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  • vor 2 Tagen
Oberinspektor Derrick - Horst Tappert /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Helmuth Ashley

Kategorie

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TV
Transkript
00:00Musik
00:31Sind Sie Spechler?
00:33Ja, ich stehe draußen.
00:37Der Fahrer ist da.
00:39Wo ist meine Frau?
00:41Ich glaube, noch im Bad.
00:43Ich möchte morgen zusammen mit dir frühstücken.
00:46Sie hat sich entschuldigen lassen.
00:49Das Übliche? Kopfschmerzen?
00:52Ja, sie habe in der Nacht nicht gut geschlafen.
00:55Gibt es irgendwelche Gründe dafür?
00:57Ich habe sie gefragt.
00:58Sie sagte, das passiere ihr öfter.
01:01Kein Schlaf und
01:03dann reißen wir Kopfschmerzen.
01:07Sagen Sie ihr, sie soll zum Arzt gehen.
01:09Ich möchte Sie immer sehen,
01:10bevor ich aus dem Haus gehe.
01:13Das soll sie sich einprägen.
01:15Ich habe ihr gesagt,
01:16ihr Mann wird auf Sie warten.
01:27Ja, da bist du ja.
01:29Entschuldigung.
01:32Du hast schlecht geschlafen.
01:34Ja, ich hatte Kopfschmerzen.
01:37Nun, du bist gesund, trinkst nicht,
01:40rauchst nicht.
01:41Einen äußeren Grund, Kopfschmerzen zu haben,
01:43gibt es nicht.
01:46Gibt es einen inneren?
01:48Nein, nein.
01:49Ich darf dich doch fragen,
01:50ob du dich wohlfühlst.
01:52Ja, natürlich.
01:53Also,
01:54frage ich dich.
01:56Fühlst du dich wohl hier?
01:57Hier in diesem Hause?
02:00Im Zusammenleben mit mir.
02:02Ja.
02:03Es würde mich auch wundern,
02:05wenn es anders wäre.
02:06Und ich würde es absolut nicht verstehen.
02:13Was machst du heute?
02:16Ich wollte ein paar Besorgungen machen
02:17und später vielleicht noch in die Bibliothek gehen.
02:20Ich sehe, du liest neuerdings sehr viel.
02:23Ich möchte die Bücher bei Gelegenheit mal sehen.
02:26Es sind französische Autoren.
02:29Monterland, Camus.
02:34Die sind es doch wohl nicht,
02:35die dir Kopfschmerzen machen.
02:38Vielleicht erfahre ich noch,
02:40was dir schlaflose Nächte bereitet.
02:53Und wo sind sie jetzt?
02:56Vor ihrem Haus.
02:59Ihre Frau hat das Haus noch nicht verlassen.
03:01Aber das wird sie bald tun.
03:02Sie will in die Bibliothek.
03:04Kennen Sie sich da aus?
03:05Kein Problem.
03:07Machen Sie sich keine Sorgen.
03:09In Ihren Berichten finde ich nicht das,
03:10was mich interessiert.
03:12Ich hoffe,
03:12ich bin nicht an einen Unfähigen geraten.
03:14Danke sehr.
03:18Ich bin nicht an.
03:19Ich bin nicht an.
03:46Er ist mir wieder nachgefahren.
03:48Ja, ich sehe ihn.
03:51Ich erkenne ihn wieder.
03:54Was soll ich denn jetzt machen?
03:57Du bleibst sitzen, ich stehe auf und gehe hinaus.
04:00Wir machen es, wie wir besprochen haben.
04:02Ich habe Angst.
04:05Wenn du es nochmal sagst, stehe ich auf, komme rüber zu dir und nehme dich in den Arm.
04:14Ich gehe jetzt.
04:38Ich gehe jetzt.
04:45Ich gehe jetzt.
05:15Untertitelung. BR 2018
05:45Untertitelung. BR 2018
06:00Untertitelung. BR 2018
06:45Untertitelung. BR 2018
07:15Untertitelung. BR 2018
07:28Was ist?
07:29Er ist schon wieder da.
07:31Wirklich?
07:32Schau nicht hin.
07:34Wer ist das?
07:36Ich war so sicher.
07:38Ich habe ihn nicht mehr gesehen.
07:41Was machst du denn?
07:42Ich gehe jetzt hin zu Ihnen. Ich frage ihn, wer er ist und was er will.
07:49Glauben Sie, dass ich im Moment bei Ihnen Platz nehme?
07:52Setzen Sie sich nur.
07:57Sie sind Fotograf?
08:00Nein.
08:01Ich bin kein Fotograf.
08:04Aber Sie haben uns fotografiert.
08:06Ja, ich habe fotografiert.
08:09Wie das Boot kam, wie es anlegte, wie die Dame ausstieg, wie sie sich umarmt haben und wie sie vom
08:18Steg kamen.
08:20Ich glaube, das sind die schönsten Bilder geworden, die ich von Ihnen gemacht habe.
08:25Für wen machen Sie denn diese Bilder?
08:27Für den Ehemann der Damen.
08:30Ich glaube, jetzt haben Sie keine Schwierigkeit mehr herauszufinden, was ich bin.
08:34Sie sind ein Privatdetektiv.
08:37Ja.
08:39Der Ehemann wollte wissen, mit wem seine Frau ihn betrügt.
08:42Weiß er es jetzt?
08:45Nein.
08:46Er weiß es noch nicht.
08:48Jetzt verstehe ich was nicht.
08:49Sie sind doch schon seit Tagen hinter uns her.
08:52Ja, das stimmt.
08:53Und ich weiß auch ziemlich genau, was Sie unternommen haben.
08:56Sehr vorsichtig waren Sie nicht.
08:58Und Sie haben Fotos gemacht?
09:00Und Berichte geschrieben?
09:02Ja.
09:04Jetzt muss ich Sie mal was fragen.
09:06Glauben Sie, dass ich Ihnen mehr dafür zahle?
09:09Nein, das glaube ich nicht.
09:11Denn ich nehme an, Sie haben nicht so viel Geld.
