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Hauptkommissar Voss _ Jan-Gregor Kremp /
Drehbuch - Jan von der Bank /
Regie - Michael Schneider /
#krimiserie #alte #kommissar zdf

Kategorie

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TV
Transkript
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04:30Totale Entspannung, hat er gesagt. Für mich klingt das noch eine einsame Insel. Malediven, Seychellen, irgend sowas.
04:54Hat ihm doch viel zu weit für nur zwei Wochen. Glaub mir, der sitzt auf einer Berghütte und genießt die Aussicht.
05:00Seid ihr schon wieder dabei? Wenn Richard geahnt hätte, dass hier keiner mehr arbeitet und alle nur noch wild rumspekulieren, dann hätte er bestimmt nicht so ein Geheimnis aus seinem Urlaubsort gemacht.
05:09Was ist dein Tipp? Insel oder Berge?
05:12Weder noch. Richard Voss ist ins Kloster gegangen.
05:18Na klar.
05:19Siehste, er weiß es auch nicht.
05:21Naja, ich hab zu tun.
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05:32Ja!
06:02Ich weiß, wer Sie sind. Ich muss Sie dringend sprechen.
06:06Verraten Sie niemand davon. Pater Valerius.
06:20Ist aber nett von Ihnen, dass ich noch was bekomme.
06:25Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so lang geschlafen habe.
06:29Aber es ist auch so schön ruhig hier, bei Ihnen draußen.
06:33Sagen Sie ...
06:59... und ich weiß, was Sie sind.
07:01Ich weiß, was Sie sind.
07:03Ich weiß, was Sie sind.
07:05Das war's für heute.
07:35Der Anhänger muss zur Scheune rüber. Die warten schon drauf.
07:52Entschuldigung.
07:53Ja, bitte?
07:55Voss, mein Name. Ich wohne drüben im Kloster, wo rüber geht.
07:59Ah, der Klosterurlauber. Und, schon eingewöhnt?
08:02Bestens. Bis auf das Bett vielleicht.
08:05Ja, Komfort suchen Sie doch ergebens. Das verschweigen die von der Buchungsagentur gern.
08:10Naja, es heißt ja auch Wellness für die Seele und nicht für den Rücken.
08:13Und Sie sind der Pächter vom Klosterhut?
08:15Ja.
08:15Ziemlich großer Betrieb.
08:18Sie hätten das alles mal vor zehn Jahren sehen sollen. Ein paar kümmerliche Streuobstwiesen, die Vieh- und Ackerwirtschaft im Minus.
08:26Damals habe ich zum Abt gesagt, Zacharias, ich übernehme das nur, wenn wir auf Plantage umstellen.
08:31Scheint sich ja gelohnt zu haben.
08:32Allerdings. Hans, Wechselgeld für den Laden. Von der Ökoschiene ganz zu schweigen. Der Klosterladen und die Obstbrennerei Brummen. Waren Sie schon da?
08:43Ja, natürlich. Sagen Sie, Herr...
08:46Rösler.
08:46Herr Rösler, wissen Sie vielleicht, was da heute Morgen im Kloster los ist?
08:51Einer der Brüder ist heute Nacht verstorben.
08:54Oh. Plötzlich?
08:55Niemand nimmt. Er war schon ein bisschen älter und hat ein schwaches Herz. Der Hausarzt, der Abtei, hat es mir verraten.
09:03Als ich den heute Morgen aus dem Hausabkommen sehen, wusste ich gleich, was los ist.
09:08Ich muss weiter.
09:10Wie heißt der Tote?
09:11Valerius. Wiedersehen.
09:13Wiedersehen.
09:14Und schönen Aufenthalt.
09:16Danke.
09:16Ich weiß, wer Sie sind. Ich muss Sie dringend sprechen. Verraten Sie niemand davon. Pater Valerius.
09:43Was Sie wünschen?
09:44Ich habe von Pater Valerius' Tod gehört und wollte Ihnen mein Beileid aussprechen.
09:51Wir wissen, Ihr Mitleid wohl zu schätzen, Herr Forst. Danke.
09:55Alle irdischen Wege münden im Tod, aber durch Christi Auferstehung hat er seinen Schrecken verloren.
10:06Wenn Sie uns jetzt bitte wieder allein lassen würden.
10:09Ich wollte Ihnen meine Hilfe anbieten.
10:11Wissen Sie schon, woran er gestorben ist?
10:15Was geht Sie denn das an?
10:17Sind Sie Arzt?
10:18Einer Ihrer Kollegen war schon hier.
10:21Ihr Angebot ist sehr freundlich.
10:23Aber Dr. Möller ist unser langjähriger Hausarzt.
10:27Er hat als Todesursache einen Infarkt attestiert.
10:30Valerius hatte seit Jahren eine Herzschwäche.
10:33Und trotzdem hat er in der Landwirtschaft gearbeitet?
10:36Wie kommen Sie denn da rauf?
10:38Er war unser Archivar.
10:39Dann frage ich mich, woher der Leben auf seiner Kutte kommt unter seinen Füßen.
10:45Er war barfuß, als er hier ankam.
10:47Vermutlich ein Anflug von Verwirrtheit im Angesicht des nahen Todes.
10:52Ohne Schuhe.
10:53Sagen Sie, worauf wollen Sie eigentlich hinaus?
10:59Glauben Sie nicht, dass es besser wäre, die Polizei zu informieren?
11:03Das ist eine pietätlose Frechheit.
11:07Herr Foss, der Tod unseres Bruders ist schlimm genug für unsere Gemeinschaft.
11:12Also stiften Sie nicht noch mehr Unruhe mit Ihren absurden Ideen.
11:16Andernfalls sehe ich mich gezwungen, Ihr Gastrecht aufzuheben.
11:18Und jetzt lassen Sie uns endlich wieder alleine.
11:25Entschuldigen Sie.
11:27Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
11:46Richter hier, Mordkommission 2.
11:48Ach, Richard, wie schön. Wo steckst du denn?
