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KurzfilmeTranskript
00:00UNTERTITELUNG
00:30UNTERTITELUNG
01:01Harald?
01:09Hallo?
01:14Ist schon jemand da?
01:30pendel, glaube ich.
01:35Eine S
01:48Die Nacht
01:50Untertitelung. BR 2018
02:20Guten Morgen. Danke.
02:43Wenigstens das Blut auf denen ist nicht echt, im Gegensatz zu drinnen.
02:46Embryos und gynäkologische Instrumente. Wer ist das Opfer?
02:54Harald Anbauer, Anwalt für Medizin und Pharmarecht.
02:57Guten Morgen.
03:15In der Tat, wenn man ihn noch erleben darf.
03:17Das Glück hatte er leider nicht.
03:21Er wurde erstochen?
03:23Mit einem einzigen Stich in den Oberbauch. Hat vermutlich die Aorta getroffen.
03:29Tatwaffe?
03:30Mit dem Schwert der Justitia.
03:34Ein als Schwert verkleideter Brieföffner.
03:37Hm. Und wo ist das Ding jetzt?
03:40Er ist leider verschwunden. Aber von der Größe der Einstichstelle könnte es gut passen.
03:46Können Sie denn schon irgendwas zur Tatzeit sagen?
03:49Da zwischen 19 Uhr gestern Abend und 2 Uhr heute Nacht.
03:54Genau.
03:54Horis? Wie immer.
03:56Nach der Obduktion.
04:02Die blutigen Instrumente und Babypuppen.
04:08Hat der Herr Anbauer etwas mit dem Thema Abtreibung zu tun?
04:12Harald hat sich für den Lebensschutz engagiert.
04:15Er und seine Frau haben eine Organisation gegründet.
04:21Verstehe.
04:22Also hat er sich gegen Abtreibung engagiert?
04:26Ja.
04:29Haben Sie eine Idee, wer es auf ihn abgesehen haben könnte?
04:34Nein.
04:37Vielleicht die Leute, die ihm das vor die Tür geschüttet haben?
04:40Ich... ich weiß es nicht.
04:42Wann haben Sie Ihren Kollegen denn das letzte Mal gesehen?
04:49Gestern.
04:51Gestern Abend.
04:53Ich war noch verabredet und bin dann um sieben gegangen.
04:58Und da war er noch im Büro.
05:03Hat er noch Termine?
05:05Das müssen Sie seine Sekretärin fragen.
05:07Ich...
05:08Er hat immer lange gearbeitet.
05:12Ja, Vera, ich bin schon da.
05:17Als hätte ich irgendeine Wahl gehabt.
05:25Mein Mann ist gestern Nacht nicht nach Hause gekommen,
05:27aber das war nichts Ungewöhnliches.
05:31Wissen Sie, ob er in der Kanzlei noch Besuch erwartet hat?
05:34Nein, keine Ahnung.
05:37Lisa und ich sind noch was essen gegangen,
05:39deshalb habe ich gar nicht mehr mit ihm gesprochen.
05:40Ach, Sie wohnen auch hier.
05:43Lisa studiert noch.
05:46Außerdem ist sie erst vor kurzem von einem Auslandssemester in den USA zurückgekehrt.
05:52Was studieren Sie denn?
05:56Sie studiert Medizin und Pharmarecht.
06:00Wie mein Vater.
06:01Ähm, äh, die Kollegen haben was vor der Kanzlei gefunden, so.
06:12Plastik.
06:13Müll.
06:15Sie meinen Abtreibungsmüll.
06:18Ist nicht das erste Mal.
06:20Ach, das kam öfter vor.
06:21Hat Ihr Mann also Feinde?
06:22Monika Lechner, eine Abtreibungsärztin.
06:27Unsere Organisation Recht auf Leben musste juristisch gegen Sie vorgehen,
06:31weil sie meinen Mann mehrfach beleidigt und bedroht hat.
06:34Bedroht?
06:35Wie genau?
06:36Sie hat gesagt, dass sie ihn drankriegen wird?
06:40Dass er seine Strafe noch bekommen wird?
06:43Strafe für was?
06:46Mein Mann hat sich für ungeborenes Leben eingesetzt.
06:49Für den Schutz von Kindern.
06:51Offensichtlich ist das heutzutage etwas, wofür man sich schämen muss.
06:59Entschuldigung.
06:59Bitte.
07:24Diese Familie und ihre Organisation, die machen mir seit Jahren das Leben zur Hölle.
07:29Ja. Einfach nur, weil ich meinen Beruf ausübe.
07:32Natürlich bin ich auf die nicht gut zu sprechen.
07:34Aber deswegen bringe ich ja niemanden um.
07:37Naja, laut der Schmiererei draußen auf Ihrer Tür scheint es Leute zu geben, die das anders sehen.
07:42Was meinen Sie, wie oft ich sowas schon von meiner Praxistür entfernt habe?
07:45Oder von meinem Auto oder von meiner Hauswand zu Hause?
07:49Und Sie glauben, die Anbauers stecken dahinter?
07:51Ach, natürlich nicht persönlich.
07:53Das machen die Mitglieder der Organisation Recht auf Leben.
07:56Anbauer selbst, der hat mich lieber verklagt.
07:59Wegen unerlaubter Werbung auf meiner Homepage, weil ich über Abtreibung informiert habe.
08:03Sagen Sie...
08:05Kennen Sie diese Sachen?
08:11Sowas finde ich fast jeden Tag vor meiner Haustür.
08:14Interessant.
08:16Wir haben das nämlich vor Anbauers Kanzlei gefunden.
08:18Sie haben die Sachen dann nicht zufällig entsorgt.
08:21So...
08:22Aus Wut vielleicht?
08:23Nein.
08:24Warum sollte ich?
08:25Angeblich haben Sie Harald Anbauer bedroht.
08:29Sie würden ihn drankriegen und er würde seine gerechte Strafe bekommen.
08:34Wofür eigentlich genau?
08:35Bedroht?
08:36Das ist das falsche Wort.
08:38Ich werfe ihm vor, dass er mit Recht auf Leben mindestens eine schwangeren Beratungsstelle hier in München kontrolliert.
08:46Inwiefern kontrolliert?
08:47Dort wird Druck auf die Frauen ausgeübt.
08:50Man will verhindern, dass die Frauen abtreiben können.
08:52Und das ist illegal.
08:54Woher haben Sie diese Information?
08:58Das unterliegt meiner Schweigepflicht.
09:01Also von einer Patientin, nehme ich an.
09:03Aber den Namen der Beratungsstelle können Sie mir doch nennen.
09:07Lilie.
09:08Wie die Blume.
