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00:11Heute kriege ich Bundesverdienstkreuz am Bande und das macht mir ein bisschen Herzklopfen.
00:25Ich erinnere mich, als meine Mutter sagte, dass meine Geburt war ein Licht in dieser Dunkelheit.
00:33Also, dass wir nicht nur Häftlinge waren und dass das Leben weitergeht.
00:40Eva Umlauf ist eine der jüngsten Auschwitz-Überlebenden.
00:51Seit etwa sieben Jahren engagiert sie sich als Zeitzeugin und bekommt dafür heute das Bundesverdienstkreuz verliehen.
01:00Wenn man ein Trauma erlebt, das Trauma kann man nicht ungeschehen lassen.
01:05Man kann es nicht auflösen.
01:07Man lernt, mit dieser Belastung zu leben, dass man das integriert in das Leben.
01:14Doch das war ein langer und mühsamer Weg für Eva.
01:28Ich habe mich dreimal gefragt, ob ich das ablehne.
01:32Und dann habe ich nachgedacht, ob ich es wirklich will. Bis dahin nicht.
01:35Und dann habe ich mir gedacht, das ist doch, kriegt nicht jeder.
01:39Beate Usse hat es auch gekriegt.
01:56Trotz ihres Alters führt sie kein geruhsames Leben.
02:00Gerade bereitet sie wieder eine Reise vor. Nach Polen und in die Slowakei.
02:07Worauf freuen sie sich?
02:09Am meisten an die Leute, wo ich sie kenne und wo ich jahrelang gelebt habe.
02:16Also das ist so ein bisschen Sehnsucht nach der Jugend.
02:25Evas erste Station ist Krakau. Dann fährt sie weiter nach Auschwitz.
02:30Dort ist sie zu einem ganz besonderen Gedenkmarsch eingeladen.
02:34Dem March of the Living.
02:38Geboren wird Eva in Nowacki, einem Arbeitslager für Juden.
02:42Dorthin werden ihre Eltern 1942, kurz nach der Hochzeit, verschleppt.
02:49Ihre Mutter Agnes ist 19, als sie den 31-jährigen Buchhalter Imro Hecht heiratet.
02:56Sie hoffen, dass Eheleute nicht ins Arbeitslager geschickt werden.
03:00Vergebens.
03:01Der 19. Dezember im Krieg 1942 war ein bitterkalter Tag.
03:08Minus 20 Grad draußen und im Zimmer war nicht geheizt.
03:13Die Hebammen kamen, um nach der Geburt mich zu waschen.
03:17Und das Wasser wurde innerhalb kurzer Zeit mit Eisschicht überzogen.
03:23Und ich friere jetzt viel mehr als andere Menschen.
03:28Und ich glaube, dass es davon kommt.
03:34In Nowacki war die Ernährung ausreichend, auch für Kinder.
03:42Und ich war ein gesundes Kleinkind.
03:47Aber aus diesem Ort sind die Züge nach Auschwitz gefahren.
03:52Direkt ins Gas.
03:54Die Familie lebt in einem Zimmer einer Holzbaracke.
03:58Evas Mutter wird wieder schwanger.
04:041944, kurz vor Evas 2. Geburtstag, wird sie mit ihren Eltern nach Auschwitz deportiert.
04:12Das ist ein Platz, der für uns eine unglaubliche Bedeutung hat.
04:20Wir sollten alle dort ermordet werden.
04:22Nur weil wir Juden sind.
04:25Und je älter ich bin, desto mehr wird mir bewusst,
04:29dass es wirklich der größte Friedhof der Welt ist.
04:44Eva ist über 50, als sie das erste Mal die Gedenkstätte besucht.
04:49Hallo.
04:50Heute trifft sie sich hier mit Eva Pasterak.
04:52Das kann ich sehr sehen.
04:55Jetzt fahren wir nach Birkenau.
05:00Kennengelernt haben sich die beiden Evas hier in Auschwitz.
05:03Eva Pasterak führt seit vielen Jahren Besucher durch das ehemalige KZ.
05:08Wir sind jetzt direkt an dieser Stelle.
05:11Wo sind sie angekommen?
05:13Sehen Sie diesen Waggon?
05:15Vielleicht mit dasselben Waggon sind sie hier transportiert.
05:19Da waren bis 100 Personen drinnen eingesperrt.
05:23Vier, fünf Tage auch, sechs Tage.
05:28Wir kamen am 3. November an.
05:31Und diese Geschichte hat meine Mutter oft erzählt.
05:35Dass wir in langer Reihe standen.
05:37Und dass ich die Nummer eintätowiert bekam.
05:41Und der Tätowierer hat meinen linken Arm genommen.
05:46Und ich wurde bewusstlos.
05:48Und so bekam ich die Nummer.
05:52Meine ist A 26.959.
06:06Wir hatten das Glück, dass wir das letzte Transport waren.
06:10Und dieses Transport ist angekommen,
06:13wo die Gaskammer nicht mehr gearbeitet haben,
06:15waren gesprengt.
