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Hauptkommissar Köster - Siegfried Lowitz /
Drehbuch - Bruno Hampel /
Regie - Günter Gräwert
#kommissar #zdf

Kategorie

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TV
Transkript
00:00Musik
00:30Musik
01:00Nichts
01:27Sag ich dir doch
01:29Ich habe aber vorher was gehört
01:32Vielleicht die Katze vom Nachbarn
01:33Es ist schon halb 10
01:39Stell dir vor, dein Mann überrascht uns
01:43Der kommt Punkt 11, mein kleiner Drücker
01:45Und keine Sekunde vorher
01:47Er ist ein Pedant
01:48Was ist denn schon wieder?
01:51Ich weiß nicht, so ein komisches Gefühl
01:53Steck's nicht richtig an mit deinem komischen Gefühl
01:57Wir hätten noch eine Stunde
02:14Du kannst die Uhr nach ihm stellen
02:20Ich bin hundemüde
02:22Hier
02:31Sein Stundenplan für die folgende Woche
02:36Ich habe es dir aufgeschrieben
02:37Das ist sein Kurses für die Volkshochschule
02:41Rot nachmittags, blau abends
02:44Und grün, das sind seine Privatschüler
02:46Hier Sonntagabend
02:47Fräulein Speidel in Burgenhausen
02:50Italienisch von 8 bis 10
02:52Und wenn Fräulein Speidel mal krank wird
02:55Dann ruft sie ihn vorher an
02:57Komm, sei vernünftig
03:07Ich habe morgen wieder einen harten Tag
03:10Ich muss jetzt los
03:15Ich bin gespannt, ob es
03:40Vielen Dank.
04:10Diese Misstreppe, die macht man doch fertig.
04:31Guten Abend, Herr Basinski.
04:32Guten Abend, Harry.
04:34War was für mich?
04:35Ja, Besuch war da.
04:36Ja, hat jemand eine Stunde auf dir gewartet und ist dann wieder ab.
04:40Jener mit einer Stinkbrüte im Bauch.
04:42Auf mich?
04:43Die anderen sind noch drüben, was?
05:05Ja, bloß Viere.
05:06Die meisten sind noch auf Achse.
05:09Nicht viel Betrieb heute, Gott sei Dank.
05:12Herr Josef, der hat mal einen Stich gelassen.
05:15Und der Schäfer, die ist noch bei ihrer Mutti in Jarmisch.
05:18Na, trinkst du noch ihn mit?
05:20Nein, nein, ich gehe jetzt schlafen, Herr Basinski.
05:22Die zwei schreiben Sie mir auf, ja?
05:24Ja, schön.
05:24Gute Nacht.
05:25Gute Nacht, Harry.
05:26Ich muss der Harry hier kommen.
05:38Und wo bleibt er?
05:40Gleich auf sein Zimmer hier, Jungs.
05:42Typisch.
05:45Er kann mach schon mal verdossen hier.
05:46Na, hoffentlich.
05:51Hat jemand mehr als gerade Hand?
05:53Schmiedere, Oma, spielt Becker raus.
05:55Ja, mit der der fragt.
05:57Wer war es denn mit Herzdame?
06:19Entschuldige, Liebling.
06:21Ich wollte ganz leise sein.
06:27Das kommt dabei heraus.
06:31Es ist nach zwölf.
06:33Ja.
06:35Ich, äh...
06:37Ich war im Englischen Garten.
06:40Eine sternenklare Nacht.
06:44Ganz selten in dieser Jahreszeit.
06:46Alleine oder mit vollem Speichel?
06:53Nein, nein, nein, nein.
06:55Hast du ihr die Venus gezeigt?
07:00Erzähl doch.
07:01Ich bitte dich, lass das.
07:03Ich habe ja einen schweren Tag hinter mir.
07:05Ich bitte dich, lass das.
07:10Ich bitte dich, lass das.
07:11Hotelpension 10.
07:29Er schläft doch schon längst.
07:32Wer spricht denn?
07:34Ach du, Benno.
07:36Von wo?
07:37Von wo?
07:39Hauptbahnhof.
07:41Dann nimmt er doch ein Taxi, Mensch.
07:45Ja, von mir aus.
07:49Oh Mann.
07:59Ja, Benno.
08:01Da meldet sich keiner.
08:03Oben ist er bestimmt, aber der will eben nicht.
08:06Nun mach mal halb lang, Kleiner.
08:13Na ja, so gut.
08:15Weil du es bist.
08:16Harry!
08:30Harry!
08:38Harry!
08:39Mensch, du machst doch auf, Mensch.
08:43Ich muss da doch ein Taxi nehmen.
08:56Ich muss da doch ein Taxi nehmen.
08:58Ja, ich muss da doch ein Taxi nehmen.
09:11Hältst du mal die Lupe?
09:24Ja.
09:24Mhm.
09:27So.
09:29So.
09:31Hast du eine Schraube verloren?
09:35Mhm.
09:38Du, Erwin, soll ich dich nicht doch lieber zum Ohrmacher bringen?
09:43Aha.
09:43Was heißt da, ha?
09:44Kein Vertrauen zu mir.
09:46Ach, Vertrauen.
09:47Seid doch nicht so albern.
09:48Ich will dir doch nur helfen.
09:50Halt die Lupe.
09:53Mein liebes Kind.
09:55Ich habe in meinem Leben schon einige Uhren repariert.
09:58Mhm.
09:58Was ist das?
10:14Na, was wird es schon sein?
10:17Jetzt weiß ich, wo die Schraube hingehört.
10:20Halb eins, also das kann ich für mich sein.
10:30Vielleicht ist deiner Mutter was.
10:32Meiner Mutter geht's gut.
10:43Guti?
10:45Ach, der Heimann.
10:48Ja, ist bei mir.
10:50Hotelpension Zinn in Pullach.
10:55Macht an einem, an einem was?
10:58An einem Drücker?
10:59Gib mal her, bitte.
11:02Ja, Gerd.
11:05Wo bist du?
11:07Was ist da?
11:09Nein, fahr mal raus.
11:11Ich nehme ein Taxi, ja.
11:13Ja, bis gleich.
11:15Und was soll ich jetzt mit diesem ganzen Kram hier?
11:17Bitte lass das alles so liegen, ja.
11:19Das alles so liegen, sei so liegen, ja.
11:22Ich muss erst sehen, wem die Stunde schluck.
11:27Bestätzt es mir ein Taxi, ne?
11:29Mhm.
11:29Wer ist der Tote?
11:41Ein Harry Saalbach.
11:4322 Jahre alt.
11:45Mordwaffe in der volle Bierflasche.
11:47Alle Fingerspuren sind nachträglich abgewischt worden.
11:49Guten Abend, Herr Köster.
11:51Herr Doktor.
11:52Schädelbasisbruch.
11:54Muss nicht die Todesursache gewesen sein.
11:57Er dürfte am Blut erstickt sein.
12:00Wann ist die Talzeit?
12:01Ja, das wissen wir nicht genau.
12:02Zwischen 21.30 Uhr und Mitternacht.
12:04Auf Wiederschauen.