09:09In der Peterstraße.
09:10Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich habe noch ein volles Wartezimmer.
09:15Wenn Sie mir noch sagen, wo Sie gestern Abend waren?
09:20Reine Routine.
09:21Ich war zu Hause. Ich habe fern gesehen.
09:24Allein?
09:25Ja.
09:26Ich lebe allein.
09:27Das ist kein Verbrechen.
09:37Danke. Das ist aber nett.
09:38Hat Edilands bezahlt.
09:40Was hat Edilands bezahlt?
09:44Also, Recht auf Leben ist ein gemeinnütziger christlicher Verein.
09:49Gemeinnützig unchristlicher? Aha.
09:53Gegründet vor 15 Jahren von unserem Opfer Harald Anbauer und seiner Frau Eva.
09:58Ja, die da. Die habe ich auch schon kennengelernt.
10:01Sie leitet den Verein. Ihr Mann hat sich um die juristischen Details gekümmert.
10:05Zum Beispiel hat eine Gynäkologin verklagt wegen unerlaubter Werbung.
10:09Dr. Monika Lechner.
10:09Sie hat auf ihrer Internetseite über Abtreibung aufgeklärt.
10:13Dr. Lechner wiederum hat die Anbauers verklagt wegen Belästigung und Nötigung ihrer Patientinnen.
10:17Was genau macht denn dieser Verein?
10:19Also hier steht, über Alternativen zur Abtreibung und Hilfsangebote informieren, Kundgebungen organisieren.
10:28An dem Prinzip für das Leben zu sein, ist ja grundsätzlich erstmal nichts falsch.
10:32Ja, aber Abtreibung ist auch nicht gleich Mord.
10:34Das habe ich auch nicht gesagt.
10:37Ich finde aber auch nicht, dass man so tun muss, als ob das eine alltägliche Sache ist.
10:40Alltäglich ist das sicher für keine Frau.
10:43Wir sollten uns jetzt wieder auf den Fall konzentrieren.
10:45Haben Sie schon mit Anbauers Kollegen in der Kanzlei geredet?
10:48Also besonders viel kam dabei nicht raus.
10:50Außer, dass Anbau noch ehrenamtlich einige Asylbewerber betreut hat.
10:53Ein richtiger Gutmensch.
11:00Angeblich gibt es eine Verbindung zwischen diesem Verein Recht auf Leben und einer schwangeren Beratungsstelle hier in Mönchen.
11:06Lilie.
11:07Schauen Sie sich die nochmal an.
11:09Okay.
11:11Danke.
11:11Danke.
11:23Entschuldigung, würden Sie bitte draußen warten, ist das vertraulich?
11:36Natürlich, sorry.
11:36Kirchner, Kriminalpolizei.
11:57Sind Sie Nils Sattler?
12:02Ja.
12:03Der Name Ihrer Beratungsstelle ist in einen Mordfall aufgetaucht, in dem wir ermitteln.
12:10Sagt Ihnen der Name Harald Anbauer was?
12:13Anbauer?
12:16Ja, flüchtig.
12:18Er arbeitet für eine Pro-Life-Organisation.
12:21Wieso?
12:23Er ist tot.
12:26Ach, das ist ja schrecklich.
12:30Und was wollen Sie von mir?
12:36Seine Organisation Recht auf Leben soll mit Ihrer Beratungsstelle zusammenarbeiten.
12:41Nein.
12:43Wir sind eine staatliche Beratungsstelle.
12:44Wir haben keinen privaten Träger.
12:47Verstehe.
12:50Arbeiten Sie allein hier?
12:53Zurzeit schon.
12:54Ist das nicht ziemlich ungewöhnlich, dass ein Mann eine solche Stelle besetzt?
12:59Also ich könnte mir vorstellen, dass die meisten lieber mit einer Frau sprechen würden.
13:03Fachkräftemangel.
13:04Das hat mir leider nicht in der Hand.
13:06Und mein Geschlecht sollte eigentlich keine Rolle spielen, oder?
13:08Sie sind Theologe, richtig?
13:14In erster Linie Sozialpädagoge.
13:16Aber ja, ich habe auch Theologie studiert.
13:19Ist es da für Sie nicht ein Gewissenskonflikt?
13:21In einer Beratungsstelle zu arbeiten, die Abtreibung ermöglicht?
13:25Natürlich freue ich mich über jede Frau, die sich nach der Beratung entscheidet, die Schwangerschaft fortzusetzen.
13:34Aber grundsätzlich ist es meine Aufgabe, ergebnisoffen zu beraten.
13:39Darf ich?
13:40Bitte.
13:44Können Sie sich erklären, wie jemand auf die Idee kommt?
13:47Sie könnten mit Anbausorganisationen zusammenarbeiten?
13:53Keine Ahnung.
13:55Wer hat das behauptet?
13:58Gerüchte.
14:03Sie kennen nicht zufällig einen Nils Sattler?
14:06Nils?
14:08Natürlich.
14:10Das ist der Freund meiner Tochter.
14:12Also Ex-Freund.
14:13Moment mal.
14:15Nils Sattler und Ihre Tochter sind ein Paar?
14:18Sie waren eins für circa zwei Jahre, aber Sie haben sich kürzlich getrennt.
14:21Aha.
14:22Wieso?
14:23So genau weiß ich das nicht.
14:25Das ist aber jetzt schon ein komischer Zufall, was?
14:28Ihre Organisation engagiert sich gegen Abtreibung und Ihre Tochter ist mit jemandem oder war mit jemandem zusammen, der für eine Beratungsstelle arbeitet?
14:36Warum ist das eigentlich relevant?
14:39Das kann ich Ihnen sagen.
14:41Ihr Mann ist ermordet worden.
14:43Und ich versuche herauszufinden, wer dahinter steckt.
14:46Sie doch auch, oder?
14:47Na, dann sind wir ja auf derselben Seite.
15:06Du wirst es nicht glauben.
15:08Äh, doch, ich glaub's.
15:12Ich glaub, ich seh sie grad.
15:14Ich weiß, was du getan hast.
15:17Wer steckt dahinter?
15:19Das weiß ich nicht.
15:22Lück mich nicht an.
15:24Ich muss es wissen.
15:25Da drüben steht ein Bulle.
15:26Er ist tot.
15:48Entschuldigen Sie.
15:50Hey, hallo.
15:51Warten Sie mal, bitte.
15:53Hey.
15:59Wir waren, das war Lisa Anbauer.
16:03Sie haben gesagt, Sie kennen Harald Anbauer, nur flüchtig.
16:06Sie haben nicht erwähnt, dass Sie zwei Jahre mit seiner Tochter zusammen waren.
