Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:26UNTERTITELUNG
00:00:56UNTERTITELUNG
00:01:13UNTERTITELUNG
00:01:50UNTERTITELUNG
00:01:55Moin, meine Herrschaften!
00:01:57Moin!
00:02:04Florian, geht's gut?
00:02:06Ja.
00:02:07Oh, meine Damen und Herren, hier kommt der Mann, dessen Wahl unser erklärtes Ziel ist.
00:02:17Tja, Kollege.
00:02:17Okay. Wir haben noch genau elf Tage oder 264 Stunden. Schlaflose Stunden.
00:02:27Also, packen wir es an.
00:02:50Alexandra Winter allein in Berlin. Herrlich.
00:03:09Hallo.
00:03:10Na? Hier ist Berlin im Herbst. Bestimmt scheußig, oder?
00:03:16Im Gegenteil, Papi. Umwerfend.
00:03:18Umwerfend?
00:03:18Mhm. Aber so leid es mir tut, überhaupt keine Stadt für dich. Du, ich muss weiter. Ich melde mich später,
00:03:25ja? Tschüss!
00:03:26Herr Alexandra!
00:03:29Wie? Keine Stadt für mich? Gibt's denn sowas?
00:03:42Ach, übrigens, der Kaffee-Lieferant kommt heute erst kurz nach Mittag. Kannst du das übernehmen?
00:03:46Bravo, Chef.
00:03:47Danke.
00:03:53Bitte schön. Ein Kaffee, viel Koffein, wenig Milch. Danke.
00:04:00Neuer Stadt? Auf Wohnungssuche?
00:04:04Zwei Zimmer, Küche, Bad. Wenn's geht, nicht zu teuer.
00:04:07Das wird schwierig. Berlin ist total angesagt. Eine geile Wohnung ist wie ein Sechser im Lotto.
00:04:12So. Trotzdem, viel Glück.
00:04:14Dankeschön.
00:04:27Niemand, absolut niemand kann eine Wahl gewinnen, ohne das Vertrauen des Wählers. Und Vertrauen zu geben, ist ein Marathon der
00:04:37Argumente.
00:04:38Dazu braucht man Konditionen, einen langen Atem, ja?
00:04:45Aber im Moment, meine Herrschaften, habe ich das Gefühl, wir sind noch nicht einmal losgelaufen.
00:04:58Also, irgendwelche Ideen, Vorschläge, Kampagnen, keine Scheu, wir sind für alles offen. Ja.
00:05:08Vielleicht...
00:05:09...sollten wir mehr in Altersheime gehen?
00:05:11Altersheime?
00:05:13Um die dritten Zähne einzusammeln, oder was?
00:05:17Die wählen immer nur das Bestehende, nie das Neue.
00:05:20Was wir brauchen...
00:05:24...sind junge Wähler.
00:05:26Das ist unser Potenzial.
00:05:29Und damit wir bei Ihnen punkten, haben wir Tanja, Tanja Richter.
00:05:32Unsere schöne Verbindung.
00:05:35Zum Erste Welle dieser Stadt.
00:05:43Hier haben Sie doch nicht alle.
00:05:45Wohnklo mit Kochnische für 1200 Euro.
00:05:48Geht aufs Haus.
00:05:50Danke.
00:05:52Immer noch nichts gefunden.
00:05:56Also, wenn Ihre Ansprüche nicht allzu groß sind, hätte ich vielleicht was für Sie.
00:06:00Echt?
00:06:01Ist direkt hier drüber.
00:06:03Ist nicht besonders groß, aber super Blick.
00:06:08Besichtigung nach Absprache.
00:06:15Ich weiß, was ihr denkt.
00:06:17Wenigstens eine, Walter.
00:06:18Eine, die weiß, was wir denken.
00:06:20Spar dir deinen Spott, Gerhard.
00:06:22Ich hab meinen Job als Journalistin nicht hingeschmissen, um hier ein billiges Aushängeschild zu sein.
00:06:26Ich möchte etwas verkörpern, was man zu lange in der Politik vermisst hat.
00:06:30Sex?
00:06:32Sehr witzig. Nein, die Stimme der Frau.
00:06:33Ja, wir hören doch auf dich.
00:06:36Trotzdem wirst du dich etwas gedulden müssen.
00:06:38Die Wähler brauchen erstmal einen Stammesfürsten, dem sie zutrauen, dass er das Volk ein Ziel bringt.
00:06:43Und für jeden ist das Ziel ein anderes.
00:06:44Und deshalb, meine Lieben, Politik ist heute in erster Linie Psychologie.
00:06:49Sag das nochmal.
00:06:53Politik ist Psychologie? Warum?
00:06:56Wenn das so ist, da hätte ich jemand für uns.
00:07:00Unbestechlich, ehrlich, gerade heraus.
00:07:03Was soll der denn bei uns?
00:07:14Drei Frauen. Der hat er schon.
00:07:17Na ihr Süß.
00:07:18Na komm.
00:07:20Schneller.
00:07:21Hallo, Manni. Hallo, Papa.
00:07:23Schön, euch zu sehen.
00:07:31Und?
00:07:31Wie war dein Tag?
00:07:32Stimmt nicht so aufregend wie deiner.
00:07:35Schule, Klavierunterricht, Reinigung.
00:07:38Und jetzt auch noch Fahrdienst für den Mann.
00:07:41Danke dir.
00:07:52Also, ich würde ihn wählen.
00:08:02Voila.
00:08:03Jetzt sehen wir mit Überblick.
00:08:05Mhm.
00:08:17Ohne Überblick, kein Durchblick.
00:08:19Und den werde ich dringend brauchen als politische Korrespondentin.
00:08:22Damit ich nicht alles glaube, was man mir hier auftischt.
00:08:27Und?
00:08:29Ich nehme ihn, den Überblick.
00:08:34500 Euro im Monat, inklusive Nebenkosten.
00:08:38Ist das okay?
00:08:41Mehr als okay, danke schön.
00:08:46Na dann.
00:08:47Willkommen in Berlin.
00:08:51Alexandra.
00:08:54Lars.
00:09:00In Berlin hat heute der Kandidat der Partei Mitte Deutschland um das Amt des Regierenden
00:09:05Bürgermeisters Gerhard Becker vor zahlreichen Vertretern der Presse sein neues Programm vorgestellt.
00:09:11Und er hat damit heftige Diskussionen ausgelöst.
00:09:14Becker fordert mehr Freiheit für den Bürger und weniger Macht für den Staat.
00:09:18Die Schulden sind du.
00:09:42Winter?
00:09:44Walter?
00:09:46Walter Königstein!
00:09:48Mein alter Klassenkamerad.
00:09:51Und jetzt das Sprachrohr des Kandidaten.
00:09:53Und der Partei Mitte Deutschland.
00:09:56Ja.
00:09:57Wirst du dich glauben, Mendelin?
00:09:58Ich habe gerade an dich gedacht.
00:10:01Mensch, was waren das für Zeiten, ne?
00:10:05Wir beide.
00:10:06Die Schrecken des Internats.
00:10:10Verliebte das gleiche Mädchen.
00:10:11Und du hast mich ausgespannt.
00:10:13Ich habe sie bis heute nicht verziehen, du.
00:10:15Wie ist denn immer schnell?
00:10:16Ilona?
00:10:18Die hieß Ilona.
00:10:20Ja, also Walter, was verschafft mir diese Ehre nach so langer Zeit?
00:10:25Was?
00:10:26Ich in die Politik?
00:10:28Na, das kannst du gleich vergessen.
00:10:29Das ist nichts für mich.
00:10:31Nein, ich müsste mich zu sehr verbiegen.
00:10:33Und ich, ich habe es schon im Kreuz.
00:10:38Was heißt das, du brauchst mich in deinem Kompetenzteam?
00:10:42Ach, ich müsste nach Berlin.
00:10:44Für sechs Wochen.
00:10:47Also, das müsste ich mir schwer überlegen.
00:10:58In 100 Metern rechts abbiegen.
00:11:02Ja, wie denn?
00:11:03Lässt mich ja keiner.
00:11:05Blöde Kuh.
00:11:06Entschuldigung.
00:11:08War nicht so gemeint.
