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  • vor 2 Monaten

Kategorie

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:30Wow, das sieht lecker aus.
00:49Du bist herzlich eingeladen bislang, auch für zwei.
00:52Du, so ganz theoretisch, wenn ich jemanden überwachen will, der mich kennt, wie mache ich das am besten?
00:57Du, so ganz praktisch.
01:01Von wem reden wir hier?
01:03Ich gebe dir mal einen Tipp.
01:04Wenn du eine wackelige Treppe in den Dunkeln, den Keller runtergehst und im Grunde schon klar ist, dass du dir was brichst,
01:09solltest du dir drei Dinge klar machen.
01:11Erstens, willst du wirklich wissen, was da unten ist?
01:14Zweitens, ist es das Risiko wert?
01:15Und drittens, wenn du dir wirklich was brichst, dein Bein oder dein Herz oder sonst irgendwas,
01:19hast du einen Plan, wie du da wieder rauskommst?
01:21Also was ist jetzt? Hilfst du mir oder nicht?
01:23Nicht, wenn es darum geht, deinen Mann zu bespitzeln.
01:25Wenn du was wissen willst, dann frag ihn.
01:26Pause, wir sind noch mittendrin.
01:27Weil ich jetzt erst mal was essen muss.
01:30Wenn ich unterzuckert bin, dann werde ich zickig.
01:34So.
01:35Was um Gottes Willen ist denn das?
01:37Das ist ein Salat aus Rohkost, Nüssen und Quinoa.
01:42Quinoa?
01:43Das ist ein Gänsefußgewächs.
01:44Seien Sie mir nicht böse, das sieht aus, als hätte das bereits jemand gegessen.
01:48Ich würde Sie gerne auf einen veganen Döner zu Galeb einladen, aber ich habe gleich eine Mandantin.
01:52Sie können gerne von mir was haben, ich habe mal wieder viel zu viel gemacht.
01:56Das sieht ja lecker aus.
01:58Aber kann ich im Moment nicht essen, ich versuche gerade ein paar Pfunde zu verlieren.
02:02Ja, ich auch, ich mache gerade die Essig-Diät.
02:05Das esse ich und das esse ich.
02:06Das esse ich auch.
02:08Und das esse ich leider nicht.
02:10Ist das Ihre Mandantin?
02:13Mahlzeit!
02:15Sieht aus wie 15, wenn überhaupt.
02:17Also am Telefon klagen Sie erwachsen, was soll ich denn machen?
02:19Jetzt jedes Mal nach dem Alter fragen oder was?
02:21Es wäre mir ganz lieb, wenn Sie dabei sind.
02:24Was können wir für dich tun?
02:27Probleme in der Schule?
02:29Nein.
02:30Es geht um meine Mutter.
02:32Ich will, dass ihr das Sorgerecht entzogen wird.
02:36Das heißt, du willst zu deinem Vater?
02:37Nein, die haben sich getrennt, als ich noch ganz klein war.
02:41Wir hatten keinen Kontakt.
02:42Und um was geht es dann?
02:44Ich bin dabei, Karriere als Model zu machen.
02:49Bist du dafür nicht ein bisschen jung?
02:51Ich bin 15.
02:52Und wenn man über das richtige Model-Business spricht,
02:54also nicht irgendwelche Casting-Shows,
02:57dann ist das der Moment, bei dem es richtig losgeht.
03:00Wo ist das Problem?
03:02Meine Mutter ist das Problem.
03:03Sie will, dass ich mit den Modeln aufhöre,
03:07bis ich die Schule fertig habe.
03:09Ich bin gut in der Schule.
03:10Also im Grunde will sie mich zwingen, aufzuhören.
03:13Ja, aber warum?
03:14Weil sie sich Sorgen macht.
03:17Sie findet, dass ich zu dünn bin und dass ich zu wenig esse.
03:21Ja, ich finde auch, du bist tatsächlich ein bisschen dünn.
03:26Klar bin ich dünn.
03:28Ich bin Model.
03:29Die sind nun mal dünn.
03:30Ich meine, wäre ich Marathonläufer
03:32oder würde als Freak-Climber irgendein Felsen hochklettern,
03:36da wäre ich auch dünn.
03:38Aber kein Hahn würde nach Migräne.
03:40Das ist was anderes.
03:41Ja, weil Modeln ist ja was Anrufiges.
03:44Wir sind oberflächlich und zu dumm, auf unsere Gesundheit zu achten.
03:48Das sagt ja nun keiner.
03:49Aber wenn ich deine Mutter wäre, dann würde ich mir auch Sorgen machen.
03:52Aber Sorgen machen und mir das Wichtigste im Leben zu verbieten,
03:55ist ein kleiner Unterschied.
03:57Bitte nimm mir das jetzt nicht übel,
03:59aber was wichtig ist, ändert sich mit zunehmendem Alter.
04:03Sie haben es immer noch nicht verstanden.
04:05Es geht hier nicht um irgendein riskantes Hobby,
04:07das meine Mutter mir hier verbieten will.
04:10Es geht um meine Zukunft.
04:12KCA Models will mich unter Vertrag nehmen.
04:14Das bedeutet Fashion Shows in London, Paris und Mailand.
04:18Und das bedeutet, dass ich bis 25 finanziell ausgesorgt habe,
04:22wenn alles gut geht.
04:27Also selbst wenn sich das Gericht auf deine Seite stellen würde,
04:30was nicht sehr wahrscheinlich ist,
04:32da wirst du ja nicht plötzlich volljährig.
04:35Das Gericht würde dann einen Betreuer für dich einsetzen.
04:37Das ist mir klar.
04:39Aber den könnte ich vielleicht überzeugen.
04:42Bei meiner Mutter kann ich das vergessen.
04:44Aber das Gericht wird deine Mutter erst mal als Frau wahrnehmen,
04:48die sich Sorgen um ihr Kind macht.
04:50Die Familiengerichte entziehen Müttern das Sorgerecht,
04:53die sich nicht kümmern.
04:54Nicht denen, die sich um ihre Kinder sorgen.
04:58Einverstanden bin ich erst mal mit deiner Mutterrede.
05:01Sie können es gerne versuchen.
05:03Aber es wird nicht viel bringen.
05:05Ich versuche es seit Monaten.
05:06Ich kann sehr überzeugend sein.
05:18Sie wollen den Fall doch nicht im Ernst übernehmen.
05:20Wieso nicht?
05:21Das Mädchen hat doch eindeutig eine Essstörung.
05:24Das sagt mir eine Frau, die so klasse aussieht wie sie,
05:26aber bereit ist, irgendeine Pampe zu essen
05:27und ein paar Kilo zu verlieren.
05:29Fudde.
05:30Außerdem ist das was ganz anderes.
05:32Mir fällt mir immer auf,
05:33dass für Frauen, die ganz schlanker wären,
05:35dünne Frauen so eine Art Provokation sind.
05:37Sind Sie sicher,
05:38dass da nicht ein bisschen Neid mitspielt?
05:40Ja, ganz sicher.
