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00:07Do you know how it is going to have a woman on the backpack?
00:11Yes.
00:12It's a good job on the shoes, but it's a good job on the bike.
00:15We can't do that yet.
00:17It's just like this.
00:18Okay, all right.
00:20It was our trick.
00:22Why did we do that?
00:25Because we had a lot of nonsense in the head.
00:28Yes.
00:29Okay, go.
00:30I'm ready.
00:31Oh, that's good.
00:33Oh, my God.
00:35So they know just a few.
00:37The moderator Sabine Sauer,
00:39with a friend from Kindertagen.
00:41Do you want it faster?
00:43You go faster.
00:45This is just perfect.
00:50I was sometimes too nice, too friendly
00:53and would have in many situations
00:57früher mal eine Grenze setzen
00:58and would have said,
01:00pass on, so you don't speak with me.
01:03But so is it.
01:07Man lebt das Leben vorwärts
01:09und verstanden wird rückwärts.
01:13So kennen sie die meisten.
01:15Freundlich, höflich, empathisch.
01:28Sabine Sauer ist vor allem
01:29als Fernseh- und Radiomoderatorin bekannt.
01:32Seit 23 Jahren steht sie auch
01:34in der Sternstundengala des Bayerischen Rundfunks
01:37einer Benefizaktion für Kinder auf der Bühne.
01:41Dreieinhalb Stunden Live-Sendung liegen vor ihr.
01:45Hallo, Julia.
01:47Hallo.
01:48Und ihr bist auch hier.
01:55Also es ist immer noch, auch nach all den Jahren,
01:59ein ganz besonderer Moment.
02:01Es ist ein ganz besonderer Moment.
02:03Ich weiß, jetzt gilt's.
02:05Jetzt kommt's drauf an.
02:08Diese erwartungsvollen Blicke
02:09hab ich gar nicht gern was.
02:11Heute ist Sabines letzte Sternstundengala
02:14vor ihrem Ruhestand.
02:18Wenn ich bei Sternstunden hinter der Bühne stehe
02:22und es kommt die große Ansage,
02:25meine Damen und Herren,
02:26begrüßen Sie die Gastgeber des heutigen Abends,
02:30Volker Heismann und Sabine Sauer,
02:32da geht mir aber richtig die Pumpe.
02:36Und ich denk mir im Stillen,
02:40okay, jetzt musst du da rausgehen und den Drachen töten.
02:42Weil jetzt hilft dir kein Gott mehr.
02:44Also du bist jetzt da draußen auf der Bühne.
02:46Es ist super wichtig.
02:48Es ist super glamourös.
02:50Es geht um die Spenden.
02:52Es geht darum, dass dreieinhalb Stunden Live-Gala
02:54kein Fehler passiert.
02:56Aber auch das ist halt in seiner Besonderheit
03:01ein schöner Moment.
03:02Weil es ist ja auch ein großes Privileg,
03:05dass man sowas machen darf.
03:07Durch den heutigen Abend begleiten sie
03:10Sabine Sauer und Volker Heismann.
03:16Dein lieber Volker.
03:18Herzlich willkommen zu Sternstunden 2020.
03:24Seit über 40 Jahren ist Sabine präsent in Radio und Fernsehen,
03:29bei Bühnenshows, Klassikveranstaltungen und Galas.
03:32Ihr Beruf macht sie zu einem Star, einer öffentlichen Figur.
03:37Mehrfach wird sie für ihre Arbeit ausgezeichnet.
03:40Jahrzehntelang ist sie das Gesicht des bayerischen Fernsehens.
03:50Der Wein hab ich schon runtergeschnitten, Gott sei Dank.
03:53Und jetzt kommt der Sommerflieder.
03:58Und den machen wir, glaub ich, ganz wie immer.
04:02Wie immer da oben, ja.
04:03Der wächst wie Unkraut.
04:06Und das Zeug, was da unten aus der Bucke rauswächst,
04:09das müssen wir wirklich auch mitmachen.
04:10Ja, das kommt.
04:11Aber du weißt schon, was zu tun ist.
04:14Okay.
04:15Schon als Kind kümmert sich Sabine
04:17um den Garten des Elternhauses in München.
04:20Hier ist sie aufgewachsen.
04:22Heute ist der Garten für sie auch ein Rückzugsort.
04:28Hier werde ich nicht bei allem, was ich tue,
04:31von mehreren hunderttausend Leuten beobachtet,
04:34bewertet und beurteilt, was okay ist.
04:38Aber ich finde es dann eben sehr entspannend und wohltuend,
04:43mal nicht unter Beobachtung zu sein.
04:46Und einfach hier so in meinem Garten rumwühlen zu können
04:51und rumsandeln und keine Leistung bringen müssen,
04:56mir nicht überlegen zu müssen,
05:00hat jetzt irgendjemand da was dagegen, wenn ich das oder das mache.
05:04Hier bestimme ich selber.
05:09Privat meidet Sabine die große Bühne.
05:11Sie lebt zurückgezogen, ist gern allein.
05:14Das kennt sie bereits aus der Kindheit.
05:18Wahrscheinlich gibt es zwei Sabines.