00:11:10Jetzt rechts abbiegen.
00:11:13Wie du meinst.
00:11:36Jetzt rechts abbiegen.
00:11:53Guten Morgen.
00:11:54Frühstück ins Bett gefällig?
00:11:56Wow.
00:11:57Danke.
00:11:58Komm, gar nicht erst auf dumme Gedanken.
00:12:00Ich weiß, man könnte sich daran gewöhnen, aber diesen Service gibt's nur zum Einstand.
00:12:09Schade eigentlich.
00:12:11Schönen Tag noch.
00:12:19Es ist 8.30 Uhr. Sie hören die Frühnachrichten.
00:12:22Als Augenwischerei hat die Vorsitzende...
00:12:24Scheiße, die Pressekonferenz.
00:12:26...die Forderungen von Gerhard Becker bezeichnet.
00:12:49Diskussion zu sehen.
00:13:04Hallo Walter, wer hat dich denn reingelassen?
00:13:12Walter Gewerkschafter lässt sich nicht aufhalten.
00:13:17Was solltest du eigentlich wissen?
00:13:21Und? Was willst du?
00:13:25Mich in Erinnerung bringen?
00:13:28Bei euch Politikern ist Amnesie ja fast schon eine Berufskrankheit, nicht?
00:13:32Heute versprochen, morgen vergessen.
00:13:37Ohne uns weiter gibt's kein Basik.
00:13:42Wir heben mehr Wähler auf die Bühne, als du mit deiner Partei. Vergiss das nicht.
00:13:49Ähm, meine Assistentin kennst du?
00:13:56Wie heißt sie nochmal?
00:13:58Tanja Richter.
00:14:00Ach, ich erinnere mich. Das Mauerblümchen aus dem Osten.
00:14:06Naja, dann lass ich euch mal schön in Ruhe. Ist alles gesagt.
00:14:15Ach, äh, Walter. Hast du Assistentin gesagt?
00:14:22So nennt man das heute.
00:14:28Was wollte dieser wieder nicht, ihr Kerl?
00:14:32Rocke? Das weiß man bei dem nie so genau.
00:14:36Aber solange er die stärkste Gewerkschaft repräsentiert, ist es plötzlich auf unserer Seite zu haben.
00:14:43Wenn er noch zum Kotzbrocken ist.
00:14:46In 100 Metern rechts abbiegen.
00:14:56Jetzt rechts abbiegen.
00:14:58Ja, zu spät, Tante Navi.
00:15:00Bitte wenden.
00:15:01Ja, wo denn?
00:15:02Jetzt bitte wenden.
00:15:04Ich bin glücklich, dass ich mich hier nicht auskenne.
00:15:11Na, Frau?
00:15:13Das ist auch noch...
00:15:16Das ist meine Stadt.
00:15:27Tut mir leid. Vielleicht ein andermal.
00:15:34Oh, sorry.
00:15:35Kein Problem.
00:15:41Das ist müde aus.
00:15:50Sie wissen, dass Sie zu schnell hier fahren sind?
00:15:53Um wie viel?
00:15:5531 Stundenkilometer.
00:15:56Und liegt in der verkehrsberuhigten Zone.
00:15:59Wahrscheinlich die einzige in ganz Berlin.
00:16:05Ja.
00:16:12Ein Jugendbild.
00:16:14So leid mir das doch tut.
00:16:16Das Jugendbild sind Sie erstmal los.
00:16:19Meine Tochter hatte doch recht.
00:16:21What?
00:16:22Berlin ist einfach keine Stadt für mich.
00:16:25Oh.
00:16:42UNTERTITELUNG
00:16:57Danke, meine Herrschaft. Vielen Dank. Danke.
00:17:02Ja, also, meine sehr verehrten Damen und Herren, vielen Dank für Ihr reges Interesse. Ich freue mich sehr.
00:17:11Ja, also so wenige Wochen vor der Entscheidung wollen wir uns gerne Ihren Fragen stellen.
00:17:18Kein Thema ist tabu. Bitte, schießen Sie los.
00:17:23Ja, die junge Dame, bitte.
00:17:26Alexandra Winter, freie Korrespondentin. Herr Becker.
00:17:30Entschuldigung.
00:17:37Fabi, ich kann jetzt nicht.
00:17:40Du bist was? Was zum Teufel machst du in Berlin?
00:17:45Nein, das geht jetzt aber nicht.
00:17:48Was heißt, ich muss, ich muss, ich muss überhaupt nichts.
00:17:53Ja, ist ja gut. Ich komme ja.
00:18:00Entschuldigung.
00:18:02Bevor wir alle mitbekommen, was Papi in Berlin treibt, wenden wir uns doch der nächsten Frage zu.
00:18:08Der Herr von der DPA, bitte.
00:18:11Ich nehme an, Sie wissen, was Ihr Papi treibt, ja?
00:18:16Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?
00:18:19Tja.
00:18:21Eine gute Frage, Herr Helsner, die ich nicht beantworten kann ohne.
00:18:24Aber ganz schön.
00:18:38Bitte schön.
00:18:39Danke schön.
00:18:41Ja, du sag schon.
00:18:42Willst du es wirklich wissen?
00:18:43Ja.
00:18:43Du hast diesen Job doch nur angenommen, um nach Berlin zu kommen, aus keinem anderen Grund.
00:18:47Nicht nur, also eigentlich wollte ich...
00:18:48Was, was wolltest du?
00:18:50Die Welt verbessern hier in Berlin?
00:18:51Das glaubst du doch selber nicht.
00:18:56Über eins musst du dir klar sein, Papi.
00:18:58Ab jetzt stehen wir auf zwei verschiedenen Seiten.
00:19:01Meine Aufgabe ist es zu hinterfragen, was diese Herren der Öffentlichkeit als ihre Sicht der Dinge präsentieren.
00:19:05Und deine wird es sein, sie zu verkaufen.
00:19:07Ja, aber...
00:19:08Nein, das siehst du falsch.
00:19:11Ein guter Verkäufer, Papi.
00:19:12Das warst du noch nie.
00:19:14Nicht mit deiner Psychologenmoral.
00:19:15Die kommt dir nämlich gar nicht gut an.
00:19:17Ja, ich...
00:19:17Bleib doch nur sechs Wochen.
00:19:19Sechs Wochen.
00:19:21So lange halten die es bestimmt nicht mit dir aus.
00:19:23Und ich übrigens auch nicht.
00:19:25Danke dir für deine ehrliche Meinung.
00:19:27Schnell dich an.
00:19:32Du hast sie vermietet, ohne mich zu fragen.
00:19:37Du kommst doch eh nicht wieder zurück, oder?
00:19:44Was ist passiert, Tanja?
00:19:47Seit du diese Parteifresse kennst, ist es dich total verändert.
00:19:51Ach ja?
00:19:52Ich habe einen tollen Job, verdiene viel Geld, treffe interessante Menschen
00:19:56und lebe endlich mein eigenes Leben.
00:19:59Was ist falsch daran?
00:20:00Zu welchem Preis?
00:20:03Es ist meine Sache.
00:20:05Ganz allein meine Sache.
00:20:08Es ist mein Leben.
00:20:25Ach, ach was.
00:20:28Das Mauerbrotchen.
00:20:29Was muss ich drunter, damit sie endlich Ruhe geben?
00:20:32Ja, vielleicht ein offenes Ohr für die Arbeitenbevölkerung?
00:20:38Ich bin keine Verräterin.
00:20:41Verlange ich das?
00:20:43Aber vielleicht ein bisschen Gedanken lesen.
00:20:46Was haben die beiden da oben vor?
00:20:48Welche Planung?
00:20:50Wie sprechen Sie über Gewerkschaften?
00:20:54Ohne mich.
00:20:55Es ging meine Überzeugung.
00:20:57Sie sind ziemlich naiv.
00:20:58Was hat das mit Überzeugung zu tun?
00:21:00Hier geht es um Macht, Mädchen.
00:21:02Um Macht.
00:21:04Ist das der lange Arm der Gewerkschaft?
00:21:07Sie haben nur sonst nichts gegen Körper, die...
00:21:10Bleib an der Stange, Mädchen.
00:21:15Wir werden voneinander hören, Mauerblümchen.