09:13Und warum haben Sie die Fotos und die Berichte nicht abgeschickt?
09:16Weil mir mein Auftraggeber nicht gefällt.
09:19Im Gegensatz zu Ihnen.
09:23Und wir gefallen Ihnen.
09:26Ja, Sie gefallen mir.
09:30Sehen Sie, es ist etwas Merkwürdiges passiert.
09:35Mir ist meine Berufsauffassung abhandengekommen.
09:37Ich meine, sie existiert nicht mehr.
09:40Ich kam ins Grübeln durch Gefühle,
09:42die man in diesem Geschäft nicht haben sollte.
09:44Und habe mir gedacht,
09:46warum willst du die beiden unglücklich machen?
09:49Sie haben so viel Spaß.
09:52Sie lieben sich.
09:55Sie sind so glücklich.
09:59Und dann habe ich mir gesagt,
10:01das leistest du dir einfach.
10:05Und wie gesagt,
10:08mir gefällt mein Auftraggeber nicht.
10:13Vielen Dank.
10:15Dann fallen Sie nicht gleich aus dem Rahmen.
10:17Ich sage Ihnen ganz ehrlich,
10:18ich bin mir nicht im Klaren,
10:19ob ich einen großen Fehler mache.
10:29Tja, also dann.
10:31Ach, übrigens,
10:32einen schönen Gruß noch an Ihre bezaubernde junge Frau.
10:35Ich habe Sie vor ein paar Tagen am Tennisplatz gesehen.
10:37Ah, da müssen Sie sich irren.
10:39Meine Frau spielt nicht Tennis.
10:40Nein, Sie nicht,
10:40aber ein sehr netter junger Mann,
10:42der bei ihr war.
10:44Wann war das?
10:45Wann?
10:45Vor drei Tagen.
10:48Danke,
10:49ich werde die Größe ausrechnen.
10:56Ihr Mann ist schon zu Hause.
10:58Er wartet auf Sie.
11:13schon zurück?
11:14Ja,
11:15ich bin heute früher gekommen.
11:17Komme ich ungelegen?
11:18Überhaupt nicht.
11:24Aber du siehst aus,
11:25als käme ich dir ungelegen.
11:27Nein,
11:27wie kommst du darauf?
11:29Weil du dastehst
11:30und kaum atmen kannst.
11:32Wenn du mich siehst,
11:34fängst du an zu zittern.
11:36Warum?
11:39Ich zittere doch gar nicht.
11:42Wo warst du heute?
11:45Sag's mir im Ablauf.
11:48Stunde für Stunde.
11:51Warum denn?
11:53Ich interessiere mich
11:53für das Leben, das du führst,
11:55außer dieses Hauses.
11:57Ich war in der Bibliothek.
12:00Ja, ich weiß.
12:01Du liest gern Bücher.
12:03Zeig sie mir.
12:06Die Bücher?
12:07Ja.
12:09Ich will sie sehen.
12:10Gehen wir in dein Zimmer.
12:18Was sind das für Bücher?
12:21Montelon?
12:24Camus?
12:27Tagebücher?
12:28Tagebücher.
12:29Vielleicht, weil du ein Interesse hast,
12:31selber Tagebücher zu schreiben,
12:33die ich dann sehr gerne lesen würde.
12:36Ich mach dir einen Vorschlag.
12:38Du bleibst hier,
12:39setzt dich an diesen Schreibtisch da
12:40und versuchst,
12:41ein solches Tagebuch zu schreiben.
12:43Es genügen mir
12:44die letzten acht Tage.
12:48Es sollte darin vorkommen,
12:49ein junger Mann,
12:50der ein Tennisspieler ist
12:51und ein Tennisplatz.
12:54Glaubst du wirklich,
12:55du könntest etwas von mir verbergen?
12:58Glaubst du das wirklich?
13:01So.
13:03Und jetzt setz dich hin
13:04und schreib deine Geschichte,
13:05die von dem jungen Mann,
13:07der ein Tennisspieler ist
13:08und formuliere gefälligst auch das,
13:10was er sonst noch für dich ist.
13:16Jetzt wirst du gleich merken,
13:17wie ernst ich das meine.
13:19Au!
13:23Au!
13:39Au!
13:41Au!
13:46Au!
13:47Au!
13:47Au!
13:48Au!
13:49Au!
13:49Au!
13:50Au!
13:51Au!
13:53Au!
13:54Au!
13:56Au!
13:56Au!
13:57Au!
13:57Au!
13:57Au!
13:57Au!
13:57Au!
13:58Au! Au!
14:05Ich habe mich an der Hand verletzt.
14:08Kannst du ein Pflaster?
14:23Kümmern Sie sich um meine Frau.
14:26Den Kasten, dann nehmen Sie mit, den werden Sie brauchen.
14:30Meine Frau hat mich betrogen.
14:34Das ist ja kaum zu glauben.
14:57Darf man da reinkommen?
14:59Ich entwickle noch.
15:01Telefon für dich.
15:03Ich komme.
15:11Wer ist dran?
15:12Herr Raude.
15:15Ja, Lieber?
15:16Ihr Bericht von heute.
15:18Moment, da muss ich meine Notizen holen.
15:20Ich erwarte Sie um 20 Uhr.
15:22Den Bericht bringen Sie mit.
15:28Er will, dass ich zukomme mit meinen Notizen.
15:32Das heißt, Schluss mit der Diskretion.
15:34Sie wird da zu Hause sein und nicht sehen.
15:36Da muss was passiert sein, oder?
15:39Warum bestellt er mich sonst zu sich?
15:41War denn was los heute?
15:43Eigentlich nicht.
15:44Sie waren am Steinberger See.
15:47Ich habe ein paar Bilder gemacht.
15:49Willst du sie sehen?
15:50Mhm.
15:50Ich muss ihn dir noch trocknen.
15:57Und das hier.
15:59Du wirst ihm die Bilder zeigen?
16:01Natürlich nicht.
16:03Meine Berichtereienerfindung.
16:04Ihre Frau schlendert durch die Stadt, kauft einen, trinkt Kaffee.
