00:00Wir haben innerhalb eines Jahres drei Blackouts in Europa.
00:03Das kann Zufall sein oder es kann durchaus ein Hinweis sein,
00:07dass wir derzeit in einer angespannten Lage sind,
00:10wie ich das einschätzen würde,
00:11und dass wir mit weiteren Ereignissen rechnen sollten.
00:25Mein Name ist Herbert Zaurak
00:26und ich bin internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte.
00:30Was ist das für die Welt der Blackout- und Krisenvorsorgeexperte?
00:322025 gab es bisher zwei Blackouts.
00:36Das eine war am 28. April in Spanien und Portugal.
00:40Das war das größte und auch schwerbeginnste Ereignis.
00:43Und das zweite Ereignis war am 18. Mai,
00:46das kaum jemand wahrgenommen hat.
00:47Das hat nur Nordmazedonien betroffen und nur kurz gedauert.
00:51Das Ereignis auf der elbayerischen Halbinsel
00:53hat doch zwischen 12 und 18 Stunden gedauert,
00:55bis der Strom wieder übergeflossen ist.
00:57Und daher hat auch das Leben durchaus schon weiter in Stillstand gebracht.
01:02Aber es ist nicht ganz so schlimm gekommen,
01:04wie es durchaus auch möglich wäre oder zu befürchten ist,
01:07wenn der Stromausfall länger dauert.
01:08Was auch noch wichtig ist,
01:10wir hatten im Juni letzten Jahres ebenfalls ein Blackout am Balkan,
01:14wo mehr Länder von Albanien über Mazedonien,
01:18Bosnien-Herzegowina und Südkroatien betroffen waren.
01:22Hat nur ein paar Stunden gedauert,
01:23in manchen Regionen sogar zehn Tage.
01:26Das heißt, wir hatten innerhalb eines Jahres drei Blackouts in Europa.
01:29Und in der 50-jährigen Geschichte davor zwei,
01:33nämlich 1976, wo auch Österreich betroffen war,
01:36und Süddeutschland und die Schweiz.
01:38Und das zweite Ereignis war 2003,
01:40wo ganz Italien für bis zu ersten Stunden winster war.
01:43Das heißt, wir haben eine gewisse Häufung.
01:46Das kann Zufall sein,
01:47oder es kann durchaus ein Hinweis sein,
01:49dass wir sowohl derzeit in einer angespannten Lage sind,
01:52wie ich das einschätzen würde,
01:54und dass wir mit weiteren Ereignissen rechnen sollten.
01:58Das Spannende ist,
02:00dass beim Blackout auf der Piragischen Halbinsel
02:02bis jetzt, sechs Monate später,
02:04noch nicht wirklich klar ist, was die Ursache ist,
02:07weil es mehrere Dinge gibt,
02:08die derzeit diskutiert werden.
02:10Es gibt einerseits,
02:11dass zu viel Photovoltaik im System war zu dem Zeitpunkt.
02:15Es gibt dann auch jetzt,
02:15dass in der Zwischenzeit die Einspeisung deutlich reduziert worden ist
02:18und viel mehr Gaskraftwerke auch am Netz waren.
02:21Es gab aber auch dann Planungsfehler.
02:23Es gab auch konventionelle Kraftwerke,
02:25die ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen sind.
02:28Und das Spannende war ja,
02:30es kam zu Kraftwerksausfällen
02:31und gleichzeitig ist die Spannung gestiegen
02:33und es ist zu einem sogenannten Spannungskollaps gekommen,
02:37was bisher eben auch noch nie aufgetreten ist
02:39und immer eine Frequenzstörung.
02:41Und das ist auch ein Hinweis,
02:42dass da im System sich Dinge eben massiv ändern.
02:45Und es gibt eben auch von Experten die Hinweise,
02:48dass eben zu viel Leistungselektronik im System ist.
