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  • vor 6 Wochen

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Kurzfilme
Transkript
00:00:0050 Jahre Möbelhaus Martin. Wahrlich ein Grund zum Feiern.
00:00:19Unsere Bonner Leser interessiert natürlich auch immer das Privat.
00:00:22Ja natürlich.
00:00:23Er und Frau Martin. Die sind verheiratet und haben eine Tocht.
00:00:26Richtig. Seit wann sind sie verheiratet?
00:00:28Verheiratet sind wir seit 25 Jahren. Aber ich glaube, wir schaffen auch die 50 wie unsere Firma.
00:00:36Was meinst du, Lieber?
00:00:36Das ist keine Frage, ehrlich gesagt. Entschuldigen Sie mich bitte.
00:00:42Verraten Sie uns Ihr Rezept für eine glückliche Ehe, Frau Martin?
00:00:46Ach, das ist eigentlich ganz einfach. Vertrauen und Ehrlichkeit.
00:00:50Und wir sehen uns nur an den Wochenenden. Da genießt man jede freie Minute.
00:00:54Klar. Noch eine Frage. Es gibt Gerüchte, dass das Familienunternehmen Martin in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt.
00:01:01Ich fürchte, da hat Ihnen jemand einen gewaltigen Bären aufgebunden.
00:01:06Nein, nein. Das Interesse an unserer neuen Designerlinie ist besonders groß.
00:01:13Aber jetzt entschuldigen Sie mich bitte, Frau Heller. Ich möchte einen alten Freund begrüßen. Wiedersehen.
00:01:19Herr Dr. Jessen, schön, dass Sie gekommen sind.
00:01:22Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite, Frau Martin. Das Fest ist ja ein großer Erfolg.
00:01:27Das bringt bestimmt eine Umsatzsteigerung.
00:01:30Oh, das müssen Sie meinem Mann erzählen.
00:01:32Ich würde gerne ein paar Worte mit ihm wechseln, aber man kommt ja kaum an ihn ran.
00:01:36Da geht es Ihnen wie mir, Herr Dr. Jessen.
00:01:38Bist du sicher?
00:01:41Ja, das ist furchtbar. Ich bin gleich bei dir.
00:01:44Okay, ich komme. Tschüss.
00:01:46Tschüss.
00:01:52Wenn du nicht gleich aufhörst, bin ich wieder in Chicago und du hast nichts von mir gehabt.
00:01:56Du fliegst heute schon?
00:01:57Ja, mein Flieger geht um vier.
00:01:59Ach, das kommt überhaupt nicht in Frage, Prinzessin. Wir haben nicht ein Wort geredet.
00:02:02Ja, an wem das wohl liegt?
00:02:05Bist du okay?
00:02:07Du siehst geschafft aus.
00:02:09Nur der übliche Stress.
00:02:13Ich vermisse dich, Simonchen.
00:02:16Du bist immer noch nicht genug von Amerika.
00:02:18Komm mich doch mal besuchen. Dann verstehst du mich vielleicht besser.
00:02:21Das wäre eine Idee.
00:02:22Auf dich, Große.
00:02:28Und was ist denn dein Freund nicht mitgebracht?
00:02:29Weil ich keinen habe.
00:02:31Das verstehe ich aber gar nicht.
00:02:33Ich aber schon.
00:02:35Sie sucht immer noch nach der jüngeren Ausgabe ihres Vaters, stimmt's?
00:02:38Vielleicht.
00:02:40Also ich bin ehrlich gesagt froh, wenn der ganze Rummel hier vorbei ist.
00:02:43Das kannst du ruhig laut sagen, Schatz.
00:02:45Kriege ich auch ein Glas?
00:02:46Können wir noch ein Glas haben?
00:02:51Danke.
00:02:51Danke.
00:02:52Auf das, was wir lieben.
00:02:55Auf das, was wir lieben.
00:03:01Kinder, seid nicht böse. Ich muss nochmal weg.
00:03:03Nein.
00:03:03Nö.
00:03:04Ein Verkaufsgespräch. Ich kann das nicht absagen.
00:03:06Das ist doch nicht dein Ernst, Dieter.
00:03:07Es tut mir leid.
00:03:08Aber du bist rechtzeitig am Flughafen.
00:03:10Ja.
00:03:24Ja.
00:03:32Wieder.
00:03:34Ah, hier stecken Sie.
00:03:35Sie suchen mich. Was kann ich für Sie tun?
00:03:38Herr Lipinski, mein Mann musste dringend weg.
00:03:41Unten ist eine Kundin, die Seniorchefin der Bodenstedtwerke,
00:03:43will ihre Villa komplett neu einrichten.
00:03:46Würden Sie sich um sie kümmern?
00:03:47Gut. Ich komme sofort.
00:04:03Der Flug nach Chicago startet vom Flugsteig 6.
00:04:16The Flight to Chicago departs vom Gates-Hicks.
00:04:21Na, wo bleibt er?
00:04:23Er hat doch versprochen, dass er rechtzeitig kommt.
00:04:26In letzter Zeit kommt er häufig zu spät.
00:04:30Vielleicht hat er eine andere. Wer weiß.
00:04:33Papa? Eine Geliebte?
00:04:35Ist doch Blödsinn.
00:04:37Wieso? Die Ehefrau erfährt es doch immer als Letzte.
00:04:40Die Ehefrau für den Flug nach Chicago über Frankfurt
00:04:43werden aufgerufen, umgehend zum Flugsteig 6 zu kommen.
00:04:46Ist deine.
00:04:47All passengers, book to Chicago.
00:04:49Ich kann nicht länger warten. Tut mir leid.
00:04:51Wahrscheinlich steht er im Stau.
00:04:53Kannst du nicht doch noch einen Tag länger bleiben?
00:04:55Ach, Mama. Du kennst die Arbeitsbedingungen
00:04:57in amerikanischen Hotels nicht.
00:04:59Ja, ich bin für Morgennacht eingeteilt.
00:05:01Und wenn ich nicht erscheine, werfen die mich raus.
00:05:02Ich weiß.
00:05:06Mach's gut.
00:05:08Und bestell Papa, dass ich erst wieder mit dem rede,
00:05:10wenn er nach Chicago kommt.
00:05:12Versprochen.
00:05:12und Janhose.
00:05:41Dieter?
00:05:43Mein Gott, hast du mich erschreckt.
00:05:46Wieso bist du schon hier?
00:05:48Es ging schneller, als ich dachte.
00:05:52Dann hättest du doch zum Flughafen kommen können.
00:05:56Simone hat bis zum letzten Moment auf dich gewartet.
00:05:59Ja, ich wollte ja, aber es war so dichter Verkehr.
00:06:03Ach so.
00:06:07Hast du was?
00:06:08Du siehst so bedrückt aus.
00:06:12Nein, nein, das ist alles klar.
00:06:15Ich danke dir für die Jubiläumsfeier.
00:06:17Du hast das wirklich toll organisiert.
00:06:21Tja, das war gelogen.
00:06:24Auf dich.
00:06:31Sag mal.
00:06:32Was hältst du davon, wenn wir beide mal wieder in die Oper gehen?
00:06:40Das schaffst du.
00:06:42Einen Abend ohne Büro, ohne Telefonate.
00:06:45Ohne Büro, ohne Telefonate.
00:06:47Ich muss ausspannen.
00:06:49Ich will ausspannen mit dir.
00:06:51Das wäre wunderbar.
00:06:52Ich habe dich sehr lieb.
00:07:07Ich dich auch.
00:07:14Weißt du was?
00:07:15Ich mache uns jetzt was zu essen.
00:07:18Und dann gucken wir uns einen alten Film an.
00:07:21Und dann gehen wir früh ins Bett.
00:07:24Das klingt sehr verlockend.
00:07:33Ich gehe inzwischen unter die Dusche.
00:07:35Das tut mir leid.
00:08:02Das tut mir leid.
00:08:05Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist in letzter Zeit.
00:08:11Ich sage es, ihr Liebling.
00:08:13Du arbeitest zu viel.
00:08:16Hm, vielleicht.
00:08:29Wir haben in letzter Zeit nicht viel voneinander geachtet.
00:08:33Das ändert sich auch wieder.
00:08:35Vielleicht hätte ich nicht nach Berlin gehen sollen.
00:08:40Ja, dir gefällt doch die Verlagsarbeit.
00:08:42Ja, schon, aber...
00:08:44Sehr sogar.
00:08:47Naja, hat eben alles sein Für und Wider.
00:08:51Kann ich das Licht ausmachen?
00:08:52Gute Nacht.
00:08:56Gute Nacht.
00:09:01Gute Nacht.
00:09:02Du wirst noch deinen Flieger verpassen
00:09:14Ach, Dieter, du musst den Klempner anrufen
00:09:20Der Heizkörper im Wohnzimmer wird nur lauwarm
00:09:23Ja
00:09:23Ach, und hast du die Zeitschaltung angemacht?
00:09:27Ja, natürlich
00:09:28Danke
00:09:30Danke
00:10:00Morgen, Frau Martin
00:10:03Tag, Frau Martin
00:10:06Morgen, Frau Balzer
00:10:06Was schön im Wohnen
00:10:07Vielleicht gehen Sie zuerst zu Herrn Gerstenberg
00:10:10Ja, eins nach dem anderen
00:10:11Ich muss erst mal ein paar wichtige Telefonate filmen
00:10:13Was ist denn mit meinem Büro passiert?