16:07Ich habe dir gesagt, warum ich das tue.
16:10Sag's doch mal.
16:16Eine Liebesgeschichte.
16:19Soll ich jetzt ein Gedicht machen?
16:21Mach eins.
16:25Also.
16:28Ich sah etwas Schönes.
16:31Etwas wirklich Schönes.
16:33Zwei Menschen, die sich lieben.
16:35Und mir war, als würde ich es selbst erleben.
16:39Die Erde verwandelt sich in eine grüne Wiese.
16:42Mit lauter Blumen.
16:45Die hübsch aussehen.
16:47Und gar nicht giftig sind.
16:52Das Gift hat sie zu Hause.
16:53Ein Mann.
16:55Kalt wie ein Gletscher.
16:58Du hast viel Gefühl, mein Junge.
17:01Viel zu selten, dass du es zeigst.
17:14Ich hebt.
17:24Ich hebt.
17:28Ich hebt.
17:36Mein Junge.
17:37Ich hebt.
17:37Ich hebt.
17:37Ich hebt.
17:39Hallo?
17:42Ich bin's.
17:45Sander?
17:47Ja.
17:50Er hat mich fürchterlich zuberechnet.
17:56Ich dachte, er bringt mich um.
18:04Was hat er getan?
18:12Bitte, Sie werden erwartet.
18:18Kommen Sie, kommen Sie.
18:21Wie steht's?
18:22Wo ist Ihr Bericht?
18:25Nur zu, wo sind die Unterlagen? Ich möchte Sie sehen.
18:31Dann vergessen Sie nicht, den Tennisspieler zu erwähnen.
18:36Raus mit der Sprache.
18:38Aber erzählen Sie mir keine Märchen.
18:42Sie haben meinen Auftrag übernommen und ihn nicht ausgeführt.
18:46Warum nicht?
18:48Ich möchte eine Erklärung dafür.
18:51Was soll ich sagen?
18:53Mir fällt nichts ein.
18:54Nichts, was Sie verstehen würden.
18:58Überlassen Sie das mir, ob ich verstehe oder nicht.
19:02Okay.
19:04Ihre Frau ist eine besondere Frau.
19:10Oder vielleicht auch nicht, vielleicht sehe ich das nur so, weil ich eine besondere Ansicht von Frauen habe.
19:15Frauen haben es nicht leicht bei mir, sich so zu benehmen, dass ich sie hinreißend finde.
19:22Ihre Frau finde ich hinreißend.
19:27Meine Schwäche.
19:29Aber ich unternehme nichts gegen Frauen, die ich hinreißend finde.
19:33Frau Sorge!
19:38Bitte holen Sie meine Frau runter.
19:44So, jetzt zeige ich Ihnen meine hinreißende Frau.
19:57Ich soll Sie runterbringen.
20:00Können Sie aufstehen?
20:02Warten Sie, ich helf ich.
20:03Ah, ja.
20:20Danke, Frau Sorge.
20:26Na, komm doch runter.
21:02Na, finden Sie sie immer noch hinreißend?
21:08Die Frau, die Ihren Mann betrogen hat?
21:20Ich gratuliere Ihnen.
21:43Spiel jetzt nicht die Kranke.
21:45Steh auf, wasch dich.
21:50Das Gute daran ist, dass du keine Lust haben wirst, aus dem Haus zu gehen.
22:05Schon fertig?
22:06Ja, Frau Sorge.
22:07Ich bin heute früher dran.
22:10Frühstück?
22:11Ich mache es gerade.
22:25Noch zwei Minuten.
22:26Meine Frau ist gar nicht zu Bett gegangen.
22:29Sie wollte nicht gestört werden.
22:32Sagen Sie ihr, dass ich ihr nicht erlaube, das Haus zu verlassen.
22:36Ich werde es ihr sagen.
22:37Lass es, ich gehe schon.
22:51In der Schule nichts.
22:53Sie sind irgendwo woanders.
22:56Das ist in der Schule.
22:57Ich mache es nicht.
23:05Sie sind ja ganz verstört.
23:06Herr Rode?
23:08Herr Rode!
23:19Böckler!
23:21Bin ich zu spät?
23:24Was ist mit Ihnen? Sie sind ja ganz verstört.
23:35Er ist ... er ist gerade erschossen worden.
23:56Er sagte nur, bleiben Sie. Ich gehe mit Ihnen.
23:58Ich gehe an die Tür. Und dann hörte ich die Schüsse fallen.
24:02Hat Herr Rode denn jemanden erwartet?
24:05Nur seinen Fahrer, der ihn jeden Morgen abholt.
24:09Aber der kam erst als ... na ja ...
24:13als er tot auf dem Boden lag.
24:15Und Sie sind dann zur Tür gelaufen und die Haustür stand offen?
24:18Ja, offen.
24:20Sind Sie hinausgegangen?
24:22Ja, aber ich habe niemanden mehr gesehen.
24:28Entschuldigen Sie, ich bin einfach fertig mit den Nerven.
24:32Um Ihre Frage zu beantworten,
24:34mir ist auch nichts aufgefallen.
24:36Ich fuhr vor, sah nur die Haustür offen.
24:41Da war ich allerdings erschrocken und dachte,
24:44du kommst doch nicht zu spät.
24:46Das haste er auf dem Turm.
24:55Frau Sorge.
24:58Was ist denn hier los?
25:02Oh, im Himmels Willen, wer ist denn das?
25:05Das ist Frau Rode.
25:07Wer hat sie denn so zugerichtet?
25:10Ihr Mann hat sie verprügelt.
25:18Frau Rode.
25:19Ihr Mann ist erschossen worden.
25:33Sie darf ihn doch sehen.
25:54Ich machte das Frühstück, als es an der Tür lautete.
25:57Ich wollte die Tür öffnen, aber Ihr Mann sagte, bleiben Sie hier.
26:02Da hätte ich die Schüsse fallen.
26:10Bitte kommen Sie mit mir.
26:12Bitte sehr.
