich hab hier ein paar Leute kennengelernt.
09:51Hier High Class und so, dies, das.
09:53Und die bezahlen voll die Summen für irgendwie so Produktion und so.
09:56Weißt du?
09:56Ich so, Alter, bist du auf der Flucht?
09:59Habt ihr Party auch gemacht, so während der Flucht?
10:01Nein, Bruder.
10:03Überall so auf Passwort.
10:04Nein, war da richtig Paradeu.
10:09Ich weiß noch ganz genau, wir haben telefoniert.
10:12Er hat die Musik aufgedreht und meinte, hörst du, ich tanze jetzt und mir geht's richtig gut.
10:17Du brauchst dir gar keine Sorgen zu machen.
10:20Ich hab natürlich aus seiner Stimme herausgehört, dass das, wie soll das sein?
10:23Wie soll es ihm gut gehen?
10:25Danach hatte ich natürlich richtig Sorge.
10:29Und in Moskau fing das dann an, dass das in den Nachrichten kommt, dass wir gesucht werden.
10:34Echt? War das in den Nachrichten?
10:36Ja, ja.
10:36Da war so ein riesen Bildschirm, weißt du, wo die ganze Zeit irgendwie ein Fernsehsender lief.
10:39Auf einmal sehe ich so meine Fresse da.
10:41Musikant, Gangster Rapper, Xatar.
10:42Die deutschen Behörden waren so schlau, den Medien dort Bescheid zu sagen.
10:46So, ey, da ist so ein Rapper, der versteckt sich bei euch und der nutzt das aus, dass ihr nichts
10:49macht und so.
10:51Dann kommen die Behörden natürlich ins Hotel und sagen, ey, Jungs, die müssen abhauen.
10:54Jetzt können wir euch nicht mehr beschützen, ihr müsst das Land verlassen.
10:57Irgendein Beamter wird sich beweisen wollen und nimmt euch fest.
10:59Die meinten, wo wollt ihr hin? Wir haben gesagt, ja, wenn dann nach Irak. Ich glaube, da sind wir sicher
11:03so.
11:03Und wir hatten internationale Habbefehle, also wir konnten eigentlich nicht fliegen.
11:06Aber mit Privatjet, oder?
11:07Genau.
11:08Weil die meinten, ey, also wir können für euch die Interpol-Computer ausschalten, so, wenn ihr fliegt.
11:13Das kostet was. Aber für ihn können wir das nicht machen, weil aus Prinzip schützen wir keine Mörder.
11:17Ich sag, was für ein Mord, ich habe niemanden getötet. Der sagt, doch, doch, du hast jemanden getötet.
11:21Oder ich rede mit dem russischen Geheimdienst. Also wenn die das sagen, dann habe ich das anscheinend wirklich gemacht, weißt
11:26du.
11:27Aber Sami, was ist mit dir? Was hast du getan? Und so. Wegen Mord wurde der gesucht in Jordanien.
11:31Später kam heraus, es war eine Verwechslung, weil wir wussten, dass Sami auf jeden Fall kein Mörder ist.
11:36Naja, auf jeden Fall haben wir gefragt, okay, was machen wir? Und dann hat so ein anderer von denen gesagt,
11:40ey, was ihr machen könnt,
11:41ist, pack den Jungen in den Koffer, so, in den großen Koffer und dann nimmt er einfach den Koffer mit
11:45in den Privatjet.
11:46So, okay, the fuck.
11:53Ey, und wie viel Geld habt ihr da ausgegeben?
11:55Viel, Bruder.
11:56Viel, ne? Das denke ich auch.
11:58Ekelhaft, Bruder, ekelhaft.
11:59Sechsstellig so.
12:00Ja, ja.
12:01Aufwärts.
12:02Ja, ja.
12:10Und dann waren wir im Irak und im Irak dann aber auch, wo wir sicher waren angeblich, ist das dann
12:15auch, glaube ich,
12:16direkt nach zwei Wochen passiert, dass sie uns dann da auch festgenommen haben.
