00:00Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh!
00:01Ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha!
00:06Was ist denn los, wo willst du hin?
00:08Stadtratssitzung.
00:09Und wer melkt?
00:10Ja, du, oder?
00:12Ich muss auch ins Büro, wir haben Stromausfall.
00:14Ich weiß, seit gestern Nacht, Schatz.
00:16Solange hat's noch nie gedauert.
00:18Ich muss, Schatz.
00:19Pfüat di.
00:20Stadtrat, Stadtrat,
00:24so kann es nicht weitergehen.
00:30So ist deine Kuh, liebe ich dich, du bist prachtig meine Bestie, eine schöne Milch gibt
00:58es wieder.
00:59Bettina, du Süße, du feine Süße, ja, so ist es richtig.
01:15Ah, da sind Sie ja, morgen Herr Hofer.
01:18Ja, guten Morgen Herr Lindh, was machen denn Sie da um die Zeit?
01:22Ja, ich komme gerade aus Göttingen und dachte mir, vielleicht kriege ich ja bei Ihnen Frühstück.
01:25Ja, das können wir schon einrichten, die müssen jetzt fertig melken, wir haben heute
01:29Nacht ein Gewitter gehabt, Stromausfall, muss alles per Hand machen.
01:32Was per Hand, da werden Sie ja nie fertig.
01:34Na ja, es sei denn, Sie helfen mir dabei, haben Sie schon mal gemacht?
01:40Ihr Neppe hat es mir schon mal gezeigt, aber...
01:42Na super, dann setzen Sie sich mal da hin, machen bei der Betty weiter, die ist schon
01:46angemelkt, ich mache dabei Frühstück, dann komme ich wieder und mache mit der anderen
01:49fertig.
01:52Gut, meineswegen.
02:02Meche, guten Morgen, was willst denn du schon wieder?
02:07Wo ist das genau?
02:10Ja, ist gut, das kenne ich.
02:12Sind schon unterwegs, bis gleich.
02:14Herr Lindh, es gibt ein Eis.
02:18Ja.
02:19Sehr gut.
02:27Ganz gut.
02:28Siehst du, da ist noch ein bisschen los.
02:30Eiche, wo denn?
02:32Am Waldspitz hinten.
02:34Am Waldspitz, wo ist das denn?
02:35Das siehst du dann schon, so magere Ausbeute.
02:38Na ja, wir werden jetzt eh nicht mehr fertig, dann muss der Nachbar mal wieder ran, der
02:42Winkler Karl, das wäre jetzt das erste Mal.
02:46Ja, Karl, grüß dich.
02:48Du, es wäre mal wieder soweit, du müsstest aushelfen.
02:50Ich muss dringend weg, wir haben ein Leichen.
03:00Grüß Gott, Herr Hofer.
03:01Grüß Gott, Herr Schulz.
03:02Morgen, Herr Lindh.
03:03Morgen.
03:04Das ist alles, was er bei sich hatte.
03:06Ochsenwirt Prutting.
03:07Eine Wirtshausrechnung.
03:08Ja, aber die ist schon zwei Jahre alt.
03:10Das kann doch nicht sein, haben Sie sich nicht verlesen?
03:12Vielleicht doch, Herr Hofer.
03:13Der Tote ist tief eingefroren.
03:15Bitte Sie, Frau Doktor, wir haben fast 20 Grad.
03:18Ich weiß.
03:19Der Mann da jedenfalls war bis vor kurzem eingefroren, seit wann kann ich noch nicht
03:23sagen, aber vielleicht seit zwei Jahren.
03:26Eingefroren, das haben wir erst einmal gehabt.
03:29Vielen Dank, Frau Doktor.
03:31Ja, haben Sie noch was, Herr Schulz?
03:34Der Mann da hinten hat die Toten gefunden, er hat ausgesagt, dass die Armbanduhr der
03:40Leiche geklingelt hätte, etwa um 6.45 Uhr.
03:42Der weht, glaube ich, umsonst.
03:44Ich kümmere mich mal darum, ja?
03:45Ja.
03:46Das sieht so aus, als ob der Leichennamen hier begraben werden sollte.
03:49Die Erde ist noch ganz feucht, das kann kaum zwei Stunden her sein.
03:52Da ist einer gestört worden.
03:54Da müssen wir die Presse einschalten.
03:56Die Leichenöffnung ist zurzeit nicht möglich.
03:59Auch den genauen Todeszeitpunkt kann ich, unter dem wir hier zur Verfügung stehen,
04:02entmitteln, nicht feststellen.
04:05Da sind die Kriminalisten gefragt.
04:09Ihre Restaurantrechnung wird wahrscheinlich mehr zur Aufklärung beitragen als meine Kunst.
04:16Frau Doktor Kern, können Sie wenigstens was über die Todesursache sagen?
04:20Leider nein.
04:22Wir konnten den Mann noch nicht entkleiden.
04:24Er ist noch nicht ganz aufgetaut.
04:26Kann man das nicht irgendwie beschleunigen?
04:28Haben Sie eine Mikrowelle oder sowas?
04:32Der Tote wurde nach seinem Tod eingefroren.
04:35Die Kollegen von der Kriminaltechnik haben Blütenstaub an der gesamten Kleidung festgestellt.
04:42Von verschiedenen Blumen, aber das Ergebnis müsste in einer Stunde auf Ihrem Tisch liegen.
04:47Gut, danke.
04:52Stockl, ich wünsche dir einen wunderschönen guten Morgen.
04:56Danke.
04:57Ah, und?
04:59Was ist los?
05:00Meine neue Frisur.
05:03Frisur?
05:04Ja, steht ja echt ganz super, Stockl.
05:07Ja, und die Strähnen, die machen mich nicht alt.
05:10Ach so, nein, gar nicht. Ganz im Gegenteil.
05:13Morgen zusammen.
05:14Morgen.
05:15Morgen.
05:16Gibt's Kaffee?
05:17Ja, schon gemacht.
05:18Habt ihr auch einen Stromausfall gehabt?
05:19Ja, also bei uns im Ort schon. In Rosenheim haben sie gesagt, nicht.
05:22Also das Radio hat das gesagt. Und bei Ihnen?
05:24Dumme Frage, Frau Stockl.
05:26Was ist mit den Vermisstenmeldungen?
05:28Nichts. Keiner in dieser Altersgruppe.
05:30Ihr wisst aber schon, dass der Fundort nicht der Tatort war?