06:17Und deswegen haben wir eigentlich überlebt.
06:21Die Familie wird getrennt.
06:23Und die zweijährige Eva kommt auf die Station des Arztes Josef Mengel.
06:28Er führt an vielen der Kinder grausame Experimente durch.
06:33Wenn wir schauen in diese Richtung weiter,
06:36wo sieht man diesen Kamin, diesen schönen Stein.
06:39Sehen Sie, das ist der Rest aus dieser Labor,
06:42wo Josef Mengel hat diese kriminellen Experimente durchgeführt.
06:47Eva gehört nicht zu seinen Opfern.
06:51Im Januar 1945 kommt die Rote Armee näher.
06:55Die Nazis schicken die Häftlinge auf Todesmärsche in andere KZs.
07:00Auch Evas Vater.
07:02Erst 70 Jahre später wird sie erfahren, was mit ihm passiert ist.
07:06Eva und ihre Mutter bleiben in Auschwitz.
07:08Sie sind zu krank, um laufen zu können.
07:13Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee Auschwitz.
07:19Eva hat eine offene Tuberkulose, eine Lungenentzündung,
07:23Keuchhusten, Hungerödeme, Rachitis und Skoliose.
07:29Auch Evas Mutter hat überlebt.
07:31Sie sucht und findet ihre Tochter.
07:34Beide kommen in die Baracke Nummer 16.
07:38Das war nach dem Krieg das Krankenhaus, das provisorische.
07:42Genau.
07:43Wo sogar meine Schwester geboren ist.
07:49Nora ist geboren im April.
07:51Und dann blieben wir noch sechs Wochen.
07:54Also ich habe das mal durchgerechnet so bis Mitte Juni.
07:57Da war auch schon warm und man war erholt.
08:01Ich bin gesund geworden, dass ich laufen konnte.
08:05Nora hat russische Pulvermüll gekriegt und konnte gedeihen.
08:10Und meine Mutter konnte auch auf die Beine gehen.
08:12Und da haben wir Lager Auschwitz verlassen.
08:15Und gingen wir Richtung Slowakei, Richtung Trenschin.
08:19In die Heimatstadt des Vaters.
08:22Die über 200 Kilometer legen sie zu Fuß oder per Anhalter zurück.
08:27Niemand in Trenschin spricht darüber, aber alle wissen, was geschehen ist.
08:33Evas Mutter sucht nach Familienangehörigen.
08:36Doch alle sind tot.
08:40Sie hat versucht, nicht zu weinen, nicht zu trauen.
08:45Sie wollte nach vorne schauen, weil sie zwei kleine Kinder hatte.
08:48Und sie musste gucken, dass sie das Leben wieder in die Spur kriegt.
08:57Als Kind habe ich mitgekommen, dass sie sehr fürsorglich war.
09:01Dass es fast für uns zu viel war.
09:03Dass wir vieles nicht dürften.
09:06Weil es ist ihr nichts geblieben, nur diese zwei Kinder.
09:10Und denen dürfte nichts passieren.
09:13Eva wächst in Trenschin auf.
09:15Sie denkt gern zurück an die Schulzeit und ihre damaligen Freunde.
09:20Also ich bin, wo es dann offen war und die Grenze nicht mehr war und kein eiserner Vorhang mehr war.
09:28Ich war eine von den ersten, die hier waren.
09:31Auf dem Marktplatz ist Eva heute mit einem alten Schulfreund verabredet.
09:35Hallo.
09:36Hallo.
09:37Evichka moja.
09:38Gde si sa tu sala.
09:40Ahoy.
09:41Hi, hi.
09:44Wir haben uns oft auf dem Weg zur Schule getroffen und dann sind wir ein Stück zusammengegangen.
09:55Eva geht gern in die Schule. Sie ist ehrgeizig, schreibt gute Noten und sie findet dort Freunde, mit denen sie
10:01bis heute in Verbindung steht.
10:03Die ersten Schuljahre war ich sehr oft krank, weil in Auschwitz, wo man gehungert hat und unterernährt war und krank
10:11war, dass das Einfluss fürs ganze Leben nimmt.
10:15Ich habe mich erholt, aber es hängt nach und das hängt schon damit zusammen von dem Ursprung.
10:23Man kriegt entweder einen leeren Korb oder einen vollen.
10:31Nach einiger Zeit lernt Evas Mutter Arnold kennen, einen Juden.
10:361949 heiraten die beiden. Arnold kümmert sich um seine neue Familie und für die Mutter wird vieles leichter.
10:44Obwohl Arnold ein frommer Jude ist, lebt die Familie nicht religiös.
10:48Sich offen zum Judentum zu bekennen, trauen sie sich nicht.
10:55Dem Stiefvater gelingt es, eine größere Wohnung zu besorgen.
11:00Nur ein paar Häuser weiter wohnt damals Evas Freund Fedor.
11:05So, hier warst du zu Hause, nicht wahr?