05:20Ich fühle mich in meiner Zurückgezogenheit und Introvertiertheit
05:25genauso wohl wie in der großen Sternstundengala.
05:31Es ist für mich beides ganz kostbar.
05:38Irgendwie wohnen da zwei Seelen in meiner Brust.
05:41Ich kann beides genießen.
05:46Im Elternhaus im Münchner Westen hält sich Sabine oft auf.
05:50Der Vater stirbt 1990, die Mutter 2001.
05:55Vieles ist hier unverändert, unberührt geblieben.
06:00Sabine kommt Mitte der 1950er Jahre
06:03in Freiburg im Breisgau auf die Welt.
06:06Ihre Schwester Gabriele ist knapp drei Jahre älter.
06:18Die Eltern, Ursula und Günther, lernen sich während des Zweiten Weltkriegs
06:23an der Universität in Breslau kennen.
06:25Die Mutter studiert Germanistik, Romanistik und Anglistik auf Lehramt.
06:30Der Vater Theater- und Literaturwissenschaften.
06:331949 heiraten sie.
06:35Die Mutter hat Dutzende von Fotoalben hinterlassen, fein säuberlich beschriftet.
06:42Er spielte sehr gut Geige, Bratsche, schrieb Gedichte,
06:47hatte damals schon eine große Bibliothek,
06:50wusste viel über Literatur, Musik, Geschichte,
06:52mit einem Wort in der Hitlerzeit, die er wirklich immer ablehnte,
06:57ein wahres Wundertier.
07:02Das Arbeitszimmer des Vaters unterm Dach ist noch im Originalzustand.
07:07Günther Sauer arbeitet nach dem Krieg als Schauspieler und Regisseur
07:10und bringt in Dresden wieder die ersten Operninszenierungen auf die Bühne.
07:161951 entscheiden sich die Eltern, nach Westdeutschland zu gehen.
07:19Auftrittssekretärin, Bühne leer, Blackout.
07:34Also ich bin ganz erstaunt.
07:38Ich erkenne da viel von mir selber wieder.
07:41Also dieses dringende Bedürfnis immer, wenn ich eine Sendung mache,
07:46das auch alles genau zu strukturieren, zu choreografieren,
07:52also auch inhaltlich zu choreografieren,
07:55wann, wo, was passiert und wie das dann aussehen soll.
08:01Also wenn es um meine eigenen Sendungen geht, dann führe ich schon auch sehr gerne Regie.
08:10Und jetzt weiß ich, wo das herkommt.
08:14Schön zu sehen.
08:15Ja, das ist auch ein Stück von mir.
08:24Sabine bewundert ihren musisch und künstlerisch begabten Vater.
08:28Doch sie bekommt ihn selten zu Gesicht.
08:31Er ist oft auf Tournee oder im Engagement in anderen Städten.
08:36Um die Mädchen kümmert sich die Mutter.
08:39Das Schlimme war, dass unsere Mutter kurz vor, bevor sie mit mir schwanger wurde,
08:46einen Verkehrsunfall hatte in dem alten VW Käfer mit unserem Vater.
08:52Und da es ja damals noch keine Sicherheitsgurte gab
08:55und es gab keine Nackenstützen, also überhaupt keine Sicherheitsmaßnahmen,
09:01war halt der Klassiker, die ist mit dem Kopf irgendwie nach vorne
09:05und dann Schleudertrauma, hat sie es wieder nach hinten geschleudert.
09:08Kurzum, es hat ihr ziemlich die Halswirbelsäule derangiert.
09:13Und die Folge war, sie hat schon in der Schwangerschaft mit mir
09:18unter fürchterlichen Kopfschmerzen gelitten und so neuralgische Probleme gehabt
09:25im ganzen Kopf- und Halsbereich.
09:27Und das hat sie ihr Leben lang auch nicht mehr verlassen.
09:31Es ist sie nicht mehr losgeworden.
09:32Und deswegen war sie dann auch in Freiburg jedenfalls eine Mutter, die viel nicht da war.
09:40Weil sie immer wieder ins Krankenhaus musste, weil sie zu irgendwelchen Kuren geschickt wurde.
09:47Und das waren schwere Zeiten, sowohl für unsere Mutter als auch für uns Kinder.
09:56Sabine und Gabi haben bis heute eine enge Beziehung.
10:00Die große Schwester kümmert sich sehr um die kleine, eher stille Sabine.
10:09Immer wieder, wenn die Mutter ins Krankenhaus muss,
10:12werden die beiden Mädchen über Wochen in einem Kinderheim untergebracht.
10:18Das war im Kinderheim hier, weißt du noch? In St. Mergen.
10:23Oh, da habe ich gruselige Erinnerungen.
10:24Du da hinten, ich da vorne. Die Idylle trügt, würde ich sagen.
10:28Aber die trügt extrem.
10:29Ich habe da auch keine schöne Erinnerungen.
10:31Ah.
10:41Das war, boah, das haben wir beide gleichermaßen gehasst.
10:45Also die Gabi hat ja wirklich, also du hast bei vielem immer gesagt,
10:48ach nö, hat mir eigentlich nichts ausgemacht.
10:50Aber das hat dir auch was ausgemacht.
