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Spaß
Transkript
00:01Stellen Sie sich vor, Herr Stadler, heute hab ich den ganzen Tag frei.
00:05Einen ganzen Tag frei? Da dürfen wir auch was einfallen.
00:08Wir auch. Liegestuhl.
00:10Mollen Sie noch einen Kaffee?
00:12Sag ich nicht. Nein, Frau Hofer.
00:16Na, guten Morgen, Herr 80er.
00:22Verstehe. Und der Klavierstimmer ist jetzt schon dort.
00:26Aha. Kein Problem, Herr 80er. Ich kümmere mich drum.
00:29Wiederhören.
00:31Also nix, Liegestuhl.
00:32Morgen kommt ein Impresario aus Nürnberg in die Musikakademie, um den Flügel auszuprobieren.
00:38Impresario? Man denkt, der Impresario ist jemand, der Künstler beschäftigt oder vermittelt und nicht selber spielt.
00:43Ja, schon. Der Herr Willenbock will sich auch nur von der Qualität des Flügels überzeugen.
00:47Und da der sehr namhafte Künstler in seinem Portfolio hat, müssen wir halt alles perfekt vorbereiten, verstehen Sie?
00:52Wir heißt jetzt in dem Fall Sie.
00:54Der Herr 80er muss zu einer Sitzung.
00:56Und deswegen muss ich jetzt den Umschlag mit dem Honorar für den Klavierstimmer im Kommissariat abholen und dann mit in
01:01die Musikakademie fahren und mich schicken, der ist nämlich schon dort.
01:04Aber spätestens in einer Stunde hocke ich in diesem Liegestuhl.
01:09Herr Stadler?
01:12Abräumen? Gern, Frau Hofer, weil Sie haben ja heute frei.
01:19Guten Morgen, Herr 80er. Kaffee ist ja fast durch.
01:22Na danke. Ich werde sicherlich gleich einen in der Sitzung bekommen.
01:26Apropos Kaffee. Darf ich Sie um einen Gefallen bitten?
01:30Um welchen Gefallen?
01:32Sie wissen ja, morgen erwarten wir wichtigen Besuch.
01:35Ach, den Impresario aus Nürnberg.
01:38Richtig, Klaus Willenbock. Er wird mich morgen früh hier besuchen und dann fahren wir gemeinsam rüber in die Musikakademie.
01:43Und ich soll was besorgen? Semmeln, Brezen, Croissants?
01:47Na, na, nicht nötig. Ich habe mich bei Willenbocks Sekretärin erkundigt, er frühstückt grundsätzlich Espresso, schwarz und stark und um
01:56Gottes Willen keinen Filterkaffee.
01:58Dann wollen wir ihm doch den Gefallen tun und ich frage mal in den diversen Abteilungen nach, ob da irgendwo
02:03eine Espressomaschine rumsteht.
02:05Gute Idee.
02:06Ja, hilft nichts, ich muss jetzt zur Sitzung. Einführung in das neue Spesenabrechnungssystem, das wird dauern.
02:15Oh, um Gottes Willen, das hätte ich jetzt fast vergessen. Die Frau Hofer kommt gleich vorbei und holt diesen Umschlag
02:20mit dem Honorar für Herrn Schulze ab.
02:22Äh, wer ist Herr Schulze?
02:24Ach ja, natürlich. Unser Klavierstimmer, der stimmt heute den Flügel in der Akademie.
02:34Krippe Rosenheim, Apparat Stockel, grüß Gott. Äh, ja? Wo? Ja, bitte bleiben Sie ganz ruhig, fassen Sie nichts an.
02:44Wir kommen.
02:48Morgen, Frau Stockel.
02:49Guten Morgen, Herr Stadler. Herr Stadler, es gab eine gewisse Lina Gebauer, die ist tot in der Arztpraxis von ihrer
02:57Kollegin aufgefunden worden.
02:58Eine Ärztin?
02:59Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber ich weiß die Adresse und zwar ist es in der Allgemeinarztpraxis Dr. Peter
03:06Schuster und das ist im Ärztehaus am Glockenweg.
03:10Gut, dann fahre ich halt da jetzt hin.
03:12Gut, danke, wiederhören. Ich rufe die Frau Winter an, gell? Ja, wiederhören.
03:17Michi?
03:17Ich weiß schon alles. Jetzt bin ich gesteckt und jetzt fliege ich weiter.
03:20Ja, guten Flug.
03:26Morgen, Herr Michi.
03:27Guten Morgen, Frau Marie.
03:28Unterwegs zum Tatort?
03:30Ja, wissen Sie, die Arme dreist nicht ab, gell?
03:32Ah, verstehe ich schon.
03:33Frau Marie, ich muss.
03:34Ja, ich auch. Servus.
03:36Frau Grasecker, könnten Sie bitte diesen Umschlag der Frau Hofer geben mit einem schönen Gruß von mir?
03:41Ah, grüß Gott beinand.
03:42Ah, da ist ja schon die Frau Hofer.
03:44Ja, ich habe mich beeilt nicht, dass der Klavierstimmer schon weg ist, wenn ich komme.
03:47Das ist das Honorar für Herrn Schulze.
03:49Wunderbar, danke.
03:50Ja, und ich klappe jetzt die Abteilungen nach einer Espressomaschine ab.
03:54Ist Ihre Kaffeemaschine kaputt?
03:56Äh, nein, ich muss morgen ausleihen wegen diesem wichtigen Impresarium morgen.
04:01Klaus Willenborg?
04:02Ganz genau, und wie es ausschaut, mag der keinen Filterkaffee.
04:06Also, meine Damen.
04:07Servus.
04:08Also, ich habe bei uns noch in keiner Abteilung eine Espressomaschine gesehen.
04:12Hm.
04:13Vielleicht verleiht der Joe ausnahmsweise eine.
04:16Ich könnte im Times Square anrufen.
04:17Nein, nein, das soll die Frau Stockli selber machen, wenn es unbedingt ein Espresso sein muss.
04:21Sie tut ja nur dem Herrn Willenborgern gefallen.
04:24Also, wenn Sie mich fragen, Kaffee ist Kaffee.
04:27Wie gut beinand.
04:29Wiederschauen.
04:35So, Xenia ist der Vorname, gell?
04:38Guten Morgen, Herr Statter.
04:40Morgen.
04:40Darf ich bekannt machen, das ist die Frau Xenia Stamm.
04:43Die hat die Tote heute in der Früh gefunden, wie sie in die Praxis gekommen ist.
04:47Aha.
04:47Sie sind also respektive Waren eine Kollegin von der Frau Gebauer?
04:50Ja, schon seit drei Jahren.
04:52Wobei Lina im letzten Jahr mehr Zeit in ihrem Büro als am Empfang verbracht hat.
04:56Aha.
04:57Die Frau Gebauer hatte nämlich eine Zusatzausbildung als Ernährungsberaterin.
05:01Aha, verstehe ich.
05:03Na ja, Ausbildung ist viel gesagt.