11:11Ja, ich war viele, viele Jahre hier zu Hause.
11:25Eva und Fedor dürfen reinkommen. Der Türöffner ist kaputt, deshalb bekommen sie den Hausschlüssel.
11:40Wie heissen Sie? Ich bin Igor Kalim.
11:43Ich bin Eva. Früher hieß ich Hecht. Meine Mutter und mein Vater hießen Czerny.
11:48Das war, glaube ich, für alle gut. Für unsere Eltern gut, für uns gut. Sagen Sie, ist das Ihre Lampe?
12:01Ja, genau. Mhm.
12:04Sieht die so aus wie Ihre Lampe damals? Ja.
12:09Darf ich da rein? Das war das Zimmer von meiner Schwester und mir.
12:14Gehen Sie ruhig rein.
12:15Danke, Herr Pekine. Mhm.
12:19Zu Hause spürt Eva oft Spannungen.
12:22Ihre Eltern haben Angst, dass sie als Juden wieder verfolgt werden könnten.
12:27Wir wussten ganz genau, was wir draußen sagen können und was wir drinnen sagen sollen.
12:35Dieses Verfremden redet man nicht, was man zu Hause kocht, isst man zu Hause.
12:42Die Wände haben Ohren, war am täglichen Programm.
12:49Wir sind praktisch von der braunen Diktatur in die rote Diktatur gekommen.
12:55Die Kommunisten waren große Antisemiten. Also das war immer ein Grund, noch Angst zu haben.
13:05Vorsichtig sein, nicht auffallen. Das lernen Eva und ihre Schwester früh.
13:16Nach dem Abitur geht Eva nach Bratislava. Sie will Kinderärztin werden.
13:21Ich glaube, dass mein ganzes Leben die Berufswahl beeinflusst hat.
13:27Ich glaube, dass das unbewusst schon dieser Wunsch war, die Kinder gesund zu machen.
13:36Sie fühlt sich wohl in Bratislava. Das Medizinstudium fällt ihr leicht.
13:45Das ist meine Universität, wo ich mich hier eingeschrieben habe. Das ist schon eine wahnsinnig wichtige Erinnerung.
13:55Doch 1966 gerät ihr Medizinabschluss in Gefahr, denn sie hat sich verliebt in den 16 Jahre älteren Jakob aus dem
14:03Westen.
14:04Wir haben uns kennengelernt in Urlaub und er hat gesagt, dass er kommt nach Bratislava und besucht mich.
14:14Ich habe ihm das nicht geglaubt. Ich habe ihm das nicht geglaubt, weil ich wusste, wie das an der Grenze
14:18ausschaut.
14:19Aber er hat das wirklich tatsächlich gemacht und kam alle 14 Tage.
14:25Jakob ist ein polnisch-jüdischer Überlebender, der in München ein Bauunternehmen hat.
14:32Er war dadurch, dass er älter und erfahrener war und dass er diese Beziehung sehr ernst genommen hat und wollte,
14:44dann war er für mich auch ein Ratgeber. Er war auch der, der wollte auch heiraten.
14:51Und das Einzige, was ich wollte, dass ich diesen Schlagsexamen fertig habe.
14:57Eva lebt damals im Studentenwohnheim. Sie, die nie auffallen wollte, steht plötzlich unter Beobachtung.
15:06Im letzten Studienjahr ist dann mein Mann gekommen, hat mich besucht und hat sich mit seinem Mercedes direkt vor die
15:16Eingangstür gestellt.
15:17Und die Frau an der Pforte, das war ja, wie man so schon sagt, gefundenes Fressen.
15:25Und dann hat sie Mikro genommen und hat im ganzen Haus, aus dem Lautsprecher kam raus,
15:31die Eva Hechtowa soll bitte an die Pforte kommen, weil es wartet ein westlicher Mercedes auf sie.
15:39Ja, und das war für mich mit großer Angst verbunden.
15:46Die Geheimpolizei meldet sich. Eva wird zum Verhör einbestellt.
15:53Dann haben die mich ausgefragt, wer das ist und die hätten sich erkundigt und er wäre verheiratet und hat Familie
16:00in München.
16:01Also die haben alles Mögliche versucht, mir den Appetit zu verderben.
16:09Immer wieder wird Eva vorgeladen. Man versucht sie einzuschüchtern.
16:13Sie hat Angst, dass auch ihre Schwester ihr Studium nicht beenden darf oder ihre Eltern verhaftet werden.
16:22Die Angst werden sie nur los, wenn das Problem weg ist.
16:26Und das Problem ist weg, wenn man dann Nägel mit Köpfchen macht.
16:31Das sage ich oft auch Leuten, du kannst nicht ewig Angst haben.
16:35Und dann, das heißt heiraten und auswandern.
16:40Eva macht ihr Examen, wird Ärztin und heiratet Jakob 1966 in Bratislava.
