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02:00Das Leben hier, ganz im Westen des Etchtales, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten spürbar geändert.
02:09Man hat sich dem Tourismus zugewandt.
02:13Die Arbeit der Bauern prägt nach wie vor die Atmosphäre inmitten der Bergmassive nahe der Grenze zwischen Italien und der Schweiz.
02:22Ohne ihren Beitrag zur Landschaftspflege hätte sich der Fremdenverkehr wohl kaum derart entwickeln können.
02:30Die touristische Infrastruktur hat sich unaufgeregt in die Beschaulichkeit der Dörfer eingefügt.
02:40Wie hier, in St. Valentin auf der Heide.
02:43Die Zeit steht nicht still im Finchger Oberland.
02:52Der Bergbauer Ludwig Wilhelm hat ein Buch über das Leben seiner Familie in Grauen verfasst.
02:59Er weiß einiges über den Wandel zu erzählen.
03:01Im Herbst des Lebens sieht man die Vergangenheit aus einem ganz anderen Blickwinkel.
03:09So oft kommen Gedanken um Fragen der Erinnerung.
03:12Deshalb habe ich daran gedacht, manche Begebenheiten und Erzählungen meines Vaters zu Papier zu bringen.
03:19Es sind Erinnerungen an entbehrungsreiche Zeiten, die der Altbauer festgehalten hat.
03:27Früher hat man nur drei Kühe gehabt.
03:30Man konnte keine Milch verkaufen, nicht.
03:33Und wenn man drei Stiere gehabt hat, hat man dann im Frühjahr die drei Stiere aufgezogen mit der Milch.
03:41Und dann hat man, sie können einen italienischen Händler geben.
03:44Und dann noch vielleicht eine trächtige Calvin oder zwei.
03:49Das war alles, womit man halt leben musste.
03:54Der Rückblick auf die Jahre seiner Kindheit, die bestimmt waren von harter bäuerlicher Arbeit, ist heute ein versöhnlicher.
04:06Wir haben das müssen machen.
04:08Ich weiß, wenn ich zur Schule gegangen bin, andere Kinder, die keine Bauern waren, haben Kinder am Nachmittag mit dem Sport machen, mit Skifahren, Schliebfahren.
04:20Bei uns hat es immer geheißen, du musst dem Vater helfen, im Stadl, in der Scheune und die Schafe ausmischen.
04:28Also wir waren immer in Arbeit, aber es ist vielleicht auch gut gewesen, dass wir arbeiten haben müssen.
04:38Es ist fast so wie Anno dazumal, wenn auf den Almen des oberen Finchgau Almkäse hergestellt wird.
05:03Das verlangt Geduld und Hingabe.
05:14Immer noch unerlässlich ist die Handarbeit.
05:18Bewährt seit Generationen.
05:20Regelmässig startet der Altbauer der Sennerin hier, auf der von mehreren Bauern in der Gemeinschaft bewirtschafteten Alm,
05:36einen Besuch ab, um sich stets aufs Neue von der Qualität zu überzeugen.
05:40Zauber Ludwig, jetzt können wir schauen, ob der Kase etwas gewollt ist.
05:48Am frischen, grauen Alpkase.
05:50Am frischen, grauen Alpkase.
05:53Ja, wie ist es mir gelungen heute in Sommer?
05:55Ganz gut.
05:57Der graune Almkäse, ein wohlbekannter Genuss seit Jahrzehnten.
06:01Ganz gut, was ich gemacht.
06:08Na, kommst du noch da noch einmal?
06:10Ja.
06:12Prost.
06:12Während der Altbauer auf der Alm nach dem Rechten sieht,
06:31wartete am heimatlichen Hof, dem sogenannten Klopailhof, die Stallarbeit.
06:37Die 1702 erstmals als Erbhof erwähnte Landwirtschaft
06:51wird heute von Ludwig Wilhelms Sohn Hubert im Nebenerwerb geführt.
06:57Der gelernte Zimmermann arbeitet in der Schweiz, 20 Kilometer von Grauen entfernt.
07:15Ohne den Beruf wäre eine Übernahme des Hofes nicht möglich gewesen.
07:19Der Stall ist noch nicht alt gewesen und der Stall hat noch Schulden drauf gewesen.
07:25und das Haus hab ich noch gebaut und die Schulden hab ich noch übernehmen
07:29und das Geld hab ich halt in der nahen Schweiz verdient.