12:21Die Iraker haben ja gedacht, wir haben das Gold im Irak versteckt, ne? Weil die Khatar und den anderen Kollegen
12:28von dem Privatjet aussteigen sehen,
12:30mit so einer riesen Tasche, die, was sie zu zweit tragen und denken, da sind diese 150 Kilo Gold drin,
12:35wo ich aber eigentlich drin war, weißt du?
12:37Und dann kannst du dir ja vorstellen, was das irakische Geheimdienst mit uns gemacht hat, um herauszufinden, wo diese 100,
12:43also wo das Gold ist, so, ne?
12:45Also vier Monate lang gab es gar kein Lebenszeichen.
12:55Es ist natürlich irgendwo die Ironie des Schicksals, dass er dorthin flieht, wo er mit seinen Eltern in Haft war,
13:02wo er eine super traumatisierende Story schon erlebt hat als Kind.
13:05Kurdistan ist schon seit Jahrzehnten umkämpft. Kein Land wollte einem anderen die Quelle des Reichtums überlassen. Das kurdische Öl.
13:13So wurde mit der Aufteilung seiner Ölgebiete auch das kurdische Volk auseinandergerissen.
13:18Jiva wurde in Zanandaj geboren. Das ist sozusagen die Hauptstadt der iranischen Provinz Kurdistans.
13:25Dafür muss man auch wissen, dass die Kurden nie sicher waren.
13:28Deswegen auch immer auf der Flucht vom Iran in den Irak, von Irak nach Syrien oder in die Türkei. Das
13:33kennen wir alle.
13:35Die Bewohner kämpfen seit Jahrzehnten für Freiheit und Autonomie.
13:39Peschmarga nennen sie sich und das heißt, die den Tod nicht fürchten.
13:43Jiva als Mutter hatte sich dem kurdischen Befreiungskampf angeschlossen, in den Bergen gekämpft.
13:46Meine Eltern waren am Kämpfen, ich war halt mit dabei. Da waren viele Leute, die ihre Kinder auch dabei hatten.
13:55Der Einfluss von Jivas Mutter auf Jiva war vehement.
13:59Man kriegt das halt von klein auf alles mit und ist halt tief drin.
14:03Und wenn das dann noch so eine ideologische Richtung hat, wie das bei meinen Eltern war, das war jetzt das
14:06Demokratending,
14:08dann ist das auch Teil der Erziehung so, dass man bestimmte Sachen so komplett unterschiedlich hat zu Hause als bei
14:13anderen Kanaktenfreunden,
14:14bei denen das eher konservativ so läuft.
14:18Die Flucht von Jivas Eltern vom Iran in den Irak begann mit dem ersten Golfkrieg.
14:30Die Mutter wurde infolgedessen ja auch festgenommen.
14:33Die haben uns dann in den Knast gebracht, bei Bagdad irgendwo. Meine Eltern waren so Freiheitskämpfer.
14:49Ich kann mich aber die ganze Zeit erinnern. Im Irak im Knast.
14:53Alles. Ich weiß noch, was ich anhatte. Ich weiß noch, was da passiert ist und so.
14:58Krass, wie so diese, diese wiederkehrenden Bilder da waren, weißt du?
15:04Warte, warte, stock das Lied.
15:06Serhado und Khatar für Kurdistan.
15:09Nur uns gebührt der Sieg.
15:10Es ist Krieg, eure Augen sind zu.
15:12Der Vater fällt und die Mutter trauert im Blut.
15:15Für jede Träne meiner Heimat müsst ihr bezahlen.
15:18Glaubt mir, wir vergessen und vergeben niemals eine Tat.
15:31Sagt uns, wo das Gold ist und wir lassen euch raus. Das interessiert. Wir wollen nur das Gold haben.
15:35Und wir haben das durchgezogen mit, wir wissen nicht, wovon ihr redet.
15:40Das waren so zwei Monate vergangen oder so. Man hatte keinen Kontakt mit ihm gehabt.
15:44Man saß da halt in der Ungewissheit, hat gehofft, gebetet, dass es ihm gut geht, dass es den Jungs gut
15:49geht,
15:49das war ja schon krass.