16:47Und am Ende, wenn sie wussten, dass die mir keine Angst machen können, dann haben die mich gefragt,
16:52Na ja, wenn sie schon meinen, dass sie doch mal in den Westen gehen, dann würden wir uns sehr freuen,
16:59wenn uns über ein paar Leute Nachrichten bringen.
17:02Das ist denen nicht gelungen, weil ich habe gesagt, ich werde jetzt heiraten, ich werde Familie gründen und ich werde
17:08keine Zeit haben, ihnen irgendwelche Nachrichten bringen.
17:13Im Februar 1967 kommt Eva in München an. Sieben Monate später wird Erik geboren. Die kleine Familie lebt in Schwabing.
17:24Ich hatte alles. Wir hatten eine wunderschöne Wohnung in Schwabing. Ich fuhr Mercedes, aber das war nicht mein Ziel.
17:32Ich wollte Ärztin sein und ich wollte arbeiten.
17:36Doch für die Münchner Chefärzte ist klar, als Ehefrau und Mutter gehört Eva nach Hause.
17:46Ich war plötzlich Hausfrau. Ich habe gemerkt, dass ich hier nicht so Arbeit bekomme, wie ich mir gedacht habe.
17:57Ich habe Probleme gehabt, auch mit der Sprache noch. Es war alles neu. Also es war für mich so eine
18:06Entzauberung.
18:10Teilweise war ich auch sehr traurig, weil ich eigentlich alleine war hier. Ich hatte meine Verwandte nicht hier. Ich hatte
18:19meine Freundinnen nicht hier.
18:22Eva versucht alles, um eine Stelle zu bekommen. Doch sie darf nur als unbezahlte Gastärztin in den Münchner Kinderkliniken hospitieren.
18:351968 passiert etwas, womit Eva nie gerechnet hat. Ihre Schwester Nora und ihre Eltern kommen nach München.
18:43Sie nutzen die kurze Zeitspanne, in der sich der eiserne Vorhang hebt, um auszureisen.
18:50Eva ist glücklich, dass ihre Familie da ist und alle wieder in derselben Stadt leben.
18:56Im selben Jahr will Evas Mann Jakob ein Haus bauen und kauft ein Grundstück in einem Viertel, in dem Ärzte,
19:03Unternehmer und Prominente leben.
19:06Dort ist auch das Klinikum Harlaching, in dem Eva hospitiert.
19:13Dieses Haus, ich wollte das nie. Wir hatten eine schöne Wohnung in Schwabing und jeder war glücklich und jeder zufrieden
19:20und verbrachte ein Haus.
19:24Wir sind eingezogen, das Haus war nicht fertig. Er war wild drauf, dass wir einziehen.
19:29Das war wie eine Sehnsucht. Na ja, sechs Wochen haben wir drin gewohnt.
19:37Dann laden Jakob und Eva Freunde zur Einweihungsfeier ein.
19:44Die Frauen waren oben, die Männer waren unten und um halb elf am Abend kommt Krach unten, als ob ein
19:56stumpfes Teil runtergefahren wäre.
19:59Und mich hat so gestochen von oben bis unten.
20:03Das ist so ein ungutes Gefühl, dass irgendwas passiert ist oder so.
20:10Jakob hat seinen Freunden Übungen an den Turnringen vorgeführt. Er rutscht ab und knallt mit dem Kopf auf die Fliesen.
20:19Wir sind ins Harlaching Krankenhaus gefahren. Die haben den Schädel gerönt und haben einen Schädelbasisfraktur festgestellt.
20:29Von da bis da, mit so einer klaffenden Schädelwunde.
20:37Ich bin am nächsten Tag in die Klinik und da war er schon bewusstlos, hatte mich nicht erkannt. Er lebte
20:44noch elf Tage.
20:48Man sucht Erklärungen, findet keine.
20:58Ja.
21:01Eva ist 27 Jahre alt und Witwe. Sie muss die Hypothek auf das Haus abzahlen und Geld verdienen.
21:09Die Eltern helfen ihr und kümmern sich um Erik.
21:16Jetzt bekommt sie endlich eine Stelle im Harlachinger Kinderkrankenhaus.
21:22Eine ihrer damaligen Kolleginnen ist Brigitte Kernert.
21:30Hallo, Eva. Schön, dass du kommst. Grüß dich.
21:34Das ist schon gut.
21:4050 Jahre Kinderklinikalerin. So lange ist das schon her.
21:46Ah, schau. Die Eisenbahn, die kenne ich noch.
21:51Sonst habe ich nichts mehr erkannt.
21:53Das ist das einzige, was noch geblieben ist.
21:57Damals gehören Eva und Brigitte zu den wenigen Frauen, die als Ärztinnen arbeiten.
22:03Sie müssen sich in einer Männerwelt behaupten.
22:07Das verbindet.
22:10Wie ich das erste Vorstellungsgespräch hatte, wurde zu mir der Chefarzt, der hiesige Chefarzt, der Erste, hat zu mir gesagt,
22:19Sie gefallen mir gut, aber was mir nicht an Ihnen gefällt, dass Sie kein Mann sind.
