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Hauptkommissar Kress - Rolf Schimpf ( + 22.03.2025 )
Drehbuch - Adolf Schröder und Günter Gräwert /
Regie - Günter Gräwert
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Drehbuch - Adolf Schröder und Günter Gräwert /
Regie - Günter Gräwert
#krimiserie #zdf #kommissar #tatort
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TVTranskript
00:00Untertitelung des ZDF, 2020
00:30Untertitelung des ZDF, 2020
01:00Untertitelung des ZDF, 2020
01:29Untertitelung des ZDF, 2020
01:59Untertitelung des ZDF, 2020
02:29Untertitelung des ZDF, 2020
02:33Deine hochmütige Art, mit Menschen umzugehen, wird sich sicher irgendwann mal rächen.
02:38Keine Szene, Liebling, bitte.
02:41Ach Gott, die Zeiten sind vorbei.
02:44Erwartest sicher noch deinen Sekretär, ohne den du anscheinend gar nicht mehr leben kannst.
02:49So eifersüchtig.
02:50Hätte ich den Grund dazu?
02:55Ich warte auf seinen Anruf.
02:57Deshalb komme ich auch nicht mehr.
02:58Ich warte auf Sie.
03:07Und ich warte auf Sie.
03:09Ich warte auf Sie.
03:10Ich warte auf Sie.
03:11Ich habe keinen Sinn.
03:41Ist jemand verletzt?
04:04Ja.
04:06Kann ich bitte das Telefon haben, wenn du mal fertig bist?
04:08Ja, gleich.
04:11Meine Schwester wird noch mal gut durch.
04:14Also bis morgen, ja?
04:16Tschüss.
04:23Er wird sich schon nicht die Finger wundgeweht haben, nur weil ich mal telefoniere.
04:31Gute Nacht.
04:32Wir suchen mal den Feuer behäubt nicht.
04:55Okay.
05:00Also wenn das wirklich kein Unfall war, dann hat er aber eine ganze Arbeit geleistet.
05:05Abwarten, vielleicht wird auch nur jemand die Flöhe husten.
05:08Ich bin ja gespannt.
05:09Obermann.
05:11Fred, Sie haben uns rufen lassen.
05:15Ja, gestern Nacht sah alles nach einem Unfall aus.
05:18Jedenfalls handelt es sich um eine typische Gasexplosion.
05:21Die Ursache ist meist Leichtsinn.
05:22Grob unsachgemäße Handhabung mit Heizung und Kochern und so weiter.
05:26Ja, ich verstehe, aber diesmal ist ein Mann ums Leben gekommen.
05:28Ja, die Leiche war ziemlich entstellt.
05:30Noch jemand verletzt worden?
05:32Nein, jedenfalls nicht, dass wir wüssten.
05:35Der Platz ist ja auch fast leer.
05:37Aber heute Morgen, heute Morgen habe ich das hier gefunden.
05:42Was ist denn das?
05:45Teil von der Heizung?
05:47Sicherheitsventil.
05:47Es schaltet die Gaszufuhr sofort ab, wenn die Flamme nicht mehr brennt.
05:51Und?
05:52Das Ventil ist defekt.
05:54Also das Gas ausgetreten und das Ding in die Luft geflogen?
05:57Ja, aber wir sind davon überzeugt, dass jemand das Ventil manipuliert hat.
06:01Das wäre morgen.
06:02Deswegen habe ich Sie hierher gebeten.
06:04Wer ist der Tute?
06:06Er ist noch nicht mit Sicherheit identifiziert.
06:08Vermutlich der Besitzer des Wagens.
06:09Es ist gleich in die Rechtsmedizinische verbracht worden.
06:13Das wollte ich Ihnen nur sagen.
06:16Ich muss jetzt Schluss machen.
06:18Die Polizei ist da.
06:19Ich muss da mal hin.
06:29Ich kann es gar nicht glauben, dass die Gasheizung nicht in Ordnung war.
06:38Dinge gehen eben mal kaputt.
06:39Aber er war immer so pedantisch.
06:46Ja, allerdings.
06:50Das hast du nicht gemacht.
06:52So ehrlich.
06:55Deshalb habe ich ihm aber bestimmt nicht so einen schrecklichen Tod gewünscht.
06:58Herr Jakob, Sie wissen sicher, wem der Wagen gehört.
07:17Weiß ich.
07:18Und?
07:19Wem?
07:19Der Mann hieß Eckart Magun.
07:21Haben Sie auch seine feste Adresse oder wohnte der ständig hier?
07:24Nein, er hatte eine Wohnung in der Stadt.
07:26Wo?
07:28München.
07:29Sie waren doch dabei, als die Feuerwehr den Toten fand.
07:38War ich?
07:39Haben Sie ihn da gleich identifiziert?
07:41Wieso?
07:43Haben Sie deutlich erkannt, dass der tote Herr Magun, also der Besitzer dieses Wohnwagens, war?
07:48Nein.
07:51Ich hätte nicht mal sagen können, ob es ein Mann oder eine Frau war.
07:54Wussten Sie überhaupt, dass Herr Magun hier aus dem Kensingtonplatz war?
07:56Nein.
07:58Aber da steht sein Auto und wenn sein Auto da ist...
08:01Jetzt fahr doch bitte in die Zieblandstraße und frag mal nach.
08:03Nummer 184.
08:06Bei Breitner.
08:21Guten Tag.
08:22Jungermann, ich kaufe nicht.
08:23Das brauchen Sie auch nicht.
08:24Mein Name ist Heimann, ich bin von der Kripo.
08:25Oh, und Sie sind die Frau Breitner?
08:28Ja, aber...
08:28Es geht um Ihren Untermieter, Herrn Magun.
08:31Eckart Magun.
08:32Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Herr Magun was mit der Polizei zu tun hat.
08:36Einen so guten und soliden Mieter hatte ich noch nie.
08:38Frau Breitner, ich habe nur ein paar Fragen.
08:40Darf ich reinkommen?
08:41Ja, bitte.
08:42Danke.
08:43Haben Sie Herrn Magun näher gekahnt?
08:46Gekahnt?
08:47Ich weiß, wie er aussieht.
08:50Er kam unregelmäßig.
08:51Aber oft.
08:53Immer allein?
08:54Das weiß ich nicht.
08:57Wie wäre es, wenn Sie sich ein bisschen mehr Mühe geben?
09:01Ein paar Mal waren wir mit einem Mann hier im Sommer.
09:06Ich kann mich daran erinnern, weil ich diesen Mann wiedererkannt habe.
09:09Wieso wiedererkannt?
09:11Na, aus dem Fernsehen und aus der Zeitung.