05:06Sie war eigentlich medizinisch-technische Assistentin, so wie ich auch.
05:09Aber seit sie an diesen Gesundheitsseminaren teilgenommen hat, hielt sie sich für eine Expertin.
05:14Ja, aber die Praxis leitet...
05:16Äh, der Doktor Schuster, ich hab ihn schon angerufen, er ist auf dem Weg hierher.
05:19Gut.
05:19Guten Morgen.
05:20Guten Morgen, Frau Wetter.
05:21Morgen, ich darf kurz vorstellen, das ist die Frau Xenia Stamm und das ist meine Kollegin,
05:26Frau Hauptkommissarin Winter.
05:28Hallo.
05:29Herr Ma, machen Sie doch da ein bissel weiter.
05:31Hören auf alle.
05:31Und wir gehen jetzt zur Frau May.
05:33Mhm.
05:33Wo müssen wir denn da hin?
05:34Da gehen Sie genau hier hinein.
05:36Danke.
05:38Morgen.
05:39Morgen.
05:41Und, Frau May, haben Sie schon was für uns?
05:43Ein Stich direkt ins Herz.
05:45Lina Gebauer war auf der Stelle tot.
05:47Noch ein gezielter Stich?
05:48Ja, mit einem kurzen Spitzengegenstand.
05:51Messer, Brieföffner, Schere vielleicht.
05:53Bitte alle Spitzengegenstände in der Praxis auf Fingerabdrücke und Blutspuren untersuchen.
05:58Machen wir.
05:59Das Ganze hat sich schon gestern Abend ereignet.
06:01Und zwar zwischen 21 und 22 Uhr.
06:04In der Tasche ist alles noch drin.
06:06Handy, Schlüssel, Geldbeutel.
06:08Die kostet mindestens 850 Euro.
06:10Kroko geprägtes Ringsleder aus der neuen Kollektion von Catellani.
06:13Sandra, ich wusste ja gar nicht, dass du Handtaschen-Expertin bist.
06:17Ich hatte gestern einen Zahnarzttermin, da habe ich genau dieses Modell in einer Zeitschrift gesehen.
06:22850 Euro für eine Handtasche.
06:24Da muss ja Frau Gebauer ganz ordentlich verdient haben.
06:28Linas Bio Pure Life Balance Tee-Aufguss.
06:3230 Euro.
06:34Ob ich jetzt sowas einen gescheiten Schweinsbruch ersetzen kann, ist fraglich.
06:38Zumindest ist es gesünder.
06:40Und lukrativ.
06:41Anscheinend hatte sie ihre eigene Produktlinie.
06:43Ja.
06:44Herr Kollege, werden Sie mal den Tee auf Inhalt überprüfen.
06:49Was mich vor allen Dingen interessiert, ob das Zeug wirklich 30 Euro wert ist.
06:53Und wenn wir schon dabei sind, die Partner von der Frau Gebauer in die KTU, schon mal ein bisschen reinschauen
06:58und dann zu uns.
06:59Machen wir rein.
07:05Was ist denn bitte Spagyrik?
07:09Ars Spagyrika.
07:10Das ist eine spezifische Methode in der ganzheitlichen Medizin.
07:13Zur Aufbereitung pflanzlicher mineralischer Substanzen.
07:16Und Sie sind?
07:18Peter Schuster.
07:19Ich leite diese Praxis.
07:27Herr Schmidt, grüßen Sie! Wissen Sie zufällig, ob der Klavierstimmer schon da war?
07:32Als ich heute früh aufgespielt habe, habe ich auf jeden Fall nicht mehr gesehen.
07:35Und dann habe ich da überall nach dem Rechten schauen müssen.
07:37Ah.
07:38Da war keiner.
07:39Äh, was anderes.
07:40Heute Mittag kommt die Kanalreinigung.
07:42Bis dahin müssen Sie am Wagen wegfahren.
07:43Ja, ja, freilich.
07:44Ich wollte sowieso noch kurz diesen Herrn Schulze, also den Klavierstimmer treffen.
07:47Allerdings warte ich jetzt seit 20 Minuten.
07:49Dabei hat es geheißen, der wäre schon da.
07:51Und Sie sind sicher, dass er nicht drin ist?
07:53Ah.
07:54Ich kann ja nochmal alle Räume absuchen.
07:55Dankeschön.
08:00Frau Gebauer hat also am Empfang gearbeitet.
08:02Und zusätzlich hatte sie noch ein Büro in der Praxis.
08:07Genau.
08:08Sie hat sich das Büro vor etwa einem Jahr eingerichtet.
08:12Oft ist eine Ernährungsumstellung des Patienten sehr förderlich für den Heilungsprozess.
08:16Gab es vielleicht Stress mit einem der Patienten?
08:20Nein.
08:21Nicht, dass ich wüsste.
08:22Und privat?
08:24Sie war jedenfalls nicht verheiratet.
08:27Aber wir haben nur über berufliche Dinge gesprochen.
08:30Der Mord ist gestern Abend zwischen 21 und 22 Uhr passiert.
08:35War es denn normal, dass Frau Gebauer so spät noch in der Praxis war?
08:37Sie hatte ihren eigenen Schlüssel und ist oft abends länger geblieben.
08:41Und Sie?
08:42Ich habe Frau Gebauer gegen 19 Uhr einen schönen Feierabend gewünscht.
08:46Dann bin ich direkt zum Tagungszentrum an der Innenbrücke gefahren.
08:50Meine Frau ist Pharmakologin und hat dort gestern einen Vortrag gehalten.
08:53Und wie lange ging dieser Vortrag?
08:55Bis etwa 22 Uhr.
08:59Ihre andere Mitarbeiterin, die Xenia Stamm, war die um 19 Uhr auch noch in der Praxis?
09:05Nein, Frau Stamm macht immer pünktlich um 18 Uhr Schluss.
09:08Ja, gut. Danke, Herr Dr. Schuster.
09:10Falls wir noch Fragen haben sollten, dann melden wir uns.
09:14Wiederschauen.
09:15Wiederschauen.
09:16Es tut mir leid, Herr Meier, aber heute muss die Praxis geschlossen bleiben.
09:20Ja, wir finden einen Ersatzdiener. Wir melden uns.
09:24Der Herr Dr. Schuster hat behauptet, Sie hätten die Praxis gestern um 18 Uhr verlassen.
09:29Gut, und wo waren Sie dann? Also sprich den restlichen Abend?
09:32Zuhause.
09:33Gut, kann ich Sie mal bezeugen?
09:35Ich bin Single, aber das habe ich alles von Ihrem Kollegen erzählt.
09:39War Lina Gebauer auch Single?
09:41Nein, die hatte einen Freund. Florian Lex.
09:45Mit dem hat sie oft am Telefon heftige Diskussionen gehabt.
09:48Hätten Sie von dem einen Kontakt?
09:50Ich weiß nur, dass er DJ ist und in verschiedenen Clubs auflegt.
09:54Er nennt sich DJ Flex.