10:51Nee, das Kinderheim fand ich auch nicht toll.
10:54Wir mussten zusammenhalten.
10:56Weil wir so viel allein waren.
10:57Weil wir auch viel alleine waren, ja.
10:59Und weil wir sonst gegen diese Außenwelt wahrscheinlich nicht bestanden hätten.
11:05Und da hat uns das geholfen, dass wir zu zweit waren.
11:08Das ist natürlich einfach ein Segen.
11:10Also ich weiß nicht, wie man das alleine hätte geschafft.
11:25So lange die Kinder noch klein sind, unterrichtet die Mutter einige Stunden die Woche abends.
11:35Weil es halt finanziell immer extrem eng war, mit diesem Theaterjob von unserem Vater und so,
11:43hat sie dann beschlossen, sie geht zwei- oder dreimal die Woche abends in die Volkshochschule zum Unterrichten.
11:49Weil tagsüber hatte sie ja uns.
11:52Und das führte dazu, dass wir dann, ich glaube, sie ist dann so um sechs Uhr abends oder so, halb
11:57sieben, aus dem Haus gegangen.
11:59Und dann waren wir allein in der Wohnung und lagen schon im Bett.
12:04Und, also ich habe eine Scheißangst gehabt, das weiß ich noch, wenn sie gegangen war.
12:12Und es brannte nur noch im Flur, so ein bisschen dieses Licht.
12:16Und die Wohnung war still und leer.
12:18Und wir haben gesungen.
12:19Wenn ich dich nicht gehabt hätte, Gabi, ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre.
12:25Und da haben wir ja dieses Ritual entwickelt, gemeinsam zu singen.
12:321960, als Sabine fünf Jahre alt ist, ziehen sie nach München.
12:39Der Ausflug zur Blutenburg ist ein beliebter Sonntagsspaziergang der Familie.
12:49O du stille Zeit, kommst, wie wirst gedacht.
13:03Über die Berge weit, über die Täner weit.
13:18Gute Nacht.
13:23Also hier klingt es natürlich auch besser, als bei uns im Kinderzimmer.
13:28Also, mir hat es immer viel geholfen.
13:34Es hat mir Sicherheit gegeben und es hat gleichzeitig Freude gemacht.
13:43Die Mädchen werden liebevoll, aber streng von der Mutter erzogen.
13:47Im Haushalt müssen sie, je älter sie werden, immer mehr Pflichten übernehmen.
13:53Das war schon ein bisschen verkehrte Welt teilweise.
13:56Es gab immer wieder Phasen, Momente, Tage, wo sich die kleinen Mädchen um die Mutter gekümmert haben.
14:04Weil die Mutter sich nicht mehr um die Kinder vernünftig kümmern konnte.
14:09Weil sie halt nur noch mit ihren geisteskranken Schmerzen da niederlag.
14:16Und ich weiß nur, wir hatten in dem ersten Haus in München, da hatten wir ein Wohnzimmer mit so einem
14:21Kachelofen.
14:22Und da saß sie dann immer, ich sehe sie nur an diesem Kachelofen dann immer sitzen.
14:28Und die Tränen liefen ihr runter vor Schmerzen und ich glaube auch vor Erschöpfung oft.
14:33Und sie hat nur die Wärme von dem Kachelofen hinten an ihre Halswirbelsäule, an ihren Kopf gelassen.
14:39Und hat immer nur gemeint, das ist der einzige Ort, wo sie es einigermaßen aushält.
14:47Ich habe sie oft leidend erlebt, auch völlig am Ende ihrer Kräfte.
14:53Und trotzdem hat sie nie aufgegeben.
14:56Eine unheimlich starke Frau.
15:00Aber nicht immer einfach zu handeln, weil sie durch diese chronischen Schmerzen dann in so eine Medikamentenabhängigkeit geraten ist.
15:09Die dann wirklich ganz schlimme Formen angenommen hat im Laufe der Jahrzehnte, muss man sagen.
15:17Aber das war, also das war eine, wie soll ich sagen, Drogenabhängigkeit auf Rezept.
15:29Auch Sabine ist oft krank, leidet als kleines Mädchen unter Brechattacken.
15:35Mit acht Jahren bekommt sie plötzlich starke Schmerzen in den Gelenken. Der Arzt diagnostiziert Rheuma.
15:43Das Schlimme ist, dass diese entzündlichen Prozesse sich auch auf die inneren Organe legen können.
15:49Und gerade bei Kindern.
15:51Und den größten Horror hatte man davor, dass sich das auf den Herzmuskel legt.
15:55Und da hatten natürlich alle eine Wahnsinnsangst davor, zu Recht.
15:59Und da man nicht so richtig wusste, wie man damit umgeht zu der Zeit,
16:04also wir reden vom Anfang, Mitte der 60er Jahre,
16:08ja, wurde ich ins Bett gelegt und es hieß, das Kind darf sich so wenig wie möglich bewegen.
16:14Also ein Jahr Bettruhe.
16:16Ich durfte ein Jahr nicht in die Schule,
16:19ich durfte ein Jahr nicht auf der Straße mit den Kindern spielen,
16:23Radfahren, Sport treiben, nichts, war alles gestrichen.