00:21:28Bist du wahnsinnig?
00:21:30Wenn die Presse doch den Wind bekommt, hast du eine Vorstellung, was du uns da antust?
00:21:35Ausgerechnet jetzt so kurz vor der Wahl.
00:21:38Meinst du eigentlich, ich habe mir das ausgesucht?
00:21:40Was glaubst du eigentlich?
00:21:41Scheiße, Scheiße, Scheiße.
00:21:45Wann mal jetzt.
00:21:47Das ist so eine Gapste.
00:21:48Kürz an!
00:21:50Lass mich überlegen.
00:21:53Lass mich in Ruhe überlegen.
00:21:54Mir wird schon was einfallen.
00:21:56Wartet doch.
00:21:57Mir fällt schon was ein.
00:22:04Wendelin.
00:22:05Warte.
00:22:08Alter Freund.
00:22:09Ich freue mich, dass du da mit dir bist.
00:22:13Ja, das ist meine Assistentin.
00:22:16Komm rein.
00:22:16Die hat mir gerade die letzten Umfragewerte gebracht.
00:22:21Alle im Keller.
00:22:23Ja.
00:22:24Ey.
00:22:25Willkommen in Berlin.
00:22:27In Berlin.
00:22:34Und?
00:22:36Du hast es nicht vergessen.
00:22:37Ja, ja, ja.
00:22:37Nein.
00:22:38Wie könnte ich?
00:22:39Wie könnte ich?
00:22:40Ja, Walter, also erwartet ihr nicht allzu viel von mir.
00:22:43Also versprechen kann ich nichts.
00:22:45Ja, wer kann das schon?
00:22:46Ja, genau.
00:22:47Versprechen ist unsere Aufgabe.
00:22:48Okay.
00:22:48Aber du, setz dich doch mal.
00:22:50Ja.
00:22:50So wie ich dich einschätze, Walter Schwede, wirst du unserem Kandidaten ein Image verpassen,
00:22:54dass alle Leute glauben, er könnte trockenen Fußes über den Wannsee gehen.
00:22:58Gerhard Becker, der Erlöser aus der Krise.
00:23:02Ne, du, genau sowas brauchen wir.
00:23:04Was ich habe gelernt, am Ende ist eigentlich immer nur die Wahrheit überzeugend.
00:23:08Ja, komm.
00:23:09Ja.
00:23:10Es gibt immer eine Lüge hinter der Wahrheit.
00:23:12Und genau dafür bist du ab jetzt zuständig.
00:23:18Ich habe Ihnen schon gesagt, Herr Becker, ich kann nicht in die Zukunft sehen.
00:23:22Ich kann Sie nur deuten.
00:23:24Ja.
00:23:26Das deuten Sie aus den Garten.
00:23:42Ohne fremde Hilfe werden Sie es nicht schaffen.
00:23:47Das weiß ich selbst.
00:24:04Ganz gleich, von welcher Seite es Ihnen angeboten wird.
00:24:12Wehe.
00:24:15Sonst, sonst nicht?
00:24:17Jetzt kommt das ganz auf Sie an, was Sie draus machen.
00:24:26Manchmal frage ich mich, ob ich hier noch richtig bin.
00:24:29Sonst wären Sie doch nicht hier.
00:24:39Auch Cäsar ist seinen Auguren gefolgt.
00:24:44Was Sie nicht für seine Ermordung bewahrtete.
00:24:47Weil er nicht auf die Zeichen gehört hat.
00:24:50Wie auch immer.
00:24:53Ich war nie hier.
00:24:58Nie.
00:24:59Verstanden?
00:25:01Sie sind nicht schwer zu verstehen, Herr Becker.
00:25:18Ja.
00:25:31Ja?
00:25:34Hallo, Sternenfee.
00:25:41Sie wissen schon, wer dran ist.
00:25:59Darf ich fragen, was Sie hier machen?
00:26:02Persönliche Sachen abholen. Ich hätte vielleicht vorher was sagen sollen.
00:26:06Dann sind Sie wahrscheinlich die Vormieterin?
00:26:09Genau.
00:26:11Bevor Sie was falsch verstehen, ich bin Tanja.
00:26:13Tanja Richter, die Schwester von Lars.
00:26:16Ah, die Schwester.
00:26:18Freut mich, Alexandra Winter.
00:26:20Ich habe schon von dir gehört.
00:26:21Lars hätte die Wohnung nie jemandem gegeben, den er nicht leiden kann.
00:26:25Wurzscher ist angekommen?
00:26:27Angekommen.
00:26:29Kann ich was helfen?
00:26:31Wie verrückt.
00:27:04Du hast so viel Talent.
00:27:09Warum bist du nicht Pianist geworden?
00:27:11Weil ich lieber auf den Tasten der Politik spiele, mein Schatz.
00:27:27Außerdem, wäre ich Pianist geworden, hätten wir uns das hier alles nicht leisten können.
00:27:31Doch.
00:27:33Ich weiß.
00:27:34Mit dem Geld deines Vaters aber.
00:27:38Dann hättest du mich nie genommen, einen musikalischen Erbschleicher.
00:27:58Vergiss nicht.
00:28:00Ich liebe diesen musikalischen Erbschleicher.
00:28:05Ups.
00:28:05Gute Nacht, Papa.
00:28:07Gute Nacht.
00:28:08Gute Nacht.
00:28:09Gute Nacht.
00:28:10Jetzt ab ins Bett mit euch.
00:28:12Mama, siehst du uns mal fast vor?
00:28:14Ja, natürlich.
00:28:24Ja, Walter.
00:28:25Was gibt's?
00:28:38Und eins, zwei und drei.
00:28:45Geschafft.
00:28:46Ja, danke fürs gemeinsame Gewichte hier.
00:28:50Kein Thema.
00:28:53Wir konnten uns doch mal auf einen Kaffee treffen.
00:28:56Ja, gern.
00:28:57Ich hab's ja nicht weit.
00:28:59Tschüss.
00:29:07Bin ich nicht irre, war das eben meine Schwester?
00:29:09Mhm.
00:29:10Ausgesprochen sympathisch.
00:29:13Sie kann auch ganz schön zickig sein.
00:29:16Wollen wir ein paar Schritte gehen?
00:29:18Okay.
00:29:34Wenn ich mir vorstelle, ich hab im besten Restaurant für Berlin reserviert.
00:29:41Was mach' ich?
00:29:42Ich steh' hier, trinke Dosenbier und stopf' ne Currywurst in mich rein.
00:29:47Nur weil du das im Kopf gesetzt hast.
00:29:49Ja, betrachtest du doch einfach als Punkt eins meine Beratungstätigkeit.
00:29:53Wie soll ich denn das verstehen?
00:29:54Na, ich dachte, es kann euch Politiker gar nicht schaden, mal ne Currywurst zu essen,
00:30:00damit ihr wisst, wie sie schmeckt.
00:30:01Ah, ich hab' gewusst, warum ich dich nach Berlin gelockt habe, du alter Schweder.
00:30:07Komm, Prost.
00:30:10Weißt du, meine Schwester und ich sind ein bisschen mehr als nur Bruder und Schwester.
00:30:15Wir haben früh unsere Eltern verloren.
00:30:17Und da hab' ich für Tanja gesorgt.
00:30:19Für sie bin ich die einzige Familie, die sie je hatte.
00:30:23Und umgekehrt nehme ich an.
00:30:28Ich hab' mich in der Zeit, durch ganz Berlin gekellnert.
00:30:31Und jetzt besitzt du dein eigenes Café.
00:30:34Naja, die Hälfte gehört mir, die andere Hälfte der Bank.
00:30:42Warum ist Tanja eigentlich ausgezogen?
00:30:46Vor nem halben Jahr hat sie den Typen kennengelernt.
00:30:49Hat über Nacht ihren Beruf als Journalistin an den Nagel gehängt.
00:30:52Und jetzt macht sie eine Karriere in der Politik.
00:30:56Oder sowas ähnliches.
00:30:58Hast du den Typen mal kennengelernt?
00:31:00Ja.
00:31:01Passt überhaupt nicht zu ihr.
00:31:03Eine richtige Politiker-Visage.
00:31:07Was mal zu dir?