09:56DJ Flex. Hat er bei Frau Gebauer gewohnt?
09:59Ab und zu hat er dort übernachtet.
10:01Der hat aber auch eine eigene Wohnung.
10:03Bitte.
10:06Folgendes.
10:06Ich habe mich jetzt ein bisschen im Haus umgeschaut,
10:09aber da gibt es ja nur Praxen und Ärzte.
10:10Ab 8 Uhr am Abend ist ja ja keiner mehr.
10:12Also keine Zwecke?
10:13Nein.
10:13Und die Spusi hat gesagt, dass ich die Tatwerfer nicht gefunden habe.
10:17Mit der ganzen Praxis nicht.
10:19Aber wisst ihr was?
10:20Ich fahre jetzt einmal in die Wohnung von der Frau Gebauer.
10:23Vielleicht haben wir Glück und der ist gerade dort.
10:25Der DJ Flex.
10:27Wiederschauen.
10:28Und wir fahren ins Präsidium?
10:30Gut.
10:33Wiederschauen.
10:34Wiederschauen.
10:46Willenborg.
10:47Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich heute einen Off-Tag habe.
10:51Vier Gästekarten sind immer drin.
10:53Machen Sie den Konzertveranstalter auf das Kleingedruckte aufmerksam.
10:57Gut.
10:57Ab jetzt Funkstille.
10:59Ich schalte mein Handy sowieso aus.
11:00Schönen Tag noch.
11:10Ja, Frau Stockel, ich weiß, dass der Herr Achtziger in einer Sitzung ist,
11:13aber irgendwo muss doch die Telefonnummer von diesem Herrn Schulze gespeichert sein.
11:18Himmel, da ist er ja.
11:19Nix für ungut, Frau Stockel, gell?
11:21Ich meinte mich später.
11:22Servus.
11:23Mei, ich warte seit über einer halben Stunde auf Sie.
11:27Was?
11:28Na ja, wenn ich gewusst hätte, dass so eine schöne Frau auf mich wartet,
11:32dann hätte ich mich tatsächlich mehr beeilt.
11:34Der Flügel muss auf 442 Hertz gestimmt werden.
11:38Und geben Sie sich Mühe, bitte.
11:39Der Herr Willenborg gilt als sehr kritisch.
11:41Tatsächlich?
11:42Ja, wir müssen sogar eigens eine Espressomaschine für ihn ausleihen.
11:45Egal, also genau 442 Hertz.
11:48Wenn Sie fertig sind, geben Sie bitte unserem Hausmeister Bescheid.
11:51Der Herr Schmidt sperrt dann hinter Ihnen ab, gell? Wiederschön.
11:53Ähm, Moment, warten Sie, ich...
11:55Mei, Ihr Honorar, freilich, sorry.
11:58Bitte.
11:58Die Quittung liegt drin, die schicken Sie dann unterschrieben an den Herrn Achtziger.
12:02Ja, wo ist denn überhaupt Ihr Stimmwerkzeug?
12:05Ähm, im Auto noch?
12:08Na dann, worauf warten Sie noch?
12:12Hallo?
12:14Komm schon.
12:17Hab das auch noch, Herrschaft?
12:20Welcher Idiot hat mich denn so zugeparkt?
12:23Ah, da kommen Sie locker wieder raus.
12:25Ach, Sie sind gut.
12:28Wenn ich da auch nur einen Kratzer in diese Luxuskarosse fahre, kostet die Reparatur gleich mehr als wie mein ganz
12:33Auto.
12:34Herrschaft, wo stehen Sie überhaupt?
12:37Oh, um die Ecke?
12:38Hier ist ja überall Parken verboten.
12:41Ich übernehme das.
12:43Ich bin Weltmeister im Ausparken.
12:46Sehen Sie mal, was Klavierstimme alles so drauf haben.
13:08Und?
13:09Hm?
13:10Kann ich noch was für Sie tun, Sie z.B. irgendwo hinkutschieren?
13:13Herr Schulze, Sie machen jetzt bitte schon mal Ihre Arbeit, gell?
13:16Auf meinen Hof finde ich auch allein. Danke.
13:20Bitte.
13:24Danke.
13:28Wiedersehen.
13:37Also, die Lina Gebauer hat als MTA nicht schlecht verdient. Ein kleiner Teil ist an den Dr. Peter Schuster gegangen
13:43wegen der Büromiete.
13:45Und dann hat sie noch Geld gekriegt von ihren Klienten, für die sie als Ernährungsberaterin gearbeitet hat.
13:51Ja, macht am Ende des Monats ein hübsches Sümmchen.
13:54Wenn da nicht die hohen Kreditkartenabrechnungen wären, die hat bei Luxus-Online-Jobs besteuert wie eine Blöde.
14:01Ach. Ja, dann bleibt ja jetzt nur noch die Frage, wer diese ganzen Luxus-Produkte erben wird.
14:06Das weiß ich nicht. Testament hat's keins.
14:09Ich war wieder tot.
14:10Ah, sehr schön, Herr Mohr.
14:12Herr Mohr, haben Sie den Freund von der Lina Gebauer, den ähm...
14:15Florian Lex.
14:16Genau, haben Sie den in der Wohnung angetroffen?
14:18Nein. Aber ich habe ihn telefonisch erreicht und der müsste eigentlich schon da sein.
14:22Wunderbar.
14:23Wunderbar.
14:24Und hat die Spurensicherung irgendwas in Lina Gebauers Wohnung gefunden, was uns weiterhelfen kann?
14:29Ja, auf jeden Fall nicht die Pfadwaffe.
14:32Aber der, ihr Wohnzimmer schaut aus.
14:34Da hat er Papiertüten und so Schüssel mit Teemischungen und Etiketten und Scheren, hat alles geklebt.
14:41Ja.
14:41Dann hat die ihre teure Produktlinie.
14:43Da haben wir einfach selber abbeugelt.
14:45Also quasi ein Tee abgefüllt.
14:47Ja, aber freilich.
14:48Und dann der Kleiderschrank.
14:50Also, was sage ich Kleiderschrank?
14:51Ein ganzes Ankleidezimmer mit lauter Regalen mit Handtaschen drauf.
14:55Alle Farben, alle Größen, lauter echte Marken.
14:58Habe ich alles fotografiert.
15:00Hm, da, schaut her.
15:03Ja, Handtaschensucht.
15:04Das ist mal was anderes.
15:06So.
15:08Und damit gehe ich jetzt zum Fonse in die KTU.
15:13So, der Herr Lex wäre jetzt da.
15:15Ja, wunderbar, Frau Stockel.
15:17Herr Lex, bitte.
15:20Grüß Gott.
15:21Grüß Gott.
15:24Ich komme ja schon.
15:28Kippel-Hosenheim-Apparat-Stockl, grüß Gott.
15:31Huberto Schmidt hier.
15:31Vor der Musikakademie steht ein Wagen im Halteverbot.
15:34Wenn der Halter nicht bei kommt, dann lass ihn abschleppen.
15:36Heute um 12 kommt die Kanalreinigung, da muss alles frei sein.