11:54Im Kloster.
11:57Hör zu, ich habe hier einen Todesfall.
11:59Ist alles ein bisschen merkwürdig.
12:01Den sollten wir näher untersuchen.
12:03Könnt ihr vielleicht rauskommen?
12:04Ja, Moment.
12:06Verstehe.
12:07Kloster Elkofen.
12:09Hast du das?
12:11Wir sind gleich da. Bis dann.
12:12Sieht so aus, als hätten wir einen Fall.
12:18Du und ein Kloster.
12:19Ich wusste gar nicht, dass du religiös bist.
12:21Bin ich auch gar nicht.
12:23Die Teilnahme an der Messe und den Gebeten ist freiwillig.
12:26Ich wollte ein bisschen entspannen, Ruhe finden.
12:28Und findest bei der Gelegenheit die nächste Leiche.
12:30Ja, Glückwunsch.
12:32Du meinst, die Mönche wissen gar nicht, dass du bei der Kripo bist?
12:35Nein.
12:36Die Buchung ist über eine Münchner Agentur gelaufen.
12:39Und die Brüder scheinen sich nicht für das weltliche Leben ihrer Gäste zu interessieren.
12:43Bis auf einen vielleicht.
12:45Wie hat er es rausgefunden?
12:49Am ersten Tag hat er mich zu einem Rundgang abgeholt.
12:52Da habe ich gerade meine Tasche ausgepackt.
12:54Vielleicht hat er meine Dienstmarke gesehen.
12:57Ich weiß, wer Sie sind.
12:59Ich muss Sie dringend sprechen.
13:02Verraten Sie niemand davon.
13:05Ja, jetzt kann er nichts mehr verraten.
13:09Ruhigen Sie sich doch mal.
13:10Ich denke gar nicht daran.
13:11Er wird nirgendwo hingebracht.
13:13Herr Voss, Herr Voss, wie können Sie es wagen?
13:18Sie...
13:18Ich wünsche, dass Sie unser Kloster auf der Stelle verlassen.
13:23Wer ist der verantwortliche Kommissar?
13:26Im Namen meines Klosters verlange ich, dass Sie dieses unwürdige Vorgehen sofort unterbrechen
13:30und uns Pater Valerios Leichnam zurückgeben.
13:34Der Trauergottesdienst und die Beisetzung sind ja schon angesetzt.
13:37Er, er ist der leitende Kommissar.
13:40Tut mir leid, Abt Zacharias.
13:42Nein, mir tut es leid, Herr Kommissar.
13:46Wir haben einen amtlichen Totenschein und Sie haben kein Recht, den einfach anzuzweifeln.
13:49Ich versuche schon die ganze Zeit Ihnen das zu erklären.
13:52Hier.
13:54Anfangs Verdacht eines Fremdverschuldens.
13:58Das heißt, Sie unterstellen uns, dass der Mörder in unseren Kreisen zu suchen ist?
14:02Sagen wir lieber, ich möchte es ausschließen.
14:05Und genau deswegen werden wir Valerios Leichnam untersuchen.
14:08Mit aller gebotenen Achtung natürlich.
14:11Das wird der Nachspieler haben, fast. Das verspreche ich Ihnen.
14:13Ja.
14:14Unser Kloster hat Freunde und Förderer in allerhöchsten Kreisen.
14:17Wen meint er damit?
14:20Doch nicht etwa aller, allerhöchste Kreise?
14:22Wer da oben wird wohl kaum was dagegen haben, wenn wir hier unten ein bisschen Licht in die Sache bringen.
14:27Vielleicht hilft er uns sogar.
14:29Erst sagst du, du bist nicht religiös und jetzt glaubst du doch an den lieben Gott.
14:33Ja. So bin ich. Ein Wetterfähnchen in Gottes großem Garten.
14:39Wer fährt?
14:41Ich fahr.
14:47Verschwinde!
14:47Ich will zu Zaharias!
14:49Du hast hier nichts zu suchen.
14:50Und zwar sofort!
14:51Geh, oder ich hole die Knechte. Du weißt, dass du hier nichts zu suchen hast. Geh!
14:55Wo ist er?
14:56Du sollst gehen!
14:59Geh!
15:02Verlogener Bundeskanz.
15:03Ah, Kontemplation.
15:16Nein, das hast du jetzt gesagt. Aber diese Ruhe, das ist wirklich nicht zu unterschätzen.
15:22Mit euch habe ich erst in einer Stunde gerechnet.
15:25Wie sieht's denn aus?
15:27Todesursache war kein Infarkt, sondern eine Atemlähmung,
15:31hervorgerufen durch ein starkes Nervengift.
15:35Was für ein Gift?
15:36Das Labor meldet sich, sobald Sie es klassifiziert haben.
15:39Das gleiche gilt für die Erde an seiner Kutte.
15:42Aber das eigentlich
15:44bemerkenswerte ist,
15:45dass er die tödliche Dosis
15:47weder oral
15:48noch durch eine Injektion abbekommen hat,
15:51sondern über die Haut.
15:53Das Ganze ist ein
15:55Kontaktgift.
16:06Spielverderber.
16:07Woher wusstest du das?
16:11Er war barfuß, als er starb.
16:13Und seine Schuhe sind verschwunden.
16:16Du meinst, jemand hat sie mit Gift präpariert
16:18und anschließend verschwinden lassen?
16:20Das klingt ja mehr nach KGB als nach Kloster.
16:25Ah, hallo.
16:27Das Gift, das ihn getötet hat,
16:28ist E605.
16:30Eine flüssige,
16:32in reinem Zustand Farb- und geruchlose Verbindung,
16:34die als Insektizid
16:36in den Handel gelangte Variante
16:37ist farblich markiert
16:39und weist einen knoblauchartigen Geruch auf.
16:43Ist das Zeug
16:43nicht sogar verwandt
16:44mit diesen fiesen Kampfstoffen?
16:46Tabun, Sarin?
16:47Ja, und deswegen ist es seit 2001 verboten.