05:34Nein.
05:35Bitte denkt's doch einmal nach. Die Temperaturen gestern Abend waren voll zu warm.
05:39Echt?
05:43Zu Recht.
05:44Könnten Sie herausfinden, warum die Uhr des Toten geklingelt hat,
05:48wenn sie keiner mehr aufgezogen hat seit zwei Jahren
05:50und die Batterie eine Kälte wie diese nicht überlebt hätte?
05:55Lieber Herr Lind, die Sonne bringt es an den Tag.
05:59Es handelt sich nämlich um eine Solaruhr.
06:02Und wie die Sonne drauf geschienen hat, da ist wieder losgegangen.
06:05Alle Achtung.
06:06Gell, der Schatz, was ich alles weiß.
06:08Wenn ich auch was sagen darf.
06:10Der Stromausfall.
06:11Ist der nicht schuld, dass Sie den Mann in den Wald gebracht haben?
06:14Was meinen Sie denn, Herr Hofer?
06:15Durchaus, Frau Stockl. Da könnten Sie recht haben.
06:18Jetzt müssten wir halt genau wissen, in welchem Bereich der Strom ausgefahren ist.
06:22Das würde uns die Ermittlungen unglaublich erleichtern.
06:24Da bin ich dran.
06:25Die Stadtwerke rufen in einer guten halben Stunde zurück.
06:28Das sind ja richtig in Form, Sie beide heute Morgen.
06:31Das ist ja der Wahnsinn.
06:32Die brauchen uns gar nicht mehr.
06:33Nein, dann gehen wir jetzt wohl besser.
06:35Genau. Und zwar in Ochsenwirt. Auf geht's.
06:37Ja, weiter.
06:4017 Schnitzel-Varianten, so ein Schmarrn.
06:43Ich wäre schon froh, wenn die ein gescheites Wiener Schnitzel hätten.
06:46Kann ja nicht eine Delikatesse sein, wenn es richtig gemacht ist.
06:49Aber das findest du ja total selten.
06:50Ja, das ist schon ein guter Hof, aber wir müssen, ja?
06:52Ja, schlecht.
06:5470.
06:56Das ist der Mann vom Ordnungsamt.
06:59Vom Ordnungsamt?
07:00Genau. War der nicht aus Wildenwart? Oder aus Fraßdorf?
07:05Ach, der vom Ordnungsamt, der war doch letzten Monat erst da.
07:08Ach, nicht der Junge. Der Alte, der in Pension ist.
07:11Der, wo mit dem Dachsenberger immer gekommen ist zum Essen.
07:14Wer ist Dachsenberger?
07:15Ach, der Viech-Doktor halt.
07:17Gut, wo finden wir denn diesen Tierarzt?
07:20In Rosenheim. Lieber soll der wohnt.
07:22Wir möchten gerne zu Dr. Dachsenberger.
07:24Sind Sie angemeldet? Ich kenne Sie gar nicht.
07:28Dann kriegen Sie hier was zum besseren Kennenlernen.
07:32Ach so, ja. Also, wenn Sie im Wartezimmer Platz nehmen möchten, es ist noch jemand drin.
07:49Grüß dich.
07:50Grüß einer.
07:51Servus.
07:53Ah, wie heißt der denn, der kleine Matz?
07:56Olli. Wegen dem Olli vom FC Bayern.
07:59Schwerhunde-Olli, gell? Oder Kaninchen.
08:02Herr Lindh, bitteschön. Und Herr ...
08:05Hofer.
08:07Und die Besten für das Olli, gell? Bitte.
08:10Eigentlich bin ich schon seit einigen Jahren in Pension.
08:12Aber die Leute fragen mich immer wieder, ob ich nicht auch weiter in ihre Tiere behandeln könnte.
08:17Ach so, ich verstehe.
08:18Mich schon bewundern, warum draußen dransteht, Termine nur noch Absprache.
08:22Das war auch nötig. Ich nehme nur noch die, die ich auch kenne.
08:26Naja, das Mädel draußen, die sind schon seit zwei Generationen bei mir.
08:30Mir tut's auch gut. Was soll ich den ganzen Tag zu Hause?
08:33Ich bin schon seit 15 Jahren Witwer.
08:35Naja, wie die Zeit vergeht.
08:37Mein Neffe war da mal mit seinem Hamster bei Ihnen.
08:40Das muss so 95, 96 gewesen sein.
08:43Das würden Sie jetzt nicht mehr kennen.
08:45Können Sie mal erkennen, diesen Mann hier.
08:48Der Anton. Der Anton Thalhauser. Ist der tot?
08:52Ja, ist der beleidigt. Ich konnte nicht ahnen, dass Ihnen das so nahe geht.
08:56Wir waren Freunde. Sehr gute Freunde.
09:00Wann haben Sie denn den Herrn zum letzten Mal gesehen?
09:03Das muss zwei Jahre her sein, ungefähr.
09:07Ja, beim Schachspielen.
09:08Und seit zwei Jahren haben Sie nichts mehr von ihm gehört?
09:11Natürlich nein. Nichts.
09:13Haben Sie das nicht verwundert?
09:15Ja, natürlich. Aber ich dachte erst, er sei böse auf mich,
09:19weil er an diesem Abend beide Spiele verloren hat.
09:22Aber dann habe ich gehört, er sei nach München gezogen.
09:25Zu Natascha.
09:27Natascha? Wer ist das?
09:29Das ist eine junge Dame, die arbeitet dort.
09:32Sie ist in München.
09:33Natascha, wer ist das?
09:35Das ist eine junge Dame, die arbeitet dort in einem Lokal.
09:39In einem Club. In einem Nachtclub.
09:42Wie heißt der dann?
09:44Genoux. Ist in der Nähe vom Hauptbahnhof.
09:46Der war richtig verschossen in die Kleine.
09:48Also die Kleine da draußen?
09:50Verdammt nochmal, Sandra! Wie oft soll ich dir sagen, du sollst anklopfen?
10:00Das Mädchen heißt Judith.
10:04Was will sie denn?
10:06Die Judith möchte ein Bonbon.
10:08So eins wie beim letzten Mal, hat sie gesagt.
10:14Die andere.
10:16Entschuldigung.
10:23Komm in, Nilsen.
10:25Wo waren wir? Achso, bei Natascha.
10:28Hat Ihr Freund Ihnen gegenüber dann mal erwähnt, dass er zu dieser Natascha ziehen will?