12:05Wiederschauen, Herr Doktor.
12:07Ist das auch ein Vertreter?
12:09Ja, ein Zeitschriftenwerber.
12:10Die Kolonne wohnt seit drei Wochen jetzt.
12:12Das ist übrigens ein Wagen.
12:14Gemietet fürs Wochenende beim Autoverleih Schwab.
12:21Was wollen Sie denn hier?
12:23Halt, halt, halt, halt.
12:24Wir wissen nicht, ich gehöre nicht.
12:25Gehören Sie zu der Werbekolonne?
12:26Ja, ich gehöre dazu.
12:27Was ist mit Harry?
12:28Wer sind Sie überhaupt?
12:30Keiner, in der Kriminalpolizei.
12:31Das ist Herr Hauptkommissar Köster.
12:33Angenehm, ja.
12:34Ich wohne mit Harry zusammen.
12:36Ich habe mit ihm dasselbe Zimmer.
12:38Harry ist mein bester Freund.
12:39Was ist denn mit ihm passiert?
12:41Woher wissen Sie denn, dass mit Harry was passiert ist?
12:44Ich habe angerufen vom Hauptbahnhof.
12:45Kurz nach Mitternacht.
12:47Ich komme aus Salzburg.
12:47Ich war da am Wochenendurlaub.
12:49Meine Schwester ist da verheiratet.
12:51Ich habe nicht mehr genug Geld fürs Taxi.
12:52Und da habe ich hier angerufen.
12:54Harry sollte mich abholen.
12:56Der Wazinski war im Apparat.
12:58Erst hat er gesagt, Harry hebt nicht ab.
13:00Und dann auf einmal, er ist tot.
13:03Sie, meine Elfmarke.
13:04Legst du das mal aus, die Elfmarke?
13:06Kommen Sie, wir gehen mal darüber, ja.
13:08Kommen Sie.
13:08Helfen Sie.
13:09Nein, geh mal.
13:10Dann kriege ich aber Quittung, gell?
13:12Ja, der ist tot.
13:14Erschlagen mit einer Bierflasche.
13:19Was war Ihr bester Freund?
13:21Wie lange schon?
13:24September werden es vier Jahre.
13:26Ja?
13:28Haben Sie den in der Vertreterkolonne kennengelernt?
13:31Nein, das machen wir erst seit acht Monaten.
13:33Und was haben Sie vorher gemacht?
13:36Muss ich das sagen?
13:37Kein Mensch muss müssen.
13:40Sie können die Aussage verweigern, wenn Sie glauben, dass Sie...
13:42Herr Kommissar, Sie verstehen mich völlig falsch.
13:44Ich schwöre Ihnen, ich werde alles tun.
13:47Ich will Ihnen ja helfen, den Mörder zu finden.
13:48Das ist nur...
13:49Kennengelernt haben wir uns nämlich im Knast.
13:54Das wissen Sie schon?
13:56Ja, das ließ sich unschwer raushören.
14:00Eine Jugendstrafe?
14:01Ja, ja.
14:02Ich gebe Ihnen das nachher gleich zurück, meine Kollegen, die...
14:05Die sitzen in der Gastwirtschaft.
14:06Wenn Sie sich bitte dazusetzen und auf uns warten wollen.
14:08Ja.
14:13So, mein Chef kommt gleich.
14:16Vor den Einzelgesprächen brauche ich jetzt nochmal Ihren Namen bitten.
14:20Sie sind der Gruppenleiter, ja?
14:22Ja, Klaus Oberneck ist mein Name.
14:24Das sind meine Mitarbeiter.
14:26Arnum Feist, Horst Klaassen und Peter Rutzmoser und...
14:29Was da drüben ist, Benno Flade.
14:32Ja, wir kennen uns schon.
14:34Sind das jetzt alle?
14:35Nein, wir sind elf insgesamt.
14:37Aber die anderen kommen erst morgen früh aus dem wochenenden Urlaub.
14:40Ist das der Tisch, an dem Sie Karten gespielt haben?
14:43Ja, von acht bis halb zwölf.
14:47Aber ich glaube, da war der Herr doch schon tot, oder nicht?
14:52Finden Sie das so komisch?
14:54Ach, das ist reine Nervensache bei Ihnen, Herr Heimann.
14:56Natürlich.
14:57Reine Nervensache.
15:00Von Schadenfreude keine Spur.
15:01Jetzt machen wir mal halblang, Flade.
15:03Jetzt gibt doch wenigstens zu, dass ihr ihn alle gehasst habt.
15:06Weil er der Beste war.
15:07Der Cleverste.
15:09Und der Erfolgreichste.
15:10Dafür bist du unsere größte Niete.
15:12Ausgerechnet du, Bauernlackl, musstest du mir sagen.
15:15Gezäunst aber, mein Name!
15:16Sonst fangst du...
15:17Moment, Moment, Moment.
15:20Ich hoffe, wir fangen doch lieber mit den Einzelgesprächen an.
15:22Warum denn?
15:24Ist doch sehr nett so ein Männerchor.
15:27Da erübrigt sich doch die Frage nach dem Betriebsklima.
15:29Machen Sie sich um unser Betriebsklima keine Sorgen.
15:31Das ist völlig in Ordnung, Herr.
15:33Köster.
15:35Sind Sie der Boss?
15:36Ja.
15:37Ich bin der Gruppenleiter, Urbanek.
15:39Klaus Urbanek.
15:41Ich glaube, Sie haben da einen völlig falschen Eindruck, Herr Köster.
15:43Ja.
15:44Wissen Sie, wir Zeitschriftenwerber oder Drücker, wie Sie uns zu nennen, fliegen.
15:49Wir haben bestimmt keinen leichten Beruf.
15:52Sicher gibt es da manchmal Rivalitäten.
15:54Aber wo gibt es Sie nicht in der heutigen Leistungsgesellschaft?
15:58Aber sonst, wir ziehen doch hier alle am gleichen Strang.
16:03Wir sind eine Mannschaft.
16:04Eine Mannschaft von elf Profis.
16:06Ja.
16:07Und Ihr Mittelstürmer, der ist jetzt tot.
16:09Erschlagen.
16:13Euer bester Mann, wie ich gehört habe.
16:15Harry war der Beste.
16:16Ja, das stimmt.
16:17Der war ein Naturtalent.
16:19Wissen Sie, der hatte mehr Menschenkenntnis seit zehn Diplompsychologen zusammen.
16:23Wenn der irgendwo drückte und jemand aufmachte, dann sah der mit einem Blick, welche Masche,
16:27welche Verkaufsstrategie fällig war.
16:30Wer hat ihn zuletzt lebend gesehen?
16:31Ich?
16:34Das war so gegen zehn.
16:37Sind Sie hier auch ein Drücker?
16:39Nee, nee.
16:40Ich bin hier für das Hotel zuständig.
16:42Bei Sinski mein Name.
16:44Ich war gerade im Keller und habe da ein Kasten Bier raufgeholt.
16:48Dann kam er nach Hause durch den Hintereingang.
16:51Da hat er noch zwei Flaschen mit aufs Zimmer genommen.