16:27Und ja, da war ich halt viel zu Hause, noch viel allein zu Hause.
16:34An das viele Alleinsein gewöhnt sich Sabine.
16:37Sie liest viel, hört Radio und hängt ihren Tagträumen nach.
16:42Schlimmer ist für sie, dass sie ein Schuljahr verliert.
16:45Die Rheumerschübe kommen und gehen, sie verschwinden erst im Erwachsenenalter.
16:55Als Sabine elf Jahre alt ist, zieht die Familie in dieses Reihenhaus im Münchner Westen.
17:03Schnell finden die Schwestern Anschluss.
17:06Mit dem ehemaligen Nachbarsjungen Stefan Knorr verbindet Sabine bis heute eine Freundschaft.
17:16Wir haben das als Außenstehende ja immer nur so peripher mitbekommen.
17:20Was da wirklich intern dann so alles für Nummern lief, das haben wir nicht so.
17:24Wir haben nur gesehen, dass die eigentlich den Mädels den ganzen Haushalt managen.
17:28Zur Schule und allem drum und dran.
17:30Und wenn du dann natürlich 14, 15, 16 bist, ist das nicht so witzig.
17:36Da hast du nicht so unbedingt Lust dazu.
17:38Ja, das hat dich schon geprägt.
17:43Als Sabine in die Pubertät kommt, verbringen sie und ihre Schwester viel Zeit mit ihrer Clique,
17:49zu der auch die Jungs aus der Nachbarschaft gehören.
17:52Sie besuchen öfter einen Partykeller, nicht weit vom Elternhaus,
17:56müssen aber stets um 10 Uhr abends zu Hause sein.
17:59Es ist auch die Zeit, in der Sabine ihren ersten Freund hat.
18:03Ich habe hier den ersten richtig verliebten, langsamen Schieber meines Lebens getanzt.
18:12Nimm gut.
18:13Genannt Schnuff.
18:15Genau.
18:18Wahnsinn.
18:18Das ist alles früh.
18:241975 macht Sabine Abitur, verlässt das Elternhaus und zieht in eine Wohngemeinschaft.
18:30Sie würde gerne Medizin studieren, aber dafür genügen ihre Mathe-Noten nicht.
18:35Also schreibt sie sich für Kunstgeschichte ein.
18:37Berufsziel Restauratorin.
18:431977, im zweiten Studienjahr, entdeckt Sabine am schwarzen Brett in der Uni einen Aushang des Bayerischen Rundfunks.
18:51Nachwuchssprecher gesucht.
18:53Sie bewirbt sich, um etwas Geld dazu zu verdienen und wird zum Vorsprechen eingeladen.
18:59Ihre Schwester Gabi begleitet sie ins Münchner Funkhaus.
19:04Ich bin durch die Drehtür, habe gesehen, dass hier das ganze Foyer gepackt voll war mit lauter Aspiranten auf diese
19:1410 Plätze in dem Sprecherseminar.
19:16Ich glaube, ein paar hundert Leute hier.
19:18Bin sofort wieder zu der Drehtür raus.
19:20Meine Schwester hinter mir her, hat mich am Kragen gepackt und gesagt, wir gehen jetzt hier rein und warten so
19:26lange, bis du drankommst.
19:28Dann habe ich gesagt, Gabi, das ist doch völliger Unsinn.
19:30Ich habe da überhaupt keine Chance.
19:33Wir setzen uns jetzt hier hin und warten.
19:36Das haben wir gemacht und dann kam ich dran und habe vorgesprochen.
19:41Nach drei Wochen etwa kam ein Brief vom BR.
19:45Sie wollten mich zu einem zweiten Vorsprechen einladen.
19:48Nach dem dritten Vorsprechen war ich dann auf einem der zehn Plätze in dem Sprecherseminar.
19:56Das ist die Stunde Null gewesen, die mein Leben komplett verändert hat.
20:01Weil ich hatte ja überhaupt keinen Plan und ich hatte schon überhaupt keinen Plan, hier im Funk oder auch beim
20:07Fernsehen was werden zu wollen.
20:09Ich wollte Restauratorin werden, mein Studium fertig machen und das war's.
20:14Und dass das Hiersein mein Leben in eine komplett andere Richtung gelenkt hat und eine Richtung, für die ich sehr,
20:24sehr dankbar bin, das war ein großes Glück für mich.
20:28Die tagespolitische Radiosendung Morgentelegramm ist ihre wichtigste Redaktion, in der sie nach dem Abschluss des Sprecherseminars nebenbei arbeitet.
20:39Weitere Programme kommen mit der Zeit dazu.
20:44Irgendwann war ich abends, hatte ich Spätschicht, Nachtschicht auf Bayern 3 und da klingelte in der Senderegie das Telefon am
20:52Abend und da war der Sendeleiter des Bayerischen Fernsehens dran.
21:00Und der sagt, ja, ich höre Sie da immer so im Radio, Fräulein Sauer, Sie machen das ja ganz nett,
21:06das gefällt mir ganz gut, sagen Sie mal, wie sehen Sie denn aus, wörtliches Zitat, wie sehen Sie denn aus,
21:13kann man Sie auch vorzeigen?