16:10Ich hab mich gerade erst von ihr getrennt.
16:12Und wollte damit nichts zu tun haben.
16:15Vor allem nicht beim Mord.
16:17Und warum sind Sie nicht mehr zusammen?
16:21Was geht Sie das an?
16:24Herr Sattler, ich würde Ihnen raten, mit uns zusammenzuarbeiten und endlich meine Fragen zu beantworten.
16:29Sie haben nichts gegen mich in der Hand.
16:31Also lassen Sie mich in Ruhe.
16:37Na, super.
16:38Jede Menge sensible Daten, an denen man sich die Finger verbrennen kann.
16:41Wir werden aufpassen.
16:42Oh, jetzt krieg ich wirklich Angst.
16:44Aber warnen Sie mich bitte vor, wenn es mit dem Aufpassen an der einen oder anderen Stelle mal wieder nicht so klappt.
16:48Wenn was schiefläuft, schieben Sie es einfach auf mich.
16:51Natürlich.
16:52Wenn es so einfach wäre, hätte ich in der Vergangenheit weniger Probleme gehabt.
17:00Ich komme gerade von Eva Anbauer.
17:09Ich sag dir, da stimmt was nicht.
17:12Die Frau, die hat irgendwas zu verbergen.
17:13Da ist sie nicht die Einzige.
17:16Das hier hat heute Morgen einen Anwohner von seinem Fenster ausgemacht, gegenüber der Kanzlei.
17:23Hm, das schon hier.
17:24Was hätte ich denn sagen sollen?
17:29Wenn ich gewusst hätte, dass Anbauers Leiche ein paar Meter weiter liegt,
17:34dann hätte ich doch die Sachen ganz bestimmt nicht auf den Bürgersteig gekippt.
17:37Was macht Sie zu einer Hauptverdächtigen? Das ist Ihnen doch klar, oder?
17:40Ich hab den Mann nicht getötet.
17:42Sie haben schon einmal gelogen.
17:53Was ist mit Ihren Vorwürfen gegen Anbauers Organisation?
17:56Auch eine Lüge?
17:58Nein.
18:00Vor ein paar Tagen bin ich zu dieser Beratungsstelle gefahren.
18:03Ich wollte mir diesen Berater mal näher anschauen.
18:06Sie meinen Nils Sattler?
18:07Genau.
18:07Haben Sie ihn überprüft?
18:09Erzählen Sie einfach weiter.
18:11Anbauer war bei ihm.
18:13Und die beiden haben heftig gestritten.
18:14Und daraus haben Sie geschlossen, dass die beiden zusammenarbeiten.
18:19Das ein bisschen weit hergeholt, finden Sie nicht?
18:25Dr. Lechner, wenn Sie mir nicht sagen, was Sie wissen,
18:28dann müssen wir dieses Gespräch auf dem Präsidium weiterführen.
18:32Eine Abtreibung ist eine der schwierigsten und persönlichsten Entscheidungen,
18:35die eine Frau in ihrem Leben unter Umständen treffen muss.
18:39Trotzdem müssen wir uns immer noch vor wildfremden Menschen rechtfertigen,
18:45sexuellen Übergriff anzeigen, eine Vergewaltigung,
18:48bevor uns so ein Schein ausgestellt wird.
18:50Da bin ich ganz bei Ihnen.
18:52Aber das beantwortet leider keine meiner Fragen.
18:56Ich hatte drei Patientinnen,
18:57die bei Lilie keinen Schein ausgestellt bekommen haben.
19:00Unter fadenscheinigen Gründen.
19:02Eine von ihnen war noch früh genug bei mir.
19:04Ich konnte sie noch zu einer anderen Beratungsstelle schicken.
19:07Und die anderen...
19:11Haben Sie trotzdem behandelt?
19:16Dr. Lechner, ich bin nicht hier, um Sie deswegen zu belangen.
19:20Aber ich muss einen Mord aufklären.
19:22Diese Leute, die suchen sich gezielt die Frauen aus,
19:25die sich nicht wehren können.
19:27Eine meiner Patientinnen ist bei dem Versuch,
19:29selbst abzutreiben, fast verblutet.
19:31Das sind schwere Anschuldigungen.
19:34Ich nehme an, Sie haben Beweise?
19:37Ohne richterlichen Beschluss?
19:41Da kann ich Ihnen über meine Patientin
19:44keine Informationen herausgeben.
19:51Wie Sie sehen, ist die Sprechstunde schon vorbei.
19:53Ich muss noch mal in mein Behandlungszimmer.
19:56Sie finden alleine raus?
19:57Danke, Dr. Lechner.
20:07Und, glaubst du der Ärztin?
20:22Naja, die Tatsache, dass sie diesen Müll heute Morgen vor Anbauers Kanzlei ausgeschüttet hat,
20:27spricht eher dagegen, dass sie die Täterin ist.
20:29Das wäre ja schön blöd.
20:30Na ja, wer weiß.
20:32Sie schüttet das Zeug da aus, Anbau erwischt sie,
20:34sie streiten, dann sticht sie zu.
20:36Das muss ja nicht geplant gewesen sein.
20:39Es gibt noch einen Verdächtigen.
20:41Nils Sattler.
20:43Er und Anbauer haben doch angeblich einen Streit gehabt.
20:45Ich würde gern wissen, worum der ging.
20:47Nicht zu vergessen, er war mit Anbauers Tochter zusammen.
20:50Ja, die hatte leider wenig Interesse, mit mir zu sprechen.
20:53Was konntest du denn durch die Mutter rauskriegen?
20:55Na, die war auch nicht gerade gesprächig.
20:58Wir sollten Nils Sattler auf jeden Fall mal zur Vernehmung vorladen.
21:01Ich kümmere mich drum.
21:03Haben Sie bei den Sachen von der Kanzlei noch was gefunden?
21:05Bisher nichts Besonderes.
21:07Aber da fehlen noch einige Unterlagen, die bei Annika Deißler zu Hause lagen.
21:10Die bringt sie gleich vorbei.
21:12Ich habe übrigens auch noch was.
21:14Die Asylbewerber, die Anbauer betreut hat, aus reiner Nächstenliebe.
21:18Die sind allesamt jung und weiblich.
21:22Du glaubst, das ist kein Zufall?
21:23Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass er da auch eine Agenda hatte.
21:27Vielleicht hat er da auch Druck ausgeübt in Bezug auf Familienplanung.
21:31Genauso wie in der Beratungsstelle.
21:33Oder wollte ich Ihnen wirklich nur helfen?
21:35Du, ich bin schon ein paar Jahre dabei, ja.