16:51E605 verhindert den Abbau
16:53von Neurotransmittern
16:54zwischen Nervenzellen und Muskeln.
16:56Folge sind Krämpfe
16:58und Atemwegslähmung.
16:59Die letale Dosis liegt bereits
17:01bei etwa 200 Milligramm.
17:05Verflixt.
17:07Der gute Pater Valerius
17:08muss eine ziemlich heikle Story
17:10für dich gehabt haben.
17:12Du hast keine Ahnung,
17:13um was es gehen könnte?
17:14Nee, leider nicht.
17:16Also dann sammelt mal schön
17:18alles, was ihr finden könnt.
17:19Über das Kloster, den Abt,
17:21den Stellvertreter,
17:23eventuelle finanzielle Verstrickungen
17:25des Gutsbetriebs
17:26und so weiter und so weiter.
17:28Und was machst du?
17:30Ich?
17:31Ich gehe zurück ins Kloster.
17:33Ich habe Urlaub.
17:35Ach ja, weiß einer von euch,
17:37wo ich so eine Luftmatratze kaufen kann?
17:41Ach.
17:41Ach.
17:41Ach.
17:46Gift an den Füßen?
17:50Ja.
17:51Deswegen müssen wir seine Schuhe finden,
17:53bevor noch jemand anders
17:53zu Schaden kommt.
17:55Die Kollegen der Spurensicherung
17:56kümmern sich drum.
17:58Das haben wir bereits bemerkt.
17:59Sonst noch was?
18:00Ja.
18:01Es wäre hilfreich,
18:02wenn ich eine Liste bekommen könnte
18:03mit allen Personen,
18:04die im Kloster ein- und ausgehen.
18:06Die Patris,
18:07zivile Angestellte,
18:08Mitarbeiter des Klostergutes.
18:11Ach ja,
18:11und dann wollte ich Ihnen noch mitteilen,
18:13dass ich doch noch ein paar Tage
18:14länger hierbleiben werde.
18:16Völlig ausgeschlossen.
18:18Es herrscht schon genug Unruhe
18:19unter den Brüdern.
18:21Es geht um die Aufklärung
18:22eines mutmaßlichen Verbrechens.
18:23Vergessen Sie das nicht.
18:24Dass keiner von uns hier begangen hat.
18:26Es muss jemand von außerhalb
18:27des Klosters gewesen sein.
18:28Das werden wir herausfinden.
18:30Abzach Arias,
18:31ich rate Ihnen dringend,
18:32meinen Vorschlag anzunehmen.
18:35Also gut,
18:37ich werde die Brüder
18:38bei der nächsten Kapitelversammlung
18:39darüber aufklären,
18:40was passiert ist
18:41und Ihnen sagen,
18:42dass Sie Ihre Fragen
18:42beantworten sollen.
18:45Danke.
18:49Ah, eine Sache noch.
18:52Wer war der Mann gestern
18:53vor dem Kloster,
18:54der mit dem Sie Streit hatten,
18:55Prio Ansgar?
18:57Er heißt Oswald Stengele
18:59und hat bis vor kurzem
19:00unsere Fischerei
19:01unten am See betreut.
19:04Und außerdem ist der
19:04Valerius leiblicher Bruder.
19:07Und warum haben Sie ihn
19:08weggeschickt?
19:09Weil er Hausverbot hat
19:10im Kloster.
19:11Weil er ein Säufer ist,
19:12ein Unruhestifter
19:13und ein Lügner.
19:15Oswald ist ein schwieriger Mensch.
19:17Wir mussten ihn entlassen
19:18vor zwei Wochen,
19:19weil er wiederholt
19:20Geld unterschlagen hat
19:22und ein paar Mal zu oft
19:23betrunken war bei der Arbeit.
19:25Aber sein Erscheingest
19:26muss rein zufällig gewesen sein.
19:29Vielleicht hat er im Dorf
19:30über Valerius Tod erfahren.
19:32Sie hatten ihn also
19:33noch gar nicht informiert?
19:34Nein, aber ich hätte
19:36ihm in den nächsten Tagen
19:37geschrieben.
19:38Warum wollten Sie es ihm
19:39nicht persönlich sagen?
19:41Immerhin ist er sein Bruder.
19:43Die beiden hatten kaum
19:44mehr miteinander was zu tun.
19:46Wissen Sie,
19:47wenn ein Mönch
19:47die Profess ablegt,
19:49dann lässt er auch
19:50alle weltlichen Bindungen
19:51hinter sich.
19:53Valerius Familie
19:53war der Orden.
19:57Verstehe.
19:58Ja, Herr Rhein?
20:23Entschuldigung,
20:23die,
20:23die Liste,
20:26wer zum Kloster gehört.
20:27Danke.
20:28Sie sind ganz
20:30anderer Meinung,
20:31was Stengele betrifft,
20:32habe ich recht.
20:34Allerdings.
20:37Am Abend
20:37vor Valerius Tod
20:39hat er einen Streit
20:40vom Zaun gebrochen.
20:42Und er wäre sicher
20:43auf ihn losgegangen,
20:43wenn nicht Manfred Rösler
20:44und einer der Knechte
20:45dazwischen gegangen wären.
20:46Ich dachte,
20:47das sollten Sie wissen.
20:49Danke.
20:52Angenehme Nachtruhe.
20:55Hatten Sie vor,
20:56nach Schwimmen zu gehen?
20:56Axel,
21:08ich bin's,
21:08Richard.
21:09Könnt ihr morgens früh
21:10zum Kloster rauskommen?
21:12Wir müssen mit ein paar
21:12Leuten reden.
21:14Vor allem mit
21:14Valerius Bruder.
21:15Ich bin's,
21:29ich bin's,
21:31ich bin's,
21:31ich bin's.
21:32Amen.
22:02Beneficat Vos a Omnipotens Deus, Pater, Filius et Spiritus Sanctus.
22:14Amen.
22:16I temissa est, und denkt an unsere lieben Verstorbenen.