22:25Für Eva beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt.
22:30Sie hat sich wirklich sehr gut eingegliedert, denn sie hatte ja Ahnung.
22:34Und dann war sie halt bei uns und hat gearbeitet.
22:38Und sie hatte ja vorher keine deutschen Freunde.
22:42Sie hatte ja nur slowakische Freunde und Freunde von ihrem Mann.
22:45Dann hat sie uns auch immer eingeladen zu Hause, jede Woche.
22:49Und dadurch entstand irgendwie eine Freundschaft.
22:52Film mir nicht, wie ich da hier mit der Lecho hantiere. Du wolltest das Haus filmen.
22:58Die Aufnahmen aus dieser Zeit stammen von Brigitte.
23:04Also wir haben sehr viel zusammen erlebt.
23:08Ob das Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und das, was das Leben bringt, zusammen erlebt.
23:17Eva ist alleinerziehende und Vollzeit arbeitende Mutter.
23:21Viel Zeit zum Trauern bleibt ihr nicht.
23:24Wenn ich das Leben anschaue, diese 80 Jahre, es ging immer weiter.
23:29Es war nicht der erste oder der letzte Bruch.
23:34Aber solange man selber kann und alles Mögliche noch auf die Beine stellt,
23:40dann geht nicht alles glatt, auch wenn man das möchte.
23:44Erich ist vier Jahre alt, als seine Mutter ihre Stelle in der Klinik bekommt.
23:49Mittlerweile ist er 56, lebt seit über 20 Jahren in New York und ist nur noch selten in München.
23:55Heute ist er mit seiner Familie da. Eva feiert ihren 80. Geburtstag.
24:00Hallo.
24:01Hallo.
24:02Wie geht's?
24:03Hallo.
24:04Hallo.
24:05Hallo.
24:07Hallo, wie geht's dir?
24:09Wie geht's dir?
24:10Wie geht's dir?
24:12Ich bin gut.
24:13Ich bin nicht verletzt.
24:14Hallo.
24:16Wie geht's dir?
24:17Wie geht's dir?
24:18Wie geht's dir?
24:21Gut.
24:23Alles Gute zum 80. Wir feiern jeden zehnten groß und deshalb müssen wir jetzt den neunzigsten und hundertsten alt planen.
24:30Ja, wer sitzt neben dem?
24:32All right.
24:35Happy Birthday dear Oma, Oma, Mami.
24:41Happy Birthday to you.
24:45So, what's your birthday wish?
24:46My birthday wish is to be healthy and to celebrate in ten years and nine years.
24:56Heute ist es Eva wichtig, dass die Geschichte ihrer Familie nicht in Vergessenheit gerät. Jahrelang aber hat sie nicht darüber
25:04gesprochen.
25:06In jungen Jahren, also ich nehme an, so irgendwann zwischen fünf und sieben, wusste ich schon, dass die Vergangenheit anders
25:13ist.
25:13Und dann gab's immer so paar Einschnitte, also ich kann mich erinnern, ich glaube, ich war vielleicht elf oder zwölf
25:20und war mit meiner Mutter im Auto und hatte dann die Idee, einen, ähm, einen Familienstammbaum zu malen.
25:27Und hab sie dann gefragt, ob das eine gute Idee wäre.
25:30Und sie hat mir dann innerhalb von zwei Minuten erklärt, warum das keine gute Idee ist, weil eben so viele
25:35Leute verstorben sind im Krieg.
25:38Und das sind so, eben so ein paar einschneidende Erinnerungen, die ich habe.
25:44Knapp zwei Jahre nach dem Tod ihres ersten Mannes verliebt sich Eva wieder, in ihren Arbeitskollegen Bernd.
25:54Er war kein Jude und er war Deutsche. Er hatte zwar seine Mutter war Tschechin, aber wer der Vater war,
26:01ist auch nicht so ganz bekannt.
26:02Also es war schon problematisch. Auch, wo wir dann geheiratet haben, wollte vor allem mein Stiefvater nicht, dass ich einen
26:11Deutschen heirate und die Familie von meinem ersten Mann.
26:15Also das ist, ähm, es war eine schwere Geburt, diese ganze Geschichte.
26:21Doch Eva lässt sich nicht beirren. Sie will neu anfangen.
26:28Das Leben mit Bernd war abwechslungsreich, interessant. Er war sehr gescheit. Er sprach viele Sprachen. Er war belesen.
26:43Er hatte sich so ein bisschen nicht nur in mich verliebt, aber auch in Erik. Erik war damals fünf Jahre
26:50alt.
26:50Für mich war er wie ein Vater, als wir aufgewachsen sind. Also wir haben Fußball gespielt gemeinsam.
26:57Er hat sich auch sehr darum gekümmert, dass ich gut in der Schule war. Wir sind Skifahren gegangen. Also es
27:02waren sehr viele Aktivitäten.