15:53Liebeskummer in dem Sinne, dass du jemanden liebst und die Person ist nicht da.
15:56Das ist das Schlimmste auf der Welt.
16:00Es gibt nichts, was annähernd mich so sehr geschmerzt hat, als von Jiva getrennt zu sein.
16:08Ja.
16:17Da haben wir so einen Raum wie hier gehabt und da waren wir 40 Mann, da war nichts in der
16:21Zelle, gar nichts.
16:22Nur Wände und eine Tür, kein Fenster, kein Waschbecken, nichts.
16:26Da lief halt dieser so Angst-um-s-Leben-Film, weil da Menschenleben nichts wert waren und so. Das hat
16:30man dann mitbekommen.
16:34Wie die mich mir wie so einen Boxer gehangen haben mit so einem Tuch über dem Kopf, Elektroschocks und dies
16:41und das.
16:43Ein Zellenkollege von mir, den haben die ja rausgeholt gehabt und wirklich, der kam nach ein paar Stunden, hatte er
16:47kein Bein. Solche Sachen, das war heftig.
16:50Weil da waren auch wirklich aber auch, wie gesagt, das war ja Geheimdienst. Ich habe durch Schreie hören können, was
16:56die gerade machen.
16:58Durch die Schreie, durch diesen Ton wusste ich, die haben den jetzt aufgeschnitten oder die haben ihnen die Hand abgehackt
17:03oder solche Sachen, weißt du.
17:07Eine Sache, die mir geholfen hat, dass ich dennoch wusste aber, also die dürfen mich nicht umbringen, die dürfen mir
17:15jetzt nicht eine Hand abhacken oder was weiß ich was. Die können mich nur schlagen.
17:21Sie waren natürlich immer noch deutsche Staatsbürger. Nichtsdestotrotz will ich nicht in Samis und Jilas Haut gesteckt haben, während die
17:28halt in dieser Zelle sind und das halt hautnah miterleben.
17:33Irgendwann hieß es, dass die dann im Irak gewesen sind.
17:37Wir haben dann mit den irakischen Behörden im Nordirak Verbindung aufgenommen, diese konnten die Verdächtigen die Flüchtlinge lokalisieren und schließlich
17:44dann auch festnehmen.
17:45Deutsche SEK, die kamen da, haben uns rausgeholt. Hallo, schönen guten Abend. Müller mein Name.
17:54Alles oder nix.
17:58In Station Heimat, Nordirak, wurde von meinen Landsmännern dort verraten.
18:03Gott, Erbarme. Drei Monate folterhaft, Mojabra.
18:07Meine Hände und Beine sind durch Trunkschläge fürs Leben gezeichnet.
18:11Doch scheiß drauf. Ich lebe immer noch in das BKR.
18:15Fragt immer noch nach dem Dombeck und meine Antwort bleibt für immer.
18:19Ich glaube, Khatar ist auch der erste Mensch der Welt, der abgeschoben wurde aus dem Irak nach Deutschland.
18:26Sie haben den Irak betreten, freiwillig. Sie haben dort kein Aufenthaltsrecht gehabt und wurden vom irakischen Staat nach Deutschland abgeschoben.
18:34Es war ja absurd. Also diese ganzen Einzelgeschichten, die da passiert sind, ist es unglaublich im wahrsten Sinne des Wortes.
18:43Man kann es einfach nicht glauben.
18:45Und wenn wir ehrlich sind, am Ende wissen nur die, die dabei waren, was wirklich passiert ist.
18:50Dann bin ich nach Stuttgart, nach Stammheim und alle sagen zu mir, oh fuck, Shams, du bist geliefert.
18:57Du gehst nach Stammheim, das ist der schlimmste Knast in Deutschland.
19:03Ich so, nein, man, fuck, echt jetzt?
19:09Ich komme da an.
19:11Ich dachte, ich bin im Hyatt Hotel, wirklich.
19:14Von Irak, Boden schlafen und, weißt du, nach Stammheim bleiben.
19:21Ich habe mich so wohl gefühlt.