22:21Deo gratias.
22:28Ich dachte, Sie gehen nicht in die Messen.
22:31Dachte ich auch. Tja, so kann es gehen.
22:41Für mich ist die Morgenmesse ein Muss, ein Moment der Kontemplation, bevor der tägliche Stress losgeht.
22:47Täte Ihnen vielleicht auch öfter ganz gut, Herr Kommissar.
22:50Ach, das hat sich ja schnell herumgesprochen.
22:53Was dachten Sie denn, dass wir hier in Elkoven immer noch das Schweigegelübde haben?
22:57Erzählen Sie mir von dem Streit, den Valerius mit seinem Bruder hatte.
23:01Ach das?
23:02Ich bin erst später dazugekommen.
23:03Es ging um Oswalds Rauswurf.
23:05Offensichtlich war er der Meinung, dass Valerius das hätte verhindern müssen.
23:09Hätte er das denn gekonnt?
23:10Nein.
23:11In diesem Orden herrscht eine ziemlich strenge Hierarchie und Disziplin.
23:16Der Abt entscheidet, die Mönche haben zu schweigen und zu gehorchen.
23:20Manche mögen das archaisch nennen, ich finde es irgendwie beruhigend.
23:24Genau da hat es übrigens immer schon bei Oswald gehapert.
23:28Disziplin und Gehorsam.
23:30Besonders wenn er einen Intus hat.
23:33Ist er gewalttätig, wenn er was getrunken hat?
23:35Sie wollen wissen, ob er Valerius umgebracht haben könnte?
23:38Ehrlich gesagt, ich glaube nicht.
23:40Es wäre gegen die Gebote.
23:41Irgendwo ist er auch immer noch ein sehrgläubiger Mensch.
23:44Er war ja sogar mal Laienbruder in dieser Abtei.
23:48Tatsächlich?
23:52Allerdings wurde er nie zur Priesterweihe zugelassen.
23:55Stichwort Disziplinmangel.
23:57Den Posten in der Fischerei hat Valerius ihm verschafft,
24:00damit er eine Aufgabe hat.
24:03Verzeihen Sie, aber ich muss den Laden aufmachen.
24:06Herr Kommissar?
24:08Ja.
24:09Sagen Sie, stimmt es, dass Valerius vergiftet wurde über seine Schuhe?
24:16Ja.
24:18Ich will jetzt nichts in die Welt setzen.
24:21Aber Oswald Stengele hat einen Gift-Tick.
24:24Einen was?
24:25Er behauptet, dass jemand hergeht und seine Fische vergiftet.
24:28Er ist regelrecht besessen von dieser Idee.
24:32Na ja, vielleicht hilft Ihnen das ja weiter.
24:34Ach, vielleicht. Danke.
24:36Bitte sehr.
24:38Wir dachten, du liegst auf der Luftmatratze und schläfst?
24:42Ich war in der Frühmesse und mit Rösler habe ich auch schon geredet.
24:45Ihr könnt euch also gleich das Archiv vornehmen.
24:47Das mache ich.
24:48Werner wollte ein bisschen spazieren gehen.
24:50Bitte?
24:51Bodenproben nehmen für den Abgleich mit der Kutte von Valerius.
24:54Habt ihr schon was rausgefunden?
24:56Du nicht viel.
24:57Die Mutterabtei in Regensburg ist ausgesprochen knauserig mit Informationen.
25:03Fest steht, dass die alle gut vernetzt sind.
25:05Es gibt einen Förderverein, Freunde der Abtei.
25:08Da sitzen auch eine Menge hohe Tiere aus der Umgebung drin.
25:11Und finanziell steht Elkhofen blendend da, dank der Einnahmen aus der Obstplantage und dem Bioladen.
25:15Das erklärt, warum der Pächter und der Abt so dicke Freunde sind.
25:19Mhm.
25:20Noch was.
25:21Es gab vor zehn Jahren hier in der Gegend mal einen Giftunfall.
25:23Dabei sind zwei kleine Kinder gestorben.
25:25Die haben in der Hütte ihres Großvaters mit Pestizid hantiert.
25:28Aber nicht E605.
25:29Nee, irgendein anderes Zeug.
25:31Übrigens, der Stängele soll ein ziemlicher Stinkstiefel sein.
25:35Der lebt alleine auf dem Hof, den er von seinen Eltern geerbt hat.
25:38Hier ist unsere Bibliothek mit den Studierplätzen.
25:44Und das Archiv befindet sich hier hinten.
25:49Dort stehen die Jahrbücher und Valerios Arbeitsplatz ist hier.
26:02Welche Art Information hat er denn archiviert?
26:21Alles, was das Kloster betrifft.
26:24Fotos, Hirtenbriefe, Pressetexte über kirchliche und weltliche Feierlichkeiten,
26:29die wir rund ums Jahr ausrichten.
26:31So wie unsere eigenen Berichte und buchhalterischen Unterlagen.
26:35Und das hat er dann in diesen Jahrbüchern gesammelt?
26:38Kopiert und gebunden, ja.
26:41Da fehlt eins.
26:48Ach so, ja.
26:49Ja, das kommt vor, wenn sich einer unserer Brüder etwas ausleiht.
26:59Ah, da ist es ja.
27:11Aber da gehört es jedenfalls nicht hin.
27:14Schön.
27:16Schauen Sie sich ruhig um, solange Sie wollen.
27:18Ich bin in meinem Büro.
27:20Den Trauergottesdienst für ihn vorbereiten.
27:22Ziemlich runtergekommen.
27:29Bei mir sieht es auch nicht viel besser aus.
27:32Das glaube ich.
27:34Es scheint wirklich keiner da zu sein.
27:36Was wollen Sie?
27:49Mit Ihnen über Ihren Bruder reden.
27:56Was gibt's denn noch zu reden?
27:57Er ist tot.
27:58Also lassen Sie mich in Ruhe.
28:00Es scheint Ihnen nicht gerade leid zu tun.
