- 11 hours ago
Category
📺
TVTranscript
00:01Our next guest is a sport with his love to the ocean.
00:06It's now six years ago,
00:08that he is as the first German
00:10in the hardest Regatta
00:12in the world.
00:13And he is actually still not able to get away from board.
00:16So we say now,
00:17Boris Herrmann.
00:29Herr Herrmann,
00:30we have a little research in the Redaktion.
00:32More than 10.000
00:33people were already on Mount Everest.
00:35Over 600
00:36were all, but only about 200
00:39people were just
00:41alone,
00:43once around the world.
00:45Is it to say,
00:47that this is the last great
00:48Abenteuer of mankind?
00:51In the classic sense,
00:53I think so.
00:57The Everest would not be so
00:59reizen,
00:59if I would imagine
01:01in such a Schlange,
01:02in such a Stau.
01:05There are other Berges,
01:07where there are not so many people.
01:09But I would say that
01:11it's a huge Abenteuer.
01:12And it's also a Abenteuer,
01:15where there are not so many
01:16doppelten Boden.
01:16You can't pay for it,
01:18that someone
01:19will be able to do it.
01:20You must be alone.
01:21I don't like my dog
01:22to take my dog.
01:26So,
01:27it's not just that
01:28Meer and the nature
01:30experience,
01:30but also the fact that
01:32that many other people
01:33do not do it.
01:35Well,
01:36that's sometimes a bit
01:37a word,
01:37to describe it.
01:42I think that
01:43very good
01:44but that's
01:46not the motivation
01:47to do it,
01:48to do it,
01:49but I was just
01:49as a child,
01:50as a child,
01:51as a child,
01:51as a child,
01:51as a child,
01:53I was in a young
01:55and then
01:56that was
01:57a dream of
01:57a dream.
01:57And that's
01:57something that
02:00was a dream.
02:02And I was
02:03a dream of
02:03of
02:04a dream of
02:05a dream of
02:10And now,
02:11it's not always about it, because it's not only about it,
02:14it's just about it, it's just about it, it's just about it.
02:16It's also a Wettkampf, a Wettrennen.
02:18And with a lot of pride we were just at it.
02:22And there's a whole lot of money.
02:23Why you said that, that's a little bit of a life,
02:26that's a kind of a life, which was already in my childhood.
02:30When were you first?
02:31With how many years you were on a Seegebot?
02:35Also, my parents took me with, as I was little,
02:38when I was only a Säugling, to so Wochenendausflüge
02:41on the North Sea, on the coast.
02:45And then, that's the first time, so,
02:47I was about six or seven years old.
02:51And when?
02:52That I was only in the boat steuered.
02:54And who had the Segeleidenschaft in the family?
02:56Father or Mother?
02:58That was a really a bit of a thing for them.
03:01And my father was a bit more behind.
03:04And they both had very nice to see.
03:05And, and he's a whole life.
03:12And so there's always a working time-time.
03:16That's interesting.
03:18How did you get into that?
03:20Yes, that's interesting.
03:21And so you met me ultimately,
03:23you know, it's amazing.
03:24Yeah, there I can be...
03:26Anyway, the mother of his mother is not going to talk to the individual.
03:27That's interesting.
03:28I can't explain it, I was too small, but they have been trained.
03:32And he took me off.
03:35And I could profit from his Segelleidenschaft.
03:41And I grew up with this Abenteuer,
03:43even if it's an Abenteuer in the Kleinen.
03:46But that's also nice.
03:48Even if I go to the Alster,
03:49it can be a small Abenteuer.
03:50Especially if you're only six or seven years old.
03:53And that I could see every weekend or every weekend
03:57again new.
03:59When did you go to the first time
04:02and have begun to segel in the competition?
04:05Also, this competitive idea.
04:08The first time to segel on the North Sea,
04:12I know,
04:12on Helgoland.
04:14That's the deutsche Hochseeinsel,
04:16which is really wide in the middle of the sea.
