- vor 5 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Seit das Turiner Grabtuch im Jahr 1355 das erste Mal öffentlich ausgestellt wurde, entbrannte ein erbitterter Streit um dessen Echtheit.
00:00:39Unversöhnlich stehen sich bis heute die beiden Lager, Gläubige und Gegner, gegenüber.
00:00:44Weil das Tuch zuerst in Frankreich auftauchte, könnte es nur das Grabtuch Christi sein, wenn es sich nachweisen ließe, dass
00:00:52es vorher auch in Jerusalem war.
00:00:56Ein Grünbeinchen jetzt nicht. Späterfleisch, ja?
00:01:00Also, komm mal, Frau Grünbein bringt Ihnen heute Abend ganz sicherlich keinen Kaffee mehr, die sitzt nämlich längst zu Hause
00:01:05vorm Fernseher.
00:01:06Herr Professor.
00:01:07Und selbst Sie sollten dem Institut nicht allzu viele Überstunden in Rachen schieben.
00:01:11Oh Gott.
00:01:11Er wollte mit mir ins Kino gehen, mit mir ausgerechnet.
00:01:18Ein Honorarauftrag.
00:01:19Das Turiner Grabtuch?
00:01:22Ist man sich nicht seit Jahren darüber einig, dass es sich da um eine mittelalterliche Fälschung handelt?
00:01:26Und spätestens auch seit die Kirche 1988?
00:01:30Ja, 1988.
00:01:31Also, da er unabhängige C14 Gutachten hatte anfertigen lassen?
00:01:36Naja, so einig nun auch ja nicht.
00:01:38Außerdem könnte es eine Lücke gegeben haben bei der Probenentnahme, also dass jemand die Probe hätte vertauschen können.
00:01:42Wo ist die denn?
00:01:44Außerdem gibt es neue Erkenntnisse da drüben.
00:01:49Pflanzenpollen im Leichentuch.
00:01:51Linumucreatum und Romeria hybrida.
00:01:53Und die lassen sich zeitlich wie lokal ziemlich genau zuordnen.
00:01:55Also das heißt in die Gegend um Jerusalem, beziehungsweise Istanbul.
00:01:58In der Zeit um Christi Geburt.
00:02:04Jedenfalls nicht ins mittelalterliche Zentraleuropa.
00:02:07Wo ist die denn?
00:02:07Warum haben Sie wirklich nichts Besseres zu tun?
00:02:10Also ich meine heute Abend wenigstens.
00:02:11Judith hat, wie Sie wissen, die forensische Psychologie für sich entdeckt und eine Weiterbildungswoche im Schwarzwald abgefasst.
00:02:16Und meine Tochter, die scheint ja nun alleine ins Kino gegangen zu sein.
00:02:19Dann würden Sie manchmal denken, dass unsere Kinder viel zu schnell zu alt für uns sind.
00:02:25So, dann werden Sie uns jetzt nachweisen, dass wirklich Jesus Christus in dieses Leichentuch eingewickelt war.
00:02:30Lassen Sie sich damit denn wirklich noch Punkte sammeln?
00:02:31Nein, nein, sicherlich nicht.
00:02:33Ich soll lediglich die Blutspuren interpretieren.
00:02:35Das ist nicht sehr kompliziert, aber interessant.
00:02:38So, jetzt.
00:02:38Wer ist der Auftraggeber, die Kirche?
00:02:40Nein, ein katholischer Priester, Kerkhoff, der hat hier eine Gemeinde in Berlin.
00:02:43Ja, wenigstens kein Wiedertäufer oder sowas.
00:02:45Naja, ob ein neuer Luther besser wäre.
00:03:08Sie kommen später, Bialas.
00:03:12Setzen Sie sich.
00:03:22Ich brauche einen Auftrag.
00:03:23Irgendwas Schriftliches.
00:03:24Nein, kein Vertrag.
00:03:27Honorarzahlung nur in bar.
00:03:29Und nichts läuft über die Bücher, weder über Ihre noch über unsere.
00:03:32Und wenn Sie auch nur mit einem Menschen ein Wort darüber sprechen,
00:03:36dann sind Sie Ihren Job.
00:03:36Hören Sie, ich bin Privatdetektiv.
00:03:39Sie haben einen Auftrag, ich werde ihn ausführen.
00:03:41Ich bin in Ihre Idealbesetzung.
00:03:43Gut.
00:03:45In diesem Umschlag finden Sie alles, was Sie brauchen.
00:03:50Kontaktaufnahme nur telefonisch.
00:03:52Über die Telefonzelle, die auf dem Umschlag steht.
00:03:56Dort werden Sie auch Ihre Berichte deponieren.
00:04:02Pfarrer Walter Kerkhoff, ist der das?
00:04:09Ja.
00:04:11Und das ist eine Haushälterin?
00:04:13Nein.
00:04:16Mit der würde ich auch gerne ein bisschen.
00:04:21Im Zölibat leben.
00:04:22Vielleicht sind Sie doch nicht der Richtige.
00:04:26Entschuldigung.
00:04:29Die beiden treffen sich vermutlich morgen mit dem Mann, der auf der Zeitung abgebildet ist.
00:04:34Dr. Robert Kollmer, Rechtsmediziner.
00:04:36Er arbeitet mit Kerkhoff zusammen in gewisser Weise.
00:04:41Wenn Sie schon alles wissen, wozu brauchen Sie dann mich?
00:04:45Kerkhoff verstößt gegen die Grundregeln unseres Glaubens.
00:04:48Und gegen die Regeln seines Amtes, in Wort und Tat sozusagen.
00:04:53Sammeln Sie alles, was Sie über ihn finden können.
00:04:56Mit wem er spricht, wann, worüber, wie sein Verhältnis zu Frauen ist.
00:05:04Was ist das alles?
00:05:06Es ist eine Anzahlung.
00:05:07Gehen Sie jetzt.
00:05:13Und noch was.
00:05:14Wir beide sind uns niemals begegnet.
00:05:19Herr Pfarrer.
00:05:24Lassen Sie das.
00:05:25Gehen Sie.
00:05:31Mach so was nie wieder mit mir, hörst du?
00:05:33Nie wieder.
00:05:34Wir alle müssen Zeugnis ablegen, wie das was geschieht.
00:05:36Du wirst es verstehen.
00:05:37Bald.
00:05:38Sehr bald.
00:05:39Aber bis mein Buch nicht erschienen ist.
00:05:42Herbert.
00:05:45Danke.
00:05:52Karolina?
00:05:54Karolina?
00:05:55Ich bin gefahrt.
00:05:58Also komm.
00:05:59Wir müssen.
00:06:00Es ist spät.
00:06:02Ich bin schon fertig.
00:06:03Natürlich wartet nicht.
00:06:04Ja.
00:06:05Hast du die Autoschlüssel?
00:06:06Nein, die hast du.
00:06:10Na ja, hier.
00:06:15Ich freue mich, dass ihr nicht.
00:06:16Ich freue mich.
00:06:24Anna?
00:06:30Oh Gott.
00:06:32Anna?
00:06:54Papa, du wusstest, wie nicht der Film ist.
00:06:59Das verzeihe ich dir nie.
00:07:00Übrigens war ich mit Mama ein paar Tage weg.
00:07:02See you.
00:07:10Ich bin da!
00:07:23Seit wann ist denn die Tür zu?
00:07:24Guten Morgen.
00:07:26Wie bitte?
00:07:26Seit wann ist denn die Tür zu?
00:07:28Seit heute.
00:07:30Schön, dass Sie uns alle beehren.
00:07:31Der Chef hat schon...
00:07:32Lieben gern würde ich mit Ihnen beehren, dass Sie in Ihres immer übertroffenen Cafés die
00:07:35neuesten Gerüchte tauschen, aber die Pflicht.
00:07:36Ich bin im Hörsaal.
00:07:37Der Chef hat schon dreimal...
00:07:39Später, Grünweinchen.
00:07:40In einer Stunde.
00:07:42Vielleicht.
00:07:43Und Judith hat...
00:07:45Ja?
00:07:46Heute wieder nicht geschrieben.
00:08:06Ich kann hier nicht stehen bleiben, Walter.
00:08:07Die schlappen uns ab.
00:08:08Aber hier doch auf dem Gelände nicht.
00:08:10Und weg schon.
00:08:11Warte mal.
00:08:12Warte doch bitte.
00:08:15Willkommen.
00:08:27Bei Toten kann Blut aus einer Wundöffnung spontan nur dann abfließen, wenn A die Wundöffnung
00:08:32auf der Körperunterseite im Bereich der Totenflecken liegt oder wenn B die Wundöffnung in eine bluterfüllte
00:08:38Höhlung führt und der Blutspiegel höher ist als die Wundöffnung.
00:08:45Wie wir auf dem Foto erkennen, muss die Wundöffnung im vorderen Brustbereich etwa 10 Zentimeter
00:08:52von der Mittellinie entfernt gelegen haben.
00:08:54Bei Rückenlage bedeutet das aber den höchsten Punkt des Körpers.
00:08:58Das heißt, wenn der Mann tot war, kann aus dieser Wunde kein Wund geflossen sein.
00:09:03Und was ist mit der Handwunde?
00:09:05Für die gilt dasselbe.
00:09:08Charakteristisch ist, dass die Nägel nicht durch die Handteller, sondern durch die Handgelenke
00:09:14getrieben wurden.
00:09:15Das entspricht der historischen Kreuzigungspraxis.
00:09:17Es ist unmöglich, einen Menschen zu kreuzigen, indem man seine Handteller fixiert.
00:09:22Die würden aufgrund des Zuggewichts des Körpers sofort ausreißen.
00:09:25Das heißt, so wie die Kreuzigung jahrhundertelang dargestellt worden ist, kann sie gar nicht
00:09:29stattgefunden haben, nicht wahr?
00:09:30Die christliche Ikonografie kollidiert auch hier mit den physischen Möglichkeiten des
00:09:36Menschen.
00:09:37Jesus müsste von sämtlichen Altarkreuzen fallen.
00:09:44Auch die Fußwundöffnungen befanden sich bei etwa 12 Zentimeter über Fersenauflage, deutlich
00:09:55über dem Tosenflecken-Niveau.
00:09:57Entschuldigung.
00:09:58Oh.
00:10:00Das bedeutet, sämtliche Blutspuren sind nur mit der Vorstellung vereinbar, dass der
00:10:08Mann, der in dieses Leichentuch gehüllt war, noch nicht tot war.
00:10:12Kein Zweifel.
00:10:12Nein.
00:10:13Wer auch immer in diesem Tuch lag, erlebte.
00:10:15Würden Sie Ihre Analyse übermorgen vor unserer Kirchentagung wiederholen?
00:10:20Selbstverständlich.
00:10:21Das ist eine Aufnahme des Turiner Grabtuches, in das Jesus eingeschlagen wurde, nachdem man
00:10:25ihn vom Kreuz genommen hatte.
00:10:26Drei unabhängige C14-Tests halten es für kaum 700 Jahre alt.
00:10:32Nun gut, dieses Grabtuch war einem Brand ausgesetzt.
