- vor 1 Jahr
Jeden Monat blickt die Redaktion der GameStar in dieser Videoreihe zurück auf die Top-Spiele von vor 10 Jahren . Also auf die Spiele, die das Team vor genau zehn Jahren getestet hat. In diesem Video geht es um die GameStar-Ausgabe 11/2014.
Im Video-Rückblick erwarten euch Hintergrundinfos zu den Spielen, Einordnungen aus einer neuen Perspektive (zehn Jahre später!) aber auch ein paar persönliche Anekdoten. In diesem GameStar-Rückblick sind dabei:
Civilization: Galactic Battlegrounds
The Vanishing of Ethan Carter
Alien Isolation
Schlacht um Mittelerde: Mordors Schatten
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Schreibt uns gerne in den Kommentaren , was ihr für Erinnerungen an die Spiele (oder das damalige GameStar-Heft!) aus dieser Ausgabe des Rückblicks habt. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht wie die Redakteure oder seht ihr alles ganz anders?
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The Vanishing of Ethan Carter
Alien Isolation
Schlacht um Mittelerde: Mordors Schatten
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Kategorie
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VideospieleTranskript
00:00Markus, ein finsteres Geheimnis. Ich habe noch nie ein 4X-Spiel länger als zwei Stunden gespielt.
00:09Ich habe das mal mit Alpha Centauri ausprobiert vor etlichen Jahren und habe das nicht weit
00:15geschafft. Dementsprechend habe ich auch nicht Civilization Beyond Earth gespielt.
00:19Ganz ehrlich, als ich gelesen habe Civilization Beyond Earth, habe ich nachgedacht, was ist
00:26denn das gewesen? Ich habe wirklich gedacht, es sei ein Add-on für Civilization 5 gewesen
00:31und nicht ein vollwertiges Spiel. Ich hatte das komplett vergessen und das sagt eigentlich alles.
00:37Da ist genau Alpha Centauri das Stichwort, denn ich habe an Alpha Centauri viele Stunden
00:41meines Studiums und möglicherweise ein paar Scheine verloren. Umso gespannter war ich damals
00:46auf Beyond Earth, weil ich dachte, hey, das ist Alpha Centauri in neu und das war es aber
00:51nicht ganz. Es war natürlich ein Civilization im Weltraum, basierend auf der echt hübschen
00:56Civilization 5 Engine und es war ein gutes Spiel. War das nicht sogar ein Cover-Motiv?
01:03Ich würde sogar sagen, dass es das schönste Cover-Motiv in der Geschichte von GameStar
01:09gewesen ist. Das war ein Typ ganz in weiß und ein Typ schaut durch ein Fenster auf die Erde
01:16runter aus einer Raumstation. Superschön, supercool, aber an das Spiel kann sich kaum
01:23jemand erinnern und das ist eigentlich schade. Also ich habe mir irgendwie sagen lassen, aber
01:27du magst mich korrigieren, dass es im Grunde nur ein reskinntes Civ gewesen ist?
01:32Da tut es mir ein bisschen unrecht, denn es gab natürlich schon Neuerungen. Also
01:36individualisierbare Völker, diese Affinitäten, Feuerschaft, Reinheit, Harmonie, diese Space-Hippies,
01:42die es da quasi gab. Es gab neue Ideen, aber die wurden nicht alle gut genutzt und es gab ein paar
01:47unruhende Systeme. Aber im Grunde war es ein solides Civilization, dass man, wenn man es
01:52weiter gepflegt hätte, tatsächlich so einen neuen Alpha Centauri hätte ausbauen können.
01:56War ja auch im Prinzip eine Art Civilization 5 add-on. Zumindest hat es ja sehr viel von den
02:03Gameplay-Neuerungen von Civ 5 übernommen. Die Hexfelder, auf jedem Feld kann nur eine Einheit
02:10stehen. Also sehr viele von den Dingen, die Fans liebten und manchmal auch kritisierten an Civ 5,
02:16waren auch hier wieder im Spiel drin. Nur halt im Weltraum.