15:39Aber das ist bestimmt nicht dem Herrn Achtziger sein Auto.
15:42Ja, das weiß ich auch, weil es ist ein ziemlich schicker Wagen.
15:45Ich dachte mir, vielleicht wissen Sie, wie ihm der gehört.
15:47Äh, geben Sie mir mal das Kennzeichen.
15:49Vielleicht kann ich den Halter ermitteln.
15:52Nürnberg, Cäsar, Wilhelm, 5678.
15:54Habe ich notiert.
15:55Wenn ich mehr weiß, melde ich mich.
15:57Wiederhören.
16:00Herr Schulze, ist das etwa Ihr Wagen?
16:02Keine Sorge, ich fahre gleich weg.
16:04Ach, können Sie mir vielleicht sagen, wo ich die Dame finde, die vorhin hier war?
16:08Blond, sehr attraktiv und ziemlich resolut.
16:10Ich müsste nämlich was zurückgeben.
16:13Die Frau Hofer?
16:14Die finden es auf ihrem Hof am Schönleitenweg 1.
16:16Aber Hauptsache, Sie entfernen den Wagen.
16:18Ja, ja, ja, schon gut, ich bin ja schon weg.
16:19Ach, wissen Sie, wo ich eine Autovermietung finden kann?
16:22Ich glaube, ich brauche heute noch was Kleineres.
16:25Klavierstimme müssen wir sein.
16:27Im Gewerbegebiet kurz vor der Autobahn auffallt, das sind mehrere Autovermietungen.
16:30Da werden es bestimmt fündig.
16:32Besten Dank.
16:40Ich kann es nicht glauben.
16:42Ich meine, vorgestern haben wir noch zusammen Mittag gegessen.
16:45Also haben Sie Ihre Freundin gestern gar nicht gesehen?
16:49Nein, wir haben nur kurz telefoniert.
16:52Naja, und ich bin dann ins Underdog gefahren.
16:54Das ist der Club, wo ich auflege.
16:56Wann war das?
16:58Naja, das war um 20 Uhr durch meinen Soundcheck dort und die Party ging dann bis 3 Uhr morgens.
17:04In der Praxis haben wir gehört, dass es zwischen Ihnen und Ihrer Freundin regelmäßig einen Streit gegeben hat.
17:11Naja, das war allgemeiner Beziehungsstress.
17:14Ich meine, das ist nun mal nicht einfach, wenn man so unterschiedliche Arbeitszeiten hat wie wir, oder?
17:18Ist dieser Stress vielleicht gestern eskaliert?
17:20Das ist doch ein Quatsch.
17:21Die Xenia, die war doch bloß eifersüchtig.
17:24Ab was?
17:25Naja, auf die Lina, weil sie den besseren Job hat.
17:28Die hätte sie doch am liebsten aus der Praxis rausgemobbt.
17:30Ich meine, die Lina, die war ja sogar extra beim Chef und hat sich beschwert.
17:33Und was hat Dr. Schuster dazu gesagt?
17:35Der hat nur gesagt, Mädels vertragt euch.
17:38Der ist so ein Konfliktvermeider, verstehen Sie?
17:40Ja?
17:41Ah, Frau Stocker, ich sag's, ich hab schon gedacht, diese Sitzung hört gar nicht mehr auf.
17:46Haben Sie inzwischen eine Espressomaschine auftreiben können?
17:50Herr Achtziger, ich hab mir zwar Blasen gelaufen, aber eine Espressomaschine hab ich leider nicht auftreiben können.
17:56Die Frau Grasegger meinte gerade, vielleicht verleiht ja das Times Square eine. Rufen Sie doch da mal an.
18:03So, die Frau Grasegger, warum sagt die mir das nicht selber? Ich bin gerade bei ihr unten gestanden.
18:09Vielleicht ist es ihr ja gerade erst eingefallen. War sonst noch was?
18:13Ja, der Herr Schmidt hat angerufen und hat gesagt, dass ein Auto vor der Musikakademie im Halteverbot steht.
18:19Und, Herr Achtziger, ich hab ein bisschen recherchiert. Das Auto gehört dem Herrn Willenburg.
18:24Was? Aber der wollte doch erst morgen kommen.
18:26Ich hab mich auch gewundert, vielleicht hat er sich im Datum geirrt.
18:29Ja, in dem Fall müssen wir uns natürlich unbedingt um ihn kümmern. Und das Auto darf auf keinen Fall abgeschleppt
18:34werden.
18:34Ich versteh schon. Am besten ist, ich rufe gleich den Herrn Schmidt an.
18:37Ja, gut, machen Sie das. Und ich probiere es bei Willenburg, Sekretärin. Sehen wir uns nachher mal im Büro.
18:43So machen wir es, Herr Achtziger.
18:48Ah, Herr Schmidt, grüße Sie, Stocklamapparat. Es geht nochmal um das Auto, das im Halteverbot steht.
18:54Ja, das hat Sie aufgeklärt. Ich wollte Sie gerade anrufen.
18:56Aha, ist denn der Herr Willenburg noch da?
18:58Wieso der Herr Willenburg?
19:00Naja, der Fahrzeughalter von dem Auto, das im Halteverbot steht.
19:04Stellen Sie sich vor, das war der Wagen vom Herrn Schulze, dem Klavierstimmer.
19:07Wie kommen Sie denn da drauf?
19:09Ja, weil er vorhin damit weggefahren ist.
19:11Der Herr Schulze ist mit dem Auto vom Herrn Willenburg weggefahren.
19:15Ah, jetzt verstehe ich. Und mir gegenüber hat er so getan, als wäre das Seinwagen.
19:20Und der Herr Willenburg?
19:21Keine Ahnung, hier war nur der Herr Schulze.
19:24Also da stimmt doch was nicht.
19:27Die sind auch nicht so geschwind in der KTO.
19:29Das ist der Ordner mit den Patientendaten von der Frau Gebauer.
19:33Es sind nur ihre Fingerabdrücke drauf.
19:36Und es schaut so aus, als hätte die Frau Gebauer mehr Sitzungen mit ihren Klienten abgehalten,
19:40dass das sie in Rechnung gestellt hat.
19:42Was heißt das jetzt? Das heißt, dass sie einen Teil ihrer Einnahmen schwarz kassiert hat.
19:46Hallorisch.
19:46Ja, sieht ganz danach aus.
19:48So, das ist gerade gekommen. Das war auf dem Handy von der Frau Gebauer.
19:53Ja.
19:57Oh, Herr Dr. Schuster hat ein Verhältnis mit Xenia Stamm.
20:01Der Arzt und die Sprechstundenhilfe.
20:04Klassiker.
20:07Und anscheinend war Lina Gebauer dahinter gekommen.
20:10Da sollte man jetzt gleich an Dr. Schuster fragen, ob die Frau Gebauer mit diesen Fotos konfrontiert hat.
20:17Und Herr Mohr, überprüfen Sie bitte das Alibi von Herrn Dr. Schuster.