00:10:34Und wir wissen, dass es durch äußere Einflüsse zum Beispiel so einen Brand zu höheren Kohlenstoff-
00:10:40Konzentrationen kommen kann, selbst bei erwiesenermaßen älteren Stoffen.
00:10:45Ja.
00:10:46Beweist das mehr als 1000 Jahre Differenz?
00:10:49Warum nicht?
00:10:51Gut.
00:10:52Angenommen, dieses Grabtuch ist echt.
00:10:56Dann heißt es, dass Jesus Christus noch lebte, als er vom Kreuz genommen wurde.
00:11:01Pfarrer Kerkhoff, Sie wissen, ich kann lediglich bestätigen, dass der Mann, der in dieses
00:11:06Tuch gehüllt war, noch nicht tot war, als er...
00:11:10Danke, das ist genug.
00:11:11Andere bestätigen nicht mal das.
00:11:13Den Rest überlassen Sie getrost mir.
00:11:16Walter, ich freue mich so für dich.
00:11:18Ich freue mich so.
00:11:24Kann ich Ihnen helfen?
00:11:30Hallo?
00:11:32Hallo?
00:11:34Ist das Ihr Koffer?
00:11:35Wir machen noch etwas falsch.
00:11:37Wenn die Kirche immer leerer werden, gleichzeitig das Bedürfnis nach Religion immer mehr zunehmt.
00:11:41Denken Sie an den Zulauf, den die Sekten seit 30 Jahren haben?
00:11:45Sie meinen, dass die Kirche sich verändern muss?
00:11:46Ja, sie muss wieder auf die Straße unter die Menschen.
00:11:50Wenn Jesus das Martyrium überlebt hat, dann gibt es keine Auferstehung, keine Himmelfahrt.
00:11:55Verstehen Sie, das heißt, die Bibel irrt, wie alles Menschenwerk.
00:11:58Die Dogmen der katholischen Glaubenslehre stürzen in sich zusammen.
00:12:01Ich bin bekennender Atheist.
00:12:03Jesus Christus starb nicht am Kreuz, sondern er überlebte das Martyrium, das er vor uns erlebt.
00:12:08Das ist die Botschaft meines Buches.
00:12:10Der ins unendlich erhöhte Christus wird runtergeholt auf den Boden der historischen Tatsachen.
00:12:15Vorausgesetzt, das Tuch ist...
00:12:17Wir beide, Dr. Kolmer, wir beide schreiben die Geschichte des Abendlandes neu.
00:12:22Lassen Sie uns erst einmal übermorgen den Kongress überstehen.
00:12:26Walter, guck mal.
00:12:27Oh, ist das hier?
00:12:29Ach, unser Auto.
00:12:30Ach Gott.
00:12:31Hallo, hallo, runter.
00:12:33Wir sind jetzt wieder da.
00:12:34Hallo.
00:12:35Kleine Sütten bestraft der liebe Gott sofort.
00:12:38Runter mit dem Auto.
00:12:40Das ist mein Auto.
00:12:43Unser Absatz stagniert.
00:12:45Bei historischen Büfern haben wir zum Teil katastrophale Einrußen.
00:12:48Wenn unser Herbstprogramm kein Erfolg wird, Walter, kann ich den Laden hier dicht machen.
00:12:51Dann nimmst du ausreichend mein Buch aus dem Programm.
00:12:54Vielen Dank, Herr Lübcke.
00:12:55Ist ganz ausgezeichnet.
00:12:56Danke.
00:12:56Obwohl die lächerlichen 3000 Exemplare der Erstausgabe, die hättest du in einer Woche verkauft.
00:13:01Walter, so einfach ist das alles doch längst nicht mehr.
00:13:03Ich finde deinen Denkansatz tatsächlich ganz originell.
00:13:06Aber damit lockst du doch heutzutage keinen Leser mehr vom Fernseher weg.
00:13:09Die Leute wollen Fakten, Beweise.
00:13:11Aber genau das bekommen sie doch von mir.
00:13:13Das habe ich dir doch schon gesagt.
00:13:15Ich habe ein Gutachten von einem der führenden deutschen Rechtsmediziner,
00:13:19das meine Thesen wissenschaftlich fundiert absichert.
00:13:21Und mit diesem Dr. Kolmer werde ich auf der Kirchentagung meine Kerngedanken vortragen.
00:13:26Das wird einschlagen wie eine Bombe.
00:13:28Das ist der Beginn einer neuen Zeit.
00:13:30Du kommst gar nicht mehr hinterher mit dem Druck.
00:13:31Sieht das die Landeskirche der Bischof, die Kurie, auch so?
00:13:36Walter, wie lange sind wir beide miteinander befreundet?
00:13:39Du kennst mich.
00:13:40Ich bin vielleicht kein Märtyrer, aber ich habe dich immer unterstützt.
00:13:44Und wegen eines einzelnen Buches willst du nicht das Wohlwollen deines größten Arbeitgebers riskieren?
00:13:49Es ist ja nur das Lebenswerk eines kleinen Pfarrers.
00:13:52Walter, ich muss doch an meinen Verlag denken.
00:14:01Bis wann kann ich den fertigen Text haben?
00:14:04Bis übermorgen.
00:14:06Ich schicke es dir per E-Mail.
00:14:08Gut, ich will sehen, was ich tun kann.
00:14:10Danke.
00:14:11Ich leg dir meinen Vortrag mit rein.
00:14:13Vielleicht hast du mal Lust.
00:14:14Ja, deswegen komme ich aber trotzdem zur Tagung.
00:14:20Können Sie mir hinter der Oren kommen?
00:14:22Sie haben sich völlig korrekt verstanden.
00:14:23Der Kollege übernimmt das dann.
00:14:24Danke.
00:14:26Also der Mann heißt Sebastian Klare.
00:14:28Irgendwas mit Sprachen, Literatur.
00:14:30Weiter Wende arbeitslos.
00:14:31Und die Nachbarin hat er gefunden.
00:14:33Nicht an, nicht an, nicht an, Kollege.
00:14:34Mein Gott, stinkt das hier.
00:14:37Sag mal, hast du wenigstens schon eine Ahnung, was da hier soll?
00:14:41Der Mann ist bestimmt zwei Tage tot.
00:14:43Der Notarzt konnte keine Todesursache feststellen.
00:14:46Und die Aufhinssituation ist einigermaßen merkwürdig.
00:14:48Reicht das?
00:14:50Ich bin?
00:14:51Also ist Schönheit zwischen Egomanie und Sozialkritik.
00:14:55Wer sich über sowas Gedanken macht, der kann doch nicht ganz klar im Kopf sein, oder?
00:14:59Der Mann hat wenigstens jetzt ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit und Respekt verdient.
00:15:05Auch von dir!
00:15:12So, zum Wohl.
00:15:15Wann hast du einen Feiern Abend, Mädchen?
00:15:17Wir könnten ja...
00:15:18Mädchen halten, ich weiß.
00:15:20Steinhardt, erhöhe mich.
00:15:22Abgelehnt.
00:15:23Groß Besuch.
00:15:30Ich bin zu früh, ich weiß.
00:15:33Könntest du heute ausnahmsweise mal eher gehen?
00:15:35Ja, von mir aus.
00:15:37Ist ja eh nichts mehr los.
00:15:38Danke.
00:15:50Tschüss.
00:15:51Hier, Kleines.
00:15:57Totenflecken entsprechen der Lage, in welcher der Sebastian Clark gefunden wurde.
00:16:01Neuer Absatz.
00:16:04Das Gehirn weist keinerlei Besonderheiten auf, lediglich eine relative Blutarmut wurde festgestellt,
00:16:09die aber auch mit der Liege, Zeit und Lage der Leiche zusammenhängen kann.
00:16:15Na, wenigstens sitzen Sie nicht allein zu Hause rum, wovor Dr. Sommer nicht da ist.
00:16:19Heute gab's zum letzten Mal Malers Zweite im Schauspielhaus.
00:16:24Haben Sie denn schon die Blutalkoholwerte?
00:16:27Drei Chöre.
00:16:28Zwei Orchester.
00:16:30Das kriegen die in 50 Jahren nur einmal zusammen.
00:16:332,8 Promille.
00:16:36Oder wollten Sie heute schon wieder mit Ihrer Tochter ins Kino gehen, Dr. Kolmer?
00:16:40Anna ist mit Ihrer Mutter ein paar Tage verreist.
00:16:42Na ja, wenigstens reden Sie noch miteinander.
00:16:44Ich kommuniziere mit meiner Tochter nur noch per Geldanweisung.
00:16:47Ja, da. Sehen Sie mal.
00:16:57Ein Bluthuhn.
00:16:58Wie, aus dem Lehrbuch?
00:17:00Mund- und Drachenraum waren frei.
00:17:02Also, auf in die Luftröhre.
00:17:09Wie, aus dem Lehrbuch?
00:17:34Na, bitte.
00:17:37Todesursächlich war demnach das Einatmen von Erbrochenem in die Luftröhre, was zu einem
00:17:42finalen Ersticken führte.
00:17:46Somit keinerlei Hinweise auf einen Stand einwirken oder Anzeichen für einen Suizid.
00:17:53Obwohl ja jeder Schluck Schnaps ein kleiner Selbstmordversuch ist.
00:17:57Sagte der Pharisäer zu seinen Gläubigen.
00:18:02Wahrscheinlich hat der Mann nicht mal viel davon gemerkt.
00:18:05Sie wollten doch mal was schreiben über Alkohol bei Suizidopfern.
00:18:09Mir fehlt dann auch die nötige Materialbasis.
00:18:12Und immer nur Selbstversuche sind ja auch keine Lösung.
00:18:16Ich habe den Eindruck, Sie verzetteln sich.
00:18:18Wer spricht am Ende noch von Ihren Obduktionen, wenn Sie sich dreimal am Tag darüber schreiben
00:18:23oder wenigstens 25 Vorträge halten?
00:18:26Sie müssen da Prioritäten setzen.
00:18:30Der Mann da, dieser Dr. Sebastian Klare, hatte seine Habilitationsschrift fertig, so
00:18:35seit elf Jahren.
00:18:37Ich weiß ja.
00:18:38Ich bin, also ist Schönheit.
00:18:40Ja, vielleicht war sie nicht genial.
00:18:41Vielleicht doch, aber niemand wollte sie haben.
00:18:45Und ihn auch nicht.
00:18:52Weißt du, was Jesus zu Judas sagte, als er ihm den Wein reichte?
00:19:00Was du tun willst, das tu bald.
00:19:05Du bist aber nicht, Jesus.
00:19:09Dein Buch wird einschlagen wie eine Bombe.
00:19:12Ja.
00:19:14Gedruckt, gelesen, vergessen.
00:19:16Pfarrer Walter Kerkhoff oder die Kunst, immer das Opfer zu sein?
00:19:22In ein paar Tagen bin ich kein Priester mehr.
00:19:27Dann lebe ich nicht mehr im Zölibat.
00:19:31Karoline Krug, vor Gottes Angesicht nehme ich dich als meine Frau an.