09:14Irgend so ein bekannter Schauspieler oder Schriftsteller.
09:16Eine bekannte Größe eben.
09:17Wie heißt er?
09:18Wo soll ich das wissen?
09:19Ich habe sein Gesicht wiedererkannt.
09:21Und das ist alles.
09:23Kommen Sie bitte um elf Uhr ins Präsidium.
09:26Vielleicht erinnern Sie sich da besser.
09:31Herr Magun hätte das nicht gern.
09:33Es dürfen nur wenige zu ihm rein.
09:37Wer zum Beispiel?
09:37Diese junge Dame da?
09:42Ja, sie, ja.
09:44Wie heißt sie?
09:46Marlies Lachmann.
09:48Eine sehr sympathische Person.
09:55Seine Freundin.
09:56Was stellen Sie mir eigentlich für indiskrete Fragen?
10:01Ich muss das leider.
10:03Hat Herr Magun irgendwelche Verwandte?
10:07Ich glaube nicht.
10:09Und seine Eltern sind jedenfalls tot.
10:11Das hat er mir erzählt.
10:15Herr Magun hat auf dem Campingplatz Nordwest einen Wohnwagen stehen.
10:21Wissen Sie das?
10:22Ja.
10:22Aber warum fragen Sie mich das eigentlich alles?
10:27Dieser Wohnwagen ist letzte Nacht explodiert und völlig ausgebrannt.
10:30Ein Mann kam dabei ums Leben.
10:33Wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich dabei um Herrn Magun handelt.
10:37Hat er Ihnen gesagt, dass er da rausfährt?
10:40Nein.
10:42Er sagte fast nie, wo er hingeht.
10:43Ich habe ihn oft tagelang nicht gesehen.
10:45Und wenn er hier zu Hause war, hat er die Nächte durchgearbeitet.
10:50Geschrieben.
11:01Ja.
11:07An der Gasheizung des Wohnwagens ist eindeutig manipuliert worden.
11:10Unsere Leute stehen mit der Feuerwehr völlig überein.
11:13Also doch mal.
11:14Der Täter muss gehofft haben, dass die Spuren durch den Brand verwischt werden.
11:18Und die Feuerwehr sagt, es ist ein Wunder, dass dieses Sicherheitsventil die Explosion verstanden hat.
11:23Das ist er.
11:35Wer?
11:36Na, der, von dem Sie die Namen wissen wollten.
11:38Der Fernsehfritze, der ein paar Mal bei Magun im Wohnwagen war.
11:41Die Bildunterschrift haben Sie nicht mehr?
11:45Warum?
11:45Na, weil da sich ja der Name draufgestanden hat.
11:50Sollen Sie froh, dass ich das Bild habe?
11:52Henry, klick raus, wer das ist, wo wir ihn finden können und so weiter.
11:55Ja.
11:58Irgendwie bekannt kommt mir das Gesicht auch vor.
12:01Wie lange wohnt der Herr Magun bei Ihnen?
12:04So ungefähr seit vier Jahren etwa.
12:09Und wieso hatte er keine eigene Wohnung?
12:11Na, glauben Sie, vielleicht er hat es nicht gut bei mir, er wollte keine.
12:15Verdient hat er genug.
12:18Nie hat er sich Ruhe gegönnt.
12:19Wer besucht ihn noch, außer Frau Lachmann?
12:22Die andere kenne ich nicht.
12:24Welche andere?
12:25Na ja, da kam hin und wieder eine Dame.
12:31Sehr elegant.
12:32Ja, und dann viele Anrufe hat er bekommen.
12:37Manchmal mitten in der Nacht.
12:39Von wem?
12:39Von einem Mann.
12:41Es war immer dieselbe Stimme.
12:43Haben Sie die Adresse von Frau Lachmann?
12:47Na.
12:49Werden diese Wohnwagen eigentlich schon mit Gasheizung geliefert?
12:53Das kommt drauf an.
12:54Die von Herrn Magun habe ich ihm eingebaut.
12:57Sie?
12:58Ja, das ist zwei Jahre her.
13:02Ist es schwer, die Sicherheitsvorrichtung von so einer Heizung außer Funktion zu setzen?
13:09Eigentlich nicht, wenn man die Bauanleitung hat.
13:13Sie meinen, auch ein Laie kann das?
13:16Dazu gehört nicht viel.
13:18Mit anderen Worten, jeder hätte das machen können.
13:21Wenn ich zwei linke Hände habe.
13:22Können Sie mir sagen, wer in den letzten, na, sagen wir mal so drei Wochen in diesem Wohnwagen war?
13:30Außer Herrn Magun natürlich.
13:32Unmöglich, da fahren ständig welche rein und raus.
13:35Und mittwochs, da habe ich meinen freien Tag, da bin ich in der Stadt.
13:38Ja, bitte.
13:40Ach, dann ist der Campingplatz also mittwochs unbeaufsichtigt.
13:45Genau.
13:47Lass dich nicht stören, ich mache es mit, Henry.
13:48Ja, ja, schon gut.
13:50Danke.
13:54Ja, Sie können gehen.
13:55Der Ausweis von Magun.
13:57Fanden wir in den Resten eines Jacketts.
13:59Ich habe dir ein Stück davon mitgebracht.
14:01Danke.
14:01Hilft dir vielleicht bei der Identifizierung?
14:03Was Neues?
14:04Ja, wir haben an der Brandstelle den Ausweis von Magun sichergestellt.
14:07Ich gebe dem Gerichtsmediziner mal seine Daten zum Vergleich.
14:11Gut.
14:15Chris.
14:17Ach, du bist gern.
14:18Ja, Moment, Moment.
14:20Wie heißt das Mädchen?
14:22Marlies Lachmann.
14:25Ja.
14:26Strudinger, Platz 16.
14:29Ja, und die hat ihn ab und zu in der Wohnung besucht.
14:32Ich kümmere mich drum.
14:33Tschüss.
14:37Ja?
14:49Und Herr Acht, mein Name ist Chris.
14:51Polizei nehme ich an.
14:52Haben Sie Polizei erwartet?
14:54Früher oder später.
14:57Kommen Sie rein.
14:57Okay.
15:07Sie haben den Rollstuhl nicht erwartet.
15:21Ehrlich gesagt, nein.
15:23Aber wesentlich mehr überrascht mich, dass Sie jemanden von der Polizei erwarten.
15:29Entschuldigung, mein Name ist Chris.
15:32Marlies Lachmann.
15:34Das ist mein Bruder Theodor.
15:36Darf ich fragen, warum Sie jemanden von der Polizei erwarteten?