28:02Er hat mich verraten, dieser frömmelnde Pharisäer.
28:08Der ist um keinen Deut besser als die anderen Schönheiligen da oben.
28:12Und jetzt gehen Sie.
28:14Ich kann verstehen, dass Sie schlecht auf die zu sprechen sind.
28:17Nach 20 Jahren im Klosterdienst einfach davon gejagt zu werden,
28:21das ist nicht gerade das, was man barmherzig nennen kann.
28:25Was wollen Sie überhaupt?
28:29Ross, Kripo München.
28:35Hat man Ihnen nicht gesagt, dass Ihr Bruder ermordet wurde?
28:41Nein, das wusste ich nicht.
28:44Wo waren Sie Montagnacht?
28:47Hier?
28:50Und zwar allein.
28:51Ohne Zeugen.
28:54War ja klar, dass Zacharias behaupten würde, ich wär's gewesen.
28:57Und waren Sie's?
29:03Sie sollten besser mit uns reden.
29:11Ja, bitte?
29:14So, ich bin soweit fertig.
29:16Haben Sie etwas finden können, das Ihnen hilft?
29:18Wie man's nimmt.
29:20Zumindest kann ich mir jetzt ein Bild von seiner Arbeit machen.
29:24Sie sagten, dass die Bücher ausgeliehen werden können.
29:30Hätten Sie was dagegen, wenn ich das hier für ein oder zwei Tage mitnehme?
29:34Nein, nein, nein. Nehmen Sie's nur.
29:38Ich weiß sowieso nicht, warum ich's nicht gleich wieder zurückgestellt habe.
29:42Danke.
29:43Soll ich Sie hinausbegleiten?
29:44Vielen Dank, aber ich glaube, ich finde den Weg.
29:47Der Streit?
29:48Ja.
29:49Herr Gott.
29:50Ich habe ihn gebeten, mir zu helfen.
29:53Ach, war so angefleht habe ich ihn.
29:55Er kommt doch an alle Unterlagen heran.
29:57In seinem Archiv da oben, aber...
29:59Es wäre für ihn ein leichtes gewesen, zu beweisen, dass ich recht habe.
30:02Aber er wollte nicht.
30:16Es war ihm nicht wichtig genug.
30:19Ich war ihm nicht wichtig genug.
30:23Kann ich auch so einen haben?
30:30Natürlich.
30:33Das heißt, alle Vorwürfe gegen Sie waren erfunden?
30:38Das ist alles nur ein Vorwand, um nicht loszuwerden.
30:42Ich bin zu Herr Reas zu unbequem geworden.
30:48Zu unbequem?
30:49Wieso?
30:51Wegen dem Gift im See.
30:54Was glauben Sie, wie viele Briefe ich deswegen geschrieben habe?
30:57An den Abt, an den Landrat, sogar an den Primasterabteil.
31:00Wir haben alle auf Durchzug gestellt.
31:06Aber wir sollten Sie das mal sehen.
31:08Wenn es regnet, ist es besonders schlimm.
31:10Dann kommt das Teufelszeug eimerweise den Bacher runter.
31:13Direkt aus Röslers, ach so sauberen Obstplantage.
31:17Und am nächsten Tag ist der ganze See voller toter Fische.
31:23Aber der Herr Rösler betreibt doch biologischen Anbau ohne jedes Gift.
31:28So was wird vom Staat kontrolliert.
31:29Ach, ein Scheiß wird da kontrolliert.
31:32Die stecken noch alle unter einer Decke.
31:34Sogar das Amt für Gewässerschutz hängt da mit drin.
31:38Oder wie erklären Sie sich?
31:40Dass alle meine Wasserproben, die ich da hingeschickt habe, verschwunden sind.
31:44Und die Fischkadaver?
31:48Solche Geschwüre waren da drin.
31:50Also hauen Sie mir bloß ab mit diesem Rösler.
31:53Entschuldigung, kann ich mal Ihre Toilette benutzen?
31:57Erster Stück.
31:59Danke.
32:00Wenn Sie am See ein Schwein gibt, dann isst ihr was.
32:30Brennkolben, Destillationsbrücke, Kühler.
32:34Brennkolben, Destillationsbrücke, Kühler.
32:35Damit kann man schon eine ganze Menge anfangen, sagen die vom KTU-Labor.
32:38Du meinst, dass er das Zeug da zusammen gemixt hat?
32:40Warum nicht?
32:54Es ist kein Problem, dass wir es nicht mehr machen, nicht mehr machen.
32:56Brennkolben, Destillationsbrücke, Kühler.
33:00Damit kann man schon eine ganze Menge anfangen, sagen die vom KTU-Labor.
33:03Du meinst, dass er das Zeug da zusammen gemixt hat?
33:05Warum nicht? Es ist kein E-605, aber die Analyse der Reagenzgläser steht ja noch aus.
33:12Was meinst du denn zu Richard?
33:15Niemand hat ihm geglaubt.
33:18Ich kann verstehen, dass er da irgendwann auf die Idee gekommen ist, die Sache selber zu beweisen.
33:22Dem Abt, den Leuten vom Gewässerschutz. Hast du mit denen gesprochen?
33:26Ja, der ist aber auch als Quirulant und Spinner bekannt.
33:30Anfänglich haben sie seine Angaben noch geprüft, später nicht mehr.
33:32Gift haben sie ihm nie feststellen können.
33:35Und es bleibt die Tatsache, dass er für die Tatnacht kein Alibi hat, aber ein schlüssiges Motiv, nämlich Eifersucht.
33:41Weil er auch Mönch werden wollte.
33:43Genau, aber sie haben ihn nicht zugelassen.
33:45Stattdessen haben sie ihn mit der Fischzucht abgespeist und auch die haben sie ihm vor 14 Tagen genommen.
33:50Sie haben ihn verstoßen, allen voran sein eigener Bruder.
33:52Ja, ja, ihr habt ja recht.
33:55Aber eine Chance gebe ich ihm noch.
