- vor 4 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Die schauen alle aus, wie wenn sie keine Probleme hätten. Weißt du, was ich meine? Die schauen einfach glücklich aus. Besonders die Frauen, die schauen alle aus, wie wenn sie frisch verliebt werden.
00:00:57Und die Männer, die spüren das und schauen sie bewundernd an.
00:01:10Und wenn ich das sehe, dann denke ich mir, so strahlen würde ich jetzt auch gern, so glücklich ausschauen.
00:01:17Aber ich gehöre nicht dazu, weil ich gerade nicht gut drauf bin, weil ich mich nicht fröhlich und verliebt fühle, sondern klein und geschissen und grau, weil ich von allem ausgeschlossen bin.
00:01:28Also ich sehe zwar diese Menschen, diese tollen und begehrenswerten Menschen und die sind vielleicht nur einen Meter von mir entfernt, aber gleichzeitig könnten die auch hunderttausend Kilometer von mir entfernt sein.
00:01:39Und ich weiß einfach nicht, was ich machen muss, dass einer von diesen Menschen mich auch einmal beachtet, dass eins von diesen strahlenden Wesen mich einmal anschaut.
00:01:47Ja, du! Komm! Komm her! Ja, du! Ja, komm zu Frauchen! Ja, komm! Ja, komm! Ja, komm! Komm her! Komm her!
00:02:01Ah, nee! Kannst ruhig weitergehen! Ich glaube, das passt nicht! Das passt nicht!
00:02:05Was ist denn mit dir?
00:02:06Was ist denn mit dir? Der kommt jetzt eigentlich schon.
00:02:10Also kann man machen.
00:02:11Mir steht es doch auch zu. Die Liebe, die Zärtlichkeit, das Glück und Sex. Alle werden später in der Nacht noch Sex haben. Die werden richtig Spaß haben. Und das willst du auch. Und das steht dir genauso auch zu.
00:02:36Bist du auch? Ja. Und was nicht? Ja, war schön.
00:03:06Glück. Gesehen werden. Freundschaft. Erotik. Und darum geht es mir, Jonas. Ob du das Gefühl, ob dich das auch schon mal wütend gemacht hat.
00:03:32Ob du dir auch schon mal gedacht hast, warum haben alle jemanden, nur ich nicht. Ich bin ja auch nicht weniger wert als die anderen.
00:03:37Und da möchte ich eben gerne wissen, ob das, wenn das nicht klappt, wenn das für dich unerreichbar ist, ob du dir dann schon mal dachtest, gut, dann hole ich mir das jetzt eben einfach. Mit Gewalt.
00:03:56Ja, Frau Kommissarin, dieses Gefühl, das Sie eben beschrieben haben und das, wie Sie gesagt haben, jeder Mensch ab und zu haben kann.
00:04:02Diese Emotion ist mir durchaus nicht unbekannt. Ich würde mich selbst nämlich als ganz normalen Mann bezeichnen.
00:04:07Aber wenn Sie damit suggerieren wollen, dass ich mit Personenweiblichen Geschlechts psychologische Probleme habe, dann muss ich das entschieden verneinen.
00:04:14Insbesondere Ihre Andeutung, ich könnte gegenüber Personenweiblichen Geschlechts...
00:04:17Personenweiblichen Geschlechts... Mal, Jonas, man könnte auch Frauen sagen, oder?
00:04:20Insbesondere Ihre Andeutung, ich könnte gegenüber Personenweiblichen Geschlechtsgedanken haben, in denen gewaltsame Handlungen eine Rolle spielen.
00:04:25Seit drei Stunden redest du jetzt mit mir.
00:04:29Seit zwei Stunden, 40 Minuten.
00:04:31Ja, was ich sagen will ist, das ist doch gut, oder?
00:04:35Du hast entschieden, dass du dich mit mir unterhalten möchtest und vor einer guten Stunde hast du mir sogar das Du angeboten.
00:04:42Das heißt doch was, oder? Das ist doch nicht ohne Grund.
00:04:44Das heißt, dass es sich für mich richtig anfühlt, geduzt zu werden, aber nur von Ihnen.
00:04:49Und es heißt, dass ich keinen Anwalt brauche, weil ich für mich selbst sprechen kann.
00:04:53Weiters kann ich Ihnen versichern, dass meine Beziehung zu Frauen ganz normal ist.
00:04:56Ich habe zwar momentan keine feste Bindung, aber das heißt nicht, dass ich auf dem Gebiet der Sexualität gänzlich unerfahren bin.
00:05:02Ja, und siehst du, Jonas, das glaube ich dir nicht ganz.
00:05:06Und ich frage mich, ob du mir bei den anderen Dingen, die wir besprochen haben, auch nicht ganz die Wahrheit sagst.
00:05:11Ob du einfach nur alles leugnest, obwohl das schön langsam deine letzte Chance wäre, einen Tisch zu machen, Klartext zu reden.
00:05:18Meine letzte Chance, bevor bitte was passiert.
00:05:22Ja, bevor du brummen musst, in U-Haft.
00:05:24Frau Kommissarin, ich rede hier mit Ihnen, weil ich das Gefühl habe, dass Sie nicht arrogant sind.
00:05:29Nicht wie die meisten Frauen.
00:05:31Aber ich kann mich nur wiederholen.
00:05:33Ich habe das Verbrechen, das Sie mir zur Last legen wollen, nicht begangen.
00:05:36Und ich weiß, dass Sie erst mal beweisen müssen, dass ich etwas mit der Tat zu tun habe.
00:05:41Du hast recht, Jonas.
00:05:48Und ich sage das jetzt mal ganz ehrlich.
00:05:49Ich glaube, dass du psychisch krank bist.
00:05:52Ich glaube, dass du dich furchtbar quälst da draußen unter den Menschen und dass du Hilfe brauchst.
00:05:56Aber das geht nur, wenn du dich öffnest.
00:05:58Du hast es ja einfach gesagt, dass du ärztliche Hilfe brauchst.
00:06:01Ich habe gesagt, dass ich Konzentrationsschwierigkeiten habe.
00:06:04Aber das heißt nicht, dass ich ein Krimineller bin.
00:06:06Wenn Sie sich hier berufen fühlen, ohne jegliche Fachkenntnis...
00:06:09Können wir das mal kurz stumm schalten, bitte?
00:06:11...krank zu bezeichnen, dann sage ich dazu gar nichts.
00:06:13Wie läuft das da drin?
00:06:18Was ist Ihre Einschätzung?
00:06:19Ja, sie macht das gut.
00:06:20Wir sind froh, dass er überhaupt redet im Moment.
00:06:23Ja, bis vor drei Stunden hat er ja keinen Ton gesagt.
00:06:26Und ein Anwalt wollte auch...
00:06:27Wenn Sie den Beschuldigten hier beobachten, sehen Sie irgendwelche Anzeichen?
00:06:31Anzeichen?
00:06:32Ja, von Geständnisbereitschaft, zunehmende Nervosität, verheddernden Widersprüche,
00:06:38Antworten schuldig bleiben, Hinweise auf Schuldgefühle.
00:06:42Na, nicht wirklich.
00:06:43Das meine ich auch.
00:06:44Der Vogel da drin, der kommt sich doch gerade richtig toll vor.
00:06:48Der galt sich doch auf an seinen Schachtelsätzen.
00:06:51Der glaubt, dass er auf alles eine Antwort hat.
00:06:53Ja, auf den Sack geht er mal.
00:06:55Das ist mal klar.
00:06:56Die Uhr tickt.
00:06:58Für ihn, nicht für uns.
00:07:02Sie holen jetzt bitte die Frau Oberkommissarin raus,
00:07:05und dann gehen wir hier alles nochmal durch, ja?
00:07:06Alles, was wir haben, was irgendwie noch ein Ansatz sein könnte.
00:07:09Also früh ist das fein nicht.
00:07:10Ja, Gott, wollen Sie darauf warten, dass der da drin zusammenklappt?
00:07:13Wann denn?
00:07:14Ja, knapp zwei Stunden haben wir noch.
00:07:16Also, auf geht's.
00:07:26Äh, gehen Sie bitte mal.
00:07:28Fangen wir jetzt nicht so hin.
00:07:29Schau nicht so an.
00:07:30Genau, bitte.
00:07:31Wir müssen die Einwohner in die Häuser in der Umgebung im Stich lassen.
00:07:45Aber nach alten Brauen, das wäre gedeckt.
00:07:47WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
00:08:17WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
00:08:47WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
00:09:17WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
00:09:23Du Spitze, also was ihr hier alles auffahrt, das...
00:09:25Hast du aber nicht viel gegessen.
00:09:26Doch, wieso?
00:09:27Hat mich geflüstert.
00:09:29Du, in zehn Minuten bin ich durch mit der Planung, dann komm ich zu dir, okay?
00:09:32Alles klar.
00:09:33Gut, dann bist du gleich.
00:09:34Ich freue mich.
00:09:40Ist bei Ihnen alles in Ordnung, Herr Mulder?
00:09:42Ja, danke.
00:09:42Gerne.
00:09:43Sagen Sie, wie heißt das nochmal genau, was meine Tochter hier macht?
00:09:47Sie hat's mir gesagt, aber kann's mir einfach nicht merken.
00:09:49Ah, Sie meinen Food and Berridge Managerin?
00:09:51Ja.
00:09:51Ja, da muss man ganz schön auf Zack sein.
00:09:54Aber das ist ja...
00:09:54Wenn ich was für Sie tun kann, sagen Sie bitte.
00:09:56Ja, ja, mach ich.
00:09:57Danke.
00:10:02Meine Sachbearbeiterin weigert sich an einer Lagebesprechung teilzunehmen.
00:10:05Sie sagt, Sie brauchen ein Geständnis, damit Sie morgen in aller Frühe gleich die frohe Botschaft verkünden können.
00:10:11Der Isarauenmörder und der Messerstecher vom Olympiadorf.
00:10:14Ein und dieselbe Passwort.
00:10:15Dieses Geständnis wird Sie Ihnen in zwei Stunden liefern.
00:10:17Und deshalb muss sie jetzt weitermachen.
00:10:20Oh.
00:10:21Das nenne ich jetzt mal Selbstvertrauen, ne?
00:10:26Hätte ich auch gern gehabt, so als junger Ermittler.
00:10:30Also jetzt hat er mal pragmatisch gesehen.
00:10:32Solange ein Täter rät, gibt's eine Chance, dass er sich verplappert.
00:10:35Aber wenn der Alor da drin sitzt, das ist einmal sicher.
00:10:37Da ist die Chance gleich null.
00:10:39Wir machen jetzt mal so ein Ding, wo ich dich gar nicht frage.
00:10:44Und du auch gar nichts sagen musst.
00:10:47Aber ich erzähle dir jetzt, wie ich glaube, dass das gewesen ist.
00:10:50Wie du die beiden Frauen überfallen hast.
00:10:52Und du hörst dir das an.
00:10:55Was Sie glauben.
00:10:55Auch wenn es nichts mit der Realität zu tun hat.
00:10:58Genau, auch dann.
00:11:00Dieses Vorgehen leuchtet mir in keiner weiß ein.
00:11:04Aber das ist Ihr Wunsch, ist bitter.
00:11:09Du suchst Situationen, in denen junge Frauen allein sind.
00:11:12Und wo du nicht weiter auffällst.
00:11:26Du kundschaftest solche Situationen aus.
00:11:28Wie zum Beispiel im Studentenwohnheim.
00:11:30Wo ständiges Kommen und Gehen ist.
00:11:31Da hoffst du, dass du nicht weiter auffällst.
00:11:33Zurecht.
00:11:42Dann nachmittags, wenn ein bisschen weniger los ist.
00:11:50Dann schleißt du durch die Gänge.
00:11:56Du weißt ja, in welchen Zimmern Frauen alleine wohnen.
00:12:00Und dann hoffst du, ob jemand zu Hause ist.
00:12:02Also, am 12. Oktober gegen 16.30 Uhr
00:12:17folgt einem Studenten im 5. Stock des Studentenwohnheims
00:12:19am Olympiazentrum eroffenstehende Wohnungstür auf,
00:12:21in der eine junge Frau liegt.
00:12:22Bewusstlos. Überall Blut.
00:12:29Name, Susanne Michel, 25 Jahre alt, Studentin.
00:12:32Um 16.50 Uhr übernehmen der Hansi und ich
00:12:34vom Kriminaldauerdienst.
00:12:35Dann kommt die Bessie und übernimmt den Fall.
00:12:37Ich glaub nämlich, dass du gar nicht
00:12:38auf die Susanne einstechen wolltest.
00:12:40Du wolltest Sex mit ihr haben.
00:12:42Sex mit Gewalt.
00:12:43Weil du das erregend findest.
00:12:46Dass dir das in deinem Kopf so zurechtkriegt,
00:12:48dass du jetzt ein Vergewaltiger sein willst,
00:12:49der kriegt, was er will.
00:12:50Aber du hast keine Ahnung von Frauen.
00:12:52Also, du hast zwar bedacht,
00:12:54dass die Susanne sich wehren könnte,
00:12:55aber nicht, was dein Traininggas eigentlich bezwecken soll.
00:12:57Ja, bitte.
00:13:02Und kaum wehrt sie sich,
00:13:04zückst du's und sprühst sie voll.
00:13:07Jetzt schreit sie aber erst zu Recht vor Schmerz
00:13:09und wendet sich ab.
00:13:10Schützt ihr Gesicht.
00:13:17Und dann kriegst du Panik
00:13:18und ziehst dein Messer und fängst an,
00:13:20auf sie einzustechen.
00:13:20Bloß damit sie still ist.
00:13:22Die Bessi fährt erst einmal ins Krankenhaus.
00:13:50Rechtsmediziner fürs Opferbild.
00:13:51Wolfi!
00:13:52Die haben sie ins Schwabinger Krankenhaus gebracht.
00:13:54Ich fahr da jetzt auch hin.