26:23Ja, Frau Sorge hat mir erzählt, warum Ihr Mann Sie geschlagen hatte.
26:26Er hatte einen Privatdetektiv beauftragt, Sie zu überwachen.
26:33Sie verstehen doch, was ich sage.
26:38Gut, gut.
26:40Ja, hat er nun einen Grund, Sie überwachen zu lassen?
26:43Ich meine, mal ganz direkt gefragt.
26:45Haben Sie Ihren Mann betrogen?
26:50Frau Sorge erzählte mir, gestern Nachmittag habe es eine Auseinandersetzung zwischen Ihnen und Ihrem Mann gegeben.
26:56Der Mann habe ihm vorgeworfen, ihn betrogen zu haben.
27:01Es sei in großer Erregung gewesen, er habe sie misshandelt.
27:06Etwas später sei dann ein Privatdetektiv gekommen.
27:09Frau Sorge sagte mir, Sie hätten telefoniert. Sie hätten beiden telefoniert.
27:14Na, man wüsste ich natürlich gerne, mit wem Sie telefoniert haben.
27:22Ist es so, wie ich vermute, haben Sie mit Ihrem Liebhaber telefoniert?
27:26Haben Sie ihm erzählt, dass Ihr Mann Sie so misshandelt hat?
27:31Ist es so?
27:36Na ja, Sie wollen uns den Namen nicht sagen.
27:43Stefan, wir haben die Unterlagen gefunden und den Namen des Privatdetektivs.
27:56Guten Tag.
27:57Grüß Gott.
27:58Wir hätten gerne Johannes Lieber gesprochen.
28:00Mein Sohn ist im Moment nicht da.
28:02Ach, dürfen wir trotzdem reinkommen?
28:04Kriminalpolizei.
28:06Kriminalpolizei.
28:07Kommen Sie herein.
28:08Vielen Dank.
28:12Kriminalpolizei?
28:13Mein Sohn arbeitet manchmal mit der Polizei zusammen.
28:16Na ja, er ist ja sowas ähnliches.
28:17Obwohl, für richtige Polizisten ist er nur ein halber.
28:21Sie sind Richtige, nicht wahr?
28:22Ja, oh ja.
28:24Kommen Sie ins Büro.
28:26Vielleicht kann Ihnen seine Sekretärin helfen.
28:30Margit, das sind Herren von der Polizei.
28:33Guten Tag.
28:34Ich hoffe, wir stören Sie nicht da zu sehr.
28:36Aber nein, Sie stören überhaupt nicht.
28:38Wollen Sie einen Kaffee?
28:40Nein, danke.
28:41Ich mache einen.
28:42Die meisten sagen nein und dann kriegen die einen Kaffee.
28:44Und jeder Zweite sagt, wie machen Sie die?
28:46Der ist ja fantastisch.
28:48Nein, lassen Sie mal Zeit mit dem Kaffee.
28:49Wo ist Ihr Sohn?
28:51Ich meine, wo können wir ihn erreichen?
28:52Den erreichen?
28:53Der ist doch ständig unterwegs.
28:55Jeden Tag, von morgens bis abends.
28:57Und manchmal noch nachts kann Ihnen Margit helfen.
29:00Ja, ich weiß nicht.
29:01Kennen Sie den Fall Raude?
29:03Ja, natürlich.
29:05Den kenne ich auch.
29:06Mein Sohn hat mir erzählt, er sollte eine junge Frau überwachen.
29:10Eine besonders nette Person.
29:13Er hat den Auftrag gestern zurückgegeben.
29:16Ach, er hat ihn zurückgegeben?
29:18Das ist eine wahnsinnig interessante Geschichte.
29:20Wissen Sie, der Auftraggeber hat ihm nicht gefallen.
29:24Was?
29:24Der Auftraggeber hat ihm nicht gefallen?
29:27Warum nicht?
29:29Wie sagte er Margit?
29:32Er sagte, der Mann ist kalt wie ein Gletscher.
29:37Und da wachsen keine Blumen.
29:39Zeig den Herrn doch mal die Fotos.
29:47Danke.
29:49Mein Sohn sagte, na passen die zusammen?
29:52Die passen doch hervorragend zusammen.
29:55Wer ist denn der junge Mann da auf dem Foto?
29:57Schöne Fotos, wirklich schön.
29:59Was?
30:04DTK Lippe?
30:06Ah, Sie sind es.
30:08Ja, zwei Herren von der Polizei sind gerade hier und möchten Sie sprechen.
30:13Ja?
30:15Ja, Herr Lippe.
30:20Oberinspektor Deil, Mordkommission.
30:23Wer möchten Sie sprechen, Herr Lippe?
30:25Mordkommission?
30:27Und was wollen Sie von mir?
30:29Einer Ihrer Klienten ist ermordet worden.
30:32Moment, ich suche mal einen Platz, wo ich halten kann.
30:34Warten Sie mal.
30:45Mein Klient ist ermordet worden?
30:47Herr Raude.
30:48Herr Raude ist heute Morgen erschossen worden.
30:54Na, was ist?
30:56Sind Sie noch da?
30:58Ja, ja.
31:00Ich warte nur darauf, dass ich erschüttert bin.
31:03Na, sind Sie es?
31:05Nein.
31:07Aber wenn Sie sich mit mir über meine Gefühle unterhalten wollen, dann sage ich Ihnen, wo Sie mich finden können.
31:14Ich sage Ihnen gleich, ich habe keine Ahnung, wer ihn erschossen hat.
31:16Dann rufen Sie sich mal folgende Situation in Erinnerung zurück.
31:20Frau Sorge hat sie mir mitgeteilt.
31:21Herr Raude.
31:22Also, Sie stehen im Zimmer, neben Ihnen steht Herr Raude.
31:25Plötzlich erscheint diese junge Frau.
31:27Sie ist brutal zusammengeschlagen, grässlich zugerichtet und plötzlich regt sich bei Ihnen die Erschütterung.
31:33Sie drehen sich um und sagen zu Herrn Raude, na, wissen Sie noch, was Sie gesagt haben?
31:38Ja, ich sagte, gratuliere.