21:17Na, weiß ich jetzt nicht, ob er mich vorzeigen kann, das müssen andere beurteilen. Ja, dann kommen Sie doch mal
21:23vorbei und machen Sie mal einen Kameratest bei uns. Ja, und dann war ich Ansagerin beim Fernsehen.
21:36Meine Damen und Herren, der englische Spielfilm Der große Atlantik führt uns auf eine britische Korvette, die während des Zweiten
21:44Weltkrieges als Geleitschutz eingesetzt und in den Kampf mit deutschen U-Booten verwickelt wird.
21:51Jack Hawkins spielt darin die Hauptrolle.
21:53Ich habe, ich weiß nicht, wie viele Tage und Wochen vorher überlegt, was ich anziehe und alle mussten gucken und
22:02wehe, jemand hätte hinterher was Schlechtes gesagt, dann wäre ich, glaube ich, in Tränen ausgebrochen.
22:08Aber das war schon, also in unserer Familie und in meinem Leben war die erste Ansage ein Großereignis.
22:16Meine Damen und Herren, wir zeigen Ihnen nun den deutschen Spielfilm Ganoven-Ehre.
22:22Neben Gerd Fröbe, der morgen 70 Jahre alt wird, spielen Mario Adorf und Karin Ball die Hauptrollen in dieser schwarzen
22:29Gauner-Komödie.
22:30Wir wurden genau auf diesen Look, also hochgeschlossene Rüschenbluse, Schleife, Puffärmel und so eine Locken, so ondulierte Locken eingeschworen.
22:43Und es hat was für ein Mädchenpans gemacht.
22:47Aber Visitenkarte des Bayerischen Rundfunks, da musste man nett, brav und tadellos sein.
22:57Und genau das bin ich. Lustig. Ich gucke nochmal weiter.
23:03Grüß Gott, liebe Kinder. Herzlich willkommen auch alle Eltern bei unserer Sendung 1730 Kinder macht mit.
23:11Aha, die Claudia hat probiert mal, ob sie...
23:13Ihre erste eigene Sendung wird ein Erfolg und Sabine bekommt weitere Angebote.
23:19Schließlich entscheidet sie, das Kunstgeschichtestudium abzubrechen und ganz beim Fernsehen zu arbeiten.
23:25Sie gewinnt an Bekanntheit, steht mit 25 Jahren am Anfang einer Karriere.
23:33Ich saß in der Maske und wurde geschminkt und es kam ein Anruf von einem meiner oberen Chefs.
23:41Ich soll doch mal rüber in sein Büro kommen. Und da ich noch ein bisschen Zeit hatte, habe ich gesagt,
23:45ja, okay, ich komme schnell rüber.
23:47Und der empfing mich also sehr freundlich. Und ja, er ist so zufrieden mit meiner Arbeit und er findet es
23:56toll, wie ich das mache.
23:58Und ich dachte, ah, das wird jetzt so ein Perspektivgespräch, wo der mir sagt, was er in Zukunft jetzt alles
24:05mit mir vorhat.
24:07Und ja, und dann lief das aber an so einem bestimmten Punkt in so eine komische andere Richtung, dass der
24:15irgendwie so, ich sage mal, zutraulicher wurde, als mir lieb sein konnte.
24:22Und dann fing der an, sich den Gürtel an seiner Hose aufzumachen hinterm Schreibtisch. Und ich dachte mir nur, was
24:31ist denn jetzt hier los?
24:33Das wird offensichtlich doch kein Perspektivgespräch, so wie ich mir das vorgestellt hatte.
24:39Und da habe ich sehr schnell geschaltet. Da war ich sehr geistesgegenwärtig und habe sofort die Grenze gezogen.
24:46Und ich wusste nur, wenn ich jetzt zu der Tür gehe, wo auf der anderen Seite seine Sekretärin sitzt, dann
24:53bin ich in Sicherheit.
24:54Und dann kann mir nichts mehr passieren. Und dann bin ich da zu der Tür und habe die so halb
24:59aufgemacht.
25:00Und da sah ich schon seine Sekretärin sitzen. Und da habe ich mich nur noch mal umgedreht und habe den
25:06gefragt,
25:06sagen Sie mal, was sagen Sie eigentlich, wenn ich das irgendjemandem erzähle, was hier gerade passiert ist,
25:13was Sie mir gesagt haben und was Sie so getan haben da gerade.
25:17Und dann grinste der mich ganz siegessicher an und sagte, ach, Sabine, er dudte mich immer konsequent und ich habe
25:25ihn immer konsequent gesitzt.
25:28Sabine, das wirst du niemandem sagen. Ganz bestimmt nicht.
25:33Und da habe ich mir gedacht, oh, ich glaube, der hat das nicht zum ersten Mal gemacht.
25:39Und dann habe ich geschaut, dass ich wegkomme, bin wieder in die Maske.
25:43Allerdings, ich muss wirklich sagen, mit schlotternden Knien.
25:46Also das ist mir schon sehr ins Gebein gefahren, diese ganze Situation. Das war schon unangenehm.
25:57Und dann klingelte wieder das Telefon und dann war der wieder dran.