10:31Nein, eher nicht, aber sein Sohn hat es mir gesagt.
10:34Der wohnt in Umratshausen.
10:37Ganz bemüht, René.
10:39Ja, ich habe auch ein paar Mal da angerufen, nachdem der Anton sich nicht mehr gemeldet hat.
10:43Und der Sohn, der heißt übrigens auch Anton,
10:46der hat gesagt, dass sein Vater wahrscheinlich zu dieser Frau gezogen ist.
10:50Nach München.
10:52Woran ist er denn gestorben?
10:54Das wissen wir noch nicht.
10:56Er wurde im Wald gefunden.
10:58Wie?
11:00Vor zwei Jahren?
11:02Heute Morgen.
11:05Was?
11:07Also mit Anton Thalhausen.
11:13Ja, ganz genau. Diesmal der Sohn und der wohnt in Umratshausen.
11:16Ah, das kenne ich. Das ist in der Nähe von Kobinian.
11:19Ja, und wenn Sie da ein bisschen Gas geben würden, das wäre schön.
11:21Ja, ist schon richtig. Das machen wir.
11:23Moment, Herr Mohr, noch was.
11:25Und zwar suchen wir eine junge Frau, Anfang 30, heißt Natascha oder zumindest wird sie so genannt.
11:29Und wie noch?
11:31Keine Ahnung, sie soll in einem Nachtclub in München arbeiten, irgendwo in der Nähe vom Bahnhof.
11:36Chez Nou heißt das Lokal. Wenn Sie gleich mal anrufen würden, bitte.
11:39Wer ist das? Genie?
11:41Sie sind ein Genie, ja. Chez Nou.
11:43Also Schule, Emmel, Emmel.
11:45Das ist französisch. Das schreibt man so.
11:50Ach so, Chez Nou. Warum sagst du das nicht gleich, Herr Lind?
11:53Gut, alles klar. Bis dann.
11:55Ja, ist recht. Ende.
11:57Entschuldige, Preußen. Französisch geht nicht, aber kein Deutsch.
12:00Du meinst bayerisch, Michi. Und Hochdeutsch kann der besser als wir.
12:04Ja, aber ich wollte immer weg von Göttingen. Jetzt soll sich mal ein bisschen anstrengen.
12:07Was meinst du? Soll ich vielleicht doch wieder zu meinem alten Friseur?
12:11Stopp, mir gefällt's.
12:13Bei dir weiß ich nicht so genau, wie du das meinst.
12:16Herr Jesus Maria und Josef, was machen Sie denn für...
12:21Hier, das Essen.
12:23Niemand da?
12:25Was soll mir jetzt niemand...
12:27Nein, aber sonst ist keiner...
12:29Fitnesssalat? Was haben wir denn heute für einen Namen? Einen Städtenamen vielleicht?
12:33Fitnesssalat, Schweinebraten.
12:35Und?
12:37Ich hoffe, Sie waren alle zufrieden.
12:39Es war mir ein Vergnügen, für die Krippe Rosenheim zu kochen.
12:42Was reden Sie so komisch?
12:44Ich habe mir genau überlegt, was ich am letzten Tag sage.
12:46Hat die Kantine wieder offen?
12:48Und warum sagt man das?
12:49Liegt's an der Frisur?
12:51Ich gehe dann jetzt mal.
12:55Wiederschauen, Herr Weisen.
12:57Wiederschauen.
13:20Frau Thalhauser?
13:22Ja?
13:24Guten Tag, mein Name ist Lindh, Krippe Rosenheim, das ist mein Kollege Herr Hofer.
13:28Hätten Sie gern frische Eier, ein Gemüse oder einen Honig?
13:31Nein, es geht um Ihren Schwiegervater, den Anton Thalhauser.
13:35Der Opa, der ist schon lange nicht mehr da, der ist in München.
13:38Haben Sie da eine Adresse vielleicht?
13:40Nein, ich weiß nicht, wo er ist.
13:42Er ist in München.
13:44Er ist in München?
13:46Ja.
13:47Haben Sie da eine Adresse vielleicht?
13:49Nein.
13:51Der Vater hat den Kontakt zu uns ganz abgebrochen.
13:54Was wollt's denn von ihm, hat er was ausgefressen?
13:56Verena, ist was?
13:58Polizei! Sie wollen zum Pap?
14:00Grüß Gott.
14:02Aha.
14:04Um was geht's denn?
14:06Können wir das drinnen besprechen?
14:08Da, schau.
14:10Der Papa, schlecht schaut er aus.
14:13Schrecklich.
14:18Im Wald haben sie ihn gefunden, haben sie gesagt.
14:21Sagen Sie, Herr Thalhauser, nur aus Neugier.
14:24Mit wem verdienen Sie eigentlich Ihren Lebensunterhalt?
14:28Auf dem Hof, wir haben ja alles.
14:31Wir haben ein paar Kühe, drei Schafe, Obst, Meers, einen Kräutergarten.
14:35Dann haben wir den Hof verkauft, die Kinder machen die Tierpension.
14:39Das Auto fährt bis selbst zu Branden, oder wie?
14:41Wie jetzt halt Strom, Müllabfuhr, Reparaturen.
14:44Wir kriegen ja Arbeitslose.
14:46Gehst du mal her, du Mistvieh.
14:48Sozialhilfe eigentlich.
14:50Was, Sie alle?
14:52Ja.
14:54Trasche.
14:56Wir brauchen ja nicht so viel wie wir zwei, wir rauchen nicht nur die Kinder.
15:00Ich war ja bei der Stadtarbeit, da hat mich der Vater untergebracht.
15:04Aber wissen Sie, im Büro.
15:07Das ist nix.
15:09Aber Ihr Vater hat doch hier im Haushalt gewohnt, ja?
15:11Und wenn er beim Ordnungsamt in Rosenheim tätig war,
15:14dann hat er ja bestimmt auch eine ganz gute Pension eingebracht, oder?
15:17Ja, nehme ich schon.
15:19Aber wissen Sie, der Papa war ja ganz anders als wir.
15:21Der war, ja, super pingelig.
15:24Also irrsinnig korrekt war der.
15:26Wissen Sie, wie man sowas nennt?
15:28Sie lernen das gleich sagen?
15:30Analer Zwangscharakter.
15:32Echt, hab ich nachgeschlagen.