00:19:38Ich verspreche dir die Treue, in guten und bösen Zeiten, in Gesundheit und Krankheit.
00:19:46Ist das der Tod?
00:19:58In festlicher Freude sind sie heute hierher gekommen und wollen sich vor Gottes Angesicht
00:20:06in seinem Heiligtum und an seinem Altar Hand und Herz schenken zum Bund fürs Leben.
00:20:14ihre Liebe hat sie zusammengeführt, ihre Liebe hat sie hierher geführt
00:20:21und doch gibt es eine stärkere Liebe, die alles fügte und lenkte
00:20:26und das ist die Liebe Gottes, des Allmächtigen, unseres Herrn und Vaters.
00:20:47Christoph Hartzmann, Chef des Instituts für christliche Dogmatik,
00:20:51selbsternannter Glaubenshüter.
00:20:52Ich freue mich ganz besonders.
00:20:54Grüß Gott, Frau.
00:20:55Danke.
00:20:56Das ist so weit, ja.
00:20:57Ich werde ruhig, ja.
00:21:03Ersparen Sie uns morgen den Vortrag über das Knapptuch.
00:21:07Ich bitte Sie.
00:21:11Die Dogmen sind das Fundament unserer Kirche, nicht der Treibsand ihres Skeptizismus.
00:21:17Dogmen, an die keiner mehr glaubt, sind Treibsand.
00:21:21Wir kennen uns jetzt 20 Jahre.
00:21:25Es fällt mir von Mal zu Mal schwer, mit Ihnen zu reden. Warum?
00:21:29Was meinen Sie?
00:21:31Dabei haben wir so viel gemeinsam.
00:21:33Ach ja? Und das wäre?
00:21:35Alles, was uns trennt, und da uns nahezu alles trennt.
00:21:38Besonders Ihre jesuitische Kopfakrobatik.
00:21:43In Ihrer Prälatur steht der Kopf nicht in hohem Ansehen, ich weiß.
00:21:47Anders als der Ellenbogen, anders als der Büßring am Oberschenkel.
00:21:53Leute wie Sie sind die Totengräber der Kirche.
00:21:56Bevor der Totengräber kommt, muss ein Leichnam da sein.
00:22:00Wann erscheint Ihr Buch?
00:22:02Sie versuchen doch, sein Erscheinen seit Jahren zu verhindern.
00:22:05und mit einigem Erfolg, wie ich zugeben muss.
00:22:08Übrigens ist es nicht sicher, ob Ihre Gemeinde Ihnen die Rente zahlen wird.
00:22:13Ein paar Ihre Sponsoren bereuen bereits Ihre zu schnelle Zusage.
00:22:19Ist sie nicht wunderschön?
00:22:21Die reiche Braut ist immer schön.
00:22:32Danke.
00:22:34Danke.
00:22:35Danke.
00:22:43Kolmar, Rechtsmedizin.
00:22:57Wasserleiche, vermutlich männlich. Liegezeit ein paar Stunden.
00:23:00Der Motorrad ins Wasser gefahren, oder gefahren worden.
00:23:03Ein Riesensatz über die Rappe da.
00:23:05Wieso stehen diese Leute da immer noch rum? Schaffen Sie sie weg.
00:23:08Vorher wird hier keine Leiche aus dem Wasser gezogen.
00:23:10Da sind Kinder dabei.
00:23:11Ich lasse Sie erschießen lassen.
00:23:12Na ja?
00:23:13Kann ich Ihnen nicht verübeln.
00:23:14Die Gaffer, meine ich.
00:23:21Zeigen?
00:23:23Kommissar Zufall, die Gestalt eines anonymen Anrufers.
00:23:26Das hätte auch für sich behalten können. Bis morgen jedenfalls. Das Wetter soll besser werden.
00:23:36Was fliege ich an, ja?
00:23:39Lassen Sie mich!
00:23:41Das ist mein Mann!
00:23:42Mein Mann!
00:23:45Nein!
00:23:48Nein!
00:23:50Nein!
00:23:51Nein!
00:23:51Nein!
00:23:54Nein!
00:24:01Nein!
00:24:05Nein!
00:24:10Nein!
00:24:11Ist Suschke wenigstens schon wieder da?
00:24:13Liegt noch mindestens bis nächste Woche mit einem schweren Rückfallflach.
00:24:17Flachlieben mag der Herr, aber nicht mit einem Rückfall.
00:24:20Wer ist denn dann der zweite Obduzent?
00:24:23Er hat doch nicht etwa schon wieder...
00:24:25Exakt, der Chef persönlich. Vorsichtig.
00:24:28Adieu, du heller Nachmittag.
00:24:29Leb wohl, du lauer Abend.
00:24:31Wollen wir mal da an?
00:24:32Also, wir wollen in einer halben Stunde anfangen.
00:24:36Das glaube ich nicht.
00:24:40Professor, Professor Bonzio.
00:24:42Ach, Dr. Kurmer, da kann ich Sie gleich noch persönlich sagen.
00:24:44Wir müssen verschieben, leider.
00:24:46Aber der Prodekan wünscht mich zu sehen.
00:24:50Naja, ich kann mir auch was Lässeres vorstellen, aber...
00:24:53Ja, wie wär's morgen Mittag?
00:24:55Äh, äh, da beginnt die Kirchentagung.
00:24:57Ach so, ja.
00:24:59Naja, also ich, also früher kann ich nur wirklich nicht.
00:25:01Und wie gesagt, Sie müssen auf Prioritäten setzen.
00:25:04Was ist mit der Staatsanwaltschaft?
00:25:06Längst geklärt.
00:25:13Nichts damit, Nachtschicht.
00:25:15Wir bereiten jetzt vor und obduzieren ab morgen Mittag.
00:25:19Ja, wunderbar.
00:25:25Grünbeinchen.
00:25:26Gibt's schon den Obduktionsplan für morgen?
00:25:27Der Chef hat die Obduktionsstraub von heute auf morgen 11.30 Uhr verlegt.
00:25:32Er musste überraschend...
00:25:33Zum Prodekan, ich weiß.
00:25:35Und was ist mit heute Nachmittag?
00:25:36Morgen früh, heute Nacht, irgendwann?
00:25:38Bitte schön, morgen früh hat er Vorlesung.
00:25:40Und heute.
00:25:4114.30 Uhr treffen bei der KV, das wird er schon nicht schaffen.
00:25:4415.30 Uhr Gericht, Turmstraße.
00:25:46Da läuft ja immer noch der Prozess gegen diesen Herzstichmörder.
00:25:49Weiß auch keiner, wie lange das dauert.
00:25:51Und trotzdem noch Personalbüro.
00:25:53Er soll im nächsten Jahr vier Doktoranden betreuen, will er aber nicht.
00:25:56Na ja, und dann hat er, glaube ich, abends...
00:25:58Bin ich froh, dass ich nur ein kleiner, bescheidener Obduzent bin.
00:26:01Über das Wörtchen bescheiden sollten wir, glaube ich, noch mal reden.
00:26:04Sie waren mir wie immer eine große Hilfe.
00:26:06Es ist das Wasser.
00:26:06Das Wasser ist nicht gut.
00:26:28Die Zündung war eingeschaltet und der zweite Gang war eingelegt.
00:26:32Also, wie läuft die frohe Botschaft?
00:26:34Todesursache ertrinken.
00:26:36Sieh dir mal den Schaumpilz an.
00:26:41Leichte Arbeit, fast schon unmännlich.
00:26:43Na komm.
00:26:44Hier, Hämatome am Kinn und hier eine Stirn.
00:26:47Die könnten von Faustschlägen herrühren.
00:26:50Vermutlich haben die Täter ihr Opfer mit dem Motorrad beschwert, damit es nie wieder auftaucht.
00:26:55Jürgen Straub, Jahrgang 66, gelernter Maurer, seit vier Jahren arbeitslos, verheiratet, zwei Kinder, Frau im achten Monat schwanger.
00:27:04Gehörte zu so einer Klicker am Bahnhof, viel Alkohol, gelegentlich eine Pöbelei, ab und zu geprügelt.
00:27:08Aber da war unser Mann nur Mitmacher.
00:27:10Also, als er noch mitmachen konnte.
00:27:13Also, Robert, Mord?
00:27:16Mord.
00:27:18Oder auch Selbstmord.
00:27:20Rein hypothetisch gemacht.
00:27:22Aber wieso soll er sowas inszenieren, nur um sich umzubringen?
00:27:25Außerdem muss er als Motorrad selber gefahren sein, mit gefesseltem Händen.
00:27:30Er hat zuerst die Beine und den Oberkörper am Motorrad fixiert und anschließend die Handschellen.
00:27:36Zack.
00:27:39Zack. Das geht, klar.
00:27:41Brauchst du es wirklich? Fingierter Selbstmord?
00:27:44Ich kann es im Moment jedenfalls nicht ausschließen.
00:27:46Zumindest.
00:27:49Draußen wartet die junge Frau Straub. Vielleicht könnte eine der Herren sich mal kümmern.
00:27:53Die Frau ist wie sie schwanger und es geht ihr auch sonst nicht sehr gut.
00:27:56Ja, ja, natürlich.
00:27:57Also.
00:27:59Kann ich mit ihr sprechen?
00:28:10Frau Straub, Robert Kolmer. Ich bin Rechtsmediziner.
00:28:14Das tut mir sehr leid mit Ihrem Mann.
00:28:16Wir wissen überhaupt noch nicht, wie das passiert ist. Also, woran er gestorben ist.
00:28:20Deshalb würde ich Ihnen auch ganz gerne ein paar Fragen stellen.
00:28:24Wäre das in Ordnung?
00:28:26Ja, ja.
00:28:27Ja.
00:28:28Ja.
00:28:31Entschuldigen Sie. Möchten Sie vielleicht einen Kaffee, ein Wasser? Kommen Sie, wir gehen in mein Zimmer.
00:28:37Nein, nein. Ist schon in Ordnung. Ich muss ja nach Hause zu den Kindern.
00:28:43Was hat er denn so gemacht, Ihr Mann? Den ganzen Tag so? Setzen Sie sich doch hin. Kommen Sie, kommen
00:28:48Sie.
00:28:50So.
00:28:51Na, nichts. Vor der Glotze gehangen oder an seiner Maschine geschraubt.
00:28:57Entschuldigen.
00:28:59So ein Teil ist doch ganz schön teuer, nicht?
00:29:03Na, und dafür hatten wir kein Auto. Und manchmal hat Jürgen ja auch gejobbt.
00:29:09Und die Kinder?
00:29:10Die Kinder haben immer alles gekriegt. Alles.
00:29:18War er in letzter Zeit vielleicht irgendwie verändert? Hat er vielleicht Angst gehabt? Oft deprimiert? Hat er mehr getrunken?
00:29:27Nein, er...
00:29:30Vielleicht in letzter Zeit. Viel gesprochen hat er nie.
00:29:37Und wie viel hat er so über die Woche getrunken?
00:29:41Was soll das? Er war kein Säufer.
00:29:45Hören Sie mit dieser blöden Fragerei auf.
00:29:48Finden Sie lieber seinen Mörder.