31:40Und dann sind Sie gegangen?
31:42Ja, dann bin ich gegangen.
31:43Mit Wut im Bauch, nehme ich an.
31:45Ja, mit Wut im Bauch.
31:46Aha.
31:47Und Sie haben keine Erklärung dafür abgegeben, dass Sie den Auftrag einfach nicht ausgeführt hatten?
31:52Doch.
31:53Ich sagte ihm, gegen eine so bezaubernde Frau wie Ihre, unternehme ich nichts.
32:00Dann reden wir doch mal von diesem jungen Mann, der Ihnen auch so sympathisch war.
32:04Ja, er ist ein sehr sympathischer Mann.
32:07Haben Sie sich gestern Abend noch mit ihm getroffen?
32:10Ja, ich wollte ihm sagen, was passiert war.
32:12Aber er wusste schon Bescheid. Sie hatte mit ihm telefoniert.
32:18Wo wohnt er?
32:21Kommen Sie nur herein.
32:22Danke.
32:28Was kann ich für Sie tun?
32:30Wo waren Sie heute Morgen um 37?
32:34Wissen Sie, ich habe natürlich nicht so gut geschlafen.
32:37Genauer gesagt, ich habe kein Auge zugetan.
32:40Und heute früh, wann war das?
32:44So gegen sechs.
32:47Rief ich ein Lippe an. Ich fragte ihn, was kann man da tun?
32:52Ich kann doch nicht zusehen, wie der Mann seine Frau tot schlägt.
32:57Und was weiter?
32:59Ich habe mich dann in den Wagen gesetzt und fuhr hierher.
33:02Wir haben dann gesessen zwei Stunden und haben hin und her überlegt.
33:07Also zur Mordzeit waren Sie hier.
33:10Sie beide, nicht?
33:12Ja, wir beide.
33:16Sie haben also ein Alibi.
33:19Alle beide.
33:22So nennt man das wohl.
33:28Alibi.
33:30Die geben sich gegenseitig ein Alibi.
33:33Einer von den beiden ist der Mörder.
33:34Und der, der es nicht ist, glaubt den anderen schützen zu müssen.
33:37Den Mörder zu decken.
33:47Ich komme morgens immer gegen acht Uhr.
33:52Nein, Herr Lippe war nicht da.
33:56Kleinen Moment bitte. Ich gebe Ihnen seine Mutter.
34:02Hanna Lippe hier?
34:04Ja, guten Tag.
34:07Wann?
34:08Oh Gott, wann war das? Ziemlich früh.
34:11Ich hörte, dass er wegging.
34:12Das war so gegen sechs Uhr.
34:14Wissen Sie, vorher hatte das Telefon geläutet.
34:16Ich dachte, ein eiliger Fall und der Junge geht ohne Frühstück.
34:21Ja, natürlich.
34:24Ein Protokoll?
34:26Nein, nein, nichts dagegen.
34:29Auf Wiedersehen.
34:36Sie sind halt scharf darauf zu wissen, wo ich war.
34:38Und wo dieser arme Kerl war.
34:40In der Zeit, als der brutale Schläger vor seinen Richter trat.
34:47Die Polizei muss sich ja tun, was sie tun muss.
34:51Aber jetzt möchte ich doch mal wissen.
34:53Hat sich von denen keiner über den Mann aufgeregt, der seine Frau fast totgeprügelt hat?
34:58Ich wette, nein.
35:02Viele Männer haben zwei, ich sag's mal so, Lieblingsbeschäftigungen.
35:09Sie lieben ihre Frau als ein Vergnügen, dass sie sich selber bereiten.
35:13Und sie schlagen sie, auch weil es ihnen ein Vergnügen bereitet.
35:20Gott ist ein Mann.
35:24Wieso hat noch niemand Gott als eine Frau gesehen?
35:29Hören Sie, was Ihre Mutter sagt?
35:31Ja, ich höre, was sie sagt.
35:35Gott, eine Frau.
35:38Ich glaube, die Welt sehe dann ganz anders aus.
35:42Gott, der Mann, prügelt sie.
35:46Gott, die Frau,
35:49nehme sie in ihre Arme.
35:54Hat das schon mal jemand gesagt?
35:57Nein, Margret.
36:00So hat es noch niemand gesagt.
36:02Ich weiß, sie werden mich vorladen und...
36:07Ich denke die ganze Zeit darüber nach, ob es richtig war, was ich gesagt habe.
36:12Ich habe gesagt, du seist um sechs Uhr aus dem Haus gegangen.
36:16Ich habe es gesagt, weil du es so gewollt hast, aber...
36:19War das richtig?
36:23Ich habe Margret heute Morgen abgeholt und...
36:26Als wir ankamen, hast du noch geschlafen.
36:30Was ich meine ist, wenn ich sagen würde, du bist um acht erst aufgestanden, was die Wahrheit wäre.
36:36Was dann?
36:37Na, was dann? So viel begreifst du doch wohl, dass wir überlegen, ob du der Mörder bist.
36:44Ich jedenfalls weiß, dass du es nicht bist.
36:50Mama, ich habe ein Alibi.
36:55Dieser junge Mann gibt es dir, nicht wahr?
36:59Ja. Und ich gebe es ihm.
37:03Wir sind übereingekommen, dass es so das Beste ist.
37:06Für jeden von uns.
37:08Natürlich besonders für ihn.
37:15Was soll ich also machen?
37:17Unterschreibe, dass ich nach einem Telefongespräch gegen sechs mich sofort angezogen habe und losgefahren bin.
37:29Du bist ein lieber Junge, Johannes.
37:35Weißt du, ich habe lange Zeit nicht gewusst, wo ich dich hinstecken soll, wer du bist, was du denkst.
37:41Du kamst mir immer vor...
37:43Ich sag's mal mit einem Beispiel.
37:46Wie ein Geldstück, das jemand hochgeworfen hat, das fällt,
37:49aber sich dabei noch dreht.
37:51Und man weiß noch nicht, auf welche Seite es fällt.
37:55Weißt du es jetzt?
37:57Ja.