33:58Er hat doch im Zusammenhang mit dem Streit erwähnt, dass Valerius etwas hätte, das ihn entlasten könnte.
34:04Unterlagen in seinem Archiv.
34:07Hast du eine Ahnung, was das sein könnte?
34:08Ich bin gerade dran.
34:10Was ist das?
34:12Die Klosterchronik von 2002.
34:15Wie ist es mal?
34:1622. Januar Wahl zum neuen Abt.
34:21Kandidaten Pater Zacharias und Prio Valerius, das gibt's doch gar nicht.
34:27Der war mal Prio?
34:29Und eigentlich hätte er als Stellvertreter des alten Abtes der logische Nachfolger sein müssen.
34:34Dass Zacharias als einfacher Mönch überhaupt gegen ihn angetreten ist, muss er ihn schon wundern.
34:42Und dass er gewonnen hat noch viel mehr.
34:44Und dann macht er auch noch Ansgar zum Prio und degradiert Valerius zum Archivar.
34:48Also wenn da mal nicht der Hund begraben liegt.
34:50Ich melde mich morgen wieder.
34:51Wieso ist es eigentlich zu dieser Kampfabstimmung gekommen?
35:02Als Prio war Valerius doch der logische Nachfolger.
35:06So genau erinnere ich mich nicht.
35:08Vater, bitte.
35:15Es ist wichtig.
35:17Hatte es vielleicht mit Valerius Bruder Auswahl zu tun?
35:21Also gut.
35:23Es gab im Vorfeld der Wahl Gerüchte.
35:25Unschöne Vorwürfe, verstehen Sie?
35:29Valerius soll angeblich...
35:30Hältst du es richtig, dass dein Bruder die Arbeit allein erledigt, während du hier eidlich Schwätzchen hältst?
35:35Entschuldigen Sie bitte, Prio Ansgar, ich habe ihm Fragen gestellt.
35:39Wofür ich, wie Sie wissen, die Erlaubnis des Abtes habe.
35:41Gleichwohl darf er darüber seine Aufgaben nicht vernachlässigen.
35:44Das hätte er eigentlich wissen müssen.
35:46Er wird daher, während wir zu Abendessen, allein in seiner Zelle sein.
35:50Was umso bedauerlicher ist, da die heutige Tischlesung dem Andenken unseres verstorbenen Mitbruders gewidmet ist.
35:59Es tut mir leid. Das wollte ich nicht.
36:04Psst, Herr Kommissar.
36:18Valerius hatte Oswald die Fischerstelle zugeschanzt. Das wusste jeder.
36:22Und auch hat er immer recht großzügig über sein Alkoholproblem hinweg gesehen.
36:25Dann gab es ein paar Diebstähle. Bootemotor, Fischereigeräte. Und schließlich noch Bargeld aus der Kasse, hier in der Abtei.
36:35War das viel Bargeld?
36:46Alles in allen ein paar hundert Euro. Nichts Dramatisches.
36:50Und man konnte Oswald nie was nachweisen.
36:52Geschadet hat es Valerius nur, weil jemand die Sache in Regensburg gemeldet hat.
36:56Der Abbrimers persönlich hat Valerius gerügt. Er hätte nicht genügend für die Aufklärung getan.
37:01Und weiß man, wer das gemeldet hat?
37:04Nicht wirklich.
37:05Zargarias war er es nicht. Aber es muss jemand gewesen sein, der einen Vorteil davon hatte, dass er abt wurde.
37:10Hanska vielleicht?
37:25Mehr hören Sie nicht von mir. Ich war eh schon viel zu geschwätzig.
37:30Na gut, so gesehen bin ich froh, dass Sie überhaupt was gesagt haben.
37:34Hansi, ich liebe dieses Kloster von ganzem Herzen. Aber für uns Jüngere ist es oft schwierig.
37:40Ich meine, wir sind ja nicht blind dafür, wie sich die Welt da draußen verändert.
37:43Aber nachmüht man sich in unserem Orden, wer es ein bisschen oft nimmt.
37:46Wenn er einen zieht, weiß er sofort, was los ist.
37:48Meine Brüder, ist die abgeschlossen?
37:50Nein, die ist immer auf. Sie können vorne wieder rein. Danke.
37:51Nein, bis. Das ist mir eine große Freude.
37:58Die entsprechenden Textstellen, die sicher auch Bruder Valerius gewählt hätte,
38:03findet ihr im Buch unter den entsprechenden Markierungen.
38:06Wer war dieser Mensch, dieser Bruder Valerius?
38:09Ich habe hier den Laborbericht zu den Erdpartikeln.
38:22Es handelt sich nicht um Gartenerde aus dem Betenroth ums Kloster,
38:25sondern um Lehmboden. Vermutlich aus einer der Obstplantagen.
38:28Er wird da auf seinen Mörder getroffen sein.
38:32Werner, schau dir das mal an und sag mir, was du davon hältst.
38:39Bauzeichnungen, Kostenvorenschlag, Planfeststellung Frühjahr 2002.
38:46Oh, das ist eine Liste mit Baumaßnahmen des Klosters.
38:50Nein, nein, ich meine ja nicht den Inhalt, sondern hier, die Bindung.
38:56Sieht aus, als hätte jemand ein paar Seiten rausgerissen.
38:59Warum sollte dieser jemand das tun, wenn es doch nur um Baumaßnahmen geht?
39:03Hier sind Stempel. Genehmigung Bauamt Elkofen mit einer Telefonnummer.
39:08Ruf doch mal an morgen früh.
39:09Wo, sagtest du, hat er seinen Mörder getroffen?
39:39Ruf doch mal an.
40:09Ruf doch mal an.
40:39Ruf doch mal an.
40:41Ruf doch mal an.
40:43Ruf doch mal an.
40:45Untertitelung des ZDF, 2020
41:15Untertitelung des ZDF, 2020
41:460.30 Uhr bei der Mitternachtsmesse war er noch dabei
41:48Als er heute früh zu laut ist, fehlte, haben sie mich gleich geweckt
41:52Ob Zacharias was geahnt hätte
41:54Geahnt oder gewusst?