27:05Bergsteigen war immer so eine Sache, die er unbedingt wollte. Und ich glaube, meine Mutter geheimlich gehasst hat.
27:14Eva und Bernd bekommen noch zwei Söhne.
27:19Bernd weiß, dass Eva in Auschwitz war, aber im Alltag spielt das keine Rolle.
27:27Julian ist der jüngste Sohn. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder Erik ist ihm die Vergangenheit seiner Mutter lange nicht
27:34bewusst.
27:36Bis ich zehn bis zwölf war, wurde das Thema Holocaust nie telematisiert. Nie. Auch nicht bei meiner Oma.
27:43Eva verheimlicht ihre Vergangenheit nicht, aber sie redet nicht viel darüber.
27:48Auch nicht mit ihren Freunden in Stein am Chiemsee, die sie heute mit Julian besucht.
27:53Also Stein hat eigentlich meine Gatte in die Ehe gebracht und jetzt bin ich dort zu Hause.
28:01Wir haben sehr oft Weihnachten bei denen gefeiert.
28:05Und durch diese gemeinsame Zeit hat man so eine Basis für Freundschaft, die über 50 Jahre dauert.
28:13In Schloss Stein ist ein Internat untergebracht, das der beste Freund von Evas Mann geleitet hat.
28:19Hi.
28:21Hi.
28:22Hi Wastel.
28:23Hi.
28:24Hallo.
28:24Schön bei euch wieder zu sein.
28:27Hallo.
28:27Ist ja wahrlich nicht zum ersten Mal.
28:29Ja, das stimmt.
28:31Mittlerweile führt dessen Sohn Sebastian das Internat.
28:40Hallo.
28:41Grüß dich, grüß dich.
28:43Schön, dass ihr da seid.
28:44Wir waren jung und wir hatten kleine Kinder und wir hatten gefeiert.
28:50Aber ich muss gestehen, ich war dann schon hinterher immer ganz schön platt.
28:53Ja.
28:54Meine Erinnerung ist der Julian, der sich mit dem Schlauch nass spritzt.
28:58Er hat sich nicht nass gespritzt, er hat den Garten drei Stunden lang begossen.
29:03Und nach zehn Minuten wurde ich ganz nervös, weil ich dachte, die Angie sagt zu mir jetzt mal so viel.
29:09Jetzt reicht's mal.
29:10Sie hat nichts gesagt, sie wollte Ruhe haben und er war zufrieden.
29:15Divergenz der Erziehungsstile, Frau Dr. Umlauf.
29:17Ja, das ist totale Divergenz.
29:21In Evas Leben hat das Thema Auschwitz in dieser Zeit keinen Platz.
29:31Doch als sie mit Julian schwanger ist, passiert etwas.
29:37Sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.
29:41Nachts plagen sie Albträume.
29:44Ich habe volle Gaskammern mit Säuglingen gesehen.
29:48Ich habe gesehen, wie man Kinder zerreißt und ins Ofen schmeißt.
29:52Das ist genau wie das in diesen bestialischen Büchern und Taten beschrieben worden ist.
29:57Was man wusste, aber was man in den anderen Schwangerschaften irgendwie weg überhaupt nicht hatte.
30:06Dann kam es beim dritten Kind.
30:09Nach der Geburt verschwinden die Albträume und sie hat keine Zeit darüber nachzudenken.
30:13Ihr Tag ist voll, drei Kinder, Haus und Arbeit.
30:19Mittlerweile hat sie sich als Kinderärztin niedergelassen.
30:23Zusätzlich macht sie eine Ausbildung zur Psychotherapeutin.
30:27Diesen Beruf übt sie bis heute aus.
30:32Es ist Zufall, dass sie vor allem von jüdischen Psychotherapeutinnen und Therapeuten ausgebildet wird.
30:39Viele von ihnen waren im KZ und forschen zu den Auswirkungen der Traumata.
30:44Wie Martha Koos, eine Auschwitz-Überlebende.
30:52Plötzlich hat sie meine Nummer gesehen und sie hatte zu mir gesagt, du warst auch dort.
31:00Ich habe das nicht gewusst.
31:18Mit der habe ich viele Jahre gearbeitet.
31:28In den letzten Lebensjahren wird Evas Mutter depressiv.
31:32Eva ist überzeugt, dass die Erinnerungen aus Auschwitz die Mutter belasten.
31:42Sie und ihre Schwester Nora wollen ihr helfen, wissen aber nicht wie.
31:46Denn die Mutter weigert sich, über diese Zeit zu sprechen.
31:50Daran ändert sich bis zu ihrem Tod nichts.
32:02Dadurch ist der letzte Mitglied ihrer Ursprungsfamilie gestorben.
32:09Und wir sind die Fortsetzung.
32:11Wir sind so eine Brücke zwischen Kriegs- und Nachkriegszeit.
32:19Eva will ihre Mutter in den letzten Jahren nicht belasten.
32:23Dass es in ihrer Ehe kriselt, behält sie für sich.