16:54Wussten das die Kollegen?
16:55Ja, wir wussten das.
17:04Herr Basinski kam mit einem Kasten Bier rauf und sagte, der Harry ist ihm gekommen.
17:08Es war genau acht Minuten nach zehn.
17:11Wir haben hier am Tisch gesessen und Skat gespielt, so bis halb zwölf.
17:15Skat?
17:17Zu viert?
17:20Ja, zu viert.
17:21Na ja, da war er doch in jedem Spiel einer für fünf Minuten frei und in der Lage, den Raum zu verlassen.
17:29Na hören Sie mal, ich verstehe wohl nicht ganz.
17:31Hat jemand von Ihnen den Raum verlassen in der Zeit von zehn Uhr acht bis elf Uhr dreißig?
17:37Ja oder nein?
17:40Auf dem Klo ist jeder mal gewesen.
17:42Ja, und das Klo ist direkt neben der Treppe, die nach oben führt.
17:45Hören Sie, ich muss Sie nochmal mit Nato drauflegen.
17:47Hört doch mal endlich auf mit Herrn Kokolorus.
17:49Ihr quasselt und quasselt hier, wie eure Physiologie und eure Skatpausen und der wirkliche Mörder, der in seinen Vorsprung wird immer größer.
17:59Kennen Sie ihn denn?
18:00Klar.
18:02Doch da hat drüben mal in den Tisch gesessen, über eine Stunde.
18:05Gerd, machst du mal weiter?
18:07Herr Basinski, erzählen Sie mal, was lief denn so?
18:11Ja, also hier, hier, da hat er hier gesessen.
18:17Ja, Entschuldigung.
18:18415.
18:19Und zwei Korn hat er getrunken.
18:20Er stinkt gut auf den Harry, weil er angeblich seine alte Mama aufs Kreuz gelegt haben soll.
18:26Im Lexikon.
18:28Wir wollten unbedingt sprechen, den Harry.
18:30Heute noch, weil er morgen wieder raus muss zur Autobahn in Frankfurt, Köln.
18:33Da wohnt er nämlich auch in einer Baracke.
18:36Ich glaube, der ist wohl Kranführer oder so weit, nicht?
18:39Naja, aber der Harry war ja nun leider nicht da.
18:42Und als er dann endlich nach Hause kam, da war der Kerl plötzlich wieder verschwunden.
18:47Naja, die Älteste, nehmten die an Gläsern auf den Tisch.
18:52Wann war denn das?
18:54Naja, so viertel vor zehn.
18:57Knappe halbe Stunde, bevor Harry nach Hause gekommen ist.
19:00Haben Sie den Mann später nochmal gesehen?
19:02Kann schon sein.
19:04Ja, was heißt, kann schon sein?
19:06Na, das heißt, ich kann das nicht beschwören.
19:10Beschwören brauchen Sie ja nicht gleich. Erzählen Sie mal, wie es war.
19:13Tja, also ich war nur in der Küche, das war so gegen Elfe.
19:18Die vom Skatisch, die wollten auch vier Buletten, nicht?
19:21Und plötzlich da poltert einer die Treppe runter.
19:24Wo ist denn die Küche?
19:25Moment, würden Sie mir das verzeigen?
19:27Ja.
19:27Komm mal raus, gell.
19:28Das ist ja.
19:28Ja, das ist ja.
19:30Zwei.
19:30Starten.
19:31Ja, bitte schön.
19:32Dann kommst du mal mit, Herr Kommissar.
19:37Also, ich nehme den Teller mit den vier Buletten, wa?
19:46Kehre oben das poltern und nun raus aus der Küche.
19:50Und will nachsehen.
19:52Aber das ist ja schon raus durch die Hintertür, he?
19:56Ich renne nach und sehe noch, wie er sich in seinen Wagen schmeißt und mit Vollgas abhaut.
20:00Ich denke mir, das ist doch der Kerl, aber naja, beschweren kann ich das nicht, Herr Kommissar.
20:06Wenn man so plötzlich aus der helle Küche rauskommt auf den dunklen Parkplatz, dann ist man auf einmal wie blind, wa?
20:11Ja, und da haben Sie die Autonummer auch nicht erkannt.
20:14Ja, also, leider auch Fehlanzei, Herr Kommissar.
20:19Herr Flade.
20:20Ja?
20:21Wie lange bleiben Sie hier noch?
20:28Herr Flade, hat Ihr Freund auch mal Ärger gehabt mit der Kundschaft?
20:31Nein, wir ziehen noch einmal um.
20:32Was heißt Ärger?
20:34Ja, ich habe aber heute Abend ein Mann, der ihn unbedingt sprechen wollte, mit der Mordswute.
20:37Harry hat zu seiner Mutter wohl ein Lexikon, was ist denn?
20:41Nichts, es ist nur, wir dürfen eigentlich keine Nebengeschifte machen.
20:49Ja, aber...
20:50Aber?
20:51Harry war ja auch nie richtig ausgelastet und er hatte so einiges nebenher auch für ein Lexikon vertrieb.
20:59Und der Urmaning darf das nicht wissen?
21:02Nein.
21:03Aber mit Ihnen hat Harry schon über solche Nebengeschifte gesprochen?
21:06Mit mir hat Harry über alles gesprochen.
21:08Wir waren Freunde, Herr Kommissar.
21:15Ja.
21:16Und wissen Sie denn vielleicht, von der alten Frau, der ein Lexikon verkauft hat für teures Geld?
21:23Der Sohn ist Kranführer.
21:27Vor zwei Wochen.
21:29Das Ding haben wir zusammen gefeiert.
21:3325 Bände, 2700 Mark.
21:35Ganz schön fette Provision, was?
21:40Wer ist denn die Frau, wo wohnt ihr denn?
21:42Tja, ich...
21:42Ich weiß nicht den Namen und die Adresse von der Frau.
21:47Aber das Haus...
21:49Das würde ich sofort wiederfinden.
21:55Und jetzt nochmal rechts.
21:57Sie kennen sich aber gut aus hier.
22:03Wenn man Haus vor Haus abklappt, will man in der Gegend gründlich kennen.
22:07Langsamer.
22:09Und da vorne, nur nochmal rechts.
22:16So hier.
22:19Und da links, das kleine mit dem spitzen Dach.
22:21Da brennt ja noch Licht.
22:25Sind Sie auch ganz sicher?
22:27Es ist jetzt vier Uhr früh.
22:29Wenn wir noch den Falschen rausklingeln, dann kriegen wir einen Mordskarneval.
22:32Nein, nein, das ist das Haus.
22:33Auf mein Gedächtnis kann ich mich verlassen.
22:35Na, dann wollen wir mal.
22:41Was machen wir denn mit unserem Lotsen?
22:43Wollen Sie nach Hause gehen, zu Fuß?
22:45Oder wollen Sie warten?
22:46Es ist ja spät.
22:47Ich würde sehr gern warten, Herr Hauptkommissar.
22:49Ich möchte ja wissen, wie es ausgeht.
22:51Das kann aber länger dauern.
22:52Soll ich Ihnen nicht doch ein Taxi rufen?
22:54Nein, danke.