15:34Putzdeutsch, ja gut, deutsch.
15:36Der Papa hat die Wirtshäuser kontrolliert,
15:37die öligen Fritteusen, die undichten Zapfhähne,
15:40vergammelte Bierschleich, das ganze Graffi.
15:42Für mich wär das ja nix.
15:44Ihm hat's getaugt.
15:46Freilich.
15:48Wo hat Ihr Vater gelebt, bevor er verschwunden ist?
15:52Wo noch?
15:55Da.
16:08Sieht fast so aus, als ob Sie ja gar nichts verändert hätten,
16:11seit Ihr Vater weg ist.
16:13Na, null. Das sollte alles so bleiben.
16:21Wissen Sie, es hätte ja sein können, dass er wieder zurück will.
16:25Sie sehen ja die totale Ordnung.
16:27Bis auf den Staub vielleicht.
16:29Einfach war das nett mit dem, wenn da einer was angerührt hätte.
16:33Ach, bevor ich's vergesse,
16:35haben Sie vielleicht noch ein anderes Foto von ihm?
16:38Ja, in der Stube.
16:40Ich hol's Ihnen.
16:42Danke, ich komm gleich mit runter.
16:44Frau Tollhäuser, haben Sie eine Kühltruhe?
16:46Ja.
16:49Ach, Gott sei Dank, hab ich vergessen.
16:51Das wär noch kein Strom.
16:53Sie haben alles ausräumen müssen.
16:55Ich hab die ganze Nacht schon keinen Strom gehabt.
16:57Das ist alles aufgetaut.
16:59Ich weiß nicht, 20 Händler,
17:00ich weiß nicht, wie viele Cutlets.
17:02Die Sachen von Mr. Freud, kennen Sie den?
17:05Der fährt immer drunter, da kaufen wir oft was.
17:07Den ganzen Fisch und das Eis.
17:09Meistens eine Vanille, dann eine Fiat Rebecca.
17:11Dann eine, die mag das nämlich nicht.
17:13Da kaufen wir dann eine Pistazie, Holzfäller, Brot, Pizza.
17:15Alles haben wir wegschmeißen müssen.
17:17Das Ganze klumpert.
17:19Das ist eine ganze Menge.
17:21Haben Sie nicht irgendwas vergessen?
17:23Gibt's noch andere Kühltruhen im Haus?
17:31Rebecca, Daniel.
17:33Der Opa ist tot.
17:35Echt? Wahnsinn.
17:38Der Mann hier, der ist von der Polizei.
17:42Grüß Gott.
17:44Osa, grüß Gott.
17:46Grüß Gott.
17:48Der Hund bleibt zwei Wochen hier.
17:50Wir besitzen ihn nicht mehr.
17:52Wir müssen ihn abholen.
17:54Wir müssen ihn abholen.
17:56Wir müssen ihn abholen.
17:58Wir müssen ihn abholen.
18:00Er sitzt jetzt in seinem Urlaub.
18:02Schweinefleisch kriegt er keins.
18:04Gut.
18:06Herr Hofer.
18:08Ja.
18:10Eine ganz normale Kühltruhe, viel zu klein.
18:12Ich hab's Ihrem Kollegen schon gezeigt,
18:14dass er, wenn wir alles putzen müssen, gestunken hat.
18:16Das ist eine Wahnsinn, so eine Sauerei.
18:18Ja, Sachen gibt's.
18:20Sie entschuldigen mich mal kurz.
18:22Hoffentlich richten die das heute in der Nacht noch.
18:24Ich möchte gern den Krimi schauen.
18:26Ja, die wissen es genau deswegen.
18:27Deswegen hab ich auch sofort bei der Elektrizitätsgesellschaft angerufen.
18:29Und jetzt stellen Sie sich einmal vor,
18:31die wollen den Schaden nicht übernehmen.
18:33Die haben ihn aber verursacht.
18:35Also wenn's sein muss,
18:37dann geh ich bis nach Berlin vor den Bundesgerichtshof.
18:39Karlsruhe.
18:41Was?
18:43Der Bundesgerichtshof ist in Karlsruhe.
18:45Ach, genau.
18:47Frau Thalhauser,
18:49sind Sie gut?
18:51Kommen Sie mal bitte.
19:05Frau Thalhauser,
19:07ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten,
19:09jeder wie er mag.
19:11Aber ich hab das Gefühl,
19:13dass nichts in dem Haus so sauber ist,
19:14wie die beiden Truhen.
19:16Hab ich dem Kollegen schon erklärt, warum.
19:18Ach, der Stromausfall, ja?
19:20Ja, genau.
19:25Warum haben Sie die beiden Kühltruhen nicht erwähnt?
19:27Ich hab sie ausdrücklich gefragt.
19:29Sie haben doch nur gefragt,
19:31ob noch welche im Haus sind.
19:33In denen sind doch nur die Sachen
19:35für den Hochverkauf drin.
19:37Das, was die als Frischware verkaufen, ja?
19:40Ja, servus, Michi.
19:42Pass auf,
19:44sei so gut und nimm dir mindestens zwei Leute
19:46von der Kriminaltechnischen
19:48und komm hierher.
19:50Ja, ist recht.
19:52Wohin denn eigentlich?
19:54Entschuldige,
19:56zum Thalhauser Hof nach Umbrandtshausen.
19:58Ja, und nimm den Lieferwagen mit, den großen.
20:00Aha, für was?
20:02Für zwei Gefriertruhen,
20:04so ungefähr Sarggröße.
20:06Aha, haben wir das schon?
20:08Nein, Michi, wir haben zwei Kühltruhen,
20:10sonst nix im Moment.
20:12Aha.
20:14Michi,
20:16du, was anderes,
20:18weiß die Frau Doktor Kern schon was Neues?
20:20Nein, nicht von morgen früh, sagt sie.
20:22Was, wieso?
20:24Wieso, weil der noch nicht ganz aufgetaut ist.
20:26Na ja, gut.
20:28Also dann, Michi, servus, gell?
20:30Zitte, Ende.
20:45Ist das die Vorspeise?
20:47Vor- und Hauptspeise.
20:49Also teilst du gut ein.
20:51Sehr witzig.
20:53Du musst von deinem Gewicht runter, Schatzl.
20:55Ich bin dir also zu dick?
20:57Nein, aber ich mach mir Sorgen um deine Gesundheit.
21:00Ach so.
21:02Na ja, das ist lieb von dir.