37:59Jetzt weiß ich, auf welche Seite das Geldstück gefallen ist.
38:04Auf die, gegen die nichts zu sagen ist.
38:10Hast du schon gesehen, was ich hier hingehängt habe?
38:17Ihr jungen Leute zeigt euer Gefühl nicht.
38:21Und man weiß lange Zeit nicht, ob ihr es überhaupt habt.
38:27Du hast es, das weiß ich jetzt.
38:37Alles in Ordnung?
38:38Ja. Gut, dass du gekommen bist. Hat sich die Polizei schon bei dir gemeldet?
38:42Ja. Wir werden bestimmt noch hinbestellt, zum Unterschreiben.
38:45Das, was wir besprochen haben.
38:47Wir kommen bestimmt gut damit durch.
38:50Fahren wir?
39:04Was wollen Sie?
39:06Wir möchten mit Frau Raude sprechen.
39:09Ich werde fragen, ob Frau Raude jemanden empfangen will.
39:13Warten Sie draußen.
39:14Gehen Sie beiseite.
39:27Kannst du deinen Koffer packen?
39:29Hm.
39:30Helfen Sie ihr dabei.
39:39So, Sie sind da.
39:42Wie benehmen Sie sich?
39:43Wie Freunde.
39:45Das ist der Punkt.
39:51Na, wie fühlen Sie sich?
39:53Ich kann mit der Frage nicht viel anfangen.
39:56Sie haben, wie ich gehört habe, Frau Raude aus Ihrem Haus herausgeholt.
40:00Wo ist sie denn jetzt?
40:01Sie ist bei mir.
40:05Lassen Sie mich fragen.
40:06Ist daran irgendwas nicht in Ordnung?
40:09Tja, also wenn Sie da Mörder sind, und diese Möglichkeit muss ich ja untersuchen,
40:13dann waren Sie unvorsichtig.
40:15Dann sagen Sie mir, wie sich ein Mörder benimmt.
40:18Oder sagen Sie mir lieber, wie sich jemand benimmt, der keiner ist.
40:21Ich bin es nämlich nicht.
40:27Sie sind auch keiner?
40:29Was ja unlängst festgestellt wurde.
40:31Herr Gröner und ich waren zur Tatzeit zusammen.
40:34Wir haben über Männer geredet, die Frauen und Kinder prügeln.
40:37Und wir waren einer Meinung.
40:39Sie sind zum Kotzen.
40:42Ja.
40:43So.
40:45Dann unterschreiben Sie jetzt die beiden Protokolle.
40:52So, und bitte denken Sie genau darüber nach, was es heißt, ein Protokoll zu unterschreiben.
40:59Wenigstens einer von Ihnen sollte genau darüber nachdenken.
41:16Also einer von Ihnen beiden in seiner Haut möchte ich nicht stecken.
41:25Sie können gehen.
41:35Gar kein Zweifel.
41:37Einer von den beiden ist der Mörder.
41:40Einer schützt den anderen.
41:43Was meinst du, wer es ist?
41:46Tja.
41:47Der Student.
41:48Der Liebhaber, der es nicht ertragen konnte, dass sein Mädchen halb totgeschlagen wurde.
41:55Was ist mit dem Privatdetektiv, der sich zum Freund der Leute macht, die er eigentlich observieren soll.
42:02Ich meine, der ist doch auch ganz interessant, ne?
42:11Kein Glück.
42:15Wissen Sie, was ich herausgefunden habe in meinem Leben?
42:17Was mir immerhin schon einige Erfahrungen eingebracht hat?
42:21Glück ist eine andere Form von Geduld.
42:23Oh ja, ja. Das gilt auch für Polizisten.
42:27Gehen wir in die Theke?
42:34Also, Sie haben den Auftakt bekommen, eine junge Frau zu überwachen.
42:39Wann haben Sie denn herausbekommen, dass Frau Rode einen Lieber hat?
42:43Schon am ersten Tag.
42:45Wann war denn das?
42:47Vor zehn Tagen.
42:48Aber das war kein Kunststück. Die beiden benahmen sich unvorsichtig.
42:51Also, hätten Sie schon am ersten Tag Ihrem Auftaktgeber sein können, der Auftakt ist erledigt.
42:56Ihre Frau hat einen Liebhaber. Haben Sie aber nicht gemerkt. Warum nicht?
42:59Ja, das ist wirklich merkwürdig. Auch für mich.
43:03Ich dachte, was sind beiden noch etwas Zeit?
43:06Ich habe mit meiner Mutter auch darüber gesprochen.
43:09Ich sagte ihr, ich habe zwei junge Leute gesehen, bei denen es etwas gibt, was man...
43:14...reine Liebe nennen könnte.
43:17Meine Mutter sagt ihnen immer, das gibt es nicht, Junge.
43:21Liebe ist immer etwas Fragwürdiges.
43:23Und das hat damit zu tun, dass Männer zum Lieben nicht fähig sind.
43:27Sieh es dir an, und du wirst sehen, dass ich Recht habe.
43:30Ja, und dann haben Sie abgewartet, oder?
43:32Ja. Ich habe irgendwelche nichtssagenden Berichte abgegeben.
43:37Nur, um herauszufinden, was mit der reinen Liebe auf sich hat?
43:41Ja, hören Sie.
43:42Ja, so ist es.
43:44Irgendwann haben die beiden bemerkt, dass sie beschattet wurden.
43:47Dann haben Sie sich zu erkennen gegeben, klar.
43:49Ja. Das war am Sternberger See.
43:52Ich saß im Garten und sah, wie sich die beiden trafen.
43:55Ich sage Ihnen, da war es wieder.
43:58Das reine Glück.
44:01Er kam dann zu mir rüber, und wir haben uns unterhalten.
44:03Und so sind Sie Freunde geworden.
44:05Ja.
44:07Aber das hat mit etwas zu tun, was Sie vielleicht vergessen.
44:10Was habe ich vergessen?
44:12Dass es das Wichtigste ist, gute Freunde zu finden.
44:16Für einen guten Freund laufe ich meilenweit.