15:45Ja, wegen des Unfalls auf dem Campingplatz.
15:49Was wissen Sie davon?
15:51Nur, dass Herr Magun dabei ums Leben gekommen ist.
15:55Von wem?
15:56Von Herrn Jakob.
15:58Er hat mich angerufen.
15:59Der Platzwart?
16:00Ja.
16:01Wann?
16:03Heute Morgen.
16:06Ist die Unfallursache schon geklärt?
16:09War kein Unfall.
16:12Wieso?
16:14Was wollen Sie damit sagen?
16:15Kein Unfall.
16:16Jemand hat an der Heizung manipuliert.
16:20Sicherheitsventil.
16:22Das Gas stürmte in den Wohnwagen und beim kleinsten Funken musste es zur Explosion kommen.
16:27Dann sind Sie von der Mordkommission.
16:31Ja.
16:32Ja, Henry, kommst du mit in die Kantine?
16:50Ja, wo geht sie?
16:51Na ja.
16:51Geht leider nicht.
16:52Ich suche jemanden.
16:53Wen?
16:54Den hier.
16:55Wieso willst du ein Autogramm?
16:57Wer von wem?
16:58Der vom Schilling.
16:59Wer ist Schilling?
17:01Na der, Heinrich Schilling.
17:02Sag mal, bist du so doof oder stellst du dich nur so?
17:05Ja, und was macht der?
17:06Mann, jetzt glaube ich es aber.
17:08Bestseller-Autor.
17:10Du sitzt jetzt in jeder Talkshow rum.
17:12Siehst du nie fern.
17:13Ne.
17:15Ich werde mit dem Heiligen kaum fertig.
17:17Ja, ja.
17:18Außer Chris kennt ja niemanden mehr.
17:20Oh doch, Heimann.
17:23Gerd Heimann.
17:24Nein, den Schilling werde ich auch noch kennenlernen.
17:26Wiederschön.
17:26Wie lange kannten Sie Herrn Magun?
17:31Seit fast vier Jahren.
17:34Kurz nachdem ich aus dem Krankenhaus zurückkam.
17:36Wie ist das passiert?
17:39Es war ein Autounfall.
17:41Irgend so ein Schwein hat sie über den Haufen gefahren.
17:43Die wissen nicht, wer.
17:45Fahrerflucht.
17:47Es war zum Teil meine Schuld.
17:49Ich habe die Vorfahrt nicht beachtet.
17:51Ist Herr Magun mit Ihnen verwandt oder ein Freund?
17:59Er war ein Freund.
18:01Ich habe ihn auf sehr ungewöhnliche Weise kennengelernt.
18:06Eines Tages klingelte er an der Wohnungstür.
18:08Er sagte, er sei Schriftsteller und wollte eine Geschichte über Behinderte machen.
18:11Meine Adresse hatte er vom Krankenhaus.
18:14Wir haben uns dann sehr lange unterhalten und dann ist er immer wieder gekommen.
18:20War er wirklich Schriftsteller?
18:24Er hat gearbeitet wie ein Verrückter.
18:26Aber veröffentlicht hat er so viel.
18:28Ich weiß nie was.
18:28Mein Bruder ist Maler.
18:38Frau Lachmann, haben Sie eine Fotografie von sich, die Sie mir leihen können?
18:42Was von mir?
18:43Ja, das wäre sehr freundlich.
18:58Nun fassen wir doch mal das Wenige zusammen, das wir haben.
19:13Ein Wohnwagen, der wegen einem manipulierten Sicherheitsventil in die Luft geflogen ist.
19:18Einen mysteriösen Toten.
19:19Ein Mädchen im Rollstuhl.
19:20Im Rollstuhl?
19:22Das hat mir Frau Breitner nicht gesagt.
19:24Wie sind die die Treppen raufgekommen?
19:26Das hättest du sie fragen sollen.
19:29Weiter, ein Platzwart, der mich angelogen hat.
19:32Ja, ja.
19:34Der hat die Frau Lachmann heute Morgen, noch bevor wir kamen, angerufen und ihr den Tod von Magun mitgeteilt.
19:40Und schließlich einen berühmten Mann, den Henry nicht kennt.
19:44Den Henry nicht kennt, sehr schön.
19:46Ja, ich auch nicht.
19:48Und deshalb wären wir jetzt zu ihm vorhanden.
19:51Und du, Henry, hast du Lust, dich mit diesem Platzwart rumzuschlagen?
19:54Rumschlagen, kein Problem.
19:55Ja, so wird ich fast nicht gemeint.
19:57Aber vielleicht ist er ja bei dir gesprächiger.
20:00Ja.
20:00Hier, nimm das Bild von der Lachmann mit.
20:03Guten Tag.
20:25Guten Tag.
20:25Ich habe einen Einschreibbrief für Ihren Bruder, Theodor Lachmann.
20:28Ja, Moment.
20:29Theo, kommst du mal bitte?
20:31Ja.
20:33Für dich.
20:34Herr Lachmann hat Einschreibbrief.
20:36Bitte unterschreiben Sie unten rechts.
20:45Danke.
20:46Mein Kuli, bitte.
20:47Achso, Entschuldigung.
20:48Wiedersehen.
20:49Wiedersehen.
20:49Wiedersehen.
20:50Ja.
20:54Von wem ist denn der?
20:56Von einem Toten.
21:00Guten Tag, mein Name ist Chris.
21:14Das ist mein Mitarbeiter, Herr Heimann.
21:16Tag.
21:17Ja, bitte.
21:18Wir hätten gerne Herrn Schilling gesprochen.
21:20Darf ich wissen, worum es geht?
21:22Sind Sie Frau Schilling?
21:24Ja, Isolde Schilling.
21:25Aber bitte kommen Sie doch heran.
21:44Hey, was soll das?
21:47Haben Sie die Klingel nicht gesehen?
21:48Die Klingel gibt es ja auch.
21:50Da kann ja gar nichts passieren.
21:51Kennen Sie diese Frau hier?
21:52Ja, Lois, überlegen Sie nicht lange.
21:57Ohne Brille kann ich nichts erkennen.
21:59Dann setzen Sie sie auf, Mann.
22:00Habe ich nicht hier.
22:02Habe ich ein Büro.
22:08Herr Macoon besaß einen Wohnwagen.
22:11Ja, ich weiß.
22:13Wann waren Sie das letzte Mal in dem Wagen?
22:16Ach, das ist schon ewig her, so.
22:19Im letzten Sommer.
22:20Er ist tot.
22:23Er ist letzte Nacht bei einer Gasexplosion in seinem Wohnwagen umgekommen.
22:30So?