05:42Dieser verdammte Schlankheitswahn ist doch wie eine Seuche.
05:45Jeder steckt den anderen an
05:46und am Ende ist gar keiner schlanker.
05:47Aber alle fühlen sich schlecht,
05:49weil niemand seinem Ideal näher gekommen ist.
05:50Die Mutter will ihre Tochter daran hindern,
05:53ihren Berufstraum zu verwirklichen.
05:54Sollten Sie da nicht lieber die Mutter vertreten?
05:56Also ich würde auch nicht wollen,
05:58dass mein Kind in diese Mühlen gerät.
06:00Dieses ganze Gerede über Magersucht macht mich hungrig.
06:03Ich gehe jetzt auf den Döner zu Garlitz.
06:07Na los, kommen Sie mit.
06:08Ich lade Sie ein.
06:09Oder wollen Sie lieber Ihre Pampe essen?
06:11Äh, äh, nein.
06:12Nein, ich komme mit.
06:13Vielleicht können wir ja Teddy dafür begeistern, oder?
06:18Lieber mich.
06:20Wir wollen dich auch noch ärgern mit den Tierschützern.
06:22Hören Sie recht.
06:23Nicht mehr Ärger.
06:26Gut, Ruhm.
06:30Ähm, wegen dem, was ich vorhin gesagt habe, ne, da wollte ich noch mal...
06:33Wenn du willst, dass ich deinem Mann hinterher schnüffle,
06:34kannst du das vergessen.
06:36Ich habe sowieso keine Zeit.
06:38Ich muss Gerd weichklopfen.
06:39Ich will ihn überreden, dass wir ein Pflegekind annehmen.
06:43Er ist leider von der Vorstellung nicht besonders begeistert.
06:45Ja, ehrlich gesagt kann ich ihn verstehen.
06:47Ja, weil du ein eigenes Kind hast.
06:50Für mich ist das die letzte Möglichkeit,
06:51in die Nähe von sowas zu kommen.
06:52Hallo, Galip.
06:55Ah, guten Tag.
06:55Sie habe ich aber lange nicht gesehen.
06:56Ja, wir haben viel Arbeit.
06:59Ich hätte gerne einen Pfefferminzsee.
07:01Alkoholfreies Bier, zwei Döner.
07:03Einen vegan, wenn es geht?
07:05Ja.
07:05Was ist hier los, Galip?
07:07Sonst war das doch mittags immer brechend voll.
07:09Ja, läuft gerade nicht so gut.
07:11Ja, aber warum?
07:13Ja, aber warum?
07:14Du bist da doch.
07:14Ja, bitte.
07:15Verleih mich.
07:16Das heißt auch, die Bär, wo bei uns?
07:18Irgendwann.
07:19Warte, wir gehen mit dem Fahrzeug.
07:19Genau, die Bär.
07:20Was sind denn doch hier, Mann?
07:22Wo ist denn?
07:22Sind wir doch ruhig sind?
07:25Was wollte der denn?
07:28Keine Ahnung, ich spreche noch kein Chinesisch.
07:30Mhm.
07:31Sie haben wieder Ärger mit der Konkurrenz.
07:33Ich dachte, Sie hätten jetzt einen gemeinsamen Lieferservice
07:35mit den Chinesen vereinbart.
07:36Ja, nein.
07:37Das hat sich nicht rentiert.
07:38Wir haben uns wieder getrennt.
07:39Und seitdem versuchen Sie, mich fertig zu machen.
07:42Wie man sieht.
07:43Wie, wie man sieht?
07:44Wie denn?
07:45Indem Sie mich schlecht machen im Internet.
07:47Da gibt es so eine Bewertungsplattform, Ratico.
07:50Die haben einen unglaublichen Einfluss.
07:51Es reicht, wenn Sie meinen Namen eingeben.
07:53Schon sehen Sie die ganzen schlechten Bewertungen.
07:54Das interessiert doch Ihre Stammkunden nicht.
07:57Wenn da steht, dass ich Gammelfleisch verkaufe
07:58und jemand in allen Details beschreibt,
08:00wie er die ganze Nacht durchreihert,
08:02weil er hier gegessen hat,
08:03das scheißt dann richtig rein.
08:04Warum hat sich der Chinese so aufgeregt?
08:06Ich habe keine Ahnung,
08:08weil ich vielleicht zum Gegenangriff übergegangen bin
08:10und auch was Schlechtes über die geschrieben habe.
08:13Aber im Gegensatz zu denen
08:14habe ich meinen Namen reingeschrieben.
08:16Ach, na toll.
08:17Das ist eine ganz tolle Idee, Garlik.
08:20Selbst wenn Sie beweisen könnten,
08:21dass die Chinesen die schlechten Bewertungen geschrieben haben.
08:24Ja, aber ich weiß nicht.
08:25Dann helfen Sie mir.
08:27Lang halte ich das hier nicht mehr durch.
08:29Ich muss sonst dicht machen.
08:30Das will ja keiner.
08:36Jasmin?
08:37Ja, Sie müssten mal was für mich raussuchen.
08:40Ich bin hier gerade bei Ihrem Cousin.
08:41Bei Garlik.
08:46Frau Rönert?
08:49Gellert.
08:51Und Sie wollen meiner Tochter helfen,
08:52sich zu Tode zu hungern.
08:55Kann das sein, dass Sie das Ganze zu extrem sehen?
08:57Warum?
08:58Weil es so viele Models gibt
09:00und nur so wenige an Mangelernährung sterben?
09:03Eine Frage der Statistik.
09:04Ich habe das nicht gesagt.
09:05Sagen Sie, Kinder?
09:06Wäre das okay für Sie,
09:07wenn da eins davon ums Leben kommt?
09:09Auch wenn das rein statistisch
09:10nicht wirklich zu Buche schlägt?
09:14Entschuldigung.
09:16Ich würde das gerne gelassener angehen,
09:18aber das gelingt mir nicht besonders gut.
09:22Ich weiß, Sie machen nur Ihren Job.
09:24Aber wenn Sie erfolgreich sind,
09:25besteht er darin,
09:27meiner Tochter eine Art
09:28langsam selbst mal zu erlauben.
09:31Guten Tag.
09:32Einen Kaffee, bitte.
09:33Gerne.
09:35Ich habe Kinder.
09:37Und ich bin Ihnen entweder gleichgültig
09:39oder Sie hassen mich.
09:40Und das zu Recht.
09:42Ich war ein lausiger Vater.
09:44Aber ich denke,
09:45Sie sind eine gute Mutter.
09:48Wollen Sie wirklich,
09:49dass Ihre Tochter
09:50Sie für den Rest Ihres Lebens hasst?
09:52Wenn das bedeutet,
09:57dass sie ansonsten
09:57ein glückliches
09:58und gesundes Leben führt,
10:00ja, kann ich mit leben.
10:01Frau Rönert,
10:03eins hat mich die Erfahrung
10:03als Vater gelehrt.
10:05Sie können die Kinder
10:06nicht dazu bringen,
10:07das Leben zu führen,
10:07das Sie sich für sie wünschen.