00:13:55Ich fahr da Hundertschaft an
00:13:56für die Hausbefragungen,
00:13:57Streifenfahrenpatrouille,
00:13:58Durchsagen in der U-Bahn.
00:13:59Es gibt aber dann nur einen einzigen relevanten Zeugen.
00:14:02Der hat eine halbe Stunde vorher
00:14:03am Morgen am Kapuzenpulli
00:14:04über den alten S-Bahnhof reinen sehen.
00:14:12Schreie hat niemand gehört.
00:14:14Mehr haben wir in der Phase erst einmal nicht.
00:14:16Wir wissen also nicht, wonach wir suchen.
00:14:18Die Zellte, ob innerer Organe oder Knochenverletzung,
00:14:21kann ich noch nicht sagen.
00:14:22Das Opfer hat zwölf tiefe Einstiche am Rücken.
00:14:25Zwölf Stück wurden.
00:14:26Schauen wir mal.
00:14:27Wird operiert sofort,
00:14:30ist für uns also erst einmal nicht ansprechbar.
00:14:32Haben Tadert,
00:14:33eine Dose Tränengas,
00:14:35keine Spuren drauf.
00:14:36Wir sichern Hunderte von Fingerabdrücken im ganzen Haus,
00:14:38aber das hilft uns alles später nicht weiter.
00:14:40Okay, vielleicht war es auch nicht so.
00:14:43Aber der Typ, den ich da gerade beschreibe
00:14:45und der du vielleicht nicht bist,
00:14:48das ist doch eine ganze arme Sau.
00:14:49Das spürst du auch, oder?
00:14:51Und wenn du das nicht bist,
00:14:53dann könntest du uns ja schön langsam mal sagen,
00:14:56wer du bist.
00:14:57Wir tappen also im Dunkeln,
00:14:59bis das Opfer wieder so weit hergestellt ist,
00:15:01dass der Kollege vom LKA
00:15:02mit dem Computer ins Krankenhleit kam.
00:15:04Das ist schon gut.
00:15:04Jetzt haben wir die Nase,
00:15:05jetzt brauchen wir noch die Lippen.
00:15:08Entschuldigung.
00:15:12Nee, ist auch dicker unten.
00:15:13Wie bitte?
00:15:14Das Phantom-Wild geht raus,
00:15:16ist aber nicht besonders aussagekräftig
00:15:18wegen dem Kapuzenpullover.
00:15:20Die Presse steigt ganz groß ein.
00:15:22Messerstecher vom Olympiadorf und so fort.
00:15:24Der Druck ist dementsprechend groß.
00:15:27Wir gehen jeden Tag verdeckt in die Studentenstadt,
00:15:29verfolgen alle Männer,
00:15:30die irgendwie ähnlich ausschauen,
00:15:31nehmen Personalien auf.
00:15:32Aber eine ganze Weile passiert erst einmal gar nichts.
00:15:36Dann schaut er sich gestern Nachmittag
00:15:38nur mal das Phantombild an
00:15:39und auf einmal, sag's selber, Hansi.
00:15:40Ja, irgendwie erinnert er mich plötzlich
00:15:42an den Typen von vor drei Jahren,
00:15:44den wir damals im Visier hatten,
00:15:46als Isarauenmörder.
00:15:47Der Hansi war nämlich damals mit dem Team,
00:15:49nach meinem Mordauer.
00:15:50Aber wir konnten dem einfach nichts nachweisen.
00:15:52Auf dem Phantombild hat er ja den Hoodie,
00:15:54das ist natürlich ein bisschen verwirrend,
00:15:56aber manchmal macht's halt Klick.
00:15:58Also haben wir ganz schnell den Fall wieder hervorgeholt.
00:16:02In beiden Fällen war das Opfer junge Frau,
00:16:09damals eine Joggerin,
00:16:10die auch mit einem Messer attackiert worden ist.
00:16:12Ich glaub, hier hinten, wir haben noch...
00:16:14Ach, Scheiße!
00:16:15Die war aber schon tot, als ich damals gefunden wurde.
00:16:18Die auffälligste Parallele war das Tränengas.
00:16:21Damit war schon das Opfer von damals attackiert worden.
00:16:23Deshalb haben wir die These entwickelt,
00:16:25dass es sich in beiden Fällen um ein misslungenes Sexualdelikt
00:16:29gehandelt haben muss.
00:16:30Spuren von der Vergewaltigung gab's keine.
00:16:32Und so sehr wir auch im Umfeld der Opfer ermittelt haben,
00:16:36es kam beide Male nichts anderes dabei raus,
00:16:37als dass das Zufallsopfer waren.
00:16:39Ich bin doch berechtigt,
00:16:40mein Leben so zu leben wie alle anderen auch.
00:16:42Nicht, wenn du Menschen auflauerst.
00:16:44Nicht, wenn es dich erregt, Frauen Gewalt anzutun.
00:16:46Nicht, wenn du auf Menschen einstichst
00:16:47und nicht, wenn du Menschen umbringst.
00:16:49Aber wer das behauptet, muss es auch beweisen.
00:16:51Das darf man nicht einfach nur so sagen,
00:16:52weil man es glaubt.
00:16:58Ähm, das dürfen auch Sie nicht, oder?
00:17:01Okay, vielleicht dürfen Sie es,
00:17:02aber dann ist es bedeutungslos,
00:17:03weil Sie nicht entscheiden, ob es Beweise gibt.
00:17:05Das entscheiden nicht Sie.
00:17:06Können Sie das?
00:17:12Wie, nicht in der Nacht?
00:17:14Weißt du, äh, ich, ich, also,
00:17:16wenn hier jetzt gebohrt wird,
00:17:17dann kann ich nicht weiterreden.
00:17:20Das sollte uns hier jetzt nicht stören,
00:17:21das ist doch weiter.
00:17:22Nein, das hören Sie doch.
00:17:23Das tun Sie doch nicht so,
00:17:24als würden Sie das nicht hören.
00:17:25Ja, wir werden Sie bloß warten.
00:17:28Wir stellen das ab, Bessi.
00:17:28Da haben Sie es schon unterwegs.
00:17:29Zwei Minuten.
00:17:42Ich seh das doch,
00:17:47wie du dich quälst, Jonas.
00:17:50Ich seh das doch,
00:17:51dass mit dir was nicht stimmt.
00:17:54Und du spürst das selber auch,
00:17:56weil du ein wirklich hochintelligenter Kerl bist.
00:17:59Da möchte ich alles klarstellen,
00:18:00ich brauche niemanden hier,
00:18:01der meine Intelligenz beurteilt.
00:18:03Sie kamen vielleicht,
00:18:03das schmeichelt mir,
00:18:04aber das tut es nicht.
00:18:06Wenn diese Einschätzung von Ihnen kommt,
00:18:08dann bedeutet mir das gar nichts.
00:18:09Nein, einschätzen, Jonas.
00:18:10Ansprechen kann man das doch,
00:18:11wenn er intelligent ist.
00:18:12Alles Fakt.
00:18:15Wir haben es.
00:18:15Es absteht jetzt.
00:18:18Oh Mann,
00:18:19was muss da mitten in der Nacht gebohrt werden?
00:18:21Als wenn wir uns nicht schon genug rumschlagen müssten.
00:18:24Das ganze Scheiß.
00:18:25Und wer war es?
00:18:26Der Rausmeister.
00:18:28Abmahnen schriftlich,
00:18:29feuern den Mann.
00:18:32Okay, Kollege,
00:18:33jetzt Dampf abgelassen,
00:18:35oder?
00:18:36Gut,
00:18:36dann bitte weiter im Text.
00:18:38Also wir waren an dem Punkt,
00:18:39dass es damals in den Isaunen Zeugen gab.
00:18:41Auch einen Jogger.
00:18:43Der hat einen Mann beschrieben,
00:18:44der ihm entgegenkam
00:18:44und sich die Hand gehalten hat.
00:18:46Als ob es verletzt wäre.
00:18:47Der hat wahrscheinlich versucht,
00:18:48das Messer zu verbergen.
00:18:50Aus der Erinnerung des Joggers
00:18:51ist damals
00:18:52ein ziemlich gutes Phantombild entstanden.
00:18:54Der erste Hinweis kam von der Studentin,
00:18:56die mit Studenten in der Mensa beobachtet hat,
00:18:59wie er unser Bild abgerissen hat.
00:19:00Und genau dieser Kommilitone
00:19:10war der Boruta.
00:19:11Der zweite Hinweis,
00:19:13das war eine Sprechstundenhilfe
00:19:14von einer Psychiaterin,
00:19:15die hat gesagt,
00:19:16das ist ein Patient von uns.
00:19:17Der ist krass.
00:19:19Von dem hat die Frau Doktor
00:19:19sogar selber Angst.
00:19:21Das war er dann auch,
00:19:22der Boruta.
00:19:23Also,
00:19:25sind der Hansi und der Murnauer hinzunehmen.
00:19:27Ja, der wohnte damals
00:19:28in einer Kleingartensiedlung
00:19:29in Neuhausen.
00:19:32Hallo?
00:19:33Jemand daheim?
00:19:35Ja?
00:19:37Kriminalpolizei.
00:19:38Dürfen wir kurz reinkommen?
00:19:39Macht uns auf
00:19:40und hat gleich richtig Schiss vor uns.
00:19:41Können Sie sich ausweisen?
00:19:46Darf ich mal?
00:19:53Warum haben Sie das Phantombild
00:19:56in der Mensa
00:19:57in der Pinnwand abgerissen?
00:19:59Das Poster hat eine gewisse Ähnlichkeit
00:20:01mit mir.
00:20:02Aus Angst vor Represalien
00:20:03habe ich mich entschlossen,
00:20:05es zu entfernen.
00:20:05Im Kühlschrank hatte er gar nichts,
00:20:07außer Marmelade und Toastbrot.
00:20:09Da verstapelten sich überall
00:20:10Fachbücher aus der Psychiatrie
00:20:12über psychische Defekte.
00:20:15Der Murnauer hat sofort
00:20:16ein Draht zu ihm.
00:20:23Da gibt es einen Zettel
00:20:25in deiner Wohnung,
00:20:26wo du geschrieben hast,
00:20:27nie mehr im Wald onanieren.
00:20:29Das heißt also,
00:20:30du hast im Wald gelauert
00:20:32und Frauen beobachtet,
00:20:33die dich geil machen.
00:20:35Und ich weiß nicht,
00:20:36dabei bist du wahrscheinlich
00:20:37erwischt worden.
00:20:38Vielleicht bist du auch
00:20:39so richtig verprügelt worden.
00:20:40Nein, ich bin nicht verprügelt worden.
00:20:42Hören Sie auf.
00:20:44Herr Schmelzer,
00:20:45guten Abend.
00:20:46Abend.
00:20:48Helfen Sie mir,
00:20:49wo kommen Sie jetzt her?
00:20:50Vom Gartenteam.
00:20:52Gartenteam?
00:20:53Graben lassen bis zur Dunkelheit
00:20:54oder das Messer
00:20:55vielleicht bei sich
00:20:56im Garten verbuddelt hat.
00:21:05Gar nichts.
00:21:06Leider.
00:21:08Gut.
00:21:08Beziehungsweise nicht gut.
00:21:10Okay, Kollegen,
00:21:10können wir jetzt
00:21:11ein bisschen Gas geben?
00:21:12Sehr zeitnah
00:21:12kommt nämlich die Staatsanwältin.
00:21:13Also abgekürzt.
00:21:14Damals gab es
00:21:15eine vorläufige Festnahme.
00:21:16Der Murnauer
00:21:16hat ihn zwei Tage lang verhört
00:21:18und er hat ergerät.
00:21:19Er hat nicht geleugnet,
00:21:20dass er in den Isarauen war.
00:21:21Nur er hat dafür
00:21:22äußere Erklärung gehabt
00:21:23und wir konnten ihm
00:21:24das Gegenteil nicht beweisen.
00:21:27Funkzellenauswertung
00:21:27war auch für die Katz.
00:21:28Handy hat er nämlich keins.
00:21:30Weil er hat Angst
00:21:30vor der Strahlung,
00:21:31sagt er.
00:21:33Also hat der Murnauer
00:21:34ein Geständnis gebraucht.
00:21:35Aber da war nichts zu machen.
00:21:37Dann ist der da vor drei Jahren
00:21:38einfach wieder rausmarschiert.
00:21:39Also wir fahren
00:21:43nach dem Messerstecher
00:21:44vom Olympiadorf
00:21:44und am Hansi fällt
00:21:45die Ähnlichkeit
00:21:46zwischen die Phantombilder auf,
00:21:47wo die Computer
00:21:48nicht drauf angesprungen sind.
00:21:49Logisch,
00:21:49weil auf dem Morgen
00:21:50hat er ja einen Kapuzenpulli.
00:21:51Stellt sie raus,
00:21:52als wir den vor drei Jahren
00:21:53haben laufen lassen,
00:21:55ist er zurück in seine Heimat
00:21:56irgendein Kuhkauf in Niederbayern.
00:21:58Aber zwei Monate vor der Tat
00:22:00ist er wieder nach München.
00:22:01Hat sie wieder eingeschrieben.
00:22:02An der Uni.
00:22:03Gleicher Studiengang.
00:22:05Physik.
00:22:05Immer böses Blut
00:22:09mit die Vermieter.
00:22:11Wohnt wieder
00:22:12in einer Art Gartenhaus.
00:22:13Vorne ein junges Pärchen.
00:22:15Gegen die prozessiert er
00:22:15mittlerweile auch.
00:22:16Logisch,
00:22:17weil er sagt,
00:22:17er braucht absolute Ruhe.
00:22:18Wegen seinen Nerven.
00:22:22Und als wir die Adresse haben,
00:22:23ist gestern Abend.
00:22:25Und der Streife
00:22:25wartet vor seinem Haus.
00:22:32Ist es kurz vor Mitternach?