22:33Sie wollten doch mit meinem Mann sprechen.
22:34Bitte kommen Sie.
22:35Ich wette, dass Sie die Dame schon längst erkannt haben.
22:51Kann sein, dass ich Sie schon mal gesehen habe.
22:54Tatsächlich?
22:56Möglich.
22:57Dann hat es Ihnen gleich Ihre Telefonnummer gegeben.
22:59Aber wie konnte Ihnen das, wie konnte das nur passieren?
23:11Ich kenne Herrn Macoon als äußerst gewissenhaften, eher pingeligen Menschen.
23:18Ich meine, setzt durch ein Unfall nicht eine gewisse Nachlässigkeit voraus?
23:26Es stört Sie doch nicht, wenn ich gehe.
23:29Entschuldigen Sie, meine Herren.
23:30Herr Schilling, es war kein Unfall.
23:37Ja, was sonst?
23:38Es war Mord.
23:39Mord?
23:41Aber ich bitte Sie, wer...
23:43Er sollte den Interesse an seinem Tod haben.
23:44Er erkannte ja kaum jemand.
23:46Er lebte nur für seine Arbeit.
23:47Völlig zurückgezogen.
23:48Was war seine Arbeit?
23:50Hä?
23:50Wie bitte?
23:52Ach so, ja, Sie...
23:54Das wissen Sie ja nicht.
23:54Er war mein Sekretär.
23:56Ihr Sekretär?
23:58Ja.
24:00Muss man...
24:01Muss man gleich homosexuell sein, nur weil man Sekretär beschäftigt statt einer Sekretärin.
24:06Was waren seine Aufgaben?
24:10Seine Aufgaben?
24:11Hauptsächlich habe ich ihm diktiert.
24:13Ihre Bücher?
24:14Und Briefe, ja.
24:15Ich stehe ständig unter Termindruck.
24:16Da geht das Diktieren am schnellsten.
24:18Außerdem machte mich Eckart...
24:21Herr Maguner auf mögliche Fehler aufmerksam.
24:23Er...
24:23Er machte Vorschläge, hatte Ideen.
24:26Er war Ihnen also eine große Hilfe.
24:29Ja.
24:30Ja, sein...
24:31Sein Tod bedeutet für mich ein...
24:34Noch gar nicht absehbaren Verlust.
24:35Auch für meine...
24:37Für meine Arbeit.
24:40Also gut.
24:43Sie war hier.
24:46Vor drei Tagen.
24:48Im Rollstuhl?
24:50Im Auto.
24:52Sie hat eine Spezialausrüstung für ihren Wagen.
24:54Schaltet und bremst mit den Händen.
24:59Und für kurze Strecken benutzt sie Krücken.
25:02Sie war jetzt alleine hier.
25:06Ja.
25:07Sie hat mich gar nicht gesehen.
25:15Sie ist direkt...
25:16Durchgefahren zum Wohnwagen.
25:18Wie lange ist sie geblieben?
25:20Etwa eine halbe Stunde.
25:22Ich habe noch gedacht, was sie wohl wollte, weil...
25:27Magun war nicht da.
25:30Wissen Sie...
25:35Ich wollte Sie nicht erzählen, weil...
25:40War sie eine Frau, ist dies nicht verdient, verdächtig zu werden?
25:44Seit wann arbeitete Herr Magun bei Ihnen?
25:46Oh, seit...
25:49Seit vier Jahren zuerst...
25:52Hatte ich ihn nur als Fahrer beschäftigt.
25:54Ich hatte meinen Führerschein verloren.
25:56Ja, Alkohol, eine dumme Geschichte.
25:57Herr Magun hatte mir ein...
25:59Er hatte mir ein Manuskript geschickt.
26:01Und auf die Weise habe ich ihn...
26:03So haben wir es kennengelernt.
26:06Er hat auch geschrieben?
26:07Ja.
26:08Ja, das...
26:10Das Manuskript war gut, aber unverkäuflich.
26:12Extreme Literatur, so würde ich es nennen.
26:15Ja, und weil er mittellos war, bot ich ihm den Fahrradjob an.
26:18Und daraus wurde dann ein Sekretär?
26:21Ein Mädchen für alles.
26:23Und ich habe es nie beworben.
26:25So viel ich weiß, begann Ihre Karriere vor vier Jahren.
26:29Oh, nein, nein, nein.
26:32Einen Namen hatte ich schon vorher.
26:34Sonst...
26:35Sonst hätte Herr Magun wohl kaum einen Grund gehabt.
26:37Sie an mich zu werden, richtig?
26:41Nein, nein, aber...
26:42Mein...
26:44Mein Durchbruch, wie man so schön sagt, der begann damals.
26:47Das ist schon richtig, ja.
26:49Waren Sie ab und zu bei ihm im Wohnwagen?
26:51Ja.
26:53Ja.
26:55Wissen Sie, wozu er ihn hatte?
26:57Er wollte...
26:58Er wollte das Gefühl haben, fliehen zu können.
27:02Fliehen?
27:04Wovor?
27:05Weiß nicht.
27:05Wann waren Sie das letzte Mal in seinem Wohnwagen?
27:09Oh, das muss schon...
27:13Das muss schon lange her sein.
27:14Bei dem Wetter würde ich da nie rausfahren.
27:17Gerd, äh, setz mich doch bitte an der Wohnung von dieser Frau Breitner ab.
27:23Ich möchte mir Maguns Zimmer selber mal ansehen.
27:26Und du fährst doch mal zu dem Mädchen.
27:28Das ist kein Mädchen, Leo.
27:29Das ist eine Frau.
27:30Eben.
27:32Find doch mal raus, wie ihre Beziehung zu dem Toten wirklich war.
27:36Weißt du, was ich missen möchte?
27:40Wer in der nächsten Zeit Heinrich Schilling besucht.
27:43Soll ich eine Überwachung beantragen?
27:45Nö, nö.
27:46Das nicht.
27:46Soll ich mal Öl nachschauen?
28:01Nee, nötig, Meister.
28:02Alles in Ordnung.
28:09Ganz schön kalt heute, weißt du?
28:10Ja, kaum zu glauben, dass bei dem Wetter jemand in einem Wohnwagen übernachtet.
28:14Was, kommen Sie vom Campingplatz?
28:17Ja.
28:17Da sind fast alles gute Kunden von mir.
28:22Der hier auch?
28:27Nee.
28:29Nee, den kenne ich nicht, obwohl ich sonst ein sehr gutes Gedächtnis für Gesichter habe.
28:34Als neulich zum Beispiel dieser Bestsellerdichter hier war, den habe ich gleich gekannt.