00:10:25Das möchte Ihnen Herr Gerstenberg selbst sagen
00:10:27Und warum erfahre ich das erst jetzt, Herr Gerstenberg?
00:10:42Ich bin doch nicht irgendein Laufbursche
00:10:44Dem Sie mal so zwischen Tür und Angel eröffnen können
00:10:47Dass seine Stelle leider gestrichen wurde
00:10:49Wo ist Herr Wagner?
00:10:51Ich möchte unbedingt Herrn Wagner sprechen
00:10:53Herr Wagner ist seit heute im vorzeitigen Ruhestand
00:10:56Wie bitte?
00:11:00Ich war gerade mal zwei Wochen weg
00:11:02Und inzwischen ist Herr Wagner im Ruhestand
00:11:04Und drei Abteilungen des Verlags sind quasi abgeschafft
00:11:07Tja, liebe Frau Martin
00:11:09Die Zeit ist etwas schnelllebiger geworden
00:11:11Seit Sie
00:11:12Mit der Zeit hat das überhaupt nichts zu tun
00:11:14Höchstens mit der Arroganz und Rücksichtslosigkeit von Menschen wie Ihnen
00:11:18Ich kann mich noch gut erinnern
00:11:21Als Herr Wagner sie mir vorgestellt hat
00:11:22Das ist höchstens zwei Jahre her
00:11:24Herr Gerstenberg wird unser Haus ein wenig modernisieren
00:11:28Hat er gesagt
00:11:28Hatten Sie damals schon vor, ihn auszuboten?
00:11:31Und aus einem renommierten Verlag
00:11:34So eine Art Supermarkt zu machen, ja?
00:11:37Sie nehmen also die Abfindung?
00:11:41Wissen Sie
00:11:41Sie dürfen meine Freundlichkeit und mein Pflichtbewusstsein
00:11:45Alles natürlich altmodische Begriffe
00:11:47Nicht mit Dummheit verwechseln
00:11:49Ihr Angebot ist nicht nur unverschämt
00:11:52Sondern auch juristisch nicht haltbar
00:11:54Und das weiß ich, obwohl ich nur Kunstgeschichte studiert habe
00:11:57Sie hören von meinem Anwalt
00:12:00Das würde ich mir noch mal überlegen, Frau Martin
00:12:01Sie waren nicht fest angestellt, sondern lediglich freie Mitarbeiterin
00:12:04Tja
00:12:05Und noch dazu eine, an der die Zeit vorbeigegangen ist
00:12:09Auf Wiedersehen, Herr Gerstenberg
00:12:12Gerstenberg
00:12:17Die Zeit vorbeigetreifende Musik
00:12:18Die Zeit vorbeigetreifende Musik
00:12:21Untertitelung des ZDF, 2020
00:12:51Rolf, ich verstehe dich nicht. Warum überlässt du diesem Gerstenberg so kampflos das Feld?
00:12:58Ich habe mich ganz plötzlich entschlossen. In der Sitzung am Freitag. Es ging wieder mal um das künftige Verlagsprogramm. Innovative Angebotsentwicklung nennt Gerstenberg das. Für mich ist das die blanke Kapitulation. Alles, wofür ich mich ein Leben lang eingesetzt habe, ist Asche.
00:13:16Rolf, du hast den Verlag groß gemacht. Dein Wort hat Gewicht bei der Geschäftsleitung.
00:13:23Hast du schon mal versucht, eine Lawine mit bloßen Händen aufzuhalten?
00:13:27Der Karl ist mir zu ehrgeizig. Er ist rücksichtslos.
00:13:32Ich bin müde.
00:13:32Und was wirst du jetzt machen?
00:13:36Golf spielen. Segeln. Wobei würdest du mir Gesellschaft leisten?
00:13:42Beim Fallschirmspringen.
00:13:44Aber nur im Tandem.
00:13:46Mit dir zusammen an einem Schirm zur Erde gleiten.
00:13:49Schöne Vorstellung.
00:13:49Schöne Vorstellung.
00:14:19Am besten du wendest dich an Friedrich.
00:14:23Alter Schulkamerad. Spezialist für Arbeitsrecht.
00:14:26Der holt eine schöne Abfindung für dich raus.
00:14:28Und ich hör mich mal bei einigen Verlagen um.
00:14:31Für eine Kunstexpertin wie dich wird sich ja wohl was finden lassen.
00:14:34Das liebt von dir, Rolf.
00:14:36Aber ich muss erst mal den heutigen Tag verdauen.
00:14:40Ich weiß noch nicht genau, was ich als nächstes mache.
00:14:43Aber ich weiß es.
00:14:45Du kommst mit mir in die Oper.
00:14:46Ich weiß noch nicht genau.
00:15:12Autounfall.
00:15:24Hol die Trauma.
00:15:25Patient war nicht mehr ansprechbar.
00:15:27Jetzt zum Mittelfrug 50.
00:15:29Späre innerer Blutdome.
00:15:31Dominus ist massiv gespannt.
00:15:32Oder auf Leberuptor.
00:15:34Ich denke, wir müssen sofort operieren.
00:15:36Lassen Sie alles fertig machen.
00:15:37OP 2?
00:15:38Ja, Sie müssen die Blutdome stoppen.
00:15:42Wir müssen die Blutdome, die Blutdome, die Blutdome, die Blutdome.
00:16:12Kann man flimmern?
00:16:23Wie viel Blutdome?
00:16:32Zurück vom Tisch.
00:16:33Weiter kann man flimmern.
00:16:36100 Milligramm Zylokain.
00:16:38Noch mal.
00:16:51Immer noch Kammer finden.
00:16:52Todeszeitpunkt 22, 48.
00:17:04Sind Verwandte da?
00:17:05Nein.
00:17:07Die Polizei konnte bisher niemanden erreichen.
00:17:09Wird an ein Reitschatzpunkt.
00:17:10Ja, das ist wirklich furchtbar.
00:17:33Ich weiß auch gar nicht, wie das hier jetzt mit der Firma weitergehen soll.
00:17:37Wiedersehen.
00:17:38Wiedersehen.
00:17:40Ja, guten Tag, Lipinski hier.
00:17:51Es gibt eine neue Entwicklung, die unser Projekt erheblich beschleunigen dürfte.
00:18:03Wie?
00:18:06Verzeihen Sie, ich...
00:18:07Ich mit mich später nochmal.
00:18:08Ja.
00:18:14Ich habe gerade Frau Martin ins Haus kommen sehen.
00:18:17Bieten Sie sie gleich zu mir.
00:18:22Guten Morgen.
00:18:23Die Polizei hat die ganze Nacht versucht, sie zu erreichen.
00:18:33Frau Martin...
00:18:35Ihr Mann ist gestern Nachmittag mit seinem Wagen tödlich verunglückt.
00:18:40Es tut mir so leid.
00:18:47Es tut mir so leid.
00:18:47Ich bin's gestern.
00:18:47Das schreckliche Hilder ist.
00:19:02Ich schaff.
00:19:04Ich bin so leid.
00:19:05Ich bin ein Einbeziehungsgewinner.
00:19:06Ich kann es nicht.
00:19:06Ich schaff.
00:19:07Ich bin mal ein Einklar.
00:19:08Wie ist es?
00:19:09Und ich bin ein Kind.
00:19:10Amen.
00:19:40Musik
00:20:10Ich habe einen Rückflug für morgen.
00:20:23Aber wenn du willst, rufe ich in Chicago noch mal an.
00:20:27Ein oder zwei Tage kann ich bestimmt noch dranhängen.
00:20:32Warum kommst du nicht zu mir?
00:20:34Nach Chicago?
00:20:35Ja?
00:20:36Ich?
00:20:36Ach.
00:20:39Noch was beim Beinat.
00:20:41Ein großer Verlust für uns alle.
00:20:45Wegen der Firma, Herr Lipinski.
00:20:48Könnten Sie vorübergehend die Geschäfte führen?
00:20:52Ich brauche noch ein bisschen Ruhe.
00:20:55Machen Sie sich keine Gedanken.
00:20:56Ich kümmere mich um alles.
00:20:59Danke.
00:21:01Ich komme dann, sobald ich kann.
00:21:04Lassen Sie sich Zeit.
00:21:07Wiedersehen.
00:21:08Wiedersehen.
00:21:08Ich wüsste wirklich nicht, was ich jetzt ohne ihn täte.
00:21:21Kennst du den Herrn?
00:21:23Ich dachte.
00:21:25Aber ich habe mich geirrt.
00:21:26Weißt du noch?
00:21:50Ich glaube, das war...
00:21:54Ostern, 94.
00:22:00Unser letzter gemeinsamer Urlaub.
00:22:03Bevor du nach Berlin gegangen bist.
00:22:06Tja.
00:22:08Um den Preis einer Wochenendehe.
00:22:11Ich glaube, das war falsch.
00:22:13Warum?
00:22:14Man wird sich fremd, ohne es zu merken.
00:22:18Das ist das Schlimme.