00:22:33Es gibt keinen Kurs,
00:22:34mich festzuhalten.
00:22:35Kollegen nehmen ihn fest.
00:22:39Die füllen die Uhrzeit
00:22:40auf dem roten Zettel
00:22:41so saudum aus,
00:22:43dass die Verhaftung
00:22:44nur gestern war.
00:22:45Ihr Deppen,
00:22:46müsst ihr da 23.55 Uhr draufschreiben.
00:22:48Ihr wisst doch,
00:22:49dass wir den Morgen
00:22:50wieder gehen lassen müssen,
00:22:51wenn er die Zeit
00:22:51vor heute aufsteht.
00:22:53Das sagt sie den Dummer.
00:22:56Und jetzt sitzen wir da
00:22:57und die Zeit läuft uns davon.
00:22:59Ich ergänze noch,
00:23:00die Tatwaffe konnte bislang
00:23:01in beiden Fällen
00:23:01nicht gefunden werden.
00:23:03Wo ist also der Hinweis,
00:23:04der Ansatz,
00:23:04den wir bislang
00:23:05nicht beachtet haben,
00:23:07der uns in den nächsten
00:23:07zwei Stunden
00:23:08die Wende bringt?
00:23:09Ja, das würde mich
00:23:10auch interessieren.
00:23:13Frau Staatsanwältin,
00:23:14guten Abend.
00:23:14Warum habe ich momentan
00:23:20keine Beziehung?
00:23:21Das analysiere ich natürlich.
00:23:22Diese Frage beschäftigt mich schon.
00:23:24Ich glaube inzwischen,
00:23:25dass es für Frauen schwierig ist,
00:23:26sich einem Mann
00:23:26außergewöhnlich hoher
00:23:27Intelligenz
00:23:28auf emotionaler Basis
00:23:29zu nähern.
00:23:29Schließlich ist es ja
00:23:31unzweifft,
00:23:31dass Frauen für die Reproduktion
00:23:33einer Gesellschaft
00:23:33unabdingbar sind
00:23:34und dass die Zahl
00:23:35der Kinder,
00:23:36die sie zu gebären bereit sind,
00:23:37das Überleben
00:23:38einer Gemeinschaft
00:23:38sichert.
00:23:39Insofern sind Frauen
00:23:40an einer anderen
00:23:41als der Kommunikation
00:23:42interessiert,
00:23:43an der ich
00:23:44interessiert bin.
00:23:45Und das erzeugt
00:23:46schon eine gewisse
00:23:47Verzweiflung.
00:23:49Mein intellektuelles Potenzial
00:23:50muss seit drei Jahren
00:23:51ungenutzt ruhen,
00:23:52weil mein Mangel
00:23:53der Konzentrationsfähigkeit
00:23:54alles zunichte macht.
00:23:55Und als dachte ich,
00:23:56ich komme zurück
00:23:57nach München.
00:23:58Genau, seit Juni
00:23:59bist du ja jetzt wieder da.
00:24:00Nein, seit August.
00:24:02Aber das sagte ich
00:24:02bereits mehrmals.
00:24:03Hören Sie mir überhaupt zu?
00:24:04Seit August.
00:24:05Egal.
00:24:06Red weiter, Egal.
00:24:07Egal.
00:24:07Also mir ist das nicht egal.
00:24:09Nachher verträgen Sie
00:24:09noch alle Tatsachen.
00:24:10Egal im Sinne von
00:24:11entschuldigen Sie sich jetzt
00:24:13oder sagen Sie,
00:24:13es ist egal.
00:24:14Sie müssen genauer mehr...
00:24:16Aha.
00:24:18Also die Kollegin Eickhoff
00:24:19wird hier voll gelabert.
00:24:21Teils mit misogynem Unsinn.
00:24:22Und der Mann gewinnt Zeit
00:24:23mit seinem Gejammer.
00:24:24Und sie ist nicht ganz
00:24:25auf der Höhe der Fakten.
00:24:26Jesus.
00:24:28Hab nur ich das Gefühl,
00:24:28dass wir hier schon wieder
00:24:29gegen die Wand rennen?
00:24:30Dass Sie gnadenlos
00:24:31die Uhr für den tippt?
00:24:32Dass du nur cool bleiben musst,
00:24:33um Schlagmittag
00:24:34noch zum zweiten Mal
00:24:35hier rauszumarschieren?
00:24:37Echt jetzt?
00:24:39Bin ich da allein?
00:24:41Nein, Sarah.
00:24:42Bist du nicht.
00:24:48Papa.
00:24:49Was schaust du denn
00:24:50du dauernd auf dein Handy?
00:24:52Das ist ein alter Fall.
00:24:54Wie der Akte, Eickhoff?
00:24:58Was ich
00:24:58erst mal unter vier Augen
00:25:00mit ihm besprechen wollte,
00:25:01ich stehe kurz vor
00:25:02einem ziemlich radikalen Schritt.
00:25:03Kein Aufwand, bitte.
00:25:05Das bisschen Rauch
00:25:06wird mich schon nicht umbringen.
00:25:07Sicher?
00:25:09Kurz gesagt,
00:25:10ich will den Murnauer zurückholen.
00:25:12Was?
00:25:13Ja, die anderthalb Stunden
00:25:14Vernehmung,
00:25:15die wir noch haben.
00:25:16Ich will,
00:25:16dass der Murnauer das macht.
00:25:18Aber das ist doch
00:25:18im Ruhestand.
00:25:19Eben nicht.
00:25:21Er hat die Leitung
00:25:21der Mordkommission abgegeben.
00:25:23Auf eigenen Wunsch.
00:25:24Vor zwei Jahren.
00:25:25Um Zeit zu haben
00:25:25für seine krebskranke Frau.
00:25:27Aber die Vereinbarung,
00:25:28die er mit dem Präsidenten
00:25:29getroffen hat,
00:25:30ist, dass er bis zur Pension
00:25:31unterrichtet.
00:25:32Das macht er auch.
00:25:33In Fürstenfeldbruck
00:25:34an der Polizeifachhochschule.
00:25:36Was aber dienstrechtlich bedeutet,
00:25:37er ist immer noch
00:25:38aktiver Vollzugsbeamter.
00:25:40Ein Anruf
00:25:40und der wird mir zugeordnet.
00:25:42Nun weiß der schon
00:25:43von seinem Glück.
00:25:45Die Idee kam ja eben erst.
00:25:46Frau Eickhoff schwächelt,
00:25:49finde ich.
00:25:50Ich meine,
00:25:51er hält sie doch hin
00:25:51mit seinem Gelaber.
00:25:53Aber Murnauer
00:25:53ist der erfolgreichste Vernehmer,
00:25:55den diese Dienststelle je hatte.
00:25:57Und er kennt den Täter.
00:25:58Hatte ihn sogar schon
00:25:58mal in der Mangel.
00:25:59Hatte einen Draht zu liegen.
00:26:00Ja, den hatte er.
00:26:02Ich war ja dabei.
00:26:03Seine Frau
00:26:04ist vor einem halben Jahr gestorben.
00:26:05Und jetzt gebe ich ihm
00:26:06die Chance,
00:26:07nochmal aktiv zu werden.
00:26:08Das Geständnis,
00:26:09das er damals nicht bekommen hat,
00:26:10sich doch noch zu holen
00:26:11in den letzten anderthalb Stunden.
00:26:13Ist doch brillant.
00:26:14Brillant ist hinterher,
00:26:15wenn es geklappt hat.
00:26:17Und ihr Ruf?
00:26:20Wie wollen Sie das
00:26:20Ihrem eingefleischten
00:26:21Macho-Haufen erklären?
00:26:23Dass Sie beim ersten Problem
00:26:24schon nach Ihrem Vorgänger schreien?
00:26:26Mein Ruf,
00:26:26mein Ruf ist,
00:26:27dass mir mein Ruf scheißegal ist.
00:26:29Dass aber die Ergebnisse stimmen,
00:26:30das ist mein Ruf.
00:26:32Mhm.
00:26:34Geblickert nachmittag
00:26:35von meiner Suite.
00:26:36Die Sonne untergangen ist.
00:26:37Wahnsinn.
00:26:39Danke.
00:26:39Keinen Dank.
00:26:41Bitte.
00:26:41Die Mama wäre dermaßen stolz gewesen
00:26:46auf dich,
00:26:47wie du das hier managest.
00:26:48Die Mama.
00:26:54Wie findest du ihn?
00:26:55Ich hab gar nicht gewusst,
00:26:58dass du auf Hübsche stehst.
00:27:00Papa,
00:27:01das wird doch nichts mit dem.
00:27:03Der bescheißt mich da bloß.
00:27:06Ob ein Papier ist.
00:27:08Der alte Fall?
00:27:19Na, ist gut,
00:27:19dass ich da raus will.
00:27:23Ich glaub,
00:27:23die Zeit braucht
00:27:24für mich
00:27:25und die Mama.
00:27:28A choice
00:27:29sei Richtigkeit.
00:27:30Mhm.
00:27:33Du willst nicht dran gehen, oder?
00:27:38Natürlich würde ich mich dem nicht verweigern.
00:27:47Aber es ist halt saunmissig knapp jetzt.
00:27:49Ja.
00:27:50Jede Minute.
00:27:52Gut.
00:27:56Habt ihr da
00:27:56einen Hubschrauber-Landeplatz?
00:27:58Niemand sieht mich.
00:28:01Niemand wollte mich je sehen
00:28:03und es kann mich niemand mehr sehen.
00:28:06Niemand kann sich vorstellen,
00:28:07was ich jede Nacht durchmache.
00:28:11Red mal über die Prostituierte,
00:28:13bei der du vor vier Monaten saßt.
00:28:15Ich hab der Frau nichts getan.
00:28:17Bezahlt hab ich mir
00:28:17mehr als sie verlangt.
00:28:19Das hat sie auch genau so ausgesagt.
00:28:22Mir geht's darum,
00:28:23dass ich's verstehe.
00:28:28Also, sie sitzt auf dem Bett.
00:28:31Unten ohne.
00:28:33Die Beine ankwinkelt.
00:28:34Und du sitzt ihr gegenüber
00:28:35und
00:28:36schaust fast eine ganze Stunde lang
00:28:39auf ihrer Scheide.
00:28:45Wolltest du,
00:28:46aber es ist nicht gegangen?
00:28:48Oder was empfindest du in dem Moment?
00:28:51Mach dich das an.
00:28:51Ekelst du dich?
00:28:55Ekelst du dich vor dir selber dann?
00:28:58Oder ekelst du dich vor der Frau?
00:29:03Vor dem Schlecht?
00:29:05Es war ein Experiment.
00:29:14Meine Selbstkontrolle betreffend.
00:29:17Und das Ergebnis?
00:29:19Was für eine Situation
00:29:20setzen wir denn die Kollegin da aus?
00:29:22Das macht sie schon selber.
00:29:22Ja.
00:29:27Das ist Interesse verloren, oder?
00:29:30Ohne Gewalt.
00:29:31Warum kannst du mit niemandem drüber reden, Jonas?
00:29:36Weil die Frauen heute im Internet sind,
00:29:38in den sozialen Medien.
00:29:39Und da bin ich nicht.
00:29:40Das ist alles Fake.
00:29:41Das wird total überwacht.
00:29:42Du hast kein Smartphone.
00:29:44Ich habe gar nichts in der Art.
00:29:44Auch kein Internet.
00:29:45Aber das ist egal.
00:29:46Die Frauen wollen sowieso nur,
00:29:47dass man normal ist.
00:29:49Sonst machen die dicht.
00:29:51Ja, jetzt pauschalisierst, oder?
00:29:54Nicht alle.
00:29:55Ich wäre selber gern normal.
00:29:56Ich war schon bei unzähligen Ärzten,
00:30:00Psychiatern,
00:30:01um endlich kompetente Hilfe zu bekommen.
00:30:02Alles Scharlatane.
00:30:04Versager.
00:30:06Aber die Suche geht natürlich weiter.
00:30:08Manchmal gesprengt es mir fast den Kopf,
00:30:11vor allem,
00:30:12wenn die Ruhestörungen nicht aufhören.
00:30:14Einigermaßen erträglich ist das überhaupt
00:30:15nur mit meinen Tabletten.
00:30:17Ohne Lemantol bin ich funktionsunfähig.
00:30:19Und die Packung ist fast leer.
00:30:20Ich kann nicht genug betonen,
00:30:22wie wichtig das ist.
00:30:23Es ist schon möglich,
00:30:24dass du Lemantol kriegst.
00:30:25Deine Vernehmungsfähigkeit
00:30:26darf halt nicht beeinträchtigt sein.
00:30:28Oh Mann,
00:30:28die fährt jetzt aber wirklich
00:30:29den Kuschelkurs.
00:30:31Das habe ich versucht zu erklären.
00:30:33Und ich frage mich,
00:30:35warum wir dieses Gespräch führen.
00:30:36Entschuldigung, Frau Kollegin,
00:30:37aber jetzt müssen wir dann
00:30:38doch wirklich mal unterbrechen.
00:30:39Ja, die Frau Staatsanwältin ist hier.
00:30:41Sie müssen mir hier entgegenkommen.
00:30:43Hast du ja gehört.
00:30:44Merk dir bitte,
00:30:44was du noch sagen wolltest.
00:30:46Erzählen Sie der Staatsanwältin von Lemantol?
00:30:53Sie haben also nicht nur
00:31:05das Messer nicht gefunden,
00:31:06sondern gar nichts.
00:31:10Wer bleibt zudem jetzt die Kollegin?
00:31:14Ich bin gleich wieder da.
00:31:18Was für eine Kostenübernahme?
00:31:29Du bist doch kein Privatflug.
00:31:30Das kostet Döner.
00:31:32Was für Döner?
00:31:34Loblauch, extra scharf, Zwiebeln.
00:31:37Darf ich?
00:31:37Ja, Entschuldigung.
00:31:39Wollte ich gerade zu Ihnen kommen.