28:40Bestsellerdichter?
28:41Ja, Schillingo, der wie der heißt.
28:44Der steht mit seiner Frau öfter mal in der Zeitung.
28:47Wann war der hier?
28:48Wann?
28:50Ja.
28:52Meine Frau, die war damals bei ihrer Mutter an dem Tag.
28:56Vor fünf Tagen.
28:57Mit Sonnenbrille, Hut und Schal.
29:02Diese berühmten Leute, die haben es ja nicht leicht.
29:04Die werden immer angestacht.
29:06Der hatte eine Panne.
29:07Die Zündkerzen, die waren hin.
29:12Weißt du, was mich so irritiert?
29:13Es gibt kein Motiv für diesen Wort.
29:15Das macht mir auch Kotz dabei.
29:17Ruf nachher die Zentrale an.
29:19Sag Bescheid, wo du bist.
29:22Bist du eigentlich gar nicht eifersüchtig?
29:25Was mich betrifft.
29:27Du hattest schon immer zu viel Fantasie.
29:30Wirklich?
29:31Du weißt doch, dass ich eine Beziehung zu Eckart hatte.
29:35Beziehung.
29:37Du bist mit ihm ins Bett gegangen.
29:41Bitte?
29:42Wenn du es ja ausdrücken willst.
29:47Wirst du dir wirklich ein, ich hätte ihn deinetwegen umgebracht?
29:51Oh.
29:53Schließlich besteht unsere Ehe doch seit Jahren nur noch auf dem Parkier.
29:57Stimmt.
29:59Eifersüchtig bist du vielleicht nicht.
30:01Aber es könnte deine maßlose Eitelkeit verletzt haben,
30:05dass ein anderer Mann...
30:08Nur...
30:09Du warst auf ihn angewiesen.
30:12Und ich kann mir nicht vorstellen,
30:15dass du...
30:16aus welchem Grund auch immer...
30:19irgendetwas gegen deine Interessen tust.
30:21Und Herr Keimann, Kripo.
30:32Meine Schwester ist nicht da.
30:33Wo ist sie?
30:34Weiß ich nicht.
30:35Kann ich hier auf sie warten?
30:40Das sein muss.
30:47Dass der Erfolg die schwachen Talente am meisten anzieht.
30:51Was muss an einem Künstler verloren gehen,
31:03damit er allgemein gut wird?
31:04Mhm.
31:16Schuld kennt keinen Erfolg.
31:19Frau Lachmann,
31:31Sie habe ich ja nicht erwartet.
31:32Ich bin ja auch nicht ihretwegen gekommen.
31:34Sondern warum?
31:35Vielleicht, um Abschied zu nehmen.
31:56Ja?
31:58Moment.
31:59Das ist für Sie.
31:59Heimann?
32:02Ich bin's, Henry.
32:03Ich versuch die ganze Zeit Leo zu...
32:05Der müsste bei der Frau Breitner sein.
32:09Was gibt's denn so Wichtiges?
32:10Die Schilling ist gesehen worden,
32:12hier am Campingplatz.
32:13Die Lachmann übrigens auch.
32:15Entschuldigen Sie, aber...
32:18Mir ist Ihr Verhältnis zu Herrn Magon
32:21nicht so ganz klar.
32:21Wissen Sie,
32:28der Dichter Franz Kafka
32:29hat seiner Verlobten eine Zeit lang
32:32fast jeden Tag einen Brief geschrieben.
32:35Das hat Eckhardt auch gemacht.
32:38Ich habe unzählige Briefe von ihm.
32:42Aber Sie waren nicht mit ihm verlobt, oder?
32:44Ich konnte ihm schlechter einen Antrag machen, oder?
32:46Sie haben ihn geliebt.
32:50Ich glaube, wir haben uns geliebt.
32:53Hat er Ihnen das gesagt?
32:55Einen Satz wie ich liebe dich
32:57hätte er nie ausgesprochen.
32:58Wieso sind Sie dann so sicher?
33:01Vor ein paar Tagen hat er noch zu mir gesagt.
33:03Bald werde ich dir alles sagen
33:04und dann musst du dich entscheiden.
33:08Ja?
33:11Entschuldigung.
33:12Ein Anruf für Sie, Herr Kommissar.
33:14Danke.
33:16Entschuldigung.
33:41Zeigen Sie bitte nicht die Bilder gefallen Ihnen.
33:43Weil Sie wahrscheinlich auch nehmen,
33:45ich verstehe nichts davon.
33:47Nein, weil ich keine Bilder malen will,
33:48die gefallen.
33:50Tut mir leid,
33:50aber das doch gefällt mir trotzdem.
33:56Können Sie von der Malerei leben?
33:58Natürlich, sicher.
34:00Jeden Tag verkaufe ich mindestens ein Bild.
34:01Die Leute zahlen mir Umsummen.
34:05Wissen Sie, wie viele Bilder ich bisher verkauft habe?
34:08Eins.
34:09Ein einziges.
34:10Für 300 Mark.
34:10Qualität zählt eben nicht mehr.
34:14Wovon leben Sie denn,
34:14wenn Sie so wenig verdienen?
34:16Von der Rente meiner Schwester.
34:17Das war ein Anruf von meinem Mitarbeiter.
34:33Er war noch mal auf dem Campingplatz.
34:39Warum haben Sie uns verschwiegen,
34:40dass Sie dort waren?
34:41Vor drei Tagen.
34:45Was wollten Sie in dem Camping machen?
34:47Als ich das letzte Mal mit Eckhardt da war,
34:49hatte ich was vergessen.
34:50Das wollte ich holen.
34:52Was?
34:54Ich besitze einen Schlüssel für den Wohnwagen.
34:56Ich hatte meine Tasche vergessen.
34:58Was war in der Tasche?
35:01Mein Tagebuch.
35:03Ich wollte auf gar keinen Fall,
35:04dass Eckhardt das liest.
35:05Ich schreibe da Dinge hinein,
35:09die ich niemandem sagen kann.
35:12Ich tue das seit meinem Unfall.
35:22Welchen Beruf hatten Sie davor?
35:26Ich war Lehrerin für Tanz und Gymnastik.
35:28Du, Leo,
35:30ich habe mich vor das Haus Schilling gestellt.
35:33Ja, ich möchte jetzt doch wissen,
35:34wer da ein- und ausgeht.
35:36Gut, Gerd.
35:38Falls Schilling das Haus verlässt,
35:40häng dich dran, ja?
35:41Bis jetzt war nichts los.
35:44Aber jetzt kommt jemand, Leo.
35:45Ich melde mich später wieder.
35:46Okay.
35:47Nach, Leo.