21:38Und das eine kann ich dir sagen, reine Nächstenliebe, die ist wirklich ganz selten.
21:42Meistens gibt es irgendeinen Hintergedanken.
21:44Sprecht doch mal mit diesen Frauen und auch mit den Patientinnen von Dr. Lechner.
21:49Aber das sollte auf jeden Fall diskret passieren.
21:52Am besten macht das seine Kollegin.
21:53Ja, ich bin immer diskret und sehr einfühlsam.
22:01Okay, eine Kollegin.
22:03Ah, Frau Deißler.
22:17Das ist nett, dass Sie extra vorbeikommen.
22:19Ja, gerne.
22:20Danke.
22:24Über den aktuellen Stand der Ermittlungen dürfen Sie wahrscheinlich nichts verraten, oder?
22:29Äh, nein.
22:32Leider nicht.
22:35Wie lange haben Sie und Herr Anbau eigentlich zusammengearbeitet?
22:39Zehn Jahre ungefähr.
22:42Und hatten Sie auch etwas mit den Asylverfahren zu tun, die er betreut hat?
22:46Nein.
22:47Das war Haralds Ding.
22:49Genauso wie sein Engagement zum Schutz umgeborenen Lebens.
22:53Verstehe.
22:55Ja, äh, gut.
23:01Wenn Sie noch irgendwas brauchen, dann melden Sie sich.
23:05Machen wir.
23:07Wiedersehen.
23:08Wiedersehen.
23:08Wiedersehen.
23:28Herr Hartmann.
23:44Herr Böhmer, ich möchte Sie gerne in meinem Büro sehen.
23:47Sofort!
23:56Frau Lanz von der Polizei.
23:58Tut mir leid, dass ich beim Essen störe.
24:04Ich habe eh keinen Hunger.
24:06Du solltest aber was essen.
24:08Ach ja?
24:09Wieso?
24:11Das alles gerade muss sehr schwer sein für Sie.
24:15Was Sie nicht sagen.
24:17Tun Sie nicht so, als würden Sie mich verstehen.
24:20Sie können sich Ihr falsches Mitleid sparen.
24:21Lisa, bitte.
24:24Wissen Sie,
24:25ich habe auch eine Tochter,
24:28die ist etwa so alt wie Sie.
24:30Als die noch wesentlich jünger war als Sie jetzt,
24:34wurde Ihr Vater ermordet.
24:39Ich möchte herausfinden, wer Ihnen das angetan hat.
24:42Sie waren heute bei Ihrem Ex-Freund in der Beratungsstelle.
24:51Darf ich fragen, was Sie da wollten?
24:52Wir haben uns erst vor kurzem getrennt und er hat noch ein paar Sachen von mir.
25:01Uns liegt eine Aussage vor, dass er und Ihr Vater vor einigen Tagen einen Streit hatten.
25:06Harald hat nichts davon erzählt.
25:10Vielleicht ging es um die Trennung von Lisa.
25:12Aber warum ist das überhaupt wichtig?
25:16Lisa?
25:18Weiß ich auch nicht.
25:20Eigentlich kamen die beiden ganz gut miteinander aus.
25:25Wäre es möglich, dass Nils Sattler seine Position ausgenutzt hat, um...
25:30um einigen Frauen den Beratungsschein zu verweigern?
25:32Natürlich nicht.
25:36Und selbst wenn, dann hätte mein Mann nichts davon gewusst.
25:40Entschuldigung, Frau Anbauer, ich habe Ihre Tochter gefragt.
25:46Nils ist pro-life.
25:48Aber er weiß, wo die Grenzen sind.
25:51Und mein Vater hätte niemals bei so etwas mitgemacht.
25:54Er war Jurist.
25:56Ja, und Abtreibungsgegner.
26:02Jetzt wissen wir ja, auf wessen Seite Sie stehen.
26:06Wieso müssen sich eigentlich immer nur diejenigen rechtfertigen, die für das Leben sind?
26:10Und nicht diejenigen, die verantwortungslos in der Gegend rumvögeln und das Ergebnis auch noch in den Abfluss gießen wollen?
26:16Ich bin nicht hier, um mit Ihnen zu diskutieren.
26:18Ich will herausfinden, wie weit Ihr Vater bereit war, für seine Überzeugungen zu gehen.
26:22Und wen er sich damit zum Feind gemacht hat.
26:24Das ist alles.
26:28Ich habe gerade den Anruf einer sehr wütenden Mutter bekommen.
26:31Sie sagt, Ihre minderjährige Tochter wäre von der Polizei zu Ihrer Schwangerschaft befragt worden.
26:37Und zu der Beratungsstelle, die das Mädchen sich ausgesucht hat.
26:40Das kann sein, ja.
26:43Ich habe extra eine Kollegin gebeten, sich drum zu kümmern.
26:46Ja, das ist mir bewusst.
26:48Aber in diesem Fall völlig egal.
26:51Ich habe mit Mühe und Not noch eine Anzeige verhindern können.
26:54Wie sind Sie denn überhaupt an die Daten gekommen?
26:57Wollen Sie das wirklich wissen?
26:59Nee.
27:01Herr Böhmer, Patienteninformationen, das ist, das ist ganz dünnes Eis.
27:08Wie soll ich Ihnen helfen, wenn Sie mich nie mit ins Boot holen?
27:13Ich könnte Sie jetzt mit ins Boot holen.
27:15Wir sind da nämlich auf was gestoßen.
27:18Und was?
27:20Einen Namen.
27:21Samira Rahini.
27:22Eine Asylbewerberin, die von Ambauer vertreten wurde.
27:25Und, so ein Zufall aber auch, sie war auch eine Abtreibungspatientin.
27:30Hm.
27:31Oder dürfen wir diese Information jetzt auch nicht verwenden?
27:35Ja, dann gehen Sie schon.
27:43Raus!
27:48Ich habe Ihnen die Akten im Vertrauen gegeben.
27:51Wenn das jetzt doch alles einen offiziellen Weg nimmt und ich eine Aussage mache, was passiert dann?
27:58Ich kann Ihnen nichts versprechen, außer, dass ich mich in meinem Bericht für Sie einsetzen werde.
28:03Und natürlich für Ihre Patientinnen.
28:08Bitte.
28:09Was ist passiert?
28:10Gestern hat mich Frau Rahini angerufen und mich im Hilfe gebeten.
28:18Sie sagte, sie hätte etwas Dummes gemacht und würde nicht aufhören zu bluten.
28:23Und mit was Dummes war der Versuch einer Selbstabtreibung gemeint?
28:28Eigentlich hätte sie ins Krankenhaus gemusst, aber...
28:31Da wäre sie angezeigt worden, dass es immer noch eine Straftat.