00:29:54Finden Sie lieber seinen Mörder.
00:30:25Mal da.
00:30:29never colder.
00:30:41Walter?
00:30:42Walter?
00:30:47Walter?
00:30:49Pauline, kannst du aufstehen?
00:30:56Ja, natürlich.
00:31:04Man hat mich niedergeschlagen.
00:31:07Wie?
00:31:08Ja.
00:31:11Ja, Frau Dr. Judith Sommer hätte ich gern.
00:31:13Zimmernummer habe ich nicht, tut mir leid.
00:31:14Ihr nehmt an diesem Weiterbildungswochen-Chor...
00:31:18Ja, genau, mit diesem ganzen Psychologen, ja.
00:31:23Zimmer 1213, toll, wie Sie das machen.
00:31:26Kann ich jetzt trotzdem, Frau Sommer, sprechen?
00:31:28Ja, gut, ich warte. Danke.
00:31:32Du musst zur Polizei gehen.
00:31:34Das ist doch nur ein Einschüchterungsversuch.
00:31:35Die wollen nicht, dass ich morgen rede.
00:31:39Außerdem...
00:31:40Auah!
00:31:43Außerdem...
00:31:44will ich das Gute Achten von Keuwer noch in meine Arbeit einspeisen heute Nacht
00:31:47und das Ganze den Verleger schicken.
00:31:49Au, au!
00:31:50Entschuldige.
00:31:52Mein Gott, ich danke dir, dass du mich nicht hast gläubig werden lassen.
00:32:05Caroline?
00:32:08Mein Manuskript.
00:32:14Und eine Sicherheitskopie.
00:32:17Wie der Name schon sagt, trafst du dir alles zu?
00:32:20Nein, aber ich muss trotzdem.
00:32:22Ich würde es gut verstecken.
00:32:23Herr Karlsmann in der katholischen Akademie, eine Tagung zur Vorbereitung der Deutschen Bischofskonferenz.
00:32:28Die Veranstaltung steht unter dem Motto Kirche heute.
00:32:32Das Wetter.
00:32:33Die Temperatur beträgt zur Zeit im Welt...
00:32:35Viel Glück heute, Walter.
00:32:36Im gesamten Sendegebiet setzt sich das milde Sonnengesächer fort.
00:32:41Die Höchsttemperaturen liegen bei 14 bis 16 Grad.
00:32:44Es weht ein schwacher bis mäßiger Wind aus Osten.
00:32:50Sie finden einen Umschlag mit Ihrem Honorar hinter den Telefondüchern.
00:32:56Legen Sie Ihre Protokolle und Fotos dorthin.
00:33:02Morgen schon um 16.15 Uhr und zeigen Sie diesmal glücklich.
00:33:06Moment mal.
00:33:08Wer sind Sie überhaupt?
00:33:09Was ist mit dem Pfarrer von neulich?
00:33:12Ab jetzt läuft alles über mich.
00:33:14Bitte?
00:33:15Ab jetzt läuft alles über mich.
00:33:17Ja.
00:33:29Ja.
00:33:30Ja, ich kann.
00:33:38Entschuldigen Sie, Herr Dr. Kolm, aber müssen Sie denn auf diesem Kongress unbedingt auftreten?
00:33:42Ja.
00:33:43Warum?
00:33:45Der Podikan will heute bei der Abduktion dabei sein.
00:33:47Er hat die Erlaubnis vom Oberschlautsanwalt.
00:33:49Und er hat mich gebeten, nicht vor 14 Uhr anzufangen.
00:33:52Das wird ja immer später.
00:33:54Das überschneidet sich nun völlig mit der Zeit, in der ich auf dem Kongress reden soll.
00:33:57Ja, das ist ein Zufall nicht, oder?
00:34:08Das ist ein Zufall nicht, oder?
00:34:15Das ist ein Zufall.
00:34:44Untertitelung. BR 2018
00:34:58Pfarrer Kerkhoff, sind Sie verletzt?
00:35:01Pfarrer Kerkhoff, sind Sie verletzt?
00:35:05Sagen Sie doch was.
00:35:11Denn die Menschen sehnen sich nach der Wärme des Glaubens in dieser kalten Welt.
00:35:16Nach Führung in einem immer chaotischer und unübersichtlicher werdenden Leben.
00:35:21Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Autorität unserer Kirche geschwächt wird.
00:35:27Pfarrer Kerkhoff, sind Sie verletzt?
00:35:57Schauen Sie sich das mal an.
00:36:10Dass man heute die Tötung ungeborenen Lebens als moralisch vertretbar betrachtet.
00:36:15Dass man uns Themen wie die Abschaffung des Zölibats aufzwingt oder die Priesterschaft von Frauen.
00:36:19Man muss sich davor hüten, jeden Trend mitzumachen.
00:36:23Die Kirche muss ihre Kontinuität bewahren.
00:36:26Muss für die Menschen eine brechenbare Institution bleiben, auf die sie sich verlassen.
00:36:30Vielleicht sei ich das.
00:36:33Vielleicht sei nicht wie die Tür gehe på Opening.
00:36:34Nein.
00:36:36Nein.
00:36:39Nein.
00:36:41Nein.
00:36:51Nein.
00:36:53Nein.
00:36:54Nein.
00:36:55Nein.
00:36:55Nein.
00:36:56Nein.
00:36:56Nein.
00:36:57Nein.
00:37:09Herr Prodekan, wollen Sie sich setzen?
00:37:12Wollen Sie sich nicht lieber setzen?
00:37:14Schon gut.
00:37:24Fallosartig mit glatter Oberfläche.
00:37:25Das haben die ihm ins Rektum getrieben.
00:37:30Gefoltert?
00:37:32Bevor der junge Mann auf dem Motorrad festgebunden wurde.
00:37:36Manifeste Nekrosen.
00:37:39Darmschleimhaut gegen Vertiefung abgegrenzt.
00:37:42Wallartig gehobener Rand, schmierig schwarz.
00:37:46Naja, irrene Schäfsache. Wie lange?
00:37:49Drei, vier, höchstens fünf Tage.
00:37:53Ja, jeder Schnitt ist ein Schnitt zum Ziel.
00:37:58Wie, äh, was ist?
00:38:00Ja, wir haben es hier nicht mit Mord zu tun, sondern mit einem inszenierten Selbstmord.
00:38:04Mit einem tragischen Abgang, wie wir sagen.
00:38:07Keine Folter, keine Mörder?
00:38:08Nein, eine erotische, höchstwahrscheinlich autoerotische Manipulation, in deren Verlauf das Stück Holz im Enddarm verblieb.
00:38:16Und das lesen Sie alles aus diesem Darmstück da?
00:38:18Die Betroffenen können die Gegenstand nicht selbst entfernen, aber sie schämen sich auch zum Arzt zu gehen.
00:38:23Das Holz verbleibt im Darmtrakt.
00:38:25Die Folgen sind Blutung, Bauchfellentzündung, furchtbare Schmerzen.
00:38:30Ja, irgendwann halten Sie es dann nicht mehr aus.
00:38:36Oh, Herr Prudikant.
00:38:38Kommen Sie, wir bringen ja eine frische Luft.
00:38:40Und Sie, Kohl, machen Sie ab.
00:38:43Herr Schröder, dann bewegen Sie sich.
00:38:47Jugendarbeit kann und muss sich neuen Wegen öffnen.
00:38:51Alter, unser Kultursystem ist zusammengebrochen.
00:38:53Um sieben Uhr heute Morgen.
00:38:55Sämtliche Festplatten des Verlages wurden beim Hochfahren gelöscht.
00:38:58Sämtliche Druckvorlagen sind weg, alle Texte, alles.
00:39:01Aber sie darf dabei auch das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
00:39:06Dankeschön.
00:39:12Vielen Dank für diese ebenso nachdenklichen Worte.
00:39:16Und die Backups?
00:39:18Ein Virus.
00:39:20Jerusalem 2.
00:39:21Der simuliert das Backup nur.
00:39:26Ich habe es noch am Rechner.
00:39:28Ich kann es dir gleich schicken.
00:39:30Farah Kerkhoff, bitte.
00:39:32Ich kann doch diesen Thema machen.
00:39:34Ich muss noch etwas um Ruhe bitten.
00:39:36Wir wollen schließlich jedem die Gelegenheit geben, sich hier in diesem Forum zu äußern.
00:39:41Ich kann es nicht mehr hören.
00:39:49Ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie mir die Gelegenheit geben, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen.
00:39:54Ich hoffe...
00:39:55Hoffen kann nur, wer glaubt.
00:40:01Ich darf Sie noch ein wenig um Geduld bitten, denn an den Anfang meiner wissenschaftlichen Ausführungen gehört ein Gutachten des
00:40:09bekannten Berliner Rechtsmediziners Dr. Robert Kolmar.
00:40:11Dr. Kolmar, bitte.
00:40:14Walter, ich kann dein Buch nicht drücken.
00:40:17Es tut mir leid.
00:40:23Sehr verehrte Herren, meine Aufgabe war es, anhand von originalgroßen Fotografien des Turiner Grabtuches Aussagen über den Zustand des Körpers
00:40:36zu machen, der einst in dieses Grabtuch eingeschlagen worden war.
00:40:40Das muss ich mir nicht anhören.
00:40:44Ich werde mich im Folgenden ausschließlich darauf konzentrieren, zumal Aussagen etwa zu Herkunft oder Alter des Turis ohnehin nur am
00:40:55Original zu treffen sind.
00:40:57Die Prüfung der mir vorliegenden Abbildungen lässt keine eindeutigen Schlüsse zur Identität des Mannes zu.
00:41:05Die Blutablaufspuren allerdings belegen, dass der Mann noch gelebt haben muss, als er in diesem Tuch lag.
00:41:12Damit treten Sie eine Lawine los.
00:41:15Wie kann Jesus Christus nicht tot gewesen sein?
00:41:20Um jedem Missverständnis vorzubeugen, ich sage es noch einmal, ich weiß nicht, wer der Mann war, der in diesem Grabtuch
00:41:26lag.
00:41:26Aber ich kann sagen, dass er lebte, als er in diesem Tuch lag.
00:41:32Die drei unabhängige Wissenschaftlerteams haben das Alter des Tuchus nach der C14-Methode auf rund 700 Jahre datiert.
00:41:39Ich kenne diese Tests, aber ich darf Ihnen versichern, auch wissenschaftliche Methoden sind nicht unfehlbar.
00:41:44Und bitte, eine kritische Auseinandersetzung mit dem C14-Test gehöre nicht zu meinem Arbeitsgebiet.
00:41:49Und wäre ohne Arbeit mit dem Original auch absolut unseriös.
00:41:53Aber ich bitte Sie, meine Herren, lassen Sie mich doch...
00:41:56Lass doch, Frau, traubar!
00:41:59In einer Stresssituation...
00:42:02In einer Stresssituation sordert der menschliche Körper eine Vielzahl von...
00:42:07Von Stoffen und Energien ab, die natürlich...
00:42:23Meine Herren, bitte, wenn Sie sich im Leben treffen, nehmen Sie wieder Platz für alle Tests.