35:48Magul ist nicht da.
36:18Ich weiß, Frau Breitner ist tot.
36:20Ich suche Frau Lachmann.
36:22Frau Lachmann?
36:23Sie ist doch sicher hier.
36:24Ja, aber...
36:24Ja, erlauben Sie.
36:27Entschuldigen Sie mich.
36:31Was wollen Sie?
36:34Ich muss Ihnen etwas sagen.
36:38Ich kann mir nicht vorstellen, was.
36:42Und um mir Ihre Vorzüge zu zeigen,
36:44ist es wohl etwas zu spät.
36:47Sie wussten es also?
36:48Ja.
36:50Ich weiß, dass Sie seine Geliebte waren.
36:54Das Wort ist sicher zu groß
36:56für das, was uns miteinander verbannt.
37:03Geliebt hatte Sie.
37:05Haben Sie der Polizei etwas über meine Beziehung gesagt?
37:10Nein.
37:11Und warum nicht?
37:13Vielleicht aus dem gleichen Grund, warum Sie nichts gesagt haben.
37:17Aus Angst.
37:19Angst?
37:21Aber das hätte doch den Verdacht nur auf meinen Mann gelenkt.
37:25Nicht auf Sie?
37:26Nicht auf Sie?
37:28Oder auf Sie?
37:33Ich werde morgen bei der Polizei eine Aussage machen.
37:36Ja, das wollte ich Ihnen sagen.
37:42Sie sollten von meinem Verhältnis mit Eckart
37:45nicht erst aus der Zeitung erfahren.
37:47Aber Sie wussten es ja.
37:58Ich hätte gewonnen.
38:00Ich weiß.
38:05Ich würde es auch nicht besser aussehen, wenn du den ganzen Tag nicht geschlafen hättest.
38:29Ist der Platz für den hier aus dem Bett?
38:31Morgen.
38:32Morgen.
38:32Frau Schilling?
38:34Na, da bin ich aber gespannt.
38:41Morgen.
38:42Was ist los, Leo?
38:43Morgen.
38:44Also.
38:46Isolde Schilling hatte ein Verhältnis mit Magun.
38:49Und?
38:50Ihr Mann wusste davon.
38:53Nicht schlecht.
38:54Er war auch auf dem Campingplatz, wenn die Aussage von dem Tankowatt stimmt.
38:59Noch dazu an einem Mittwoch.
39:01An dem Tag, an dem der Platz unbewacht ist.
39:04Jedenfalls hatte er ein Motiv.
39:06Jaja, aber nicht nur er.
39:08Mallis Lachmann auch.
39:09Vorausgesetzt, dass sie von diesem Verhältnis gewusst hat.
39:12Das müssen wir herausfinden.
39:14Dann macht mal.
39:15Ich gehe schlafen.
39:17Warst du die ganze Nacht bei Schilling?
39:19Fast.
39:20Gegen 21 Uhr kam Theodor Lachmann.
39:21Er wurde reingelassen.
39:22Aber ich habe nicht gesehen, von wem.
39:24Und?
39:26Er kam nicht wieder raus.
39:28Habt ihr schon mal was von dem Hintereingang gehört, Gerd Heimer?
39:30Warum soll er durch den Hintereingang verschwinden?
39:32Und übernachten wird er da wohl auch nicht.
39:34Was will er von diesem Schilling?
39:36Vielleicht will er was von ihr.
39:38Du hast ja nicht gesehen, wer ihn reingelassen hat.
39:41Ist du überhaupt sicher, dass Schilling wirklich zu Hause war?
39:44Nein.
39:47Sag mal.
39:48Wenn das alles nicht stimmt.
39:50Das mit dem Verhältnis von der Schilling mit dem Magun auch nicht.
39:54Wenn sie das einfach behauptet...
39:55Um ihren Mann verdächtig zu machen.
39:57Oder die Lachmann.
39:58Denn warum sagt sie das überhaupt?
40:01Und Magun können wir nicht mehr fragen.
40:04Aber die Breitner.
40:07Die hat was von einer eleganten Dame gesagt.
40:09Ich gehe da sofort hin.
40:10Ich habe mir gedacht, du bist müde, Gerd.
40:12Ich will das jetzt wissen, verdammt nochmal.
40:14Moment.
40:15Moment.
40:15Moment.
40:15Moment.
40:20Vielleicht nimmst du ein Bild von ihm mit.
40:22Okay.
40:24Reiß?
40:25Ja, guten Morgen von Lachmann.
40:27Im Moment nur eine Frage.
40:28Ist hier Bruder zu Hause?
40:30Nein, der ist leider nicht da.
40:32Ach, der ist gar nicht da.
40:33Hm.
40:34Wissen Sie, wo er ist?
40:36Nein, ich habe ihn seit gestern Abend nicht mehr gesehen.
40:38Er ist mir beim Auto weg.
40:39Das ist mir beim Auto weg.
41:09Komm weg.
41:29Komm weg.
41:29Tut mir leid, Lio Schilling ist nicht zu Hause.
41:45Jedenfalls geht keiner ran.
41:48Vielleicht sollten wir ja das Haus richtig beobachten lassen.
41:51Andererseits frage ich mich, ob sich der Aufwand lohnt.
41:54Warten wir doch mal ab, wo es Gerd bei der Breitner rauskriegt.
41:56Pfff.
41:58Chris.
42:00Was?
42:04Eine männliche Leiche im Kofferraum eines abgestellten Wagens.
42:09Was hat der Wagen?
42:11Eine Spezialausführung für Körperbehinderte.
42:15Ja.
42:16Bitte nichts berühren, nichts verändern, wir kommen sofort.
42:18Ja, das ist die Dame, die ein paar Mal hier war.
42:24Sind Sie da ganz sicher?
42:26Absolut sicher, sie war ja gestern Abend auch wieder da.
42:29Gestern?
42:29Ja.
42:31Bitte, nehmen Sie doch Platz.
42:33Danke.
42:34Ich wusste gar nicht, wie ich mich verhalten sollte, denn Frau Lachmann war gerade im Zimmer.
42:39Im Zimmer vom Herrn Magun.
42:41So?
42:42Ja, und weiter?
42:43Da ist die einfach rein.
42:45Hatten Sie den Eindruck, dass Frau Lachmann hier mit ihr verabredet war?
42:49Nein.
42:50Aber Sie haben dann eine ganze Weile miteinander gesprochen.
42:53Worüber?
42:54Das weiß ich nicht.
42:56Wie lange?
42:58Zehn Minuten, Viertelstunde.
43:01Dann ist die Dame gegangen.