32:27Wir waren lange zusammen und wir waren ein gutes Team.
32:32Und trotzdem ist die Ehe kaputt gegangen.
32:34Und wissen Sie, am Ende, es gibt immer mehrere Faktoren, die sowas beeinflussen.
32:41Und das ging nicht mehr. Und das habe ich irgendwie mit dem Kopf begriffen.
32:47Nach 23 Jahren Ehe reicht Eva die Scheidung ein.
32:51Trotzdem glaube ich, dass ich die Scheidung am Anfang sehr schlecht ertragen habe.
32:58Ich fühlte mich so halbiert. Es hat die halbe, eine Hälfte gefehlt.
33:05Und das war bestimmt, wenn ich jetzt so nachdenke, die ersten zwei Jahre.
33:13Dann fängt sie sich und richtet sich in ihrem neuen Leben ein.
33:17Das Thema Auschwitz kommt wieder auf sie zu.
33:202011 wird sie gefragt, ob sie zum Jahrestag der Befreiung eine Rede halten würde.
33:27Ich sage immer zuerst ab und dann fange ich an zu denken, das ist eigentlich die schlechte Reihenfolge.
33:33Und dann habe ich mit meinen Kindern gesprochen, hauptsache mit Erik.
33:39Dann hat er gesagt, ja Mama, wo du die Jüngste sein kannst, das würde ich nehmen.
33:47Eva sagt zu. Wochenlang feilt sie an der Rede für den 27. Januar.
33:52Es ist das zweite Mal seit ihrer Befreiung, dass sie die Gedenkstätte besucht.
33:58Das war die wichtigste Rede eigentlich in meinem Leben, die erste Auschwitz-Rede, die nur fünf Minuten war.
34:09Mir ging schlecht, weil mir war kalt innerlich, äußerlich, dass man an den Platz zurückkehrt, lebendig.
34:23Zurück in München taucht sie wieder in ihren Alltag ein.
34:27Erst drei Jahre später wird sie sich endlich mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen.
34:33Denn mit 71 erleidet sie einen Herzinfarkt, als sie vom Einkaufen nach Hause kommt.
34:39Sie schafft es, sich die Treppen hochzuschleppen und den Notarzt zu rufen.
34:46Eva überlebt.
34:47Und sie beschließt, sich endlich ihrer Geschichte zu stellen.
34:52Da habe ich gesagt, jetzt hast du nicht so viel Zeit zu warten.
34:56Ja, entweder machst du es oder vergiss es, ja.
35:01Eva will über die Geschichte ihrer Familie ein Buch schreiben.
35:06Da ihre Mutter nur wenig aus dieser Zeit erzählt hat, muss sie selbst recherchieren.
35:11Und sie braucht jemanden, der ihr beim Schreiben hilft.
35:16Dafür sucht sie sich die Berliner Autorin und Historikerin Stefanie Oswald aus,
35:21die mittlerweile zur guten Freundin geworden ist.
35:28Es ist eine enorme Hilfe für mich gewesen.
35:33Zuerst aus dem Praktischen, dass man nicht alleine war mit diesen ganzen Begegnungen,
35:39mit so vielen Toten, was man in unserer Familie hat.
35:45Eva und Stefanie sind wochenlang unterwegs.
35:48Sie fahren nach Auschwitz, Israel und in die USA.
35:51Überall suchen sie in den Archiven nach Hinweisen auf Evas Familie.
35:59Diese Freundschaft ist jetzt acht Jahre und das entwickelt sich immer mehr.
36:06Wir hatten Glück miteinander.
36:09Erst mal habe ich dir mitgebracht wieder deine Bücher.
36:12Ja, ich wusste gar nicht mehr, das habe ich schon inzwischen vergessen, diese zwei.
36:17Was mich so wahnsinnig beeindruckt hat, war der Besuch in Yad Vashem.
36:22Wo wir das erste Mal vor diesem Computer saßen, der uns Daten liefern sollte.
36:29Oder die Personen von der Familie meiner Mutter.
36:32Und dann hat das gerattert und gespuckt.
36:34Ein Papier nach dem anderen.
36:37Und diese Frau, das war eine fromme ungarische Jüdin.
36:43Und die hat zu mir gesagt, das bist du?
36:48Und ich habe gesagt, ja und wo lebst du?
36:51Ich habe gesagt, in München, auch in Deutschland.
36:54Und hat mich so von oben behandelt, dass ich mir traue zu kommen.
37:00Und ich traue mir mit dieser Geschichte, dass ich sogar im Archiv bin, in Deutschland zu leben.
37:06Und das hat mich dann auch zuerst mal schockiert.
37:10Und ich habe mich so schlecht gefühlt, von der aus geschimpft zu werden.
37:15Endlich bekommt Eva Gewissheit über das Schicksal ihrer Familie.
37:18Sie erfährt unter anderem, dass ihr Vater den Todesmarsch aus Auschwitz überlebt hat.
37:24Doch 1945 im KZ im österreichischen Melk an einer Blutvergiftung gestorben ist.