20:20Angeblich war er auf einem Vortrag seiner Frau am Tagungszentrum an der Inbrücke.
20:25Ja, ist recht.
20:26Und, Herr Mohr, wenn Sie eh schon unterwegs sind, der Florian Lex hat auch gesagt,
20:30dass er gestern Abend von 20 Uhr bis heute Morgen 3 Uhr in einem Club namens Underdog aufgelegt hat.
20:38Ja, ist recht.
20:40Sonst noch was?
20:41Sicher.
20:42Dann gehen wir.
20:46Bitte.
21:14Herr Schulze, was machen Sie denn hier? Hat was nicht geklappt?
21:17Es tut mir leid, dass ich Sie so einfach überfalle, aber ich habe ein paar kleine Köstlichkeiten besorgt, um mich
21:22bei Ihnen zu entschuldigen, dass Sie heute Morgen so lange warten mussten.
21:27Woher wissen Sie überhaupt, wo ich wohne?
21:30Der Hausmeister war so freudig und hat es mir verraten.
21:32Aha. Aber den Flügel haben es hoffentlich gestimmt.
21:37Natürlich. 442 Hertz. Auf den Punkt. Genau wie es dieser heikle Herr Willenborg wünscht.
21:43Schön. Dann hoffen wir mal, dass der Morgen zufrieden sein wird.
21:45Das scheint ja ein ziemlicher Wichtigtour zu sein.
21:48Wenn nur ein paar interessante Konzerte für uns rausspringen, nehme ich es auch mit einem Wichtigtour auf.
21:53Und? Was? Ein paar Teller? Besteck und so?
21:58Ach, Momental. Entschuldigung.
22:02Hallo, Herr 80er.
22:04Frau Hofer, sagen Sie, haben Sie heute zufällig in der Musikakademie den Herrn Willenborg gesehen?
22:11Wie? Na, na, der Herr Willenborg reist doch erst morgen an.
22:15Ja, ja, so war es ausgemacht. Aber sein Auto steht vor der Musikakademie und seine Sekretärin sagt, er hätte sich
22:22heute den Tag freigenommen.
22:24Aha. Aha. Dann fährt er ausgerechnet an seinem freien Dock nach Rosenheim.
22:28Ja, er hat wohl hier studiert. Vielleicht will er ja alte Zeiten erfrischen.
22:32Ich habe tatsächlich so einen Nobelschlitten vor der Musikakademie parken sehen, aber leider nicht den Fahrzeughalter.
22:40Herr Rhein?
22:41Na ja, schauen wir mal, vielleicht meldet er sich ja noch.
22:44Aber in dem Fall wäre es ja vielleicht eine nette Geste, ihn zum Essen einzuladen. Was meinen Sie?
22:50Oh, Sie meinen, wir beide sollten mit ihm heute essen gehen?
22:55Ja, wenn Sie nichts anderes vorhaben.
22:59Ja gut, also dann halten wir den Abend frei, gell? Wieder.
23:07Gläser?
23:12Herr Achtziger, der Herr Schulze ist mit dem Auto vom Herrn Willenburg weggefahren.
23:17Der Klavierstimmer?
23:19Ja, das hat der Herr Schmidt behauptet.
23:21Na, das kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Wahrscheinlich hat der Herr Schmidt die beiden verwechselt.
23:25Also, ich habe schon versucht, den Herrn Schulze anzurufen, der hat aber sein Handy ausgeschalten.
23:30Aber die Frage ist, wo steckt der Herr Willenburg jetzt?
23:36Dann war so Klaus Willenburg der Idiot, der sich heute Morgen zugepackt hat, ne?
23:40Mhm, der wird mir immer unsympathischer, ignoriert total die Halteverbotsschilder, stellt sich einfach frech vor mein Auto.
23:47Der glaub wohl, ihm gehört die Welt, danke.
23:49Ja, ja, so sind Sie diese Großkopferten, so nennt man die doch in Bayern, oder?
23:55Großkopferten, also an Ihrem Dialekt müssen wir noch feilen.
23:58Dankeschön. Jedenfalls hoffe ich, dass der Herr Achtziger den Großkopferten nicht erreicht, sonst muss er heute Abend mit denen essen
24:03gehen.
24:04Gehen Sie doch mit mir essen.
24:08Sie sorgen sich ja wirklich sehr um mein leibliches Wohl.
24:12Nichts, was ich lieber täte.
24:16Außerdem esse ich sehr gern in netter Gesellschaft.
24:21Hm?
24:27Herr Dr. Schuster, zu Ihnen wollten wir gerade.
24:33Wir haben alle Termine für heute abgesagt. Frau Stamm ist schon weg und ich bin auch auf dem Weg nach
24:37Hause.
24:37Ja, dann ist es doch wunderbar, dass wir Sie noch antreffen.
24:40Schauen Sie, wir haben nämlich auf dem Handy von der Alina Gebauer Fotos gefunden, die Sie mit der Xenia Stamm
24:47in eindeutigen Posen zeigen.
24:49Sie haben ein Verhältnis mit Ihrer Mitarbeiterin.
24:52Wurden Sie von der Alina Gebauer mit diesen Fotos erpresst?
24:56Nein, sie hat nie auch nur eine Andeutung gemacht.
24:59Stimmt es, dass Frau Stamm versucht hat, Alina Gebauer aus der Praxis zu mobben?
25:03Das war der übliche Zickenkrieg. Das ist Alltag in einer Praxis, aber ich konnte die Wogen zwischen den Damen immer
25:09glätten.
25:09Sie entschuldigen mich jetzt, ich muss wirklich nach Hause, meine Frau wartet.
25:12Herr Dr. Schuster, eine Sache noch. Wussten Sie, dass Lina Gebauer einen Teil der Behandlung von ihren Patienten, ja, man
25:20könnte sagen, am Fiskus vorbeigemogelt hat?
25:24Nein, das wusste ich nicht. Das hätte ich von Frau Gebauer auch nicht gedacht.
25:32Meine Güte, haben Sie es hier schön. So ein entschleunigtes Leben.
25:39Ja, das dachte ich heute Morgen auch. Eigentlich wollte ich den ganzen Tag in diesem Liegestuhl verbringen. Aber irgendwas kommt
25:46halt immer dazwischen.
25:48Irgendwas oder irgendwer?
25:50Wie man es sieht.
25:52Ja, dann will ich Sie nicht länger abhalten, Ihren Liegestuhl zu genießen.
25:55Aber vielleicht klappt das ja heute Abend. Hätten Sie eine Empfehlung für ein Lokal?
25:59Also, wenn Sie was Leichtes wollen, sind Sie im Times Square genau richtig.
26:03Okay. Dann warte ich dort ab 19 Uhr auf Sie.
26:09Falls der Großkopf hat, der uns keinen Strich durch die Rechnung macht.
26:13Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns heute Abend sehen.
26:24Also, wenn der Dr. Schuster die Wahrheit gesagt hat, hat vielleicht die Frau Gebauer die Xenia Stamm mit den Fotos
26:30konfrontiert.