10:11Sie meinen,
10:11sie wird am Ende
10:12das tun, was sie will?
10:14Ja, kann sein.
10:15Aber ich verschaffe ihr die Zeit,
10:17diese Entscheidung
10:17als erwachsener Mensch zu treffen.
10:19So stand es
10:20in der Stellenbeschreibung.
10:24Ich bin keine der Mütter,
10:25die die beste Freundin
10:26ihrer Tochter sein wollen
10:27und deshalb
10:29ihren Erziehungsauftrag schwänzen.
10:31Das hätte ich auch nicht gedacht.
10:33Aber wollen Sie den tatsächlich
10:35vor Gericht durchsetzen?
10:38Sehen Sie hier irgendwo
10:38meinen Anwalt?
10:41Meine Idee war das nicht.
10:46Es ist aber doch
10:47immer wieder dasselbe.
10:49Ich meine,
10:49wir hatten das doch schon mal.
10:51Dann gehen Sie sich
10:51wieder an die Wäsche
10:52und am Ende
10:53verlieren alle.
10:54Wir können überhaupt
10:55keinem an die Wäsche.
10:57Das Einzige,
10:58was hier sicher ist,
10:59ist an dieser
10:59dünnen Fließe.
11:00Der heißt Galip.
11:01Glauben Sie,
11:02das war erst besser?
11:03Das Einzige,
11:04was sicher ist,
11:05ist, dass der
11:05irgendein Müll
11:06über uns
11:07ins Netz gestellt hat.
11:09Dass wir das auch gemacht haben.
11:10Kann er gern behaupten.
11:12Aber
11:12hier ist dafür
11:13ein Beweis.
11:15Das Essen!
11:16Ja, bitte.
11:19Also,
11:20warum glauben
11:21ihr,
11:21dass wir das wagen?
11:23Ich sage Ihnen,
11:24weil wir
11:24die Lesen sind.
11:25Ach, Quatsch.
11:26Hier Mandant
11:26ist ein verdammter
11:27Rassistin.
11:28Das ist doch ein Witz.
11:30Galip ist Türke.
11:31Glauben Sie,
11:32es gibt keine
11:33türkischen Rassisten?
11:34Rassisten gibt es überall.
11:36Ja.
11:36Sie sollen mal hören,
11:37was meine Großmutter
11:38über Korine sagt.
11:39Ja, ist ja gut.
11:41Aber was mich
11:42im Moment viel mehr
11:42interessiert,
11:43ist,
11:44was da jemand
11:45im Schutze der Anonymität
11:46über meinen Mandanten
11:47im Netz verbreitet.
11:49Und dieser jemand,
11:50der sollte das unterlassen.
11:52Denn das Netz
11:53ist kein rechtsfreier Raum,
11:54auch wenn manche
11:55das glauben.
11:56Na,
11:57jetzt habe ich mal Angst.
11:58Schönen Tag noch.
12:02Guten Appetit.
12:03Blut zu,
12:04muss ja noch zerrt.
12:05Soi.
12:18Was machst denn du hier?
12:21Lass mich kurz
12:21darüber nachdenken.
12:23Ob ich so eine
12:23Behandlung verdient habe?
12:26Ähm,
12:27nein.
12:28Ich glaube nicht.
12:30Ich wollte den
12:30Aufhebungsvertrag
12:31für Doren abgeben.
12:33Läuft das Musikbusiness
12:34so schlecht?
12:36Kein Geld mehr
12:36für Briefmarken?
12:38Ich wollte nicht,
12:39dass er verloren geht.
12:41Willst du mir nicht
12:42einen Kaffee anbieten?
12:44Ich dachte,
12:45das macht dir Tippsen so.
12:46Nenn mich noch einmal
12:47Tippse.
12:48Das bringt dich
12:48auf die Palme,
12:49äh?
12:51War es das?
12:53Ich habe nämlich
12:54zu arbeiten.
12:54Ich gehe mal davon aus,
13:01dass du normalerweise
13:02nett und freundlich bist.
13:04Bei mir warst du
13:05von Anfang an
13:06bitchy.
13:07Da frage ich mich,
13:07wieso?
13:08Kann das irgendwie sein,
13:09dass da irgendwas
13:10zwischen uns ist
13:11und du dich dagegen
13:12wehren musst?
13:12Alter, bist du
13:17eingewildert.
13:18Und du unglaublich
13:19hübsch, wenn du lachst.
13:23Aber du lachst nicht
13:24so oft, wie du solltest.
13:26Es würde mir Spaß
13:27machen, das zu ändern.
13:27Egal, was man da eingibt,
13:42Ratigo ist auf allen
13:43Suchmaschinen,
13:43ganz weit vorn.
13:44Und dafür müssen die
13:45kräftig zahlen,
13:45das gibt es nicht umsonst.
13:46Ja, die Frage ist,
13:47wie finanzieren die das?
13:49Über Anzeigen.
13:50Vor allem für Restaurants,
13:51aber auch Anzeigen
13:51von Dienstleistern.
13:54Und?
13:55Nichts.
13:55Galip ist überall beliebt,
13:57außer bei den Chinesen,
13:58aber das ist ja nichts Neues.
13:59Versuchen Sie doch mal
14:00rauszufinden,
14:00ob vielleicht einer von denen
14:01die negative Bewertung
14:03geschrieben hat.
14:04Jasmin, ich habe eine Frage.
14:05Diese Bewertungsportale,
14:07haben die sowas wie Büros?
14:09Ja, ja, sogar hier in Hamburg.
14:10Ja, ist ja super.
14:11Dann gehen Sie da morgen mal hin
14:12und versuchen Sie rauszufinden,
14:14wie das da so läuft.
14:25Ja, ja, ja, ja.
14:55Sie denken, ich sollte das Mädchen nicht vertreten?
15:02Also ich meine, die Gerichte müssen sich doch nicht in alles einmischen.
15:08Wenn eine Mutter und eine Tochter sich streiten, haben Anwälte doch nichts zu suchen.
15:15Das ist aber eine sehr geschäftsschädigende Ansicht.
15:20Kann ich aber mitleben.
15:25Die Leute müssen uns nicht mehr so oftmals lernen,
15:29oder, sie müssen die Leute nicht mehr so oft,
15:31aber nicht mehr so oft.
15:34Und diese Leute müssen sich,
15:37die Leute müssen nach이스en fala.
15:41Die Leute müssen nachk governorsOSE nachdenken.
15:46Die Leute müssen nachdenken.
15:48Sie sind in eine Art und Weise.
15:52Untertitelung des ZDF, 2020
16:22ZDF, 2020
16:52ZDF, 2020
16:54Morgen!
16:56Morgen!
16:58Alles in Ordnung?
17:04Ja, alles in Ordnung.
17:06Reutertee für Sie?
17:08Ja, gerne.
17:10Morgen!
17:12Morgen!
17:14Morgen, Gudrun.
17:16Gummaren Sie sich mal um Jasmin?
17:18Da stimmt irgendwas nicht.
17:28Morgen!
17:30So schlimm?