02:19Ja, ich hatte tatsächlich auf eine Art Alpha Centauri-Remake gehofft, wie wahrscheinlich
02:27auch viele. Alpha Centauri war ja damals so ein Science-Fiction-Ableger und der doch sehr,
02:35sehr klar hat es auf das Civilization-Prinzip gesetzt, aber hat dann doch vieles sehr neu
02:40interpretiert. Und es hat sich halt angefühlt wie ein Science-Fiction-Spiel. Und das Problem
02:45von Beyond Earth war eher, dass es sich halt angefühlt hat wie ein Civilization,
02:50aber eben auf einem Planeten. Also eigentlich nur so ein Tapetenwechsel. Und vieles,
02:56was Alpha Centauri legendär gemacht hat, war in Beyond Earth eben nicht vorhanden.
03:02Was ich total spannend finde an der ganzen Geschichte, das habe ich mir gerade angelesen,
03:05ist, dass der Auslöser für diese ganze Handlung und für das Kolonisieren des Weltraums in Beyond
03:13Earth ausgehend ist von einem sogenannten großen Fehler, The Big Mistake. Und das ist übrigens auch
03:19einer der Dreh- und Angelpunkte in den Hyperion-Romanen. Nämlich der große Fehler von 38,
03:27muss man dazu sagen. Man weiß nicht, welches Jahrtausend oder Jahrhundert 38. Ich weiß es
03:32jetzt gerade nicht. Aber das fiel mir auf, weil ich mir gerade just wieder die Hyperion-Bücher
03:36vorlesen lasse. Ja, und es war unter der Haube kein so richtig, richtig valider Ersatz für
03:44Civilization. Die Fraktionen wirkten austauschbarer. Also es war ein sehr gutes Spiel, aber es war
03:50einfach ein Spiel, das sich sehr schwer getan hat herauszustechen, trotz Civilization im Namen.
03:55Vielleicht aber auch gerade wegen Civilization im Namen. Denn das Gemeine war ja, es stand zu
04:01dem Zeitpunkt 2014 in direkter Konkurrenz zu einem auf Hochglanz polierten Civilization 5,
04:11das im Laufe der Jahre mit den Addons immer besser geworden ist und ja bis heute als der
04:17beste Serienteil gilt. Und das ist natürlich auch dann sehr, sehr fies, wenn du da mit einem
04:23Civilization-like, was per Definition natürlich noch nicht so ausbaldofert sein kann,
04:30damit konkurrieren musst. Ja, der große Fehler. Ich fürchte, dass wir ihn auch gerade machen. Aber
04:37so oder so war es in dem Fall ganz okay, weil in so einem Spiel wie Civilization
04:41Beyond Earth rauskommt. The Vanishing of Ethan Carter war einer meiner allerersten Tests,
04:46weil tatsächlich diese Ausgabe ja auch, glaube ich, die erste war, wo ich als Trainee mit an
04:50Bord war bei der GameStar. Und da durfte ich direkt eines der absoluten Grafik-Kracher-Spiele
04:57von damals testen. The Vanishing of Ethan Carter war eines der ersten, wenn nicht sogar das erste
05:04Spiel, das volle Kanne mit dieser neuen Grafiktechnik, nämlich mit der Fotogrammetrie,
05:10um die Ecke kam. Es war eines der ersten Spiele, das Fotogrammetrie eingesetzt hat. Heute ist das
05:17quasi Standard in der Spieleentwicklung. Nahezu jedes größere Spiel setzt das ein. Interessant
05:23war in dem Fall, dass es sich ja eigentlich um ein eher kleines Team gehandelt hat und auch
05:27um ein Indie-Spiel, auch wenn das Team The Astronaut, das es bis heute gibt, natürlich
05:33ja schon, vielleicht nicht Blockbuster, aber zumindest Double-A-Erfahrungen gesammelt hat,
05:38mit Painkiller und Bulletstorm. Also auch eher im Shooter-Bereich. Und dann kam die mit so einem,
05:43ich nenne es ja immer so ein Schlaubi-Indie-Spiel ums Eck. Ja, das Ding sah wirklich fantastisch aus,
05:50war quasi ein begehbares Fotoalbum. Und ich habe, ehrlich gesagt, das auch nie selber lange
05:54gespielt, sondern immer nur zugeschaut, wie es andere Leute spielen. Und es hat mir auch gereicht,
05:58weil viele Interaktionsmöglichkeiten gab es in dem Ding eh nicht. Und es war einfach ein richtig
06:02schönes Zuschauspiel. Ja, die haben da auch damals sehr transparent erklärt, wie sie das mit der
06:07Fotogrammetrie gemacht hat, weil das war ja eigentlich eine Technologie, die man so nicht
06:10aus dem Gaming kannte, aber in anderen Bereichen schon. Also ich habe ja mal auf der Ausgrabung