00:31:09Das führt dich nach Berlin.
00:31:11Auch einen Mann?
00:31:12Ne, im Gegenteil.
00:31:14Ich versuche gerade, mir meine unabhängige Meinung zu bewahren.
00:31:18Ich hoffe nur, dass ich dabei nicht allzu schlecht wegkomme.
00:31:22Ich bin noch in der Meinungsbildungsphase.
00:31:37Wartet jemand auf dich?
00:31:39Nein.
00:31:40Ich bin alleine.
00:31:42Aus Überzeugung?
00:31:45Eher aus Erfahrung.
00:31:48Von drei Jahren Ehe habe ich mich zwei Jahre scheiden lassen, wenn du weißt, was ich meine.
00:31:52Na ja, das war bestimmt mein erstes und mein letzter Versuch.
00:31:59Und du vermisst nichts?
00:32:01Und du vermisst nichts?
00:32:01Familie, Kinder?
00:32:04Kinder.
00:32:05Na ja, für ein Kind werde ich vielleicht sogar im Positik saßen lassen.
00:32:18Na ja, was nicht ist, ist nicht.
00:32:22Ja.
00:32:24War doch mal eine schöne Abwechslung hier, wa?
00:32:25Gerne.
00:32:28Mach's gut, ich stell dich morgen einen anderen vor.
00:32:30Und Wendelin, blamier mich nicht, ha?
00:32:40Blamieren, kannst du dich nur selber.
00:33:08Sie, was wollen Sie?
00:33:40Ist das wirklich alles, was Sie anzubieten haben, meine Herrschaften?
00:33:45Broschüren und Luftballons?
00:33:49Damit gewinnen wir keinen Blumentopf, geschweige denn eine Wahl.
00:33:55Oder was meinen Sie, Dr. Gitter?
00:33:58Ich denke, alles, was ein Politiker menschlich macht, das kommt auch bei den Menschen an.
00:34:05Und was wäre das Ihrer Meinung nach?
00:34:08Ein Tier?
00:34:10Ja.
00:34:11Legen Sie sich ein Haustier zu.
00:34:14Menschen, die Tiere lieben, lieben auch den Menschen.
00:34:17Und nur, wen die Menschen lieben, den wählen sie auch.
00:34:21Das war schon in grauer Vorzeit so.
00:34:24Und daran hat sich bis heute nichts geändert.
00:34:26Also, warum sollen wir das nicht nutzen?
00:34:29Solange es ehrlich gemeint ist.
00:34:40Wenn du glaubst, der bringt's.
00:34:43Er ist für unsere Situation genau der Richtige.
00:34:50Hast du schon von ihr gehört?
00:34:52Und Tanja?
00:34:54Ja.
00:34:54Nein.
00:35:12Was soll ich denn davon halten?
00:35:15So eine Kacke.
00:35:18So, meine Herrschaften, das wär's erstmal.
00:35:20Sie alle wissen, was wir von Ihnen...
00:35:23Von Ihnen aber...
00:35:29Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
00:35:35Aus dem Tierheim.
00:35:36Also, meine Herrschaften, ich hoffe, Ihnen fällt wenigstens zu diesem Thema etwas ein.
00:35:41Also, holen Sie die Fotografen an, befreundete Journalisten, Chefredaktion, Boulevardzeitung.
00:35:45Ich will morgen auf der ersten Seite ein Foto sehen.
00:35:47Gerhard Becker mit seinem neuen Haustier.
00:35:50Er hat es aus dem Berliner Tierheim geholt.
00:35:52Betonung auf Berliner Tierheim.
00:35:55Für seine Kinder, etc., etc.
00:35:57Verstehen wir uns, ja?
00:36:01Sie sind ja noch ausgekochter als Wald am Jahrzehnt, hat sie.
00:36:05Tierfront.
00:36:06Menschenfront.
00:36:14Der Kampf um die Hauptstadt geht in seine entscheidende Phase.
00:36:18Die Kandidaten mobilisieren die letzten Wählerreserven.
00:36:22Das Klima wird rauer.
00:36:23Die Methoden ausgekochter, spätestens in drei Wochen, wird man wissen.
00:36:28Wer ist der stärkste Mann oder die Frau in Deutschlands Metropole der Macht?
00:36:32Ziemlich viel Durchblick.
00:36:34Entschuldigung, ich suche Herrn Richter.
00:36:38Okay.
00:36:40Guten Tag.
00:36:41Herr Hauptkommissar Schlüter, könnten wir Sie mal sprechen?
00:36:45Ja.
00:36:49Ja, kommen Sie.
00:36:51Ja.
00:37:06Sind Sie sich sicher?
00:37:08Nein.
00:37:09Deshalb brauchen wir Sie ja.
00:37:12Lars, was ist denn?
00:37:13Was ist los?
00:37:14Tanja.
00:37:16Irgendwas ist mit Tanja.
00:37:18Herr Richter.
00:37:19Können wir?
00:37:29Tag.
00:37:30Komm.
00:37:32Bis zum nächsten Mal.
00:37:49Ja.
00:37:51Ja.
00:37:53Ja.
00:37:53Ja.
00:37:54Ja.
00:37:55Ja.
00:37:56Ja.
00:38:03Wie?
00:38:06Was ist passiert?
00:38:08Wir haben sie aus der Sprüh gefischt.
00:38:11In ihrem Auto.
00:38:12Wasser in der Lunge.
00:38:14Vermutlich tot durch Ertränken.
00:38:16Alles andere nach der Objektion.
00:38:21Ein Unfall.
00:38:23Na ja, so wie das aussieht.
00:38:27So wie es aussieht?
00:38:29Sie ist immer zu schnell gefahren.
00:38:33Diesmal nicht.
00:38:36Sie ist nicht selber gefahren.
00:38:38Woher wollen Sie das wissen?
00:38:42Sie hat auf der falschen Seite gesessen.
00:38:46Auf der falschen Seite?
00:38:49Auf dem Beifahrersitz.
00:38:51Angeschnallt.
00:38:53Aber vom Fahrer keine Spur.
00:38:55Aber vom Fahrer keine Spur.
00:38:58Dankeschön.
00:39:17Vielen Dank, meine Herrschaften.
00:39:19Vielen Dank, das war's.
00:39:21Vielen Dank, meine Herrschaft.
00:39:23Na gut, also noch ein Foto, dann ist aber Schluss, ja?
00:39:26Herr Becker, schauen Sie doch mal hier rüber.
00:39:29Okay, vielen Dank.
00:39:31Danke schön, Herr Becker.
00:39:33Danke, Kollegen. Vielen Dank, ja.
00:39:35Danke schön.
00:39:37Das fängt ja wie eine Katze an.
00:39:39Das ist doch wie eine Katze im Mietze, oder?
00:39:44Hast du das Miststück?
00:39:46Nicht gekratzt, verdammt, Papa.
00:39:48Scheint Geschmack zu haben, die Mietze.
00:39:51Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee war mit dem Vieh.
00:39:54Die Meute, da draußen hat's gefressen.
00:39:56Morgen wurde aus der Spree die Leiche der Journalistin Tanja Richter geborgen.
00:40:00Sie arbeitete in den letzten Wochen im Team des Bürgermeisterkandidaten Gerhard Becker.
00:40:05Die Umstände ihres Todes sind noch unbefährt.
00:40:06Jetzt steckt der ganz schön in der Scheiße jetzt mal.
00:40:09War doch deine Assistentin weiter, oder wie?
00:40:14Aber ihr wisst, ihr könnt auf mich zählen, wenn's eng wird.
00:40:31Das guckst du mich so an?
00:40:35Ja.
00:40:39Du müsstest sie eigentlich kennen. Sie hat in Beckers Team gearbeitet.
00:40:43Ja, du wohnst doch jetzt in ihrer Wohnung.
00:40:45Ich hab Tanja erst gestern kennengelernt.
00:40:48Sag mal, du hast mir doch erzählt, sie saß gar nicht am Steuer, als der Unfall passierte.
00:40:53Mhm, auf dem Beifahrersitz. Angeschnallt.
00:40:56Wen lässt sie mitten in der Nacht ihr eigenes Auto fahren?