21:04Siehst du's?
21:06Und wenn du so eine Zeit durchhältst,
21:08dann bist du bald wieder so schlank wie früher.
21:10Ja, nicht dass ich vom Fleisch fall.
21:12Sie haben recht gehabt mit ihrer Vermutung.
21:14Der Talhauser ist bei seinem Sohn gemeldet
21:16und die Pension geht immer noch aufs Konto vom Senior.
21:18Und Sie haben wie immer nichts gehört?
21:20Wie immer nichts gehört?
21:22Talhauser, meinen Sie den vom Ordnungsamt,
21:24der vor zwei Jahren ganz plötzlich verschwunden ist?
21:27Was weißt denn du da drüber?
21:29Der ganze Stadtrat hat sich das mal drüber zerrissen.
21:31Die meisten haben den noch kennt.
21:33Es hieß, er hätte ein Junge Geliebte.
21:35Na ja, das ist ja nun erst mal nichts Außergewöhnliches, oder?
21:38Bei dem schon, das war ein totaler Saubermann.
21:41Ein Pedant, wie er im Buche steht.
21:43Für den Talhauser waren die Hygienevorschriften
21:45das, was für die anderen die Bibel ist.
21:47Also wenn zum Beispiel am Küchenboden ein Fettfleck war
21:50oder die Abdeckung von der Kühltröhre verrutscht.
21:53Kühltröhren?
21:55Ja, als Beispiel halt ihr jetzt. Wieso?
21:58Äh, nix, nur so.
22:00Was weißt du denn über die Geliebte?
22:02Eigentlich nix. Eine Barfrau aus München hat's geheißen.
22:04Ist der wieder aufgetaucht?
22:06Ja, gewissermaßen.
22:08Also, aufgetaut.
22:13Herr Hofer, da drinnen sitzt die Frau Klingelhöfer.
22:16Das freu ich mich für Sie.
22:18Da drin sitzt der Michi, der wartet auf mich.
22:20Der hat was Wichtiges.
22:22So, das wäre der Herr Hofer gewesen,
22:24aber sein Kollege, der Herr Lindh, der müsste eigentlich jeden Moment,
22:27ja, und wenn man vom Teufel spricht, geht er, kommt er schon.
22:29Herr Lindh, da drinnen sitzt die Waltraud Klingelhöfer.
22:32Ich muss in die Pathologie, ich bin gleich zurück.
22:34Weil auf der Hose von dem Talhauser wurden Spuren von Moosröschen,
22:40vielblütiger Weißwurz, Seidelpast, Waldfeilchen, Chrysanthemen und Immergrünen gefunden.
22:50Vom Waldboden kann es aber nicht sein.
22:52Nein, also höchstens von einem Waldfriedhof.
22:54Aber in einer von den Tiefkühltruhen, da wurden Spuren von exakt denselben Blüten gefunden.
23:01Die haben die Truhe als Sarg benutzt, mit Blumenschmuck und allem drum und dran.
23:05Richtig. Und außerdem haben sie noch Faserspuren vom Anzug vom Talhauser gefunden.
23:09Das ist sichergestellt. Und zwei Kopfhörer.
23:12Jetzt besteht also kein Zweifel, wo der Mann die letzten zwei Jahre gelegen hat.
23:15Nein, weil in den anderen Tiefkühltruhen, da war wirklich Fleisch drin.
23:20Also von Tieren. Händl waren drin, Schweine sind in allen Variationen,
23:25Waldwürste, Rinken und Karpfen und eingefrorene Säcke, die in der Gulasch pöffeln.
23:31Wo ist eigentlich der Speiseplan?
23:33Ja, da, wo er immer ist. Über der Theke von der Kantine.
23:36Macht das nicht der Bad?
23:37Nein, die Kantine ist jetzt fertig und wir essen wieder klassisch.
23:41Gott sei Dank.
23:44Der Herr Talhauser ist umgebracht worden. Der Kehlkopf ist eingedrückt.
23:49Das überrascht mich jetzt ein bisschen. Können Sie was zur Tatwaffe sagen?
23:54Leider nein, aber sehen Sie mal hier, dieses merkwürdige Muster. Können Sie was damit anfangen?
24:01Mein Kollege und ich, wir haben lange darüber saniert.
24:05Keine Ahnung, sieht aus wie ein Kronkorken vielleicht. Komisch.
24:12Vielleicht können wir ja auch zu zweit noch ein wenig weiter sanieren heute Abend.
24:16Was halten Sie von bretonischen Austern?
24:18Austern? Herr Lindh, es ist so wenig ich an lebenden Körpern rumschnippel, so wenig esse ich lebende Tiere.
24:27Wir könnten ja was anderes essen.
24:30Ja, jederzeit, was und wo Sie wollen.
24:34Sagen wir halb acht am Times Square?
24:40Ja, aber der Andron Talhauser Junior, der war vorbestraft wegen einer Schlägerei.
24:45Schlägerei zwischen 60ern und Bayern-Fans. Er war bei den 60ern.
24:48Der 60er-Bomber? Da schau her. In gewisser Weise spricht es ja viel.
24:52Ja, aber was nicht viel entspricht, sind die Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte von seinem Vater.
24:56Die sind nämlich weitergegangen, wie der alte schon tot war.
24:58Ja, da schau her.
25:00Ja, das ist komisch, aber immerhin München. Was ist hier los?
25:01Das heißt, er ist entweder immer selber hingefahren an München, oder es war seine seltsame, geheimnisvolle Geliebte, die Natascha.
25:09Herr Hofer, kommen Sie. Auf geht's.
25:12Herr Lindh, die Frau Klingelhöfer.
25:15Wir müssen leider weg, Frau Stocker.
25:17Herr Hofer!
25:19Sie haben es doch gehört. Schauen Sie lieber, dass Sie mal diese Natascha auftreiben.
25:21Aber die Frau Klingelhöfer ist die Natascha.
25:24Ach so? Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?
25:26Ja, das ist er, der Toni. Ganz lieber war das.
25:29Sagen Sie, Frau Klingelhöfer, in dem Zeitungsartikel war gar kein Name genannt.
25:35Wie kamen Sie denn drauf, dass es sich bei dem Toten um den Herrn Thalhauser handelt?
25:39Na, die Uhr mit dem Westminster läuten, dann ist er plötzlich gar nicht mehr gekommen.
25:43Und der Rolli, er hat fast immer Rollkragenpullover angehabt.