07:35In Zukunft wird es am Klopailhof darum gehen, das Bestehende zu erhalten.
07:42Damit wäre schon vieles geleistet.
07:45Wenn ich meinem Sohn das so weiterempfehlen möchte,
07:56dann muss ich ja in gleichem Weg machen wie ich.
07:58Das heisst, er muss auf die Arbeit gehen,
08:01muss er sich das Geld verdienen und nebenher muss er in den Hof machen.
08:05Wenn er sagt, nein, das tue ich nicht,
08:07dann werde ich das akzeptieren.
08:08Heutzutage muss man als Bauer auch loslassen können.
08:24Im oberen Finchgau finden sich wahrlich entlegene Orte,
08:29fernab der Hektik des modernen Alltags.
08:31Das Langtauferer Tal ist ein solcher.
08:37Zur Gänze eingeschlossen von den mächtigen Bergen der Ötztaler Alpen
08:41scheinen sich die Uhren hier langsamer zu drehen.
08:46Selbst in den Sommermonaten ist vom Bergtourismus beinahe nichts spürbar.
08:51So kann das Vieh völlig ungestört das Leben auf den Bergwiesen auskosten.
09:10Die Gehöfte und Siedlungen von Langtaufers
09:25zeugen von einer intakten bergbäuerlichen Kultur,
09:29die ihresgleichen in ganz Südtirol sucht.
09:31Es ist die Heimat der Familie Patscheider,
09:40die am Gruberhof auf 1800 Metern Seehöhe lebt und wirtschaftet.
09:46Immer noch.
09:48Seit Generationen.
09:49Opa Kassel hat schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen müssen.
10:01Ich habe einen Hoflein von meiner Schwächten übernehmen können.
10:20Weil meine Tata ist mit 35 Jahren gestorben.
10:24Und dann hat die Mama weitergefährt.
10:26Und wenn meine Schwächten volljährig werden würden,
10:30sein, habe ich sie halt noch übernommen.
10:33Ich bin allem begeistert gewesen.
10:36Allem begeistert gewesen schon.
10:38Wir haben ja früher einen Knecht gehabt,
10:40wenn die Tata gestorben gewesen ist.
10:42Und die Zelle ist halt noch weg.
10:45Und die Zelle ist dann bin ich elf Jahre alt gewesen,
10:49wenn er weg ist und noch nie alt gemessen zu sein.
10:53Und dann angeheb ein bisschen handeln und ein bisschen auf den Markt gefahren.
10:59und das hat mir gepasst.
11:02Auch im längst verdienten Ruhestand macht sich der Altbauer am Hof noch nützlich.
11:20Etwa beim Brennholz holen.
11:22Und ich fasse das meistens hin und aubertragen muss es meistens die Frau.
11:34Gleich aber Hilfe ist schon ein bisschen, aber es ist meistens die Frau.
11:38So kann sich Kassel heute einmal zurücklehnen.
11:44Mit Humor.
11:47Früher habe ich schon nie aubertragen, aber jetzt bin ich ein altes Mann.
11:51Jetzt will ich nicht mehr selbst arbeiten.
11:52Den Hof hat er längst seinem Sohn Siegfried übergeben,
12:08der genauso leidenschaftlich an die Sache herangeht, wie sein Vater.
12:12Ich habe ihn gerne übernommen, weil ich, solange ich zurückdenken kann,
12:28allgemein ich wollte, Bauer zu werden.
12:31Ich habe das gerne gemacht und bin auch heim gerne da.
12:34Ich möchte niemand anders sein.
12:36Ich bin eine Zeit lang ferngefahren.
12:39Es liegt jetzt schon mindestens 25 Jahre zurück.
12:43In dem Alter will man gerne mal raus sein.
12:46Und soll ich auch richtig gehen?
12:47Das erweitert den Horizont.
12:55Das hat mir ganz viel gebracht, dahingehend,
12:58dass ich jetzt einfach das zu schätzen weiß, wo ich wohne, wo ich sein kann.
13:03Und mittlerweile empfinde ich es als Privileg, da zu wohnen und da zu arbeiten.
13:21Im Verbund mit anderen Bauern bewirtschaftet die Familie Patscheider eine Gemeinschaftsalm.
13:28Hoch über dem Langtauferertal.
13:33So, jetzt ist es wieder zu.