00:31:41Also ich finde ja,
00:31:42wir könnten zum Du übergehen,
00:31:43wenn es für dich okay ist.
00:31:45Ich bin die Sarah.
00:31:46Elisabeth.
00:31:47Darf ich mir was fragen?
00:31:48Herr Breide?
00:31:50Sind Sie da eigentlich
00:31:50auch schon mal falsch gelegen?
00:31:52Nein.
00:31:53Nie.
00:31:54Also ganz selten.
00:31:56Wenn man das einmal
00:31:56eine Zeit macht,
00:31:57entwickelt man einen gewissen Riecher
00:31:58und der ist meistens richtig.
00:32:00Kann es halt nicht immer beweisen.
00:32:01Und der weiß da drin,
00:32:02dass wir ihm nichts anhaben können, oder?
00:32:04Weil ich meine,
00:32:05der müsste doch immer, oder?
00:32:07Die Realität ist,
00:32:08der muss nicht einmal mit uns reden.
00:32:10Der muss einfach sagen,
00:32:11man möchte einen Anwalt.
00:32:12Dann kommt der Anwalt
00:32:13und als erstes sagt er dem,
00:32:14Klappe halten.
00:32:15Warum war es das für uns?
00:32:16Dass er schon zum zweiten Mal
00:32:17der Hauptverdächtige ist,
00:32:18das heißt gar nichts.
00:32:19Im Gegenteil.
00:32:20Der Richter könnte sogar
00:32:21auf die Idee kommen,
00:32:21dass wir den besonders
00:32:22auf dem Kieker haben.
00:32:23Wenn das passiert,
00:32:24dann ist ganz außen.
00:32:25Aber haben wir nicht
00:32:26die Chance auf U-Haft vorläufig?
00:32:28Nein, das kriege ich nicht
00:32:28durch beim Haftrichter.
00:32:30Was ich brauche,
00:32:30ist ein Tatverdacht.
00:32:31Und zwar ein dringender.
00:32:33Und ohne Indizien
00:32:34hast du das Person?
00:32:34Ich bin auch so kurz davor.
00:32:35Ich kann den Finger
00:32:36noch nicht genau drauflegen,
00:32:37aber ich kriege noch
00:32:37euer Geständnis.
00:32:39Der redet jetzt
00:32:40seit drei Stunden, richtig?
00:32:41Seit knapp drei Stunden, ja.
00:32:42Und das, was ich mitgekriegt habe,
00:32:45das ist eine Therapiestunde.
00:32:47So geht es nicht.
00:32:49Wenn der bis Mitternacht
00:32:50nicht zusammenklappt,
00:32:50dann war es das.
00:32:51Dann geht der hier raus
00:32:52als freier Mann,
00:32:53wie vor drei Jahren.
00:32:54So leid es mir tut
00:32:54für die Münchner Frauen.
00:32:56Wolfi, siehst du das?
00:32:57Nicht dran rummachen.
00:32:59Schau mal da hin.
00:33:00Siehst du das nicht?
00:33:01Na?
00:33:02Ich sehe sie gar nicht,
00:33:03wo ist die Mann an?
00:33:04Ja.
00:33:05Ja, innen drin in der Jacke.
00:33:07Im Futter, innen, links.
00:33:09Ich weiß, wo innen ist.
00:33:11Da ist doch ein Fleck.
00:33:12Ein dunkler Fleck.
00:33:13Ja, mei, das ist halt ein Fleck.
00:33:16Ja, ist die Jacke
00:33:17mal untersucht worden?
00:33:19Nein, das ist die Jacke,
00:33:20die überzogen hat,
00:33:20dass wir ihn abgekalt haben.
00:33:22Tja, die Tat ist jetzt
00:33:23drei Monate her,
00:33:24der hat doch nicht
00:33:24noch immer die gleiche Jacke.
00:33:25Aber so bleck kann doch
00:33:26gar nicht sein.
00:33:26Wenn er es nicht gesehen hat,
00:33:27ist es doch innen.
00:33:28Das ist auch wieder wahr.
00:33:30Was machen wir?
00:33:31Na, ausziehen.
00:33:33Robert, auf geht's.
00:33:35Handschuh.
00:33:36Okay, also der Schraub
00:33:37hat sich entschieden,
00:33:38dass wir das Feuer
00:33:39nochmal völlig anders angehen.
00:33:40Völlig neuer Ansatz.
00:33:42Und zwar lässt er gerade
00:33:42den Mornow einfliegen.
00:33:44Der kennt den Beschuldigten.
00:33:45Der hatte den schon mal
00:33:46in einem Mangel vor drei Jahren.
00:33:47Der hat einen besonderen Draht zu dem.
00:33:51Euer Ernst?
00:33:57Das ist jetzt keine Entscheidung
00:33:59gegen dich, gell, Elisabeth?
00:34:01Da entscheidet jetzt
00:34:03ein Mann in einer
00:34:04Führungsposition.
00:34:05Der holt lieber
00:34:06einen alten Deppen zurück,
00:34:07anstatt dass der
00:34:08einmal an eine junge Frau
00:34:09glauben wird,
00:34:10die es vielleicht
00:34:11ja auch drauf hat,
00:34:11den Fall zu lösen, oder?
00:34:14Und die einzige andere Frau,
00:34:15die was dagegen tun kann,
00:34:17die tut nichts dagegen,
00:34:18die lässt sich auch noch her
00:34:18schicken
00:34:19für so einen scheiß
00:34:19Botenjob.
00:34:21Darf ich ja rauchen?
00:34:23Nein.
00:34:23Das ist wurscht.
00:34:30So.
00:34:31Wir müssen Sie jetzt bitten,
00:34:32Ihre Jacke auszuziehen,
00:34:33um Sie für eine
00:34:33polizeiliche Untersuchung
00:34:34zur Verfügung zu stellen.
00:34:35Mit welchem Recht?
00:34:36Mit dem Recht,
00:34:37dass Sie ein Beschuldigter sind.
00:34:39Haustersuchungen
00:34:39haben wir auch schon hinter uns.
00:34:40Also, der Kollege hilft Ihnen.
00:34:42Auf geht's.
00:34:44Ich glaube es nicht,
00:34:45dass du noch mal davor kommst.
00:34:46Auf geht's, Kollege.
00:34:47Was war das für eine Reaktion?
00:35:07Also, wenn diese andere Frau
00:35:08dir mal einen Rat geben darf,
00:35:09ja?
00:35:11Sexismus von Kollegen,
00:35:12Fehlentscheidungen von Männern
00:35:13natürlich,
00:35:14Zweifel an unseren Fähigkeiten,
00:35:15das gab es immer für uns.
00:35:16Für mich noch viel mehr als für mich.
00:35:18Ah, für dich noch,
00:35:18für dich noch viel mehr als für mich.
00:35:20Dann, wenn es das alles
00:35:20nicht mehr gibt,
00:35:21dann habe ich ja gar kein Problem.
00:35:22Ja, scheiß drauf.
00:35:23Scheiß drauf.
00:35:23Mein Ego hat zwar Kraft,
00:35:24du Deidem hat es auch.
00:35:26Aber bleib fixiert.
00:35:28Auf das Ziel,
00:35:29das du definiert hast.
00:35:31Und niemand sonst.
00:35:34Jetzt atme mal tief durch, Elisabeth.
00:35:36Komm mal runter vom Adrenalin
00:35:37und überleg dir,
00:35:38was du weißt über den Borutta.
00:35:40Weil wir brauchen dich jetzt, gell?
00:35:41Wir brauchen hier
00:35:41jeden Einzelnen heute Nacht.
00:35:46Na?
00:35:46Das Gespräch muss weiterlaufen,
00:35:48weil sonst macht der Borutta
00:35:49wieder komplett dicht.
00:35:50Ich gehe da jetzt rein
00:35:51und ich mache weiter.
00:35:52Ihr könnt mich dann ja raustragen,
00:35:53wenn der Maestro da ist,
00:35:54wenn es unbedingt meins.
00:35:56Ja, die Autobahn ist komplett dicht.
00:35:57Betten wechseln in Tirol.
00:36:00Nein, nein, nein, nein.
00:36:01Ich habe ihn ab,
00:36:02ich habe ihn abordnen lassen.
00:36:03Er ist jetzt wieder
00:36:04bei der Mordkommission.
00:36:05Ja.
00:36:05Nur für heute Nacht.
00:36:07In zehn Minuten ist er hier.
00:36:08Ja.
00:36:08Wo ist denn der Flieger jetzt?
00:36:18Seppichs, wo ist er denn?
00:36:19Innen.
00:36:20Innen, habe ich gesagt.
00:36:21Ich weiß, wo innen ist, Hansi.
00:36:23Ich weiß nicht so was.
00:36:24Wo ist er?
00:36:24Ah, das könnte ein Blut sein,
00:36:31wenn du mich fragst.
00:36:33Ja, oder Nutella.
00:36:34Lass mal sonntags suchen.
00:36:36Was?
00:36:36Heute Nacht noch?
00:36:37Ja, aber sportlich für die Franker.
00:36:39Ich bin jetzt sogar super sportlich.
00:36:40Hm.
00:36:40Mir wäre so wichtig,
00:36:42dass Sie das direkt mit Herrn Schwerke erklären.
00:36:44Ja, denn das ist noch wirklich eine Entscheidung.
00:36:45Ja.
00:36:46Gut.
00:36:56Herr Schmelzer, bitte.
00:36:57Was haben Sie da drinnen gemacht?
00:36:59Ha?
00:36:59Ich?
00:36:59Ja!
00:37:00Ja, das bist du auf Milos gegangen.
00:37:02Du, Bessi, schau mal,
00:37:03was wir hier gesehen haben.
00:37:04Ja, super.
00:37:04Ich habe gerade ein ganz anderes Problem.
00:37:06Was haben Sie da drinnen mit ihm gemacht?
00:37:07Wart ihr dabei?
00:37:10Ha?
00:37:12Der Brotter sagt,
00:37:13er ist ganz übel bedroht worden.
00:37:14Und zwar von Ihnen, Herr Schmelzer.
00:37:15Und jetzt macht er wieder total dicht.
00:37:17Was haben Sie da im Kopf?
00:37:19Was ist hier los?
00:37:22Na gut, das können wir gleich klären.
00:37:25Erstmal habe ich wichtige Neuigkeiten.
00:37:26Ich habe mich entschieden,
00:37:27dass wir die Vernehmung
00:37:28nochmal ganz anders angehen.
00:37:30Völlig neuer Ansatz.
00:37:31Frau Eickhoff weiß schon Bescheid.
00:37:33Danke dafür.
00:37:34Bitte.
00:37:35Hätten Sie mal ruhig auch ins Gesicht sagen können.
00:37:37Ich sage es Ihnen ja gerade.
00:37:37Warte, ich bin nochmal.
00:37:38Macht Ihre Entscheidung auch nicht korrekter.
00:37:40Jetzt bleiben Sie mal professionell, ja?
00:37:42Das ist eine Entscheidung
00:37:43für die größte Wahrscheinlichkeit
00:37:44und nicht gegen Sie.
00:37:46Hier geht es nicht um Ihre Befindlichkeit,
00:37:47Frau Oberkommissarin.
00:37:49Aber wenn Sie damit
00:37:49so fundamentale Probleme haben,
00:37:51dann brauche ich Sie erst mal nicht mehr.
00:37:56Jetzt kommen Sie mal runter.
00:37:57Ich bin in meinem Büro.
00:37:57Aber jetzt haben wir die Jacke sichergestellt.
00:38:17Ist nicht klar,
00:38:19ob er die bei der Tatzeit auch getragen hat,
00:38:21aber es könnte der Blutfleck vom Opfer sein.
00:38:23Und klar ist das jetzt supereng
00:38:26und totale Nachtarbeit für dich und die Vera.
00:38:28Aber wir haben es nicht früher entdeckt.
00:38:31Es ist eine echte Chance.
00:38:32Und am Ende könntest du,
00:38:34wie sagt man gleich,
00:38:35das Zünglein sein an der Waage.
00:38:37So, gut, tschüss.
00:38:40So, gut, tschüss.
00:39:06Ah, gleich los.
00:39:08Servus.
00:39:18Hallo, Entschuldigung, ich wollte mich längst melden.
00:39:21Ja, hallo, Frau Kommissarin. Ja, Sie wollten doch sagen, wie es läuft.
00:39:24Absolut. Ich war bloß die ganze Zeit in der Vernehmung.
00:39:28Wir sind uns alle sehr sicher, dass wir den richtigen haben.
00:39:31Also jetzt ist halt so eine Polizeiarbeit. Wie beweisen wir es oder wie bringen wir ihn dazu, dass er seine Tat auch zugibt?
00:39:38Und da sind wir jetzt dran.
00:39:39Dass wir in ein paar Stunden verkünden können, dass der keinen Schaden mehr anrichten kann.
00:39:42Frag, frag, ob das auch sicher ist.
00:39:44Guten Abend, Frau Michi. Guten Abend, Frau Eickhoff.
00:39:48Da kommen ja noch viele Instanzen. Also absolute Sicherheit gibt es erst mit einem rechtskräftigen Urteil.
00:39:55Weil ich würde sagen, wir sind auf einem sehr guten Weg.
00:40:01Oh, kaffee.
00:40:15Oh, kaffee.
00:40:17Oh, kaffee.
00:40:19Oh, kaffee.
00:40:21Na, ist ja gut jetzt, Vera. Komm.
00:40:49Hast du deine Peelen dabei?
00:40:52Ja, servus.
00:40:54Zeig mal.
00:40:56Nimm sie bitte regelmäßig. Denk dran.
00:41:04Ein Muster sehen wir darin, dass wieder Tränengas gegen das Opfer eingesetzt wurde.
00:41:08Der Sinn ist von der Täterlogik her unklar, aber das könnte ja der Schlüssel sein.
00:41:13Auch schon bei Ihrem Fall.