00:40:59Ich mein, ich lass doch niemanden ans Steuer, dem ich nicht 100% vertraue.
00:41:03Ja, wem hat sie vertraut, mitten in der Nacht?
00:41:06Aber wenn da jemand lebend rausgekommen ist, warum meldet er sich dann nicht?
00:41:10Weil er den Unfall verursacht hat. Weil er sich schuldig fühlt.
00:41:15Oder vielleicht, weil er es geschafft hat und sie nicht?
00:41:19Das eine schließt das andere nicht aus.
00:41:20Das Ei.
00:41:25Musik
00:41:26Musik
00:41:28Musik
00:41:29Musik
00:41:42Musik
00:41:44Musik
00:41:50Polizei?
00:41:52Nein.
00:41:54Wegen Tanja.
00:41:56Die ist zu meinem Auto und vor dem Leben gekommen.
00:42:02Das ist ja schrecklich.
00:42:05Ja, gestern Nacht ist mit dem Wagen in die Spree gefahren.
00:42:10Das ist unglaublich.
00:42:13Was wollte die Polizei von dir?
00:42:15Die Polizei wollte wissen, ob ich was darüber weiß.
00:42:21Wie sollte ich?
00:42:24Den ganzen Abend mit dir zusammen.
00:42:29Mein Alibi?
00:42:32Eine Currywurst. Ein Wahnsinn.
00:42:36Brauchst du denn eins, ein Alibi?
00:42:40Nein, ich lasse Frauen grundsätzlich nie ins Steuer.
00:42:51Laudate im medidas werden in der Lage.
00:43:07Ja, ich habe schon gesehen.
00:43:07Das ist ja nie in der Lage.
00:43:07Ich denke, es ist interessant.
00:43:09Wir gehen hier bei einem Klatscher.
00:43:27Musik
00:43:52Freitag 22 Uhr 46
00:43:57Tanja?
00:43:59Tanja, bist du zu Hause?
00:44:03Tanja, geh ran, bitte.
00:44:05Mir ist was eingefallen wegen...
00:44:07Du weißt schon, ja?
00:44:11Ende der Nachrichten
00:44:17Ja, die stammt aus unserem Haus
00:44:21Darf ich fragen, was da drin war?
00:44:24Ein Fußkettchen, Platin mit Karabinerverschluss wahlweise
00:44:29mit kleinem Anhänger
00:44:31Ein Fußkettchen
00:44:34Können Sie sich vielleicht an den Käufer erinnern?
00:44:37Also ich bitte Sie
00:44:38So was verkaufen wir ja hundertfach in einem Monat
00:44:43Übrigens, meistens an ältere Herren mit jüngerer Begleitung
00:44:46Also wenn ich Ihnen da weiterhelfen kann
00:44:49Danke
00:44:50Mir reicht die alte Schachtel
00:44:55Was heißt das, alle blockieren?
00:44:57Was erwarten Sie?
00:44:58Wir sind von der Polizei
00:44:59Uns vertraut man ja noch nicht mal einen Regenschirm bei Sturm an
00:45:03Was?
00:45:05Er soll ein Verhältnis mit dir gehabt haben?
00:45:09Wundert Sie das?
00:45:11Welcher Chef hat das nicht?
00:45:15Ja gut, also dann bis später
00:45:17Entschuldigung
00:45:19Ja?
00:45:20Mein Name ist Winter
00:45:22Ich bin Polizeipsychologe in Mönchen
00:45:24Und jetzt wollen Sie hier bei uns anfangen?
00:45:27Vielleicht habe ich das ja schon
00:45:28So?
00:45:30Im Fall Tanja Richter
00:45:32Was wissen Sie denn darüber?
00:45:35Nicht genug
00:45:36Sonst wäre ich nicht hier
00:45:39Aber
00:45:40Ich habe etwas für Sie
00:45:46Was ist das?
00:45:47Darin lag ein Fußkettchen
00:45:49Tanja Richter trug so eins
00:45:51Meines Wissens
00:45:53Und woher haben Sie das?
00:45:55Aus einem Büro im sechsten Stock
00:45:57In der Nähe des Regierungsviertels
00:46:01Sagt Ihnen das was?
00:46:03Das könnte sein
00:46:08Wissen Sie, ich kann Menschen nicht ausstehen
00:46:12Die mehr wissen als ich
00:46:16Dann lassen Sie uns doch etwas dagegen tun
00:46:20Ja?
00:46:26Ja?
00:46:27Ja?
00:46:37Ja?
00:46:39Ja, ich kann...
00:46:40Ich kann mich jetzt mal
00:46:41Ja?
00:46:41Ja?
00:46:42Ja?
00:46:43Ja?
00:46:45Ja?
00:46:45Ja?
00:46:46Ja?
00:46:47Ja?
00:46:47Ja?
00:46:48Ja, ja?
00:47:10Störe ich?
00:47:12Aber nein.
00:47:13Komm rein.
00:47:21Es tut mir leid, ich begreife nichts, dass Tanja...
00:47:33Ich kann nicht begreifen, dass man da nicht mehr da ist.
00:47:38Das ist so unfassbar.
00:47:46Sorry, sorry, ich wollte nicht.
00:47:47Lars, bleib.
00:47:51Es ist kein guter Zeitpunkt, um allein zu sein.
00:47:54Ja.
00:47:56Und anders ist kein guter Zeitpunkt.
00:48:01Ich komme.
00:48:09Oh.
00:48:39Untertitelung des ZDF, 2020
00:49:10Untertitelung des ZDF, 2020
00:49:13Untertitelung des ZDF, 2020
00:49:19Untertitelung des ZDF, 2020
00:49:20Untertitelung des ZDF, 2020
00:49:47Untertitelung des ZDF, 2020
00:50:22Untertitelung des ZDF, 2020
00:50:39Untertitelung des ZDF, 2020
00:50:41Untertitelung des ZDF, 2020
00:50:43Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:00Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:03Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:06Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:10Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:12Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:13Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:16Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:20Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:58Untertitelung des ZDF, 2020
00:52:02Wer saß neben Tanja?
00:52:06Es tut mir leid. Ich kann nichts erkennen.
00:52:16Das stehe ich jetzt nicht.
00:52:21Erst rufen Sie mich an und dann können Sie nichts sehen.
00:52:26Was soll das?
00:52:29Ich habe eine Gabe, die ich nicht beeinflussen kann.
00:52:32Sie kommt und sie geht.
00:52:38Wofür bezahle ich sie dann?
00:52:59Sie war hier.
00:53:02Wer?
00:53:05Tanja.
00:53:10Tanja war hier.
00:53:16Und was wollte sie?
00:53:19Das gleiche wie Sie.
00:53:23Einen Blick in die Zukunft.
00:53:27Nur...
00:53:30Sie hatte keine.
00:53:52Die ratlose Hoffnung der Hauptstadt.
00:53:54Es geht Ihnen der Arsch wohl glücklich aufgrund eines, was?
00:53:57Rufen Sie mich nie wieder an.
00:54:00Nie wieder.
00:54:02Sie werden von mir nichts mehr hören.
00:54:05Kein Sterbenswort.
00:54:07Pass auf, sonst nehme ich dich beim Wort, alte Hexe.
00:54:21Gerhard, was ist los?
00:54:25Na, da dreh nicht durch.
00:54:30Ja, komm, keine Panik.
00:54:32Ich bitte dich, Gerhard.
00:54:35Gerhard, es gibt für...
00:54:38Es gibt für alles eine Lösung, Gerhard.
00:54:40Hörst du, es gibt für...
00:54:43Gerhard?
00:55:04Wie sind Sie hier hereingekommen?
00:55:07Habe ich Sie erschreckt?
00:55:10Ich denke, Sie können alles vorhersehen.
00:55:16Wissen Sie denn, wer ich bin?
00:55:20Natürlich.
00:55:22Sie sind der Schatten hinter Gerhard Becker.
00:55:26Und...
00:55:27Was wünschen Sie?
00:55:28Ich will, dass Gerhard Becker im Schatten ist.
00:55:34Ausgerechnet ein Mann, der so sehr das Licht der Öffentlichkeit sucht?
00:55:37Eine Öffentlichkeit, die Sie stark beeinflussen können.