13:47Effizienz ist in der Arbeit als Bergbauer heute wichtiger denn je.
13:52Man muss einfach ganz klar sagen,
13:54der Bauer von Heimt, von Innsdal in der Grössenordnung kann nicht dranbleiben
13:58und die Kuhmelk und sagen, so jetzt, mit denen kann ich leben.
14:01Er muss noch dazu etwas dienen.
14:03Und deswegen muss er daheim auf dem Betrieb schauen,
14:06so schnell wie möglich und so einfach wie möglich zu arbeiten,
14:09dass er nachher noch nebenbei eine andere Arbeit dienen kann.
14:13Das sind die Tatsachen.
14:15Und so hingehend wird sich das auch entwickeln.
14:18Auch in der Landwirtschaft gilt es, die Herausforderungen der Zukunft im Blick zu haben.
14:33Ich bin der Meinung, man sollte sich nicht im Fortschritt verschliessen.
14:37Man soll das auch zulassen, aber allem natürlich in einem Mass,
14:40was da zu der Gegend, zu den Leuten passt.
14:43Und es muss heute einfach auch nachhaltig sein.
14:46Eine der Kernaufgaben bäuerlichen Wirtschaftens ist zweifelsohne der Erhalt der Kulturlandschaft.
15:06In Bergbauer sind wir in einer Gegend, wie wir sind, auf dieser Höhe eher als Landschaftspfleger.
15:13Wir spielen produktionsmässig eine ganz kleine Rolle, wenn man das jetzt auf EU-Ebene sieht.
15:19Aber genau deshalb ist es eben extrem wichtig für den Tourismus,
15:24auch für uns selber, dass die Gegend einfach lebenswert bleibt.
15:30Dass das so erhalten wird, die Weiden, die Berge.
15:33Da muss Viechhaube gehen auf die Almen, dass das auch geweidet wird.
15:37Durch den Weidetritt wird die Erosion verhindert usw. Das ist extrem wichtig.
15:43Ein wichtiges Standbein am Gruberhof ist der Urlaub am Bauernhof.
15:55Manuela Patscheider hat dabei das Anliegen, das Bewusstsein der Gäste für einen achtsamen Umgang mit Haus- und Nutztieren zu schärfen.
16:05Die tierischen Bewohner des Hofes erfahren eine individuelle Betreuung.
16:24Das ist die Piggy und die Selma.
16:41Die Piggy und die Selma sind Teil der Erlebnisschule, eines pädagogischen Konzepts.
16:47und die sind eigentlich leid da, um die Kinder frei zu machen.
16:55Die Bäuerin lädt auch Schulklassen ein, sie zu besuchen,
16:59um Einblicke in das Zusammenleben von Bauer und Tier zu gewinnen.
17:04Ich biete die Möglichkeit den Kindern, dass sie da zu mir kommen können, Tiere erleben,
17:12lernen über die Tiere, was brauchen Tiere, dass sie gesund bleiben, was ist artgerechte Tierhaltung.
17:19Ja, und das mache ich jetzt schon seit zehn Jahren und eigentlich muss ich sagen mit grosser Begeisterung.
17:24Eine Schule fürs Leben, in aller Abgeschiedenheit.
17:33Einst waren im Finchga-Oberland zahlreiche Menschen gezwungen, von ihrem bisherigen Leben Abschied zu nehmen.
17:40Da, wo heute der Turm der alten Pfarrkirche Sankt Katharina aus dem Wasser des Recherner Staunsees ragt,
17:48befand sich bis Ende der 1940er Jahre das Bergdorf Altgraun.
17:531937 hat die faschistische Regierung Italiens bereits bestehende Pläne zur Nutzung der Wasserkraft
18:00für die norditalienische Industrie im oberen Finchgau erweitert und forciert.
18:05Die Bewohner von Altgraun wollten lange nicht wahrhaben,
18:09dass sie durch die Aufstauung des Reschen und des Mittersees ihre Heimat verlieren würden.
18:14Das weiß Paul Warger.
18:17Die Leute mussten zuerst in den Häusern weg.
18:21Wohin?
18:21Die neuen Häuser waren noch nicht fertig, oben in Neugrauen, die da, die da geblieben sind.
18:28Und die anderen, viele haben noch keine neue Heimat gefunden.
18:35Wir Jungen haben diese Seestauung eigentlich nicht so tragisch genommen, gell?