00:22:20Man verschiebt immer alles auf später.
00:22:22Wie oft haben wir gesagt, lass uns darüber reden, wenn wir mehr Zeit haben.
00:22:33Jetzt ist es zu spät.
00:22:34Oh, Mama.
00:22:37Nicht.
00:22:38Ihr hattet so viele schöne Jahre.
00:22:41Und ihr habt euch geliebt.
00:22:44Das kann dir keiner nehmen.
00:22:47Ja.
00:22:48Das kann dir keiner nehmen.
00:22:51T.V.
00:22:53Komisch.
00:22:54Wahrscheinlich von dem Kunden.
00:23:00Sie wollen.
00:23:09Willst du es dir nicht doch nochmal überlegen?
00:23:11Du könntest doch die Firma verkaufen und nach Chicago ziehen.
00:23:17Lass mir noch ein bisschen Zeit.
00:23:22Ich muss ja überhaupt erst begreifen, was passiert ist.
00:23:27Da dieser ganze Papierkram.
00:23:28Ein Kaufvertrag für eine Wohnung in Bad Godesberg.
00:23:37Weißt du was davon?
00:23:41Wahrscheinlich eine Kapitalanlage.
00:23:47Schon halb sechs?
00:23:50Bringst du mich zum Flughafen?
00:23:52Natürlich.
00:23:58Es wäre überhaupt nichts geschehen.
00:24:05Entschuldigung, ich warf.
00:24:07Was haben Sie gesagt?
00:24:09Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten.
00:24:11Was meinen Sie damit?
00:24:16Die Firma steht vor dem Konkurs.
00:24:19Nein, das glaube ich nicht.
00:24:26Itzel.
00:24:27Überzeugen Sie sich selbst.
00:24:28Ab Januar
00:24:29sind wir zahlungsunfähig.
00:24:34Es sei denn ein Wunder geschehen,
00:24:35wie zum Beispiel ein Großkundenauftrag,
00:24:37womit leider nichts zu rechnen ist.
00:24:39Ich verstehe leider nichts von Zahlen.
00:24:42Ich meine, wie ist das denn möglich?
00:24:46Das Haus ist doch voller Kunden.
00:24:49Privatkunden.
00:24:50Die Gewinne machen wir mit Großkunden.
00:24:52Die bleiben schon seit langem aus.
00:24:53Aber wir haben die neue Designerlinie.
00:24:56Das ist kein Interesse.
00:24:58Ihr Mann hat sich leider da etwas schön geredet.
00:25:02Hinzu kommt...
00:25:03Was?
00:25:05Bitte?
00:25:06Was kommt denn zu?
00:25:09Ihr Mann hat seit einiger Zeit
00:25:11private Entnahmen vorgenommen,
00:25:13für die es keine eindeutigen Belege gibt.
00:25:15Sie sind Prokurist der Firma.
00:25:19Warum haben Sie nichts unternommen,
00:25:20Herr Lipinski?
00:25:20Bitte glauben Sie mir, Frau Martin,
00:25:22ich habe alles versucht.
00:25:24Aber Ihr Mann hat schon seit längerer Zeit
00:25:25nicht mehr auf mich gehört.
00:25:27Was wollen Sie damit sagen?
00:25:29Bitte drücken Sie sich etwas deutlicher aus.
00:25:31Nichts, gar nichts.
00:25:31Ich wollte Sie nicht beängstigen.
00:25:34Ich werde in den nächsten Tagen
00:25:35an Sanierungskonzepte arbeiten.
00:25:37Das können Sie dann mit Ihrer Tochter besprechen.
00:25:39Haben Sie Ihrer Tochter gesagt,
00:25:40dass ich eine Vollmacht benötige?
00:25:41Ach ja, natürlich.
00:25:44Hier.
00:25:46Es tut mir leid,
00:25:47dass ich eben so umgehalten war.
00:25:49Im Gegenteil,
00:25:50ich bin Ihnen ja sehr dankbar,
00:25:51dass Sie sich um alles kümmern.
00:25:53Aber das ist doch selbstverständlich.
00:25:55Ich wünschte nur,
00:25:56die Umstände wären angenehmer.
00:26:00Frau Martin,
00:26:02wenn ich irgendetwas für Sie tun kann,
00:26:04lassen Sie es mich wissen.
00:26:05Danke.
00:26:07Es ist gut,
00:26:08in solch einer Situation
00:26:09jemandem vertrauen zu können.
00:26:11Danke.
00:26:39Danke.
00:26:40Guten Tag, Frau Martin.
00:26:57Guten Tag.
00:27:00Bitte.
00:27:01Kommen Sie doch rein.
00:27:04Danke.
00:27:05Ich habe Sie auf der Beerdigung gesehen.
00:27:07Sie sind dein Geschäftsfreund meines Mannes?
00:27:12Nein.
00:27:14Tasse Tee?
00:27:16Ich dachte, weil er Ihnen diese Wohnung vermietet hat.
00:27:23Wir kannten uns privat.
00:27:26Ach so, privat.
00:27:28Aber dann müssten wir uns doch auch kennen.
00:27:31Das verstehe ich jetzt nicht.
00:27:34Frau Martin...
00:27:36Mein Mann hat das gleiche Sakko.
00:27:37Das ist seins.
00:27:41Das ist seins?
00:27:42Aha.
00:27:45Entschuldigung.
00:27:46Seit wann...
00:27:49Ich meine, wie lange kennen Sie schon meinen Mann?
00:27:51Seit sechs Jahren.
00:27:52Ich bin eigentlich gekommen, um Ihnen die Kündigung zu bringen.
00:28:09Bitte.
00:28:11Sie können hier nicht wohnen bleiben.
00:28:13Ich habe meinen Mann verloren.
00:28:14Ich auch.
00:28:15Ich auch.
00:28:24Dieter war hier, bevor...
00:28:26...bevor...
00:28:27...bevor das passiert ist.
00:28:29Das ging mir gesundheitlich nicht gut.
00:28:32Er hat einen Anruf bekommen aus der Firma.
00:28:37Dann musste er überstürzt weg.
00:28:40Er hat mir noch zugewunken, bevor er losgefahren ist.
00:28:46Hören Sie auf.
00:28:48Ich glaube Ihnen kein Wort.
00:28:49Ich kenne meinen Mann.
00:28:50Glauben Sie.
00:28:51Was reden Sie denn da?
00:28:53Die Wahrheit.
00:28:54Das ist doch...
00:28:55Das ist doch...
00:28:56Sie wollen doch nicht allen Ernstes behaupten.
00:28:58Mein Mann war nicht...
00:29:00...anders.
00:29:01Das muss ich ja wohl wissen.
00:29:02Ich war 25 Jahre mit ihm verheiratet.
00:29:05Ich möchte, dass Sie bis zum Monatsende diese Wohnung verlassen haben.
00:29:09Das verlange ich von Ihnen.
00:29:11Die Wohnung gehört mir.
00:29:14Dieter hat sie mir zum Geburtstag geschenkt.
00:29:17Das ist nicht wahr.
00:29:19Das ist nicht wahr.
00:29:19Das glaube ich nicht.
00:29:21Sie sind ja nicht normal.
00:29:23Sie sind ja vollkommen verrückt.
00:29:31Das ist nicht wahr.
00:30:01In Liebe, dein Tobias.
00:30:20Das ist nicht wahr.
00:30:50Das ist nicht wahr.
00:30:52Das ist nicht wahr.
00:30:53Das ist nicht wahr.
00:30:54Amen.
00:31:24Mama, nimm doch mal ab.
00:31:37Mama, wo bist du denn die ganze Zeit?
00:31:42Also ich rufe jetzt seit drei Tagen an und so langsam mache ich mir Sorgen.
00:31:46Ruf doch gleich zurück, wenn du da bist, ja?
00:31:49Ciao.
00:31:54Apparat Carola und Dieter Martin, bitte hinterlassen Sie eine Nachricht. Wir melden uns. Danke.
00:32:01Guten Tag, Frau Martin-Liepinski hier. Rufen Sie mich doch bitte so bald wie möglich an.
00:32:06Ich benötige dringend Ihre Zustimmung für wichtige Entscheidungen. Wiederhören.
00:32:24Frau Martin?
00:32:37Frau Martin?
00:32:48Frau Martin?
00:32:50Alkohol löst keine Probleme.
00:33:06Wie sind Sie hier reingekommen?
00:33:09Mit dem Schlüssel, den Dieter mir gegeben hat.
00:33:11Verschwinden Sie. Sofort.
00:33:26Ich gehe erst, wenn ich sicher sein kann, dass alles in Ordnung ist.
00:33:30Das ist alles in bester Ordnung.
00:33:33Kann ich besser sein.
00:33:34Verschwinden Sie.
00:33:44Das ist immer noch mein Haus.
00:33:49Und lassen Sie den Schlüssel da.
00:33:54Sie sollten jetzt nicht allein sein.
00:33:56Wir müssen reden.
00:34:00Ich wüsste nicht vorüber.
00:34:03Gehen Sie.
00:34:03Wenn Sie jetzt nicht sofort gehen, rufe ich die Polizei.
00:34:33Natürlich ist unser Interesse nach wie vor stark.