00:41:14Verstehe.
00:41:15Diesmal keine Zeugen, außer dem Opfer, Susanne Michel. Aber die kann er nicht sicher identifizieren.
00:41:21Keine Tatwaffe. Eine Spur haben wir eben noch an seiner Jacke entdeckt. Seiner Zufall.
00:41:26Ulfie, Hansi, ihr wart's von Anfang an dabei im Olympia-Bronheim, oder?
00:41:30Von der ersten Minute, Boss. Äh, Sepp.
00:41:32Freilich, als Erster noch um KDD.
00:41:35Haben Sie, Herr Schaub, Chefsache?
00:41:36Nein. Die Sachbearbeitung hatte eigentlich eine junge Kollegin, Elisabeth Eickhoff.
00:41:41Wieso hatte? Wieso eigentlich? Wo ist denn die jetzt?
00:41:43Kann nicht weit sein. Ja, sie hat nicht gerade professionell reagiert auf meine Entscheidung, dass Sie die Vernehmung übernehmen.
00:41:50Hätten mir auch gestunken, klar. Wir brauchen jetzt aber alle an Bord.
00:41:53Ja, absolut. Keine Frage. Ich gebe noch zwei Minuten, dann spreche eine Missbilligung aus.
00:41:57Ach, Missbilligung, so ein Schmarrn. Wir brauchen jetzt hier vollen Einsatz.
00:42:00Hallo, Jonas.
00:42:24Schau an, der Sepp.
00:42:26Sah rasig aus.
00:42:27Glaubst nicht, dass wir unnötig klarkommen, hm?
00:42:30Mein Beileid. Du und die Anna, das war was ganz Besonderes.
00:42:35Wie geht's dir denn?
00:42:37Danke. Geht schon. Und die Elfie ist eine große Hilfe.
00:42:41Gut.
00:42:42Wie schaut's aus für dich?
00:42:44Stand jetzt wandert er hier raus.
00:42:46Wir haben nix.
00:42:48Und ein funktionsfähiges Team haben wir einen immer?
00:42:50Die Sachbearbeiterin Elisabeth Eickhoff, das ist ein Junge, die ist super.
00:42:53Aber die hat gerade hier Schaubs Entscheidung vor allen angezweifelt.
00:42:56Und jetzt hat der Schaub sie weggeschickt zum Runterkommen.
00:42:58Oh, das ist die Kollegin, die schon drei Stunden mit dem Borutag redet?
00:43:02Ja.
00:43:04Ach, scheiße.
00:43:06Dankeschön.
00:43:17Dann gehe ich zu mir rein, zu ihm.
00:43:20Und ihr haltet mich auf dem Laufenden, wegen dem Fleck da in der Jacke.
00:43:24Hansi, hast du mir einen Schlüssel für die Handschellen?
00:43:27Ja, Moment.
00:43:34Was haben Sie da für ein Wunder am Kopf?
00:43:37Oh, Kaut.
00:43:38Herr Monauer.
00:43:59Guten Abend.
00:44:01Ja, Jonas, du kennst meinen Namen noch.
00:44:02Ich bin beeindruckt.
00:44:04Aber du warst schon immer ein schlauer Bursche.
00:44:07Okay, Hanschellen.
00:44:09Brauchen wir zwei doch nicht.
00:44:12Mit dir wäre er sowieso fertig.
00:44:15Mal sich mir einen Arm auf den Rücken binden,
00:44:17dann werde ich fertig mit dir.
00:44:20Oder planst du gerade einen Angriff auf mich?
00:44:21Nein, Herr Monauer, ich plane keinerlei Angriff auf Sie.
00:44:23Wir hatten immer sehr gute Gespräche.
00:44:33Dann haben Sie glücklicherweise eingesehen,
00:44:34dass ich unschuldig bin, genauso wie diesmal auch.
00:44:37Nein, ganz so war es nicht.
00:44:39Ich war mir ziemlich sicher, dass du es warst.
00:44:42Und jetzt habe ich gerade mit den Kollegen geredet.
00:44:44Und jetzt bin ich mir sicher, dass du es diesmal auch warst.
00:44:46Du hast die Susanne Michel überfallen und lebensgefährlich verletzt.
00:44:49Nein.
00:44:53Gut, jetzt erst mal fällt mir auf, dass du nichts mehr zum Trinken hast.
00:44:59Ich weiß doch, du hast immer unser Mineralwasser so gemacht.
00:45:02Magst du wieder eins?
00:45:04Sie hatten immer sehr gutes Wasser mit Kohlensäure.
00:45:07Daran kann ich mich noch erinnern,
00:45:09weil normalerweise trinke ich nur Leitungswasser.
00:45:11Du hast in München von der Wasserqualität her gesehen auch...
00:45:14Ja, Jonas, das weiß ich.
00:45:15Du trinkst nur Leitungswasser und im Kühlschrank hast du nur Toastbrot und Marmelade.
00:45:19Du bist mir schon so ein rechter Vogel.
00:45:21Also, magst du jetzt ein Sprudelwasser?
00:45:22Da würde ich nicht Nein sagen.
00:45:26Wir haben noch immer gut geredet mit zwei.
00:45:28Ja.
00:45:29Was soll jetzt da anders sein?
00:45:31Das Problem sind nicht Sie, das Problem ist Ihr Kollege, der mich vorhin bedroht hat.
00:45:35Und das lasse ich mir nicht bieten.
00:45:40Das ist er!
00:45:42Das ist der Kollege, der mir...
00:45:44Komm, setz dich wieder her.
00:45:49Verzeihung.
00:45:50Was hat er denn gesagt, der Kollege?
00:45:56Was hat er denn gesagt, der Kollege?
00:46:04Also, der genaue Wortler.
00:46:10Ich kann das kaum wiedergeben.
00:46:11Der genaue Wortlaut war wie folgt.
00:46:26Glaub bloß nicht, dass du nochmal damit davon kommst, du dreckige Ratte.
00:46:29Notfalls schneide ich dir persönlich die Eier ab und stopfe sie dir ins Maul, bis du daran erstickst.
00:46:37Mit Ihnen würde ich schon wieder reden, aber ich bin mir sicher, dass Ihr Kollege rechtswidrig gehandelt hat.
00:46:43Dass er mich auf eine Art und Weise bedroht hat, die vor Gericht Konsequenzen hätte.
00:46:46Und ich verlange, dass er bestraft wird.
00:46:49Vorher sage ich kein Wort mehr.
00:46:51Auch leider nicht zu Ihnen.
00:46:52Gut, wenn das stimmt, was du sagst, und das werden wir schnell herausfinden, dann ist das eine ernste Sache.
00:46:59Darf ich schnell nicht mehr rausgehen, dich allein lassen?
00:47:04Das geht in Ordnung.
00:47:05Haben Sie das gesagt?
00:47:16Nein.
00:47:17Ich muss jetzt wissen, was Sie gesagt haben. Auf der Stelle, ja?
00:47:20Wir sind jetzt hier so kurz vor den Scheitern.
00:47:23Ich setze Himmel und Hölle in Bewegung, um den hinter Gitter zu bringen.
00:47:25Und Sie machen alles zunichte.
00:47:27Das kann nicht sein. Das kann nicht sein.
00:47:29Aber der lebt doch. Ich habe nichts gesagt.
00:47:33Sie haben nicht die geringste Vorstellung, oder?
00:47:35Sie ahnen nicht mal, welche Mittel ich zur Verfügung habe, um Ihnen das Leben hier zur Hölle zu machen.
00:47:40Aber Sie werden es erleben, ja. Das schwöre ich Ihnen.
00:47:46Dürft ihr einen Vorschlag machen?
00:47:50Sie sind dann noch recht frisch bei uns, richtig?
00:47:53Und ich nehme jetzt einmal an, die Kripo war immer Ihr Traum.
00:47:55Ich wollte nie was anderes, nie.
00:47:57Das habe ich mir fast gedacht.
00:47:59Deshalb sage ich es Ihnen jetzt ganz direkt, dieser Traum ist in diesem Moment zu Ende.
00:48:03Das spüren Sie doch jetzt auch, oder?
00:48:03Ja.
00:48:06Aber jetzt kommt's.
00:48:07Sie haben noch eine Chance, bei diesen tollen Kollegen, die Sie hier kennenlernen durften,
00:48:11die sich Tag und Nacht den Arsch aufreißen, in guter Erinnerung zu bleiben.
00:48:15Das ist ein junger Mann, der zwar üble Scheiße gebaut hat,
00:48:18aber im wichtigsten Moment die Eier hatte das einzig Richtige zu tun.
00:48:21Und deshalb frage ich Sie jetzt, ob Sie vielleicht an dieser Chance interessiert sind.
00:48:25Ich könnte jetzt schon auch woanders sein.
00:48:34Ah, ja.
00:48:35Aber ich meine, ich liebe ja meinen Job, ne?
00:48:38Ha, interessant.
00:48:42Okay.
00:48:42Aber ich will jetzt lieber im Bett.
00:48:45Ja, ich auch.
00:48:46Das kannst du mir glauben.
00:48:47Okay, ja.
00:48:57Schau mal.
00:48:59Was?
00:48:59So, Jonas.
00:49:05Das hat mir geklärt.
00:49:06Es war tatsächlich so, wie du gesagt hast.
00:49:08Und das darf nicht sein.
00:49:10Weißt du, eine Vernehmung, das ist eine heikle Geschichte.
00:49:12Das sollte die Emotionen nicht hochkosten.
00:49:14Perfektes Timing, Bessi.
00:49:17Gleich wird der Schwälzer notgeschlachtet.
00:49:19War mir Sau.
00:49:20Tim, finde ich, ich bin es ja wohl immer noch mal einer Angelegenheit.
00:49:23Ohne eine Bestrafung Ihres Kollegen sage ich nichts mehr.
00:49:27Ja, das habe ich mir fast schon gedacht.
00:49:28So gut kenne ich dich ja schon.
00:49:29Dann würde ich den jungen Kollegen jetzt reinbitten, ja?
00:49:41Bitte.
00:49:42Das ist für dich zum Durchlesen.
00:49:44Ich möchte das laut vorlesen, damit es im Protokoll aufgenommen wird.
00:49:50Das ist doch hier im Moment nur ein Vorgespräch.
00:49:52Da wird nichts aufgezeichnet oder protokolliert.
00:49:56Na, wurscht.
00:49:56An den Dienst stellen Leiter PHK Schertlin, der Mordkommission München.
00:50:02Hiermit beantragte ich, bin...
00:50:04Hiermit beantrage ich baldmöglichst meine Versetzung aus dem kriminalpolizeilichen Dienst.
00:50:09Ein Vorfall am Abend des 16. Februar hat mir gezeigt,
00:50:13dass ich den nervlichen Belastungen einer Ermittlung nicht standhalten kann.
00:50:17Ich habe unautorisiert Kontakt zum Beschuldigten aufgenommen und ihn massiv bedroht.
00:50:23Daraufhin hat er mich in Panik angegriffen.
00:50:25Das ist nicht, wie aufgeklärt werden kann.
00:50:34Mit freundlichen Grüßen, Bernhard Schmelzer.
00:50:37Ja, ich kann da wieder gehen, Herr Schmelzer.
00:50:49Und die Bestrafung?
00:50:52Unfassbar, die Sau, diese dreiste Sau.
00:50:55Wenn man es nicht selbstpersönlich erlebt hätte, möchte man es nicht glauben.
00:50:58Die Scheiße, die wir ja immer fressen müssen.
00:51:00Amen.
00:51:02Ich bin wirklich auf der Suche nach Hilfe, Herr Monau.
00:51:04Und da klammert man sich an jede Information, die man kriegen kann.
00:51:09Erstmal zu der Möglichkeit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung.
00:51:12Ein Symptom wäre ein übermäßiges Beharren auf den eigenen Rechten.
00:51:17Wenn ich eine Wohnung miete und beim Einzug sage, dass ich sehr geräuschempfindlich bin,
00:51:21dann kann ich erwarten, dass die Ruhezeiten von zwölf bis drei mittags eingehalten werden.
00:51:25Bisher war niemand in der Lage, mir die Ruhe zu garantieren, die für mich so lebensnotwendig ist.
00:51:31In der ersten Münchner Zeit war ich gezwungen, 15 Mal umzuziehen.
00:51:35Ein weiteres Symptom der Parole...
00:51:37Servus. Servus.
00:51:39Das ist ein starker, langanhaltender Groll gegen andere...
00:51:41Du, wie? Sag mal, findest du nicht auch, dass der Raum uns hier nicht gut tut?
00:51:46Ich meine, das ist ja eine kurre Gesprächsatmosphäre, oder?
00:51:49Der Raum.
00:51:50Dürfte ich dich vielleicht noch mal kurz allein lassen, dann schaue ich noch eine bessere Lösung, ja?
00:51:54Ja, aber der Raum ist Dale of the Art. Für die Technik habe ich echt gekämpft hier.
00:51:58Ja, die Technik ist super, das meine ich auch gar nicht.
00:52:00Für mich müsste das ein ganz ein normales Büro sein, in dem jemand arbeitet.
00:52:04Weil das andere schüchtert den ein und dann redet der irgendwie anders.
00:52:08Abend. Also so Spiegelglas-Scheiben und so, das ist kontraproduktiv für mich.
00:52:13Hansi, ich sage mal, dein Büro ist doch hier gleich ein Zimmer weiter, oder? Das bräuchte man jetzt.
00:52:17Okay, ist aber super unaufgerecht.
00:52:19Wurscht, komm, geh mal.
00:52:20Ja, ich glaube, logisch, das Büro von mir, ja, klar.
00:52:26Ja, der Sepp hat immer eine ziemlich klare Theorie gehabt, bezüglich des Vernehmungsraums.
00:52:33Gut, dann hole ich mal meine Kamera.
00:52:39Brillant.
00:52:39Der Beschuldigter, der ist ja nicht blöd, der weiß ganz genau, was von außen einer zuschaut.