04:19And there was a boat of my father's
04:22and he said,
04:23that this weekend I wasn't there.
04:25And I was, I think, 16 or 17.
04:27And he said,
04:27you can go ahead and go ahead and go ahead.
04:29And a friend,
04:31of course,
04:31of course,
04:32he drove me there.
04:33And then I could go ahead and go ahead and go ahead.
04:35And that was of course very exciting.
04:37Now come the wind,
04:38and the wind.
04:38And I've seen a week before
04:41the weather report.
04:42And so.
04:43Now it's probably
04:44here in the North,
04:45here with the sea,
04:47there were young people
04:48who were with their parents
04:49with their parents
04:50and also found a little bit of stamina.
04:53And then they found a little bit of perseverance.
04:53But there are many of them
04:55that will be done later
04:56in the image as they will take.
04:59What is that,
05:00what they're seeing so業界
05:01about noticing that
05:03they won't be able to get lost?
05:04That they give their whole life
05:05to the sea.
05:07The question is,
05:09how I get else from here
05:09wieder loskommen, eher sozusagen. Also ich habe phasenweise sehr viel gesegelt und dann aber auch eine Phase gehabt, da habe
05:20ich hier in Bremen übrigens studiert, Wirtschaftswissenschaften und dann war das eigentlich relativ unklar, was ist jetzt eher so eine
05:28klassische Unternehmenskarriere oder mit dem Segelboot auf See stechen und da hatte ich mir so drei Monate Zeit gegeben, wenn
05:34ich in der Zeit das hinkriege, das zu organisieren, an dem ersten großen Transatlantik-Rennen teilzunehmen.
05:39Einen Sponsor zu finden und das alles zu organisieren, dann fange ich damit an und gucke mal, wo das hinführt
05:45und es hat mich halt bis heute immer weitergeführt über viele Stationen.
05:50Sie sind 2024, 2025 zum zweiten Mal, haben Sie schon teilgenommen, an der härtesten Einhandsegelregatta der Welt. Das heißt ja,
05:57glaube ich, dass man dann alleine auf dem Boot ist, ganz alleine. Das ist die Vendée Globe. Sie wussten also,
06:02worauf Sie sich einlassen, weil Sie es vorher schon einmal gemacht hatten, als erster Deutscher.
06:07Und dennoch hatten Sie bei dieser zweiten Tour die schlimmste Nacht Ihres Lebens. Was ist da passiert? Ich glaube, es
06:15war ein 7. Januar, richtig?
06:17Der 7. Januar 2025.
06:20Das war die Gewitternacht, glaube ich, richtig? Also ich kann mich an das Datum nicht mehr erinnern, muss ich ehrlich
06:26gestehen. Aber ich habe ein Gewitter erlebt, wie ich es noch nie hatte.
06:32Ich hatte wirklich über 24 Stunden Blitz und Donner und ein Blitz ist ganz nah oder im Schiff oder so
06:38neben dem Schiff eingeschlagen und die statische Ladung hat dann einen Großteil meiner Elektronik zerstört.
06:44Und diese Boote sind vollgestopft mit Elektronik, damit man das überhaupt alleine auch dann bedienen kann. Und dass es auch
06:50den Kurs hält mit so einem Autopiloten, der natürlich Strom braucht und elektrisch funktioniert und Radargeräte und sowas.
06:58Das ist dann alles erstmal kaputt gewesen. Und dann musste ich irgendwie sehen, wie ich dieses Rennen zu Ende bringe
07:02mit meinem Ersatzsystem und irgendwelche Kabel hin und her machen und sowas.
07:06Das heißt also, man ist auf diesem Boot und dann fällt plötzlich alles aus und man muss plötzlich alleine zurechtkommen?
07:13Ja, das sind wir so ein bisschen gewohnt, dass bei diesem Sport sind wir ganz doll mit unserem Sportgerät vereint.
07:21Auch schon involviert normalerweise in der Konzeption, in der Vorbereitung.