25:47Wann ist er denn zum letzten Mal gekommen?
25:49Das war...
25:50Sagen Sie mal, Sie glauben ja wohl nicht, dass ich...
25:53Also, ich habe mit dem, seinem Tote, überhaupt nichts zu tun, ja?
25:55Nein, nein, das sagt ja niemand.
25:57Kann es sein, dass der Herr Thalhauser mal für eine Zeit bei Ihnen gewohnt hat?
26:01Wie denn? Der ist doch gar nicht mehr gekommen. Ohne mir was zu sagen.
26:09Frau Stocker, werden Sie so lieb? Sonst kennen wir das ein.
26:12Selbstverständlich.
26:14Frau Klingelhöfer!
26:16Frau Stocker!
26:17Sonst kennen wir das ein.
26:19Selbstverständlich.
26:21Gefällt es Ihnen nicht?
26:23Meine neue Frisur?
26:25Doch, natürlich.
26:27Total hübsch, gell?
26:29Toll, wie immer.
26:32Schön, weiter so.
26:48Guten Morgen.
26:50Guten Morgen.
26:52Das war der Brieftrigger, ich habe was im Internet bestellt.
26:55Tja, müssen wir Sie leider enttäuschen.
26:57Ist gut.
26:59Morgen, Herr Thalhauser.
27:01Guten Morgen.
27:03Bringen Sie die Kühltruhe noch?
27:05Leider nicht, wir hätten noch ein paar Fragen.
27:07Hätten Sie einen Kaffee für uns?
27:09Ja, dann kommen Sie rein.
27:11Danke.
27:13So ganz habe ich das noch nicht verstanden, wie Sie das finanziell packen, Herr Thalhauser.
27:21Das Haus gehört uns.
27:23Also das ist das Elternhaus von meiner Frau.
27:25Die Tiere gehören auch uns.
27:27Verstehen Sie, wir sind Selbstversorger.
27:29Was wir brauchen, haben wir im Garten.
27:31Die Stütze haben wir auch noch.
27:37Und die Rente vom Abbau, oder?
27:38Stimmt.
27:40Die hat er uns überlassen.
27:42Er hat sie nicht gebraucht.
27:44Der Opa hat schon immer sehr an Daniel und mir gehangen.
27:47Das war schon immer so.
27:49Ja, richtig verwöhnt hat er die zwei.
27:51Hören Sie mal, jetzt kann man sagen, dass wir die Kühltruhe brauchen.
27:55Die brauchen wir langsam wieder.
27:57Was ist denn damit?
27:59Ist noch jemand gestorben?
28:02Also, wer war es von euch?
28:04Gut, dann kommen Sie zuerst einmal mit.
28:07Das wäre ich?
28:10Natürlich Sie.
28:12Und Sie auch.
28:14Und Sie beide ebenfalls.
28:16Ja, bitte schön langsam, nicht dringend.
28:19Wenn ich was überhaupt nicht ausstehen kann, dann ist das,
28:22wenn man versucht, mich für dumm zu verkaufen.
28:26Also, wie gesagt,
28:28wir brauchen die Kühltruhe.
28:30Also, wie gesagt,
28:32der Pap war schon tot,
28:34als meine Frau morgens ins Zimmer gekommen ist.
28:38Ihr Pap ist umgebracht worden,
28:40und zwar wegen seiner Pension und seines Sparkontos.
28:48Das muss doch ganz schön umständlich für Sie gewesen sein, hm?
28:51Immer nach München reinzufahren und Geld abzuheben.
28:54Aber es musste ja sein, damit jeder glaubt, dass er noch lebt, nicht wahr?
28:57Herr Thalhauser,
28:59wollen Sie warten, bis wir die Kreditkarte gefunden haben?
29:09Der Opa hat den Fernseher immer ziemlich laut laufen,
29:13weil er kein Hörgerät tragen wollte.
29:15Meine Mutter hat dann nach oben gerufen und hat gesagt,
29:18du kannst doch mal ein bisschen leiser machen.
29:20Aber das hat er nicht gehört.
29:22Und als ich gerade zu ihm rauf wollte,
29:23hat er den Fernseher ausgemacht.
29:26Dann habe ich ihn nur noch tot gesehen.
29:28Am nächsten Tag.
29:30Ermordet, meinst du?
29:36Dein Vater war ja schon einmal wegen Körperverletzung dran.
29:40Dem sitzt die Hand recht locker, oder?
29:43Mein Vater hat nichts gemacht.
29:45Weißt du, Rebecca,
29:47wir haben ziemlich viel Erfahrung mit sowas.
29:49Wer einmal zuschlägt,
29:50schlägt meist auch ein zweites Mal zu.
29:52Das ist eine Frage des Charakters.
29:54Ich bin mir sicher, dein Vater hat das nur für euch gemacht.
29:57Mit der Pension vom Opa seid ihr fein raus,
30:00da muss keiner mehr arbeiten.
30:02Ist doch so, oder?
30:04Er kann es gar nicht gewesen sein.
30:06So, warum nicht?
30:09Weil ich es war.
30:12Grüß dich, Herr Dr. Hepp.
30:14Sie kommen genau richtig.
30:16Wir haben ein Geständnis.
30:17Und zwar in 5 Minuten.
30:19Große Klasse, Herr Hofer.
30:21Gleich morgen früh rufe ich Staatsanwalt Rüger an.
30:23Wirklich, tolle Arbeit.
30:28Sie gestatten, Herr Lindh,
30:31Frau Thalherser,
30:33ihre Tochter hat zu ihm gestanden,
30:35ihren Großvater getötet zu haben.
30:37Die Rebecca, unmöglich.
30:39Das ist unmöglich.
30:41Die sagt das nur, weil sie mir...
30:48Ich habe ihn erwürgt.
30:52Mit dem Kissen habe ich ihn erwürgt.
30:57Er stickt, meint er sich.
30:59Ja, genau.
31:01Ich habe ihm das Kissen so lange aufs Gesicht gedrückt,
31:03bis er tot war.
31:06Sehr interessant, Frau Thalherser.
31:08Ich bin sicher, Ihnen fällt noch was Besseres ein.
31:10Wir haben ja Zeit.
31:18Ihre Schwester hat gestanden,
31:20dass sie ihren Großvater erdrosselt hat.
31:22Die Rebecca?
31:24Völliger Schwachsinn.