00:34:40Die Büromöbelabteilung ist unsere lukrativste Sparte.
00:34:44Im vergangenen Jahr haben wir einen zweistigen Zuwachs erzielt.
00:34:49Sagen Sie, Herr Liepinski, wer ist nach dem Tod von Herrn Martin der Eigentümer der Firma?
00:34:56Die Witwe und die Tochter.
00:34:57Die Tochter lebt in Amerika und hat mir ihre Vollmacht erteilt und Frau Martin hat mir freie Hand gegeben.
00:35:02Dann liegt die Entscheidungskompetenz ausschließlich bei Ihnen.
00:35:06Richtig.
00:35:07Ich hoffe, wir sehen uns bald in unserem schönen Holland, Herr Liepinski.
00:35:11Bis bald, Herr Liepinski.
00:35:15Apparat Carola und Dieter Martin.
00:35:29Bitte hinterlassen Sie Ihre Nachrichten, wir melden uns.
00:35:31Danke.
00:35:33Ich bin 12.
00:35:34Wenn du da bist, geh doch bitte ran.
00:35:39Ich mache mir Sorgen um dich.
00:35:42Hast du dir mein Angebot überlegt?
00:35:46Wenn ich nichts von dir höre, fahre ich auf dem Weg in die Toskana bei dir in Bonn vorbei.
00:35:50Ich hole dich ab.
00:35:52Ich vermisse dich.
00:35:56Ich hatte natürlich gehofft, ich könnte dir dein Geburtstagsgeschenk persönlich überreichen,
00:36:00aber ich verstehe, wenn du allein sein willst.
00:36:04Das sind doch nicht Ihre Untersuchungsergebnisse.
00:36:32Darf ich?
00:36:34Sie hätten die Virusgrippe nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen.
00:36:40Was wollen Sie mir damit sagen?
00:36:42Sie sollten einige Zeit bei uns bleiben.
00:36:46Mit ein paar Pillen ist es nicht mehr getan.
00:36:54Tschüss.
00:36:54Komm, Martin.
00:37:13Komm, Martin.
00:37:16Komm, Martin.
00:37:17Frau Martin.
00:37:31Frau Martin.
00:37:31Frau Martin.
00:37:37Frau Martin.
00:37:41Scheiße.
00:37:43Hören Sie mich?
00:37:43Aufwachen.
00:37:45Aufwachen.
00:37:46Carola, wachen Sie auf.
00:37:49Frau Martin.
00:37:54Nein.
00:37:55Kommen Sie.
00:37:56Jetzt trinkt mich.
00:38:15Wir müssen das Zeug aus Ihrem Magen kriegen.
00:38:16Und, Mom.
00:38:30Ja.
00:38:32glauben Sie mich etwas anderes.
00:38:34Ja.
00:38:34Ich nehme dich an.
00:38:36Und, Mom.
00:38:36Ich nehme dich an.
00:38:37Du bist' rein.
00:38:38Herr, ich nehme dich an.
00:38:38Ich nehme dich an.
00:38:39Ich nehme dich an.
00:38:39Guten Morgen.
00:38:52Wie fühlen Sie sich?
00:38:55Ich will nichts essen. Nehmen Sie das Zeug weg.
00:38:58Sie sollten wenigstens den Kaffee trinken.
00:39:01Lassen Sie mich allein.
00:39:04Ich will jetzt aufstehen.
00:39:05Wenn Sie was brauchen. Ich bin in der Küche.
00:39:15Ich brauche nichts.
00:39:31Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
00:39:35Danke.
00:39:39Auf bessere Zeiten.
00:39:49Vorher wissen Sie, dass ich Geburtstag habe.
00:39:52Das weiß ich eben.
00:39:54Das ist für Sie.
00:39:55Schön.
00:40:06Aber das kann ich nicht annehmen.
00:40:08Der Schmuck ist nicht von mir.
00:40:10Der ist von Dieter.
00:40:12Ich war nur dabei, als er ihn gekauft hat.
00:40:15Ach, hat er Sie mitgenommen, wenn er für mich Geschenke ausgesucht hat?
00:40:19Ja, manchmal.
00:40:20Habt ihr euch gut amüsiert?
00:40:25War es lustig, über mich herzuziehen?
00:40:28Über meine Naivität?
00:40:30Meine Unwissenheit?
00:40:30Nein.
00:40:31Nein.
00:40:43Nein.
00:40:48Er hat immer sehr liebevoll von Ihnen gesprochen.
00:40:53Und er hat furchtbar unter der Situation gelitten.
00:40:56Er hat gelitten.
00:40:58Habe ich ihn etwa dazu gezwungen, ein Doppelleben zu führen.
00:41:01Jahrelang.
00:41:03Es ist so demütig.
00:41:05Bitte gehen Sie.
00:41:22In Korea hat das Päckchen und die Rosen für Sie abgegeben.
00:41:27Tschüss.
00:41:35Hallo?
00:41:52Simone.
00:41:54Wie schön, deine Stimme zu hören.
00:41:58Ja, ging mir nicht gut.
00:41:59Ich habe herausgefunden, dass dein Vater ein Doppelleben geführt hat.
00:42:07Aber bist du ganz sicher?
00:42:09Ich meine, wie kommst du darauf?
00:42:12Es war ein Mann.
00:42:15Ich habe ihn kennengelernt.
00:42:17Das ist der vom Friedhof.
00:42:20Ihm gehört die Wohnung in Bad Godesberg.
00:42:24Er hat auch einen Schlüssel für unser Haus.
00:42:26Ja, er war hier.
00:42:27Ja.
00:42:29Simone.
00:42:34Sie hatten seit sechs Jahren eine Beziehung.
00:42:40Was soll ich dazu sagen?
00:42:44Wie findest du ihn denn?
00:42:46Na, diesen Tobias.
00:42:49Hast du nicht gesagt, er heißt Tobias?
00:42:53Ja, gut.
00:42:55Irgendwann kriegst du es ja doch raus.
00:42:57Mama, ich habe das gewusst.
00:43:03Du wusstest es?
00:43:06Seit wann?
00:43:09Na ja, schon länger.
00:43:12Du hast gewusst, dass dein Vater ein Verhältnis mit einem Schwulen hat?
00:43:16Und hast mir nichts davon gesagt?
00:43:17Ich habe es Papa doch versprochen.
00:43:22Ach so, du hast es ihm versprochen.
00:43:25Ja, das erklärt natürlich alles.
00:43:27Mama, Mama, jetzt reg dich bitte nicht auf, ja?
00:43:30Ja.
00:43:30Ja.
00:43:30Ja.
00:43:30Ja.
00:43:30Ja.
00:43:30Ja.
00:43:31Ja.
00:43:32Ja.
00:43:32Ja.
00:43:33Ja.
00:43:34Ja.
00:43:35Ja.
00:43:36Ja.
00:43:37Ja.
00:43:38Ja.
00:43:39Ja.
00:43:40Ja.
00:43:41Ja.
00:43:42Ja.
00:43:43Ja.
00:43:44Ja.
00:43:45Ja.
00:43:46Ja.
00:43:47Ja.
00:43:48Ja.
00:43:50Ja.
00:43:52Ja.
00:43:54Amen.
00:44:24Musik
00:44:53Neben der Verkaufssumme haben sich die Holländer bereit erklärt, einem Teil des Personals eine Abwindung zu zahlen.
00:44:59Alles in allem würde Ihnen nach Ablösung der laufenden Kredite ein ganz ordentlicher Betrag übrig bleiben.
00:45:05Aber gibt es denn keine andere Möglichkeit, Herr Lipinski?
00:45:08Wir sind ein altes Familienunternehmen.
00:45:12Ich sehe keine Möglichkeit, Frau Martin. Es tut mir leid.
00:45:16Die Kosten laufen uns davon.
00:45:19Und die Zeit drängt.
00:45:20Die Übernahmeangebote sind nicht gerade üppig und wenn bekannt wird, dass wir zahlungsunfähig sind.
00:45:26Bei einem Konkurs teilen sich die Gläubiger den Kuchen.
00:45:29Sie können wahrscheinlich nicht mal ihre Wille behalten.
00:45:31Ich kenne mich da nicht aus, aber wenn Sie sagen, die Kosten laufen uns davon, warum versuchen Sie nicht, sie zu senken?
00:45:40Ich habe das alles schon durchgerechnet, glauben Sie mir.
00:45:44Wenn Sie mit einem blauen Auge davon kommen wollen, gibt es nur eine Lösung.
00:45:47Verkaufen.
00:45:50Wahrscheinlich haben Sie recht.
00:45:51Wann soll der Termin sein beim Notar?
00:45:55Nächste Woche Montag.
00:45:56Ich dachte, ich könnte vielleicht wieder für die Lokalredaktion arbeiten.
00:46:19Ach so, eine junge Kollegin macht das.
00:46:25Verstehe.
00:46:26Und sonst?
00:46:29Naja, kann man jetzt machen.
00:46:33Also, ich danke dir, Lothar.
00:46:34Alles Gute.
00:46:35Wiedersehen.
00:46:36Ich danke dir, Lothar.
00:47:06Ich danke dir, Lothar.
00:47:16Haben Sie schon einen Stein bestellt?
00:47:20Nein.