07:25Viele Jahre bereitet man sich darauf vor und segelt schon ganz viel und es geht ständig irgendwas kaputt, was man
07:29dann kennt schon und repariert und verbessert. Und es ist ja viel Technik und neben Prototyp so ein Schiff.
07:35Aber wir haben ja gerade so viel über Angst geredet. Kennen Sie da nicht ganz große, überwältigende Gefühl der Angst,
07:43wenn man da plötzlich alleine mit diesem Gewitter ist und es fallen die wichtigsten Geräte aus?
07:49Oder haben Sie da gar keine Zeit, Angst zu spüren?
07:57Also die Angst ist nicht so, dass sie lebend ist. Also ich finde eigentlich, und das gilt auch glaube ich
08:06im normalen Leben und vielleicht auch in der Unternehmenswelt, Krisen sind manchmal die einfachsten Momente.
08:11Weil dann weiß man irgendwie, okay, da muss ich jetzt unmittelbar was tun und ich muss sofort reagieren.
08:18Und wenn das Boot so, ja eigentlich so ruhig und da lang segelt und es ist alles gut, dann kann
08:23die Angst so in einen rein schleichen und man sagt, oh, bin ich hier auf dem richtigen Kurs?
08:27Haben die anderen das vielleicht besser verstanden, das Wetter und segeln da hinten lang und überholen mich nachher?
08:31Oder was geht jetzt kaputt? Oder wie viele Monate, Wochen bin ich noch auf See? Dann kann so eine Angst
08:37auftauchen.
08:38Oder bei mir am stärksten ist sie vor dem Rennen gewesen, jetzt beim letzten Rennen. In den Monaten davor habe
08:44ich sie schon gespürt.
08:47Das war schon eine große Herausforderung, die ich mir natürlich viel mehr vorstellen konnte und an die sich wahrscheinlich auch
08:52mein Unterbewusstsein und mein Körper erinnern konnte von dem ersten Mal.
08:56Und das kam dann auf einmal wieder so hervor.
08:58Aber wenn man da draußen ist, dann ist man so in seinem Element und dann ist dieses Gewitter auch noch
09:04total faszinierend gewesen.
09:05Da denkt man, das kann jetzt nicht wahr sein hier.
09:09Und dann ist man einfach mit voller Adrenalin in dem Moment. Das ist nicht wirklich dann Angst.
09:15Sie haben mal gesagt, dass Segeln eigentlich ein Indoor-Sport ist. Können Sie uns das erklären, diesen Satz?
09:21Ich habe ihn nicht so ganz verstanden.
09:23Ja, wir haben uns in diesen Booten verschanzt und solche Dinger über uns rüber gebaut, dass wir da jetzt im
09:28Prinzip Indoor-Sport machen.
09:31Man hat ja auch so tolle Segelkleidung, die benutzt man gar nicht so oft mehr.
09:35Weil eben, hier sieht man es ja auch im Bild, ist so ein Dach über dem Bereich, wo wir das
09:40Schiff manövrieren und an den Seilen rumziehen und die Wünschen bedienen.
09:46Das ist nicht einfach daran, dass die Schiffe so schnell geworden sind, dass man sich an Deck gar nicht mehr
09:50vernünftig halten könnte.
09:52Also es hat eigentlich gar nichts mit dieser klassischen Segel-Romantik zu tun, die man so im Kopf hat.
09:56Dass man da irgendwie so an Deck ist und dann die Segel setzt und dann klettert man den Mast hoch
10:01und setzt ein neues und guckt aufs Meer.
10:04Sondern Sie sitzen da unten in dieser Kombüse von einem Computer oder wie?
10:10Ja, also es hat schon tolle Kontraste und es hat auch eben diese Naturverbundenheit und Romantik immer wieder.
10:17Und ich glaube, das ist bei allen, wir waren jetzt bei diesem Rennen 40 Wettbewerber, auch natürlich ein großes Spektrum
10:23von Leuten.