17:32Er geht mit mir zur Paartherapie und in Wirklichkeit ist er dabei, sich abzuseilen.
17:42Er trefft sich heimlich mit einer Kollegin.
17:46Was soll ich denn da jetzt bloß machen?
17:50Also ich würde ihm eine reinsemmeln und den Koffer vor die Tür stellen, aber das ist ja wohl nicht so deins.
17:56Hey.
18:00Was ist jetzt mit deinem Plan, das Leben positiv zu sehen?
18:03Gudrun, mein Mann betrügt mich.
18:05Wie bitte soll ich das positiv sehen?
18:07Das ist Nahtblanko, Chef! Du kannst machen, was du willst!
18:09Hör auf!
18:10Wie ist das unmöglich?
18:11Wie ist das denn?
18:12Ich bin heute Morgen extra früh raus, um Ihnen nicht zu begegnen.
18:25Ich habe jetzt auch gleich noch einen Termin mit dem Chef vom Radiko.
18:28Empfehlung?
18:32Kannst du das mit dem Tim machen?
18:33Ja, klar.
18:34Danke.
18:35Aber dann muss ich auch los.
18:36Ich hab noch was vor.
18:37Du baust doch nicht irgendwelchen Unsinn, oder?
18:40Ich?
18:41Du.
18:42Hör mal, Garlip ist dein Cousin.
18:44Wir können nicht zulassen, dass Sie den in die Pleite treiben.
18:47Nein.
18:49Natürlich nicht.
18:56Es muss auch mal wieder geputzt werden.
18:58Tee.
18:59Danke.
19:00Und?
19:01Was ist mit dir?
19:02Ehe-Krise.
19:03Schlimm?
19:04Guten Morgen!
19:06Ach, erzählen Sie mal.
19:08Ist eine längere Geschichte.
19:10Herr Gellert.
19:11Erzähl ich später.
19:12Okay.
19:13Haben Sie meiner Tochter gesagt, dass sie das tun soll?
19:15Dass sie mich erpressen soll, um ihren Willen durchzusetzen?
19:17Von was reden Sie?
19:18Meine Tochter hat mir heute Morgen gesagt, dass sie nicht mehr zur Schule geht und ab heute
19:21im Hungerstreik ist.
19:23Also, das habe ich ihr ganz sicher nicht geraten.
19:25Wollen Sie mir erklären, dass das ein Zufall ist?
19:27Sie nimmt sich einen Anwalt und dann kommt plötzlich sowas?
19:29Also, ich kann Ihnen verraten, was ich Ihrer Tochter gesagt habe.
19:32Dass wir zwar vor Gericht gehen können, aber dass Sie mit großer Wahrscheinlichkeit gewinnen
19:35werden.
19:36Weil Sie die Gründe für Ihre Sorge sehr überzeugend darlegen können.
19:39Das dürfte wahrscheinlich der Grund sein, warum Ihre Tochter jetzt zu anderen Mitteln
19:43greift.
19:44Ich habe einfach Angst, dass sie sich was antut, wenn sie so weitermacht.
19:48Sie ist doch jetzt schon so dünn.
19:51Das ist meine Partnerin, Frau von Brede.
19:54Ich will nicht irgendwann am Grab meiner Tochter stehen und mir sagen müssen, ich hätte
19:58nicht alles versucht, Sie davon abzuhalten.
20:00Ich verstehe Sie.
20:01Aber letztlich ist das ein Konflikt zwischen Ihnen und Ihrer Tochter.
20:05Wir werden natürlich mit Ihrer Tochter reden, aber wir als Anwälte vertreten die Interessen
20:10unserer Mandanten und das sind nun leider nicht Sie, sondern Ihre Tochter.
20:19Frau Röhner.
20:21Frau Röhner
20:26WUCH
20:31Ja, Yasmin –
20:34Frau Röhner.
20:35Meckel – genau, hallo freut mich.
20:36Burkhard Fehling.
20:51Eben, und genau darum geht es auch in der Doktorarbeit, nämlich um die Frage der Selbstoptimierung des eigenen Ichs und des Lebensumfelds und die Frage, ob das am Ende tatsächlich zu einer Verbesserung führt.
21:03Oder eher zu einer überkritischen Haltung, die dann in dauerhafte Unzufriedenheit bündet.
21:13Nehmen wir mal das hier. Vielleicht haben Sie ja schon ein bisschen was getrunken.
21:16Und möchten eine Bewertung schreiben, dann gehen Sie auf diese Taste, zack, gehen auf hier, schreiben kleinen Text, sagen wir mal, das Restaurant ist nur zu empfehlen, 5 Sterne und zack, fertig ist die Bewertung.
21:30Ja.
21:46Jo, Bro.
22:05Hallo.
22:07Was tun Sie hier?
22:08Deine Mutter war bei uns.
22:10Sie hat uns erzählt, dass du in den Hummer-Streik getreten bist.
22:13Und Sie arbeiten jetzt für meine Mutter?
22:14Vielleicht lässt du uns erstmal rein?
22:23Um deine Frage zu beantworten, nein, wir arbeiten nicht für deine Mutter, wir arbeiten immer noch für dich, aber nur, wenn du sofort mit diesem Unsinn aufhörst.
22:30Warum?
22:31Ich bin nicht mehr schulpflichtig und die Entscheidung, was ich esse, liegt ja wohl bei mir.
22:35Also pass mal auf, als ich in deinem Alter war, da befand ich mich im Dauerkrieg mit meiner Familie.
22:42Und dann bin ich auch, also bevor ich volljährig war, von zu Hause weg und hab den Kontakt komplett abgebrochen.
22:49Und deshalb kann ich dir nur raten, sieh zu, dass du es auf die Reihe kriegst, weil sonst wirst du dein ganzes Leben dran zu knabbern haben.
22:55Außerdem schadest du dir gerade dreifach, zum einen körperlich, was ich völlig inakzeptabel finde und dann, was die Schule angeht.
23:01Glaubst du im Ernst, du bekommst noch eine Befreiung für Mortal Jobs, wenn du unentschuldigt fehlst?
23:05Und du vernichtest gerade jede Chance, die wir vielleicht von einem Familiengericht in deiner Sache haben könnten.
23:10Sie haben gesagt, ich hab keine Chance.
23:12Das hab ich nicht.
23:14Ich hab gesagt, dass du dich drauf einstellen musst, dass deine Mutter gewinnt.
23:18Das ist doch nicht dasselbe.
23:19Das Gericht wird beurteilen wollen, wie erwachsen du bist.
23:22Und das hier, was du hier gerade machst, also dieser Hungerstreik, das ist kindisch.
23:25Und das wird dir nur beweisen, dass du noch zu unreif bist, um auf eigenen Füßen zu stehen.
23:31Dazu kommt noch was anderes.
23:32Wenn ich den Eindruck habe, dass dein Berufswunsch nur ein Vorwand ist, um dich selber zu zerstören,
23:37dann leg ich dein Mandat nieder.
23:40Also.
23:42Iss.