00:47:22Ich habe mich noch nicht entschieden.
00:47:29Dieter fand Rohrenfels am schönsten.
00:47:33Gehen Sie.
00:47:35Hauen Sie ab.
00:47:36Können Sie mich nicht mal am Grab meines Mannes allein lassen?
00:48:06Frau Martin!
00:48:16Was denn noch?
00:48:18Ich wäre heute sowieso noch zu Ihnen gekommen.
00:48:22Diese Unterlagen hat Dieter am Tag...
00:48:25am Tag vor seinem Unfall mit nach Hause gebracht.
00:48:31Das sind Kopien der letzten Bilanzen.
00:48:33Und der Auftragsbücher.
00:48:36Dieter wollte Sie einem Wirtschaftsprüfer übergeben.
00:48:40Und warum?
00:48:42Keine Ahnung.
00:48:45Er hat immer gesagt, er will sein Privatleben davon freihalten.
00:48:49Das hat er zu mir auch immer gesagt.
00:48:52Mit dem Erfolg, dass ich jetzt von nichts eine Ahnung habe.
00:48:56Nein, ich brauch das nicht. Es ist bereits zu spät.
00:48:59Die Firma wird verkauft. Montag ist der Notartermin.
00:49:02Aber warum lassen Sie Sie denn nicht am Wochenende von dem Prüfer durchsehen?
00:49:07Seine Adresse steht auf der letzten Seite.
00:49:09Bitte prüfen Sie. Tun Sie sich keinen Zwang an.
00:49:16Sie sind der einzige Mensch, mit dem ich über Dieter sprechen kann.
00:49:19Er hat das Gleiche empfindet wie ich.
00:49:23Hören Sie doch mit Ihrem Getue auf.
00:49:26Sie haben keine Ahnung, was ich empfinde.
00:49:29Ich war eine glücklich verheiratete Frau, bis Sie aufgetaucht sind.
00:49:34Mein Mann hatte nie, nie, auch nur die geringste Neigung zu Männern gehabt.
00:49:38Erst durch Sie hat das angefangen.
00:49:41Sie haben meine Ehe zerstört.
00:49:45Meine Ehe wird nicht durch Dritte zerstört, Frau Martin.
00:49:49Ich habe Ihnen Dieter nicht weggenommen.
00:49:51Natürlich haben Sie ihn mir weggenommen.
00:49:53Und zwar in einer Welt, von der ich jedenfalls nichts verstehe.
00:49:57Dann lernen Sie diese Welt kennen.
00:49:59Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mir das antue.
00:50:04Es war auch Dieters Welt.
00:50:05Nein.
00:50:08Und wie geht's dir?
00:50:31Gut.
00:50:33Tobi, wirklich.
00:50:34Meine Teezeilen sind stabil.
00:50:36Alles wunderbar.
00:50:38Timo, du musst mir nichts vormachen.
00:50:45Nein, es geht mir scheiße.
00:50:52Ich laufe nachts sinnlos durch die Gegend wie so ein Bekloppter.
00:50:58Ich finde keine Ruhe.
00:50:59Ich kann einfach nicht abschalten.
00:51:00Ich habe so eine scheiße Angst.
00:51:01Ich weiß.
00:51:07Ich bin da.
00:51:09Ich bin auch für dich da.
00:51:11Das damals mit uns.
00:51:16Schon gut, schon gut.
00:51:18Vorbei.
00:51:19Ich weiß, was Dieter dir bedeutet hat.
00:51:20Ich verspreche dir, wir schaffen das, okay?
00:51:27Okay.
00:51:30Hallo.
00:51:31Hallo.
00:51:32Carola?
00:51:54Carola?
00:51:57Carola?
00:51:58Schön, dass Sie gekommen sind.
00:52:03Wollen Sie was trinken?
00:52:07War Dieter oft mit Ihnen hier?
00:52:10Nein, eher selten.
00:52:12Ich bin dann weg, Tobi.
00:52:13Tschüss.
00:52:13Das ist Timo, ein Freund von mir.
00:52:18Das ist Frau Martin.
00:52:19Guten Abend.
00:52:21Guten Abend.
00:52:21Es tut mir sehr leid, Frau Martin.
00:52:22Das mit Ihrem Mann.
00:52:24Wir alle sind noch ziemlich durcheinander.
00:52:26Noch einen Tag vor dem Unfall war er hier.
00:52:28Ich habe mich mit ihm unterhalten.
00:52:30Er war wirklich ein wunderbarer Mensch.
00:52:32Die Besten holen die Götter immer zuerst.
00:52:37Was hat sie denn?
00:52:41Carola!
00:52:42Carola, so warten Sie doch.
00:52:44Mein Gott!
00:52:49Was wollten Sie mir eigentlich vorführen?
00:52:52Dass meine Ehe eine einzige Lüge war?
00:52:55Dass Dieter nur in meiner Fantasie mit mir glücklich war?
00:52:57Ja, ging es Ihnen darum?
00:52:59Aber das stimmt doch nicht.
00:53:00Glauben Sie mir, Dieter hat Sie geliebt.
00:53:02Ach, hört Sie doch auf.
00:53:03Das hat er nicht.
00:53:04Sonst hätte er mir das nie angetan.
00:53:06Mich mit einem...
00:53:07Mit einem Schwulen zu betrügen?
00:53:10Aber was wissen Sie denn über uns, Frau Martin?
00:53:13Über unsere Beziehung?
00:53:13Nichts!
00:53:14Davon will ich auch gar nichts wissen.
00:53:17Sehen Sie?
00:53:18Und das hat er gespürt.
00:53:19Diese Verachtung.
00:53:21Diese Abscheu, wenn Sie es rausgefunden hätten.
00:53:23Er wusste, dass Sie sich trennen würden.
00:53:26Und darauf hatte er Angst.
00:53:28Mehr als vor allem anderen.
00:53:29Was hätten Sie denn erwartet?
00:53:33Ein Leben zu dritt?
00:53:37Gegen eine Frau hätte ich vielleicht antreten können.
00:53:41Aber gegen einen Mann?
00:53:43Das ist doch absurd.
00:53:46Ich habe Dieter geliebt.
00:53:49Ich leide genauso unter seinem Tod wie Sie.
00:53:51Vielleicht denken Sie darüber mal nach, wenn...
00:53:53wenn Ihr Selbstmitleid aufgebraucht ist.
00:53:56Heute Nacht.
00:54:04Tobias!
00:54:07Ja?
00:54:13Schon gut.
00:54:15Gehen Sie.
00:54:26Gehen Sie.
00:54:38Ich bin viel wert.
00:54:45Hallo.
00:55:08Guten Morgen.
00:55:12Es ist heute Nacht per E-Mail gekommen.
00:55:15Von dem Wirtschaftsberater, dem ich die Firmenunterlagen von Dieter zur Prüfung übergeben habe.
00:55:19Wir sollten das unbedingt lesen, bevor Sie zum Notar gehen.
00:55:22Nichts für Unmut, Frau Martin.
00:55:45Aber dieser Wirtschaftsprüfer dürfte wohl kaum die aktuellen Daten gehabt haben.
00:55:50Doch, hatte. Die Bilanzen der letzten beiden Jahre und die Auftragszahlen für dieses Jahr.
00:55:57Und woher haben Sie die Unterlagen, wenn ich fragen darf?
00:56:00Ich habe sie.
00:56:02Woher spielt doch wohl keine Rolle?
00:56:04Ich muss dringend davor warnen, sich in einer so brisanten Angelegenheit auf die Meinung eines Schwulen zu verlassen.
00:56:15Ja, und?
00:56:22Keine Angst.
00:56:25Ich habe niemandem von der kleinen Schwäche Rismannis erzählt.
00:56:29Bisher.
00:56:32Ein Skandal dieser Art würde der Firma enormen Schaden zufügen.
00:56:35Wir sehen uns dann heute Nachmittag beim Notar.
00:56:44Ich kann nicht einfach nur noch zu Hause rumsitzen.
00:57:14Da drehe ich durch.
00:57:15Wir schaffen das. Ich habe dir das versprochen und dabei bleibt es, okay?
00:57:19Okay, tschüss.
00:57:31Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie Anwalt sind?
00:57:34Haben Sie mich denn gefragt?
00:57:38Lipinski behauptet, die Firma ist in Schwierigkeiten, weil Sie einen negativen Einfluss auf Dieter hatten.
00:57:44Lipinski ist ein Totengräber.
00:57:51Ein Totengräber? Was heißt das?
00:57:58Ein Berater, der eine Firma so lange saniert, bis er sie billig verkaufen kann.
00:58:06Dieter hat es zu spät bemerkt.
00:58:07Sie sehen ganz schlecht aus.
00:58:12Sind Sie krank?
00:58:13Das geht schon.
00:58:15Soll ich Sie zu einem Arzt fahren?
00:58:17Herr Wopirius.
00:58:18Herr Wopirius.
00:58:19Kann mir noch jemand helfen?
00:58:22Herr Wopirius.
00:58:25Halten Sie.
00:58:25Haben Sie noch mal versucht, Frau Martin zu erreichen?
00:58:47Mehrmals, Herr Wopirius.
00:58:50Es geht niemand ans Telefon.