00:55:40Und weil das so ist, will ich, dass Sie verschwinden.
00:55:44Verlassen Sie die Stadt.
00:55:46Und kommen Sie nie wieder.
00:55:48Wenn Sie Geld brauchen,
00:55:50ich bin ein großzügiger Mensch.
00:55:52Und mit welchem Recht verlangen Sie so etwas?
00:55:56Mit dem Recht des Stärkeren?
00:56:00Ich lasse mich von niemandem vertreiben, solange ich lebe.
00:56:07Und ich lasse mir von niemandem in dieser Stadt den Mund verbieten.
00:56:12Wer immer er auch glaubt, zu sein.
00:56:18Noch ist er niemand.
00:56:21Aber bald könnte er jemand sein,
00:56:25über den man besser nicht zu viel weiß.
00:56:28Verstehen Sie mich?
00:56:30Also überlegen Sie es gut und verschwinden Sie lieber.
00:57:01Danke für heute Nacht.
00:57:04Nichts zu danken.
00:57:06Ich hoffe, Sie finden den Scheißgelder,
00:57:07der für Tanjas Tod verantwortlich ist.
00:57:10Sonst kann ich für den Rest meines Lebens nicht mehr schlafen.
00:57:15Sag mal,
00:57:17war Tanja eigentlich abergläubisch?
00:57:19Abergläubisch?
00:57:20Nee.
00:57:21Tanja hat
00:57:22immer an sich selbst geglaubt.
00:57:25Und an die Menschen, die ihr nah waren.
00:57:53Und an die Menschen, die ihr nah waren.
00:57:54Und an die Menschen, die ihr nah waren.
00:58:31Oh, Gott.
00:59:22Musik
00:59:23Frau Schemenski?
00:59:28Frau Schemenski, sind Sie da?
00:59:53Musik
00:59:58Was hast du nur da gewollt?
01:00:00Tanja war bei ihr.
01:00:02Am Freitag.
01:00:05Ausgerechnet an ihrem Todestag.
01:00:07Und?
01:00:08Ich wollte wissen, warum.
01:00:11Da ist ja offensichtlich jemand zuvor gekommen, der das auch wissen wollte.
01:00:16Dann gibt es einen Zusammenhang zwischen Tanjas Tod und dem Mord an Mariana.
01:00:20So sieht es auch.
01:00:27Es war total unheimlich da oben.
01:00:29Die Kerzen, der blutige Krückstock.
01:00:32Und dann die Tarotkarten überall auf dem Tisch.
01:00:36Eine lag auf dem Boden.
01:00:38Die muss ja wohl im letzten Moment aus der Hand gefallen sein.
01:00:41Weißt du welche?
01:00:44Nee, nicht wirklich.
01:00:46Vielleicht, wenn ich sie nochmal sehen würde.
01:00:47Ja, und wer spricht dagegen?
01:00:59Schönen Abend noch.
01:01:00Dir auch.
01:01:00Bis morgen.
01:01:01Tschüss.
01:01:03Nö.
01:01:05Schönen Abend noch.
01:01:12Schönen Abend noch.
01:01:15Musik
01:01:43Musik
01:01:49Schügel
01:01:50Lampen
01:01:51Lampen
01:01:51Malen
01:01:51Wie
01:01:51Schügel
01:01:51Schügel
01:01:52Eine
01:01:52Schügel
01:01:54Musik
01:02:12Schügel
01:02:12Schügel
01:02:19Der Magier, die hohe Priesterin, intuitive Erkenntnis, geführt werden, den richtigen Zeitpunkt
01:02:32erspüren. Der Name. Offenheit, Sorglosigkeit, Neugier. Nee. Der Herrscher. Verteidigung der Macht.
01:03:04Das passt. Hallo, Papi. Was gibt's? Tanja war schwanger. Aha. Weißt du von wem? Ah, okay. Ja, wünsche ich dir
01:03:30auch.
01:03:31Gute Nacht.
01:03:55Hallo, mein Schatz.
01:03:56Morgen. Du siehst müde aus. Ja. Der Wahlkampf, Sebastian. Ja. Ich weiß. Hier, deine Morgenlebtörin.
01:04:13Tja, Gerd. Jetzt werden viele Berliner ihre Zukunft vor selbst in die Hand nehmen müssen.
01:04:27Ihr eigenes Schicksal hat sie wohl nicht vorhersehen können. Diese Marianna.
01:04:40Ich kann das schon.
01:05:06Walter Königstein.
01:05:08Sollte ich sie kennen? Mich nicht, aber meine Schwester Tanja.
01:05:16Ah. Ja, ja, ja. Jetzt weiß ich. Das ist ja schrecklich, was mit ihrer Schwester passiert. Das ist ganz furchtbar.
01:05:24Mein Beileid. Das reicht nicht. Was heißt das? Es reicht nicht.
01:05:32Tanja? Tanja, bist du zu Hause? Tanja, geh ran, bitte. Mir ist was eingefallen wegen... Na, weißt schon, ja.
01:05:44Und was wollen Sie? Der Anruf war in der Nacht, als es passiert ist. Ja. Aber Ihre Schwester hat nicht
01:05:51zurückgerufen. Sonst wäre sie jetzt noch am Leben.
01:06:05Ich frage mich, warum eine junge, aufgeklärte Frau wie die Tanja zu einer Wahrseitung geht.
01:06:12Tja, wenn eine Frau schwanger ist, dann folgt sie eben nicht unbedingt ihrem Verstand, sondern den Hormonen.
01:06:18Ah, ja. Und? Was sagen diese Hormone?
01:06:22Dass sie einsam war. Ratlos. Vielleicht sogar verzweifelt.
01:06:27Na gut, deswegen hat sie sich der Wahrsagern anvertraut. Aber es erklärt nicht, warum Marianne sterben musste. Nur, weil sie
01:06:36den Vater des Kindes kannte.
01:06:38Vielleicht erklärt er es. Mariannes letzte Karte.
01:06:43Ein König. Auf einem Thron. Botschaft oder Zufall?
01:06:49Das ist hier die Frage.
01:07:11Hast du schon gelesen?
01:07:14Ist ja nicht zu übersehen.
01:07:18Ist doch das Beste, was uns passieren kann.
01:07:22Aber nur, wenn man dich nicht mit ihr in Verbindung bringt.
01:07:40Herr Dr. Winter?
01:07:42Ja.
01:07:43Sie kennen mich?
01:07:44Ja.
01:07:45Was halten Sie von einem Solidaritätspakt?
01:07:49Kommt drauf an, worum es geht.
01:07:52Um zwei Männer ohne Skrupel auf dem Weg zu Macht.
01:07:55Können Sie da nicht ums Land fahren?
01:07:57Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
01:08:00Haben Sie Zeit?
01:08:01Die liebe ich mir.
01:08:16Hi.
01:08:17Hi.
01:08:19Wie war dein Tag?
01:08:21Scheiden.
01:08:21Ein Milchkaffee, bitte.
01:08:27Lars, wusstest du eigentlich, dass Tanja schwanger war?
01:08:31Schwanger?
01:08:32Nein, das hättest du mir bestimmt erzählt.
01:08:38Von wem?
01:08:40Das weiß ich nicht.
01:08:43Vielleicht von demjenigen, der im Auto neben ihr saß.
01:08:49Ja, also für sein Ziel, will ich alles machen.
01:08:52Ich sage wirklich alles.
01:08:54Jetzt wissen Sie, bei wem Sie wirklich arbeiten.
01:08:58Und bevor es von der falschen Seite kommt, ich war in der Nacht auch bei Tanja.
01:09:03Ja, was wollten Sie von ihr?
01:09:06Das war eigentlich der letzte Versuch, sie auf unsere Seite zu bringen, also für unsere Sache zu arbeiten.
01:09:13Aber sie hat mir die Tür voll im Nase zugeknallt.
01:09:17Aber glauben Sie mir, ich war nicht der letzte Besucher.
01:09:21Nicht bei Tanja und nicht in dieser Nacht.
01:09:25Und bei Mariana?
01:09:27Da war ich nie.
01:09:28Ja, dann frage ich mich.
01:09:30Warum erzählen Sie mir das alles?
01:09:32Was bezwecken Sie damit?