23:46Ihnen ist schon klar, dass das jetzt so ist, als würden Sie einem Nichtraucher eine Kippe hinhalten.
23:51Ich mein, ich versuch mich gesund zu ernähren, dazu gehört das da ganz sicher nicht.
23:54Iss oder ich geh.
23:55Ich nehm mein Franzbrötchen und bin raus aus der Nummer.
24:12Mmh.
24:20Das ist gut für die Seele.
24:22Stimmt.
24:23Ding, ding, ding.
24:50Na, geht's dir jetzt?
24:55Ja, ja, die Arbeit lenkt ab.
24:58Und die Tatsache, dass ich, wenn schon nicht für Lars, zumindest noch für andere Männer interessant bin.
25:03Ja, ist doch meine Rede.
25:04Hau auf den Putz, lass es krachen.
25:06Nee, aber mal im Ernst, ich, ich muss darüber nachdenken, was ich mache, wenn ich heute Abend nach Hause komme, Gudrun.
25:14Dankeschön.
25:14Hallo.
25:14Hallo.
25:15Wir haben stimmungsaufhellendes Gebäck mitgebracht.
25:18Wir dachten, Sie brauchen das vielleicht?
25:21Dann setz ich mal den Kaffee auf.
25:23Dankeschön.
25:24Jasmin, ich will mich nicht einmischen.
25:29Aber wenn Sie Hilfe brauchen oder wenn Sie frei haben möchten, weil Sie das regeln müssen, dann sagen Sie es bitte.
25:33Ja, danke.
25:35Wie war es denn bei Ratigo? Haben Sie was rausgefunden?
25:38Ja, nicht viel. Also das ist ein Riesenladen und die waren auch alle total nett.
25:43Aber, danke.
25:43Aber vor allem ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Mitarbeiter damit beschäftigt ist, Werbung zu verkaufen.
25:49Das heißt, das Bewertungsportal an sich ist im Grunde nur die Fassade.
25:54Und wie läuft das dann so?
25:56Naja, wie so ein Callcenter. Da sitzen junge, sehr schlecht bezahlte Praktikanten und rufen potenzielle Anzeigenkunden an.
26:03Vielleicht kommen wir ja anders an den Absender. Ich war gerade bei den Chinesen und habe denen einen Tracker verpasst.
26:08Von jetzt ab können wir alles mitlesen, was bei denen aus dem Netzwerk rausgeht.
26:11Sind Sie verrückt, Gudrun? Ist doch vollkommen illegal.
26:14Ja, aber doch nur, wenn man sich erwischen lässt. Das kriegen die nur raus, wenn die ihren Router neu konfigurieren.
26:19Und wann waren Sie das letzte Mal an unserem Router?
26:21Ich wusste gar nicht, dass wir sowas haben. Ganz im Ernst, Gudrun.
26:25Wir sind froh, dass wir unsere finanziellen Probleme vom Hals haben und dass wir auch noch im Besitz unserer Zulassung sind.
26:30Und da machen Sie sowas.
26:32Haben Sie das gewusst?
26:33Nein, so genau wusste ich nicht, was sie vorhat. Sonst hätte ich Sie am nächsten Stuhl festgebunden.
26:37Na, vielen Dank. Das kannst du gerne, Garlip, erklären, wenn Sie dem den Laden dicht machen.
26:40Vielleicht arbeiten wir ja alle bei ihm, wenn Sie uns den Laden dicht machen. Schon mal daran gedacht?
26:44Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel, auch wenn Sie das gerne glauben.
26:48Okay, heute ist, wir hacken alle auf Gudrun-Rum-Tag.
26:53Aber jetzt, wo der Tracker schon mal drauf ist, da könnten wir doch auch nachgucken, was bei denen so rausgeht, oder?
26:59Nein!
26:59Sie gehen dahin und Sie bauen das verdammte Ding, wie auch immer es heißt, wieder ab.
27:05Und lass mich dabei erwischen. Na toll.
27:08Kann Jasmin wenigstens mit uns Schmiere stehen?
27:10Ganz sicher nicht.
27:12Ich glaube, ich gehe jetzt mal zu Garlip und rede mit dem.
27:16Und Sie bauen es wieder ab, verstanden?
27:18Hallo, Garlip.
27:28Moin.
27:29Moin.
27:29Vermittst du?
27:30Ja, gerne.
27:30Gerne.
27:31Garlip, ich habe mal eine Frage.
27:32Ja.
27:33Hat die Firma Ratico eigentlich mal bei Ihnen angerufen und gefragt, ob Sie Werbung auf Ihrem Portal schalten wollen?
27:39Mal ist gut. Genervt haben Sie bis zum Abwinken.
27:42Ständig haben Sie angerufen. Die Hunde muss ja auch rangehen, weil das könnte ja eine Bestellung sein.
27:47Aber irgendwann haben Sie dann aufgehört, zum Glück.
27:50Und wie lange ist das her ungefähr?
27:54Zwei, drei Monate etwa.
27:57Und wann hat das mit den negativen Bewertungen angefangen?
28:01Ähm, zwei, drei. Ich verstehe. Sie meinen, die Chinesen haben vielleicht damit gar nichts zu tun?
28:09Mhm.
28:10Oh Mann, scheiße.
28:12Dass ich darauf selber nicht gekommen bin.
28:14Ja.
28:16Möchten Sie mal was ordentliches essen? Ich lade Sie auch ein.
28:19Ja, gerne. Aber ich habe gerade was gegessen.
28:23Ähm, und außerdem freuen Sie sich nicht zu früh. Das ist ja erstmal nur eine Vermutung.
28:27Ist ja die Frage, ob wir das überhaupt beweisen können.
28:32Nichts.
28:32Gute Nacht, mein Schatz.
28:43Schlaf schön.
28:44Schlaf schön.
28:48Schatz.
28:51Irgendwas stimmt mit dem Schloss hier nicht.
28:55Jasmin.
28:56Mit dem Schloss ist alles in Ordnung. Das ist neu. Deswegen passt dein Schlüssel nicht.
29:05Jasmin, was soll denn das?
29:06Hinter dir sind zwei Koffer.
29:09Da sollte alles drin sein, was du im nächsten Teil brauchst.
29:11Alles andere kannst du dann mit meinem Anwalt besprechen.
29:17Schade.
29:18Jasmin, das ist doch Quatsch.
29:20Los, komm, mach die Tür auf.
29:24Jasmin.
29:24Dann lass uns wenigstens drüber reden.
29:31Worum geht's überhaupt?
29:32Ich geh darum, dass ich dich hier nicht mal sehen will, verdammt!
29:35Such dir ein Hotel!
29:36Oder geh zu deiner Schlampe!
29:41Ich verstehe nicht, warum du so lange darüber nachdenken musst.
29:45Bei der Adoption waren wir uns doch einig. Das hat nicht geklappt.
29:48Ein Pflegekind aufzunehmen ist doch im Grunde dasselbe.
29:50Nein.
29:54Das ist totaler Quatsch und das weißt du auch, Schatz.
29:59Pflegekinder kommen in der Regel aus zerröteten Familien.
30:03Das sind Problemkinder.