43:05Und ich habe sehr viel später für Frau Lachmann ein Taxi gerufen.
43:08Theodor Lachmann.
43:15Erschossen.
43:20Da ist der Wagen von seiner Schwester.
43:22Den er sich gestern ausgeliehen hatte.
43:24Und zuletzt gesehen wurde, als er ins Haus von Schilling ging.
43:27Und wer ihn reingelassen hat, das hat Gerhard nicht gesehen.
43:30Ja, aber dass wir den Eingang beobachtet haben, das weiß Schilling nicht.
43:36Und seine Frau auch nicht.
43:37Komm, wir fahren hin.
43:40Vielleicht ist jetzt jemand da.
43:42Telefon.
43:47Gerd, ja, du, wir haben Neuigkeiten.
43:51Besorg bitte einen Hausdurchsuchungsbefehl für Schilling.
43:55Und ich rufe bei der Staatsanwaltschaft an.
43:59Wir treffen uns dann bei Schilling.
44:00Besitzen Sie eine Waffe, Herr Schilling?
44:19Ich besaß einen Revolver, aber der ist mir gestohlen worden.
44:23Den Waffenschein besitze ich immer noch.
44:24Herr Lachmann hat Sie gestern Abend gesucht.
44:27Woher wissen Sie das?
44:28Die Frage werde ich Ihnen später beantworten.
44:31Was wollte Herr Lachmann von Ihnen?
44:34Geld?
44:34Aber er redete drumherum und als er unverschämt wurde, warf ich ihn raus.
44:43Guten Tag, Herr Schilling.
44:46Danke.
44:47Herr Schilling, wir vermuten, dass Herr Lachmann in Ihrem Haus erschossen worden ist.
44:53Ich habe hier einen Durchsuchungsbefehl, bitte.
44:56Wir haben seine Leiche im Kofferraum des Wagens seiner Schwester gefunden.
45:01Und wir wissen, dass er Ihr Haus nicht durch den vorderen, den Haupteingang, wieder verlassen hat.
45:08Wollen Sie...
45:09Wollen Sie Blutsporen suchen?
45:12Genau das, Herr Schilling.
45:18Sagen Sie...
45:20Haben Sie mehrere solcher Teppiche?
45:22Wieso?
45:30Das letzte Mal lag da ein anderer.
45:32So?
45:33Tja dann.
45:35Vielleicht hat meine Frau ihn in die Reinigung.
45:39Ihre Frau hat die Nacht bei einem bekannten Ehepaar verbracht.
45:44Wir haben die Aussage bereits nachgeprüft.
45:47Leo, die Kollegen von der Durchsuchung sind gerade angekommen.
45:50Ja, die können anfangen. Wir machen hier dann am besten Platz.
45:52Da ist ein Teich hinterm Haus. Soll ich den auch...
45:54Aber sicher.
45:58Henry.
46:00Zentimeter für Zentimeter.
46:02Das ist nie nötig.
46:05Ich habe einen Lachmann erschossen.
46:09Ich habe ihn durch den Garten rausgeschafft und ihn in den Wagen gelegt, den er in der Seitenstraße geparkt hatte.
46:18Es war kein Mord. Er hat mich bedroht. Es war Notwehr.
46:21Und warum haben Sie das nicht der Polizei gemeldet?
46:24Mein Gott, ich habe den Kopf verloren.
46:31Ich habe die Nerven verloren.
46:32Sowas soll ja vorkommen in solch einer Situation.
46:35Wieso hat Herr Lachmann Sie bedroht?
46:39Er wollte Geld.
46:42Er...
46:43Er beschuldigte mich idiotischerweise, meinen Sekretär ermordet zu haben,
46:49der der Freund seiner Schwester war und der die beiden finanziell unterstützt hat.
46:52Er...
46:54Er...
46:54Er war völlig außer sich, weil diese...
46:56Geldquelle nun nicht mehr existiert.
46:58Und daran gab er mir die Schuld.
47:00Er wollte ein...
47:02Er wollte einen...
47:03finanziellen Ausgleich.
47:06Und warum sollte Herr Magun den beiden Geld gegeben haben?
47:09Ich weiß nicht.
47:12Ich weiß nicht, vielleicht, weil er...
47:15sentimental war.
47:18Sie sind vorläufig festgenommen, Herr Schilling.
47:26Er lügt.
47:27Vielleicht, aber als ich mit Theodor Lachmann sprach, machte er wirklich einen etwas merkwürdigen Eindruck.
47:31Dass ich ihm nicht abnehme, ist die Notwehr.
47:33Herr Lachmann, stimmt das, dass Sie von Herrn Magun Geld bekommen haben?
47:42Ja.
47:43Einmal, mehrmals, regelmäßig?
47:45Immer wieder.
47:50Meine Unfallrente ist nicht hoch.
47:54Eckart hat es mir regelrecht aufgedrängt.
47:57Als ich es zuerst nicht annehmen wollte, hat er einen 100-Mark-Schein vor meinen Augen verbrannt.
48:01Verbrannt?
48:03Ja, um mir zu zeigen, was er damit machen würde, wenn ich es nicht annehme.
48:07Wissen Sie, warum Ihr Bruder zu Herrn Schilling gegangen ist?
48:10Nein, ich weiß es nicht!
48:16Er war völlig verändert, nachdem er diesen Brief bekommen hatte.
48:19Welchen Brief?
48:22Einen Tag, nachdem Eckart tot war, hat er von ihm einen Brief bekommen.
48:28Von Herrn Magun.
48:28Er muss ihn geschrieben haben, kurz vor seinem Tod.
48:32Wo ist der Brief?
48:33Ich weiß es nicht.
48:36Er hat mir ja nicht mal gesagt, was in dem Brief drin stand.
48:39Nicht mal andeutungsweise?
48:40Nein!
48:41Nein!
48:41Nein!
48:41Nein!
48:41Nein!
48:41Nein!
48:41Nein!
48:43Nein!
48:43Nein!
48:43Nein!
48:45Nein!
48:46Nein!
48:47Nein!
48:48Nein!
48:49Nein!
48:50Nein!
48:51Nein!
48:52Nein!
48:53Nein!
48:54Nein!
48:55Nein!
48:56Nein!
48:57Nein!
48:58Nein!
48:59Nein!
49:00Nein!
49:01Nein!
49:02Nein!
49:03Nein!
49:04Nein!
49:05Nein!
49:06Nein!
49:07Nein!
49:08Nein!
49:09Nein!
49:10Nein!
49:11Nein!
49:12Nein!
49:13Nein!
49:14Nein!
49:15Nein!
49:16Nein!
49:17Nein!
49:18Nein!