19:23Das ist das schönste Gefängnis, das ich je in meinem Leben gesehen habe.
19:31Wie brechen wir euch aus?
19:33Erste Freistunde auch am nächsten Tag, Hofgang bin ich direkt zu den Russen gegangen und habe mit denen gecheckt, so,
19:38ey, was machen wir?
19:40Was gibt es hier für Wege? Was gibt es hier, was kann man machen?
19:42Ich habe gar nicht akzeptiert, dass ich drin war.
19:44Ich dachte, ey, ich bin hier sofort raus.
19:45Aber nach drei Wochen habe ich mich ein bisschen beruhigt und akzeptiert, dass ich erst mal im Knast hänge und
19:50nicht so schnell rauskomme.
19:57Du glaubst es nicht, aber ich war glücklich.
19:59Endlich wussten wir, wo er ist und wir wussten, dass es ihm gut geht.
20:04Das war so das erste Gefühl, so eine unglaubliche Erleichterung.
20:13Dann hat bei mir die Wut eingesetzt, tatsächlich.
20:17Ja, das war dann der erste Moment, wo ich mir dachte, nee, Freundchen, so nicht.
20:23So eine emotionale Last, für jeden, der dich liebt, das darfst du nicht.
20:31Und dann hatte er mir einen Brief geschrieben und auch sich gefreut, dass ich ihn besuchen fahre, aber ich habe
20:38ihn nicht besucht.
20:46Du bist in Sicherheit, dir geht es gut und jetzt kümmere ich mich mal darum, dass diese monatelange Anspannung, ich
20:55das erst mal sortiere.
21:01Dann hat meine Schwester unter anderem ihn auch besucht, dann habe ich ihn immer noch nicht besucht.
21:10Und irgendwann, ja klar, habe ich ihn natürlich besucht.
21:13Ich habe mich ins Auto gesetzt, ich bin fünf Stunden eine Strecke gefahren, um ihn 30 Minuten zu sehen.
21:21Und das ging viele Jahre so.
21:30Also er sah top aus und lacht und sagt, hey, hab dich vermisst.
21:37Ja, und dann muss er erst mal noch schaffen, wütend zu sein.
21:46Das sind viele Fahrerwürfe, der Kernfahrerwürfe, der Schreibrecherangreif auf Kraftfahrer in Tadeinheit mit besonders schwerem Raub.
21:521,7 Millionen Euro aus diesem Raub sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.
21:57Und nur die Angeklagten selbst können eigentlich wissen, wo dieses Gold steckt.
22:01Wenn sie wieder das Gefängnis als freie Männer verlassen, dann könnte das noch zu einem sehr angenehmen Lebensabend reichen.
22:08Ich gehe schon davon aus, dass der Großteil des Tathergangs der Wahrheit entspricht, wie wir es heute wissen.
22:14Der hat ein umfassendes Geständnis auch abgelegt, das war auch strafmildernd.
22:20Bei einem Strafmaß kann man das auch immer ganz gut sehen, wie schwer dieses Verbrechen dann war.
22:26Also man muss ja immer den Ursprung sehen.
22:28Für mich war der Ursprung die Musik, weil er das unbedingt haben wollte.
22:33Gab es diese Abwärtsspirale.
22:36Man darf nicht vergessen, dass zu der Zeit noch nicht viel Geld mit Hip-Hop zu machen war.
22:42Plus dazu kam, Hip-Hop oder Musik zu machen, war auch teurer, weil die Technik noch nicht so weit war.
22:47Ich hätte mir gewünscht, dass er es lässt.
22:51Und das war damals meine Bedingung.
22:58Wir haben uns viele Briefe geschrieben.
23:00Sehr, sehr viele Briefe.
23:02Die habe ich alle auch noch.
23:05Ich weiß nicht, kennst du Rumi?
23:08Das ist ein persischer Dichter aus dem 13. Jahrhundert.
23:12Jiva und ich haben in der Zeit, wo der in der JVA war, Rumi wirklich inhaliert.
23:18Und da gibt es ein Zitat, wo er sagt,
23:22jemand, der mit dem Herzen liebt, kennt keinen Abschied.