01:09:33Hören Sie, wir Gewerkschaftler müssen zwischen den großen und kleinen Machtblöcken überleben.
01:09:39Man muss flexibel sein.
01:09:43Man muss wissen, wen man vor sich hat.
01:09:48Und woher soll ich wissen, wen ich vor mir habe?
01:09:54Finden Sie es raus, Winter.
01:10:08Hallo, Wendelin.
01:10:10Alter Freund.
01:10:12Schön, dich zu sehen.
01:10:13Walter.
01:10:15Warst du Tanjas letzter Besucher?
01:10:17Hast du in ihrem Auto gesessen, als sie ertrunken ist?
01:10:22Was ist denn das für eine Begrüßung?
01:10:24Hä?
01:10:25Du weißt doch, wo ich war.
01:10:30An der Currywurstbude.
01:10:32Mit dir.
01:10:33Und danach.
01:10:34Wo warst du danach?
01:10:38Herr Königstein, wir hätten ein paar Fragen an Sie, wenn Sie uns bitte begleiten würden.
01:10:44Siehst du, Wendelin, ich bin ein gefragter Mann.
01:10:48Dr. Witter?
01:11:09Ich will die Polizei von Walter.
01:11:14Wenn Sie es nicht wissen, dann weiß ich es auch nicht.
01:11:18Ich verstehe das nicht.
01:11:20Er war mein Weggefährte, mein bester Freund.
01:11:23Ich habe ihm blind vertraut.
01:11:25Sagten Sie wahr?
01:11:27Ja.
01:11:30Im Moment muss ich mir überlegen,
01:11:33ob ich mir eine solche Freundschaft überhaupt noch leisten kann.
01:11:35In meiner Situation.
01:11:37Das nennen Sie Freundschaft?
01:11:39Im Übrigen, ich kündige.
01:11:44Ausgerechnet jetzt, wo ich Sie am meisten brauchen kann, Dr. Wint.
01:11:47Sie brauchen nicht mich.
01:11:48Sie brauchen ein Gewissen.
01:11:57Es macht dir ganz schön zu schaffen, was?
01:12:00Ausgerechnet dein alter Freund?
01:12:04Irgendwas stimmt nicht.
01:12:07Irgendwie läuft das alles zu klapp.
01:12:10Was willst du noch, Papi?
01:12:11Entschuldigung, darf ich?
01:12:13Dankeschön.
01:12:13Dankeschön.
01:12:15Es muss Walter Königstein gewesen sein, der Tanja in der Nacht abgeholt hat.
01:12:19Er hat in ihrem Auto gesessen, also war er auch dabei, als sie ertrunken ist.
01:12:23Warum sollte er sich nicht zu Tanjas Kind bekehren?
01:12:27Es gibt keinen Grund für Walter, Mariana zu töten.
01:12:29Überhaupt keinen.
01:12:31Papi, schau den Tatsachen endlich ins Auge, auch wenn es dir nicht gefällt.
01:12:37Was ist das?
01:12:39Oh.
01:12:46Verdammung.
01:12:47Wie sieht das?
01:12:50Wir machen das.
01:13:01Ausgerechnet, wie wir sind, dass der Tag eine Alta-Tatsache gelowner.
01:13:02Die Alta-Tatsache gelaufen lassen.
01:13:02Das ist ein favorit ist und das ist ein begriff.
01:13:03Die Alta-Tatsache gelaufen.
01:13:03Also, das ist ein begriff.
01:13:04Wie sieht das?
01:13:04Wie sieht es aus, wie wir sind aus.
01:13:17Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte an die Nibelungensage.
01:13:21An Siegfried, den Drachentöter.
01:13:23Ja gut, der wird als der Held gefeiert, aber der tragische Held war Hagen.
01:13:29Der hat, um das Gesicht seines Königs zu wahren, Siegfried getötet.
01:13:33Und was willst du mir damit sagen?
01:13:35Stell dir mal vor, alles was der Königstein getan hat, hat er gar nicht für sich getan, sondern für jemand
01:13:40anderen.
01:13:41So wie der Hagen.
01:13:47Ich weiß jetzt, wer in der Nacht neben Tanja im Auto gesessen hat.
01:14:10Verdammt nochmal, warum hast du mir nicht früher was gesagt?
01:14:12Was ich erst jetzt erfahren habe?
01:14:14Echt, scheiße, scheiße!
01:14:15Wenn ich das geahnt hätte.
01:14:17Was dann?
01:14:18Hätte ich mich niemals mit dir eingelassen.
01:14:20Du mit mir?
01:14:21Du bist verheiratet, du Arsch!
01:14:23Ich hab mich mit dir eingelassen und jetzt bin ich im vierten Monat.
01:14:26Was soll ich jetzt machen?
01:14:27Was soll ich vor die Presse treten und sagen, ich werde Vater und die Familie ahnt?
01:14:30Zehn Tage vor der Wahl, ich stelle dir das froh.
01:14:34Du zerstörst alles, wofür ich 20 Jahre gekämpft habe.
01:14:37Du konntest dich nur so für mich sein.
01:14:38Meine Karriere, meine Familie, mein nächstes ist nicht, was auch noch alles.
01:14:40Du bist für alle.
01:14:41Du bist für alle, du nervst.
01:14:43Du bist mit mir, nicht mit mir, nicht mit mir.
01:14:46Wenn ihr hört, was hab ich so übergeschafft.
01:14:49Wenn ihr hört, was hab ich so übergeschafft.
01:14:50Wenn ihr hört, was hab ich so übergeschafft.
01:14:51Ich fahre mich auf!
01:14:52Ich fahre mich auf!
01:15:22Ich fahre mich auf!
01:16:10Es wird ihm nie zu beweisen sein, es gibt keine Zeugen, keine Zeugen, die noch reden können.
01:16:16Aber eine tote Zeugin, die uns längst mitgeteilt hat, was passiert ist.
01:16:19Marianne, du meinst, der Herrscher war ein Hinweis auf Gerhard Becker?
01:16:24Ja.
01:16:27Dann war Becker auch ihr Mörder.
01:16:29Nur so macht's Sinn.
01:16:31Und Walter Königstein hat trotzdem die ganze Zeit zu ihm gehalten?
01:16:34Ja, sonst wäre er kein Hagen.
01:16:39Ich kann jetzt nicht nach Hause, unmöglich.
01:16:41Ich bring dich jetzt ins...
01:16:43Komm, ich bring dich ins Büro, Gerhard.
01:16:46Im Auto ist was zum Unziehen.
01:16:47Das ist alles aus.
01:16:50Du hast mir eingefallen, haltet die Fresse.
01:16:52Halt einfach nur die Fresse.
01:16:53Bevor ich dir die Zähne einschlacki tu.
01:17:00Winter.
01:17:02Walter.
01:17:03Ich bin wieder auf freiem Fuß, Wendelin.
01:17:05Und ich hoffe, es wundert dich nicht.
01:17:07Ja, aus manchen Beweisen oder erwiesener Unschuld?
01:17:10Na ja, ein Tonband ist nun mal kein Beweis.
01:17:14Und ein Anruf ist nicht strafbar.
01:17:16Trotzdem bin ich dir noch ein paar Erklärungen schuldig.
01:17:19Willst du sie hören, bevor du Berlin verlässt?
01:17:24Und merken Sie sich eins.
01:17:26Demokratie beginnt in der Familie.
01:17:27Meine Frau sagt, wo's lang geht,
01:17:29und ich tue, was sie will.
01:17:31Herr Becker, ein Familienprodukt, ja?
01:17:33Aber gerne.
01:17:34So, jetzt ist genug für heute.
01:17:36Komm.
01:17:37Tschüss, meine Lieblings.
01:17:39Tschüss, ihr beiden.
01:17:40Tschüss, Papa.
01:17:42Noch ein Letztes, bitte.
01:17:43Sie sehen, meine Herrschaften?
01:17:45Ich liebe mein Programm.
01:17:54Es kann nicht lange dauern.
01:17:55Ich warte.
01:18:07Ich wusste gar nicht,
01:18:09dass du so nah am Wasser gebaut hast.
01:18:12Ich bin sentimentaler, als du glaubst.