30:05Ich hab die ganze Zeit auf Arbeit mit diesen Kapiten zu tun.
30:08Und du glaubst, wir würden das nicht schaffen?
30:11Ja.
30:13Vielleicht, keine Ahnung.
30:15Bestimmt, aber...
30:16Warum müssen wir uns das antun?
30:19Warte mal, ich melde mich später wieder.
30:20Ja, das ist nur in 10 Minuten.
30:21Warte mal, ich melde mich später wieder.
30:23Ja, das ist nur in 10 Minuten.
30:24Warte mal, ich melde mich später wieder.
30:36Ja, das ist nur in 10 Minuten.
30:39Hallo, Herr Fehling.
30:40Ah, hey.
30:41Dürfte ich mir vielleicht da hinten noch mal was anschauen?
30:43Sie sagten ja, ich kann nur noch vorbeikommen.
30:45Ja, sieht ja sicher jetzt aus.
30:46Einmal den Garten.
30:47Danke.
30:47Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:48Danke.
30:50Danke.
30:50Danke.
30:50Danke.
30:50Danke.
30:50Danke.
30:51Danke.
30:52Danke.
30:54Danke.
30:55Das war's.
31:25Ich werde das nie verstehen.
31:53Warum entwirft man Kleider für Frauen, die gar nicht mehr aussehen wie Frauen, sondern wie Skelette?
31:58Davon sind falsch.
31:59Also ich fand's immer schön, wenn Frauen weiblich aussehen, aber das hat die Frau nie interessiert.
32:03Die fanden sich dick und wollten abnehmen.
32:06Das ist einfach ein Schönheitsideal aus den 60ern, dass man nicht so einfach los wird.
32:11Das ist genau wie mit der Bräune.
32:12Wenn Sie sich in die Sonne packen, dann sagen die Leute hinterher, boah, siehst du toll aus und nicht, pass ja auf, dass du keinen Hautkrebs bekommst.
32:20Aber wenn das Ihre Haltung ist, warum wollen Sie das Mädchen überhaupt vertreten?
32:24Ja, weil sie's recht haben sollte, bei ihrer Berufswahl mitzureden, solange sie sich vernünftig verhält.
32:32Ja, Jasmin, haben Sie die Adressen?
32:35Ja, ich hab's sogar noch was für Besseres.
32:37Es sind nämlich nicht mehrere Dünnerhasser, sondern eine einzige Person, die unter verschiedenen Nicknames auftritt.
32:43Das ist ja Wahnsinn.
32:44Ich druck das mal aus.
32:45Ja, danke.
32:47Und?
32:48Der Tracker ist nicht mehr drauf. Zufrieden?
32:50Sehr zufrieden. Wir wissen nämlich jetzt, wer die Bewertung geschrieben hat. Und das waren nicht die Chinesen.
32:55Also würde ich Sie bitten, gehen Sie da mal hin und versuchen Sie, ein Foto von dem Mann zu bekommen.
33:00Oder machen Sie selber eins und das zeigen Sie Galip.
33:02Ich muss nämlich genau wissen, wann und wie oft der in seinem Dönerladen war.
33:06Alles klar.
33:07Machen wir.
33:07Danke.
33:08Das läuft bei Ihnen irgendwie anders als bei mir.
33:17Vielleicht suchen Sie sich die falschen Felder aus.
33:20Und wie gehen Sie jetzt vor? Abmahnung?
33:24Nein, ich werde bei Ratico anrufen und denen eine Mediation vorschlagen.
33:29Da werden die sich nie drauf einlassen.
33:32Wissen Sie, ich kann sehr überzeugend sein.
33:38So, sind wir dann soweit?
33:51Ja.
33:52Herr Villing, das Ganze hier ist zwar nur ein Mediationstermin, aber mir wäre es sehr viel wohler, wenn Sie einen Anwalt dabei hätten.
33:58Ich bin zwar selbst kein zugelassener Anwalt, aber ich habe Jura studiert.
34:02Und die Rechtslage ist in diesem Fall so eindeutig, dass ich glaube, ich komme hier ganz gut allein zurecht.
34:08Keine Sorge.
34:09Na dann sind wir ja schnell wieder raus hier.
34:11Hier.
34:12Ja, mir soll es recht sein.
34:13Also, es geht hier um negative Bewertungen, die in Ihr Portal eingestellt wurden.
34:19Sagen Sie, Herr Villing, überprüfen Sie den Wahrheitsgehalt solcher Bewertungen?
34:24Nein.
34:24Das wäre bei der Menge der Beiträge auch völlig unmöglich und würde auch total am Sinn so eines Portals vorbeigehen.
34:31Wir sind ja eine Art Forum.
34:33Das heißt, dass Sie gar keinen Einfluss auf die Bewertungen nehmen?
34:36Gleiche Antwort.
34:38Natürlich nicht.
34:39Sie finanzieren sich ja aber nicht nur über die Werbebanner fremder Firmen, sondern auch über die Anzeigen der Kunden, die auf Ihrem Portal bewertet werden.
34:46Ja, ja und?
34:47Wie kommen Sie an diese Aufträge?
34:51Wir rufen Sie an und fragen, ob Sie nicht Lust haben, bei uns Werbung zu schalten.
34:56Und wenn Sie jetzt Nein sagen, kriegen Sie dann eine schlechte Bewertung?
35:01Was denn das für eine Frage?
35:02Herr Greinert, muss ich auf so eine haltlose Beschuldigung eingehen?
35:06Das ist hier sehr informell.
35:08Sie müssen gar nichts, Herr Villing.
35:09Aber es schadet auch nicht, wenn Sie antworten, oder?
35:13Richtig.
35:15Habe ich aber schon beantwortet.
35:17Wir nehmen keinen Einfluss auf die Bewertung.
35:20Es sei denn, wir werden vom Gericht dazu aufgefordert, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte zu entfernen.
35:31Tag.
35:32Tag, was können wir für Sie tun?
35:34Ich bin aufgefordert worden, hier zu erscheinen. Keine Ahnung für was.
35:36Das muss ein Irrtum sein. Bei Schlichtungsverfahren laden wir keine Zeugen.
35:41Das heißt, ich kann wieder gehen.
35:42Nein, nein, nein, nein. Herr Greinert, Sie sind doch Herr Paulsen, nicht?
35:46Ja.
35:47Herr Paulsen ist ein von mir assistierter Zeuge.
35:50Ach ja.
35:52Also gut.
35:53Ja, wenn Sie schon mal hier sind, dann können Sie sicher auch ein paar Fragen beantworten.
35:56Das erspart Ihnen ein erneutes Erscheinen.
36:06Hallo.
36:19Hallo, Frau Rönert.
36:21Milena hat mit zwölf Jahren angefangen, auf ihr Gewicht zu achten.
36:27Erst hat sie auf jede Art von Süßigkeiten verzichtet und dann hat sie sich entschieden, nur noch vegetarisch zu essen.
36:31Und dazu habe ich auch noch Sport gemacht und mich gesund ernährt.