23:27Nur der, der mit dem Auge liebt, kennt einen Abschied.
23:31Die Liebe des Herzens kennt keinen Abschied.
23:35Und das ist auch in der jetzigen Situation das, was es überhaupt möglich macht, hier zu sitzen.
23:53Kannst du dir vorstellen, dass du dich vielleicht in Zukunft auch so inhaltlich ändern wirst?
23:58Guck mal, ich habe so einen krassen Moment gehabt.
24:00Der war in Stuttgart, wo ich im Knast war.
24:04Und habe dann so einen Jugendlichen kennengelernt.
24:06Und einen Spielothekenüberfall haben die gemacht.
24:07Und der hat mir dann erzählt, dass der auf dem Weg dahin,
24:11dass sie meine Mucke gehört haben die ganze Zeit im Auto,
24:14um sich Eier wachsen zu lassen, sag ich mal, zu motivieren.
24:17Und der ist halt so noch 19 Jahre alt gewesen.
24:20Ich sehe so, wie der sein Leben zerstört.
24:22Und noch so voller Stolz mir das erzählt und so.
24:24Und denkt, dass ich dem jetzt noch Props gebe dafür.
24:26Und das war so ein Moment, wo ich dachte, krass,
24:28weil ich habe nie über sowas nachgedacht, wie das so wirkt auf Jugendliche und sowas, was ich mache.
24:32Ich achte jetzt mehr darauf, dass ich auch anderen Menschen kein Leid zufüge.
24:36Das war auch damals anders, wenn man alles scheißegal hat.
24:40Wäre ich nicht in den Knast gekommen, 2010, wäre ich 2010 gestorben oder andere Menschen wären gestorben.
24:57Ganz ehrlich, um es so auf den Punkt zu bringen, es hat mich verbessert.
25:01Ich habe da auch das erste Mal in meinem Leben psychologische Gespräche führen müssen.
25:07Und das war dann auch so zum Beispiel der Moment, wo ich auch das erste Mal über den Tod meines
25:13Vaters gesprochen habe.
25:14Und das hat mir auch gut getan, irgendwie.
25:18Als ich zehn war, als mein Vater nämlich starb, der hatte mich an diesem Morgen geweckt gehabt.
25:27Und gesagt, geh raus spielen.
25:29Ich fand das ganz komisch, dass er mich aufweckt und ich gehe hier.
25:32Ich darf raus spielen?
25:34Das kenne ich gar nicht so.
25:35Weil wir dann die Pistole auf dem Tisch liegen sehen.
25:37Und ich wusste, oh fuck, irgendwas passiert jetzt gleich.
25:43Und dann bin ich aber rausgegangen, habe gespielt.
25:52Bis ich dann irgendwann mal den Knall gehört habe und bin dann hochgelaufen und habe ihn da liegen sehen und
25:57so weiter und so fort.
26:00Das war heftig und dachte danach jahrelang, warum bist du nicht zu Hause geblieben?
26:06Warum hast du nicht geredet?
26:07Warum hast du nicht die Pistole irgendwie weggenommen?
26:09Und so weiter und so fort.
26:10Und das hat mich echt mitgenommen.
26:12Bis zu diesem Tag.
26:14Aber durch dieses Gespräch bin ich frei geworden.
26:23Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart ausgedrückt, aber ich glaube, die Menschen machen die beste Kunst oder die beste
26:29Musik in der beschissensten Lebenssituation.
26:32Ich wusste, dass eine Platte aufgenommen wird.
26:34Also ja, ich habe hier so ein, ich habe schon alles recherchiert und so.
26:37Es gibt so ein professionelles Aufnahmegerät und ich werde versuchen, eine Decke über irgendwie zum Schallisolieren benutzen.
26:43Also ich bin davon ausgegangen, dass es eine Platte für das Gefängnis, intern und unter den ganzen Stationen etc.
26:52Dann hat er das echt gemacht und dann monatelang sein Album unter den widrigsten Bedingungen aufgenommen.
26:57Ich mache jetzt den Track Interpol.com, aber neu, also mit zwei neuen Strophen.