26:31Allerdings wäre es doch wohl eher ein Xenia Stamms Interesse gewesen, wenn die Ehe von Dr. Schuster in die Brüche
26:36geht.
26:37Es sei denn, es wird ein Vorteil daraus, die heimliche Geliebte zu sein.
26:41Sie meinen finanziell?
26:42Wissen Sie was, Frau Stockel, soll ich einmal die Konterauszüge von Dr. Schuster checken?
26:47Ich denke, das reicht bis morgen. Ich schreibe Ihnen SMS.
26:55Halt, stehen bleiben.
26:57Die Frau von Dr. Schuster hat zur Zeit wirklich einen Vortrag gehalten. Vor 50 Leuten mindestens.
27:02Und Dr. Schuster selbst?
27:03Der ist dabei gewesen und hat einen Hackerl gekriegt. Häckchen.
27:06Ja gut, das Hackerl sagt jetzt noch nichts aus. Vielleicht gibt es ja von dieser Veranstaltung Fotos oder irgendwelche Aufnahmen,
27:11Herr Mohr.
27:11Ja, ich frage mich das Stockl.
27:13Ah, Herr Mohr, was ist denn mit dem Florian Lex?
27:15Ja, das wissen wir noch nicht. Warum? Weil das Underdog erst am 19. aufsperrt.
27:20Ja, dann würde ich sagen, machen wir Feierabend.
27:22Ja, super.
27:24Ja, Sieh noch nicht, Herr Mohr. Er muss ja heute noch ins Underdog.
27:28Ins Underdog?
27:31Ja, groß.
27:36Hallo, Frau Stocke.
27:38Sagen Sie, haben Sie wegen dem Herrn Willenburg was in Erfahrung gebracht?
27:42Also, Frau Hofer, weder der Herr 80er noch seine Sekretärin haben ihn erreicht.
27:46Und der Herr Schmidt behauptet, dass das Auto, das auf Herrn Willenburg zugelassen ist, den Klavierstimmer gehört.
27:52Ach, Geschmarrn, das kann gar nicht sein.
27:54Doch, der war nämlich gerade da, der fährt einen Kleinwagen.
27:57Äh, was wollte er denn bei Ihnen im Büro?
28:00Ja, stellen Sie Ihnen vor. Der wollte sein Honorar abholen.
28:04Aber das habe ich ihm doch halb früh gegeben.
28:06Ja, aber ich habe gesagt, wer heute in der Früh den Flügel gestimmt hat, da wären Sie noch gar nicht
28:09da gewesen.
28:10Ach, das ist ja wohl eine Frechheit, wo ich eine halbe Stunde auf ihn warten habe müssen.
28:15Ist der noch bei Ihnen?
28:16Nein, der hat sehr eilig gehabt.
28:18Also, ich kläre das mit dem Herrn Schulze persönlich, da können Sie sich drauf verlassen, Frau Stockel, gell?
28:22Wiederhören.
28:23Glaubst du das?
28:27Schönen Feierabend.
28:28Äh, Frau Stockel, hat Ihnen der Herr 80er das ausgerichtet, dass Sie es wegen der Espressomaschine im Times Square probieren
28:33sollen?
28:34Jetzt raten Sie mal, wo ich gerade hingehe.
28:36Dann war das doch ein richtig guter Tipp.
28:38Gold wert, Frau Grausäcker, gold wert.
28:41Mei, das freut mich.
28:42Naja, eigentlich war die Idee ja von der Frau Hofer.
28:45Also, die Idee ist in einem gemeinsamen Gespräch entstanden?
28:50Ja, die Frau Hofer hatte die Idee und die Frau Grausäcker hat sie dem Herrn 80er weitergegeben.
28:55Ach so war das.
28:57Ja, dann setze ich diese brillante Idee in die Tat um.
29:00Bis morgen.
29:01Bis morgen.
29:03Also, haben Sie sich jetzt da einmischen müssen?
29:06Von wem ich das wohl hab?
29:11Darf ich dich auf ein Getränk einladen?
29:13Ach, Giga, ein Glasl Prosecco hab ich nichts einzuwenden.
29:17Sehr gerne.
29:22Stopp, nicht zu viel, nicht zu viel.
29:24Servus, Joe.
29:25Hallo, Frau Stockel, gemütlich beim Prosecco.
29:28Nein, ich vertreib mir nur die Zeit, bis der Joe mir meine Espressomaschine geholt hat.
29:32Darf ich dich auch auf ein Glasl einladen?
29:34Na, dankeschön, Joe.
29:35Ich bin hier verabredet.
29:37Und zwar mit dem Herrn Schulze.
29:39Und da hinten sitzt er.
29:40Wollen wir das mit dem Geld gleich gemeinsam klären?
29:43Weil das stinkt mal gewaltig.
29:44Das ist nicht der Herr Schulze.
29:46Zumindest nicht der, der bei mir im Büro war.
29:49Moment einmal.
29:51Wenn das nicht der Herr Schulze ist und der Klaus Willenburg heute angereist ist...
29:56...und der Hausmeister gesagt hat, dass das Auto dem Klavierstimmer gehört, das auf dem Willenburg angemeldet ist...
30:05...dann ist das der Impresario.
30:13Frau Ufer, das müssen Sie klären.
30:16Na?
30:17Na, Frau Stockel, glaube ich, eine bessere Idee.
30:23So.
30:24Da haben wir die Espressomaschine.
30:26Bedienungsanleitung ist drin, das ist aber alles super einfach.
30:28Vielen Dank für alles.
30:30Gerne, Pirti.
30:35Guten Abend, Herr Schulze.
30:39Guten Abend.
30:40Dein Mama gefühlt ja doch.
30:41Leider hat ihr gefühlt wie getäuscht.
30:44Ich wollte nur kurz Bescheid geben.
30:46Ich bin schon zum Essen verabredet.
30:47Und zwar mit dem Herrn Willenburg.
30:51Dem Großkopfhörden?
30:54Wer weiß.
30:55Vielleicht drückt ja der Schein.
30:57Einen wunderschönen guten Abend, Herr Schulze.
31:21Guten Morgen, Frau Stockel.
31:23Sie heben Sie ja einen Hexenschuss.
31:24Wollen Sie nicht unseren Postwagen nehmen?
31:26Guten Morgen, Frau Grasinger.
31:28Es ist nicht so schwer, wie es ausschaut.
31:30Ah.
31:33Ja, sehr super.
31:34Dann trinken wir heute Maispresso statt Filterkaffee.
31:36Also ich sicher nicht.
31:38Wie gesagt, Kaffee ist Kaffee.
31:40Morgen.
31:41Morgen.
31:42Morgen.
31:45Morgen, Frau Winter.
31:46Morgen.
31:48Und Obduktionsbericht?
31:50Ja, leider keine neuen Erkenntnisse.
31:52Dafür steht was Interessantes im KTU-Bericht.