02:51Das heißt,
02:52Wechselrichter als Leistungselektronik,
02:53Batteriespeicher,
02:54aber auch Ladeboxen für E-Authers,
02:58aber auch die ganze Elektronik,
02:59die wir im Einsatz ein bisschen zu LED leuchten,
03:02die veränderndes System verhalten.
03:03Und damit man das abfangen kann,
03:05müsste man europaweit massive Änderungen vornehmen,
03:09Vorgaben machen,
03:10aber bisher nicht einmal ein gescheit erfasstes Problem,
03:12geschweige denn,
03:13dass das einfach kurzfristig zu ändern ist.
03:18Grundsätzlich kann man Albert Einstein zetieren,
03:21man kann die Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen,
03:23wie sie entstanden sind,
03:24vor dem Punkt stehen wird.
03:26Das heißt,
03:26wir müssen neue Strukturen schaffen,
03:29die mit diesen erneuerbaren,
03:31wetterabhängigen Erzeugungsanlagen
03:33bestmöglich umgehen können.
03:34Wir haben in den letzten Jahren
03:36sehr viel Aufwand und Geld
03:37in den Ausbau von Photovoltaikanlagen gesteckt,
03:40parallel auch etwas Wind,
03:41aber uns fehlen die Netze,
03:44die den Strom eben abtransportieren können,
03:46von dort,
03:46wo wir inzwischen speichern können,
03:47sprich von Osten in den Westen.
03:49Und das,
03:49was ein Riesenthema ist,
03:51wenn ich mit wetterabhängiger Produktion zu tun habe,
03:54PV und Wind,
03:55dann brauche ich enorme Speicherkapazitäten,
03:57um das ausgleichen zu können.
03:58Und da geht es nicht nur um die berühmte Dunkelflaute,
04:00wo es um 14 Tage abdecken geht,
04:03wo es sehr, sehr schwierig wird,
04:04ohne irgendwelche konventionellen Kraftwerke,
04:06sondern es geht bereits um fast jeden Tag,
04:09weil in der Nacht scheint keine Sonne
04:11und der Wind geht halt auch,
04:12vor allem im Sommerhalbjahr,
04:13nicht so häufig oder nicht in der Menge,
04:15wie man es braucht.
04:16Wir haben zwar in Österreich das Glück
04:17mit den Bumspeicherkraftwerken,
04:19dass wir relativ viel speichern können,
04:21aber auch das würde nicht ausreichen,
04:23um das alles abzufängen.
04:24Das heißt,
04:25wir müssten massiv auch in Batteriespeicher
04:27und sonstige Speicher investieren.
04:30Und das sollte aber nicht so,
04:32wie es derzeit angedacht ist,
04:34weil vor allem der europäische Markt
04:35Idee dahinter steckt,
04:37möglichst zentrallegemau basierend,
04:39sondern dezentral dort,
04:40wo eben produziert wird,
04:42damit man auch den Infrastrukturausbau
04:44reduzieren kann.
04:45Da geht es aber nicht um den Haushaltsspeicher,
04:46weil das ist wieder ineffizient,
04:48sondern es geht um größere Änderheiten,
04:50Ortschaften oder bis hin regional,
04:53weil man dann das einfach effizienter
04:55und auch kostengünstiger wieder umsetzen kann.
04:59Das, was jetzt aktuell dazukommt,
05:01ist einerseits die Cyberbedrohung
05:03und vor allem die hybride Bedrohung
05:05mit Sabotageangriffen
05:06auf kritische Infrastrukturen,
05:07wie wir sie vor allem in Deutschland
05:09sehr gehäuft sehen.
05:11Cyber ist natürlich auch in der Stromversorgung,
05:13wenn ich immer mehr miteinander vernetze,
05:15steigert wird die Komplexität,
05:17erhöht die Verwundbarkeit,
05:18aber auch die Angriffsflächen.