44:20Also, ich frage mich, wie Sie auf den Gedanken gekommen sind,
44:24Privatdetektiv zu werden.
44:27Ein guter Junge.
44:30Man spürt direkt seinen tiefen Widerwillen gegen eine konservative Welt.
44:35Aber er ist ein guter Junge.
44:40Geht meilenweit für einen guten Freund.
44:45Was ich ihm glaube.
44:46Ja.
44:48Aber ich glaube auch, dass er vielleicht ein bisschen zu weit geht.
45:02Hallo zusammen.
45:13Was guckt ihr denn so?
45:16Wie bist du denn mit dem Kriminalkommissar zurechtgekommen?
45:20Der wollte dich doch sprechen.
45:22Er war sehr freundlich.
45:23Nicht gerade konkret.
45:26Es war ein Rundumgespräch.
45:29Zum Schluss fragte er mich,
45:31warum haben Sie sich gerade diesen Beruf ausgesucht?
45:35Diesen?
45:36Wieso diesen?
45:39Das wollte er wissen.
45:42Warum diesen?
45:49Hassen Sie deshalb Menschen?
45:52Was hast du denn darauf gesagt?
45:55Ich habe ihm gesagt,
45:57es fällt mir manchmal ziemlich schwer, Menschen zu lieben.
46:01Obwohl ich es gerne möchte.
46:04Aber meinen letzten Auftraggeber,
46:07den habe ich wirklich nicht gemocht.
46:09Absolut nicht.
46:12Überhaupt nicht.
46:14Du hättest es nicht sagen sollen.
46:17Die meisten Menschen, mit denen du es da zu tun hast,
46:21taugen nichts.
46:23Nein, nicht alle.
46:27Aber ich gebe zu,
46:29es fällt mir manchmal schwer.
46:31Ja.
46:34Du musst ja schreiben, was er mir diktiert.
46:36Und ich lese deine Berichte ja auch.
46:40Kein schöner Eindruck, den man bekommt von dem,
46:42was sich menschliche Gesellschaft nennt.
46:47Trinkst du einen Kaffee mit?
46:49Nein, ich muss erst telefonieren.
47:01Ja, bitte?
47:02War der Rick schon bei dir?
47:04Er ist gerade aus dem Wagen gestiegen.
47:06Wie war dein Gespräch mit ihm?
47:08Ich hatte keine Probleme.
47:10Bleib nur bei der Sache.
47:12Das Gefährliche ist,
47:15er ist sehr freundlich.
47:17Keine Sorge.
47:18Es läutet.
47:27Der Rick ist gerade bei ihm.
47:31Wie auch immer.
47:33Dir kann nichts passieren.
47:35Wir wissen ja, dass du es nicht warst.
47:38Hör zu, Mama.
47:39Du hast dein Protokoll unterschrieben.
47:40Du kannst deine Aussage nicht einfach zurücknehmen.
47:44Wenn sie kommen und dich verhaften,
47:47dann tue ich's.
47:52Sie wollten mit mir reden.
47:54Muss sie dabei sein.
47:55Ja, warum denn nicht?
47:56Sie kann doch ruhig hören, was wir miteinander reden.
48:00Darum geht es nicht.
48:02Sie sehen, es geht ihr nicht gut.
48:03Ich habe sie hierher geholt, weil es ihr nicht gut geht.
48:06Und jetzt meine ich nicht, wie sie aussieht.
48:08Ich meine, dass sie ihr Gleichgewicht,
48:12ihr seelisches Gleichgewicht verloren hat.
48:14Und alles, was jetzt in dieser Sache gesagt wird,
48:16ist wie eine erneute Misshandlung.
48:18Und das wollen Sie ihr nicht zumuten?
48:20Nein, das kann ich nicht.
48:22Tut mir leid, sie bleibt hier.
48:25Es hilft ihr doch gar nicht jetzt,
48:26in einem anderen Zimmer zu sein.
48:28Also die Ehe zwischen Ihnen und Ihrem Mann,
48:30die war nicht gut, das wissen wir ja.
48:33Ihr Mann war kein sehr angenehmer Zeitgenosse,
48:35auch das wissen wir.
48:36Er hat sie brutal geschlagen, er hat sie grausam misshandelt.
48:39Und Sie haben in großer Empörung,
48:41Sie haben dann im Affekt diesen Mann getötet.
48:43Das ist kein Mord, das ist Totschlag.
48:47Totschlag nicht einmal aus niederen Beweggründen.
48:50Sie werden mildernde Umstände bekommen.
48:52Schauen Sie, das ist keine Strafe, die ihr Leben vernichtet.
48:55Glauben Sie mir das.
48:56Nicht das Ihre und auch nicht das Ihre.
49:00Es ist wirklich der einzige Weg für Sie beide,
49:04den ich sehe.
49:06Aber was reden Sie denn da?
49:08Ich habe doch Ihren Mann nicht umgebracht.
49:10Sie müssen mir glauben, das war ich nicht.
49:11Ich, das habe ich doch schon gesagt.
49:14Ich war, wir beide waren.
49:16Herr Lippe und ich, wir waren zur Mordzeit hier.
49:19Hier in diesem Zimmer.
49:21Wir sprachen über, aber das habe ich doch alles schon gesagt.
49:25Darüber, wie ich sie da raushole,
49:26wie ich sie in Sicherheit bringe.
49:29Einfach aus der Angst heraus,
49:31dass es sie beim nächsten Mal umbringt.
49:37Der Mörder.
49:40Nein, der bin ich nicht.
49:49Kommst du dich zum Essen?
49:51Margaret und ich essen gerade.
49:53Ich habe dir doch gesagt, ich warte auf einen Anruf.
49:55Das Telefon hörst du doch auch in der Küche.
49:57Aber ich möchte hier warten.
50:08Ja?
50:09Ich wollte es dir gleich sagen.
50:11Er ist weg.
50:12Alles gut gegangen.
50:13Ich bin dabei geblieben, wie wir es verabredet haben.
50:16Dass wir zusammen waren, ab 6 Uhr morgens.