06:13gearbeitet, in der Archäologie. Da hat man das halt genutzt, um ganz viele Fotos von Objekten
06:17zu machen und sie dann zu digitalisieren. Und das haben die halt in einem Spiel gemacht. Und
06:23du kannst eben, wenn du einen Stein im Wald von 16 Blickwinkeln mit hochauflösenden Kameras
06:29fotografierst, dann sieht dieser Stein im Spiel schon ziemlich, ziemlich gut aus. Und das haben
06:33sie da zum ersten Mal umgesetzt. Das war auch das große Aushängeschild des Spiels. Ansonsten war es
06:40tatsächlich eher so ein Walking Simulator, in dem man nicht so viel zu tun hatte. Aber es sah halt
06:47verdammt gut aus. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, es war ein sehr aufwendig grafizierter
06:55Walking Simulator. Man hatte am Anfang so den Eindruck, ah, das wird ein Gruselspiel, ein
07:01Horrorspiel. Es war aber nicht gruselig oder Horror, bis auf wenige Momente. Also Horror eigentlich
07:07gar nicht. Aber es hatte was mit Unnatürlichem, Übernatürlichem zu tun. Man begibt sich als
07:14Detektiv Prospero. Den kennt man vielleicht ein bisschen aus Shakespeare, also von Shakespeare.
07:20Du Bildungsbürgerlamm. Ja, sorry. Also man geht als Detektiv Prospero in diese Welt rein, die
07:28Hammer aussieht und begibt sich auf die Suche nach einem kleinen Jungen namens Überraschung Ethan
07:34und seiner Familie. Und dann gibt es einen Storytwist, der total cool ist und ich werde kein
07:41Wort weiter darüber verlieren. Ich glaube, du hast ja damals mit dem Test sogar die Rätselketten
07:45gezählt und bist auf zehn gekommen. Ja, das war halt damals, wollte man das noch 150 Prozent
07:52genau machen. Und wir haben ja damals noch, als ich angefangen habe, hauptsächlich mit Print im
07:56Kopf gearbeitet. Und das war so ein Spiel, wo ich mich noch erinnere, da war ich so stolz auf das
08:00Layout danach, weil man ja auch so schöne Screenshots machen konnte. Die sahen ja alle
08:04toll aus und dadurch, dass die Bilder auch relativ ruhig waren, weil wenig passiert ist, konnte man
08:09sich auch die Zeit nehmen, das alles so schön so zu setzen, dass es auf der einen Seite das Spiel
08:12natürlich repräsentiert und auf der anderen Seite soll es natürlich aber auch ein hübscher
08:15Screenshot sein. Und da war ich, wir haben es ja damals alles noch im Layout manuell dann auch
08:20eingekürzt und so, da war ich richtig stolz auf diese Seiten im Heft, wie toll die aussahen. Und
08:25das ist jetzt einer meiner ersten Tests dann in der GameStar. Das sind so diese paar Tests,
08:30die man nie vergisst. Also in allerersten. Wo wir aber ein Wort drüber verlieren können ist,
08:34wer das Spiel gemacht hat. Das waren nämlich ehemalige Leute, die früher bei Painkiller und
08:38Bulletstorm gearbeitet haben. Also wirklich knallharte Shooter. Und die gehen jetzt her
08:42und machen so ein eher, ja nicht idyllisch, aber doch sehr ruhiges Spiel. Das war schon
08:46ein bisschen eine Überraschung. Ich hatte immer so das Gefühl, die haben jetzt diese neue Grafikmöglichkeit
08:49und sich überlegt, wie können wir da jetzt das Spiel machen. Aber für Shooter reicht es halt
08:53dann doch nicht und haben dann Vanishing auf jeden Kater gemacht. Aktuell arbeiten Sie wieder an
08:57einem Shooter und zwar an Witchfire. Das ist übrigens schon seit September 23 im Early Access
09:04auf Epic und nicht auf Steam. Und ich finde, das könnte jetzt langsam mal fertig werden.
09:10Alien Isolation dürfte wahrscheinlich zu den am meisten kritisierten Tests der GameStar-Geschichte
09:18zählen. Heidewitzka, da bin ich gerade so reingerutscht mit meiner Rolle als Chefredakteur
09:23und dann hatte ich das gleich vor der Flinte. Und das Interessante daran, und ich glaube,
09:30es war auch ein Lehrstück für viele Games-Medien, ist, dass es bei manchen Spielen nicht gut ist,
09:36wenn du unter Zeitdruck testest. Alien Isolation. Ich würde gerne sagen, es ist ein Horrorspiel,
09:42aber das stimmt nicht. Alien Isolation ist ein Versteckspiel und zwar auf die gute Art.