00:42:34In einer Stresssituation ...
00:42:36Bodies dich!
00:42:40AJA!
00:42:41AJA!
00:42:42AJA!
00:42:44AJA!
00:42:50AJA!
00:42:53AJA!
00:42:58Anja!
00:43:02Das war's für heute.
00:43:51Das war's für heute.
00:43:59Ich bin in der katholischen Akademie.
00:44:05Ja, gut.
00:44:06Ja.
00:44:10Bis bald.
00:44:18Hallo, hier ist Robert Kolmer.
00:44:20Gebt euch mal eine Fahndung raus.
00:44:21Nach einem Renault Megane.
00:44:23Blau, dunkelblau.
00:44:25Wie Alas, ja?
00:44:29Kolmer?
00:44:30Ja.
00:44:32Was, dieser Kolmer ist jetzt die neue Zielperson?
00:44:36Ja, schon gut.
00:44:39Wiederhören.
00:45:03Guten Tag, Frau Straub.
00:45:04Robert Kolmer, Sie erinnern sich, der Rechtsmediziner?
00:45:08Kann ich mich ein bisschen zu Ihnen setzen?
00:45:10Mhm.
00:45:19Und das Ihre beiden?
00:45:21Mikey und David.
00:45:25Haben Sie den Mörder?
00:45:27Nein.
00:45:32Hat Ihr Mann in letzter Zeit über irgendwelche Schmerzen geklagt?
00:45:37Warum?
00:45:38Ist doch egal, wie es ihm ging, wenn er ermordet wurde.
00:45:40Darum genau geht es.
00:45:41Worum geht es?
00:45:43Ihr Mann, wir...
00:45:46Also, wir gehen davon aus, dass Ihr Mann Selbstmord begangen hat.
00:45:51Aber ich bin noch nicht schuld an seinem Tod.
00:45:54Nein, Frau Straub, ganz bestimmt nicht.
00:45:56Ich setze ihn unter Druck.
00:45:57Ich mache ihn kaputt, sagt er.
00:46:00Und darum will er nicht mehr leben.
00:46:02Hat er angedeutet, dass er...
00:46:03Hast du mal ein paar lose Geräuschen?
00:46:07Die trocknen ja schon langsam aus.
00:46:09Aber nur für Brause, ja?
00:46:11Aber einer vertragt er ja nicht.
00:46:13Danke, danke, danke, danke, danke.
00:46:28Ich konnte ihr die nicht früher geben.
00:46:33Wenn das rauskommt, was er da schreibt.
00:46:37Wer fragt mich denn, wie es mir geht, wie ich das alles schaffe?
00:46:42Wenn es schwierig wird, dann ist er eh im Abgehauen zu seinem Motorrad oder Saufen.
00:46:47Oder beides.
00:46:55Und ich...
00:46:58Und jetzt die Schande.
00:47:00Ihr Mann hat sich in eine Situation gebracht, aus der er keinen Ausweg mehr gefunden hat.
00:47:04Und wenn überhaupt, dann ist er selbst daran schuld.
00:47:09Aber wie kann er dann so ein Misch schreiben?
00:47:15Weil das einfacher ist, als sich das eigene Scheitern einzugestehen.
00:47:18Weil er sich mit dieser Rache einen großen Abgang verschaffen wollte.
00:47:26Weil...
00:47:29Frau Staub, ich mache Ihnen einen Vorschlag.
00:47:32Ich nehme das,
00:47:34ich lege das zu den Akten
00:47:36und dann wird es für immer verschwinden.
00:47:59Guten Abend, Frau Krug.
00:48:01Gehen wir ein paar Schritte?
00:48:10Wir sind bereit,
00:48:12die Druckkosten des Buches zu übernehmen.
00:48:15Ist das Paradies ausgebrochen?
00:48:18Das habe ich mir auch anders vorgestellt.
00:48:21Wussten Sie eigentlich,
00:48:23dass ich Walter Kerkhoff damals ins Priesterseminar geholt habe?
00:48:28Er war vielleicht nicht mein eifrigster Schüler,
00:48:31aber bestimmt mein Brillantes.
00:48:33Und jetzt erzählen Sie mir gleich,
00:48:34dass Sie die ganze Zeit schützend Ihre Hand über ihn gehalten haben.
00:48:37Sie haben auch nichts mit seiner Entlassung zu tun,
00:48:40mit dem Verbot seines Buches.
00:48:42Sie sind der Erzengel des Guten,
00:48:44der über die Erde fliegt und Goldklümpchen scheißt.
00:48:46In jedem Konflikt gibt es einen interessierten Dritten.
00:48:48Bitte, Frau Krug, bitte.
00:48:50Unser Werk,
00:48:52unser Glaube hat viele meint,
00:48:54wir sind auf in die Reise der obersten Kirchenleitung.
00:48:57Wir sind verhandlungsfähig.
00:48:58Lassen Sie uns reden.
00:49:00Aber wie die Rente von Pfarrer Kerkhoff
00:49:03und Vater sollen es abnehmen,
00:49:04so würden wir ihn...
00:49:05Warum erzählen Sie mir das alles?
00:49:06Warum nicht Walter selbst?
00:49:08Weil er Sie raus.
00:49:09Walter, Kerkhoff ist verschwunden.
00:49:13Vielleicht ist Opfer eines Verbrechens geworden.
00:49:15Wussten Sie das nicht?
00:49:17Walter?
00:49:17Was ist mit Walter?
00:49:19Bitte.
00:49:19Was haben Sie mit Ihnen gemacht?
00:49:20Bitte, Frau Krug.
00:49:21Sie falscher Heiliger.
00:49:23Frau Krug, Sie sind außer sich.
00:49:25Schämen Sie sich zum Teufel in die Hölle,
00:49:27da wo Sie hingehören.
00:49:30Rufen Sie mich an, jederzeit!
00:49:40Gestern Nacht ist er niedergeschlaft worden.
00:49:43Heute Morgen ist sein Autorwächsdienst.
00:49:48Jetzt ist er entführt worden.
00:49:51Was sollte noch passieren?
00:49:58Wie lange waren Sie mit Kerkhoff zusammen?
00:50:02Lange.
00:50:05Ewig.
00:50:07Ein Tag länger als ewig.
00:50:09Zu lang.
00:50:11Zu lang.
00:50:16Er liebt mich.
00:50:18Wie man ein Haustier liebt.
00:50:24Und das nützliche Tierchen hat ihm geholfen bei seiner Arbeit.
00:50:28Bei der Recherche für sein Buch.
00:50:31Beim Schreiben des Buchs.
00:50:33Und am Schluss hatte das kleine Tierchen sein Näschen voll.
00:50:39Wie liebt man ein Haustier?
00:50:41Ich meine,
00:50:43wenn das Haustier eine Frau ist wie Sie.
00:50:45Liebe.
00:50:51Es ist nass.
00:50:56Ich glaube,
00:50:58wir wissen, was das ist.
00:51:03Tanzen Sie mit mir?
00:51:05Ja.
00:51:11Er hat mich aus dem Dreck gezogen.
00:51:14Aber ich habe geglaubt,
00:51:15was Besseres finde ich nicht.
00:51:19Ich habe das gemacht,
00:51:20was alle Frauen tun.
00:51:21Ich habe mir eingeregelt,
00:51:22dass das Leben traurig ist,
00:51:24dass man eben Kompromisse machen muss
00:51:25und dass das der Lauf der Welt ist.
00:51:29Und der Dreck,
00:51:30aus dem man Sie gezogen hat?
00:51:32Was hatte der für einen Namen?
00:51:35Gefängnisbau,
00:51:36Knast,
00:51:37Loch.
00:51:39Er war da eine Zeit lang Pfarrer.
00:51:44Na los,
00:51:44fragen Sie schon.
00:51:46bringen wir es hinter uns.
00:51:52Machen Sie sich keine Sorgen um ihn?
00:51:55Natürlich.
00:51:58Aber der
00:51:59blut sich mit den Engeln.
00:52:02Der sitzt beim lieben Gott
00:52:04auf dem Schoß.
00:52:09Darf ich meinen Kopf
00:52:10auf Ihre Schulter legen?
00:52:13Ganz unverbindlich.
00:52:17Ich liebe es,
00:52:18wenn Frauen ihren Kopf
00:52:19an meiner Schulter legen.
00:52:24Notfalls auch ganz unverbindlich.
00:52:30Ich bringe Sie nach Hause, ja?
00:52:33Ich habe kein Zuhause mehr.
00:52:43Also.
00:52:45Was ist denn bei dem Licht?
00:52:50Ich such mal eine Lampe.
00:52:53Was ist denn hier passiert?
00:53:00Was ist denn das?
00:53:03Ist der Pfarrer Hobbychemiker?
00:53:05Alles dazu da,
00:53:06um dieses verdammte Grabtuch
00:53:07zu analysieren.
00:53:09Stoffproben,
00:53:09W-Proben,
00:53:10Fotokroben,
00:53:11Papierproben.
00:53:12Immer den Fälschern
00:53:13auf der Spur.
00:53:19Ganze Arbeit.
00:53:21Die Festplatte ist weg.
00:53:25Sie sollten hier nicht bleiben.
00:53:27Ich soll mit zu Ihnen was?
00:53:35Und dann kommt mein Beschützer
00:53:36und legt seine starken Arme
00:53:38um mich
00:53:39und küsst mich ganz romantisch
00:53:41auf die Lippen.
00:53:44Wie Beschützer ist du?
00:53:47Dachte Caroline plötzlich.
00:53:48Kannst eine gute Partie machen.
00:53:50Bauunternehmer,
00:53:50gute Familie.
00:53:51Immer hinter mir her.
00:53:52Bis ich feststellen musste,
00:53:53du wirst wieder nur benutzt.
00:53:55Und wieso?
00:53:57Warum?
00:54:01Vielleicht wegen dem hier.
00:54:03Ist dein Manuskript
00:54:04es fertig?
00:54:05Ja.
00:54:06Das neueste Testament.
00:54:08Das große
00:54:10Menschheitsbeglückungswerk.
00:54:11Von Walter Kappkopf.
00:54:14Dem Mann,
00:54:14der selbst nicht glücklich
00:54:15werden konnte.
00:54:16Wissen Sie,
00:54:17warum ich im Knast war?
00:54:18Hat das Ihnen
00:54:19noch nicht erzählt?
00:54:29Er hat Kerkhoff
00:54:30einen Freund,
00:54:31mit dem ich mal reden könnte.
00:54:32Sein Beichtvater,
00:54:33Pfarrer Eisold.
00:54:38Hey,
00:54:39auf jeden Fall
00:54:40ist der Anrufbeantworter dran.
00:54:43Für den Fall,
00:54:44dass Sie mal wieder
00:54:44Ihren Kopf
00:54:45irgendwo anlehnen wollen.
00:54:54Ach,
00:54:55soll ich die Polizei
00:54:56informieren?
00:54:57Nein,
00:54:58nein,
00:54:58keine Polizei.
00:54:59Zeichen.
00:55:13Na,
00:55:13Benz,
00:55:14eine Körbosbrücke.
00:55:16Mit.