50:18Ich bin schon unterwegs.
50:23Hallo.
50:27Er wird ziemlich hartnäckig und irrsinnig freundlich.
50:30Es war sehr gut, dass du mich gewarnt hattest.
50:34Guten Tag.
50:35Guten Tag.
50:37Sie sehen ja schon etwas besser aus.
50:40Nicht viel, aber etwas.
50:43Glauben Sie mir, das kommt alles wieder in Ordnung.
50:49Wie lange war er hier?
50:51Eine Stunde.
50:52Aber er hat dich nicht klein gekriegt.
50:54Konnte er gar nicht.
50:55Und den Mord hat er dir auf den Kopf zugesagt?
50:58Sofort.
51:01Ich habe die ganze Zeit gebetet, mach den Jungen stark.
51:05Damit hatte ich keine Probleme.
51:07Es hat mir auch geholfen, dass ich es ja wirklich nicht war.
51:10War es nicht wahrst?
51:12Nicht der Mörderer.
51:15Moment mal.
51:17Es ist ja ganz gut, wenn man davon überzeugt ist.
51:19Es hilft einem bestimmt.
51:21Also er hat dir abgenommen, als du sagtest, dass du es nicht warst.
51:25Musste er?
51:26Ja.
51:28Ich habe doch gesagt, ich hatte überhaupt gar keinen Grund, ängstlich zu sein.
51:31Hattest du nicht?
51:32Nein.
51:33Warum fragst du? Hattest du Angst, dass ich dich verraten würde?
51:36Mich verraten?
51:37Mich?
51:39Glaub mir, von mir hört niemand auch nur ein Wort.
51:42Was ist los?
51:44Wir müssen doch kein Versteck spielen.
51:46Unter uns müssen wir doch kein Geheimnis daraus machen.
51:55Du hast den Mann umgebracht.
51:57Gut.
51:58Ich habe den Mann umgebracht?
52:00Aber nein!
52:01Nein, ich doch nicht!
52:04Was ist los?
52:06Aber das warst du doch, du!
52:10Also ich wiederhole es.
52:11Von mir erfährt niemand ein Wort.
52:22Was ist denn?
52:33Oh Gott, ich weiß nicht. Ich komme nicht zurecht. Ich weiß einfach nicht, was los ist.
52:41Ja, du weißt nicht, wer von beiden es ist.
52:44Ich weiß nur, dass beide lügen.
52:46Sie stehen vor mir und reden, reden, reden, aber sie lügen mich an.
52:51Aber bei keinem von den beiden habe ich das Gefühl, dass ich mit einem Mörder rede.
53:00Mama?
53:05Mama?
53:11Manik?
53:15Wo seid ihr denn?
53:25Überrascht, was?
53:26Nein, nein. Ich suche nur meine Mutter und meine Sekretärin.
53:29Ich habe einen Grund, nicht bei Ihnen zu entschuldigen. Ich komme hier an ohne Vorhandel.
53:33Hören Sie, ich komme nicht weiter in dieser Sache.
53:38Hier spielt sie etwas ab und ich begreif es nicht.
53:41Ja, da spielt sich eine Menge ab. Auch bei mir. Und auch hier.
53:48Wissen Sie, meine Mutter nimmt großen Anteil an meiner Arbeit.
53:53Margret natürlich auch. Sie sind ziemlich genau im Bilde, was ich tue.
53:57Und mit wem ich es zu tun habe.
54:00Wir sind oft hier gesessen und Sie haben sich ereifert über brutale, gewalttätige Männer.
54:08Aber an dem Abend, als mir Raude seine zerschlagene Frau vorstellte,
54:13was mir wirklich nahe ging,
54:16da waren Sie richtig außer sich.
54:18Und ich sagte noch, so einen Kerl müsste man umbringen.
54:24Moment mal.
54:27Margret war mit einem Polizisten verheiratet.
54:31Sie besitzt eine Pistole.
54:34Wenn Sie mal eine brauchen, Sie...
54:36Kommen Sie doch bitte mit.
54:39Da ist sie.
54:42Ja, nur ist sie nicht mehr da.
54:45Nein.
54:48Sagen Sie Ihre Mutter, Ihre Sekretärin, wo sind Sie?
54:51Das ist es ja. Ich weiß es nicht.
54:54Gewöhnlich legt mir Margret eine Nachricht hin.
54:56Hm? Ja, da liegt ja was.
55:00Das ist eine Karteikarte.
55:03Moment mal.
55:05Das betrifft einen Fall, der ähnlich liegt wie der von Raude.
55:09Da hat ein älterer Mann seine Frau in einen Herzinfarkt getrieben.
55:14Sie ist tot.
55:19Die Adresse ist unterstrichen, aber nicht von mir.
55:22Das muss Margret gewesen sein.
55:25Sind die denn verrückt geworden?
55:28Meine Mutter holt Margret jeden Morgen ab.
55:32Um sieben.
55:35Um acht sind Sie dann hier.
55:38Wissen Sie, was das bedeutet?
55:40Na ja.
55:41Dass Sie um 7.30 Uhr an den Mord begehen konnten.
55:45Und dass Sie dabei sind wahrscheinlich, den nächsten zu begehen.
55:47Kommen Sie.
55:49Der Mann heißt Demel.
55:52Alles, was gut ist an einem Menschen, ist bei ihm wie weggewischt.
55:56Was wollen die beiden nur?
55:59Darf ich diese Menschen aus der Welt schaffen?
56:17Da ist es!
56:34Mama!
57:00Aber Junge, um den Mann war's doch nicht schade.
57:05Um den nicht.
57:07Und um den anderen auch nicht.
57:10Sie sagte bei der Vernehmung,
57:13wenn Gott eine Frau wäre.
57:22Interessanter Gedanke.
57:26Echt wahr?
57:31Na ja!
57:34Ja!
57:35Ta.
57:51Echt?
57:55Na ja!
57:56Na ja!
57:57Ja!
57:57Na ja!
57:57Na ja!
57:57Na ja!
58:11Amen.
58:28Amen.
58:57Amen.
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