28:35Also haben Sie sie behandelt.
28:37Ich habe eine Ausschaubung durchgeführt und damit die Blutung gestoppt.
28:40Und dann habe ich sie noch einige Stunden zur Beobachtung hier behalten,
28:43bevor ich sie nach Hause habe gehen lassen.
28:46Wann war das?
28:47Gegen 16.30 Uhr.
28:50Es wäre mir lieber gewesen, sie wäre noch etwas länger hier geblieben,
28:53aber sie wollte so schnell wie möglich gehen.
28:57Wissen Sie, ob sie direkt nach Hause gegangen ist?
29:01Davon bin ich ausgegangen.
29:03Und danach haben Sie nichts mehr von ihr gehört?
29:07Nein.
29:07Hat sie irgendwelche Aussagen darüber gemacht, von wem sie schwanger war?
29:12Ob von ihrem Mann oder von jemand anderem?
29:14Nein.
29:21Dr. Lechner, wäre Samira Rahini trotz dieses Eingriffs in der Lage gewesen,
29:26zur Kanzlei zu fahren und einen Mord zu begehen?
29:28Was?
29:29Nein.
29:31Also, ich weiß nicht.
29:35Vielleicht das Adrenalin.
29:38Sie war sehr aufgewühlt.
29:40Sie war sehr aufgeworfen, sie war sehr aufgeworfen.
30:10Hallo.
30:22Guten Tag.
30:24Böhmer Kripo München.
30:25Sind Sie Alan Rahini?
30:28Wir würden gern mit Ihrer Frau sprechen.
30:30Samira Rahini, wir würden gern mit ihr sprechen.
30:36Mann, Paul, red doch mal mal.
30:37Sie war sehr aufgeworfen.
30:38Sie war sehr aufgeworfen.
30:39Sie war sehr aufgeworfen.
30:40Sie war sehr aufgeworfen.
30:41Sie war sehr aufgeworfen.
30:42Sie war sehr aufgeworfen.
30:43Sie war sehr aufgeworfen.
30:44Sie war sehr aufgeworfen.
30:45Sie war sehr aufgeworfen.
30:46Sie war sehr aufgeworfen.
30:47Sie war sehr aufgeworfen.
30:48Sie war sehr aufgeworfen.
30:49Sie war sehr aufgeworfen.
30:50Sie war sehr aufgeworfen.
30:51Sie war sehr aufgeworfen.
30:52Sie war sehr aufgeworfen.
30:53Sie war sehr aufgeworfen.
30:54Sie war sehr aufgeworfen.
30:55Sie war sehr aufgeworfen.
30:56Sie war sehr aufgeworfen.
30:57Sie war sehr aufgeworfen.
30:58Los jetzt. Mitkommen.
31:24So, Herr Rahim.
31:28Diesen Pullover haben wir in Ihrer Wohnung gefunden.
31:33Und das Blut, das da drauf ist?
31:36Jetzt raten Sie mal, von wem das ist.
31:40Von Harald Anbauer.
31:42Ihrem Anwalt.
31:45Er hat Sie und Ihre Frau vertreten, oder?
31:48In Asylfragen.
31:49Sie stecken ganz schön in der Scheiße, das kann ich Ihnen sagen.
32:03Von wem ist dieser Pullover?
32:04Wiedersehen.
32:20Wiedersehen.
32:21Was gibt's?
32:24Ich krieg hier nix raus.
32:26Vielleicht versteht er wirklich kein Deutsch.
32:27Daran kann's nicht liegen.
32:29Die Nachbarn sagen, er steht fürs halbe Haus als Dolmetscher bereit, wenn irgendwelche amtlichen Briefe oder Telefonate anstehen.
32:35Ich hab's gewusst.
32:36Außerdem haben die Nachbarn gestern Mittag einen lauten Streit aus der Wohnung gehört.
32:41So gegen 13 Uhr.
32:43Rahini hat angeblich rumgeschrien und seine Frau soll geweint haben.
32:47Ah ja, die Frau.
32:48Von dir gibt's immer noch keine Spur?
32:50Nee, bis jetzt nicht.
32:52Die Kollegen wissen Bescheid.
32:53Okay, danke erst mal.
33:03So.
33:05Jetzt ist Schluss mit dem Theater.
33:07Ich weiß, dass du mich verstehst.
33:09Entweder du redest jetzt, oder ich lass dich verhaften wegen Mordes.
33:13Hast du mich verstanden?
33:16Wessen Pullover ist das?
33:18Deiner oder der von deiner Frau?
33:23Meiner.
33:25Na also.
33:27Das geht doch.
33:30Also dann.
33:32Warst du gestern in der Kanzlei von Harald Anbauer?
33:37Er war tot, als ich...
33:40Ich wollte helfen.
33:42Aber es war zu spät.
33:45Warum hast du nicht die Polizei gerufen?
33:47Wer würde mir schon glauben?
33:48Und dann mit einem Pullover voller Blut?
33:51Mhm.
33:53Ja, das ist ein Punkt.
33:56Angenommen, es war so.
34:01Wann hast du die Leiche gefunden?
34:04Gegen 8 Uhr abends war das.
34:08Du warst also rein zufällig da, um 8 Uhr abends?
34:10Ich hatte einen Termin, wegen Asylverfahren.
34:14Mhm.
34:14Ja, jetzt ist es nur so.
34:18Wir haben den Terminkalender von Anbauer überprüft.
34:22Da war kein Termin eingetragen.
34:23Entschuldigung.
34:25Entschuldigung.
34:27Entschuldigen Sie bitte.
34:44Samira Rahini?
34:48Ja.
34:52Kirchner, Kriminalpolizei.
34:55Sie müssen mich bitte aufs Präsidium begleiten.
34:57Ähm.
34:59Ich...
35:00Nein, ich kann nicht.
35:01Ich...
35:01Ich muss mit meinem Mann sprechen.
35:04Der befindet sich bereits dort.
35:05Du und deine Frau, ihr hattet Streit.
35:12Das wissen wir.
35:14Worum ging's denn da?
35:15Das hat damit...
35:17...nix zu tun.
35:18Wir wissen auch, dass sie schwanger war und deswegen in ärztlicher Behandlung.
35:21Und...
35:22...was?
35:28Sie...
35:29Sie hat dir nichts davon gesagt?
35:34Nein.
35:41Hi.
35:48Hallo.
35:49Mein Name ist Vera Lanz.
35:51Hi.
35:52Ähm.
35:53Wo ist mein Mann?
35:54Kann ich zu ihm?
35:57Zuerst müssen wir beide alleine reden.
35:59Bitte.
36:00Kommen Sie.