00:58:52Soll ich den Termin beim Notar absagen?
00:58:56Ja.
00:59:00Frau Wopirius.
00:59:02Schröder mein Name.
00:59:03Tja.
00:59:04Wir werden Ihren Sohn noch einige Zeit hier behalten.
00:59:05Wir müssen das Virus betreffen, noch einige Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob es Ihren Zustand verschlechtert hat.
00:59:14Ich wollte ihn schon das letzte Mal hier behalten.
00:59:17Leider hat er nicht auf mich gehört.
00:59:21Entschuldigung.
00:59:23Sie sind doch über die Krankheit Ihres Sohnes informiert.
00:59:27Er ist nicht mein Sohn.
00:59:29Wir sind nur befreundet.
00:59:31Hat er...
00:59:33Ist er...
00:59:35Tut mir leid.
00:59:37Aber ich darf nur den nächsten Angehörigen Auskunft erteilen.
00:59:40Wo liegt er? Darf ich mit ihm sprechen?
00:59:43Ja.
00:59:44Aber nur kurz, bitte.
00:59:58Warum haben Sie mir nicht gesagt, was Sie haben?
01:00:01War mein Mann auch infiziert?
01:00:06Ich will wissen, ob Dieter auch Aids hatte.
01:00:10War es vielleicht gar kein Unfall?
01:00:13Hat er sich umgebracht?
01:00:16Reden Sie doch.
01:00:17Sagen Sie doch was.
01:00:18Reden Sie!
01:00:19Ich komme gleich.
01:00:46Bringen Sie die Koffer schon mal in den Wagen.
01:00:49Rolf?
01:00:51Carola!
01:00:52Willst du verreisen?
01:00:53Ja, eigentlich Toskana.
01:00:55Das habe ich dir doch gesagt.
01:00:56Ist was passiert?
01:00:57Hast du irgendwann den Verdacht gehabt, dass es Selbstmord war?
01:01:04Und wenn, dann habe ich ihn sofort verdrängt.
01:01:07Was sagt die Polizei?
01:01:08Die haben gesagt, dass es ein riskantes Überholmanöver war und dass er mindestens 90 gefahren ist.
01:01:18Rolf.
01:01:19Ich habe solche Angst.
01:01:20Ja, aber mach dich nicht verrückt.
01:01:24Ich bin sicher, du hast dich nicht angesteckt.
01:01:27Aber einen Test solltest du machen.
01:01:29Ich bin sicher, du hast dich nicht angesteckt.
01:01:58Zwei Tage, wie soll ich denn die überstehen, allein?
01:02:02Du musst nicht allein sein.
01:02:03Ich habe in meinem Leben noch nie solche Angst gehabt, Rolf.
01:02:05Ich habe meinen Flug umgebucht, ich bin noch zwei Tage in der Stadt.
01:02:09Komm mit zu mir.
01:02:09Ich habe dich schon eine ganze Weile herumlaufen hören.
01:02:29Tut mir leid, ich kriege kein Auge zu.
01:02:34Versuchst du mal damit?
01:02:37Spezialthee aus Japan.
01:02:38Hilft gegen Schlaflosigkeit.
01:02:40Ach, Rolf, wenn ich dich nicht hätte.
01:02:44Gute Nacht.
01:02:57Gute Nacht.
01:03:11Sie wollen schon gehen?
01:03:36Ja.
01:03:36Aber das geht nicht.
01:03:40Ich muss zu einem wichtigen Prozess.
01:03:42Wichtiger als Ihre Gesundheit?
01:03:45Ich vertrete einen HIV-positiven Mediziner, dem Sie die AIP-Stelle gekündigt haben.
01:03:50Der verlässt sich auf mich.
01:03:53Und außerdem, Herr Doktor, früher oder später lande ich doch sowieso wieder bei Ihnen.
01:03:58Auf Wiedersehen.
01:03:59Warum kommst du nicht mit mir in die Toskana?
01:04:08Auch wenn der Test positiv ausfällt?
01:04:11Der wird nicht positiv ausfallen.
01:04:14Ich kann nicht alles stehen und liegen lassen und schon wieder flüchten.
01:04:19Nicht flüchten, von vorne anfangen.
01:04:23Ist das nicht dasselbe?
01:04:24Irgendwie waren meine Neuanfänge immer fluchten.
01:04:36Vor den Eltern bin ich in die Ehe geflüchtet.
01:04:40Vor dem Examen in die Schwangerschaft.
01:04:44Vor meinen ersten Schwierigkeiten mit Simone in dem Beruf.
01:04:47Und wenn ich ganz ehrlich bin, war mir die Wochenendehe mit Dieter ganz angenehm.
01:04:57Nein, ich muss einmal dableiben und was durchstehen.
01:05:04Danke, dass Sie so schnell gekommen sind.
01:05:08Ihre Mutter ist nicht zum Notartermin erschienen.
01:05:10Ohne Erklärung.
01:05:12Wissen Sie, wo sie ist?
01:05:13Nein.
01:05:13Ja, gibt es einen neuen Termin oder sind die Käufer jetzt ganz abgesprungen?
01:05:18Noch nicht.
01:05:20Aber lange kann ich Sie nicht mehr bei der Stange halten.
01:05:22Aha.
01:05:24Ich möchte Sie nicht beunruhigen, Frau Martin.
01:05:26Aber ich fürchte, Ihre Mutter ist nicht mehr in der Lage, die Folgen ihrer Handlungen zu begreifen.
01:05:32Der Kläger hat drei medizinische Staatsexamen abgelegt.
01:05:36Und er war in jedem der drei der Beste seines Jahrgangs.
01:05:39Er hat seine Doktorarbeit mit Summa cum laude abgeschlossen und den Chefarzt der Klinik so sehr beeindruckt, dass dieser ihn für mehrere Operationen als Assistent hinzugezogen hat.
01:05:51Und nun begründet die Klinik also ihre überraschende Ablehnung folgendermaßen.
01:05:56Ich darf zitieren.
01:06:01Nach Prüfung Ihrer Bewerbungsunterlagen bedauern wir, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir die Stelle mit einem höher qualifizierten Mitarbeiter besetzen mussten.
01:06:09Nach eingehender Befragung hat der Vertreter der Beklagten eingeräumt, dass diese Stelle nach wie vor nicht besetzt ist.
01:06:22Das macht offensichtlich, dass man meinen Mandanten ausschließlich aufgrund seiner durch eine Indiskretion bekannt gewordenen Krankheit abgelehnt hat.
01:06:31Und das, meine Herren, ist nicht nur berufsschädigend.
01:06:36Das ist eine Demütigung.
01:06:40Timo Ahrens ist krank.
01:06:43Ja, sehr krank.
01:06:47Die Menschen in seiner Umgebung geraten in Panik.
01:06:52Sie versuchen, diese Krankheit so weit als möglich wegzuschieben.
01:06:55Es macht womöglich heute wenig Sinn, von wirklichem Mitgefühl zu reden.
01:07:02Reden wir also über den immateriellen Schaden, der meinem Mandanten zugefügt worden ist.
01:07:10Reden wir über sein Recht auf Arbeit.
01:07:18Über sein Recht auf Leben.
01:07:20Auf unseren Sieg.
01:07:28Ich hab's dir ja versprochen.
01:07:31Du hast es ihnen richtig gezeigt.
01:07:32Du warst einfach klasse.
01:07:35Stehst du das denn durch?
01:07:37Das ist ein harter Job.
01:07:39Zwölf Stunden Schichten, Nachtdienste.
01:07:41Egal.
01:07:42Ich will arbeiten, solange es geht.
01:07:43Zu Hause werde ich verrückt.
01:07:45Ich liebe dich.
01:07:46Ich liebe dich.
01:07:50Ich liebe dich.
01:07:52Ich liebe dich.
01:07:53Ich liebe dich.
01:08:04Negativ.
01:08:05Der Test war negativ, Ralf.
01:08:06Ich bin nicht infiziert.
01:08:07Na, siehst du.
01:08:11Entschuldige.
01:08:13Wagner?
01:08:16Ja, die ist, die ist hier.
01:08:18Deine Tochter.
01:08:23Simone?
01:08:25Ja, tut mir leid.
01:08:26Ich musste ganz dringend nach Berlin.
01:08:28Da ist das Telefon.
01:08:29Ach so, das hatte ich abgestellt.
01:08:32Wie, du bist in Bonn?
01:08:34Ja, dann komm ich morgen Mittag.
01:08:39Wo warst du denn?
01:08:40Ich hab mir Sorgen gemacht.
01:08:42Du warst nirgends zu erreichen.
01:08:43Und Lipinski glaubt, du hättest den Verstand verloren.
01:08:46Hat er dich hier geholt?
01:08:48Ja.
01:08:49Warum hast du den Notartermin platzen lassen?
01:08:51Wir waren uns doch einig, dass wir die Firma verkaufen.
01:08:54Simone, die Bilanzen sind eindeutig manipuliert worden.
01:08:58Herr Volperius hat sich das von einem Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen.
01:09:03Ich mach uns was zu essen, ja?
01:09:04Tobias, was hat der denn damit zu tun?
01:09:09Er ist Anwalt.