31:55Und zwar, die Teemischungen von Lina Gebauer
31:57waren weder bio, noch hatten sie eine Heilwirkung.
32:00Ach, da schau her.
32:02Dann hat sie wahrscheinlich daheim in ihrer Bastelschuhe
32:04einen stinknormalen, billigen Tee umgebackelt.
32:06Und schwupps, war schon die schicke Eigenkreation.
32:09Und die hat sie mit ordentlich Gewinn
32:11an gutgläubige Klienten verkauft.
32:13Morgen.
32:14Morgen, Herr Moin.
32:15Ein Wahnsinn ist ja noch im Unterdruck.
32:17Eine kreisliche Porzen und die Muse viel zu laut.
32:21Eine schäbige Bude mit zu lauter Musik.
32:24Okay, ja.
32:25Und Florian Lex?
32:27Ja, der hat mir erzählt,
32:28dass er um 20 Uhr Soundcheck gemacht hat
32:30und gegen 22 Uhr hat er dann aufgelegt.
32:33Und dazwischen?
32:33Hat er Pause gemacht und hat sich was zum Essen geholt.
32:36Und zwar in Brigittas Dönerstübchen.
32:38Das habe ich aber noch nicht überprüfen können, warum.
32:41Die Brigitte hat gestern Ruhetag gehabt.
32:44So, ich hätte hier die Kontraauszüge vom Dr. Schuster.
32:47Super, vielen Dank.
32:48Was ist die Frau Stockler jetzt?
32:49Willst du einen Kaffee?
32:49Ich habe sogar Espresso heute.
32:51Ah, nein.
32:53Ich gehe dann wieder in das Dönerstübchen
32:55wegen einem Alibi vom Lex, gell?
32:56Sehr gerne, Herr Moin.
32:58Der Herr Dr. Schuster hat eine Eigentumswohnung
33:01an Xenia Stamm vermietet
33:03für 200 Euro im Monat.
33:07Was? 200 Euro?
33:08Da kriegst du in Rosenheim normalerweise nicht einmal mehr Besen.
33:11Den Rest hat sie wohl in Schäferstündchen bezahlt.
33:15Da sollte man die Frau Stamm einmal darauf ansprechen, hm?
33:20Kaffeebohnen sind aufgefüllt, Wasser ist eingefüllt,
33:24Vorheizfunktion blinkt nicht mehr.
33:27Aber viel tut sie doch nicht.
33:29Ja, Michi, das sehe ich auch.
33:32Warte mal.
33:35Bigehe, du machst das ja noch kaputt.
33:38Das ist nicht notwendig, ist schon kaputt.
33:41Der Stockl, nimm doch wieder unser Alte.
33:43Geh, Michi, mach doch heute einfach selber einen Kaffee
33:46und ich lese nochmal die Bedienungsanleitung.
33:48Nein, das mache ich nicht.
33:49Ich gehe jetzt ins Dönerstübchen,
33:51vielleicht macht mir die Brigitte einen Kaffee.
33:52Ritt, dann fass dich zur Brigitte.
33:56So, der Achtziger, bitteschön.
33:58Herr Moor.
33:59Der Achtziger, für diese Maschine braucht man einen Masterstudiengang.
34:03Entwarnung, Frau Stockel, Entwarnung.
34:05Herr Willenburg kommt jetzt doch nicht zu uns.
34:07Ach so, hat die Frau Hofer das gestern Abend noch mit ihm geklärt?
34:10Na, na, wir haben ihn ja gestern gar nicht mehr erreicht.
34:13Hat Ihnen die Frau Hofer nicht erzählt,
34:14dass wir ihn im Times Square getroffen haben?
34:16Na, so, davon weiß ich nichts.
34:18Also, Herr Achtziger, das war so.
34:19Die Frau Hofer wollte sich mit dem Herrn Schulze
34:21dem Klavierstimmer treffen.
34:23Hab ich festgestellt, dass das gar nicht der Herr Schulze ist.
34:25Und weil der Herr Schmidt gesagt hat,
34:27dass der Herr Schulze das Autofährt,
34:28das dem Herrn Willenburg gehört,
34:29haben wir eins und eins zusammengezählt.
34:32Bitte, Frau Stockel, verschonen Sie mich.
34:34Ich hab jetzt wirklich keine Zeit für Ihre Geschichte.
34:36Der Herr Willenburg trifft uns jetzt direkt an der Musikakademie.
34:39und ich hab ja vorher noch ein paar Telefonate zu führen.
34:42Dann fragst du halt die Frau Hofer selber.
34:46Frischheit.
34:51Ihr Anruf heute kam ein bisschen überraschend.
34:55Ich wollte Sie gerne noch mal sehen.
34:57Wie war denn der gestrige Abend mit dem großkopferten Willenburg?
35:03Sie könnten Zwillinge sein.
35:06Vielleicht wurden Sie ja bei der Geburt getrennt.
35:10Seit wann wissen Sie's?
35:11Glauben Sie wirklich, ich wäre so leicht reinzulegen, Herr Willenburg?
35:15Ich kann nichts dafür.
35:16Sie haben mich mit dem Klavierstimmer verwechselt.
35:19Und ehrlich gesagt, Widerstand scheint bei Ihnen zwecklos.
35:22Ja, stimmt.
35:23Da bin ich wohl ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen.
35:28Stellen Sie Herrn Schulze einen schönen Gruß von mir.
35:31Er hat den Flügel exzellent gestimmt.
35:33Danke.
35:34Ich hab zu danken.
35:36Sie haben mir gestern einen herrlichen freien Tag beschert.
35:42Freunde?
35:44Freunde.
35:45So, jetzt muss ich aber los.
35:47Ich treffe nämlich gleich den großkopferten Impresario.
35:50Ich hab auch eine Verabredung mit einer gewissen Marie Hofer.
35:53Und die mag es gar nicht, wenn man unpünktlich ist.
36:00Diese falsche Schlange.
36:03Jetzt weiß ich, warum Peter Dr. Schuster mir kündigen wollte.
36:08Ach, wann hatte Ihnen denn das mitgeteilt?
36:12Vor drei Tagen.
36:14Er hat mir gesagt, dass ich mir einen neuen Job suchen soll und das Mietverhältnis gekündigt.
36:19Und damit war auch Ihre private Liaison beendet.
36:23Er hat einfach so Schluss gemacht.
36:24Von den Fotos hat er mir kein Wort gesagt.
36:27Wenn Sie von diesen Fotos wussten, haben Sie ein Wortmotiv.
36:32Ich hatte keine Ahnung.
36:34Fragen Sie ihn doch selbst.
36:36Gut, das werden wir tun.
36:42Äh, ich komm gleich nach.
36:47Hallo Miriam.
36:50Ich wollte gerade den nächsten Patienten reinrufen.
36:53Ja, der wird jetzt noch ein bisschen warten müssen.
36:55Ich bin so frei.
36:57Wir haben soeben erfahren, dass Sie vor drei Tagen mit der Xenia Stamm Schluss gemacht haben.