36:05Samira kommt gestern Mittag nach Hause.
36:08Ihr hattet Streit und dann fährst du zu Anbauer.
36:11Aber erst am Abend, weil du wusstest, dass er da alleine in der Kanzlei ist.
36:15Hm?
36:17Weißt du, was ich glaube?
36:19Irgendwas ist da passiert zwischen dem Anwalt und deiner Frau.
36:23Und du wolltest ihn zur Rede stellen.
36:26Samira...
36:27...ist eine anständige Frau, okay?
36:30Du hast gedacht, da läuft was zwischen ihr und Anbauer.
36:33Nein, es...
36:34Sie würde nie...
36:35Sie würde nie...
36:36Sie...
36:37Sie hätte nicht allein hingehen sollen.
36:43Ich hätte dabei sein müssen.
36:47Du denkst, er hatte was angetan.
36:50Wir sind immer zu zweit hingegangen.
36:58Aber gestern Morgen ging es einfach nicht.
37:00Also ist Samira alleine in die Kanzlei gefahren.
37:05Und dann?
37:05Als ich zum Mittagsessen zurück bin, saß sie da auf dem Stuhl und sie hat geweint.
37:12Ich habe gefragt, Samira, was ist los?
37:14Und sie hat nur noch mehr geweint.
37:17Ich bin sehr wütend geworden.
37:19Aber sie wollte nichts sagen.
37:24Ich müsste zurück.
37:26Und als sie dann abends nach Hause kam, war sie nicht da.
37:29Ich habe versucht, sie zu erreichen.
37:30Ich habe sie angerufen.
37:31Sie ist nicht ans Handy.
37:35Und dann bist du zu Anbauer gefahren.
37:39Es gab einen Streit.
37:39Eins kam zum anderen.
37:40Und dann hast du zugestochen.
37:43Ich habe nichts getan.
37:45Du hast ein Motiv.
37:47Du warst im Tatort.
37:50Das sieht nicht gut aus für dich.
37:53Können Sie mir sagen, wann Sie Harald Anbauer das letzte Mal gesehen haben?
37:57Ich...
37:59Keine Ahnung.
38:01Der letzte Termin war...
38:04vor vier oder fünf Wochen.
38:06Hm.
38:07Ihr Mann hat uns erzählt, dass Sie erst gestern Morgen einen Termin bei ihm hatten.
38:14Und dass Sie völlig verstört zurückgekommen sind.
38:21Was ist bei diesem Termin passiert?
38:31Frau Rahini, ich weiß, dass Sie schwanger waren.
38:34Und ich weiß, dass Sie abgetrieben haben.
38:37War Anbauer der Vater?
38:44Ich weiß, es ist sehr schwer, darüber zu sprechen.
38:46Wird mein Mann nie bestrügen.
38:53Was auch immer zwischen Harald Anbauer und Ihnen vorgefallen ist.
38:57Vor allem, wenn Sie dazu gezwungen wurden.
39:03Das könnte bei einem Prozess eine Rolle spielen.
39:05Zu Ihren Gunsten.
39:07Was für ein Prozess?
39:15Wir denken, dass Sie oder Ihr Mann sich rächen wollten.
39:19Ich will mit Alain sprechen.
39:25Nicht bevor Sie meine Fragen sagen.
39:26Ich will mit meinem Mann sprechen.
39:35Da bitte hier rein.
39:41Samira.
39:41Hier bitte hinsetzen.
39:47Und keine Berührung.
39:50Und wenn Sie das Gespräch bitte auf Deutsch führen könnten?
39:57Wo bist du gewesen?
39:59Ich habe mir Sorgen gemacht.
40:01Ich habe dich hundertmal angerufen.
40:07Sag es mir.
40:13Ich hatte eine Abtreibung allein.
40:17Ey, dieses Schwein.
40:18Was hat er mit dir gemacht, Samira?
40:21Mann, ich bin doch dein Mann.
40:23Warum sagst du mir nichts?
40:23Ich muss dich doch beschützen.
40:24Wieso sagst du mir nichts?
40:25Aber er hat mir nichts angetan.
40:28Wer dann?
40:28Samira, wer?
40:36Niemand.
40:45Ich war schwanger von dir.
40:52Warum hast du mir nichts gesagt?
40:54Weil ich Angst hatte.
40:55Ich weiß auch gar nicht, wie das passieren konnte.
41:00Wir haben doch aufgepasst.
41:03Alain, wir können doch jetzt kein Kind bekommen.
41:05Wir wissen doch gar nicht, ob wir hierbleiben dürfen.
41:07Dieser Mann in der Beratungsstelle hat gesagt,
41:09dass verheiratet ihr das Kind bekommen müssen
41:11oder sie gehen ins Gefängnis.
41:16Alain, ich hatte Angst.
41:18Ich möchte gehen, bitte.
41:19Alain, bitte.
41:21Nein, bitte.
41:22John.
41:24John.
41:25John.
41:25Nein.
41:55Musik
42:25Das heißt, Samira hatte gestern Morgen gar keinen Termin bei Anbauer?
42:39Nein, das hat sie nur behauptet, weil sie nicht wollte, dass ihr Mann rauskriegt, dass sie zu Nils Sattler in die Beratungsstelle gefahren ist.
42:44Wo dieses blöde Schwein sie angelogen und den Schein verweigert hat. Für sie gab es dann wohl nur noch eine Lösung.
42:50Was zu einer heftigen Blutung führte. Dr. Lechner hat sie dann behandelt und anschließend ist Frau Rahini zu einer Freundin gefahren und die kann das auch bestätigen.
42:59Also als ein Alibi.
43:00So wie es aussieht?
43:02Tja, das kommt davon, wenn man versucht, Abtreibungen zu verhindern. Verzweiflungstaten.
43:09Und was guckst du mich dabei an?
43:10Wer hat denn diese Lebensschützer verteidigt?
43:13Okay, Paul. Ich weiß ja nicht, warum du Polizist geworden bist.
43:16Ach, hör doch auf.
43:17Aber bei mir war eine Motivation, durchaus Leben zu retten und da schließt ungeborenes Leben mit ein.
43:21Jungs?
43:22Nee, das heißt aber noch lange nicht, dass ich das Recht auf Abtreibung in Frage stelle.
43:25Jungs!
43:26Und was Nils Sattler gemacht hat, ja? Das ist eine absolute Sauerei.
43:29Und genau deswegen müssen wir mit ihm reden.
43:32Ja, wir haben versucht, ihn zu erreichen, bisher vergeblich.
43:35Ich check das aber gern nochmal mit den Kollegen.