01:09:11Und er hat in seiner Wohnung Unterlagen von deinem Vater gefunden,
01:09:14die ganz andere Zahlen aufweisen als die Bilanzunterlagen von Lipinski.
01:09:18Du hast mit ihm gesprochen?
01:09:21Ja.
01:09:21Ich hab sie einmal getroffen.
01:09:33In Köln.
01:09:34In der Szenabar.
01:09:37Papa hat mich
01:09:38angefläht, dir nichts zu sagen.
01:09:43Bist du mir noch böse?
01:09:47Böse ist nicht das richtige Wort.
01:09:49Weißt du, wie ich mich fühle?
01:09:56Hintergang.
01:09:58Wie ein dummes, unreifes Kind, das die Wahrheit nicht verträgt.
01:10:03Naja.
01:10:04So war's ja auch.
01:10:07Bin ich jetzt auch noch selber schuld, dass dein Vater mich betrogen hat?
01:10:10Nein.
01:10:12Zum Teil schon.
01:10:14Du hast doch immer so getan, als wären wir eine glückliche Familie.
01:10:16Die einzige weit und breit, die keine Probleme hat.
01:10:20Papa wusste, dass du es nicht erträgst, wenn deine schöne heile Welt zusammenbricht.
01:10:25Bist halt manchmal ein bisschen realitätsfremd.
01:10:30Ihr habt's euch ganz schön einfach gemacht.
01:10:34Ist doch wahr.
01:10:35Ich konnte nie offen und ehrlich mit dir reden.
01:10:37Meine Probleme hab ich immer woanders besprochen.
01:10:40Mit Freunden.
01:10:42Oder mit Papa.
01:10:42Papa.
01:10:42Papa.
01:10:46Wo willst du hin?
01:10:54Tag, Frau Martin.
01:10:55Sie sich überhaupt noch hierher trauen?
01:10:57Ich muss mit Ihnen reden.
01:10:58Ich glaube, Sie haben neulich in der Klinik was missverstanden.
01:11:00Lassen Sie mich in Ruhe.
01:11:05Warten Sie doch, Frau Martin.
01:11:09Bleiben Sie doch stehen.
01:11:11Sind Sie taub?
01:11:11Sie sollen mich in Ruhe lassen.
01:11:12Frau Martin.
01:11:23Carola.
01:11:26Reicht's nicht, dass Sie meinen Mann auf dem Gewissen haben.
01:11:29Er hat sich umgebracht.
01:11:31Ja.
01:11:32Weil er HIV-positiv war.
01:11:33Und falls es Sie interessiert, mich haben Sie nicht angesteckt.
01:11:37Aus welchem Provinzenest kommen Sie eigentlich?
01:11:40Gibt's die Vorurteile da gratis dazu oder muss man sich die hart erarbeiten?
01:11:44Ich bin schwul, ja.
01:11:46Aber ich bin nicht HIV-positiv.
01:11:48Genauso wenig wie Dieter es war.
01:11:50Geht das in Ihren Kopf?
01:11:51Tobias, warten Sie.
01:12:01Es tut mir leid.
01:12:02Ich dachte...
01:12:04Ich weiß gar nicht, was ich dachte.
01:12:06Ich hatte einfach panische Angst.
01:12:08Ich glaube nicht, dass Dieter sich umgebracht hat.
01:12:27Er war nur in letzter Zeit ein bisschen beunruhigt.
01:12:31Weswegen?
01:12:32Ich habe einen Geburtsfehler am Herzen.
01:12:36Vor ein paar Wochen bekam ich eine Virusinfektion.
01:12:38Die habe ich nicht ernst genommen.
01:12:39Plötzlich hatte ich Rhythmusstörungen.
01:12:41Übrigens genau an dem Tag Ihres Firmenjubiläums.
01:12:44Das war beängstigend.
01:12:46Ach, deswegen war Dieter an dem Abend so merkwürdig abwesend.
01:12:51Die Ärzte wollten mich gleich da behalten.
01:12:53Haben erzählt, es könnte ein Lungenödem draus werden,
01:12:55wenn ich nicht strikte Ruhe halte.
01:12:57Das hatte ich ja auch vor.
01:13:00Aber dann ist Dieter verunglückt.
01:13:02Und ich wollte nicht mehr.
01:13:06Und was passiert jetzt?
01:13:08Sie wollen mir eine künstliche Herzklappe einsetzen.
01:13:10Aber ich will nicht.
01:13:12Ich will keinen Fremdkörper in meinem Herzen.
01:13:14Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
01:13:21Was wollen Sie, Herr Lipinski?
01:13:22Meine Mutter ist nicht da.
01:13:24Verzeihen Sie, dass ich Sie so im Falle.
01:13:25Aber ich muss dringend mit Ihnen sprechen.
01:13:27Ja gut, kommen Sie rein.
01:13:32Ich meine, gab es vor dir schon andere?
01:13:48Ja.
01:13:55Viele?
01:13:58Glaube ich nicht.
01:14:01Jedenfalls nichts von Belang für ihn.
01:14:06Heute ist mein Glückstag.
01:14:07Ich will nur sagen, dass ich mich nicht mehr sagen kann.
01:14:10Wieso?
01:14:11Du hast das erste Mal du zu mir gesagt.
01:14:15Das ist mir nur so ausgerutscht.
01:14:23Auf das, was wir lieben.
01:14:24Entschuldigung.
01:14:37Entschuldigung.
01:14:40Hallo?
01:14:42Ah, Simone.
01:14:46Wo bist du denn?
01:14:50Verstehe.
01:14:52Herr Lipinski ist hier.
01:14:53Okay.
01:14:58Gute Nacht.
01:15:02Meine Mutter.
01:15:03Es kann spät werden.
01:15:05Ich schlage vor, wir kommen morgen in Ihr Büro und reden dann weiter.
01:15:09Gut.
01:15:11Aber wir haben nicht mehr viel Zeit.
01:15:12Wenn Sie noch was retten wollen, dann müssen Sie handeln.
01:15:15Ich wollte, dass er sich von dir scheiden lässt.
01:15:21Damit wir uns endlich nicht mehr verstecken müssen.
01:15:24Wie?
01:15:26Dieter wollte sich zu seiner Homosexualität bekennen?
01:15:31Nein.
01:15:32Eben nicht.
01:15:34Deswegen habe ich ihn ja vor die Tür gesetzt.
01:15:37Aber dann musste ich erkennen, dass ich zu viel von ihm verlange.
01:15:40Er war eben kein Held.
01:15:46Nein, ein Held war er nicht.
01:15:49Aber ich habe ihn geliebt.
01:15:53Er war manchmal so ernst, dann wieder völlig verrückt.
01:15:56Er konnte so wunderbar über sich lachen.
01:16:04Und wenn wir uns mal gestritten haben, dann hat er den Streit jedes Mal mit dem Witz oder einer Albernheit beendet.
01:16:11Man konnte ihm nicht lange böse sein.
01:16:13Nein, wirklich nicht.
01:16:20Ein Glas Wein?
01:16:22Ja, gern.
01:16:22Tobias!
01:16:38Tobias!
01:16:39Was ist los?
01:16:42Wie war es ein Kapsel in der Schublade?
01:16:50Wasser!
01:16:52Soll ich einen Arzt rufen?
01:16:59Nur hierbleiben.
01:17:09Guten Morgen.
01:17:11Morgen, Tobias.
01:17:12Geht es dir besser?
01:17:14Viel besser.
01:17:16Das erste Mal seit Wochen durchgeschlafen.
01:17:19Du bleibst nicht zum Frühstück.
01:17:19Nein, ich muss nach Hause mich umziehen.
01:17:23Ich muss unbedingt noch mit Lipinski sprechen.
01:17:26Schmeiß ihn raus und übernimm du die Geschäftsführung.
01:17:29Einfach so, ja?
01:17:30Ich habe keine Ahnung von Bilanzen, Buchhaltung, Management.
01:17:34Dann hol doch euren alten Geschäftsführer.
01:17:38Dr. Jessen?
01:17:39Ja, der ist spitze.
01:17:40Und er kennt jeden Nagel in der Firma.
01:17:42Es geht doch nur darum, dass du Lipinski rausschmeißt und den Konkurs verhinderst.
01:17:47Der lässt sich gerade von mir vor die Tür setzen.
01:17:51Du unterschätzt dich, Carola.
01:17:55Dieter war auch immer der Meinung, dass du deine Talente verschenkst.
01:18:00Und deine Abfindung klagen wir auch noch ein.
01:18:02Wäre doch gelacht, wenn die so billig davon kommen.
01:18:05Meinst du?
01:18:06Ich weiß es.
01:18:07Also, ich muss.
01:18:12Tschüss.
01:18:19So, Frau Martin, wenn Sie bitte diese Geschäftsbriefe mal eben unterschreiben würden.
01:18:25Ich unterschreibe gar nichts mehr, Herr Lipinski.
01:18:28Wie soll ich das auffassen?
01:18:30Als Kündigung.
01:18:32Ich kündige Ihnen fristlos.
01:18:37Ihre Mutter, was habe ich gesagt?
01:18:40Ich denke, es ist höchste Zeit, dass Sie klare Verhältnisse schaffen.
01:18:44Er meint, ich soll dir mitteilen, dass ich deine Entmündigung beantragt habe.