18:46Nicht wie die Alten, die haben viele geweint, da haben sie nicht.
18:50Ich weiß, der Vater, der war ja, wie soll ich sagen, der wollte in Grauen bleiben, unbedingt auf alle Fälle.
19:00Der Bau der Staumauer war unausweichlich.
19:09Im Sommer 1950 ist es soweit.
19:12Mit der Vollstauung des Reschensees verschwindet das vormals beschauliche Bergdorf Altgraun endgültig vom Erdboden und wird überflutet.
19:22Und mit ihm hunderte Hektar wertvolles Kulturland.
19:25Was vom versunkenen Dorf übrig blieb, ist der berühmte Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert.
19:35Heute ein Südtiroler Wahrzeichen und gleichermaßen ein Mahnmal.
19:39Das ist ein Denkmal, ein Denkmalgeschütz vom Staat.
19:51Deshalb steht der Turm noch.
19:54Und jetzt ist er halt das Ziel zum Fotografieren.
19:56Östlich des Finchgau-Oberlandes liegt der mittlere Finchgau.
20:14Es ist ein Landstrich, geprägt vom Obstbau.
20:26Im Talboden, Plantagen, soweit das Auge reicht.
20:29Auf den Hängen des Sonnenberges über der Gemeinde Latsch befindet sich Sankt Martin am Kofel.
20:46Eine Welt für sich.
20:47Das Dorf auf 1740 Metern Seehöhe ist bequem nur über eine Seilbahn erreichbar.
21:15Es ist ein Ort, der stark von Abwanderung betroffen ist.
21:21Die Schule für die Kinder der Bergbauern wurde bereits 2005 wegen Schülermangels geschlossen.
21:29Und doch ist noch Leben hier.
21:30Am Hof im Zentrum des Dorfes, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht,
21:36lebt die Bauernfamilie Gruber.
21:40Der Großvater von Bayern hat den 1928 gekauft.
21:45Um 11.000 Lieren.
21:54Am Anfang hatten wir ja gar nichts.
21:57Man musste sich ja alles vom Löffel runter sparen, weil wir wirklich so arm waren.
22:03und dann haben wir halt das erste Mal das Haus renoviert.
22:10Also ich sage es ganz ehrlich, wir haben längst eine Weile 18 Stunden am Tag gearbeitet.
22:16Oft hat man sich nachher schon gedacht, ja, es ist eigentlich schon fast unmöglich, dass man, wenn man so viel arbeiten muss.
22:25Das hat sich schon ganz, ganz, ganz festgewandelt, weil wenn man denkt, früher hat es keinen Weg gegeben, hat es keinen Traktor gegeben.
22:38Und dann hat es leider eine alte Marmaschine gegeben, man hat eigentlich ziemlich das Meistig müssen von Hand mähen.
22:45Und, also die anderen haben halt das Leben gelebt.
22:52Sie haben es gelebt und wir haben halt gearbeitet.
22:56Die Heuarbeit in den extremen Steillagen von Sankt Martin verlangt heute noch den vollen Arbeitseinsatz der älteren Generation.
23:16Es ist schwierig, wenn du musst arbeiten und es so steil ist, ist es schon ein bisschen eine Katastrophe.
23:29Aber wir hoffen halt, ich sage immer, auf der anderen Seite muss man eine Freude haben, dass man kann arbeiten, wenn man auch oft mit Schmerzen arbeitet.
23:38Aber dass der Bude es auch noch kennt, weil es gibt ja auch ganz viele Betriebe, wo die Jungen die Eltern gar nicht mehr lassen.
23:53Das Um und Auf ist das familiäre Miteinander.
23:57Auch für so Norbert, der den Hof im Nebenerwerb mit vollem Einsatz seiner Kräfte führt.
24:02Den Beruf, oder wie sagt man da, die Arbeit habe ich schon viel längeres im Hof.
24:09Und dann bin ich halt halt immer dabei geblieben, neben der Arbeit.
24:12Mir passt es ganz gut und nachher, die Eltern helfen da noch fest mit und nachher, dann schaffen wir das schon.
24:19Wir gehen halt noch arbeiten, das ist auch ein Zuverdienst noch zum Hof.
24:22Dann musst du auch ein bisschen eine Freude zum Hof und zum Vieh haben, sonst das, das sie auch sowieso nicht machen.