10:23Einige kommen da noch stärker motiviert als Abenteurer und einige sind wirklich reine Wettbewerber.
10:29Die könnten genauso gut Leichtathletik machen und haben jetzt nicht so einen starken emotionalen Bezug vielleicht.
10:35Ich würde so irgendwie in der Mitte sagen und ich habe eben schon auch so einen ganz starken emotionalen Bezug
10:40auch zum Meer.
10:41Und wenn das so eine ruhig langsegelt und es ist ein Sonnenuntergang und dann ist da irgendwie so eine Dünung
10:45oder ein Wal oder ein Albatross in den Südmeeren.
10:49Da sind auch ganz tolle, ja sozusagen Momente, wo man eben so mit der Natur verbunden ist.
10:57Das sind sehr schöne Bilder, die Sie uns da auch mitgebracht haben, denn wir kommen jetzt noch zu einem weiteren
11:02großen Aspekt Ihrer Tätigkeit.
11:05Sie verbinden das Ganze mit dem Thema Naturschutz.
11:07Und zwar werden bei diesen Regatten, wenn ich das richtig verstanden habe, die ganze Zeit Proben genommen.
11:12Wasserproben zum Beispiel, die dann auch digital direkt eingespeist werden in Forschungszentren und ausgewertet werden.
11:19Was kann man da, also welche Erkenntnisse kann man da gewinnen?
11:23Ja, das war für uns auch ein Prozess.
11:26Ich segle jetzt ja viele Jahre schon auf den Meeren rum und habe da viele Tage verbracht und bin so
11:31nach und nach da so ein bisschen reingerutscht,
11:33dass wir, sage ich mal, mit Wissenschaftlern zu tun hatten auf Konferenzen oder bei Segelrennen, die sagten, wir möchten gerne
11:39mal was messen und erklären und vergleichen.
11:41Und dass man irgendwie so nach und nach versteht, dieses große Thema Klimawandel und Erderwärmung, was uns alle betrifft,
11:48hat ganz viel damit zu tun, was eigentlich auf dem Ozean passiert.
11:52Die Ozeane absorbieren eben die meiste Wärme der Erderwärmung, die meiste zusätzliche entstehende Wärme durch die Erderwärmung
11:59und auch ganz viel des CO2, was in den Kreislauf gerät.
12:03Und das können wir eben messen, während wir fahren.
12:05Und das kann man nur, oder so genau, eben nur von Fahrzeugen messen.
12:10Und da unten rund um die Antarktis, wo wir lang segeln, fährt eigentlich niemand, jedenfalls niemand so im Kreis.
12:14Da fahren ein paar Forschungsschiffe mal so rauf und runter.
12:16Aber das ist eine tolle Chance für die Wissenschaft, dass wir da eben so rumdüsen, sage ich mal.
12:21Und dadurch konnten wir eben einen ganz großen Beitrag leisten zum besseren Verständnis des Klimawandels letztendlich.
12:28Also eben wie viel CO2 wird in den Ozeanen dort gebunden?
12:32Und wie funktioniert eben Atmosphäre und Ozean?
12:37Wie sind die Wechselwirkungen?
12:39Also den Beitrag konnten wir sozusagen, einen kleinen Beitrag, die Hauptleistung bringen ja die Wissenschaftler, die diese Daten dann verwenden.
12:46Aber wir können sie immerhin mitbringen.
12:47Aber ist das nicht ein Wettbewerbsnachteil, wenn man das Gewicht so eines Labors an Bord hat?
12:53Genau, wir hatten jetzt bei den 40 Teilnehmern letztes Mal vier Schiffe, die das freiwillig gemacht haben.
12:59Am Anfang vor einigen Jahren waren wir die ersten oder die einzigen dann auch.
13:04Das ist schon ein Nachteil, aber es ist eben ein großer Zusatznutzen.
13:10Also einige der Wissenschaftler sagen uns, diese Reise und die ganzen Kosten und die Vorbereitungen, das würde sich wirklich allein
13:16schon für die Daten lohnen.