41:58Auf mich hat er einen ehrlich geschockten Eindruck gemacht
42:00Was hältst du von der Wunde?
42:03Muss ich mir noch genauer ansehen
42:05Aber der Schlag muss ziemlich hart gewesen sein
42:08Und der Gegenstand auch
42:09Vielleicht ein Paddel von einem Boot
42:11Nee, schärfer
42:13Eher ein Spaten oder ein anderes kantiges Metallteil
42:17Ich will mit Oswald Stengele sprechen
42:20Auf dem Präsidium
42:21Okay
42:22Ich will mit Oswald Stengele
42:28Ich will mit Oswald Stengele
42:34Ich will mit Oswald Stengele
42:38Ich will mit Oswald Stengele
42:40Ich will mit Oswald Stengele
42:41Ich will mit Oswald Stengele
42:44Ich will mit Oswald Stengele
42:46Herr Stengele
43:02Herr Stengele?
43:07Herr Stengele?
43:14Herr Stengele, wir müssen mit Ihnen reden.
43:23Hallo? Herr Stengele?
43:32Herr Stengele?
43:55Gibt es eine Fahndung raus, Kollege?
43:58Der kommt doch nicht weit.
44:02Ja, hallo, Richard. Axel hier.
44:08Nee, der Stängele ist geflüchtet.
44:13Warte mal.
44:26Ich glaube, ich habe da was gefunden.
44:30Das Blut stammt zweifelsfrei von Ansgar.
44:32Genauso wie der Grosste der Fingerspuren am Griff.
44:35Offensichtlich hat er kurz vor seinem Tod mit dem Spaten gearbeitet.
44:39Am Griff gibt es aber noch andere Fingerspuren.
44:41Vielleicht vom Mörder? Stängele?
44:43Nein, von Valerius.
44:46Aha. Sie haben also beide den Spaten benutzt?
44:48Ja. Das beweisen auch die Erdpartikel hier.
44:52Exakt die gleiche lehmhaltige Erde findet sich an der Kutte von Valerius und an den Sandalen von Ansgar.
44:58Die Zusammensetzung ist praktisch identisch mit meinen Proben aus der Obstplantage.
45:01Habt ihr die Sandalen auf Giftspuren überprüft?
45:04Natürlich. Aber sie sind sauber.
45:09Und damit kommen wir zu den Schuhen hier. Sie gehört tatsächlich Valerius.
45:12Das wissen wir anhand der Einlagen. Die hat ihm den Hausarzt verschrieben.
45:15Aber auch hier findet sich kein einziges Mikrogramm E605.
45:20Tja, schade, schade um die schöne Theorie.
45:24Gift in den Schuhen.
45:26Das hätte uns doch gefallen, oder?
45:32Moment, jetzt kommt er gerade.
45:34Die Kollegen aus Elkhofen.
45:36Stängeles Motorrad wurde gefunden in der Nähe der Fischerhütte.
45:39Die sollen warten, bis sie da sind.
45:42Habt ihr gehört?
45:43Okay.
45:43Okay.
45:43Okay.
46:06Herr Stängel?
46:07Herr Stängel?
46:12Herr Stängel?
46:16Die beiden gehen rein.
46:17Ihr sichert die Hände.
46:19Okay.
46:35Erd?
46:37Ach, du Scheiße.
46:42Ach, du Scheiße.
46:42Ach, du Scheiße.
47:07Tun Sie das nicht, Stängel?
47:13Ich weiß, dass Sie unschuldig sind.
47:16Wir können beweisen, dass jemand anders versucht, Ihnen das alles in die Schuhe zu schieben.
47:20Hören Sie auf!
47:21Das können Sie Ihrer Großmutter erzählen.
47:23Und jetzt holt Sie das nicht ab!
47:25Und jetzt holt Sie das nicht ab!
47:31Wenn Sie das jetzt tun, dann wird es immer so aussehen wie ein Schuldeingeständnis.
47:36Und es wird niemals rauskommen, wer Ihren Bruder getötet hat.
47:38Wollen Sie das?
47:41Ich will, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
47:45Sie haben das auch mal gewollt aus Wald.
47:47Erinnern Sie sich?
47:49Sie wollten die Wahrheit wissen über das Gift im See.
47:53Darüber, wer die Fische tötet.
47:54Tut sie das nicht?
48:05Wir werden die Wahrheit herausfinden.
48:24Was können Sie mir glauben?
48:26Glauben?
48:28Den habe ich schon lange verloren.
48:30Ja, Werner?
48:32Das wird nicht nötig sein.
48:35Ja, ja.
48:36Da muss ja ein Fehler unterlaufen sein.
48:40Der hat das Teil doch nie in der Hand gehabt.
48:44Ja gut, ich sag's Ihnen.
48:47Da war noch ein drittes Paarfingerabdrück am Spaten.
48:50Von wem?
48:51Von dir.
48:53Von mir?
48:57Warte mal, da war doch was.
49:02Tatsächlich, er ist weg.
49:03Ich bin mir gar nicht aufgefallen.
49:06Wer hat noch Zugang zu diesem Raum?
49:08Die Köche, Lieferanten, der Tischdienst, die Brüder, die einen Kräutergarten bestellen.
49:14Eigentlich alle.
49:15Hier ist nie abgeschlossen.
49:16Jeder kann rein und raus.
49:17Gerd?
49:19Lehm.
49:21Riecht aber komisch.
49:22Knoblauch, E605.
49:23Was ist das?
49:33Socken.
49:35Valerius Socken.
49:38Ein Glück, dass in der Zwischenzeit niemand anderes die Stiefel angezogen hat.
49:42Die Menge Gift da drin hätte in Elefanten umgebracht.
49:45Valerius ist barfuß weitergelaufen.
49:47Die Socken müssen völlig durchträgt gewesen sein.