00:55:18Brötchen.
00:55:19Danke,
00:55:19nein.
00:55:21Wollen Sie was für mich?
00:55:22Ich kenne Sie überhaupt nicht.
00:55:24Sie laufen mir doch nach.
00:55:26Lassen Sie mich
00:55:27einfach in Ruhe,
00:55:28ja?
00:55:28Seitdem ich aus der U-Bahn
00:55:29raus bin,
00:55:29laufen Sie mir doch hinterher.
00:55:30Wenn Sie ärger wollen,
00:55:31dann sagen Sie es,
00:55:32ja?
00:55:32Danke.
00:55:36Entschuldigung.
00:55:39Wollen Sie auch eine Wurst?
00:55:41Ja.
00:55:42Nehmen Sie mal eine.
00:55:472,70 Mark.
00:55:572,70 Mark.
00:55:571,70 Mark.
00:56:221,70 Mark.
00:56:232,70 Mark.
00:56:47Ich habe schon drei Angebote gekriegt.
00:56:50Eine Festanstellung in Hamburg und in München und Düsseldorf könnte ich habilitieren.
00:56:53Und morgen will Bonte mit mir reden.
00:56:54Stell dir mal vor, Bonte.
00:56:56Dafür sind die Vorträge ziemlich durchwachsen.
00:56:59Also, du müsstest...
00:57:03Wo war dich?
00:57:05Ich rufe später nochmal an.
00:57:08Habe ich vorhin vergessen?
00:57:10Karlsmann hat angeboten, das Buch zu drohen.
00:57:13Außerdem könnte ich Garkows Rente eine Zeit lang kriegen.
00:57:17Melden Sie sich mal.
00:57:19Ich bin jetzt eine gute Partie mit einer soliden Zukunft.
00:57:24Papa?
00:57:25Uns geht's gut.
00:57:26Nochmal nervt ein bisschen mit Einkaufen und so.
00:57:28Naja, wie immer.
00:57:29Gut, ich habe jetzt keine Lust mehr.
00:57:31Ich küsse dich.
00:57:36Anrufbeantworter müsste man sein.
00:57:38Da wären lauter Frauen auf einem drauf.
00:57:51Ab jetzt läuft alles über mich.
00:58:03Pfarrer Kerkhoff, Sie wissen, ich kann lediglich bestätigen, dass der Mann in diesem Tuch noch nicht tot war, als...
00:58:10Ist das genug?
00:58:12Danke.
00:58:12Ich danke Ihnen.
00:58:18Morgen.
00:58:20Morgen.
00:58:20Warten Sie einen Moment.
00:58:30Morgen.
00:58:34Morgen.
00:58:35Du musst ja nicht unbedingt einen Putz rüber umschlagen, wenn ich auftaue und schicke ich das guten Morgen jetzt auch.
00:58:39Du, demnächst schicke ich dir meinen Tagesplan rüber.
00:58:41Nicht, dass du den Eindruck hast, hier was zu verpassen.
00:58:45Lange kann der Wagen hier noch nicht sein, so wie der abgestellt wurde.
00:58:49Dazu ist auch zu wenig eingestaubt.
00:58:52Ist es nur oder ist es nicht?
00:58:55Typ.
00:58:57Fahrerbe.
00:58:57Ja.
00:58:59Es kann durchaus das Fluchtfahrzeug sein.
00:59:01Na, bitte.
00:59:03Wenn das hier kein Blut ist.
00:59:04Kannst du nicht auf die Spurensicherung warten?
00:59:07Das hier ist definitiv der Rest eines Priesterkragens.
00:59:10Spricht für eine Entführungssituation.
00:59:14Als Opfer kann Kerkhoff auf dem Beifahrsitz gesessen haben.
00:59:17Ein Fahrer, ein Bewacher.
00:59:18Mit weniger geht's nicht.
00:59:20Wir haben eine harte Spurenlage klären.
00:59:23Und wie weiter?
00:59:25Presseinformationen, Anwohnerbefragung, wer hat drei Männer gesehen oder mitgenommen.
00:59:28Na ja, und dazu eine Hundertschaft, die die Gegend hier absucht.
00:59:30Das bringt doch nicht bei der Spurenlage.
00:59:33Wohin können die gewollt haben?
00:59:36Da hinten wäre ein guter Verbringungsort.
00:59:41Mit dem Schiff.
00:59:42Ja, mit dem Schiff, im Schiff.
00:59:44In die weite Welt.
01:00:05Ja, ich bin verbrannt.
01:00:11Könnten Sie mir das...
01:00:12Könnten Sie mir das restliche Honorar...
01:00:18Heute schon?
01:00:20Ja.
01:00:22Gut, ich...
01:00:23Eine Stunde früher, ja.
01:00:27Ich erwarte dann Ihren Anruf.
01:00:30Gut.
01:00:33Wenn er ihr angeboten hat, den Druck von Kerkhoffs Buch nicht zu finanzieren, entfällt das Motiv.
01:00:39Und außerdem, wenn wir Karlsmann als Zeugen vorladen, taucht der mit dem Anwalt auf, sagt kein Wort.
01:00:43Sein Anwalt redet ihn aufs priesterliche Zeugnisverweigerungsrecht raus, Paragraph 55.
01:00:48Wir können genauso gut versuchen, den Felsstein auszuquetschen.
01:00:52Geschickter Schachzug.
01:00:54Wie meinst du das?
01:00:56Wenn du deinen Gegner nicht besiegen kannst, mach ihn dir zum Freund.
01:01:00Vermutlich werden sie es in kleiner Auflage drucken und die dann gleich selbst aufkaufen.
01:01:08Gestern Abend ist mir ein Mann nachgelaufen, der mich angeblich nicht kennt.
01:01:11Da kam ein Auto des Weges, das ich in den Kopf gesetzt hatte, ausgerechnet da lang zu fahren, wo ich
01:01:15gerade stand.
01:01:19Ich gebe dir Polizeischutz.
01:01:22Wo leben wir denn?
01:01:36Guten Tag, meine Damen und Herren.
01:01:39Ich begrüße Sie.
01:01:43Sie verstehen sicher unsere tiefe Beunruhigung über diese Vorgänge.
01:01:49Wir sind in den Verdacht geraten, etwas mit dem Verschwinden von Walter Kerkhoff.
01:01:54Sie sind doch froh darüber, dass er weg ist.
01:01:55Auf Ihren Druck hin hat er doch seine Pfarrei verloren.
01:01:58Zu tun zu haben, das ist eine Unterstellung.
01:02:01Wir werden zu Grundverkaufen.
01:02:02Eine Unterstellung, die jeder Grundlage entbehlt.
01:02:05Stimmt es, dass Vater Kerkhoff nachgewiesen hat, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist?
01:02:09Ist Kerkhoff ein neuer Martin Luther?
01:02:12Wie hätte er das nachweisen können?
01:02:15Und muss denn jeder, der einem Phantom nachjagt, gleich ein neuer Martin Luther sein?
01:02:20Karl Klier, Tagesanzeiger.
01:02:23Guten Tag.
01:02:23Mr. Karzmann, ich zitiere am folgenden einige Regeln Ihres Ordens.
01:02:27Bitte widersprechen Sie, wenn die Zitate falsch sind.
01:02:31Regel vier.
01:02:32Wir haben den Ehrgeiz, die Völker zu heiligen und zu christianisieren.
01:02:36Jedes Mal.
01:02:39Ja.
01:02:40Wenn von unserem ständigen Ringen um die Wahrheit etwas an der Öffentlichkeit gezerrt wird,
01:02:44tauchen diese merkwürdigen Gerüchte auf.
01:02:47Glauben Sie mir, junger Mann, ich kenne Sie alle alle.
01:02:50Und Sie werden durch ständige Wiederholungen nicht wahrer.
01:02:53Regel vierzehn.
01:02:55Ihr müsst gehorchen, wie ein Werkzeug in der Hand des Künstlers,
01:02:59das nicht danach fragt, warum es dies und jenes tut.
01:03:03Ja, ich bekenne.
01:03:05Aus tiefster Überzeugung.
01:03:09Mitglied der katholischen Kirche zu sein.
01:03:12Nicht mehr, aber auch mit wenigen.
01:03:14Und ich weiß, dass solche Leute wie Sie seit Jahren versuchen,
01:03:19unsere Kirche durch zweifelhafte und tendenziöse Äußerungen in Misskredit zu bringen.
01:03:24Herr Kolmer, stimmt es, dass Sie Drogen erhalten haben?
01:03:28Nein.
01:03:29Stimmt es, dass Walter Kerkhoff Ihr rechtsmedizinisches Gutachten in seinem Buch veröffentlichen wollte?
01:03:34Ja.
01:03:34Glauben Sie, dass Jesus Christus die Kreuzigung überlebt hat?
01:03:38Ich weiß nicht, wer der Mann im Grabtuch war.
01:03:40Halten Sie die Bibel für eine Fälschung?
01:03:43Die Bibel ist ein Buch des Glaubens, für den, der glaubt, wird sie wohl immer wahr sein.
01:03:48Wann können wir Kerkhoffs Buch lesen? Und wie verhält sich die Meinung des Bischofs dazu?
01:03:52Das Buch von Walter Kerkhoff ist die Privatsache von Walter Kerkhoff.
01:03:56Nein, der Entfernung war es dem Kerkhoff.
01:04:06Du siehst die Aufschläge, aber weißt nicht, woher die Bälle kommen.
01:04:10Ich habe auch hoch, hier, also in der Brücke.
01:04:12Ich habe auch hoch, hier, also in der Brücke.
01:04:19Fleisch vom Fleisch der Engel.
01:04:33Keiner stirbt vor der Erfüllung seiner Aufgabe.
01:04:36Wenn ich an Gott glaube, dann gehört das Ziel sozusagen zum Reisegepäck.
01:04:41Auch verhungerte Kinder hätten ihr Ziel erreicht?
01:04:44Ja.
01:04:46Auch das Samenkorn, das auf vertrocknetes Land fällt, alles ist in Gott.
01:04:49Ohne Ausnahme.
01:04:51Vater, ich beginne zu verstehen, was Christentum sein kann, wenn es in einem intelligenten Kopf stattfindet.
01:05:01Unseres Vaters Haus hat viele Wohnungen, auch wenn manche davon im tiefen, dunklen Keller liegen.
01:05:07Und wenn wir von der Religiosität zum religiösen Wahn, das ist häufig nur ein kleiner Schritt.
01:05:13Was ist, wenn Kerkhoff recht hat?
01:05:16Jede Wahrheit hat ihre Zeit, seine ist noch nicht gekommen.
01:05:20Sie meinen, er kämpft gegen Windmühlen.
01:05:24Seine Thesen sind Anschläge auf das kirchliche Selbstverständnis.
01:05:27Der Kreuztod, die Wiederauferstehung, die Glaubwürdigkeit der Bibel, das ist ein Dogmen, das ist unveräußerlicher Bestand.
01:05:33Aber wissen Sie, andererseits, die Kirche ist eine uralte Institution.
01:05:39Die hat es im Laufe der Jahrhunderte gelernt, mit ihren Feinden zu leben.
