00:00400 Schulen in Österreich erhalten ab dem kommenden Schuljahr einen sogenannten Chancenbonus.
00:06Dabei handelt es sich um bis zu 800 zusätzliche Planstellen für jene Schulen,
00:11deren Schülerinnen und Schüler besonders häufig aus ärmeren Familien kommen
00:15oder einen Migrationshintergrund haben, wie Bildungsminister Christoph Wiederkehr am Freitag bekannt gegeben hat.
00:21Das Ziel dieses Chancenbonusprogramms ist, dass der Bildungshintergrund der Eltern weniger Bedeutung hat
00:29und im Vordergrund die Talente und die Potenziale der Kinder stehen.
00:35Wir wissen aufgrund von internationalen Erhebungen in Österreich,
00:39beispielsweise aus der PISA-Erhebung aus dem Jahr 2022,
00:43dass wir in Österreich auch im europäischen Vergleich eine besondere Herausforderung haben.
00:48Und das ist, dass Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien besonders gefordert sind
00:56und damit schlechtere Leistungen in der Schule erbringen.
00:59Damit ist Bildungsvererbung in Österreich noch immer ein sehr aktuelles Thema
01:04und dadurch auch Bildungsungleichheit stark da in Österreich.
01:11112.000 Schülerinnen und Schüler sollen von dem Programm profitieren.
01:15Die meisten Schulen kommen aus dem urbanen Raum,
01:18die meisten ausgewählten Einrichtungen befinden sich in Wien.
01:21Ausgesucht wurden die Schulen 156 Mittelschulen und 244 Volksschulen
01:27nach dem sozioökonomischen Hintergrund der Schüler, konkret anhand der sogenannten Söll-Kategorien.
01:33Hier gibt es sechs Kategorien, von eins, nämlich mit sehr schwierigen Bedingungen,
01:39bis zu sechs mit sehr guten Bedingungen und einer guten Ausgangslage.
01:44Dementsprechend haben wir ein gutes Datenmaterial, um alle Schulen in Österreich
01:49aufgrund dieser objektiven Rahmenbedingungen beurteilen zu können
01:53und darum wissen wir, welche Schulen die meiste Unterstützung benötigen.
01:57Sie werden sich vielleicht fragen, wie diese Kategorie von eins bis sechs zusammengestellt wird.
02:04Hier gibt es drei Hintergründe, die relevant sind.
02:07Das ist erstens der Bildungshintergrund der Eltern,
02:10insbesondere die Frage, ob ein Pflichtschulabschluss oder ein höherer Bildungsabschluss der Eltern vorliegt.
02:16Das ist zweitens der ökonomische Hintergrund der Eltern,
02:20insbesondere die Frage, ob Arbeitslosigkeit in der Familie vorherrscht
02:23oder auch wie das Einkommen des Haushaltes ist.
02:27Und das ist drittens der Aspekt der Migration und der Erstsprache,
02:31nämlich ob die Eltern zugewandert sind und ob Deutsch die Erstsprache sind.
02:36Wir wissen aufgrund von wissenschaftlicher Evidenz und auch internationalen Vergleichen,
02:40dass die drei Elemente des Hintergrundes der Eltern die entscheidenden Faktoren sind,
02:45wie Lernen am Schulstandort durch die Kinder stattfindet.
02:51Und wir wissen, dass die drei Faktoren das Relevante sind,
02:55um insbesondere die Schulen von niedrigen Söhlkategorien zu unterstützen.
03:00Wichtig dabei ist anzumerken, dass eine niedrige Söhlkategorie nicht heißt,
03:06dass es an den Schulen schlechte Leistungen gibt.
03:08Und schon gar nicht, dass dort schlecht gearbeitet wird. Ganz im Gegenteil.
03:13Die Schulen sollen selbst wählen können, wie sie mit den zusätzlichen Personalressourcen umgehen.
03:19Die Schulen werden je nach Größe zwischen eins bis sieben Vollzeitequivalente bekommen,
03:25nämlich zusätzliches Personal am Schulstandort.
03:29Dieses soll autonom eingesetzt werden können und entwickelt werden mit einer Schulentwicklung,
03:36welche Personalkategorien an der Schule besonders gebraucht werden.
03:40Das kann eine Lehrperson sein, das kann aber auch psychosoziale Unterstützung sein,
03:44beispielsweise eine sozial arbeitende Person.
03:47Das heißt, hier wird es flexible Personalgruppen geben
03:50und denen nach Bedarf der Schule die richtige Personalgruppe auch genommen werden.
03:55Kosten soll die Maßnahme jährlich rund 65 Millionen Euro.
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