13:17Und das ist eigentlich für mich eine tolle Information, weil mein Sport ist ja auch so ein bisschen extravagant, würde
13:24ich mal sagen.
13:24Man fährt da rum alleine mit so einem Boot und das Boot ist ja auch nicht gerade jetzt simpel.
13:30Und wir machen mit vielen Leuten viele Jahre Vorbereitung und dann können wir eben so einen tollen Nutzen mitbringen.
13:34Das heißt, für mich ist das eine Art Entspannung in der Hinsicht, dass wenn ich sage, es ist völlig bescheuert,
13:40da so einen extravaganten Sport zu verfolgen vielleicht,
13:42oder mag der eine oder andere denken, warum machst du das?
13:45Oder das Boot geht kaputt oder ich werde Letzter, aber wenn ich immerhin ankomme, habe ich wenigstens die Daten mitgebracht
13:50und kann sagen, eigentlich dafür hat es sich schon gelohnt.
14:03Wir haben ja gerade schon so ein bisschen über Emotionen gesprochen, über das Thema Angst,
14:07über auch den Fakt, dass man natürlich wahnsinnig abgelenkt ist und irgendwie auch funktionieren muss,
14:11gerade in so riskanten Situationen.
14:15Welche Sinne werden denn angesprochen auf dem Wasser?
14:17Also wenn man jetzt so viele Tage am Stück auf dem Wasser ist, was riecht man, was sieht man, was
14:24fühlt man, was essen Sie?
14:26Also diese ganz Alltagsgeschichten.
14:29Wir schlafen ja in ganz kurzen Abständen.
14:33Sage ich mal, alle 15, 20, 30 Minuten stellt man sich einen Alarm, einen Wecker
14:37oder das Boot hat verschiedene Ideen, einen aufzuwecken, wenn der Wind stärker wird oder schwächer oder es zu schräg liegt.
14:43Dann ertönen Alarme und das ist schon mal eine ganz interessante Erfahrung, dass das auch über 80 Tage ganz gut
14:49funktionieren kann.
14:50Aber es ist eigentlich ein bisschen wie ein Folter, oder?
14:52Wenn man so nach 15 Minuten immer wieder aufgeweckt wird.
14:55Man gewöhnt sich dran und es geht tatsächlich.
14:57Also ich weiß nicht, wenn du jetzt mal unbedingt über viele, viele Tage nacheinander schreiben musst,
15:04vielleicht gewöhnst du dich auch dran.
15:05Also ich habe das so ein bisschen geübt, an der roten Ampel einzuschlafen, meine Zeit.
15:09Und das ist sozusagen dann, wenn man das schafft, die hohe Kunst des Kurzschlafs, des Nappings.
15:15Und genetisch sind wir dafür vorbereitet eben auch.
15:19Man kann also über lange Zeit die Leistungsfähigkeit erhalten, auch mit kurzen Schlafportionen.
15:24So mindestens 15 Minuten, sagt die Forschung.
15:26Ach komm, das muss ich auch noch lernen, das ist super.
15:30So in der Sendung, wenn wir reden.
15:37Aber wenn Sie dann wieder an Land sind, holen Sie dann den Schlaf nach oder geht das dann weiter?
15:43Ich komme da relativ schnell wieder raus, weil man dann so eine Grunderschöpfung hat.
15:47Und dann machen wir noch ein paar Interviews und Fragen.
15:50Und dann ist man natürlich auch so aufgeregt, Leute wieder zu treffen, mit denen da zu sitzen.
15:55Dann ist man so erschöpft, dann schläft man im ersten Monat jede Nacht gut durch.
16:00Und eine andere, um noch weiter auf die Frage einzugehen, Geruch ist ganz interessant.
16:05Das Meer ist eigentlich relativ geruchslos, würde ich sagen.
16:08Riecht es nicht nach Salz und Algen?
16:09Also diese Vorstellung von diesem Salz und den Algen, das ist eher so am Strand.