27:02Derselben Hook auf dem Beat Pavo von Maestro.
27:05So wie er ungefähr sein soll.
27:09Alles oder nichts.
27:14Mir war gar nicht bewusst, dass das wirklich so eine Platte nach außen hin sein wird.
27:18Weil hätte er mich da eingeweiht, dann hätte ich ja gesagt, ciao Kakao.
27:34Ich will mein Ding zum Laufen bringen, auch wenn ich hinter Gittern sitze.
27:38Netterweise haben viele prominente Rapper aus Deutschland mitgemacht und uns unterstützt.
27:43Was Giba einfach erkannt hat, ist, das Allerwichtigste ist, das muss gesehen werden.
27:49Die Musik geht nicht alleine einfach irgendwie seinen Weg, egal wie geil die Musik ist.
27:52Er wusste, er muss die Musik richtig an den Mann bringen.
27:55Das haben die Leute, glaube ich, gewundert an der Energie von G.
27:58Und deswegen waren alle auf dem Album 415 im Interpol-Video mit diesem T-Shirt und haben ihm einfach Tribut
28:04gezogen.
28:16Irgendwann kam halt die Platte, ne?
28:18Ja, das haben wir natürlich ein dickes Problem.
28:20Weil in meinen Augen war er nicht ehrlich, in seinen Augen war er ehrlich.
28:26Das war ein großes Thema.
28:28Ich war immer so dieses, nein, du musst das lassen, du musst was anderes machen,
28:32damit du halt einfach ein ruhiges, entspanntes Leben hast.
28:40Es hat geklappt, er hat positives Feedback bekommen.
28:44Irgendwann habe ich gemerkt, das bringt nichts.
28:46Also entweder reiße ich die Leine oder ich akzeptiere, dass es Jivas Weg ist.
28:56Wir haben noch geheiratet, als er in der JVA war, 20.12.2012.
29:00Das war nämlich immer mein Lieblingsdatum.
29:02Ich hatte mein Datum und ich hatte meinen Mann.
29:092014, da war Jiva noch in Haft und brauchte einen Job
29:14zur quasi Resozialisierung, damit er in der Offenung vorzukommt.
29:19Und dann hat Groovetech ihn angestellt als Labelmanager.
29:23Er hat dann auch sein Label gemanagt
29:27und hat dann bei uns im Keller quasi heimlich
29:31an seinem Album Baba alla Babas gearbeitet.
29:35Nach fünf Jahren wurde Jatar wegen guter Führung außer Haft entlassen.
29:39Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
29:43JVA und jetzt ist es soweit.
29:47Und dann gab es ja zum Beispiel auch dieses Video,
29:51wo er offiziell vom Knast abgeholt wird.
30:05Man darf nicht vorm Knast drehen.
30:07Was ging ab die letzten fünf Jahre?
30:09Wir saßen damals im Gewerbegebiet in Köln-Ossendorf
30:13und wenige Meter weiter war ein Discounter.
30:16Und wenn man die Kamera ein bisschen unscharf zieht,
30:18dann sieht das Gebäude dahinter sehr imposant aus.
30:22Und das hat er sehr gut genutzt.
30:25Ich habe gehört, Rapper wollte meinen Mantel tragen.
30:27Ja, Bruder, aber der war eben zu groß.
30:30Er war krimineller, aber auch Entertainer
30:32und hat das sehr, sehr gut genutzt,
30:34dieses ganze Goldmotiv.
31:01Danke für Platz 1 der deutschen Album-Charts.
31:05Und alle Supporter und Fans da draußen.
31:14Er hat seine kurdische Heritage
31:16eigentlich von Tag 1 in den Mittelpunkt gestellt.
31:19Ich bin halt Kurde, weißt du?
31:20Und wir Kurden haben ein Problem.
31:22Das ist einfach Identifikation, weißt du?
31:23Wir haben keine Fußball-Nationalmannschaft.
31:26Wir haben gar nichts.
31:26Er hat uns Kurden auf jeden Fall stolz gemacht.