22:54Ich habe Zeit.
22:55Ich habe Zeit.
22:55Ich habe Zeit.
23:05Ist das überhaupt erlaubt, so mitten in der Nacht?
23:15Ja, wenn es um die Aufklärung eines Mordes geht, ja.
23:19Was ist denn Mord?
23:21Vielleicht ist es auch nur Totschlag, womöglich im Affekt oder Körperverletzung mit Todesfolge.
23:28Das ist ein großer Unterschied als Steiger, auch beim Strafmaß.
23:31Ach, und das ist das bewusste Lexikon.
23:36Welches Lexikon?
23:37Entschuldigung.
23:39Soll ich mal reinschauen?
23:40Das Ihrer Frau Mutter vor zwei Wochen verkauft worden ist.
23:44Verkauft!
23:45Untergejubelt!
23:47Angedreht mit tausend faulen Tricks der alten Dame von 76!
23:51Kann Ihren Ärger vollkommen verstehen, Herr Steiger.
23:54Frühstücken Sie immer so zeitlich.
23:57Ich muss um halb fünf Uhr losfahren.
23:59Um Akten fängt die Schicht an.
24:01Autobahn Frankfurt-Köln.
24:04Bin bloß für ein Wochenende hergekommen.
24:11Können wir uns ein bisschen setzen, Herr Steiger?
24:17Was willst du denn hier, Mama?
24:19Geh doch wieder ins Bett!
24:20Ich kann nicht schlafen.
24:22Warum trinkst denn du morgens schon kaltes Bier?
24:25Ich koch dir Kaffee.
24:27Wer sind denn die Herren?
24:28Wir sind von der Kriminalpolizei, Frau Steiger.
24:31Mein Name ist Köster und das ist mein Kollege Heimann.
24:36Kriminalpolizei?
24:37Warum setzen Sie sich nicht?
24:39Oh, danke!
24:40Möchten Sie auch einen Kaffee?
24:42Mama, hör mal!
24:43Ja, das sagen wir aber nicht.
24:44Nein, Frau Steiger.
24:45Sie haben das Lexikon vor zwei Wochen gekauft.
24:50Ja, ein Sonderangebot.
24:53Sehr günstige Ratenzahlung.
24:55Oh, Entschuldigung.
24:57Mein verstorbener Mann hat immer gesagt, Wissen ist Macht.
25:01Und wer so ein Lexikon besitzt...
25:04Halt den Mund, Mama!
25:05Ja, mein Sohn ist böse mit mir.
25:09Immer kauft sie irgendwelchen Blödsinn, wenn ich mal in einem Monat nicht hier bin.
25:13Egal, was es kostet.
25:15Und immer an der Haustür.
25:17Ein paar Mal habe ich die Sache rückgängig gemacht.
25:20Da war die Frist zum Einspruch noch nicht abgelaufen.
25:22Aber diesmal bin ich zu spät gekommen.
25:24Aber Max!
25:24Sie kriegt 890 Mark Rente und zahlt über 600 für irgendwelche monatliche Ratenzahlungen.
25:32Das soll denn nicht der Kragen platzen?
25:34Aber das sind doch lauter nützliche Sachen, Max.
25:38Für die Gesundheit und für den Geist.
25:41So ein großes Lexikon da.
25:43Da findest du alles drin, was so...
25:44Mama!
25:47Halt den Mund!
25:52Sie hatten also wieder mal Grund, sich zu ärgern.
25:54Als er nach Hause kam.
25:56Wann war das?
25:58Freitagabend.
26:01Ich komme rein und sehe das Ding da stehen.
26:03Ich denke mich laut, der Affe!
26:06Ich habe das Zeug gleich wieder eingepackt.
26:08Habe dann den Kaufvertrag studiert.
26:10Der Verkäufer ist Harry Saalbach.
26:12Ich habe dann versucht, mit der Firma zu telefonieren, aber da meldete sich keiner.
26:16Nur so automatische Sprüche.
26:20Weiter?
26:22Gestern Abend.
26:23Habe ich am Gartenzaun mit dem Nachbar gesprochen.
26:28Das ist unser Postfote hier.
26:30Ich habe ihm die Geschichte mit dem Lexikon erzählt.
26:32Und da sagt er mir, dass er die Werbekolonne kennt.
26:35Sie wohnen seit drei Wochen im Hotel Zinn.
26:37Und da sind Sie also dann hingefahren, um den Verkäufer zur Rede zu stellen, nicht wahr?
26:46Stimmt.
26:48Zimmer sieben.
26:49Aber der war nicht zu Hause.
26:53Ich habe dann über eine Stunde in der Kneipe gewartet, die zum Hotel gehört.
26:59Und dann habe ich die Geduld verloren und bin nach Hause gefahren.
27:05Das ist alles?
27:07Ja.
27:10Wann sind Sie nach Hause gekommen?
27:12Wann?
27:17Ach so.
27:20Gegen zehn.
27:22Kann das Ihre Mutter bestätigen?
27:25Lassen Sie doch meine Mutter aus dem Spiel.
27:28Die hat im Wohnzimmer fern gesehen.
27:30Da sitzt sie jeden Abend.
27:31Und da schläft sie mal ein, dann wacht sie wieder auf.
27:33Die kümmert sich nicht um die Uhr.
27:35Was soll das heißen?
27:35Sie haben also keinen Zeugen für Ihr Alibi.
27:39Was heißt Alibi?
27:41Siehst du, Max?
27:43Das meide ich ja.
27:44Das ist es ja eben.
27:46Wissen ist Macht.
27:48Wenn man ein Lexikon im Hause hat.
27:58So.
28:01Alibaba.
28:15Hören Sie sich auf, Mama!
28:26Also als Steiger haben Sie nun Alibi, oder nicht?
28:31Ich weiß gar nicht, was Sie wollen.
28:33Also keins.
28:34Im Gegenteil.
28:36Was heißt im Gegenteil?
28:39Im Gegenteil heißt, ich kann beweisen, durch Zeugenaussagen beweisen, dass Sie nachts um
28:4411 Uhr eine Treppe runtergegangen sind, die vom Hotelzimmer eines Erschlagenen zum Hotelparkplatz
28:50führt.
28:52Was sagen Sie nun?
28:58Ich verstehe kein Wort.
28:59Sie verstehen mich sehr gut.
29:02Warum haben Sie an der Tatwaffe die Fingerspuren abgewischt?
29:06Ich habe die Flasche überhaupt nicht angefasst.
29:08Die Flasche?
29:09Was denn für eine Flasche, Max?
29:15Woher wissen Sie, dass Harry Salbach mit einer Flasche erschlagen worden ist?
29:22Herr Steiger, Sie sind vorläufig festgenommen.
29:25Bitte ziehen Sie sich an und kommen Sie mit.
29:26Max, sei vernünftig.
29:48Mach Sie sich unglücklich, Junge.
29:51Ihre Mutter hat doch recht.
29:53Kommen Sie mit.
29:54Ausgeschlossen.
29:56Ich muss um Acht auf der Baustelle sein.
29:58Ich bin Kranführer.
29:59Seien Sie vernünftig.