16:14Wirklich da draußen auf See, habe ich das seltener.
16:17Bei dem Gewitter hat man dann die verbrannte Luft gespürt, äh, gerochen.
16:21Das schon, wenn so ein Blitz ganz nah ein, das kennen Sie vielleicht auch, wenn so ein Blitz ganz nah
16:26irgendwo runter donnert.
16:27Nein, Gott sei Dank nicht.
16:29Ich auch nicht.
16:30Das kann man, und ansonsten, äh, bei ganz wenig Wind, wenn man da lang segelt und es würde jetzt ein
16:36Wal ausatmen,
16:37das klingt sehr klischeehaft romantisch, das habe ich vielleicht in meiner ganzen Laufbahn ein, zweimal erlebt,
16:42das riecht man natürlich auch dann irgendwie, wenn der Wal da ausatmet.
16:45Nach was riecht das?
16:47Irgendwie so nach alten Fischen oder so.
16:49Ansonsten hat das Meer eben kaum, äh, da sind ja kaum Keime und kaum auch draußen auf der ganz hohen
16:55See, äh, sind wenig Gerüche.
16:58Und, ähm, genau, also das, äh, das ist, äh, von den Sinnen her.
17:02Aber die anderen Sinne, äh, ich finde, äh, visuell gibt es ganz viel her.
17:07Also die Farben der See und des Himmels und das Licht, das verändert sich permanent.
17:13Und wir sind ja im Südsommer rund um die Antarktis dort in die meiste Zeit unterwegs.
17:17Da haben wir dann eine ganz kurze Nacht mit einer ganz langen Dämmerung.
17:20In den hohen Breiten hat man ja eine ganz lange Dämmerung.
17:22Und das, äh, das spricht mich, äh, unheimlich an.
17:26Und das, äh, das hat einen großen, für die Augen kann man halt eben einfach viel sehen.
17:31Auch wenn es nur Meer und Farben und Wolken ist.
17:33Und sagen Sie, können Sie dort lesen oder Hörbücher hören?
17:36Oder, oder Check London wenigstens?
17:39Oder irgendwie sowas?
17:40Das, ja, das, äh, das, äh, das brauche ich dann auch auf jeden Fall manchmal.
17:45Denn drei Monate sind natürlich eine lange Zeit.
17:47Man ist nicht permanent nur, äh, aber man ist schon sehr viel beschäftigt.
17:51Man muss die eigene Wetterstrategie machen, die Wetterdaten analysieren,
17:54gucken, wo sind die Wettbewerber, die Technik reparieren.
17:57Also man ist schon, einem wird nicht langweilig,
17:59aber man braucht auch mal eine Pause, schaltet ab und, und hört sich auch mal ein Hörbuch an.
18:04Zum Einschlafen auch hoffentlich.
18:05Und was hören Sie da so?
18:07Ich hatte zum, äh, zum Einschlafen, dann hatte ich eine Phase,
18:10da war ich so angespannt, da konnte ich nicht mehr einschlafen.
18:13Selbst diese, trotz der, also das ist auch paradox.
18:15Je erschöpfter man ist, desto schwieriger wird es manchmal einzuschlafen.
18:18Man kann in so einen Zustand kommen, dass man so erschöpft,
18:21dass man nicht mehr runterfahren kann.
18:22Das muss man unbedingt versuchen zu vermeiden.
18:25Und da habe ich dann Tich Nhat Han, heißt der, glaube ich, gehört,
18:28so ein buddhistischer Mönch.
18:31Da schlafe ich auch bei einem.
18:34Das hatte so, das hatte was menschlich auf der einen Seite,
18:38so humanistisch, aber auch die Sprecherstimme war so schön herrlich zum Einschlafen.
18:43Vielen Dank, dass Sie uns mitgenommen haben aufs Meer.
18:46Dankeschön.
18:46Applaus
18:49Applaus
18:50Applaus
18:52Applaus
18:53Applaus
Comments