01:05:43In gewisser Hinsicht brauchte sie doch sogar.
01:05:46Feinde schaffen das Profil.
01:05:47Die Kirche wird Kerkhoffs Buch bei bester Gesundheit überleben.
01:05:52Bleibt die Frage, ob Ihre heilige Firma das genauso sieht.
01:05:56Kerkhoff war zornig auf die Kirche, aber aus Liebe zu ihr.
01:06:00Zuletzt war er doch benal glücklich.
01:06:03Auch darüber, dass Sie seinen Thesen eine wissenschaftliche Grundlage geliefert haben.
01:06:07Fühlt er sich bedroht? Von wem?
01:06:08Nein, ach, nicht, dass ich wüsste. Nicht wirklich.
01:06:15Was halten Sie von Priester Karzmann? Sie kennen ihn doch.
01:06:18Ja, nein, eigentlich kenne ich ihn gar nicht.
01:06:26Ein paar davon gehören mir.
01:06:28Christophorus!
01:06:30Christophorus, komm mal her!
01:06:32Den da habe ich Christophorus genannt.
01:06:36Zieh deines Weges ohne Gefahr, kennen Sie doch.
01:06:39Tja, und dann gibt es noch Michael und Stephanus.
01:06:44Weiter können Sie mir nichts sagen.
01:06:49Hören Sie.
01:06:53Ich war Kerkhoffs Beichtvater.
01:06:55Ich habe Ihnen schon mehr gesagt, als das Beichtgeheimnis, das mir zugesteht.
01:07:14Ich suche Herrn Kolmar.
01:07:15Ja, Herr Dr. Kolmar ist unterwegs.
01:07:17Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
01:07:21Doch, Sie...
01:07:24Sie könnten ihm das hier geben.
01:07:30Er möchte mich bitte anrufen, es ist ziemlich dringend.
01:07:35Kennen wir uns nicht?
01:07:37Sie waren doch nur...
01:07:38Das ist bestimmt eine Verwechslung.
01:07:59Es gibt Schwierigkeiten.
01:08:01Was?
01:08:03Schwierigkeiten?
01:08:04Ich verstehe Sie sehr schlecht.
01:08:06Hallo?
01:08:08Ich kann das Geld doch nicht so schnell beschaffen.
01:08:11Geben Sie mir noch etwas Zeit.
01:08:12Was?
01:08:13Ich brauche noch ungefähr eine Stunde.
01:08:16Sie brauchen noch eine Stunde?
01:08:18Sie können ja so lange warten.
01:08:21Ja, warten.
01:08:22Verstehe.
01:08:23Oder Sie kommen morgen noch einmal.
01:08:24Hören Sie.
01:08:25Ich möchte das Geld heute noch.
01:08:27Haben Sie verstanden?
01:08:28Hallo?
01:08:29Hallo?
01:08:30Was soll ich aus Ihnen ein Märtyrer machen?
01:08:32Was?
01:08:32Märtyrer?
01:08:33Was reden Sie da für Zeugs?
01:08:35Äh?
01:08:36Ich habe...
01:08:36Ich habe keinen Empfang mehr.
01:08:37Ich lege jetzt auf und Sie rufen einfach noch mal an.
01:08:40Falls Sie mich jetzt noch hören.
01:08:41Ich lege auf.
01:09:02Dein Wille geschehen, im Himmel und auf Erden, von jetzt an uns, alle Ewigkeit.
01:09:07Vater, vergib mir.
01:09:10Vergib deinem dich liebenen Sohn.
01:09:26Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.
01:09:33Ich verdiene nicht mehr, dein Sohn zu heißen.
01:09:39Ich halte mich nur wie einen deiner Knechte.
01:09:44Ich war vor drei Tagen bei der letzten Beuchte.
01:09:50Ich bekenne meine Sünden vor dir, Vater.
01:09:55Ich habe anderen was vorgemacht.
01:10:00Ich habe gelogen.
01:10:03Ich habe jemanden umgebracht.
01:10:07Ich habe den Detektiv Martin Bialas umgebracht.
01:10:12Das waren meine Sünden.
01:10:16Vergib mir, Vater, meine Sünden.
01:10:20Das sind nicht alle deine Sünden.
01:10:23Du hast an der Glaubenswahrheit gezweifelt.
01:10:26Du hast die Auferstehung Christi geleugnet.
01:10:28Du hast gegen das Zölibat verstoßen.
01:10:30Das ist nicht wahr.
01:10:31Du hast andere angestiftet.
01:10:33Mich.
01:10:33Du hast mich mitschuldig gemacht am Tod eines Menschen.
01:10:36Was willst du noch von hier?
01:10:41Ich muss mit dir sprechen.
01:10:44Zu spät, Walter.
01:10:46Es ist zu spät.
01:10:55Wie lange kennen wir uns jetzt?
01:10:59Am Anfang, als du die Gemeinde übernahmst,
01:11:02da habe ich noch gedacht,
01:11:04den hältst du nicht lange, den treibt es bald um.
01:11:08Du warst mir immer sehr nah.
01:11:11Auch wenn ich dich nicht immer verstanden habe.
01:11:14Dein Verhältnis mit Caroline und dein Privatkrieg mit Kartsmann.
01:11:17Ich musste mich verteidigen.
01:11:18Kartsmann wollte mein Lebenswerk ruinieren.
01:11:20Walter, ich habe an dich geglaubt!
01:11:25Vielleicht habe ich deswegen nicht gemerkt,
01:11:27wie sehr du dich verändert hast in der letzten Zeit.
01:11:31Vielleicht wollte ich es auch gar nicht merken.
01:11:34Aber hör doch auf, dir für alles die Schuld zu geben.
01:11:37Was geschehen ist, das musste so geschehen.
01:11:40Weil es Gottes Wille war.
01:11:42Und weil ich es so wollte.
01:11:44Warum klingt in letzter Zeit alles so falsch, was du sagst?
01:11:47Selbst deine Reue ist ein Sakrileg.
01:11:49Weil sie nicht echt ist, weil sie nicht von innen kommt.
01:11:53Ich kann dir nicht vergeben weiter.
01:11:56Ich bin selbst schuldig geworden.
01:11:57Vor Gott und vor den Menschen.
01:12:00Was wirst du jetzt tun?
01:12:02Gehen.
01:12:02Ich stelle dich der Polizei.
01:12:09Das ist der Typ von gestern Abend.
01:12:11Hat er mich als Tochter beobachtet.
01:12:13Und jetzt ist er tot.
01:12:15Schon die Idee, was diese erfolgsversprechende Privatschüttelkarriere beendet haben könnte?
01:12:18Die größte Wahrscheinlichkeit Blausäure.
01:12:20Du brauchst nur zwei Komponenten.
01:12:22Kaliumzyanid und Schwefelsäure.
01:12:24Wenn sich das in der geschlossenen Telefonzelle verbindet,
01:12:26ist ganz simpel und leicht zu beschaffen.
01:12:34Guten Tag.
01:12:35Ach, gut, dass ihr kommt.
01:12:37Würde das mal an.
01:12:38Es ist unmöglich, einen Menschen zu kreuzigen, indem man seine Handteller fixiert.
01:12:43Die würden aufgrund des Zuggewichts des Körpers sofort ausreißen.
01:12:46Das heißt, so wie die Kreuzigung jahrhundertelang dargestellt worden ist, kann sie gar nicht stattgefunden haben.
01:12:51Die christliche Ikonografie kollidiert auch hier.
01:12:55Ist doch interessant, oder?
01:12:57Ja, zu mir.
01:13:00Karzmann.
01:13:02Hier, Kerkhoff, Du und das Mädchen.
01:13:07Hier, Kerkhoff.
01:13:12Kerkhoff.
01:13:13Opfer erkannt, Haller-Lie und zur Jagd geblasen.
01:13:17Von wann sind die ersten Bilder?
01:13:19Vom 19.
01:13:22Einen Tag drauf kamen uns die junge Karzmann nach Berlin.
01:13:28Das ist ein sehr heikiges Gelände, auf dem Sie da jagen wollen.
01:13:30Ohne Absprache mit mir tun Sie da keinen Schuss verstanden.
01:13:34Robert?
01:13:36Robert?
01:13:46Monsignor, ein Brief für Sie.
01:13:50Danke sehr.
01:13:5910.000 DM für das letzte Exemplar von Pfarrer Kerkhoffsbruch.
01:14:0521.30 Uhr, Grenzwägelag der Maschinenfabrik.
01:14:09Mein guter Freund.
01:14:1410.000 DM für Kerkhoffsbruch.
01:14:17Rucht uns?
01:14:18Der Wahn wartet.
01:14:20Ich komme, ich komme.
01:14:33Entschuldigen Sie bitte.
01:14:35Ist Monsignor Karzmann im Hause?
01:14:38Der ist leider schon abgereist.
01:14:40Aha.
01:14:45Ja, dann...
01:14:55Der Chef ist schon seit einer Stunde weg.
01:14:58Warum ist denn noch immer diese blöde Tür zu?
01:15:02Und Sie nutzen schamlos die Gelegenheit, das heranlose Schiff fünf Minuten vor dem Untergang zu verlassen?
01:15:07Grünbeinchen, das hätte ich nicht von Ihnen gedacht.
01:15:09Oh, das hätte ich beinahe vergessen.
01:15:10Hier für Sie.
01:15:11Was ist das?
01:15:12Keine Ahnung, hat jemand für Sie abgegeben?
01:15:14Ein Mann, nicht sehr groß, blond, eher unauffällig.
01:15:18Martin, wie auch was?
01:15:30Na, was Schlimmes?
01:15:32Wie man es nimmt.
01:15:33Bialas liegt jetzt jedenfalls in der Kühlkammer.
01:15:34Sehen Sie, der kam hier gleich so sonder...
01:15:37Entschuldigung, ich meine dich.
01:15:38Ich wollte sagen...
01:15:41Warum sollte ein katholischer Priester einen Privatdetektiv auf einen Kollegen ansetzen?
01:16:01Macher Eisold?
01:16:04Hallo?
01:16:34Verreise!
01:16:36Verreise!
01:16:54Keiner stirbt vor der Erfüllung seiner Aufgabe.
01:17:10Melde dich, Mädchen, melde dich!
01:17:23Ja?
01:17:24Nein, ich wollte gerade weggehen.
01:17:27Die haben weiter, ich muss zu ihm.
01:17:29Nein, ich kann nicht.
01:17:31Bitte, die bringen ihn um.
01:17:33In der alten Maschinenfabrik Grenzweg.
01:17:40Harald, hier, Robert.
01:17:42Du, aber hör zu, ich habe Pfarrer Eisold gefunden.
01:17:44Ich habe vom Kirchturm gesprungen.
01:17:45Ja, toll, ja, natürlich ist er tot.
01:17:47Ich denke, es ist Selbstmord, Scham, Verzweiflung, Mitschuld, was weiß ich.
01:17:50Du, pass auf.
01:17:51Komm bitte sofort in diese Maschinenfabrik, in diese alte Maschinenfabrik.