00:52:45Er sieht ihn nicht.
00:52:47Und das soll dann vertrauenserweckend sein.
00:52:49Da komme ich nicht ins Gespräch mit ihm.
00:52:51Und ich brauche jetzt einfach ein Gespräch mit ihm.
00:52:53Nein, nein, stopp. Lass ihn mal liegen, den Apfel putzen, der ist perfekt.
00:52:56Genau das wollen wir ihm zeigen.
00:52:57Dass wir ganz normale, hart arbeitende Leute sind.
00:53:00Aber genau wie er leben wir auch ein bisschen im Chaos.
00:53:02Gut, was muss jetzt da alles weg?
00:53:07Deine Frau und deine Kinder und dann deine ganzen Urkunden und Fotos hier.
00:53:13Was ist denn das?
00:53:15Was du jetzt machst?
00:53:17Ja, okay.
00:53:19Aber das muss so ein gefährlicher Straftäter nicht wissen.
00:53:21Nein.
00:53:23Gut.
00:53:25Wo hin, Boss?
00:53:26Ähm, was war, wir setzen ihn da hin, dann da drüben.
00:53:31Geben Sie, gehen wir hin.
00:53:33Test, test.
00:53:35Hört man mich?
00:53:35Ja.
00:53:36Komm, aber zu mir drehen.
00:53:37Und an die Bässe werden wir die bitte rüber zu kommen.
00:53:42Die Scheren weg, Brieföffner weg und das Messer muss auch weg.
00:53:47Wir haben es ja mit einem psychisch Gestörten zu tun.
00:53:50Das sind unberechenbar.
00:53:51Wir wollen zwar gewisse Nähe erzeugen, aber das sind nicht lebensmöde.
00:53:54Und dann dürfte da keine Barriere sein zwischen ihm und uns.
00:53:58Wir reden mit ihm von Mensch zu Mensch.
00:54:00Genau, das ist das Gefühl, was er haben soll.
00:54:02Herr Munau, hätte ich denn eine Aufgabe hier, weil die Polizeischule habe ich ehrlich gesagt schon hinter mir.
00:54:07Ja klar, natürlich.
00:54:09Ähm, Bessi, richtig?
00:54:11Elisabeth.
00:54:13Hätten Sie was dagegen, wenn wir kurz unter vier Augen reden?
00:54:16Nein.
00:54:17Die Umstände unseres Kennenlernens sind, ja, ist ungünstig gerade, aber wir haben es uns nicht ausgesucht, dass wir an dem Borretergarten sind.
00:54:29Setzen Sie ihn an.
00:54:30Ich weiß, was Sie denken.
00:54:32Komm, wir sehen uns auf den Platz.
00:54:34Sie haben es drauf, das sagen es alle hier.
00:54:37Und jetzt wollen Sie es endlich einmal wissen und dann kommt so ein alter Sack daher.
00:54:40Das Ding ist, ich hätte nie und nimmer damit gerechnet, dass noch einmal so ein Anruf kommt.
00:54:50Aber heute haben wir gedacht, Sepp, nimm's an, als Leben willst du.
00:54:54Das war eine fürchterliche Erfahrung, wo ich vor drei Jahren den Borreter abgehen lassen müssen.
00:54:59Und der Name, der ruft mir der Schwarze an, der Spätzle von mir aus dem Präsidium und sagt mir, dass er es schon wieder getan hat.
00:55:04Das wollen Sie nicht hören als Ermittler.
00:55:07Dass Sie eine neue Bluttat hätten verhindern können, aber das zu blöd waren damals.
00:55:12Wissen Sie was, Elisabeth, wenn der heute Nacht da wieder rausspaziert, wird einer von uns beiden damit leben müssen.
00:55:18Ja, das ist jetzt einfach Bullshit.
00:55:20Erstens werde ich genauso damit leben müssen wie Sie und zweitens wird überhaupt niemand damit leben müssen, weil wir das verhindern werden.
00:55:27Es ist irgendwie schade, dass Sie nicht schon vor 30 Jahren bei der Kripo gewesen sind.
00:55:30Da gab es einen unbesiegbaren jungen Hund, einen Murnauer.
00:55:35Glaub dir, der hätte einer gefallen.
00:55:39Entschuldigung.
00:55:41Ich hätte eine Idee.
00:55:44Die Susanne Michel, also die wäre ja wirklich fast gestorben von den Messerstichen.
00:55:47Die Ärzte haben da Wunder vollbracht.
00:55:50Also ich bin mit der in Kontakt und mit ihrer Mutter.
00:55:53Die ist stark, die muss noch eine Halskrause tragen, die muss noch aufpassen wegen den Nackenwirbeln, aber die will helfen.
00:55:59Ich glaube, der ist wichtig, dass sie dabei ist.
00:56:02Was wäre, wenn wir die herholen und die beiden konfrontieren?
00:56:05Aber ich habe gedacht, Sie hatten ihn nicht erkannt.
00:56:08Also in einem Bericht steht, Sie hatten gerade einmal eine Sekunde gesehen.
00:56:10Nein, mir geht es um ihn.
00:56:11Mir geht es um ihn.
00:56:12Der Plan wäre, dass Sie in ihm was auslöst, dass er die Fassung verliert, Mitleid kriegt, dass er halt redet.
00:56:18Gut, aber eins muss klar sein, wir legen das nicht offen.
00:56:24Also wir konfrontieren ihn, aber wir sagen ihm nicht, dass sie das Opfer ist.
00:56:27Wir stellen sie ihm als Schreibkraft vor.
00:56:30Warum? Warum können wir ihm das nicht einfach direkt vor den Latz knallen?
00:56:32Da schau sie dir an, dein Opfer.
00:56:33Weil es vor Gericht heikel werden könnte.
00:56:35Okay.
00:56:35Es könnte eine verbotene Vernehmungsmethode sein, was vielleicht sogar Geständnis wertlos macht, so wie Leichenbilder zeigen.
00:56:41Okay, aber ich rufe Sie an und wenn Sie dabei ist, dann hole ich Sie her.
00:56:44Ich bin verstanden.
00:56:51So, wir wären dann wieder so weit.
00:56:53Schick es ihn rein.
00:56:57Ich muss jetzt gleich so mit der Tür ins Haus hören.
00:56:59Sie haben ja gesagt, dass Sie gerne helfen würden, wenn es was zu tun gibt.
00:57:02Und wir hätten uns jetzt Folgendes gedacht.
00:57:03Ich fahre jetzt die Susanne Michel holen.
00:57:05Wolfi, schickst du mir SMS, wenn es sich was Wichtiges ergibt?
00:57:08Ja, mache ich.
00:57:09Magst du dich nicht wieder hersetzen?
00:57:16Paranoide Persönlichkeitsstörung, schizoide, nicht zu verwechseln mit der schizotypischen.
00:57:21Dann die narzisstische, die Borderline-Störung.
00:57:25Und dann die meiner Meinung nach sehr schlecht erforscht, der Hass.
00:57:28Ah, Entschuldigung.
00:57:47Auf uns läuft ein bisschen die Zeit davon, aber wie gesagt, es gibt einen Plan.
00:57:50Mir ist es bewusst, dass Sie ihn nicht erkennen.
00:57:59Es geht darum, dass er Sie erkennt.
00:58:01Dass, dass wenn er der Täter war, und ich schwöre, dass er es war, dass er, dass er die Fasson verliert.
00:58:07Wenn Sie sich trauen, ihm gegenüber zu sitzen.
00:58:09Ja, aber ist das nicht gefährlich?
00:58:10Wir sind ja mit drin.
00:58:12Also, unser erfahrenster Kollege ist mit drin und ich natürlich.
00:58:14Es geht mehr darum, ob Sie glauben, dass Sie stark genug dafür sind.
00:58:17Wissen Sie, vielleicht spricht er Sie an.
00:58:22Oder fängt an zu weinen.
00:58:24Fällt auf die Knie.
00:58:26Vielleicht bittet er um Verzeihung.
00:58:28Stellen Sie sich vor, dann wissen wir, dass er es war.
00:58:30Und auch, dass keine anderen Frauen mehr durch ihn in Gefahr sind.
00:58:36Elisabeth, Sie...
00:58:38Sie meinen das sicher gut.
00:58:39Und Sie geben alles.
00:58:40Das sehen wir ja.
00:58:43Aber Sie müssen verstehen, ich kann das nicht zulassen,
00:58:45dass meine Tochter noch mal diesen Stress ausgesetzt ist.
00:58:47Dass Sie noch mal diese Angst haben.
00:58:49Ich mach's.
00:58:51Das ist jetzt wirklich eine kritische Situation.
00:58:53Ich kann ohne meine Tabletten keine Aussage mehr machen.
00:58:57Das habe ich vorhin schon versucht, Ihrer Kollegin zu erklären.
00:59:00Die Tabletten, die kenne ich doch.
00:59:01Die wirken ein bisschen beruhigend, aber wichtig sind die nicht.
00:59:04Und wir reden doch hier ganz ruhig, oder?
00:59:06Ich kann mich sonst nicht konzentrieren.
00:59:08Soll sie wirklich so ähnlich aussehen wie bei der Tat?
00:59:10Kann ich das Schwein da nicht ausrasten?
00:59:12Ausrasten würde ich nicht sagen.
00:59:13Aber irgendeine Reaktion soll er erzeugen.
00:59:16Er soll doch ausrasten, Mama.
00:59:19Ich will, dass er zusammenbricht.
00:59:21Dass ich endlich Klarheit hab.
00:59:26Und ich will es allein schaffen.
00:59:28Weil ich muss ja damit leben jetzt.
00:59:31Aber Sie tragen eine Waffe.
00:59:34Werde ich dann.
00:59:34Sie verstehen das nicht.
00:59:36Ich bin ohne meine Medikamente einfach nicht ich selbst.
00:59:39Das geht nicht.
00:59:40Das geht einfach absolut nicht.
00:59:41Doch, Jonas, das geht.
00:59:42Und ich sag dir das jetzt ganz einfach, dass das geht.
00:59:45Und das kannst du mir glauben.
00:59:46Nein, das geht absolut nicht.
00:59:47Sie können ja nicht in mich hineinschauen,
00:59:49sonst würden Sie nicht so ein Unsinn sagen.
00:59:51Ich brauche jetzt dann bald mein Nematol.
00:59:53Ich brauche jetzt dann bald mein Nematol.
00:59:55Können wir eigentlich nur sagen?
01:00:15Ja, sicher.
01:00:16Ich bin die Bessie.
01:00:17Bessie?
01:00:18Okay.
01:00:18Konnten Sie mir helfen?
01:00:26Ja, ich war gerade unten in der Haftanstalt.
01:00:28Beim ärztlichen Notdienst.
01:00:30Die haben da ein Beruhigungsmittel.
01:00:31Das ist viel besser als dein Nematol.
01:00:34Aber das haben nur wir.
01:00:35Das gibt es am freien Markt gar nicht.
01:00:37Mhm.
01:00:38Das wird jetzt für dich freigegeben.
01:00:40Und dann bringt es einer her.
01:00:44Scheiße, wie wollen wir das Zeug denn nennen?
01:00:46Ja, keine Ahnung.
01:00:46Willst du nicht immer Arzt werden?
01:00:48Ach, Pol...
01:00:51Pol...
01:00:51Pol...
01:00:51Pol...
01:00:52Pol...
01:00:52Pol...
01:00:53Jesus, jetzt...
01:00:54Nennst du ihn irgendwie...
01:00:55Ähm...
01:00:56Polamitonil.
01:00:57Ach, das ist gut.
01:01:00Wie schreib mal das?
01:01:01Himmi, Herrgott, schreibst halt, wer es magst.
01:01:03Polamitonil.
01:01:05Das haben Sie jetzt extra für mich besorgt?
01:01:07Siehst du?
01:01:09Die sind aber sehr wirkungsvoll.
01:01:10Also du darfst maximal eine pro Stunde nimmer.
01:01:12Und auf keinen Fall...
01:01:14Auf keinen Fall darfst du es zu beißen oder zu lutschen.
01:01:17Einfach mit einem großen Schluck Wasser runterspülen.
01:01:20Versprichst du mir das, was dich da anhältst?
01:01:23Ich verspreche es.
01:01:37Servus.
01:01:37Hallo.
01:01:38Du, Jonas, ich glaub, wir hatten das Thema schon vor drei Jahren.
01:01:43Aber jetzt würd ich trotzdem gern noch mal drauf zurückkommen.
01:01:48Wie würdest du denn deine Eltern beschreiben?
01:01:51Meine Eltern sind sehr gotteswöchig...
01:01:52Ich glaub, wirklich, der hat's geschluckt.
01:01:55Was ist nicht?
01:01:56Weil ich schluck dir das?
01:01:57Bei dem genialen Namen?
01:01:58Was fängt der denn jetzt bei Arnim und Eva an?
01:02:03Gibt's was Neues?
01:02:04Du wirst es nicht glauben, Sarah.
01:02:11Das ist süß, doch, Binn.
01:02:13Das ist ein bescheuert, die Idee war das denn.
01:02:15Moinauer natürlich.
01:02:16Und fast bei der Kollege.
01:02:17Aber ehrlich.
01:02:18Der Sepp und ich werden mal quasi zusammen angefangen, gell?
01:02:20Er bei der Kripo und ich als blutjunge Juristin.
01:02:22Ja, Sarah, das ist uns alle bewusst, dass du immer eine blutjunge Juristin warst.
01:02:27Du, zoomen mal ran.
01:02:29Bin ich unter der Schaum im Mundwinkel?
01:02:32Die sind gut.
01:02:34Ich spür die Wirkung.
01:02:36Dann werdet sie nur nicht aufgeschäumt.
01:02:48Guten Abend.
01:02:49Herr Moinauer, wir unterhalten uns doch gerade so nett.
01:02:55Müssten Sie doch immer mit diesen Vorwürfen kommen?