24:28Täglich fährt der junge Bauer mit der Seilbahn ins Tal nach Latsch, um seinem Beruf in der Aufforstung nachzugehen.
24:39Seit Jahrzehnten ist die Bahn für das Leben der Bauern hier unverzichtbar.
24:45Es ist für alles gut, man ist auch schnell im Tal und man fährt auch günstig und nein, nein, das.
24:57Aber wenn ich da in der Gemeinde muss, das sind 17 Kilometer von hier und mit der Bombe ist in 10 Minuten unten.
25:04Die Saalbohn ist etwas ganz Gutes für uns, muss man sagen.
25:08Auch die Milch und Holz werden transportiert.
25:15Die Töchter von Norbert Grober sind in ihren Ferien in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden.
25:22Die Mühen der bergbauerlichen Arbeit nimmt der Bauer nicht zuletzt für den Nachwuchs auf sich.
25:31Du irgendwie schaffst ja oder arbeitest für das und das noch weitergemacht wird, das ist vielleicht an jedem seiner Unliegen, oder?
25:38Ja, ich habe drei Kinder und vielleicht übernimmt es auch jemand.
25:50Haufen wir halt, oder?
25:55So nimmt der Alltag in St. Martin am Kofel seinen Lauf.
26:00Manchmal geht es bergauf, manchmal talwärts.
26:04Die südexponierte Lage der Hänge des Sonnenberges sorgt für reichlich Trockenheit.
26:34Die Bergwiesen müssen im Sommer bewässert werden.
26:43Das gilt auch für jene von Daniel Grober.
26:45Bei uns in Finnsgäu ohne künstliche Bewässerung wäre da nichts.
26:59Es ist einfach eine ganz drückende Gegend in den Sonnenberg durch.
27:03Und es ist schon möglich wenig Niederschlag.
27:05Da muss man schon, im Sommer muss man fast jeden zweiten, dritten Tag, muss man mal alles schauen, dass man es doch verbessert.
27:13Nachher wird es auch grün, sonst ist es nicht.
27:17Man trotzt dem trockenen Klima.
27:20Die Bewirtschaftung der steilen Flächen ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung.
27:25An die trotz der maschinellen Unterstützung immer noch kräftezehrende Arbeit,
27:51hat sich der junge Bauer von Kindheitstagen an gewöhnt.
28:01Für ihn hat es nie eine andere Option gegeben, als den elterlichen Hof auf über 1600 Metern Seehöhe zu übernehmen.
28:10Das ist mir schon ein grosses Anliegen, ja.
28:15Weil wenn ich so sehe, was mein Tate und meine Mama alles aufgebaut haben,
28:19möchte ich auch nicht unbedingt derjenige sein, der sich alles flöten lässt.
28:24Er möchte es schon weitermachen, ja.
28:30Daniel Grober hat sich ganz dem Wohlbefinden seiner Ziegen in den Steillagen verschrieben.
28:36Rindvieh können wir nicht haben, denn es ist der Hof zu Kluhen.
28:48Es ist ein Hof für, und auch zu Steill.
28:51Es ist ein Hof für Schafe und Gase.
28:53Man wächst ja von Kluhen auf auf mit den Viechen.
28:56Es wächst ja mit dir auf.
28:57Sobald es geboren ist, hast du es bei dir.
29:00Und da sind Gase drunter, die sind 10, 12 Jahre alt.
29:03Und da haben wir den Taten und die Roben noch gehabt.
29:06Und da hat man ja weins Herz geschlossen, natürlich.
29:22Jetzt im Spätsommer ist Zeit für die Heuarbeit.
29:26Der Motorenlärm, der Duft des Heus, begleiten die harte Arbeit.
29:37Bei der Einbringung des Heus gibt es auf einem Hang nach wie vor keine Alternative zum alten Seilzug,
30:00der einst die Arbeit wesentlich erleichtert hat.
30:03Eigentlich hat meine Taten die Idee gehabt.
30:19Weil früher, da haben sie es nur mit den Kraxen auf dem Rücken, nur gemäßt tragen und alles.
30:25Und dann hat meine Taten die Idee gehabt, ein Seilband zu machen.
30:28Weil sonst mit einem Weg, das wäre da nicht möglich, das ist so felsig und toll.
30:32Da kriegt man mit einem Weg, kriegt man da frisch nicht zu ein.
30:35Und da muss man, da ist die unzigste Möglichkeit, ist da mit der Seilbahn.