36:33Jetzt ist erst mal Ihre Mutter dran.
36:34Das ist der klassische Verlauf der Anorexie.
36:36Und was meine Tochter vorhat, bedeutet, dass sie sich in ein Umfeld begibt, wo diese Störung praktisch zum Berufsbild gehört.
36:45Und das in irgendwelchen fremden Städten, wo ich überhaupt keinen Einfluss mehr auf sie habe.
36:49Keine Kontrolle mehr über das, was sie tut oder nicht tut.
36:55Und vielleicht interessiert es das Gericht ja, dass sie gestern schon mal versuchsweise in den Hungerstreik getreten ist.
37:00Ist das wahr?
37:01Ja, aber das hat nichts mit irgendeiner Essstörung zu tun, die meine Mutter mir hier unterstellen möchte.
37:06Es geht nämlich gar nicht um meine Arbeit als Model oder um meine Essgewohnheiten.
37:11Es geht um das, was sie als selbst es gesagt hat.
37:13Um Kontrolle.
37:14Ich will nicht nur einen Beruf ausüben, der mein größter Traum ist.
37:18Ich meine, als Model wäre ich unabhängig.
37:20Und das ist ihre größte Angst.
37:22Aber das ist deine Angst und dein privates Problem.
37:25Und das hat nichts damit zu tun, was ich mal gemacht habe oder nicht gemacht habe.
37:29Ich habe keine Essstörung.
37:32Du hast Verlustängste, weil Papa dich verlassen hat.
37:35Und jetzt hast du Angst, dass ich dich auch verlasse.
37:37Aber damit wird sie hier natürlich irgendwie nicht ankommen.
37:41Das Modeln ist für mich nicht nur irgendeine Schwärmerei.
37:45Ich habe dafür gearbeitet.
37:47Und jetzt habe ich das Feedback.
37:49Ich bin gut und ich kann Erfolg haben.
37:52Und es ist, als wäre ich eine hochbegabte Geigerin.
37:55Und meine Mutter würde mir die Konzertreise verbieten.
37:57Das ist nicht fair.
37:58Den Hungerstreik, den habe ich nicht angefangen, um abzunehmen.
38:04Ich habe das gemacht, um dir zu zeigen, dass Kontrolle nur eine Illusion ist.
38:09Du kannst nicht kontrollieren, was ich esse.
38:12Und wenn ich wirklich diesen Schaden hätte, den du mir unterstellst,
38:14dann würde daran nichts ändern, egal was du machst.
38:18Und ich habe aber keinen Schaden.
38:20Ich will einfach nur einen Beruf ausüben, in dem ich gut bin.
38:26Herr Paulsen, Sie sagen von sich, Sie seien Autor.
38:30Genau.
38:31Ja, was schreiben Sie denn so?
38:33Alles, was anfällt.
38:36Ja, Romane, Novellen, Gedichte vielleicht?
38:39Sowas nur eher nicht.
38:40Ich will nicht stören, aber ich leite eine Firma.
38:43Ein bisschen Geduld, bitte.
38:44Sie schreiben mehrheitlich Bewertungen für Produkte, oder?
38:51Ja.
38:51Ja.
38:52Wie funktioniert denn sowas?
38:54Na ja, ich probiere die Sachen aus und dann schreibe ich, was mir dazu so einfällt.
39:02Und die Sachen werden Ihnen von den Firmen zur Verfügung gestellt?
39:05Stimmt.
39:06Das ist cool.
39:07Ja.
39:08Und dann erwarten die ja sicher auch, dass Sie was Gutes schreiben.
39:11Kann schon sein.
39:12Mhm.
39:12Sie schreiben ja auch Bewertungen für Restaurants und Lokale.
39:19Ja, manchmal.
39:20Kennen Sie diesen Herrn?
39:23Ne.
39:24Ne?
39:25Angeblich waren Sie aber in den letzten zwei Monaten mindestens 20 Mal in seinem Lokal
39:29und haben dann Bewertungen geschrieben unter verschiedenen Namen.
39:33in einer haben Sie beschrieben, wie Sie sich die ganze Nacht übergeben haben.
39:39Das war ziemlich ekelhaft.
39:40Gut.
39:41Aber wie kann denn sowas sein, wenn Sie da gar nicht gewesen sind?
39:47Na ja, wie gesagt, ich bin Autor.
39:50Also...
39:50Also ein bisschen künstlerische Freiheit muss da schon sein.
39:54Alter, das kann ich dein Ernst sein, oder?
39:56Du futzt an deinen...
39:57Herr Garlith!
39:57Herr Garlith!
39:58Tasten und ich mache den Lass.
39:59Ich mache den Lass.
39:59Ich mache den Lass.
39:59Ich mache den Lass, oder?
39:59Hallo!
40:00Herr Garlith, einen Moment, bitte.
40:02Herr Garlith.
40:02Herr Garlith.
40:03Herr Garlith.
40:03Herr Garlith.
40:03Herr Garlith, okay?
40:04Herr Garlith, verzeihen Sie.
40:06Einen Moment, ja.
40:08Wenn ich das jetzt richtig verstehe, Herr Paulsen, dann schreiben Sie negative Bewertungen
40:14für Lokale, in denen Sie nie gewesen sind.
40:18Na ja, ist doch irgendwie nicht strafbar, oder?
40:21Ach, er schreibt ja auch positive.
40:22Die Frage ist nur, wer entscheidet, welches lokal positiv und welches negativ bewertet wird.
40:28Also nochmal ganz kurz.
40:29Ich finde das natürlich unmöglich, was ich hier höre.
40:32Aber zum Verständnis, wir haben einfach nicht die Möglichkeiten, jeden einzelnen Beitrag
40:37auf sein Wahrheitsgehalt zu prüfen.
40:39Sie sind aber doch auch ganz zufrieden mit dem, was Herr Paulsen so schreibt, denke ich.
40:44Denn immerhin bezahlen Sie ihn ja für seine schriftstellerische Tätigkeit.
40:59Woher haben Sie das?
41:00Das spielt keine Rolle.
41:01Die Frage ist nur, welche Lokale werden positiv bewertet.
41:04Hier ist die Liste, das sind die Restaurants.
41:06Und zufälligerweise sind das alles, welche die Werbung bei Ihnen gebucht haben.
41:12Es gibt in Deutschland pro Jahr 7000 Fälle von Magersucht.
41:1770 enden tödlich.
41:19Das sind Statistiken.
41:20Ja.
41:21Seit den 90ern steigend.
41:23Das ist eine erschreckende Zahl.
41:25Und ich habe nicht vor, das zu verharmlosen.
41:27Aber nur ein geringer Teil der Betroffenen hat etwas mit der Modeszene zu tun.
41:31Und es ist etwas in Bewegung geraten.
41:33Immer mehr Fashion-Shows erteilen Magermodels Laufstegverbot.
41:37Zu behaupten, meine Mandantin sei automatisch gefährdet, an Magersucht zu erkranken,
41:42nur weil sie diesen Beruf ausüben will, ist schlicht übertrieben.