01:02:58Ich kann es nur noch einmal sagen.
01:02:59Ich habe die Tat, die Sie und Ihre Kollegen mir zur Last legen, noch eigentlich begangen.
01:03:04Und ich habe meine eigenen Probleme, auf die ich mich momentan konzentrieren muss.
01:03:11Ja, Jonas?
01:03:14Wissen Sie, wie spät es ist?
01:03:15Warum fragst du das jetzt?
01:03:21Du drückst doch selber eine Uhr.
01:03:2520 für 12.
01:03:28Das war sein Trick mit den Tabletten, oder?
01:03:29Ich zahle immer so schnell.
01:03:30Oder?
01:03:33Du musst überhaupt nichts machen.
01:03:35Du musst auch nicht wirklich mitschreiben.
01:03:36Du tust einfach ab.
01:03:37Das ist los.
01:03:37Haben wir einen Laptop für dich, Susanne?
01:03:38Ja, Freide, finden wir schon was.
01:03:41Josef, wir wären dann so weiter.
01:03:43Jonas, pass auf, jetzt ist an der Zeit, dass wir deine Aussagen, also dass wir das alles
01:03:47zu Papier bringen, was du sagst, und dass du das dann unterschreibst, ja?
01:03:50Deshalb habe ich unsere Schreibkraft angefordert, die hockt sich jetzt hier mit dem Computer rein
01:03:54und schreibt alles auf, was du sagst.
01:03:56Und die junge Kollegin, die Elisabeth, die kennst du ja auch schon.
01:03:58Ja.
01:03:59Die sitzt ja auch wieder mit rein.
01:04:01Ja, die kenne ich, die ist gut.
01:04:03Die kann gut zuhören.
01:04:04Und du könntest einmal aufs Häusl gehen.
01:04:06Ich muss nicht auf die Toilette.
01:04:07Ich muss nicht auf die Toilette.
01:04:37Das ist mal von meiner Seite auch ein ganz großes Dankeschön, dass Sie da heute mitmachen
01:04:41und dass Sie das auf sich nehmen.
01:04:43Das ist eine Riesenchance für uns.
01:04:45Ja.
01:04:46Ich muss Sie aber vorher noch einmal fragen, bevor wir jetzt da reingehen, ob Sie innerlich
01:04:50wirklich die Kraft spüren, sich dem auszusetzen.
01:04:53Es gibt keinen Zwang, nur weil Sie jetzt schon hier sind.
01:04:55Sie können also jederzeit wieder abbrechen.
01:04:57Nee, ich will das jetzt auch für mich.
01:04:59Gut.
01:05:00Gut.
01:05:14Das ist dann ihr Laptop.
01:05:15Also, das ist jetzt unser Schreibkraft, die Frau Abel.
01:05:35Die Frau Abel hat da kurz noch mal einen Unfall gehabt, aber jetzt schreibt es wieder für
01:05:37uns.
01:05:38Zum Glück.
01:05:38Und ich glaube, sie ist noch ein bisschen nervös, weil sie hat noch nie bei so einer
01:05:44Vernehmung geschrieben.
01:05:45Na?
01:06:05Gut, wir zwei, wir reden jetzt erst einmal weiter, ja?
01:06:09Weil du weißt, wir müssen jetzt hier so lange reden, bis wir einen Durchbruch erzählt haben.
01:06:15Ihre Intention ist mir klar, aber ich kann nur wieder feststellen, dass ich zur Aufklärung
01:06:19Ihres Falls nichts beitragen kann.
01:06:21Ich weiß von nichts.
01:06:23Und du weißt, dass ich da anderer Meinung bin.
01:06:26Ich bin mir da hundertprozentig sicher, dass du es warst.
01:06:30Und deshalb finde ich es jetzt an der Zeit, dass du mir deine Spielchen sein lässt.
01:06:36Nun, dass du hast diese Taten begangen, beide.
01:06:41Dann möchte ich jede Wette abschließen.
01:06:43Aber wir müssen es dir nur noch beweisen.
01:06:45Ich glaube, unserer Schreibkraft geht es gerade nicht so gut.
01:07:11Ich schau mal kurz nach ihr.
01:07:12Nicht so gut.
01:07:12Ich bin so, ich bin so, ich bin so.
01:07:42Also, ich habe schon was gespürt.
01:07:50Ich bin wieder so unruhig und nicht so angespannt innerlich.
01:07:58Ich habe so Angst wie seit dem Tag nicht mehr.
01:08:00So angespannt wie damals nicht, das ist eine wichtige Information.
01:08:03Also ich meine, er kann es echt gewesen sein.
01:08:07Aber beschwören könnten Sie es nicht, oder?
01:08:09Nein.
01:08:10Ich beschwören könnte es nicht, vor allem die Haare.
01:08:16Na ja, klar, Sie haben ja bloß eine Sekunde gesehen und dann nehmen wir los mit der Kapuze.
01:08:22Susanne, ich darf doch du sagen, oder?
01:08:24Ja.
01:08:25Noch einmal vielen, vielen Dank, das war sehr mutig gerade.
01:08:27Ja, wirklich, sehr mutig.
01:08:29Aber leider hat es nicht funktioniert.
01:08:31Nicht so wie wir gehofft haben oder wie wir es braucht hätten.
01:08:34Aber der Versuch war trotzdem wichtig.
01:08:35Ja, ja, auf jeden Fall.
01:08:37Und die Kollegin wird dich über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden halten.
01:08:40Ihr müsst jetzt bloß wieder rein zu ihm.
01:08:43Bessi, in zwei, drei Minuten, wenn du hier fertig bist, dann hätte ich dich gern mit dabei.
01:08:46Dass wir jetzt immer bloß noch zu zweit sind, wir gehen dem jetzt total auf die Eingeweide.
01:08:50Und wenn du was sagen willst, einfach dazwischenreden.
01:08:52Du musst gar nicht fragen.
01:08:54Ich bring noch schnell diese Sonne.
01:08:57Leck mich da ab, Arsch!
01:08:58Vielen Dank. Alles Gute, Frau Michael.
01:09:18Hören Sie, lassen Sie mal kurz allein.
01:09:20Ja.
01:09:21Danke.
01:09:40Das ist ein richtiger Luxus in meinen Augen.
01:09:42Jetzt reden wir mal ganz offen.
01:09:44Ich habe genau registriert, dass du die Susanne erkannt hast.
01:09:47Unsere Schreibkraft eben, das war die Susanne Michel.
01:09:51Das Mädchen, das du im Wohnheim überfallen und lebensquellig verletzt hast.
01:09:56Und du hast sie erkannt.
01:09:59Aber du hast das nicht anmerken lassen, als du nämlich Herr Meister der Beherrschung bist.
01:10:04Und es hat mir wieder mal gezeigt, dass du nicht mit normalen Maßstäben zermessen bist.
01:10:09Dafür bist du einfach zu schlau.
01:10:10Du hast ja genau gewusst, dass die Susanne Michel dich nicht wiedererkennt.
01:10:15Danke, Susanne.
01:10:15Danke für deine...
01:10:16Weil sonst hätte man dich schon viel früher festnehmen können.
01:10:18Danke.
01:10:24Sie hat so geweint, weil sie gehofft hat, dass sie dich vielleicht identifizieren kann.
01:10:30Oder dass du sie erkennst und dass das irgendwas auslöst in dir.
01:10:33Dass du dich vielleicht entschuldigst.
01:10:34Denkst du endlich einmal an das Mädchen?
01:10:39Die ist total traumatisiert.
01:10:40Denkst du da mal eine Sekunde dran?
01:10:44Tut es dir wenigstens leid.
01:10:49Jetzt überleg doch einmal, Jonas.
01:10:52Wie soll es denn in deinem Leben weitergehen?
01:10:55Du bist doch ein total verkorkster Typ.
01:10:58Und du brauchst dringend Hilfe.
01:11:01Oder willst du so weitermachen?
01:11:02Hm?
01:11:05Jetzt durch wirklich so weiterleben.
01:11:09Dann geht doch die ganze Scheiße wieder von vorn los.
01:11:17Wie vielen Frauen willst du noch wehtun, Jonas?
01:11:19Wie viele Frauen willst du noch umbringen, ha?
01:11:21Du hast doch dein Leben überhaupt nicht im Griff.
01:11:23Ergreif doch jetzt die Chance.
01:11:25Jetzt!
01:11:26Und deine Strafe wird auch geringer, wenn du aus freien Stücken die Wahrheit sagst.
01:11:30Das sind jetzt Vorträge, die meinem geistigen Niveau nicht entsprechen.
01:11:34Das ist ziemlich ermüdend.
01:11:36Sehe ich doch eine gewisse Befriedigung daraus, dass wenigstens die Zeiger hier vorrücken,
01:11:40wenn, wie ich finde, auch zu langsam.
01:11:42Der Bastard spielt doch mit uns.
01:11:45Scheiße!
01:11:46Andererseits, warum redet der überhaupt noch?
01:11:48Der weiß doch ganz genau, er könnte einfach schweigen und es gibt nichts auf der Welt, was wir dagegen tun können.
01:11:53Ihr werdet einfach nicht schlau aus denen.
01:11:54Franker, der Engel mit der rettenden Nachricht.
01:12:04Der Fleck war die einzige relevante Spur an der Jacke.
01:12:08Es ist Blut, euer Verdacht war richtig.
01:12:10Test natürlich auf Opferblut.
01:12:12Erste Erkenntnis, es ist eine Mischspur.
01:12:15Wir haben unser Bestes gegeben in der Zeit.
01:12:17Zunächst mit Zellseparation.
01:12:18Schau ab hier, bitte gleich zum Punkt.
01:12:21Okay.
01:12:22Eins zu zwei Millionen.
01:12:23Verdammt!
01:12:25Ja, Jonas, du bist doch ständig auf der Suche nach irgendwelchen Ärzten und Psychiatern.
01:12:29Hallo? War jemand da?
01:12:30Sorry, Frank.
01:12:31Du findest keine.
01:12:32Ja, lauter betretene Gesichter hier.
01:12:34Weil die Ärzte, die frei arbeiten, natürlich nicht die Besten sind.
01:12:36Danke, Franker, danke, Bernd.
01:12:37Lass' dort.
01:12:38Gute Nacht.
01:12:45Kann man da nicht doch nur was machen beim Ermittlungsrichter?
01:12:47Ich war ein zwei Millionen.
01:12:49Nein, weißt du doch.
01:12:50Ich brauche mindestens eins zu zehn Milliarden.
01:12:52Alles andere gilt als zufällige Übereinstimmung.
01:12:55Soll ich denen einen Zettel reinlegen mit der Info?
01:12:57Die besten Ärzte und Psychiater, die arbeiten natürlich an den renommierten Kliniken.
01:13:02Ich würde was dagegen plädieren.
01:13:03Die stehen hier ohnehin schon ziemlich unter Druck.
01:13:06Denke ich auch.
01:13:06Und nur die schwersten Fälle sind für dich eine Herausforderung, weil sie sich da profilieren können.
01:13:13Ist doch logisch, oder?
01:13:16Soll der mir was sagen, Jonas?
01:13:18Das klingt jetzt total verrückt, aber es ist wirklich so.
01:13:22Klären Sie mich auf.
01:13:22Mörder.
01:13:26Mörder haben die besten Psychiater.
01:13:29Was ja auch wieder logisch ist, weil das Gericht braucht eine ganz exakte Beurteilung.
01:13:33Und da wird man sich bestimmt nicht auf irgendwen verlassen, sondern einfach nur auf die Besten.
01:13:40Das Problem ist nur, dass du an die gar nicht rankommst.
01:13:43Weil du ja weiterhin behauptest, dass du kein Verbrecher bist.
01:13:45Was anders wäre es natürlich, wenn du jetzt so Geständnis ablegst.
01:13:51Dann wäre der Weg offen für dich.
01:13:53Dann wäre der Weg offen.
01:13:59Das leuchtet mir ein.
01:14:03Ich habe bisher nur mit Leuten gesprochen, die weniger Ahnung haben als ich auf dem Gebiet.
01:14:07Ich weiß.
01:14:10Aber ich kann doch niemanden ermorden, nur um an gute Psychiater zu kommen.
01:14:14Das brauchst du ja auch nicht.
01:14:15Das hast du ja schon.
01:14:15Also, ich meine, du schreist einerseits nach Hilfe und bist andererseits nicht dazu in der Lage, zuzugeben, wozu du aufgrund deiner Krankheit fähig bist.
01:14:30Weißt du, solange wie du nicht aufmachst, solange wie du nicht redest, solange wirst du weiter wie so ein Zombie durch unsere Gesellschaft laufen.
01:14:36Kapierst du das nicht, Jonas?
01:14:37Aber ich kann doch nichts gestehen, was ich nicht getan habe, nur um an gute Psychiater zu kommen.
01:14:41Jonas, natürlich gestehst du nicht nur, um an guten Psychiater zu kommen.
01:14:44Du gestehst, weil es das Beste für dich ist.
01:14:47Und für alle anderen auch.
01:14:48Und weil du dann endlich Hilfe kriegst.
01:14:50Und dann bist du nicht mehr allein verantwortlich für die fixen Ideen, die dich seit Jahren quälen.
01:14:56Oder für die Stimmen in deinem Schädel, die dich zu diesen furchtbaren Taten treiben.
01:15:00Da bekommst du dann endlich Hilfe.
01:15:03Ja, sie...
01:15:03Du hättest dann echte Spezialisten, die sich drum kümmern, dass es dir gut geht.
01:15:08Die dafür sorgen, dass du nicht mehr auf diese schlimmen Gedanken kommst.
01:15:11Und wenn doch, dass du sie nicht mehr ausführen musst.
01:15:14Und du musst dich auch nie wieder mit garstigen Vermietern herumärgern, die deine Ruhe stören.
01:15:21Du hast nie mehr das Problem, dass das Toastbrot plötzlich aller ist im Kühlschrank.