01:18:49Ja, ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Lipinski.
01:18:51Wir müssen klare Verhältnisse schaffen.
01:18:54Sie sind entlassen.
01:18:57Sind Sie es auch übergeschnappt?
01:19:00Glauben Sie mir, dem Prokuristen der Firma und nicht dem schwulen Berater Ihrer Frau Mutter,
01:19:04der wahrscheinlich sogar Ihren Vater auf dem Gewissen hat?
01:19:06Sie können gehen, Herr Lipinski.
01:19:09Ich habe mit unserem Anwalt gesprochen.
01:19:11Sie haben 24 Stunden Zeit, Ihren Schreibtisch zu räumen.
01:19:14Ja.
01:19:15Und sollten Sie dieser freundlichen Aufforderung nicht nachkommen,
01:19:18so liegt morgen um 13 Uhr eine Anzeige wegen Betrugs und Unterschlagung bei der Staatsanwaltschaft vor.
01:19:24Das werden Sie noch bereuen.
01:19:26Ohne mich kriegen Sie nicht mal das Geld zusammen, um Ihre Villa zu retten.
01:19:29Ach, das sollte nicht Ihr Problem sein.
01:19:31Das hätte Sie sich Lipinski nicht träumen lassen, was?
01:19:44Vielleicht tauge ich ja doch noch zur Geschäftsfrau.
01:19:47Adita hat es ja immer gesagt.
01:19:49Was?
01:19:51Dass du etwas ganz Besonderes bist.
01:19:53Du auch.
01:20:07Ich rufe zurück.
01:20:08Lipinski hat ganz bewusst alle anderen Produktionsbereiche in die roten Zahlen getrieben,
01:20:15weil er wusste, ihr Hauptinteresse galt der Büromöbelsparte.
01:20:20Außerdem haben wir den begründeten Verdacht, dass er erhebliche Summen unterschlagen hat.
01:20:25Das hier ist die Korrespondenz, die Herr Martin kurz vor seinem Tod mit zwei großen Hotels geführt hat.
01:20:32Daraus geht hervor, dass es starkes Interesse an der neuen Designlinie gab.
01:20:36Nach Dieter Martins Tod hat Herr Lipinski alle Verhandlungen abgebrochen.
01:20:41Er hatte kein Interesse an einem Verkaufsabschluss.
01:20:44Und warum glauben Sie, ist Herr Lipinski so daran interessiert,
01:20:48uns einen Übernahmevertrag schmackhaft zu machen?
01:20:50Nun, ich nehme an, um seine Unterschlagung zu vertuschen.
01:20:56Und außerdem, um einen satten Gewinn zu machen.
01:20:59Wie viel Prozent des Übernahmepreises haben Sie ihm denn geboten?
01:21:02Zehn Prozent der Übernahmekosten und eine fünfprozentige Beteiligung an den zukünftigen Jahresumsätzen.
01:21:10Ja, es tut mir leid, aber Herr Lipinski hat uns einen ganz anderen Eindruck der Firma vermittelt.
01:21:15Was sie es jetzt nun, Frau Martin?
01:21:18Was schlagen Sie nun vor?
01:21:20Ich schlage Ihnen vor, also ich würde Sie bitten, den Übernahmevertrag zurückzuziehen und uns eine Kooperation anzubieten.
01:21:33Das ist aber bei weitem nicht so ein gutes Geschäft wie die Übernahme, die uns Herr Lipinski angeboten hat, gnädige Frau.
01:21:39In naher Zukunft vielleicht noch nicht, aber langfristig gesehen wird es ein gutes Geschäft für Sie werden.
01:21:45Da bin ich ganz sicher.
01:21:45Tobias, ich habe mein erstes Geschäft abgeschlossen.
01:21:50Keine Sekunde dran gezweifelt.
01:21:52Ich danke dir für deine Hilfe.
01:21:55Ach, du weißt ganz genau, was...
01:21:57Hast du was?
01:22:01Tobias!
01:22:01Lass dich operieren.
01:22:06Wenn die Operation daneben geht, dann bin ich ein hilfloser, sabbernder Krüppel.
01:22:11Nein, danke.
01:22:12Ach, weißt du, solche Eingriffe sind doch heute schon fast Routine.
01:22:15Nein!
01:22:16Wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren.
01:22:20Ach, Sprüche.
01:22:21Für mich wirst du jedenfalls nicht los.
01:22:32Tobi, Besuch für dich.
01:22:36Was ist denn hier los?
01:22:38Ziehst du aus?
01:22:43Timo und ich wollen in die Sonne.
01:22:45Ach.
01:22:45Es geht ihm nicht gut.
01:22:51Ach.
01:22:52Er braucht mich jetzt.
01:22:54Und wann kommst du zurück?
01:22:58Ich, ähm...
01:23:01Ich habe die Wohnung verkauft.
01:23:05Was?
01:23:06Was?
01:23:06Von dem Geld können wir in Griechenland eine Weile leben.
01:23:13Jedenfalls so lange, bis...
01:23:16Ich werde dich vermissen, Tobias.
01:23:22Versprich mir, dass du Dieter manchmal ein paar Lilien aufs Grab legst.
01:23:27Die mochte er immer am liebsten.
01:23:29Die mochte er überhaupt nicht gern.
01:23:32Die mochte er doch.
01:23:32Nein.
01:23:33Doch.
01:23:33Doch.
01:23:36Also gut, ich verspreche es dir.
01:23:41Pass auf dich auf.
01:23:43Du auch auf dich.
01:23:47Aber wenn es dir schlecht geht, kommst du zurück. Versprochen?
01:23:54Versprochen.
01:24:06Ich weiß, dass in den letzten Wochen viele von Ihnen beunruhigt waren, weil es Gerüchte gab,
01:24:22dass die Firma verkauft wird und möglicherweise Entlassungen bevorstehen.
01:24:27Also, die Firma wird nicht verkauft.
01:24:30Ihre Arbeitsplätze bleiben erhalten.
01:24:32Die zweite Nachricht ist, Herr Lipinski, der bisherige Prokurist der Firma, ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden.
01:24:42An seiner Stelle wird wieder Herr Dr. Jessen die Leitung übernehmen, gemeinsam mit mir.
01:24:47Bitte, Herr Dr. Jessen.
01:24:47Als Frau Martin mich bat, die Geschäftsführung der Firma wieder zu übernehmen, habe ich spontan zugesagt, weil ich weiß, dass diese Firma gesund ist.
01:24:57Weil ich weiß, dass ich auf die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen kann.
01:25:02Du, ich war mit Rolf Wagner ein paar Tage in Mailand.
01:25:07Nein, nicht privat.
01:25:09Naja, nicht nur privat.
01:25:13Ich musste Stoffe aussuchen für den neuen Hotelauftrag.
01:25:1641 Zimmer und die Halle.
01:25:18Da hättest du mich als Fachfrau wunderbar beraten können.
01:25:22Wann kommst du denn endlich, Simonchen?
01:25:25Ich habe schon richtig Sehnsucht nach dir.
01:25:28Vor Ostern bekommst du doch bestimmt ein paar Tage frei.
01:25:30Du, das hat gerade geklingelt.
01:25:35Dr. Jessen wollte mal kurz vorbeischauen.
01:25:36Was angenehmes in Sachen Geld, meint er noch hoffentlich.
01:25:39Ich rufe dich gleich wieder zurück, ja?
01:25:45Hallo.
01:25:47Tobias!
01:25:49Ich glaube es nicht.
01:25:51Seit wann bist du zurück?
01:25:53Seit gestern.
01:25:55Ich habe dir doch versprochen, dass ich zurückkomme, wenn es mir schlecht geht.
01:25:58Was ist denn los?
01:25:59Komm, erst mal rein.
01:26:05Tut mir leid, Tobias.
01:26:09Es ging so schnell.
01:26:11Ich wollte an dem Morgen noch mit ihm zum Hafen fahren.
01:26:14Ja, gerne.
01:26:14Timo fühlte sich so gut wie schon lange nicht mehr.
01:26:18Und dann ist er im Bad zusammengeboren.
01:26:24Lungenembolie, sagen die Ärzte.
01:26:26Ich konnte mich noch nicht mal von ihm verabschieden.
01:26:31Er hat sehr gekämpft.
01:26:33Er wollte nicht gehen.
01:26:35Er war stark, viel stärker als ich.
01:26:37Jetzt ruhst du dich erst mal aus.
01:26:43Du wohnst natürlich hier.
01:26:47Aber nur bis morgen.
01:26:49Was heißt das?
01:26:53Ich gehe ins Krankenhaus.
01:26:55Übermorgen werde ich operiert.
01:26:57Gott sei Dank.
01:27:07Wer kämpft, kann verlieren.
01:27:09Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
01:27:13Jetzt sieh erst mal deine Jacke aus.
01:27:14Wer hat immer noch von mir.
01:27:19Mir geht's gut.
01:27:20Setze mich dir alles nahe.
01:27:22Danke.
01:27:22Danke.
01:27:23Danke.
01:27:23Danke.
01:27:24Danke.
01:27:41Danke.
01:27:45Danke.
01:27:49Danke.
01:27:51Untertitelung des ZDF, 2020
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