09:48Ja, wenn man sowas mag, dass man irgendwie zwei Stunden gefühlt im Wandschrank rumsteht und sich
09:54einnässt, dann ist Alien Isolation wirklich ein tolles Spiel. War es aber für mich nicht.
10:00War es für viele Leute nicht. Und auch unser Tester Kai hatte damals Probleme mit der richtigen
10:05Wertung zu finden, denn er ist daran rangegangen wie ein Horrorspiel halt. Du gehst los und ballerst
10:10Zombies um. Und das ist Alien Isolation eben nicht. Das ist, wie ich gesagt habe,
10:13ein Versteck- und Wartespiel und es nimmt dir das Heft aus der Hand. Du bist eben nicht der Held,
10:18der losgeht und hier Heldentaten verbringt, sondern du sitzt wirklich mit vollen Hosen
10:23irgendwo im Lüftungsschachtel und hoffst, dass dir das Ende nicht in den Rücken springt. Und
10:26das muss man mögen. Das war damals der Test, wo wir am Anfang recht stark kritisiert haben,
10:32dass das Spiel ... Also wir haben es relativ hart bewertet. Wir haben eine 80 gegeben dann
10:39und ich glaube am Anfang waren wir sogar noch niedriger und haben dann Testwertung angepasst,
10:46nachdem dann auch unser Tester Kai, der das auch wirklich nach bestem Wissen und Gewissen gemacht
10:52hat seinerzeit, dann doch Dinge aufgefallen sind an der KI vom Alien, die dann doch auch
11:02den Eindruck geändert haben. Aber selbst eine 80 ist für viele bis heute wahrscheinlich immer noch
11:08deutlich zu niedrig, denn Alien Isolation gilt ja als eines der besten Horrorspiele überhaupt.
11:13Also man ist eben auf dieser Raumstation unterwegs und man muss sich wirklich
11:18permanent vor diesem Mistvieh verstecken und man hört es tapsen und man sieht es
11:22durch so Gitter und man muss sich halt verstecken und bloß kein Geräusch machen. Und wenn es einen
11:29dann erwischt, dank der KI von diesem Spiel kam das relativ häufig vor, dann war es halt vorbei.
11:35Es gab halt keine Option sich irgendwie zu wehren, außer vielleicht mal mit dem Flammenwerfer. Aber
11:40das war dann auch nicht dauerhaft. Man konnte es nicht ausschalten und das ist nicht so meins.
11:47Es kam halt auch zu einer Zeit, wo die Leute sich die Finger geleckt haben nach so einem
11:50guten Alienspiel, nach einem guten Lizenzspiel und es ist ja sogar so gut gewesen, dass jetzt für
11:55den aktuellen Alien Romulus, der Regisseur, sich sogar hat davon inspirieren lassen. Also es war
12:01auch für die Alien-Marke einfach ein extrem wertiger Ableger, der die Stärken von dem, was
12:07uns ursprünglich in das Universum gezogen hat, ja sehr gut übersetzt hat. Nämlich dieses, du bist
12:11alleine auf einer Raumstation und da ist dieses mörderische Alien und du hast absolut nichts,
12:17womit du dieses Vieh besiegen kannst. Das heißt, es bleibt dir nur dich zu verstecken, wegzulaufen
12:21und alles irgendwie zu nutzen, um nicht von dem Monster zerrissen zu werden.
12:26Ich bin jetzt auch niemand, der gerne Angst hat und bei dem Spiel, das hat mich vor allem bei der
12:30Stange gehalten, wie wahnsinnig gut es diesen Charme des ersten Alien-Films einfängt. Dieser
12:34ganze Retro-Sci-Fi-Look, das war einfach der Hammer. Ich habe auch damals im Meinungskasten
12:38geschrieben, ich würde mir einen Touristenmodus wünschen, wo ich einfach ohne dieses blöde Monster
12:42in Ruhe durch diese Raumstation, durch die Sevastopol laufen kann und mir alles in Ruhe
12:46anschauen kann. Einfach weil es so, so super gemacht ist.