01:15:26Nie mehr zittern, ob dir die Ärzte noch Termine geben, ob sie dir noch Rezepte ausstellen,
01:15:30wie du an deine Medikamente kommst.
01:15:31Diese ganzen Dinge, die dich so stören im Alltag, die gibt es dann nicht mehr.
01:15:36Weil du wachst doch schon morgens auf und zuckst zusammen und denkst,
01:15:40was muss ich verstecken?
01:15:42Ja.
01:15:42Was muss ich beachten?
01:15:43Was darf ich nie, nie, nie sagen?
01:15:45Was darf ich nicht machen?
01:15:46Nicht in den Wald, nicht onanieren, nicht die Frauen nachschauen in ihren schönen Sommerkleidern.
01:15:51Und da platzt doch schon der Frühkleid der Schädel.
01:15:53Aber dann, an einem neuen Morgen, da fällt dir das plötzlich ein.
01:15:59Das gibt es alles gar nicht mehr.
01:16:01Das ist Vergangenheit, das liegt hinter dir, das ist von dir abgefallen, wie so ein schlechter Traum.
01:16:05Weil du geredet hast, weil du es mit uns geteilt hast.
01:16:09Und in dem Moment atmest du ganz tief aus.
01:16:14Stell dir das mal wirklich vor, Jonas.
01:16:16Die Ruhe.
01:16:18Und den Frieden.
01:16:21Oh Mann, Bessi.
01:16:22Das würde sogar ich gestehen.
01:16:23Und das hast jetzt du selber in der Hand.
01:16:26Wenn du uns einfach erzählst, wie es war, dann könnte dein neues Leben morgen gleich beginnen.
01:16:35Das klingt alles sehr schön, aber ich glaube, es ist an der Zeit, hier Schluss zu machen.
01:16:43Wie, Jonas?
01:16:44Wird es einfacher so?
01:16:46Ich bin sehr müde.
01:16:47Na.
01:16:48Ich kann nichts mehr sagen und ich werde auch nichts mehr sagen.
01:16:50Ich mache seit fünf Stunden, was Sie wollen.
01:16:53Es reicht.
01:16:53Morgen ist auch noch ein Tag.
01:16:57Ja klar, du weißt, dass du es geschafft hast.
01:16:59Ja, aber du lässt uns doch...
01:17:01Du lässt uns jetzt nicht hängen, mitten drin.
01:17:03Aber du grinst doch über uns.
01:17:04Jetzt sind wir an einem entscheidenden Punkt.
01:17:06Du grinst über uns, weil du keine Seele hast.
01:17:08Du verhönst uns.
01:17:09Aber wenn es so ist, dann ist es eben so.
01:17:11Ja, aber das kommt doch überhaupt nicht in Frage.
01:17:13Jonas, sag mal, du schaust mich jetzt an und sagst, dass du mit deinem Scheißleben weitermachen möchtest.
01:17:24Du kannst das nicht richten.
01:17:26Komm, wir haben hier nichts mehr verloren.
01:17:28Geh mal.
01:17:43Der Fleck auf der Jacke.
01:18:05Was ist mit dem?
01:18:08Nix.
01:18:11Ja.
01:18:13Dann mache ich mal die Papiere fertig.
01:18:16Danke.
01:18:17Und dann lasse ich ihn gehen.
01:18:20Wo sind die Eikow?
01:18:23Toilette?
01:18:43Jonas, ich bin noch da.
01:18:50Du, nur eine Sache noch.
01:18:53Du hast ja gerade gesagt, morgen ist auch noch ein Tag.
01:18:55Ich muss dir jetzt ganz ehrlich sagen, morgen gibt's nicht.
01:19:07An morgen gibt's für uns jetzt nicht.
01:19:09Ich rede jetzt totalen Klartext mit dir, okay?
01:19:14Wir können dir überhaupt nix beweisen.
01:19:17Gar nix.
01:19:19Genauso wie damals nicht.
01:19:22Jetzt ist Mitternacht und die Frist, wo wir dich da behalten dürfen, die ist abgelaufen.
01:19:25Wir müssen dich jetzt rausschicken, ob wir das wollen oder ob du das willst, ist völlig egal.
01:19:29Das ist das Gesetz.
01:19:30Gott, sie fickst die Eikow, kippt nicht auf, oder?
01:19:33Du wirst morgen früh wieder ganz alleine aufwachen.
01:19:37Und du wirst wahrscheinlich bald wieder Frauen wehtun müssen.
01:19:41Und warum?
01:19:42Weil du das heute und hier entschieden hast.
01:19:48Und es ist ganz egal, wie gut der Herr Murnauer und du und ich uns da herinnen verstanden haben.
01:19:55Wenn ich jetzt durch diese Tür gehe, dann hast du mich verloren.
01:20:00Für immer.
01:20:03Ganz egal, wie gern ich dir zugehört habe, das habe ich wirklich, Hermos.
01:20:10Da.
01:20:12Das schenke ich dir zur Erinnerung.
01:20:16Gut, Jonas, ich sag Servus.
01:20:22Nein!
01:20:36Trink was, Jonas.
01:20:42Das war das letzte Zimmer.
01:20:58Rechts hinten.
01:20:59Wo ich die Bluttheit an Susanne Michl begangen habe.
01:21:08Du weißt, dass du hier mit der Geständnis ablegst.
01:21:11Und das müssen wir aufzeichnen, Wort für Wort.
01:21:13Ich drücke jetzt hier bei der Kamera auf Aufnahme.
01:21:16Jonas, du hast gerade im Vorgespräch zugegeben, Susanne Michl mit einem Messer attackiert und verletzt zu haben.
01:21:28Ich muss dich darüber aufklären, dass du die Aussage verweigern kannst.
01:21:32Du kannst jederzeit einen Rechtsbeistand hinzuziehen und du kannst auch verlangen, dass wir Beweise, die dich gegebenenfalls entlasten, überprüfen.
01:21:38Hast du die rechtliche Belehrung verstanden?
01:21:43Ich habe die rechtliche Le...
01:21:45Ich habe die recht...
01:21:48Ich habe die rechtliche Belehrung verstanden und mich entschieden, weiterhin auf einen Anwalt zu verzichten.
01:21:57Gut.
01:22:00Dann würde ich dich jetzt bitten, dass du mir nochmal erzählst, was du gerade gesagt hast.
01:22:05Ich habe die Bluttat an Susanne Michl, Komma, die mir zur Last gelegt wird, Komma, begangen.
01:22:13Punkt.
01:22:15Ich habe auch...
01:22:18Ich habe auch die Joggerin in den Isarauen vor drei Jahren, Komma, überfallen und getötet.
01:22:26Punkt.
01:22:29Beide Male habe ich versucht, die Frauen zu vergewaltigen.
01:22:33Nachdem der Versuch der Vergewaltigung missglückt war, Komma...
01:22:37Du, Jonas, die Satzzeichen könntest du einfach weglassen.
01:22:40Das wissen unsere Schreibkräfte dann schon.
01:22:42Sonst sitzen wir ja übermorgen noch da.
01:22:43Du!
01:22:44Da schau's!
01:22:45Was?
01:22:45Da schau's!
01:22:48Das war, wie gesagt, das letzte Zimmer ganz hinten, wo kein...
01:22:51ganz mehr daneben war.
01:22:53Da hörte ich eine Stimme.
01:22:56Herr Kollege, guten Abend.
01:22:57Herr Kollege, danke schön.
01:22:59Ja, natürlich, weiß ich, wie spät es ist.
01:23:01Und Sie haben Bereitschaftsdienst als Haftrichter, das ist doch richtig, oder?
01:23:05Tu's nicht.
01:23:06Geh nach Hause, sei vernünftig.
01:23:08Aber ich musste da rein.
01:23:10Ein Hund ist schon die Beste.
01:23:13Also wir hatten jetzt hier die erste Vernehmung, die ich je gesehen habe.
01:23:17Und jetzt haben wir ein Geständnis.
01:23:19Hier wohnt eine junge Frau und sie ist alleine.
01:23:21Setzen Sie sich in Ihren Mitlauf-Crisis-Porsche und schwingen Ihren Arsch höchstpersönlich hierher,
01:23:26um unserem Täter den Haftbefehl zu eröffnen.
01:23:29Warum?
01:23:30Weil Sie mir nichts abschlagen können.
01:23:32Und weil es jetzt was zu feiern gibt.
01:23:33Ich erzähle gerade alles.
01:23:36Ich weiß, Jonas, ich weiß.
01:23:38Und das ist auch sehr gut so.
01:23:41Aber red ruhig, Weiler.
01:23:43Ist jetzt mit seiner Wider dazu, was die Kollegin mal eine Pause machen möchte.
01:23:46Ja, ich müsste tatsächlich mal eine Pause machen.
01:23:49Sollen wir auf Sie warten?
01:23:50Also bis gleich.
01:23:51Diese Joggerinnen in den Isar-Augen mit ihren hautengen Leggings.
01:24:03Jetzt probiere ich es, weil das wird bestimmt funktionieren.
01:24:06Man muss sich den Sex im Gewaltsam holen.
01:24:10Ah, sehr gut.
01:24:10Sie sind alarmiert worden.
01:24:11Als ich auf der Suche war...
01:24:13Guten Abend.
01:24:13Guten Abend.
01:24:14Guten Morgen.
01:24:15Wo in einem Haus hunderte Studentinnen leben.
01:24:18Wo eine Frau alleine wohnt.
01:24:23Und so was Böses vorhaben.
01:24:26Ja.
01:24:26Hallo.
01:24:28Guten Abend.
01:24:29Guten Abend.
01:24:29Das ist der Norman Weber, unser Haftrichter im Bereitschaftsdienst.
01:24:33Ah, hallo.
01:24:33Er wird jetzt den Haftbefehl eröffnen.
01:24:35Das ist aber reine...
01:24:36Das ist ja ein Wahnsinn.
01:24:38Ich habe das ja gerade erst gehört.
01:24:40Das ist ja erst da, ist Born.
01:24:42Wohnhaft, Wilramstraße 54 München.
01:24:44Staatsangehörige Deutsch.
01:24:45Korrekt Deutsch.
01:24:46Familienstand ledig.
01:24:47Beruf Student.
01:24:47Korrekt.
01:24:49Der Tatverdächtigte wird beschuldigt des Mordes an Karin Breuer, sowie des versuchten Mordes
01:24:54an Susanne Michlisch.
01:24:55Wenn ich dann endlich alleine im Bus saß mit einer Frau, habe ich die Hose runtergelassen
01:25:00und onaniert.
01:25:02Dann hatte ich einen Samenaguss.
01:25:04Das Eakulat habe ich an die Lehne des Vordersitzes platziert und habe es dann vor ihren Augen abgeleckt.
01:25:13Zuhause kam ich dann nochmal so in Erregung, dass ich abermals onaniert habe.
01:25:23All meine Gedanken kreisen um den Geschlechtsverkehr mit einer Frau.
01:25:28Ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren.
01:25:30Ich wollte endlich ein Mann werden.
01:25:32Andere Männer machen das doch auch.
01:25:34Alle machen das.
01:25:36Ich habe mal gelesen, als Mann muss man draufgängerisch sein.
01:25:39Da habe ich sie einfach gepackt und zu mir hergezogen.
01:25:43Ich wollte sie küssen.
01:25:45Dann hat sie geschrien und ist aufgesprungen und davon gelaufen.
01:25:48Da habe ich gemerkt, das ist die falsche Methode.
01:25:55Schau.
01:25:57Schau.
01:26:06Ich bat sie, sich vollständig zu entkleiden und aufs Bett zu legen, damit ich in ihre Scham hineinsinke.
01:26:12Seit fünf Stunden liegt er da drin, ohne Unterbrechung.
01:26:15Ich bin hier aufs Bett gesetzt.
01:26:18Die Leute sind ja perfekt.
01:26:19Zwei Stunden.
01:26:20So, naja, mal.
01:26:21Ach, fast schon.
01:26:23Was war die Vorstellung, dass die Kommissarin und sie mich verlassen würden?
01:26:29Er ist ja immer noch drin mit dem.
01:26:31Ja.
01:26:31Ich habe Geständnis für Sie.
01:26:38Toastbrot und Marmelade.
01:26:41Ja, der alte Fall, der hat einen verfolgt regelrecht.
01:26:44Elfie, ich glaube, der möchte jetzt da drin sein.
01:26:49Ich glaube, jetzt ist gut.
01:26:52Wir haben dann wirklich alles, oder?
01:26:55Elisabeth, ich weiß nicht, was ich sagen soll.
01:26:57Ja, nix.
01:26:58Sie haben heute Nacht eine Entscheidung getroffen, auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten.
01:27:03Und weil solche Entscheidungen sehr oft richtig sind, sitzen Sie wahrscheinlich da, wo Sie sitzen.
01:27:07Ja.
01:27:09Trotzdem würde ich gern, ich weiß, das gab es bisher noch nie bei Ihrem Dienstgrad,
01:27:12aber ich fände es ein super Signal, wirklich, wenn Sie nachher auf der PK neben mir sitzen und der Presse den Fall erläutern.
01:27:19Ich habe das heute Nacht gelernt, dass ich das mag, so aus dem Rückstand kommen, aus dem Nix.
01:27:33Die Vorstellung, dass Sie und Frau Eickhoff zur Tür rausgehen und mich aufgeben.
01:27:39Aus der Tiefe vom Raum.
01:27:40Das hat mir mehr Angst gemacht, als alles andere.
01:27:44Wenn ich einen Wunsch haben dürfte?
01:27:46Ja, mehr als einen.
01:27:48Dann hätte ich das nächste Mal gerne mehr Rückhalt.
01:27:51Auch wenn es gegen die Wahrscheinlichkeit ist.
01:27:54Sie waren die einzigen beiden Menschen.
01:27:58Die mir zugehört haben.
01:28:00Danke.
01:28:30Untertitelung des ZDF
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