26:02Und das ist der eigentliche Gipfel der Geschichte.
26:05Und dann war der wieder dran und sagte nur, Sabine, das wäre jetzt deine Chance gewesen, hier was zu werden.
26:13Aber die Chance hast ja gerade gründlich vermasselt.
26:17Und dann hat er aufgelegt.
26:25Ich habe das niemandem erzählt.
26:29Und eigentlich erst jetzt in den letzten Jahren, als die MeToo-Debatte so hochgekommen ist, habe ich gedacht, ja, komisch.
26:39Also gibt es eigentlich irgendeine Frau, die nicht irgendeine Geschichte erzählen kann, egal wo sie arbeitet?
26:46Gut, dass sich da was ändert.
26:49Und ich muss wirklich dazu sagen, das war auch das einzige Mal, das einzige Mal in 40 Jahren, dass mir
26:56sowas passiert ist.
26:57Der Vorgesetzte muss kurz darauf wegen eines anderen Themas den Sender verlassen.
27:02Und Sabine macht Karriere.
27:04Ihr Durchbruch ist die Moderation zum Vorentscheid des Eurovision Song Contest 1984.
27:10Man hat mir gesagt, ich soll heute Abend hier sozusagen die Klammer um diese ganze Veranstaltung sein und dabei einen
27:18möglichst guten Eindruck machen.
27:19Ich werde mein Bestes tun, das verspreche ich, obwohl ich zugeben muss.
27:23Kurz danach bietet ihr das ZDF eine neue Sendung an.
27:27Sabine greift zu.
27:29Von da an führt sie ein aufregendes Leben.
27:31Sie interviewt große Stars, reist durch die Welt, wird immer bekannter.
27:44Das war das Who is Who der damaligen Film- und Rockmusikgeschichte.
27:52Und ich habe die irgendwie alle gehabt.
27:55Also ich hatte wirklich da ja echt mehr Glück als Verstand, dass ich diesen Traumjob machen durfte,
28:01dass ich diese unglaublich interessanten Leute alle, egal ob prominent oder nicht prominent, interviewen durfte.
28:10Es gibt ja dieses Vorurteil, dass Muskelmänner wie Sie nicht besonders intelligent sein können.
28:15Was sagen Sie dazu?
28:2425 Jahre zwischen Haie der Großstadt und die Farbe des Geldes.
28:28Was hat sich in der Zwischenzeit bei Ihnen verändert?
28:31Bei mir?
28:33Sind Sie derselbe geblieben?
28:35Ich? Na, hoffentlich nicht.
28:37I hope not.
28:42Ruhepol in dieser Zeit ist immer auch ihr Elternhaus und besonders der Garten.
28:48Wann immer Sabine es schafft, kommt sie zu Besuch.
28:52Die sind mir schon wichtig, weil die hat meine Mutter noch gepflanzt.
28:56Aber ich schneide immer eine davon ab, von diesen wunderschönen alten Duftrosen und bringe sie ihr ans Grab.
29:05Trotz ihres Rückenleidens unterrichtet die Mutter bis zu ihrem Renteneintritt Deutsch, Englisch und Französisch am Gymnasium.
29:13Nebenbei studiert sie noch zusätzlich Politikwissenschaften.
29:17Mit 65 Jahren macht sie sogar einen Entzug und schafft es, sich von der Medikamentenabhängigkeit zu befreien.
29:27Ich glaube dieses, man gibt sich nicht auf und man muss irgendwie immer weitermachen und diese Disziplin, das haben meine
29:41Schwester und ich, glaube ich, beide wirklich sehr von ihr auch gelernt.
29:44Und also, man dürfte nicht groß rumjammern oder so, also außer es ging einem wirklich schlecht.
29:51Ansonsten hieß es, jetzt reiß dich zusammen.
29:55Und dieses reiß dich zusammen, das ist so dieser rote Faden, der irgendwie durchs Leben unserer Mutter ging.
30:02Und ich glaube, da hat sie auch, aber im positiven Sinne, einiges davon an uns weitergegeben.
30:13Sabine arbeitet viel. Sie genießt ihre Unabhängigkeit. Es ist ihr wichtig, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.
30:23In dieser Zeit hat sie einige langjährige Beziehungen, die aber wieder auseinander gehen.
30:29Es war in doppelter Hinsicht schwierig, als es eben von meinem Arbeitsleben her schwierig war, einen Konsens zu finden mit
30:39dem Privatleben.
30:40Und dazu kam, dass ich halt irgendwie in der Auswahl meiner Partner auch anscheinend nicht immer so ein glückliches Händchen
30:53hatte.
31:00Hinzu kommt, dass sich manche Männer an der Seite der prominenten Moderatorin schwer tun.
31:08Ich weiß noch, ich habe einmal, da war ich in Berlin, wir haben die Kinohitparade aufgezeichnet.
31:15Und dieser damalige Freund, der kam mich für zwei Tage in Berlin besuchen.
31:19Und wir saßen morgens beim Frühstück unten im Hotel und irgendwann kam die Kellnerin an unseren Tisch und fragte mich,
31:31Frau Sauer, möchten Sie noch was vom Frühstücksbuffet, sonst würden wir dann jetzt nämlich abräumen.