05:20Und wir haben jetzt zusätzlich
05:21die neue Situation,
05:23dass wir 80 Prozent der PV-Anlagen,
05:26vor allem der Wechselrichter
05:27oder auch Batterien aus China haben
05:29und hier gerade in den letzten Wochen
05:31immer mehr Meldungen auftreten,
05:33dass die Dinge auch in der Cloud dort sind
05:36und da ja auch gewisse
05:37Fernsteuerungsmöglichkeiten gegeben sind.
05:40Und es gibt gerade aktuell auch das Beispiel
05:41in Norwegen, wo Elektrobusse aus China
05:44bestellt worden sind.
05:45Und wo man festgestellt hat,
05:46die kann man aus der Ferne alle abschalten.
05:48Und wir sehen ja auch aktuell
05:49die Drohnenproblematik zunehmen.
05:52Und mit dieser zusätzlichen Möglichkeit
05:54ist das eigentlich eine Kleinigkeit,
05:56um so etwas auszulösen.
05:58Man müsste natürlich mehrere Punkte
05:59gleichzeitig dann attackieren.
06:01Aber auch das ist im Zuge
06:03des Hybridenkrieges durchaus eine Option,
06:06die nicht unwahrscheinlich ist.
06:10Also der wichtigste Punkt ist,
06:12in der Auseinandersetzung zu akzeptieren,
06:14dass es eben keine
06:15hundertprozentige Sicherheit gibt
06:16und etwas passieren kann.
06:18Das heißt, wenn möglichst viele Menschen
06:20in der Lage sind,
06:20sich selbst zumindest 14 Tage
06:22mit dem Notwendigsten zu versorgen,
06:24und das beginnt mit Wasser,
06:26wo ich im Minimum empfehle,
06:27einen Sechserträger Mineralwasser pro Person,
06:29weil da habe ich genug Flüssigkeit
06:31für mehrere Tage,
06:31sollte es da ein Problem geben.
06:33Dann geht es um Medikamente
06:34und Erste-Hilfe-Ausrüstung,
06:36auch 14 Tage zumindest,
06:37weil auch das Gesundheitssystem
06:39natürlich massiv betroffen wäre.
06:41Und dann um Lebensmittel,
06:42die ich zu Hause habe,
06:43muss ich so mal schauen,
06:44was habe ich im Durchschnitt zu Hause,
06:47wie viele Tage komme ich aus,
06:48und das Restliche auf 14 Tage
06:50mit längerhaltbaren Lebensmitteln,
06:52Nudel, Reis, Konserven aufzustocken.
06:55Und wenn ich das beieinander habe
06:56und mich darauf eingestellt habe,
06:58bin ich eigentlich ausreichend
06:59und gut vorbereitet.
07:01Wie überall haben wir die Polarisierung
07:02zwischen Übertreibung und Verharmlosung.
07:06Mein Zugang ist eben
07:07mit diesem sehr einfachen Zugang,
07:08diese 14 Tage Eigenversorgungsfähigkeit
07:10und in den Unternehmern Organisationen
07:12einen einfachen Handlungsplan zu haben.
07:14Wie gehe ich vor,
07:14wenn nichts mehr funktioniert,
07:16dass man das Thema
07:17sehr einfach und schnell abhacken kann.
07:19Und ich bin davon überzeugt,
07:20dass Spezialausrüstung,
07:22Spezialnahrung und so weiter
07:23im Einzelfall vielleicht sinnvoll ist,
07:25aber in den meisten Fällen nicht.
07:26Und das Wichtigste ist,
07:28wir können das als eigenes,
07:29wenn es wirklich eintreten sollte,
07:30nur gemeinsam bewältigen.
07:31Und daher ist es wichtig,
07:32Eigenvorsorge, Umfeld mitnehmen
07:34und wenn es darauf ankommt,
07:35zusammenhelfen.
07:37Dann kann man auch so eine Situation
07:38überstehen und bewältigen.
07:41Und wir sehen das weltweit immer wieder,
07:43wo es häufiger Blackouts gibt.
07:45Auch dort geht die Gesellschaft nicht unter,
07:47aber auch immer mehr so ein bisschen
07:48für was man.
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