31:26Meine Schwester kann sowas gar nicht.
31:28Schön, und wer kann dann sowas?
31:30Ich.
31:32Ich was.
31:34Dachte ich mir fast.
31:36Etwa auch mit dem Gürtel vom Bademantel?
31:39Na...
31:41Ich habe ihm was ins Essen getan.
31:44Rattengift.
31:45Das haben wir auch im Keller.
31:47Das können Sie auch nachprüfen.
31:52Frau Doktor?
31:54Also, mir reicht's jetzt.
31:57Ich habe Hunger. Können Sie mir etwas empfehlen?
32:00Ganz klar die Austern.
32:02Finkler oder Belon,
32:04heute direkt mit dem Flieger aus Paris eingetroffen.
32:09Das ist nichts für mich.
32:11Haben Sie etwas weniger Glitschiges?
32:13Na prima.
32:15Bisher haben sie uns vier verschiedene Tötungsarten angeboten.
32:18Alles dabei. Nur kein Schlag auf den Kind.
32:21Ich hab's dem Herrn Hofer schon gesagt.
32:23Tolle Arbeit.
32:25Staatsanwalt Krüger wird Augen machen.
32:27Allerdings.
32:29Der meinte nämlich,
32:31das würde sich über Wochen hinziehen.
32:33Ich habe mit ihm eine Magnumflasche Champagner gewettet,
32:35dass sie das noch in dieser Woche schaffen.
32:37Wann kann ich mir das Mann mit dem Geständnis anhören?
32:40Herr Doktor, mittlerweile haben wir vier Geständnisse.
32:43Was?
32:45Das kann ich doch dem Krüger unmöglich sagen.
32:48Da mach ich mich doch leckerlich.
32:50Jeder aus der Familie will's gewesen sein.
32:53Aha, so läuft der Hase.
32:56Die Herrschaften kennen sich offenbar aus.
32:59Sie wissen, dass die Beweislast auf Seiten der Justiz liegt.
33:03Die haben sich abgesprochen, meine Herren, ganz klar.
33:06Den Eindruck habe ich nicht gehabt.
33:08Die Tochter, die mir sehr überraschend erzählt hat,
33:10dass ihr Großvater ermordet worden ist,
33:12die hat auch erst gestanden,
33:14nachdem ich ihren Vater als Verdächtiger ins Spiel gebracht habe.
33:17Herr Hofer, einer von denen weiß.
33:20Das liegt doch auf der Hand.
33:22Sonst hätten Sie doch gar nicht dieses Theater veranstaltet.
33:24Herr Doktor, die sind so.
33:26Die halten zusammen wie Pech und Schwefel.
33:28Denen müssen wir irgendwie anders beikommen.
33:30Grandioser Vorschlag. Und wie bitte?
33:33Die Tatwaffe ist zum Beispiel noch nicht gefunden worden.
33:35Dann suchen Sie danach und nehmen Sie sich jeden Einzelnen noch mal vor.
33:38Morgens frühstücklich haben eines und einen Täter.
33:42Um neun Uhr ruft der Staatsanwalt an.
33:44Mann, oh Mann, oh Mann.
33:46Dies kriegen wir schon.
33:56Danke.
33:58Oh Gott, das habe ich ja völlig vergessen.
34:00Grüß dich.
34:02Ich wollte mit dir essen.
34:04Hallo.
34:05Rinderleber in Balsamico.
34:07Ausgezeichnet.
34:09Ich habe es auf Ihren Deckel schreiben lassen.
34:11Die Herren?
34:13Tut mir leid.
34:15Ja, ja.
34:17Ist ja dumm gelaufen.
34:19Grüß Gott, Herr Bartel.
34:21Hallo.
34:23Schauen Sie mal da hinten.
34:25Herr Doktor, was macht denn der da?
34:27Hallo, Herrn.
34:29Hallo.
34:31Das übliche bitte.
34:33Bitte nicht sagen.
34:35Ich möchte mich hier erholen.
34:37Bis morgen.
34:39Schlecht.
34:41Schach.
34:44Ein bisschen nervös ist er, der Doktor Hepp.
34:47Aber Schach spielen kann er.
34:49Herr Doktor Hepp war schon öfter hier.
34:51Verloren hat er noch nie.
34:53Das sehe ich.
34:55Da hätte sich unser Herr Thaler, unser Senior,
34:57noch was abschauen können müssen.
34:59Er hätte seine beiden letzten, also allerletzten Partys
35:02verloren gegen den Dachsenberger.
35:04Na ja, Glück gehört schon dazu.
35:06Also der Dachsenberger, das war wohl einer der letzten,
35:08wenn nicht sogar allerletzten Menschen,
35:10die den Herrn Thaler außer Leben gesehen haben.
35:12Wollen wir da nochmal vorbeigehen?
35:14Vielleicht fällt ihm ja noch irgendwas ein,
35:16was uns weiterhilft.
35:18Das machen wir.
35:20Weil Fragen kostet ja nichts.
35:22Ach, apropos, was ist mit den Austern?
35:24Christian, ganz super Qualität.
35:26Die in der Oisterbahn in New York können nicht besser sein.
35:28Leider aus.
35:30Vielen Dank.
35:32Danke, dass du mir welche aufgehoben hast.
35:34Guten Morgen, Frau Stucki.
35:36Guten Morgen, Herr Doktor Hepp.
35:38Und, wie finden Sie es?
35:40Was meinen Sie?
35:42Ja, meine neue Frisur.
35:44Ich war bei meinem alten Friseur. Besser, gell?
35:46Ja, ja, sehr schön.
35:48Wenn Staatsanwalt Krüge anruft, ich bin nicht im Hause.
35:51Ich treffe mich mit zwei Kollegen von der Tagung gestern.
35:54Klar, Herr Doktor Hepp.
35:56Diese Aussage kann ich bestätigen.
35:58Halb zehn ist durchaus realistisch.
36:00Wir haben um sieben angefangen zu spielen.
36:02Er hat wie meistens mit Grünfeld Indisch begonnen.
36:05Um acht dann die zweite Partie.
36:07Ja, das kommt hin.
36:09Nein, nein, sicher sogar.
36:11Jetzt weiß ich es wieder.
36:13Er wollte um halb zehn irgendwas im Fernsehen sehen.
36:16In einem alten Spielfilm, glaube ich.
36:18Ja.
36:20Ja.
36:22Ja.