31:30Er hat uns gezeigt,
31:31dass wir unsere Identität nicht verschweigen müssen.
31:35Und endlich konnten Leute
31:37mit einem Selbstbewusstsein rausgehen
31:39und sagen, ich bin Kurde.
31:40Weil das habe ich in meiner Kindheit vermisst,
31:42dass ich irgendwo mich daran festhalten kann.
31:44Und das habe ich direkt von Anfang an so gemacht,
31:46weißt du, dass wenigstens die Leute,
31:48die dann 10 Jahre jünger als ich waren,
31:49sich irgendwo festhalten können, weißt du?
31:51Und was ist denn so wirklich so toll an dir?
31:53Weil er seine Lieder so sieht.
31:56Widersprüche.
31:56Widersprüche.
31:58Und seine Herkunft an.
31:59Ja?
32:00Ja.
32:00Das ist wichtig.
32:01Ja, für uns schon.
32:03Der ist ja persischer Kurde, ne?
32:04Der ist noch ein Kurde.
32:08Ich glaube auch,
32:09dass er generell für Kids mit Zuwanderungsgeschichte
32:12eine große Rolle gespielt hat.
32:14Für das Kurdische ins Spezielle,
32:15aber eben auch darüber hinaus.
32:17Ich habe seine Haft berührt.
32:21Der Jeeva hat allen mit Migrationshintergrund
32:25eine Stimme gegeben.
32:27Oder beziehungsweise auch nicht,
32:29weil er würde jetzt sagen,
32:30nee, ich habe nicht die Stimme gegeben.
32:31Er hat denen den Mut gegeben,
32:33diese Stimme zu benutzen.
32:41Da war eine neue Figur,
32:44mit der man sich identifizieren konnte.
32:47Krass, was der alles durch hat,
32:49der hat es trotzdem geschafft.
32:51Okay, dann kann ich das vielleicht auch.
32:52Nicht bei ihm, weil er real ist.
32:54Seine Ehrlichkeit,
32:55so wie er ist einfach.
32:55Der rappt davon,
32:56was die meisten hier durchmachen mussten
32:58und auch durchgemacht haben.
33:00Ja, toll, toll, toll, Kata.
33:02Mach weiter so.
33:03Sag mal so, er ist einfach der Baba aller Baba.
33:05Der ist so geliebt worden, dieser Typ.
33:07Wenn du mit Jeeva durch Köln gegangen bist,
33:09das war,
33:10der war ein Gott für diese Kids.
33:12Wirklich.
33:13Und ich weiß ja,
33:14wie sich das anfühlt,
33:15wenn Leute so,
33:15und wie die dich angucken.
33:17Das war wirklich,
33:18wo ich gedacht habe,
33:19wow.
33:22Ja, die Lieder sind super.
33:28600 Jugendliche waren gekommen,
33:30um sich von dem Rapper ein Autogramm zu holen.
33:33Das waren mehr als zunächst erwartet.
33:35Der Sicherheitsdienst vor Ort
33:36rief daher die Polizei zu Hilfe.
33:38Es gibt einen ganz großen Teil
33:40von Jugendlichen da draußen,
33:41die sich von diesen Künstlern
33:44vertreten fühlen
33:45und sich mit ihnen eher identifizieren
33:47als mit Teilen der Deutschen Mehrheitsgesellschaft.
33:49Angekommen in Bielefeld,
33:51ausverkauft.
33:54Guck mal, soll ich mal was ganz ehrliches sagen?
33:56Das habe ich noch niemandem gesagt.
33:58Das ist das erste Mal,
33:59dass ich das jetzt sage.
34:06Ich habe nach der Haftzeit
34:11nicht mehr so, so viel
34:13mit Jiva
34:15zu tun gehabt.
34:17Wir waren immer noch Brüder,
34:18wir waren Freunde,
34:19wir haben uns gesehen,
34:20aber nicht so wie vorher.
34:22Nach der Haftzeit war ich ja
34:23ein schlechter Umgang.
34:25Ich sollte ja aufhören mit alles.
34:28Sei nicht mehr mit Sami.