31:38Und mein Freund saß neben mir und wurde nicht gefragt, ob er noch was vom Frühstücksbuffet haben möchte,
31:44sondern es wurde nur ich angesprochen. Und das hat ihn, das war einer dieser narzisstischen Persönlichkeiten.
31:54Toller Mann, aber ja. Und das war für den natürlich unerträglich.
32:00Ich weiß nicht, wir haben den ganzen Tag, war irgendwie dicke Luft zwischen uns,
32:06weil er das also so unsäglich fand, wie er da behandelt wurde und dass das ja alles doch irgendwie mit
32:13mir zu tun hat.
32:16Also ich konnte echt nichts dafür, aber so Situationen habe ich oft erlebt.
32:28Der Erfolg und die Berühmtheit haben ihren Preis.
32:43Es hat sich so einiges verändert, das haben Sie schon gemerkt.
32:47Die Kinohitparade hat einen anderen...
32:49Mehrmals ist Sabine mit Fans konfrontiert, die keine Grenzen kennen.
32:54In einem Fall wird sie sogar von der Münchner Polizei aus einem Konzert geholt.
33:01Da hatte sich ein Fan bei der Kripo am Abend gemeldet und bei irgendeiner Polizeistation und gesagt,
33:10er hätte jetzt lange genug Geduld mit mir gehabt.
33:14Und da ich seine Briefe und seine Avancen bisher immer noch nicht beantwortet hätte,
33:20hätte er jetzt genug davon.
33:22Und er wüsste, wo ich bin und würde mich heute Abend umbringen.
33:30Und das hat die Polizei sehr ernst genommen, Gott sei Dank.
33:35Und dann haben die eben die Suche nach mir gestartet.
33:38Und naja, und das endete damit, dass die dann nachts noch mit mir in meiner Wohnung sind.
33:43Und es war wirklich wie im Tatort.
33:46Sie bleiben draußen und dann sind die durch meine Wohnung gegangen mit vorgehaltener Pistole,
33:51um zu schauen, ob da jemand ist.
33:53Und ich habe öfter so Leute gehabt, die tatsächlich auch meine Adresse rausbekommen haben.
33:59Und die sehr unangenehm waren.
34:06Sabine lässt sich von solchen Vorfällen nicht einschüchtern.
34:11Doch 1993, sie ist gerade 38 Jahre alt und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere,
34:17passiert etwas, das Sabine aus der Bahn wirft.
34:20Das ZDF bekommt einen neuen Unterhaltungschef und ihre Sendungen werden nicht weitergeführt.
34:26Von einem Tag auf den anderen steht sie ohne Aufträge und ohne Einkünfte da.
34:36Das war schon für mich ein ganz harter Brocken, an dem ich zu kauen hatte.
34:43Zumal ich ja eben jetzt nicht so zum Mega-Selbstbewusstsein erzogen worden war.
34:50Also ich habe ja sowieso immer an mir gezweifelt.
34:55Ich habe immer gedacht, du musst noch mehr machen und es reicht nicht.
35:02Du musst irgendwie immer noch ein Brikett drauflegen, damit du gut genug bist.
35:06Und dass ich irgendwie gut aussehe, habe ich ja auch nicht so.
35:12Also das Ganze hat natürlich schon in eine Kerbe reingehauen,
35:17die mein nicht so sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein eine Zeit lang wirklich weiter sehr geschwächt haben.
35:27In dieser Zeit sind ihre Schwester Gabi und deren Kinder Mariam, Raphael und Manuel eine wichtige Stütze.
35:35Hallo mein Schatz.
35:44Na, wie laufen die Geschäfte?
35:47Schlecht.
35:48Tati!
35:49Tati!
35:51Ja, Tati!
35:53Und wo ist Tante Biene?
35:55Da.
35:56Ja.
35:58Sie ist nicht nur die Tante, sie ist vielmehr.
36:02Sie war einfach immer da und hat sich sehr, sehr intensiv auch um uns gekümmert.
36:09Und deswegen ist sie Teil der Familie wie eine Mutter.
36:16Sabine ist ein Familienmensch, vergisst keinen Geburtstag, ist im Sommerurlaub oft dabei
36:22und bei allen wichtigen Entscheidungen der Kinder involviert.
36:26Hallo alle zusammen.
36:28Ich glaube es nicht, wir haben es geschafft, alle zur selben Zeit am Tisch zu sitzen.
36:33Darum kann man gleich anstoßen.
36:34Am Montag.
36:35Sie ist Familie, aber sie ist doch ein bisschen...
36:38Ich habe manchmal noch so den Blick von oben.
36:41Und das ist natürlich besser.
36:44Das gibt ein bisschen Distanz und schafft natürlich auch ein bisschen mehr Objektivität dann.
36:49Ich bin dann oft viel zu nah, um dann noch objektiv handeln zu können oder so.
36:54Und sage, so ein Mist und was ist denn das schon wieder und stell dir vor.
36:57Und dann sagt die Biene, komm runter, ist jetzt halb so wild, jetzt schau doch mal.
37:04Ausgleichend.
37:07Ausgleichend, gell?