37:03Und ich legte die Vermutung nahe, dass Sie sehr wohl von der Lena Gebauer mit diesen Fotos erpresst wurden.
37:10Ja.
37:11Nachdem sich einige Patienten bei mir beschwert haben, dass Frau Gebauer Ihnen angeboten hat, schwarz abzurechnen, wollte ich Sie entlasten.
37:18Und dann hat Ihnen die Frau Gebauer gedroht, die Fotos Ihrer Frau zu zeigen?
37:24Sie wollte, dass ich Sie weiter beschäftige und außerdem sollte ich Xenia kündigen.
37:28Und warum haben Sie der Frau Stamm nichts von den Fotos gesagt?
37:31Frau Gebauer wollte nicht, dass Xenia erfährt, dass sie dahinter steckt.
37:35Ich hatte keine andere Wahl.
37:37Und warum haben Sie uns nicht gleich die Wahrheit gesagt?
37:40Ich wollte nicht, dass meine Frau von der Affäre erfährt.
37:46Herr Stadler?
37:47Ja?
37:47Kann ich Sie einen Moment sprechen?
37:48Ja.
37:49Entschuldigung.
37:57Der Herr Dr. Schuster saß vorgestern beim Vortrag seiner Frau die ganze Zeit in der ersten Reihe.
38:03Es gibt sogar ein Video davon auf der Homepage des Tagungszentrums.
38:07Das nimmt mir was die Talibie.
38:14Hallo, Herr 80er.
38:15Grüß Gott, Frau Hofer.
38:17Sagen Sie, haben Sie gestern noch zufällig den Herrn Willenborg getroffen?
38:21Die Frau Stockel hat mir da irgendwas von einer verworrenen Verwecklungsgeschichte erzählt.
38:26Ach, die gute Frau Stockel redet eben viel, wenn der Tag lang ist.
38:29Ja, da haben Sie recht.
38:31Willenborg.
38:32Guten Tag.
38:3380er.
38:34Sehr erfreut.
38:35Und Sie müssen Frau Hofer sein.
38:39Schön, Sie endlich kennenzulernen.
38:40Wir haben gehört, Sie seien bereits gestern angereist.
38:44Ja, ja.
38:44Ich wollte ein paar Stunden in meiner ehemaligen Studienstadt verbringen.
38:47Verstehe.
38:48Und, hatten Sie einen schönen Tag?
38:51Es hätte nicht schöner sein können.
38:54Ja, na, dann würde ich doch vorschlagen, Sie schauen sich erst mal unseren Konzertsaal an.
38:59Dann können Sie sich auch gleich von der Qualität unseres Flügels überzeugen.
39:03Der ist selbstverständlich frisch gestimmt.
39:07Ich habe den Klavierstimmer sogar persönlich betreut.
39:13Der Mann ist zu beneiden.
39:21Hallo, Miriam.
39:22Grüß Gott beieinander.
39:23Ich brauche jetzt erst mal einen Kaffee.
39:25Espresso gibt's, die Maschine funktioniert.
39:27Also, äh, ich jetzt erst einmal nicht.
39:30So, der Michi hat mir was weitergeleitet.
39:33Die Luxushandtaschen von Lina Gebauer.
39:35Luxus?
39:36Ich weiß nicht so recht.
39:37Also, die hier ist zumindest ein Fake.
39:41Aber, was die Handtaschen von der Frau Gebauer ist, sind ich mit heuer?
39:45Dann, was sieht man das bitte?
39:46Also, diese Marke heißt Karalani.
39:49Das Logo ist ein C und ein L.
39:51Hier ist das C unten geschlossen.
39:54Im Original ist das C unten unterbrochen.
39:58Da braucht man ja fast eine Lupe.
40:02Was hat's denn da schönes?
40:04Also, die Frau Stockel meint, dass die Handtaschen von der Frau Gebauer Fälschungen sind.
40:09Also, zumindest die.
40:10Na, perfekt.
40:12Jetzt passt's einmal auf.
40:13Der Florian Lex war vorgestern im Dönerstübchen.
40:17Er ist aber nur fünf Minuten geblieben und dann gleich in das Geschäft nebenan gegangen.
40:21Und was ist das für ein Geschäft?
40:23Das ist ein Designer-Second-Hand-Laden.
40:26Und die Besitzerin von dem Geschäft, das ist eine gute Bekannte von Florian Lex.
40:29Warum?
40:31Weil er ihr Hauptlieferant ist für die Designer-Handtaschen.
40:35Moment einmal, hier mal.
40:37Das heißt ja, dass der Florian Lex die Handtaschen von seiner Freundin dort verschaut hat.
40:42Und hat die Original-Handtaschen in Lina Gebauers Wohnung durch Fakes ersetzt.
40:47Genau.
40:51Herr Lex, wie wir erfahren haben, waren Sie als DJ nicht besonders gefragt.
40:55Ein paar schlecht bezahlte Auftritte im Underdog.
40:58Da bleibt der Monatsende nicht viel übrig.
41:01Deswegen haben Sie auch die Luxushandtaschen Ihrer Freundin bei einem Second-Hand-Laden weiterverkauft.
41:05Und damit das nicht so auffällt, haben Sie es gegen gut gemachte Imitate ersetzt.
41:10Die Verkäuferin hat Sie eindeutig identifiziert.
41:12Damit ist die Alibi geplatzt.
41:14Ja, die Lina hat halt per Zufall eine ihrer Taschen im Schaufenster entdeckt.
41:18Das war so eine, die einen kleinen Riss unten im Leder hatte.
41:20Und daran hat sie es dann auch erkannt.
41:23Und wann ist diese Schwindel auffloh?
41:26Vorgestern Abend hat sie mich dann aus der Praxis angerufen.
41:29Sie war echt stock sauer auf mich.
41:30Und dann sind Sie zu ihr in Praxis?
41:33Naja, ich wollte es einfach erklären.
41:35Aber sie ist total ausgeflippt.
41:36Ich meine, sie hat gesagt, dass sie mich verlassen möchte.
41:38Und sie wollte zur Polizei gehen, um mich anzuzeigen.
41:40Ich meine, meine eigene Freundin.
41:42Und dann haben Sie zugestochen?
41:44Ich wollte Sie einfach nur beruhigen, okay?
41:47Aber sie ist da mit der Schere in der Hand auf mich losgelaufen.
41:49Ich meine, was hätte ich denn tun sollen?
41:50Ich habe mich doch nur gewehrt.
41:52Herr Lex, Sie sind vorläufig festgenommen,
41:54wegen des dringenden Tatverdachts,
41:56Lina Gebauer getötet zu haben.
41:57Herr Mohr, bitte.
41:59Nein, Herr Lex.
42:00Wenn Sie bitte mitkommen möchten.
42:10Also, ich weiß es ja nicht, wie es ist.
42:12Aber ich bult mir ein, dass Tilde exakt die gleiche Handtaschen hat.
42:16Ja, die sehen ja auch alle so gleich aus, gell, Herr Stadler?
42:19Gell, das finden Sie.

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