01:17:54Ja, genau da, wo wir Bialas gefunden haben, in der Telefonzelle.
01:18:04Ja, genau da, wo wir Bialas gefunden haben.
01:18:28Hallo?
01:18:31Hallo?
01:18:36Hallo?
01:18:37Hallo?
01:18:37Hallo?
01:18:37Hallo?
01:18:53Hallo? Ist hier jemand?
01:18:57Ich freue mich so, dass du gekommen bist.
01:18:59Walter, was machst du denn hier?
01:19:00Hast du das Manuskript dabei?
01:19:02Ja.
01:19:03Die Sicherheitsdiskette.
01:19:04Auch.
01:19:05Teig es mir.
01:19:12Gut.
01:19:13Sehr gut.
01:19:15Was soll denn das alles?
01:19:16Wo sind...
01:19:17Vertrau mir, Carolina.
01:19:18Wir müssen uns beeilen.
01:19:25Schnell.
01:19:26Dort hinauf.
01:19:26Komm mit.
01:19:27Komm.
01:19:28Komm.
01:19:28Fahr ein Stück zurück und warte.
01:19:30Mach das Licht aus.
01:19:51Ich verstehe das alles nicht.
01:19:53Erklär es mir bitte.
01:19:55Erklären?
01:19:56Kenn ich dir nicht.
01:19:57Du musst mir vertrauen.
01:19:58Wir haben das alles überstanden.
01:20:05Karzmann.
01:20:06Er ist gekommen.
01:20:19Karzmann ist gefährlich.
01:20:20Ich muss mich verteidigen.
01:20:23Aber warum sollte er dir etwas tun?
01:20:26Ja, verstehst du denn nicht?
01:20:28Er will mich mundtot machen.
01:20:29Fahrer Kerkhoff!
01:20:32Hier ist Robert Kolmer!
01:20:36Was wollen Sie denn hier?
01:20:39Gehen Sie weg!
01:20:40Mein Seniorer Karzmann ist nicht hier.
01:20:43Und ich glaube auch nicht, dass er kommen wird.
01:20:45Woher wissen Sie das?
01:20:46Ich habe Pfarrer Eisold gefunden.
01:20:48Gefunden?
01:20:48Was heißt das?
01:20:49Er ist tot.
01:20:50Nein!
01:20:51Caroline?
01:20:52Sind Sie in Ordnung?
01:20:55Herbert Eisold war mein Freund.
01:20:57Martin Berners auch?
01:20:59Mussten Sie ihr das jetzt sagen?
01:21:01Ist es das wirklich wert?
01:21:04Dr. Kolmer, ich dachte, Sie würden mich verstehen.
01:21:07Sie würden mir helfen.
01:21:08Und wir könnten vielleicht Verbündete werden.
01:21:11Als ich Ihnen helfen wollte,
01:21:13da haben Sie sich lieber selbst entführt.
01:21:15Walter sagt, dass das nicht wahr ist.
01:21:17Sie haben Ihre eigene Entführung inszeniert.
01:21:19Sie haben über Eisold diesen Bialas engagiert,
01:21:22damit er Ihre Verfolgung dokumentiert,
01:21:24die nie stattgefunden hat.
01:21:27Schauen Sie sich doch um.
01:21:29Schauen Sie sich um.
01:21:31Die Welt bricht auseinander.
01:21:34Es gibt keine Rituale mehr.
01:21:37Keine Werte.
01:21:38Keine Tabus.
01:21:39Nichts.
01:21:39Und die katholische Kirche, was tut sie?
01:21:42Sie sollte den Menschen Orientierung geben.
01:21:44Hilfe.
01:21:45Sie tut nichts.
01:21:47Ich habe versucht, Christus herunterzuholen.
01:21:50Aus dem Himmel weltfremder Anbetung.
01:21:54Ich habe mein halbes Leben damit verbracht.
01:21:58Ich kann mir das nicht nehmen lassen.
01:22:00Ich kann mir das nicht nehmen lassen.
01:22:02Aber Karlsmann will dein Buch doch drucken.
01:22:07So?
01:22:08Hat er das gesagt?
01:22:09Eine Prachtausgabe von 500 Exemplaren,
01:22:13die er verschwinden lassen kann?
01:22:15Die Kirche will die Wahrheit nicht.
01:22:18Sie will Macht.
01:22:19Wenn all dem tatsächlich so ist,
01:22:21und wenn Sie das alle so genau wissen,
01:22:23warum haben Sie dann aufgegeben?
01:22:25Warum haben Sie uns nicht gemeinsam weitermachen lassen?
01:22:28Wir hätten Ihre Theorie des Grabtures
01:22:30hieb- und stichfest machen können.
01:22:32Karlsmann ist nicht durch eine wissenschaftliche Analyse
01:22:34zu überzeugen.
01:22:36Man muss ihn zwingen.
01:22:38Indem man Unschuldige ermordet?
01:22:40Oder einen Tod treibt?
01:22:50Walter Kerkhoff,
01:22:51Pfarrer von irgendeiner Gemeinde in Berlin.
01:22:54Karolise, geh weg!
01:22:57Walter Kerkhoff,
01:22:58hier spricht die Polizei.
01:22:59Heben Sie jetzt langsam Ihre Hände über den Kopf
01:23:01und bewegen Sie sich nicht.
01:23:02Es sind Waffen auf Sie gerichtet.
01:23:04Sie haben keine Chance, Mann.
01:23:05Ich werde ein Zeichen setzen.
01:23:09Hände über den Kopf!
01:23:13Weg schießen!
01:23:15Weg schießen!
01:23:16Ich habe keine Angst um mich.
01:23:19Ich habe Angst um meine Kirche.
01:23:22Und ich habe eine Waffe.
01:23:25Hände über den Kopf!
01:23:26Tun Sie das nicht!
01:23:28Ah!
01:23:44Ich befehle meinen Geist in Deine Hände.
01:23:59Woher wusstest du es?
01:24:01Der Mord an Bialas war zu bizarr.
01:24:05Es ging um das Symbol, nicht um das Opfer.
01:24:08Dazu Situationsfehler, Ungereimtheiten,
01:24:11die leihnafte Explosion des Autos,
01:24:13das aufwendig unauffällige Abstellen des Entführerfahrzeugs
01:24:16und mit den etwas zu deutlich gelegten Spuren.
01:24:22Die Ermordung Bialas, der ahnte,
01:24:24dass mit ihm ein falsches Spiel gespielt würde.
01:24:26Der Selbstmord Eisholz, der merkte,
01:24:28dass er von Kerkhoff missbraucht und
01:24:30mitschuldig gemacht wurde.
01:24:31Mitschuldig am Tod von Menschen.
01:24:35Er hat also sein...
01:24:36Schließlich das Gefühl für Kerkhoff selbst.
01:24:38Das ist eine verzweifelte Situation.
01:24:41Er hat also sein Beichtvater Eisholz dazu gebracht,
01:24:43einen Detektiv zu engagieren.
01:24:46Und der hat eine Verfolgung dokumentiert,
01:24:47die er sich selbst organisierte.
01:24:52Da jedenfalls wird sein Buch ein Bestseller.
01:24:54Das Mensch, drei Tose im Namen einer Idee.
01:24:57Es sind für weiter schlechtere Ideen,
01:24:59weiter ist mehr Menschen gestorben.
01:25:00Es ist eine weit verbreitete Unsitte.
01:25:03Ja, ja, ist schon gut.
01:25:05Respekt für die Minderheit.
01:25:09Respekt für den, der im Boden liegt.
01:25:11Erst das wäre wahrhaft,
01:25:13humanistischer Fortschritt.
01:25:16Und der Schwindel mit dem Grabtuch?
01:25:18Was sind denn Schwindel?
01:25:19Vielleicht ist es wirklich das Grabtuch.
01:25:21Vielleicht ist Jesus wirklich nicht am Kreuz gestorben.
01:25:24Ja, im Himmel, jetzt fang nicht auch noch an.
01:25:25Wir haben alle die Gnade
01:25:26der letzten Erkenntnisse noch nicht erfahren unter uns.
01:25:29Ich hoffe auch, dass sie uns nie zuteil wird.
01:25:31Ich möchte wissen, woher du deinen Mutterwitz hast.
01:25:33Von meinem Vater.
01:25:44Was ist denn da?
01:25:46Ah, ah.
01:25:48Ah, na.
01:25:51Ah, na, bis wir da?
01:25:53Ah, na.
01:26:01Ah, na.
01:26:03Ah, na.
01:26:03Ah, na.
01:26:04Ja, Papa.
01:26:05Ich mag mal abbeißen.
01:26:08Bisschen leiser noch.
01:26:09Hallo?
01:26:11Wie war's?
01:26:12Wie immer.
01:26:13Doch, so schlimm.
01:26:17Ah.
01:26:19Schön, dass du wieder da bist.
01:26:22Soll ich dir eine Stule machen, oder sowas zu essen?
01:26:24Danke, nein, nein, nein.
01:26:25Ich hab überhaupt keine Hunger.
01:26:31Erzähl doch mal.
01:26:33Gab's Ärger, oder warum bist du schon wieder da?
01:26:35Mhm.
01:26:36Du kennst doch deine Ex.
01:26:37Aber diesmal ging's sogar.
01:26:38Ich hatte nur keinen Bock mehr.
01:26:39Und bei dir?
01:26:40Irgendwelche Katastrophen, oder nur der ganz normale Wahnsinn?
01:26:44Hm.
01:26:45Der ganz normale Wahnsinn, genau.
01:26:51Hm, wie spät ist das?
01:26:54Ähm...
01:26:54Was?
01:26:56Hm.
01:26:57Los, komm.
01:26:58Wo denn hin und was denn?
01:26:59Komm, mal eilig in 10 Minuten.
01:27:00Der Zimmer und die Stadt auf den Weg.
01:27:02Ich geh morgen mit dir ins Kino.
01:27:04Eher nicht.
01:27:04Nein, bitte.
01:27:06Halt, Telefon.
01:27:08Papa, du bist nicht da.
01:27:11Gibt es denn mich nicht?
01:27:12Robert Kollmer, ich bin gleich wieder da.
01:27:13Hoffentlich jedenfalls eine Nachricht nach dem Piep.
01:27:18Ich bin's, Judith.
01:27:19Robert, geh doch mal ran.
01:27:21Ich bin wieder da.
01:27:23Also, in Berlin.
01:27:24Ich stehe jetzt hier am Bahnhof Zoo.
01:27:25Und eigentlich könntest du mich jetzt hier abholen.
01:27:27Also, nimm schon ab.
01:27:30Na schon.
01:27:31Ich bin zurück.
01:27:32Ich bin abgehauen.
01:27:33Ich hab's einfach nicht ausgehalten zwischen diesen ganzen karrieregeilen Fachidioten.
01:27:37Okay.
01:27:38Außerdem hab ich dich vermisst.
01:27:40Robert?
01:27:41Ich melde mich morgen.
01:27:43Vielen Dank für die Nachricht.
01:27:45Aber jetzt reicht's.
01:27:52Ich gehe jetzt.
01:28:24Untertitelung des ZDF, 2020
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