43:36Also wenn es diese Samira nicht war, ihr Mann allen, er hat ein Motiv, er war am Tatort, er hat das Blut des Opfers am Pullover.
43:50Ach du Scheiße.
43:56Wo kommt denn das jetzt her?
43:57Fuck.
44:21Checkst du die Rückseite?
44:23Herr Sattler? Sind Sie da?
44:35Machen Sie die Tür auf!
44:36Da ist niemand.
44:54Scheiße.
44:59So, einmal der Fahndungsbeschluss für Nils Sattler und die Ortungsgenehmigung für sein Handy.
45:07Danke.
45:08Nein, ich danke.
45:09Ich fand das jetzt mal sehr erfrischend.
45:13Sie kommen direkt zu mir.
45:16Keine Geheimnisse, keine Aktionen hinter meinem Rücken.
45:20Wenn sich nur alle so verhalten würden.
45:24Ja, Hauptsache wir finden ihn.
45:26Wo ich gerade dabei war, habe ich noch einen Durchsuchungsbeschluss für seine Wohnung mit durchgesetzt.
45:31Danke, Herr Hartmann.
45:32Kein Problem, wir sind doch hier alle im Team.
45:33Und Lisa hat keine Ahnung, wo er sein könnte.
45:42Behauptet sie jedenfalls.
45:43Wir versuchen gerade sein Handy zu orten und wir haben einen Durchsuchungsbeschluss für die Beratungsstelle.
45:48Von Hartmann? So schnell?
45:50Man muss halt nicht fragen.
45:52Ich mache halt meinen Job richtig.
45:54Sind da.
45:54Guten Tag.
46:02Wir haben einige neue Informationen und würden Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.
46:06Sie gehen bitte mit meinem Kollegen und Sie kommen mit mir.
46:09Getrennt? Muss das sein?
46:10Ja.
46:17Dieses Ultraschallbild haben wir im Büro Ihres Vaters gefunden.
46:21Im Aktenschredder.
46:24Wie Sie wahrscheinlich wissen, zeigt es eine Schwangerschaft in einem frühen Stadium.
46:30Der Name der Patientin fehlt.
46:34Lisa, sollte da Ihr Name stehen?
46:36Was?
46:37Was?
46:38Nein.
46:41Ihre Mutter, hat die was angedeutet?
46:44Nein.
46:49Haben Sie je irgendwelche Anzeichen bemerkt, dass Ihr Vater vielleicht eine Affäre hat?
46:58Na, hören Sie mal.
47:00Mein Mann war sehr konservativ.
47:03Ja, das sind die Schlimmsten.
47:06Wie bitte?
47:06Mein Vater hätte meine Mutter nie betrogen.
47:10Ich will hier raus.
47:11Lisa?
47:13Lisa?
47:14Wir sind noch nicht fertig, Frau Ambauer.
47:16Bitte beruhigen Sie sich.
47:17Nein, ich halte das nicht mehr auf.
47:18Ich habe die Asylbewerberin abtelefoniert, die Ambauer vertreten hat.
47:32Ich habe die Asylbewerberin abtelefoniert, die Ambauer vertreten hat.
47:37Alle sagen dasselbe.
47:39Er hat sich absolut korrekt verhalten.
47:41Nichts sexuelles, außer dass er versucht hat, sie vehement vom Christentum zu überzeugen.
47:46Nicht dein Ernst.
47:47Ein echter Missionar und Lebensschützer.
47:57Ich glaube, ich habe eine Idee, von wem der Ultraschallbefund sein könnte.
48:02Ja, das ist von mir.
48:07Achte Woche.
48:09Und wie ist das Bild in den Schredder Ihres Kollegen gekommen?
48:12Haben Sie es da reingeworfen?
48:15Nein, das war Harald.
48:17Nachdem es ihm nicht gelungen ist, mich davon zu überzeugen, das Kind zu schreddern,
48:24musste er wohl mit dem Bild vorlieb nehmen.
48:27Das heißt, Ambauer war der Vater?
48:30Wir hatten eine Affäre.
48:32Bis vor zwei Wochen, als ich ihm das Bild gezeigt habe.
48:37Wollen Sie damit sagen, er wollte, dass Sie abtreiben?
48:40Aus dem Abtreibungsgegner ist plötzlich ein Abtreibungsbefürworter geworden.
48:47Haben Sie abgetrieben?
48:51Nein.
48:53Das kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte das Kind.
48:58Was hat Ambauer dazu gesagt?
49:01Was soll er dazu sagen?
49:04Ich habe ihm gesagt, dass ich weder vorhabe, es einer Frau zu erzählen,
49:07noch irgendwelche Ansprüche geltend zu machen.
49:10Ich bin gleichberechtigte Partnerin in dieser Kanzlei.
49:13Ich habe es nicht nötig, um irgendwas zu bitten.
49:14Warum haben Sie uns das nicht früher erzählt?
49:19Weil ich es, ehrlich gesagt, nicht an die große Glocke hängen wollte.
49:24Außerdem hatte ich nicht das Gefühl, dass es irgendwas mit seinem Tod zu tun hat.
49:29Hat es doch nicht, oder?
49:30Anbauer hat also versucht, Sie zu einer Abtreibung zu drängen.
49:39Ja, das kann man so sagen.
49:43Vor zwei Tagen kam er hier rein spaziert.
49:46Hat gesagt, ich könnte mir den Beratungstermin schenken.
49:48Hat mir einen Blankoschein hingelegt.
49:49Ich müsste nur noch meinen Namen eintragen.
49:51Und ein Termin in Nürnberg für gestern in einer Praxis war auch schon ausgemacht.
49:54Dieser Schein, wissen Sie noch, welche Beratungsstelle den er ausgestellt hat?
50:01Irgendeine Beratungsstelle hier in München.
50:05Linie?
50:08Und wo ist dieser Schein jetzt?
50:11Auf seinem Schreibtisch.
50:13Ich habe ihn sofort wieder zurückgelegt.
50:16Und dann bin ich zu meiner Verabredung gegangen.
50:18Also kurz vor seinem Tod.
50:23Verdammt, ruf mich zurück.
50:25Ich weiß nicht, was ich machen soll.
50:26Die Bullen haben die Beratungsstelle hochgenommen und stehen vor meiner Wohnung.
50:30Ihr könnt euch da nicht einfach so raushalten.
50:33Wenn mir was passiert, bist du mit dran.
50:36Also melde dich gefälligst.
50:37Okay?
50:38Anbauer hat also eine Affäre und bittet Nils Sattler darum, einen Abtreibungsschein auszustellen.
50:51Ausgerechnet dem Freund seiner Tochter.
50:53Genau.
50:53Das nenne ich mal dämlich.