12:49Es war halt auch ein Spiel, das bis heute sehr, sehr einzigartig ist, weil es eben auch
12:55Konventionen gebrochen hat. Bis heute ist es in solchen Open-World, Open-Raum-Spielen ja halt
13:03üblich, dass Gegner nach festgelegten Mustern und Skripten arbeiten. Das war in dem Spiel nicht so.
13:14Das Alien war tatsächlich sehr reaktiv auf alles, was um ihn herum passiert ist und in dem Sinne
13:21eben auch nicht berechenbar. Und das hat es natürlich auch sehr kompliziert gemacht und dann
13:28sowas unter Zeitdruck dann zu testen, ist dann brutal schwer, weil man, das kennt ja jeder bei
13:34sich selbst, man wendet so bewährte Muster an, spielt Spiele nach bestimmten Mustern und das ist
13:40ja natürlich auch vor allen Dingen ein Spiel gewesen, das sehr stark von der Atmosphäre lebt
13:46und wie sehr man sich auf so eine Atmosphäre auch einlassen kann, was einem daheim mit
13:54abgedunkelten Zimmer natürlich deutlich leichter fällt, als in einem Büro, wo sich Dutzend Menschen
14:03um einen rumwuseln. Und dann kam das von den Total-War-Machern, von Creative Assembly.
14:09How in the name of Jesus! Aber so war es gewesen. Ich habe es jetzt vor zwei, drei Jahren tatsächlich
14:16mal komplett durchgespielt zum ersten Mal und ich muss aber trotzdem sagen, ich finde, es ist
14:19immer noch ein schwer zu bewertendes Spiel, weil es auch Schwächen hat. Das Spiel ist tendenziell zu
14:26lang. Die gesamten, alle Sachen, alle Gegner, die du bekämpfst jenseits der Aliens, das macht nicht
14:32so wirklich Spaß. Diese synthetischen Androiden, die man da bekämpft und es ist auch teils richtig,
14:38richtig frustrierend, weil dieses Alien, weil du, wie du auch sagst, es ist unberechenbar, taucht
14:42auch in Momenten auf, wo du nichts dagegen machen kannst und da bleibt dir nur das Neuladen. Also,
14:49ich habe in dem Moment, in dem ich es dann jetzt noch mal nachgeholt habe, mir gedacht,
14:52Gott sei Dank habe ich das damals nicht getestet, weil das wäre auch mir echt, echt schwer gefallen.
14:56Mittelerde Mordor's Schatten. Ja, nicht so meins, auch wenn das toll aussah.
15:04Es geht zu Mordor's Schatten, da muss ich nochmal meinen Hut an den Ex-Kollegen,
15:09von den Ex-Kollegen Jochen Gebauer ziehen, für eins der besten Intros, das, finde ich,
15:14in der GameStar jemals stand. Nämlich, ich zitiere, es wäre unfair, Mordor's Schatten
15:19eine billige Assassin's Creed Kopie zu nennen, denn billig ist sie nun wirklich nicht. Fantastisch.
15:25Sehr meins, aus diversen Gründen. Zum einen natürlich gab es jede Menge herr der Ringe
15:31Atmosphäre. Open World in Mordor, da kriegst du mich natürlich sofort. Und was es auch hatte,
15:36es war auf Dauer, das klingt jetzt erstmal noch am Negativ, ein bisschen formelhaft. Und ich mag
15:42das aber, wenn ich Aufgaben abarbeiten kann und weiß, was da jeweils das Ergebnis ist und damit
15:47vorankomme. Und das gab es da in jede Menge. Du konntest hier Sachen erobern, den und den
15:52überfallen. Ich hatte immer was zu tun und hatte immer das Gefühl, ah ja, das nützt mir jetzt auch
15:57was. Ja, Mordor's Schatten war ja das Spiel, das das berühmte Nemesis-System geprägt hat,
16:02das ja der Nachfolgerschatten des Krieges dann erst so richtig ausgebaut hat. Aber im Kern war
16:08es auch im ersten Teil schon richtig, richtig cool, weil abgesehen davon war es ja wirklich
16:12in vielerlei Hinsicht wie Assassin's Creed. Du konntest schleichen, du konntest überall hoch
16:17kraxeln, du konntest halt gegen Orks kämpfen. Es hatte was vom Kampfsystem eines Arkans. Also
16:22es war sehr zusammengestöpselt aus anderen Spielen. Nicht schlecht, aber man hat schon
16:26gesehen, wo die Ideen herkommen. Aber dieses Nemesis-System, dass du da eigene Ork-Widersacher,
16:32Rivalen hast, die dann plötzlich zu so eigenen NPCs werden, die auch immer wieder auftauchen
16:36können, das war schon richtig einzigartig und damit habe ich sehr viel Zeit verbracht damals.