41:46Aber vor allem gibt es zu dieser Befürchtung keinen Anlass.
41:54Milena Rönert war nie wegen Essstörungen in Behandlung.
41:58Auch nicht wegen irgendeiner Mangelerscheinung.
42:02Und auch wenn sie das jetzt sicher nicht gerne hört.
42:05Sie hat eine wunderbare Mutter, die sie allein großgezogen hat.
42:11Und dabei ist eine intelligente, junge Frau herausgekommen.
42:15Sie haben sie gehört und gesehen.
42:18Das ist eine stabile Person.
42:20Mit einem stabilen, familiären Backward.
42:26Ich kann nur noch mal ganz deutlich sagen,
42:28dass ich von diesen Vorgängen wirklich keine Ahnung hatte.
42:32Wir sind ein riesiges Unternehmen und ich kann nicht alles kontrollieren.
42:37Aber einige Mitarbeiter sind zweifelsohne hier eindeutig übers Zielen ausgeschossen.
42:42Herr Fehling, das wird Sie nicht von der Haftung befreien,
42:46wenn es zu einem Verfahren kommen sollte.
42:48Aber ich gebe ja hier nur eine Empfehlung ab.
42:51Und die lautet wie folgt.
42:53Beenden Sie diese Praxis sofort und einigen Sie sich mit dem Geschädigten
42:57auf einen angemessenen Schadenersatz.
42:59Wenn Sie ein Verfahren vermeiden wollen,
43:00bei dem Sie und Ihre Firma Schwertschaden erleiden würde.
43:04Gestatten Sie mir noch eine ganz persönliche Bemerkung.
43:08Als Mediator ist es meine Aufgabe,
43:10hier eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.
43:14Aber ich sage es Ihnen ganz offen.
43:15Ich persönlich würde es gut finden,
43:18wenn es zu einer Klage käme,
43:19damit Ihre Praktiken bekannt werden
43:20und Leute wie Ihnen das Handwerk gelegt wird.
43:23Ja?
43:24Das war's dann.
43:315000.
43:3510.000.
43:37Löschung aller negativen Bewertungen
43:39und kostenlose Werbung für ein Jahr.
43:41Das war's dann wohl.
43:46Schönen Tag noch.
43:47Ja, wünsche ich Ihnen auch.
43:49Die Unterlagen gehen Ihnen heute noch zu.
43:51Ja, aber das ist ja jetzt noch nicht alles, ne?
43:59Wieso?
44:00Die Kinesen.
44:02Ihr Anwalt hat sich hier sehr eloquent über Magersucht
44:04und das Modelgeschäft verbreitet.
44:07Das Problem ist nur,
44:08dass es darum gar nicht geht.
44:10Sie finden die Entscheidung Ihrer Mutter unfair.
44:12Zu Recht.
44:15Zu Unrecht?
44:17Ich weiß es nicht.
44:20Mütter und Väter treffen während der Zeit,
44:22in der Ihre Kinder groß werden,
44:23eine Menge guter und eine Menge unfairer Entscheidungen.
44:27Unser System gibt Ihnen das Recht,
44:29das zu tun,
44:29solange Sie Ihren Kindern keinen Schaden zufügen.
44:31Natürlich empfinden alle Kinder
44:34diese in Ihre Augen
44:35unfairen Entscheidungen als Schaden.
44:39Aber faktisch sind sie das nicht.
44:44Das Gericht sieht in diesem Fall
44:45keinen Anlass für die Entziehung des Sorgerechts.
44:58Milena.
44:59Milena!
45:01Warte, bitte.
45:08Sie haben da drinnen gerade gewonnen.
45:11Aber ich befürchte,
45:12Ihre Tochter
45:12haben Sie wahrscheinlich verloren.
45:16Kommen Sie, das weiß ich nicht.
45:20Während Sie beide sich da drinnen
45:21auseinandergesetzt haben,
45:23habe ich darüber nachgedacht,
45:24ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt,
45:25die beide Seiten zufrieden stellt.
45:27Und plötzlich ist mir was eingefallen.
45:30Managen Sie Ihre Tochter.
45:31Sie haben es nicht geschafft,
45:36diese Sache als persönliche Angelegenheit zu regeln.
45:38Na gut, dann regeln Sie sie als geschäftliche Angelegenheit.
45:40Ich verstehe immer noch nicht.
45:42Verschaffen Sie sich die vollständige Kontrolle.
45:46Machen Sie nicht nur die Verträge mit den Agenturen,
45:49machen Sie vor allem einen Vertrag mit Ihrer Tochter.
45:51Zum Beispiel, wenn Ihre Tochter unter ein bestimmtes Gewicht rutscht,
45:55dann erfolgt ein sofortiges Arbeitsverbot.
45:57Schreiben Sie regelmäßige Drogentests vor.
46:00Ja, legen Sie Ausgangszeiten fest, was Sie wollen.
46:04Ihre Tochter will unbedingt arbeiten.
46:06Gut, dann legen Sie die Regeln fest.
46:10Wenn Sie sich nicht an einen Vertrag hält,
46:11dann war es das mit dem Model-Besiness.
46:14Und das heißt, Sie darf sich überall einmischen.
46:16Du kannst das machen, wovon du immer geträumt hast.
46:20Und Sie können verhindern, was Sie die ganze Zeit befürchtet haben.
46:22Das ist eine sogenannte Win-Win-Situation.
46:30Würdest du dich auf sowas einlassen?
46:33Sofort.
46:36Würden Sie mir helfen, so etwas aufzusetzen?
46:38Sofort.
46:38Wenn das geklärt ist,
46:49könnte ich dich dann vielleicht in den Arm nehmen?
46:52Ja.
47:08Was tut ihr denn hier?
47:25Willst du Ärger machen?
47:26Nein, nein, Chef.
47:26Ich wollte mich entschuldigen,
47:27weil ich euch verdächtigt habe.
47:29Das mit den schlechten Bewertungen,
47:31das war jemand anderes.
47:32Und ich habe eure Bewertungen wieder rausgenommen.
47:34Okay?
47:37Das soll Glück bringen.
47:38Okay.
48:00Also, meine Diät wird in dieser Kanzlei
48:03auf eine harte Probe gestellt.
48:05Das riecht köstlich.
48:06Wir sollten viel mehr Mandanten nehmen,
48:08die ein Lokal haben.
48:09Ja, genau.
48:10Der permanente Kampf gegen den inneren Schweinehund.
48:14Mh, und wieder hat er gewonnen.
48:17Also, Pörrek ist okay,
48:18aber von Baklava, da lasse ich lieber die Finger.
48:20Warum?
48:20Warum?
48:21Du entwickelst doch jetzt nicht auch eine Essstörung, oder?
48:22Lass es mich mal so sagen.
48:24Wenn es um Baklava geht,
48:25dann hoffe ich,
48:25dass mich jemand beim Essen stört,
48:26damit ich aufhöre,
48:27bevor mir schlecht ist.
48:28Okay.
48:28Okay.
48:28oder?
48:30Untertitelung des ZDF, 2020
49:00Untertitelung des ZDF, 2020
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