34:30Er ist nicht gut.
34:33Er hat sich anscheinend
34:34davon auch überzeugen lassen,
34:35weil es ist ja auch von
34:36seiner Familie gekommen,
34:38auch unter anderem.
34:39Ist ja normal, ist verständlich.
34:40Bei 415 übrigens,
34:42das Album,
34:42was er im Knast aufgenommen hat,
34:44hat er mich nicht einmal erwähnt.
34:46So, ich höre mir das an,
34:47ich denke mir,
34:49Bruder,
34:51wenn das andersrum wäre,
34:53ich hätte ein ganzes Album
34:54für dich gemacht.
34:55Ich habe für ihn
34:56diesen Goldraub gemacht.
34:57Ich habe das,
34:57um ihn zu helfen,
34:58gemacht.
34:59Wo bin ich nicht gut?
35:01Und da hat sich das getrennt,
35:02so nach der Haftzeit.
35:03Und dann waren wir
35:05nicht mehr so.
35:10Das ganze Label
35:12mit Eva,
35:13mit Sio,
35:13mit Kalim dann
35:14und ihm
35:15wurde immer erfolgreicher.
35:17Alles oder nichts
35:18ist die Crew.
35:20Er wollte Türen öffnen,
35:21für sich selber,
35:22für uns,
35:23für alle anderen.
35:25Alles oder nichts ist die Crew.
35:25Das ist ja der Traum
35:27von jedem Rapper.
35:28Ich nehme meine Homies mit
35:29und wir schaffen es zusammen.
35:31AON,
35:32alles oder nichts war Familie.
35:33Ich war nicht bei AON
35:34wegen irgendwelchen Verträgen.
35:36Ich habe mir,
35:36wenn ich ehrlich sein soll,
35:37noch nie einen Vertrag durchgelesen.
35:40Alles oder nichts ist die Crew.
35:50Also dieses Team,
35:52diese Härte,
35:53Kompromisslosigkeit,
35:55Finesse im Rappen.
35:56Das war schon
35:57sehr, sehr stark.
36:00Mir war schon klar,
36:01dass das so eine Crew irgendwie ist.
36:02Dann hatte ich die immer
36:03auf dem Zettel
36:03und habe dann irgendwann
36:04einen Film
36:06produziert,
36:06der hieß nur,
36:06Gott kann mich richten
36:07und wir müssen
36:08diese AON-Jungs nehmen
36:09und die müssen
36:10die Mucke machen.
36:13Papa Lerbjörn,
36:15Papa Haft.
36:20Ich habe natürlich
36:21lieber seine Sachen gefeiert,
36:23sein erstes Album
36:24und die ersten Singles.
36:25Ich habe irgendwann mal
36:26abends,
36:26wo ich am Schlafen war,
36:27hatte ich so voll den Traum
36:28und in dem Traum war es so,
36:30Ratat und Haftbefehl
36:31machen ein Album zusammen.
36:33Und weil es jetzt
36:33aus dem Knast rauskommt,
36:34er wollte seine Solo-Platte rausbringen,
36:36ich habe meine Solo-Platte rausgebracht,
36:38ich habe alles gefickt,
36:39er hat alles gefickt
36:40und jetzt machen wir
36:41ein neues Album.
36:42Du hast so zwei Naturgewalten,
36:43die auf einmal zusammen
36:46jeder einzelne von denen
36:48war ja schon verrückt.
37:10Man hatte so das Gefühl,
37:12alles, was Jiva anpackt,
37:14wird zu Gold.
37:15Jiva hat mir erzählt,
37:17dass er an einer ganz großen Nummer dran ist.
37:19Er hat schon immer sehr groß gedacht
37:21und er wollte halt noch weiter.
37:23Ey, boah, ja, man, wir machen so.
37:26Und Ratat wäre der Letzte gewesen,
37:28der gesagt hätte,
37:29nein, danke, das wird zu viel.
37:30Ich habe mich da schon ein bisschen gefragt,
37:32ob das gut gehen kann.
37:34Unternehmerischer
37:34und wirtschaftlicher Totalschaden.