49:19Nein!
49:20Nein!
49:21Nein!
49:22Nein!
49:23Nein!
49:24Nein!
49:25Nein!
49:26Nein!
49:27Nein!
49:28Im Schlafzimmer habe ich alles durchsucht, aber den Brief habe ich nicht gefunden.
49:36Irgendwo muss er sein.
49:37Wenn er ihn ganz einfach verbrannt hat.
49:39Nee, ja, den wird ja eigentlich vor seiner Schwester versteckt, ne?
49:43Hä?
49:45Das ist noch ganz frisch.
49:48Du, ich könnte mir vorstellen, dass man in unmittelbarer Nähe von frischen Farben und halbfertigen Bildern am wenigsten sucht.
49:58Das war's für heute.
50:28Von Magun an Theodor Lachmann.
50:34Das ist er.
50:39Aber das Ende fehlt.
50:40Hä?
50:41Wir haben hier einen Teppich und die Waffe gefunden.
51:07Nach meinem Geständnis war das sicher keine große Tat mehr.
51:11Bitte nehmen Sie Platz.
51:14Herr Schilling, Sie sind mit der Protokollierung des Gesprächs einverstanden.
51:18Bitte.
51:19Darf ich?
51:21Danke.
51:22Kennen Sie die Schrift?
51:27Herr Schilling, es ist die Schrift Ihres Sekretärs, mit dem Sie täglich zusammengearbeitet haben, ne?
51:32Woher haben Sie das?
51:33Das ist ein Brief, den Herr Magun kurz vor seinem Tod geschrieben haben muss.
51:38An Theodor Lachmann.
51:40Den Mann, den Sie angeblich in Notwehr erschossen haben.
51:43Und warum hat er diesen Brief geschrieben?
51:50Weil er dem Bruder seiner zukünftigen Frau die Wahrheit nicht vorenthalten wollte.
51:55Er hatte nämlich die Absicht, Marlies Lachmann zu heiraten.
51:57Ja, und was ist die Wahrheit?
52:01Ach, Herr Schilling.
52:03Herr Magun schreibt, er hätte die letzten vier Jahre für eine schwere Schuld gebüßt.
52:09Jetzt sei er zu der Überzeugung gekommen, dass er diese Schuld sozusagen abgebüßt hätte.
52:14Er hätte wieder Gutmachung geleistet.
52:17Merkwürdig, das verstehe ich nicht.
52:18Ja, merkwürdig.
52:20Und dann wird er deutlicher.
52:21Alle Bücher, die Sie in den letzten vier Jahren geschrieben haben
52:24und durch die Sie erst wirklich berühmt wurden,
52:27hat in Wahrheit er geschrieben.
52:32Wie kommt der Mann dazu, so etwas zu behaupten?
52:34Das ist eine bodenlose Unverschämtheit.
52:39Nun tun Sie doch nicht so, als würden Sie den Brief nicht kennen.
52:41Was wollen Sie damit sagen?
52:43Dass Herr Lachmann Sie mit eben diesem Brief erpressen wollte.
52:46Wahrscheinlich hatte er eine Fotokopie bei sich, die er Ihnen gezeigt hat
52:49und die Sie dann vernichtet haben.
52:52Ja, Moment mal, Moment mal, das ist eine Unterstellung.
52:54Na ja, sagen wir mal, eine sehr naheliegende Vermutung,
52:57durch die erklärt würde, warum Sie Herrn Lachmann erschossen haben.
53:02Ich habe Ihnen schon gesagt, es war Notwehr, aber davon...
53:05Davon jetzt mal ganz abgesehen.
53:08Warum hätte Herr Magun, wenn er schon so ein Genie war,
53:12das alles nicht unter seinem Namen, unter seinem eigenen Namen rausbringen können.
53:18Warum nicht?
53:20Ich meine, dann hätte er doch alles für sich haben können.
53:24Ansehen, Erfolg, ganz zu schweigen von ihm Geld.
53:28Richtig.
53:29Sehen Sie?
53:31Darauf wissen Sie keine Antwort.
53:34Nein.
53:35Aber vielleicht steht die auf der letzten Seite des Briefes.
53:38Herr Kress?
54:07Ja?
54:11Möchten Sie einen Kaffee?
54:13Das ist sehr liebenswürdig, aber ich habe heute schon so viel Kaffee getrunken.
54:18Nichts gefunden?
54:21Noch nicht.
54:27Eigentlich komisch.
54:30Grün war gar nicht seine Farbe.
54:33Das ist das Letzte, was er gemerkt hat.
54:35Ja.
54:37Ja.
54:37Ja.
54:37Ja.
54:38Ja.
54:38Vielen Dank.
55:08Vielen Dank.
56:08Herr Schilling, wir wissen jetzt, wie Sie Herrn Magun dazu gebracht haben, für Sie zu scheiden.
56:14Steht tatsächlich auf der letzten Seite des Briefes.
56:23Herr Lachmann hat Sie erpresst und Sie haben Herrn Magun erpresst.
56:26Er fuhr mich nach Haus nachts. Ich durfte ja nicht fahren.
56:38Ja, weil man ihm den Führerschein abgenommen hatte.
56:40Ja, ich schlief halt. Er fuhr ziemlich schnell. Ich weiß nicht warum.
56:47Es war einfach weiter. Es sei nichts geschehen.
57:01Ich wusste, wie gut er schreiben konnte. Das habe ich mir zunutze gemacht.
57:07War nicht schwer. Er bestand nur noch aus Schuldgefühlen.
57:10Wann hatte Herr Magun Ihnen gesagt, dass er die Wahrheit aufdecken wollte?
57:14Vor einer Woche.
57:16Wir wissen, dass die letzten Mitter am Campingplatz waren.
57:20Der Tank war der in die Züngerzen gewechselt, hat er sie erkannt.
57:22Hatten Sie die Idee mit dem Sicherheitsventil?
57:29Herr Magun hatte eine Geschichte geschrieben, die so begann.
57:37Ich habe das Manuskript dann verbrannt.
57:40Damit sind Sie des Mordes an Eckart Magun überführt, Herr Schilling.
57:44Und dann kam Lachmann mit dem Brief, von dem Sie nichts wussten.
57:48Ja.
57:48Noch eine Frage, Herr Schilling.
57:52Warum sollte Herr Lachmann Sie tätlich angreifen?
57:55Er wollte Sie erpressen.
57:57Also geben Sie es zu, es war keine Notwehr.
58:02Wissen Sie, wer das Opfer des Unfalls war?
58:06Können Sie sich das nicht denken?
58:08Wissen Sie, wer das Opfer des Unfalls war?
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