30:00Kommen Sie mit in mein Büro oder werden wir in Ruhe über alles reden.
30:04Nicht, nicht.
30:05Wir brauchen keine Handschellen.
30:07Herr Steiger kommt freiwillig mit.
30:09Ich war's nicht.
30:28Ihr verwechselt mich.
30:30Ich habe doch nur...
30:32Was haben Sie nur?
30:42Ich...
30:43Ich sage kein Wort mehr.
30:45Das ist Ihr gutes Recht.
30:49Und der Kaffee?
30:50Vielen Dank, Frau Steiger.
30:53Junger Mann.
30:54Mein Bax, der tut nichts Unrechtes.
30:56Das können Sie mir glauben.
30:57Sicher, Frau Steiger.
30:59Ja, wann kommt er denn wieder?
31:01Ich weiß nicht.
31:02Das entscheidet der Ermittlungsrichter.
31:03Wer?
31:04Der Ermittlungsrichter.
31:05Wiedersehen, Frau Steiger.
31:09Es tut mir sehr leid.
31:10Ich weiß nicht.
31:40Vielen Dank.
32:10Guten Morgen, Herr Direktor.
32:14Oh, entschuldigen Sie. Ich wollte Sie nicht stören. Büroschlaf ist der gesündeste.
32:20Warum sind Sie denn schon so früh auf?
32:22Meine Frau hat die Maler bestellt. Da bin ich beizeiten geflüchtet.
32:26Natürlich bin ich auch neugierig. Na, wie weit sind Sie mit Ihrem Drücker?
32:29Naja, es kann sein, dass wir den Täter schon haben. Es kann sein, auch nicht.
32:33Aber dann wird es kompliziert. Sehr kompliziert.
32:37Warum?
32:38Also das hier ist die Hotelpension Zinn in Pullach. Das ist ein Altbau.
32:44Zwölf Gästezimmer im ersten und zweiten Stock, daneben die Privaträume.
32:48Im Erdgeschoss Rezeption, Küche, Toilette, Durchgang zur Kneipe.
32:54Und hier der Hinterausgang zum Parkplatz. Das ist bis Mitternacht offen.
32:58Hinz und Kunz kann danach belieben rein und raus.
33:00Auch dieser Steiger, den Sie festgenommen haben?
33:02Ja, der auch. Was ist das für ein Typ?
33:06Untersetzter Mann, sehr kräftig, cholerisch.
33:10Empörter Sohn einer alten Frau, die von Saalbach ein Lexikon gekauft hat.
33:14Nutzlose Ausgabe, sagt der Sohn. Wissen ist Macht, sagt die Mutter.
33:18Er war vor der Tat in der Gaststube und dann, äh, na, wo ist denn das Ding? Moment.
33:29Ah, hier.
33:30Und dann war er später auch im Zimmer von Saalbach, im Mordzimmer.
33:36Er lügt, aber so dumm, dass es fast schon wieder für ihn spricht.
33:44Guten Morgen.
33:45Guten Morgen.
33:46Das klingt aber nicht sehr fröhlich, Herr Heimann.
33:48Keine Neuigkeiten, keine Fortschritte.
33:49Ich hab die Berichte vom Arzt und vom Erkennungsdienst.
33:52Ist aber leider nichts dabei.
33:57Heimann, erstes Kommissariat?
34:01Moment, ich sag's ihm.
34:02Steiger macht Radau in der Zelle, er will sie noch mal sprechen.
34:05Reinen Tisch machen, sagt er.
34:06Na dann her mit ihm.
34:08Hallo? Ich hol ihn gleich.
34:10Ich will nicht länger stören.
34:11Sie stören doch gar nicht, Herr Direktor. Bleiben Sie ein bisschen her.
34:15Wiedersehen.
34:22Immerhin, die Todeszeit. Spätestens 22.30 Uhr.
34:27Ach, da ist noch was.
34:28Das hat in der Brusttasche von Saalbachs Jacke gesteckt.
34:35Das sieht aus wie ein Stundenplan. Aber wozu?
34:38Die vom ED können auch nichts damit anfangen.
34:40Da stehen doch eine Menge Namen drauf.
34:42Nimm doch mal ein Telefon und sieh mal nach, was das für Leute sind.
34:44Das kann aber Stunden dauern.
34:47Ist ja auch ein Stundenplan.
34:50Wie wär's, wenn wir noch mal seinen Freund fragen? Vielleicht geht's dann wieder ganz schnell?
34:53Du, das ist eine gute Idee. Fahr doch gleich raus zu ihm, bevor die Vertreter ausschwärmen.
34:58Ich rufe ihn inzwischen hier an. Hast du die Nummer?
35:01Äh, ja. Hier.
35:02Bleibt nicht hängen.
35:11Also wer übernimmt die Wagnerstraße?
35:14Die Mörwig.
35:15Die rechte Seite.
35:16Wer macht die linke?
35:17Wer links?
35:18Ich.
35:18Ja, aber nicht so das letzte Mal.
35:19Also schenk nicht an.
35:20Komm, du weißt ganz genau, was ich da versuche.
35:22Hört doch mal, wenn ich mit euch rede.
35:23Also los.
35:26Der Kripo ruft eben an.
35:28Der Penoflade möchte ich erwarten.
35:29Wozu?
35:30Wir brauchen noch mal deine Hilfe.
35:32Komm gleich hinterher gefahren, damit du Bescheid wirst, oder?
35:35Tja, ne?
35:36Wir müssen bleiben.
35:38Wir müssen mal raus.
35:42Hey, Fahrer!
35:44Ja?
35:45Komm mal her.
35:46Na komm schon!
35:50Junge, wir sind hier in der Gruppe.
35:52Ein Team.
35:54Solidarität. Weißt du, was ich meine? Solidarität!
35:56In deinem eigenen Interesse.
35:57Ich bitte dich, denke an meine Worte, wenn die Bullen dich nachher wieder ausquetschen.
36:00Ich pfeife auf eure Belehrungen.
36:04Und ich pfeife auf eure Drohungen.
36:05Jetzt hören wir mal gut zu!
36:06Jetzt hören wir mal gut zu!
36:08Meine Freundschaft mit Harry ist mehr wichtiger als euer Schmus von Solidarität.
36:12Fehlt bloß nur, dass wir singen, wir sind elf Freunde, elf Brüder.
36:14Ach, du bist ja verrückt!
36:15Ein Freund will einmal den anderen noch bloß ausstechen.
36:18Am liebsten aufstechen.
36:20Pass auf, das wird dir dein dreckiges Maul.
36:22Stopfen, ja!
36:24Fingar, Harry, ja?
36:26Komm, jetzt auf, Mann! Hört auf, Peter!
36:28Du bist ein Lassenflade, fristlos!
36:31Mensch, du weißt ja gar nicht, was du sagst, Junge!
36:36Können wir mal am Arsch lecken.
36:45Los, ab jetzt! Wir haben doch was anderes zu tun! Los!
36:47Das bestreite ich ja auch gar nicht!
37:04Ungefähr eine Stunde habe ich in der Kneipe auf ihn gewartet.