30:39Und wenn man sie will bewirtschaften, die Hängener ist das halt das unzigste, was überbleibt.
30:42Trocken, staubig und schweißtreibend ist der spätsommerliche Alltag.
31:01Noch fühlt sich auch die schwangeren Partnerin des jungen Bauern in der Lage, mitzuhelfen.
31:09Das Leben am Sonnenberg fordert heraus.
31:28Wer hier Bauer bleibt, versteht den Beruf als Berufung.
31:32Dann hat man sicher solche Momente, wo man sich denkt, ach, wenn man von Alten abhaut und ruhe war.
31:41Aber nachher, wenn man hier wieder sitzt, sitzt man hier wieder und dann ist alles wieder ruhig und hat man seine Ruhe.
31:48Und denkt sich, jetzt ist wieder etwas in den Stadeln drin und ist man wieder zufrieden eigentlich.
31:52Vom Finchgau über den auf über 2000 Metern Seehöhe gelegenen Jaufenpass gelangt man ins Riednauntal.
32:08Hier befindet sich die Gemeinde Ratschings.
32:10Das weithin sichtbare bauliche Juwel der großflächigen Gemeinde ist das barocke Schloss Wolfsturm,
32:25in dem das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei beheimatet ist.
32:30Auch die Natur hat hier manch verborgene Kostbarkeit zu bieten.
32:44In der Gilfenklamm hat der Ratschinger Bach weißes Marmorgestein durchbrochen
33:06und so eine imposante Felsschlucht geformt, die einzige Marmorschlucht Europas.
33:11Sie erzählt von den Urgewalten der Natur.
33:16Zeitlos.
33:30Im Riednauntal hat sich der Tourismus in den vergangenen Jahrzehnten zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor entwickelt.
33:38Zahlreiche Hotelanlagen bestimmen die Bilder von Ratschings.
33:43Inmitten der Stubayer Alpen am Schneeberg im Talenschluss des Riednauntals
33:53befand sich eines der höchstgelegenen Bergwerke Europas, das 1985 geschlossen wurde,
34:00weil es schlicht nicht mehr rentabel war.
34:03Vom Mittelalter an wurden hier zuerst Silber, dann auch Blei und Kupfererze abgebaut.
34:09Das Leben war geprägt von der Kultur der Bergmänner.
34:24So stolz und selbstbewusst diese gewesen sein mögen, so erschöpfend war auch die Arbeit im Werk,
34:36erinnert sich der ehemalige Bergmann Heinrich Maumeier.
35:09Weil wenn man untereinander arbeitet und auch aus Gesundheit unbelangt,
35:15das ist sicher nicht gut gewesen. Ganz gewesen nicht.
35:26Rückblicke auf die Welt der Bergknappen.
35:29Die Gewährter Werkskomplex heute.
35:31Es befindet sich hier ein Standort des Südtiroler Bergbaumuseums,
35:43das die Geschichte von einem der großartigsten Erzlager in Europa erzählt.
35:48Wie ein Gutachten der K&K Geologischen Reichsanstalt in Wien
35:52die Lagerstätte einmal bezeichnet hat.
35:54Das ist eine ganz gute Erinnerung, nicht?
35:59Weil das sind auch schon meine Vorfahren, die sind schon im Bergwerk gewesen.
36:04Da können Sie überdenken, dass man da, kann man schon auf das Museum eigentlich ein bisschen Stolz haben.
36:11Darf man schon, oder?
36:12Seit jeher ist das Rinauntal von einer klein strukturierten Landwirtschaft geprägt.
36:31Die bergbäuerliche Kultur ist über die Jahrhunderte gewachsen.
36:36Und doch hat sich das Leben und der Alltag der Bauern verändert.
36:42Das gilt auch für den Hof der Familie von Sophia Braunhofer,
36:47die schon als Mädchen mit anpacken musste, im elterlichen Betrieb.
36:56In der dritten Volksschule hat es noch schon geheißen, ab der dritten Nachmittag.
37:01Zentrafugen zusammenstellen, Feuer rangieren, Wasser ausstellen.
37:05Das hat man mit jedem Tag noch getan.
37:07Wir Geschwister hatten, wir sind zu fünf gewesen.
37:09Jeder hat da gemütlich helfen.
37:12Und noch auf dem Feld, mit den kleinen Gabilen auch umgebraten.