49:52Also.
49:53Valerius und Ansgar sind beide durch den Küchenvorraum nach draußen.
49:58Beide haben den Spaten mitgenommen, um noch etwas zu graben.
50:02Irgendwo, heimlich auf der Plantage.
50:05Valerius hat deshalb die Stiefel angezogen, die mit Gift präpariert waren.
50:10Die waren nicht präpariert.
50:13Sondern?
50:14Guckt mal her.
50:23Seht ihr?
50:24Die sind undicht.
50:26Aber nicht aufgrund einer Manipulation.
50:28Sondern schlicht und einfach, weil sie alt und porös sind.
50:31An der Außenseite und unter der Sohle sind übrigens die meisten Giftreste.
50:35Ungefähr bis hier.
50:37Da muss er ja förmlich durch das Zeug gewartet sein.
50:41Weißt du, an was mich das erinnert, Axel?
50:44Nee.
50:46An Stängeles Behauptung vom Gift, das in den See fließt.
50:50Und zwar eimerweise.
50:54Gerd!
50:56Wir müssen die ganze Plantage durchsuchen.
50:59Ansgar und Valerius waren auf der Suche nach Stängeles ominöser Giftquelle.
51:03Und zumindest Valerius hat sie gefunden.
51:04Ich auch.
51:06Die fehlenden Seiten im Jahrbuch.
51:09Ich habe alle Baumaßnahmen, die das Kloster 2002 durchgeführt hat, überprüft.
51:13Und alle sind sie auch in der Chronik.
51:15Bis auf das da.
51:18Zacharias hat's verschwinden lassen.
51:19Und das Gebäude wurde abgetragen.
51:24Landwirtschaftliches Nutzgebäude mit Melzerei?
51:27Stängeler hat recht.
51:30Das Gift kommt von Rösler.
51:31Wir müssen einen Zugang zu dieser Melzerei finden.
51:38Verdammt!
51:39Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen?
51:42Was meinst du denn?
51:43Ist ja klar.
51:43Ja, was bitte?
51:45Eine Hand wäscht die andere.
51:47Hä?
51:49Die Intrige, die Valerius die Wahl zum Abgekostet hat,
51:52ist nicht von Ansgar eingefädelt worden, sondern von Rösler.
51:56Und als Dank dafür hat Zacharias ihn zum Gutsverwalter gemacht.
52:00Wir sind soweit.
52:13Vorsicht.
52:40Guck mal an.
52:43Und diese Sauerei hat Zacharias also auch gedeckt.
53:00Mich wundert gar nichts mehr.
53:04Der Giftunfall mit den Kindern, das war doch auch 2002.
53:08Im Herbst.
53:08Aha.
53:10Wenn es nicht ein völlig anderes Gift gewesen wäre,
53:12könnte man fast glauben, dass es was hiermit zu tun hat.
53:14Was war's denn?
53:17Parathion.
53:18Habe ich extra nachgeschlagen.
53:19Aber Parathion und E615 sind ein und dasselbe.
53:23E615 ist der Handelsname.
53:25Das ist nicht dein Ernst.
53:26Ja, natürlich.
53:27Mann, Mann, Mann.
53:28Ja, Gerd, kann losgehen.
53:40Herr Rösler.
53:41Ja?
53:43Darf ich Sie bitten, mitzukommen?
53:45Wieso?
53:46Da wäre noch einiges zu klären.
53:49Valerius' unglückseliger Besuch in ihrem Giftlager zum Beispiel.
53:52Oder ihre Spatenattacke auf Prior Ansgar, als er dort auftauchte.
54:08Auf.
54:09Danke, Pater.
54:24Der Herr lenkt all unsere Wege.
54:27Auch wenn wir straucheln.
54:28Hm.
54:29Hm.
54:30Ich bin der Herr Römer.
55:00Sind das die Seiten, die Sie aus dem Jahrbuch entfernt haben, damit wir Röslers Versteck nicht finden?
55:23Ja. Ich bin schuld an Ihrem Tod.
55:26Wen meinen Sie? Valerius und Ansgar oder die Kinder?
55:342002, als wir auf die Plantage umgestellt haben, hatte ich mich überreden lassen, Kredite für die Umstrukturierung des Gutshofs aufzunehmen.
55:49Hohe Kredite. Dann kamen die Schädlinge. Es war die schlimmste Plage, die wir hier jemals hatten.
55:55Alles wäre vernichtet worden. Die Bäume, die Ernte. Die Abtei stand vor dem finanziellen Ruin.
56:04Da hat Rösler das E-605 besorgt. Das zu diesem Zeitpunkt aber schon verboten war.
56:10Es war billig und in großen Mengen zu bekommen. Ich habe nicht lange gezögert, als er das Angebot machte.
56:18Die Ernte war gerettet, aber...
56:21Aber die Kinder nicht.
56:22Sie haben in der Plantage gespielt, habe ich recht. Und nicht im Schuppen Ihres Großvaters, wie die Polizei damals vermutet hat.
56:33Als die Ermittlungen anfingen, hat Manfred das Teufelszeug verschwinden lassen.
56:38Ich wusste erst, wohin, als Oswald Stengler diese Briefe geschrieben hatte. Wegen dem Fischstaben.
56:48Sie haben alles getan, damit es nicht rauskommt.
56:52Es genügte nicht, Oswald zu entlassen.
56:56Sie mussten seinen Läumund zerstören.
56:59Ihn unglaubwürdig machen.
57:00Aber schließlich hat sich Valerius doch erbarmt und die Sache für seinen Bruder recherchiert.
57:08Aber er ist auf die Pläne gestoßen, die Messerei und hat nachgeschaut.
57:14Genau wie Ansgar, ein paar Tage später.
57:18Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
57:24Er hat sie nicht verlassen.
57:26Sie haben ihn verlassen.
57:30Sie haben ihn verlassen.
57:56Er hat sie nicht verlassen.
58:02Er hat sie nicht verlassen.
58:03Untertitelung. BR 2018
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