37:07Da kam er angefahren.
37:09Er hat den Wagen nicht abgeschlossen.
37:11Also konnte ich nachsehen, ob es auch der richtige ist.
37:13Im Handschuhfach lag ein Leihvertrag mit seinem Namen.
37:19Und dann sind Sie ihm nachgegangen?
37:21Ich wusste vom Wirt.
37:23Zimmer sieben.
37:24Angeklopft.
37:25Herein.
37:27Ja, und...
37:29Dann haben wir uns unterhalten.
37:32Unterhalten?
37:33Hat mir erzählt,
37:36wie schwer sein Beruf ist
37:37und wie oft ihm täglich die Türe vor der Nase zugeknallt wird.
37:41Und zum Schluss
37:43hat er mir beinahe leidgetan.
37:46Haben Sie nicht verlangt,
37:47dass er das Lexikon zurücknimmt?
37:49Doch!
37:50Doch!
37:52Aber...
37:54Ja, ich weiß selber nicht.
37:57Er hat geredet und geredet...
37:59Ja, aber Ihre Mutter ist doch 76.
38:01Ja, das habe ich ihm auch gesagt!
38:04Dann hat er mir so ein Buch Paragraphen vorgelesen.
38:07Unterschrift ist Unterschrift.
38:08Und nur wenn verrückt ist, kommt er wieder raus.
38:12Ja, da bin ich gegangen.
38:15Ohne jeden Streit.
38:17Wir haben uns zum Abschied sogar die Hand gegeben.
38:20Ich bin dann nach Hause gefahren.
38:22Wann waren Sie da?
38:24Ja, das war so gegen halb elf.
38:28Ich habe dann gegessen.
38:30Und auf einmal sehe ich, dass meine Mütze nicht hier ist.
38:32Die habe ich bei dem Drücker liegen lassen.
38:33Und ohne meine Ledermütze auf dem Kran,
38:36da fühle ich mich wie nackt.
38:42Da sind Sie zurückgefahren.
38:44Ja.
38:45Bin wieder raus in mein Auto.
38:47Nochmal zum Hotel gefahren.
38:49Wieder durch den Hintereingang,
38:50die Treppe hoch,
38:51angeklopft.
38:53Keine Antwort.
38:54Dabei war drinnen Licht.
38:57Ich drücke die Klinke runter und mache die Tür auf.
39:02Ja, und da sitzt er am Boden.
39:07Alles voll Blut.
39:08Mund offen, Kopf zur Seite.
39:12Ich habe sofort begriffen.
39:14Was haben Sie begriffen?
39:16Na, dass der Mann tot ist.
39:18Ja.
39:20Zwischen den Füßen.
39:21Eine Bierflasche, auch voll Blut.
39:25Da habe ich nur meine Mütze vom Stuhl
39:27und raus, raus, raus, die Treppe runter in mein Auto und ab.
39:32So ist es gewesen.
39:35Glauben Sie mir.
39:38Sie müssen mir glauben.
39:43Köster, kommen Sie mal.
39:48Ein Protokoll.
39:56Warum haben Sie das nicht gleich ausgesagt?
40:08Angst.
40:16Morgen, Herr Basinski.
40:18Morgen, Herr Basinski.
40:20Moin.
40:22Ist der Herr Flade da?
40:23Na, der ist oben.
40:24Der wohnt jetzt auf 8.
40:25Zimmer 7 habt ihr ja versiegelt.
40:27Wie lange eigentlich noch, Herr?
40:28Spätestens morgen können Sie wieder rein.
40:30Herr Rhein.
40:39Guten Morgen, Herr Flade.
40:40Guten Morgen.
40:41Herr Flade, wir brauchen noch mal dringend Ihre Hilfe.
40:43Gern, was kann ich für Sie tun?
40:46Sie wollen verreisen?
40:48Ich muss wohl.
40:49Ich bin fristlos gefeuert worden, Ihretwegen.
40:51Meinetwegen?
40:51Da ich der Polizei helfe, den Mörder zu finden, ohne Rücksicht auf Gruppensolidarität.
40:56Weil mir meine Freundschaft mit Harry wichtiger ist als alles andere.
40:59Abreisen, schade.
41:00Wann denn?
41:01Möglichst bald, nur weg von hier.
41:03Und wieder nach Salzburg zu meiner Schwester oder zurück nach Hamburg.
41:07Neben da Ihre Eltern?
41:08Ich habe keine Eltern mehr.
41:11Nur noch einen Opa auf Herguland.
41:18Was haben Sie denn da mitgebracht?
41:20Jetzt haben wir in Harrys Jacke gefunden.
41:22So eine Art Stundenplan.
41:24Wir kriegen natürlich raus, zu wem der gehört.
41:26Nur, es kann uns einen Haufen Zeit kosten.
41:28Und da dachten wir, dass es mit Ihrer Hilfe vielleicht wieder schneller geht.
41:33Darf ich mal sehen?
41:34Ja, bitte.
41:34Danke.
41:38Ich glaube, ich war es.
41:42Ja?
41:46Harry hatte da was angefangen mit einer grünen Witwe.
41:50Sie heißt Renate Moll.
41:52Ihr Mann ist, glaube ich, Lehrer an der Volkshochschule.
41:55Wissen Sie die Adresse?
41:57Nur die Straße Alpenweg, leider nicht die Nummer, aber...
41:59Renate Moll, ich könnte Ihnen auch schon...
42:01Vielen Dank, Herr Alpenweg.
42:03Bitte, bitte.
42:08Grüß Gott, sind Sie Frau Moll?
42:26Ja.
42:27Heimann, Kriminalpolizei.
42:29Kommen Sie doch bitte rein.
42:30Ja, Frau Moll.
42:31Bitte, kommen Sie rein.
42:32Bitte schön.
42:33Ich, ähm, ich muss Ihnen da was Unangenehmes sagen.
42:38Herr Salbach ist tot.
42:39Erschlagen.
42:41Heute Nacht in seinem Hotelzimmer.
42:42Das da haben wir bei ihm gefunden.
42:54Sie haben ihn gut gekannt.
42:56Ja, sehr gut.
42:58Seit 14 Tagen.
43:01Er hat mich fast täglich besucht.
43:08Bonbach, Herr Salbach, zum letzten Mal hier.
43:10Gestern Abend.
43:14Wie lange?
43:16Bis halb zehn.
43:19Haben Sie ihm das aufgeschrieben?
43:21Ja.
43:22Damit er wusste, wann er kommen kann?
43:24Ja.
43:27Ja, und Ihr Mann, ist er nicht eifersüchtig?
43:32Überhaupt nicht.
43:34Heute Morgen ist er in die Staatsbibliothek gefahren.
43:38Wann ist er gestern nach Hause gekommen?
43:41Ach, nach Mitternacht.
43:43Dann hat er von Bogenhausen über zwei Stunden gebraucht.
43:48Guten Tag.
43:51Sie sind Frau Speidel?
43:53Ja, Sie wünschen.
43:54Mein Name ist Köster.
43:56Kriminalpolizei.
43:58Ich hätte ein paar Fragen.
44:00Was denn für Fragen?