37:08Ja, aber tust du ja bei mir genauso.
37:11Naja gut, bei dir gibt es nicht so viel auszugleichen.
37:13Ja gut, ich habe keine große Familie, aber in meinem Leben hat es auch genug Situationen gegeben,
37:19wo ich echt Kummer hatte und wo es Knatsch gab mit meinen Freunden und Partnern.
37:26Und da hat die Familie für mich auch sehr hilfreich und ausgleichend gewirkt.
37:33Also die haben mich schon immer wieder auch auf den Boden dann geholt und mir gezeigt,
37:37wo der liebe Gott wohnt und wo es wirkliche Leben stattfindet.
37:49Also, dass ich nicht heirate und keine Kinder kriege, das hat mich schon manchmal traurig gemacht.
37:59Aber mit einem Partner, wo die Beziehung sehr wackelig ist,
38:04muss ich selber in einem Beruf, wo ich viel arbeiten muss, viel nicht zu Hause bin.
38:10Also, das wäre nicht gut gegangen.
38:14Und die Leidtragenden sind dann meistens die Kinder.
38:17Und das wollte ich auf gar keinen Fall.
38:20Also, da war es mir wirklich wichtiger, eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen,
38:25die mir zwar erst mal wehgetan hat,
38:27die aber auch heute noch für mich, muss ich sagen, rückblickend die richtige war.
38:34Ein halbes Jahr, nachdem das ZDF ihre Sendungen abgesetzt hat,
38:38melden sich NDR und Deutsche Welle mit Angeboten.
38:41Und es geht beruflich wieder bergauf.
38:451997 dann holt sie der Bayerische Rundfunk zurück.
38:49Sie moderiert viele Sendungen, Galas und große Veranstaltungen, meistens live.
38:5417 Jahre lang moderiert sie auch die tägliche Nachmittags-Sendung Wir in Bayern.
39:01So, liebe Kollegen, noch gute Minute.
39:05Toi, toi, toi, gutes Gelingen für alle.
39:105, 4, 3, 2, 1, und bitte.
39:20Am 23. Dezember 2020 moderiert sie ihre 1131. und letzte Wir in Bayern-Sendung.
39:30Sie ist keine Person, die hergeht und dich spüren lässt,
39:34dass du ein kleines Licht bist und sie der große Star.
39:38Diesen Eindruck hatte ich nie.
39:41Und den hatte auch sonst, glaube ich, niemand, der mit ihr zu tun hatte.
39:45Egal, ob es ein Kabler war, der im Studio rumläuft und schaut,
39:49dass der Kameramann nicht irgendwie übers Kabel fällt,
39:51bis hin zum großen Superstar, die werden alle weitgehend gleich behandelt.
39:56Da gibt es keinen Unterschied.
40:11Ich bin einfach auch so, ja, ich kann mich schon gut einfühlen in andere
40:18und mache mir auch gerne die Mühe, das zu tun.
40:24Klar, wenn man schon als kleines Kind sich auch viel um die Mutter sorgen
40:30und für sie da sein muss, lernt man natürlich schon mal viel in der Richtung.
40:36Dann war ich eben selber auch viel krank und weiß deswegen,
40:42was man als kranker Mensch, was man braucht und vor allem auch, was man nicht braucht.
40:48Und dann ist es sicherlich auch Teil meiner Natur.
40:55Seit dem 1. Januar 2021 ist Sabine im Ruhestand und bekommt noch mehr Fanpost.
41:02Oh, total nett.
41:09Sehr geehrte Frau Sauer, der BR ist doof.
41:12Wie kann er eine so tolle Moderatorin, tolle Frau mit Köpfchen und Benehmen gehen lassen?
41:18Sie sind doch höchstens 50 Jahre.
41:21Aber auch Sie denken an freie Stunden, an Ihre Familie und Ihre Zukunft.
41:26Ich möchte mich bedanken für die vielen Jahre, wo Sie uns Ihr Lächeln geschenkt haben.
41:32Vergessen Sie Ihre treuen Fans nicht ganz. Alles Liebe für Sie.
41:37Das haut mich immer wieder um.
41:48Mit dem Ende der Moderationsarbeit beim Bayerischen Rundfunk und nach fast 45 Jahren beim Fernsehen
41:55beginnt für Sabine eine neue Lebensphase.
42:00Das ist für mich eine große Befreiung.
42:04Also nicht, dass ich nicht gerne moderiert hätte, um Gottes Willen.
42:07Es ist auch ein toller Job.
42:09Aber ich glaube, jeder versteht, was ich meine.
42:12Also dieses immer den Spagat zwischen so vielen Erwartungen und Wünschen
42:18und dabei selber sich nicht zu verlieren, das ist nicht immer einfach.
42:23Und jetzt mache ich es mir ein bisschen leichter.
42:26Jetzt mache ich das, was mir wirklich Spaß macht.
42:31Es ist ein Stück Freiheit, ein Stück Glück, das mir sehr viel wert ist.
42:41Die Proben für eine musikalische Lesung mit den Grassauer Blechbläsern sind der Auftakt dazu.
43:03Die Proben für eine musikalische Lesung mit den Rundfunk und den Rundfunk und den Rundfunk.
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