37:14Dann haben wir jetzt noch keine umgebraten, da geben wir um fünf Hektar Feld.
37:17Da hat man gemütlich viel mithelfen.
37:20Und noch, das vergisst man niemand.
37:22Später dann, als aktive Bäuerin, arbeitete sie in der Tourismusbranche für den notwendigen Zuverdienst.
37:37Das ging doch nie mit diesem kleinen Häufel.
37:41Wenn da muss man arbeiten gehen, dass man in den Hof erhalten kann, sonst ging das nicht.
37:53Obwohl sie als Bäuerin davon profitiert hat, sieht sie den Tourismus kritisch.
37:59Und da ist bei uns in der Stolz.
38:05Bei uns in Ratschinkstol mag es gestoppt werden, die Betten am Zoll.
38:09Wir müssen das jetzt sehen, denn es ist zu viel.
38:11Das bin ich der Meinung.
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39:30ώστε να πω αρκετές και να πω δεν πω νιώθου να πω να μ Kent
39:38υπός το Ραύριο, από 1850 μήνες στις υπέροχο,
39:44πραγματος παραμούς αμερφάνει η Γραμία Βαλίς Βα addictο.
39:53Υπότιτλοι AUTHORWAVE
40:23Mit spontaner Arbeit sieht der Bauer nach dem Rechten auf der Prischeralm, wo sein Vieh den Sommer verbringt.
40:39Wanderer sind in diesen Tagen kaum unterwegs.
40:46Der Senner schätzt die Einsamkeit des Almlebens und freut sich dennoch über den Besuch vom Chef.
40:54Einmal mehr ziehen sie Bilanz.
40:56Die Zeit vergeht, das machst du nicht.
41:06Lang da natürlich.
41:07Lang da natürlich.
41:08Weil du eine Seite 16 Jahre alt bist.
41:10Ja, das stimmt.
41:11Ein halbes Sommer für Sommer.
41:12Ja, stimmt.
41:13Von den anderen Zeiten, gell?
41:14Nein, falls nicht.
41:15Da muss man zufrieden sein heute.
41:17Auf 2.160 Meter kann man schneiden, gell?
41:20Ja, das ist die Heckstaube da.
41:22Ja.
41:26Im Talboden befindet sich der 300 Jahre alte Erbhof von Matthias Braunhofer.
41:31Auch wenn der überwiegende Teil der Bauern im Riednauntal die Landwirtschaft als Nebenerwerb führt, sieht der Bauer durchaus einen gegenläufigen Trend.
41:50Mittlerweile beobachtet man aber einen Trend, speziell bei ganz jungen Leuten, die den Hof übernehmen, dass sie wieder Versuch hatten, nur vom Hof zu leben.
42:03Nur natürlich unter Anführungszeichen. Mit Direktvermarktung, auch viel mit Urlaub auf dem Bauernhof, weil einfach die Lebensqualität eine viel, viel höhere wäre.
42:16Der Bauer hat selbst Ferienwohnungen auf seinem Gehäfte errichtet, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
42:24Das funktioniert sehr gut im Sinne von Zusammenarbeit, Tourismus, Landwirtschaft.
42:29Und so ist man an der Lage, an die Grasen mit den Grasen Hotels ein bisschen mitzunaschen.
42:34Heißt man so, der kleine Elefant kommt zwischen den Grasenalmen ein bisschen zu und zum Futtertrag.
42:44Das Erscheinungsbild des Hofes, die Arbeit mit dem Vieh, das Dasein als Bauer, all das soll gleichermaßen unverfälscht wie zeitgemäß sein.
42:56Ein Tourist, wenn er ins Tal kommt, der muss sich authentisch fühlen.
43:02Das Zusammenleben der Einheimischen und der Touristen, das muss eine bärige Sache sein, eine Win-Win-Sache.
43:08Dann funktioniert es, dann wird es weiter aufblühen und die Saat, die gesät wurde, das kommt zum Erfolg.
43:15Auf das bewährte Vertrauen, den Blick nach vorne richten, in den Höhenlagen die Bodenhaftung nicht verlieren.
43:32All das zeichnet die Menschen in Südtirols Bergdörfern aus und bringt sie gut durch die Zeiten.
43:41Untertitelung des ZDF, 2020
43:50Υπότιτλοι AUTHORWAVE
44:20Υπότιτλοι AUTHORWAVE
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