44:03Harmlose.
44:05Darf ich reinkommen?
44:06Bitte.
44:07Danke.
44:07Danke.
44:07Danke.
44:10Ich möchte Sie nicht lange stören.
44:24Sie lernen zurzeit Italienisch.
44:25Ja.
44:29Bei einem Privatlehrer.
44:32Ganz recht.
44:33Bei Herrn Oswald Moll.
44:35So ist es.
44:37Auch gestern Abend zwischen acht und zehn?
44:41Sie sagen es.
44:44Haben Sie rechtzeitig aufgehört?
44:46Nein.
44:51Ausnahmsweise etwas früher.
44:52So um halb zehn.
44:53Warum?
44:55Weil so ein schöner Sternenhimmel war.
44:59Wir waren noch zwei Stunden im Englischen Garten.
45:02Herr Moll unterrichtet auch Astronomie.
45:05Ja, da wollen Sie damit sagen, dass Sie mit Herrn Moll bis gegen halb zwölf zusammen waren.
45:10Präzise elf Uhr fünfunddreißig.
45:13Da hat er sich vor meiner Haustür von mir verabschiedet.
45:16Aber vielleicht dürfte ich jetzt wissen, was diese Fragen sollen.
45:27Ach ja, entschuldigen Sie bitte.
45:30Gestern Abend ist ein junger Mann in einem Hotelzimmer erschlagen worden.
45:34Und das war ein guter Bekannter von Frau Moll.
45:37Wie ist das eigentlich so mit Ihnen?
45:43Sind Sie nur Schülerinnen und Lehrer, Astronomie und Italienisch?
45:48Ich begreife nicht ganz, was Sie mit dieser Frage bezwecken.
45:52Augenblick mal.
45:53Ich glaube, Sie sind vollkommen auf dem Holzweg, Herr...
45:56Köster?
45:57Ja.
45:58Herr Moll, nehme ich an.
46:00Ja, ja.
46:02Ihre Frau meint ja, Sie sind in der Staatsbibliothek.
46:07Reden wir ohne Umschweife, Herr Köster.
46:10Das ist eine gute Idee.
46:12Bitte.
46:12Danke.
46:13Olga und ich...
46:16Ja...
46:18Wir sind befreundet.
46:21Allerdings nicht in der Art, wie Sie vielleicht jetzt denken.
46:25Das Körperliche interessiert uns weniger.
46:30Was meine Frau treibt, wenn ich nicht zu Hause bin, kümmert mich nicht.
46:33Der Tod dieses jungen Mannes tut mir leid.
46:38Aber Ihre Vermutung, dass ich Ihnen als Eifersucht...
46:41Einfach absurd.
46:44Naja, das ist ja auch durch Ihr Alibi unterm Sternenhimmel widerlegt, nicht?
46:51Herr Moll?
46:53Ja.
46:55Warum haben Sie eigentlich geheiratet?
46:57Warum?
46:57Ich war 39 Jahre, als ich Sie kennenlernte, vor sieben Jahren.
47:03Ich war ein Privatlehrer ohne Zukunft.
47:07Existenzangst.
47:08Depressionen.
47:10Renate war voller Lebenslust.
47:13Außerdem hatte sie dieses schöne Haus von Ihrem ersten Mann.
47:18Ich konnte endlich mal meine Bücher richtig unterbringen.
47:20Sie hatten endlich mal einen Bücherschrank, nicht?
47:22Ja.
47:23Ja.
47:24Ja, dann danke ich Ihnen schön.
47:25Bitte lass dich nicht schön.
47:26Ich finde schon aus.
47:27Bitte bleiben Sie sitzen.
47:27Ja, bitte schauen.
47:40Na, Jungs?
47:42Wollt ihr noch ein bisschen Suppe?
47:43Nee, nee, für mich danke, dass ich Ihnen skiebe.
47:44Ich schließe es ab.
47:45Auf geht's.
47:46Auf geht's.
47:57Mh, das riecht aber gut.
48:06Linsen mit Speck und Würstchen.
48:08Eine Wonne für 5,80 Mark.
48:09Möchten Sie auch?
48:10Nein, danke.
48:11Ich habe schon in der Stadt gegessen.
48:12Haben Sie hier noch nicht mehr, wie ich Ihnen sagen.
48:14Ich bin so ein bisschen mit der Stadt.
48:14Ja.
48:15Ja.
48:15Ja.
48:15Ja.
48:15Ja.
48:15Ja.
48:16Ja.
48:16Der Lehrer auch.
48:17Wie geht denn sowas nun weiter bei Ihnen?
48:19Ich meine...
48:20Was tun Sie als nächstes?
48:22Ja, wenn ich das wüsste. Erzählen Sie noch ein bisschen von Ihren Kollegen, sowas.
48:28Ex-Kollegen? Ich bin gefeuert worden als Polizeispitzel, nicht mehr tragbar.
48:33Was? Das finde ich aber unglaublich.
48:36Würde ich mir nicht gefallen lassen. Sie sind doch kein Spitzel, wenn Sie in einem Mordfall aussagen.
48:40Tja, Herr Flade will abreisen, Salzburg oder Hamburg. Am liebsten heute noch.
48:45Das ist schade. Sie haben uns sehr geholfen. Können Sie nicht noch ein oder zwei Tage zulegen?
48:51Tja, wenn Sie unbedingt wollen. Es ist nur, ich wüsste wirklich nicht, was ich Ihnen jetzt noch...
48:58Na, haben Sie noch was auf Lage?
49:02Ja, ich weiß nicht, ob es wichtig ist, aber unser Gruppenleiter...
49:11Der Urbanik.
49:12Ja, der... der Urbanik.
49:23Der hat diese Renate auch gekannt. Sehr gut sogar. Von früher.
49:28Das ist aber interessant.
49:31Urbanik, Klaus? Ja, den kenne ich.
49:34Und er hat Sie jetzt wieder besucht?
49:36Ja.
49:36Wann?
49:38Vor acht Tagen, nur auf einer Tasse Tee.
49:41Hat er da versucht, ähm...
49:43alte Erinnerungen aufzufrischen?
49:47Er schon, aber ich nicht.
49:50Wissen Sie, Herr Köster, ich bin...
49:52zwar, was man vielleicht eine lustige grüne Witwe nennt...
49:56Aber ich bin treu.
50:00Zwei Geschichten gleichzeitig, das ist bei mir nicht drin.
50:03Sie haben also Herrn Urbanik abblitzen lassen?
50:06Harry Saalbach zuliebe.
50:09Wusste das, Herr Urbanik?
50:11Glaub schon. Er hat mal sowas angedeutet, aber...
50:14Haben Sie mit Herrn Saalbach über Urbaniks Besuch gesprochen?
50:17Ach, nur um Rande.
50:18Wer hat ein Besseres zu tun?
50:20Halten Sie Urbanik für fähig, aus Eifersucht oder gekränkter Eitelkeit...
50:25Mir ist da gerade was eingefallen.
50:27Ja.
50:29Harry ist gestern Abend eine Stunde früher gegangen, als wir geplant hatten.