36:23In einem alten Spielfilm, glaube ich.
36:25Ja, wir haben uns verabschiedet.
36:27Und dann hat er gleich seine Filmakiste eingeschaltet.
36:30Und das mit voller Lautstärke, nehme ich ab.
36:33Na ja, mit seinem Hörgerät.
36:35Da kam er nie so richtig zurecht.
36:37Die Familie hat sich ständig beschwert,
36:39dass er den Ton zu laut auftrete.
36:41Wie ist Ihnen sonst irgendwas aufgefallen?
36:43Also, war er nervös, bekümmert?
36:45Gab es Streit, hat er dir was erzählt?
36:47Gab es Ärger mit irgendjemand aus der Familie?
36:49Er war wie immer.
36:50Ja, dann vielen Dank, Herr Doktor, für die Hilfe.
36:53Ja, keine Ursache.
36:58Könnte vielleicht noch jemand von Thalers Tod profitiert haben?
37:02Nein, dazu müssten wir das Testament kennen.
37:05Wenn zum Beispiel die Natascha was gejagt hat.
37:09Das würde der Familie wahnsinnig stinken, denke ich.
37:13Ja.
37:14Hm.
37:31Herr Hofer.
37:33Schauen Sie mal.
37:40Und jetzt auf das Foto.
37:45Ja.
37:47Die Drahtwaffe.
37:50Dachsenberger.
37:52Unmöglich.
37:54Wie der Herr Thalhauser den Fernseher ausgeschalten hat,
37:57ist der Doktor Dachsenberger schon eine halbe Stunde weg gewesen.
38:00Das haben alle Familienmitglieder übereinstimmend ausgesagt.
38:07Moment.
38:15Schönes Schiff hast du.
38:17Ja, echt super.
38:19Bist du schon mal mit so einem Schiff gefahren?
38:21Nein, und Sie?
38:23Bin nicht so der klassische Kreuzfahrer,
38:25aber mit so einem Dachwagen nach Kanada,
38:27das hat schon was.
38:30Nicht möglich.
38:32Also, man sieht sich.
38:34Drei, zwei, eins.
38:37Und raus.
38:39Schon eine praktische Angelegenheit, so ein Timer, nicht wahr?
38:42Bestimmt.
38:44Nur hier im Wartezimmer hat keiner was davon.
38:47Wie lange hängt der Fernseher schon hier?
38:49Tja, mei, seit zwei Jahren ungefähr.
38:52Und wo war er vorher?
38:54Na, beim Herrn Doktor, glaube ich.
38:56Oder?
38:58Ich denke, Sie können jetzt Feierabend machen.
39:02Ja, aber schauen Sie mich an. Gehen Sie schon, Sandra.
39:07Entschuldigung.
39:09Was wollen Sie eigentlich beweisen, meine Herren?
39:11Dass ich einen Fernseher in meinem Wartezimmer habe?
39:14Herr Doktor.
39:21Wie führt man eigentlich so eine Schachfigur?
39:24Können Sie es uns mal zeigen?
39:31Bitte?
39:33Zufrieden?
39:35Schon.
39:37Führen Sie die Figuren immer so?
39:39Ja, sicher. Ich wüsste ja nicht, wie ich die sonst führen sollte.
39:41Wir auch nicht.
39:42Warum wundern wir uns so?
39:44Wie Sie das geschafft haben,
39:46dass Sie Ihren Daumenabdruck unter die schwarze Dame bringen.
39:49Ich schätze mal...
39:51Ach so.
39:53Ich war nur kurz auf der Toilette.
39:55Und als ich zurückkam, da bemerkte ich,
39:57dass ein Bauer nicht mehr am gleichen Platz stand wie zuvor.
40:02Ich habe Anton zur Rede gestellt.
40:05Und...
40:07Sprechen Sie weiter, Herr Daxenberger.
40:09Ja, ich...
40:12Das war schon öfter mal vorgekommen.
40:14Dass Anton versucht hat, Sie zu betrügen.
40:16Er hat das nie zugegeben.
40:18Das hat mich rasend gemacht.
40:20Ich habe ihm gesagt,
40:22wenn das noch einmal vorkäme,
40:24dann wäre es vorbei mit unserer Freundschaft.
40:27Er behauptet, ich hätte betrogen,
40:29weil ich nicht verlieren kann.
40:31Alles, was auf ihn zutraf,
40:34das schwöre jetzt auf mich.
40:37Ich schmöre.
40:39Mir ist die Hand ausgerutscht.
40:40Das war eine Kurzschlusshandlung.
40:42Ich weiß ja nicht mal mehr wie.
40:44Er hat sich plötzlich an den Hals gegriffen.
40:48Dann fing er auf einmal an zu räucheln und sank zu Boden.
40:53Das war fürchterlich.
40:58Hallo?
41:00Ach, Herr Dr. Krüger.
41:02Ich warte schon den ganzen Morgen auf Ihren Anruf.
41:04Was?
41:06Frau Stockel, warum haben Sie mit dem Herrn Staatsanwalt
41:07Dich durchgestellt?
41:09Ja, wegen den Tagungsleuten.
41:11Ah, Sie dachten,
41:14ich sei außer Haus.
41:16Ja, ist aufgeklärt.
41:18Geht Ihnen heute noch zu.
41:20Ob das wohl für einen Totschlag langt?
41:22Ja, ich bin ja auch kein Richter,
41:24aber auf Tötung im Affekt kann es schon hinauslaufen.
41:26Für die Talhauses,
41:28für die wäre es noch spannend.
41:30Pensionsmittel nicht anzeigen,
41:32wenn es dummes Fall ist.
41:34Verstoß wegen des Bestattungsgesetzes.
41:35Wenn die gewusst hätten,
41:37dass der Opa eines gewaltsamen Todes gestorben ist.
41:39Dann hätten die die Versicherungsförmig genommen,
41:41die gibt es nicht mehr.
41:43Stop, bitte.
41:45Jetzt haben wir unsere Weißpfeffer,
41:47die kriegen wir mit in den Rosenbräu.
41:49Der Herr Dr. Heppt möchte Sie sprechen.
41:51Beide und sofort.
41:53Meine Damen, meine Herren,
41:55ich will Ihren Dank sagen
41:57für die gute und ruchtige Ermittlung
41:59und vor allem,
42:01dass Sie schneller waren,
42:03als Herr Krüger gedacht hat.
42:05Vielen Dank.
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