50:56Der Schein war blanko.
50:58Wahrscheinlich hat er ihm nicht gesagt, für wen genau der Schein ist.
51:00Und Anbauer hat bestimmt nicht höflich drum gebeten.
51:03Vermutlich war das der Grund für den Streit.
51:04Nehmen wir mal an, Eva Anbauer hat von der Affäre ihres Mannes gewusst und von der Schwangerschaft.
51:10Dann hat sie ein Motiv.
51:12Hast du ihr Alibi nochmal überprüft?
51:14Laut Kellner war sie tatsächlich mit Lisa im Restaurant.
51:17Aber wenn das voll war, wird er auch nicht alle fünf Minuten auf die Uhr geschaut haben.
51:21Lisa Anbauer behauptet, dass sie den ganzen Abend zusammen verbracht haben.
51:25Aber vielleicht will sie nur ihre Mutter schützen.
51:30Kirchner?
51:33Wir haben ihn.
51:33Sattler versucht, Lisa Anbauer anzurufen.
51:37Ja, ich komme.
51:41Herr Sattler, Sie sind vorläufig festgenommen.
51:45Weswegen?
51:45Wegen dem Verdacht des Mordes an Harald Anbauer.
51:48Sie haben mit ihm gemeinsame Sache gemacht und Frauen an der Abtreibung gehindert.
51:52Als Anbauer selber einen Schein brauchte, hat dieser sie erpresst.
51:55Und kurze Zeit später war er tot.
51:56Entweder Sie reden jetzt endlich, oder wir führen dieses Gespräch in der Urhaft weiter.
52:07Okay, ich habe mit Anbauer zusammengearbeitet, aber das war's.
52:11Mit seinem Tod habe ich nichts zu tun.
52:12Wer dann?
52:13Verdammt nochmal!
52:14Ich weiß es nicht.
52:26Wem haben Sie von dem Schein für Anbauer erzählt?
52:30Niemandem.
52:30Nicht mal seiner Tochter?
52:34Die wäre die Letzte gewesen, der ich das erzählt hätte.
52:38Meinen Sie das?
52:41Die wäre ausgeflippt.
52:43Lisa ist unberechenbar geworden, seit sie in Amerika war und sich dieser Gruppe
52:47in Babycost angeschlossen hat.
52:49Die diskutieren ernsthaft darüber, an jedem Rache zu nehmen, der ungeborenes Leben bedroht.
52:54Ohne Ausnahme.
52:55Das ist mir zu heftig.
52:58Wir wissen jetzt, woher der Ultraschallbefund stammt.
53:02Kannen Sie uns damit nicht einfach in Ruhe lassen?
53:06Es interessiert Sie gar nicht, wer das ist?
53:09Frau Anbauer, Ihr Mann hatte eine Affäre.
53:12Mit Annika Deißler.
53:19Es tut mir sehr leid.
53:24Ich wusste, dass mein Mann mich betrügt.
53:26Ich wusste nur nicht mit wem.
53:28Und ich wusste nichts von einer Schwangerschaft.
53:31Mein Mann war kein Heiliger, aber hat es bestimmt nicht verdient zu sterben und schon gar nicht so.
53:38Verzeihen Sie.
53:42Ja, Paul?
53:43Du, Kirchner hat angerufen.
53:45Lisa Anbauer hat sich in den USA einer Gruppe angeschlossen,
53:48die sich Ent-Baby-Korst nennt.
53:50Also radikaler geht's nicht.
53:52Die planen Arztpraxen abzufackeln und Ärzte zu betrunken.
53:55In Deutschland werden die sogar vom Verfassungsschutz beobachtet,
53:58wegen militanter und volksverhetzender Inhalte.
54:01Das Mädchen ist eine ultra-konservative Abtreibungsgegnerin.
54:05Bleibt dran.
54:07Wo ist Ihre Tochter?
54:09Wieso?
54:11An dem Abend, an dem Ihr Mann ermordet wurde, waren Sie doch mit ihr verabredet.
54:15Ja, das habe ich schon Ihrem Kollegen erzählt.
54:17Sind Sie gemeinsam zum Restaurant gefahren?
54:22Frau Anbauer, decken Sie Ihre Tochter.
54:28Lisa?
54:30Lisa!
54:37Scheiße!
54:38Sie ist weg.
54:40Möglicherweise ist Annika Deißler in Gefahr.
54:41Ich fahr zur Kanzlei.
54:43Ich sag Kirchner Bescheid und fahr zu Deißlers Beruhigung.
54:45Was hast du getan?
55:08Ich konntest du nur.
55:12Du kennst mich.
55:14Du kennst meine Mutter.
55:15Lisa!
55:32Lisa!
55:32Ich wollte niemandem von Euch wehtun.
55:38Polizei!
55:39Lassen Sie das Messer fallen!
55:40Hau ab!
55:41Nehmen Sie das Messer runter.
55:47Sie hat sich ja meinen Vaterin gemacht.
55:50Sie hat ihn manipuliert.
55:53Sie ist eine verdammte Hure.
55:57Sie bedrohen eine Schwangere, Lisa.
56:00Schwanger?
56:01Nein.
56:04Ich hab den Schein gesehen.
56:06In seinem Büro.
56:08Mein Vater hat mir alles erzählt.
56:10Und dass das Problem auch am nächsten Tag wegkommt.
56:15Lisa, ich hab das Kind nicht abgetrieben.
56:20Dein Vater wollte, dass ich es tue, aber ich hab mich dagegen entschieden.
56:22Kommen Sie, Lisa.
56:25Nehmen Sie das Messer runter.
56:30Sie wollen auch Leben schützen, nicht vernichten.
56:35Dieser Heuchler.
56:39Er hat mir die ganze Zeit nur was vorgemacht.
56:44Er hat mich angelogen.
56:45Geben Sie mir das.
56:55So ist es gut.
57:08Dann, äh, alles Gute Ihnen.
57:11Wiedersehen.
57:12Wiedersehen.
57:13Tschüss.
57:13Das sind die einzigen, denen ich keine Strafe wünsche.
57:19Geht mir genauso.
57:28Tja, und ich hab wieder mal das dringende Bedürfnis,
57:31mit meiner Tochter zu telefonieren.
57:32Und ich brauch jetzt dringend ein Bier.
57:34Oh ja, ich auch.
57:36Und du?
57:37Für mich ein alkoholfreies.
57:39Das wird ja immer schlimmer mit dir.
57:41Ey, my body, my choice, ja?
57:43Bis zum nächsten Mal.
57:45Tschüss.
57:50Julian Schmidt mit DAVE
58:04Untertitelung des ZDF, 2020
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