16:41Das kam ja von Monolith, die kennt man ja von F.E.A.R. und Konsorten und das war halt,
16:47wie gesagt, ein Open-World-Spiel in der Welt von Mordor. Man spielte einen Typen namens Talion,
16:55keine Ahnung, und der legte sich halt mit großer Freude mit diversen Orks an. Und ein großes
17:01Marketing-Thema war damals das sogenannte Nemesis-System. Bei mir hat das Nemesis-System
17:08tatsächlich erst im Nachfolger wirklich gegriffen, weil es mir da noch zu generisch war. Es gab halt
17:15immer die gleichen Auftragstypen, mit denen du dann deine Orks unterstützt hast. Ich finde,
17:21die spannenden Teile im Nemesis-System, die kamen auch erst verhältnismäßig spät zum Tragen. Und
17:27ich bin ehrlich, am Ende, ich glaube, das können wir jetzt spoilern, kämpft man dann ja auch gegen
17:32seine eigene Nemesis in dem Sinne. Und ich so, wer bist du? Kenne ich dich eigentlich? Also so eine
17:38wirkliche Bindung hat man da nicht geschlossen. Aber was es definitiv geleistet hat, es hat diese
17:44Welt irgendwie schon lebendig wirken lassen. Es hat mir die Illusion vermittelt, dass ich eben
17:50diese Welt auch tatsächlich beeinflusse. Da war es nämlich so, dass diese Orks Anführer hatten,
17:54und wenn du dich mit denen anlegst und denen aufs Maul gibst und die aber davon kommen,
17:58du die also nicht erledigst oder versklavst, dann merken sie dich, dein Gesicht, und kommen dann
18:03wieder und haben sogar diese Wunden, die du ihnen zugefügt hast, wieder und haben halt Beef mit dir.
18:08Und das ist halt sehr atmosphärisch. Ja, ich finde, die Welt hatte auch einen sehr coolen Flow.
18:12Anders als in Assassin's Creed hattest du dann ja diese, was war es eigentlich, untoten Elbenkräfte,
18:18oh Gott, Herr der Ringe-Lore, mit der du aber halt extrem schnell in der Welt unterwegs sein
18:24konntest. Du konntest ja nach jedem Hopser dann so einen Boost bekommen, und am Ende haben sie halt
18:28wirklich dieses Gefühl transportiert, dass du jemand bist, vor dem die Orks nachts Angst haben,
18:33und das wollten sie ja auch transportieren. Das, finde ich, hat es sehr cool gemacht. Also,
18:37es war schon ein gutes, gutes Spiel. Ja, aber in der Great Scheme of Things,
18:42wie man heute so schön sagt, war das weniger spielbestimmend, als uns die PR vorher hat
18:49weismachen wollen. Wie so oft, wie so oft bei solchen neuen Features. Aber es hat eben
18:53für die Atmosphäre gesorgt, weil du wusstest, oh, da kommt der, den ich vorher mit Laufen abgelassen
18:58hatte, jetzt haut er mir irgendwie aufs Maul. Das war schon gut. Ich habe großen Spaß gehabt,
19:02also sowohl mit dem ersten als auch noch mehr mit dem zweiten Serienteil. Das war einfach,
19:08manchmal reicht es, wenn du ein Spiel einfach nur sehr, sehr kompetent umsetzt und natürlich
19:13eine starke Lizenz am Start hast. Und das war da natürlich einfach alles der Fall. Natürlich war
19:20das zusammengeklaut und zusammengestöpselt, aber es war halt sehr, sehr kompetent umgesetzt. Und
19:27es gibt ja diesen Onkelspruch, besser gut geklaut, als schlecht erfunden. Und das ist eigentlich das
19:34Spiel, zu dem es am besten passt. Was ich sehr mochte, war das Kampfsystem. Das war zwar im
19:39Grunde sehr simpel, aber du hattest immer das Gefühl, boah, ich bin ein richtiger Badass und
19:44haue jetzt den anderen voll auf die Glocke. Sowas mag ich. Anders als Frodo, der kleine Schisser.
19:50Ja.
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