37:34Es ging ihr dann oft nicht gut, weil sie dann irgendwie auch körperlich sehr stark reagiert hat.
37:39Und dann eben zum Beispiel so Hustenanfälle bekommen hat.
37:41Und dann auch wirklich ganze Nächte lang nicht geschlafen hat und gehustet hat und so weiter.
37:46Aber sie hat ja eine wahnsinnige Disziplin.
37:48Und was man die ganze Zeit bei dieser Arbeit gemerkt hat, sie wollte es wissen und sie wollte da durchgehen.
37:54Und sie ist da an ihre Grenzen gegangen, aber sie ist durchgegangen.
37:58Und für mich ist eigentlich jetzt so im Nachhinein das Interessante, dass man auch sieht, das hat auch was mit
38:04ihr verändert.
38:04Also sie hat ja diese ganzen Herzbeschwerden, die sie vorher hatte, hat sie dann nicht mehr gehabt.
38:08Sie hat auch nicht mehr Lungenbeschwerden bekommen.
38:10Also es hat auch mit ihrer Physis, so irre das klingt, auch was verändert.
38:17Das Buch hat Eva nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder und Enkelinnen geschrieben.
38:22Ihre eigene Mutter konnte nicht über die Zeit in Auschwitz reden, weil sie es nicht ertragen hätte.
38:27Aber sie hat ihre Erlebnisse als Gefühlserbschaften weitergegeben.
38:34Die alle drei sind ermordet worden in Konzentrationslager und meine Mutter war die einzige, die überlebt hat.
38:48Für mich geht es vor allem um unser Familienerbe und darum, wie wichtig Omas Erfahrungen sind.
38:57Diese Fotos zu sehen, ist für uns wichtig, um mehr über unsere Identität zu erfahren.
39:06Trotz Auschwitz hat Evas Mutter ihre Kinder nie in einem Hass auf die Deutschen erzogen.
39:11Ich möchte, dass man irgendwie nicht dieses Wort verzeihen benutzt, weil ich hasse das, verzeihen kann man nicht.
39:21Aber dass man trotzdem miteinander leben kann und nicht nur leben kann, auch befreundet werden kann und die Kinder weiter
39:29freundschaften finden,
39:30weil sonst kriegen wir dieses Gegeneinander nie weg.
39:39Durch das Buch wird Eva bekannt. Als eine der jüngsten Überlebenden bekommt sie viele Anfragen.
39:46Heute ist sie von der Organisation March of the Living, Marsch der Lebenden, nach Auschwitz eingeladen.
39:53Ich war hier schon öfters, aber ich habe so viel Anlauf von jungen Leuten gesehen.
40:01Es sind 8000 inzwischen da.
40:04Seit 1988 findet in Auschwitz einmal im Jahr ein Gedenkmaß statt.
40:10Überlebende laufen zusammen mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern von Auschwitz nach Birkenau,
40:16um der Toten zu gedenken und das Leben zu feiern.
40:22Ich gehöre zu den Alten, aber ich bin noch froh, dass ich mitlaufen kann, ja. Das ist ganz klar.
40:36Am Ende des Marsches erzählt Eva die Geschichte ihrer Familie vor gut 1300 österreichischen und deutschen Jugendlichen.
40:55Diese Rede trägt einen Titel. Ein Leben mit den Wunden von Auschwitz.
41:05Seit ihrer ersten Rede in Auschwitz sind zwölf Jahre vergangen.
41:10Sie hat seitdem unzählige Vorträge und Lesungen gehalten.
41:14Für mich ist Auschwitz ein traumatisierender Bestandteil meiner Biografie, eine Gefühlserbschaft und diese ist in meiner Person nicht beendet.
41:28Ein Erbe wird weitergegeben von einer Generation zur nächsten.
41:35Also muss ich selber dafür sorgen, dass diese Erbschaft nicht auf meine Söhne, auf meine Enkelinnen oder auf mein Umfeld
41:46übergeht.
41:47Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihre Offenheit gegenüber meinen wirklich herausfordernden Ausführungen.
42:18Ich habe so viele Menschen, die für mich nur geklatscht haben, noch nie gesehen. Das ist das erste Mal. Danke
42:25euch.
42:26Ich danke Ihnen. Darf ich Ihnen noch ganz kurz was sagen? Sie wurden zwei Tage nach unserer Urgroßmutter aus Seret
42:31auch deportiert und sie hat auch Auschwitz überlebt.
42:34Und das ist irgendwie sehr bewegend für uns. Das ist, das ist sowas. Okay. Vielen Dank für Ihre Arbeit.
42:46Ich freue mich, dass Ihre Geschichte mich wahnsinnig berührt hat und dass mir das sehr viel gegeben hat.
42:54Jetzt wird es so schnell.
42:56Ich freue mich, dass Sie jetzt in der Region sehen.
42:59Ich freue mich, dass Sie heute in der Region.
43:09Ich freue mich.
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