50:33Er glaubte nämlich, da ist jemand auf der Veranda, der uns beobachtet.
50:37Und Sie, haben Sie auch was bemerkt?
50:39Ich weiß nicht, vielleicht war es nur Einbildung.
50:43Möglicherweise gibt's Spuren im Garten. Ich schau mal nach.
50:47Hier geht's hinaus.
50:48Ja.
50:49Danke.
50:53Können Sie mir noch ein bisschen was von Harry erzählen?
50:56So, äh...
50:58Wie war er so?
51:02Er war voller Leben und voller Fantasie.
51:05Und er war ein fantastischer Liebhaber.
51:08Und das Tollste war, dass er das gar nicht wusste, bevor er mich kennenlernte.
51:12Wie meinen Sie das?
51:14Die Geschichte war nicht ganz einfach.
51:16Er wollte erst nicht.
51:17Er sagte zu mir, er hätte sich noch nie mit Frauen eingelassen.
51:21Er amüsiert sich nicht mit Mädchen.
51:24Er war eben andersrum.
51:25Das hat mich natürlich kolossal gereizt.
51:30Und ich dachte bei mir, diesem Jungen wirst du ganz schnell beweisen, dass er im Irrtum ist.
51:37Und das ist Ihnen gelungen?
51:39Glänzend.
51:40Frau Molle, ich danke Ihnen schon.
51:44Sie haben uns sehr geholfen.
51:45Darf ich Ihnen mal dahin?
51:46Bitte.
51:50Gerd!
51:50Da sind Fußspuren in dem Kasten, da in dem, in dem Beet.
51:53Ja, ja, das ist ja Zeit.
51:54Komm mit.
51:54Komm mit.
51:58Hier ist nur eins nicht klar.
52:01Urbanek hat doch Karten gespielt, von acht bis halb zwölf.
52:04Wie kann er da um halb zehn im Garten von Frau Moll die beiden belauscht haben?
52:09Hören Sie mir überhaupt zu?
52:11Was?
52:14Entschuldige bitte.
52:15Doppelzimmer ohne Bad können Sie haben.
52:24Ab morgen.
52:26Ja, bitte.
52:27Herr Pasinski?
52:28Ja, hallo.
52:29Haben Sie ein Kursbuch?
52:31Ja, habe ich.
52:32Aber die Pläne für München Hauptbahnhof, die hängen da an der Wand.
52:36Ah, danke, Herr.
52:45Wollen Sie verreisen?
52:47Wenn ich verreisen wollte, würde ich mir das da ansehen.
52:50Abfahrt.
52:50Das ist ein Kursbuch.
52:52Ist Herr Flade oben, Herr Pasinski?
52:54Ja, auf Zimmer acht.
52:56Kann ich Zimmer sieben auch mal mitnehmen?
52:59Von mir aus.
53:01Böse.
53:02Ja.
53:07Herein.
53:11Herr Flade, der Tipp war gut.
53:15Wo ist denn Herr Oberneck jetzt?
53:17Es gibt ja ein Café an der Solner Brücke, da ist in dieser Woche sein Hauptquartier.
53:22Ich kann Sie hinlotsen, wenn Sie wollen.
53:24Das hat noch ein bisschen Zeit.
53:27Ist das gerade Ihre Schlussabrechnung?
53:30Ja.
53:31Sagen Sie mal, Herr Flade, was halten Sie von diesem Herrn Basinski da unten?
53:37Hm?
53:38Ich meine, von seiner Wahrheitsliebe.
53:41Tja, so genau kenne ich ihn nicht, aber...
53:44Er hat doch gesagt, er hat den Toten hier um 0.10 Uhr gefunden, nachdem Sie ihn vom Bahnhof angerufen haben.
53:50Ja.
53:51Gehen wir doch mal rüber auf sieben, ja?
53:52Kommen Sie, wir gehen mal rüber.
53:55Kommen Sie.
53:59Machen wir das Siegel weg.
54:00Bitte nehmen Sie auf Platz, Herr Flade.
54:08Danke.
54:09Nein, besser hier, ja?
54:11Ja.
54:11Also, entweder Basinski irrt sich oder er lügt.
54:26Machst du mal ein bisschen auf.
54:27Also, Sie sind doch gestern mit dem D-290-Akropolis von Salzburg gekommen.
54:37Planmäßig Ankunft 23.52 Uhr.
54:40Wenn ich Ihnen nun sage, dass dieser Zug gestern fast 30 Minuten Verspätung gehabt hat.
54:46Also erst um 0.20 Uhr da war.
54:48Was würden Sie da sagen?
54:49Habe ich behauptet, dass ich mit dem Akropolis gekommen bin?
54:53Entschuldigung, Herr Flade.
54:55Ich habe es so verstanden.
54:57Aber da sind wir ja schon wieder einen Schritt weiter.
54:59Sie sind also früher von Salzburg gekommen.
55:02Demnach mit einem Tauern-Express um 20.38 Uhr.
55:04Was haben Sie denn von 20.38 Uhr bis 0.10 Uhr gemacht?
55:10Tja, da müsste ich erst mal überlegen.
55:14Wir werden Ihnen dabei helfen, Herr Flade.
55:17Wir werden jeden Ihrer Schritte rekonstruieren.
55:20Minute für Minute.
55:23Angefangen bei Ihrer Schwester in Salzburg.
55:26Darf ich mal einen Schuh von Ihnen haben?
55:30Ja, natürlich.
55:32Nein, den linken, bitte.
55:34Bitte schön.
55:43Diese Erdreste zwischen den Profilen.
55:46Wollen wir wetten, dass das Gartenerde ist?
55:49Aus dem Garten hinter dem Bungalow bei Frau Moll.
55:54Doch, doch, Herr Flade.
55:56Unser Erkennungsdienst ist gerade dabei, die Spuren zu sichern.
56:04Warum haben Sie von der Flasche die Fingerspuren abgewischt?
56:11Ich wollte ihn nicht töten.
56:27Ich habe ihn ja...
56:30Geliebt.
56:31Ich weiß.
56:32Sie wollten ihn nur zur Rede stellen wegen Frau Moll.
56:37Hat mich ausgelacht.
56:38Du weißt ja nicht, was wir versäumt haben.
56:52Dieser schäbige Ersatz hat er gesagt.
56:54Da habe ich ihn zugeschlagen.
57:00Ich bin dann rausgelaufen, rüber ins Badezimmer.
57:04Habe ein Handtuch nass gemacht.
57:06Ich wollte ihm helfen.
57:09Dann musste ich warten, weil...
57:13...jemand von unten hochkam.
57:14Als ich zurück ins Zimmer kam, da...
57:20Da war er erstickt.
57:23An seinem eigenen Blut.
57:29Tja.
57:32Ich weiß gar nicht, ob der D-Zug 290 Akropolis,
57:36ob der Verspätung war der Gäste an der Flade.
57:39Aber das spielt dir jetzt keine Rolle mehr.
57:42Kommen Sie.
57:44Kommen Sie.
57:47Kommen Sie.
58:03Kommen Sie.
58:14Vielen Dank.
58:44Vielen Dank.
59:14Vielen Dank.
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