01:18:14Ich habe vielleicht mehr Gefühle,
01:18:15als die Politik zulässt.
01:18:18Ja, was diese widerscheiben,
01:18:19ja, alles Spekulation, ohne Hand und Fuß.
01:18:23Hast du mir was zu sagen, Walter?
01:18:28Ob du's glaubst oder nicht, Wendelin?
01:18:32Ich habe Tanja geliebt.
01:18:37Aber ich hab's ihr nie gesagt.
01:18:40Gerhard Becker hat Tanja nie geliebt,
01:18:42aber es ist ja ständig gesagt.
01:18:44Und irgendwann muss ich's dann geglaubt haben.
01:18:46Und das war dann das Ende von unserer Beziehung.
01:18:49Ich glaub nicht, dass Gerhard mitbekommen hat,
01:18:51dass es ihn mir weggedommen hat
01:18:52in seinem grenzenlosen Egoismus.
01:18:55Für ihn war Tanja nur die Bestätigung für das,
01:19:00was man mit Menschen anstellen kann.
01:19:02Bis zu dem Moment,
01:19:04als Tanja dann schwanger wurde.
01:19:06Ja, mit ihrer Schwangerschaft.
01:19:10Da hat Tanja eine Grenze überschritten,
01:19:12die sie über Nacht für Gerhard Becker
01:19:14zum unlösbaren Problem gemacht hat.
01:19:17Sie brachte alles ins Wanken,
01:19:18wofür er ein Leben lang gekämpft hat.
01:19:21Aus dem Grund hat er sich sterben lassen.
01:19:24Das verstehst du nicht, Wendelin.
01:19:25Es war mit Sicherheit keine Absicht.
01:19:27Für ihn war es in dieser Sekunde die einzige Gelegenheit,
01:19:30sich ein Problem vom Hals zu schaffen.
01:19:32Nein, nein.
01:19:33Das war kaltblütiger Mord durch Unterlassen.
01:19:35Du weißt es, ich weiß es
01:19:37und Marianne wusste das.
01:19:42Ich habe nie verstanden, was er da wollte.
01:19:46Aber ich konnte es auch nie verhindern.
01:19:49Er war wie besessen davon.
01:19:53Sie hat mehr über ihn gewusst als jeder andere.
01:19:56Und in dem Moment, wo auch Tanja zu ihr gegangen ist,
01:20:00da müsste Marianne nur noch eins und eins zusammenzählen.
01:20:05Mit Wahrsagen hatte das nichts zu tun.
01:20:08Wie meinst du das?
01:20:09Ja, sie war das Damen-Gukles-Schwert,
01:20:11das er sich selber ausgewählt hat.
01:20:13Verrückt, nicht wahr?
01:20:14Es wäre ihr Leben lang eine Gefahr für ihn gewesen.
01:20:17Hätte nie sicher sein können,
01:20:18ob sie mit dem, was sie weiß,
01:20:19nicht doch an die Öffentlichkeit geht.
01:20:20Und dann wäre er erledigt gewesen.
01:20:22Egal, wer die Wahl gewinnt.
01:20:23Und deswegen bringt er einen Menschen um.
01:20:26Gerhard Becker?
01:20:28Glaubst du das wirklich?
01:20:30Gerhard Becker?
01:21:02Du bist für Gerhard Becker zum Mörder geworden.
01:21:05Was hätte ich denn tun sollen?
01:21:10Alter, ich kann dich nicht gehen lassen.
01:21:13Ich kann dich nicht gehen lassen mit dem, was ich jetzt weiß.
01:21:17Was weißt du schon?
01:21:19Wendelin Winter.
01:21:21Vielleicht mehr als dir lieb ist.
01:21:24Du erinnerst dich an die Schatulle auf deinem Schreibtisch?
01:21:28Was ist damit?
01:21:29Das ist eine Leihgabe von der Polizei.
01:21:32Mit deiner DNA.
01:21:34Willst du mir was anhängen?
01:21:38Sie passt genau zu der DNA des Kindes,
01:21:41das Tanja erwartet hat.
01:21:43Was?
01:21:45Du bist der Vater, nicht Becker.
01:21:49Er hat nicht nur Tanja,
01:21:50sondern auch dein Kind auf dem Gewissen.
01:21:54Tja, du hast einen Mann geschützt,
01:21:57der auch dein Kind umgebracht hat.
01:22:01Das tut mir leid.
01:22:19Weiter!
01:22:22Weiter!
01:22:23Mach kein Blödsinn!
01:22:44Schnell, Alexandra.
01:22:45Wir müssen hinterher.
01:22:46Kann ich mal bitte erfahren, worum es hier geht?
01:22:48Es geht und kommt von Kragen.
01:22:49Mal los.
01:22:51Gib Gas.
01:22:52Ist ja gut.
01:23:01Und denken Sie dran,
01:23:02das Kreuzchen am Sonntag
01:23:03an der richtigen Stelle zu machen?
01:23:04Aber natürlich.
01:23:05Danke.
01:23:11Nach den letzten Umfragen
01:23:13liegst du ganz schön vorn.
01:23:15Gratuliere, Gerhard.
01:23:17Das Schlimme ist,
01:23:18bevor die Bevölkerung weiß,
01:23:19was für ein Riesenarschloch du bist,
01:23:21bist du im Amt.
01:23:23Vergiss nicht,
01:23:23wem du das verdankst.
01:23:25Mir, Rogge.
01:23:26Ganz alleine mir.
01:23:27Und du?
01:23:28Träum weiter, mein Lieber.
01:23:31Ja, ich schau mal richtig zu,
01:23:32Gerhard.
01:23:37So schnell geht das.
01:23:40Im Leben und in der Politik.
01:23:50Oh!
01:23:52Oh!
01:24:06Du kannst alle täuschen,
01:24:07Gerhard.
01:24:09Aber mich nicht.
01:24:11Ich weiß,
01:24:12wer du bist.
01:24:24Markecker!
01:24:25Bitte.
01:24:25Bitte Fun!
01:24:26Nein!
01:24:28BP!
01:24:38Nein!
01:24:39Nein!
01:24:51Walter, um Gottes Willen.
01:24:56Wendelin, verzeihst du mir.
01:25:05Sind wir noch Freunde?
01:25:23Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das mir gegolten hat.
01:25:26Unmöglich.
01:25:27Wahnsinniger.
01:25:27Ich weiß auch nicht, was in Ihnen gefahren ist.
01:25:29Machen Sie mal Platz da.
01:25:30Platz für meinen Lebensrettern.
01:25:31Kommen Sie, Doktor Wintour.
01:25:33Sie da, machen Sie mal ein Foto von uns.
01:25:34Kommen Sie.
01:25:39Man wird Sie nicht zur Verantwortung ziehen können.
01:25:42Nicht juristisch.
01:25:44Aber Sie, Gerhard Becker, sind der Mann, der von Anfang an bereit war, über Leichen zu gehen.
01:25:49Sie haben ein Mädchen ertrinken lassen.
01:25:51Sie haben Ihren besten Freund zum Mörder gemacht.
01:25:55Aber der wahre Mörder, Becker, sind Sie.
01:25:59Ich weiß nicht, ich hasse Gewalt.
01:26:19Das war Berlin.
01:26:20Freund verloren, Führerschein weg.
01:26:23Meiner auch, weil du mich so gehetzt hast.
01:26:25Tolle Bilanz.
01:26:26Ich hab dir ja gleich gesagt, Berlin ist nicht deine Stadt.
01:26:29Aber vielleicht deine?
01:26:34Was muss ich tun, damit du hier bleibst?
01:27:13Ist hier noch frei?
01:27:17Alexander.
01:27:19Ja, ich dachte...
01:27:21Schau ich erst mal, dass du heil nach München kommst.
01:27:25Ich hab ein Lieb von dir.
01:27:27So bin ich zu dir.
01:27:29Aber nicht immer.
01:27:30Aber immer öfter.
01:27:32Tja.
01:27:32Außerdem, was soll ich denn in Berlin ohne Führerschein?
01:27:35Ist das alles ohne Führerschein?
01:27:39Natürlich auch ohne dich, Papi.
01:27:41Ehrlich?
Kommentare

Empfohlen