- vor 21 Minuten
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SpaßTranskript
00:01So, Marie.
00:03Du kümmerst dich ein bisschen um die Frau Danner, gell?
00:06Freilich, ich komm doch klar mit der Frau Danner, mach dir keine Sorgen.
00:09Ach, da kommt sie morgen, Verena.
00:11Morgen, was ist? Fährst du in Urlaub?
00:14Schön wär's.
00:15Nein, mein Schwesterherz muss zu einem Ideen-Workshop nach Innsbruck.
00:18Oh, auf den ich gut und gern verzichten könnte.
00:21Ein Kollege aus dem Stadtrat ist krank geworden
00:22und hat mich gebeten, kurzfristig für ihn einzuspringen.
00:25Aber morgen Abend bin ich wieder da. Ciao, ciao.
00:28Ferti, Marie.
00:30Und viel Erfolg beim Brainstormen, gell?
00:32Das wird schon so was werden.
00:34Das schaffst du schon.
00:36Und, Frau Danner, wie wär's mit Frühstück?
00:39Das ist eine sehr gute Idee, Herr Hofer.
00:41Auf geht's.
01:03Oh, Frau Tausig, Sie sind ja schon da.
01:05Hallo, Frau Strobl.
01:07Ich versuch gerade, Herrn Gast zu erreichen.
01:09Da ist er denn nicht im Haus drin.
01:11Na, zumindest macht keiner auf.
01:13Und bei seinem Handy ist nur die Mailbox dran.
01:16Viktor, Juliane hier. Sag mal, wo steckst du denn?
01:20Ruf mich bitte zurück.
01:25Was haben Sie denn damit vor?
01:29Reinigungsmittel, weil ich ja in Zukunft auch bei Herrn Gast zauber machen soll.
01:33Der Herr Gast hat einen Rotweinfleck auf seinem Teppichboden
01:36und da er mir den Auftrag erteilt hat, seine Villa zu verkaufen,
01:39sollen Sie jetzt genau diesen Fleck einfach nur wegmachen.
01:41Na, na, dann mach ich halt nur den Rotweinfleck weg.
01:44Aber so wie's ausschaut, kommen wir eh nicht rein.
01:47Das haben wir gleich.
01:57Viktor?
02:00Er scheint tatsächlich nicht hier zu sein.
02:03Ja, wo ist denn jetzt der Rotweinfleck?
02:06Im Wohnzimmer?
02:14Ach, herrje.
02:17Ja, um Gottes Willen.
02:21Viktor?
02:27Ja, wollen Sie denn nicht rangehen?
02:30Ich roff die Polizei.
02:38Schau uns, Frau Dana, was ich Feines für Sie gemacht hab.
02:40Ein richtig echtes Bauernfrühstück mit Eiern und Speck.
02:44Ganz ein ausgezeichneter Speck vom Nachbarn drüben.
02:47Ja, sind Sie schon fertig?
02:49Schon ist gut.
02:50Wissen Sie, wie lang Sie da in der Küche zugegangen waren?
02:53Ich hab gedacht, Sie braten sicher Weihnachtsgans.
02:55Ich mein, was gut dauert halt ein bisschen.
02:57Ich hab ja gedacht, wir frühstücken gemeinsam in aller Ruhe.
02:59Ja, mit der Ruhe ist jetzt, glaub ich, sowieso vorbei.
03:02Frau Stockel, was gibt's?
03:03Frau Dana, es gab wieder Laich.
03:06Mhm.
03:19Grüß euch.
03:20Grüß Gott, Herr Mohr.
03:22Wer sind denn die zwei Frauen?
03:23Die zwei Damen, die haben den Toten gefunden.
03:26Das eine ist die Juliane Tausig, eine Immobilienmaklerin aus Rosenheim.
03:30Und das andere, das ist die Roswitha Strobl, das ist die Zugefrau von der Frau Tausig.
03:34Mhm.
03:35Wissen wir schon was über den Toten?
03:36Ja, freilich, das ist der Viktor Gast, 48 Jahre alt, ledig und das kinderlos.
03:41Vom Beruf war er Börsenmakler und hauptsächlich gewohnt hat er in Frankfurt am Main in der
03:46Lena Straße 34.
03:48Ach so.
03:48Dann ist das quasi nur sein bescheidener Nebenwohnsitz gewesen, oder was?
03:53Ja, du, einer von mehreren hat mir die Frau Tausig gesagt.
03:56Also, der hat schon so ein paar Heißhallen mehrer gehabt.
04:00Börsenmakler müsste man sein, gell?
04:01Na ja, ich bin eigentlich ganz zufrieden mit meinem Hof.
04:03Ich würde vorschlagen, wir schauen jetzt zur Leiche und reden da mit den beiden Damen.
04:07Okay.
04:08Doppeltweiler.
04:09Morgen.
04:10Ja, gut.
04:22Dann haben wir alles.
04:23Ach, noch was.
04:25Seien Sie doch so gut und rufen für mich den Doktor Baumgartner an.
04:29Ah, Doktor Baumgartner, das ist doch der Vorsitzende vom Kulturverein in Rosenheim.
04:33Richtig.
04:34Und die haben ja morgen Vormittag wieder ihr traditionelles Sommerstockschießen.
04:39Das ist sowas wie Eisstockschießen, nur halt ohne Eis.
04:42Ja, ja, das kenn ich.
04:42Die Frau Hofer macht da immer mit.
04:44Und danach gibt's immer ein Weißwurstfrühstück.
04:46Ja, aber die Frau Hofer kann eben morgen leider nicht.
04:50Sie ist da auf so einen Ideen-Workshop in Innsbruck.
04:53Aber dann machen Sie doch mit.
04:55Ich hab gehört, das ist total lustig.
04:57Ich?
04:57Nein, um Gottes Willen.
04:59Ich kenn ja nicht einmal die Regeln.
05:00Na, sind's doch bittchen so gut und sagen am Doktor Baumgartner schöne Grüße.
05:04Die Frau Hofer und ich sind leider verhindert.
05:07Das mach ich.
05:08Ah, Herr Achtziger, wollt's noch einen Kaffee?
05:10Na, danke, danke.
05:11Ich hab schon genug.
05:13Herr Doktor Lauser König, was verschafft mir die Ehre?
05:19Sommerstockschießen vom Kulturverein?
05:22Ah ja, und dafür fahren Sie morgen extra nach Rosenheim.
05:27Ja, ist eine sehr, sehr schöne Tradition.
05:31Ich?
05:32Ja, natürlich.
05:34Ja, ich bin auch dabei.
05:36Ja, wunderbar.
05:37Ja, dann sehen wir uns morgen.
05:39Ja, ich freu mich.
05:41Wiederhören.
05:44Das hat mir gerade noch gefehlt.
05:56Ignaz, wir haben.
06:00Baumgartner?
06:01Ah, guten Tag Frau Stockel.
06:03Ich bin gerade beim Stockschießen.
06:05Aber das Turnier findet doch erst morgen statt, Herr Doktor Baumgartner.
06:08Ja, ja, nur bin ich etwas aus der Übung drum.
06:11Kann's nicht schaden, wenn ich meine müden Knochen heute schon ein wenig in Schwung bringe?
06:14Ja, das ist sehr löblich.
06:16Ähm, Herr Doktor Baumgartner, der Herr Achtziger lässt grüßen, aber...
06:20Jetzt sagen Sie bloß nicht, der Herr Achtziger hat auch keine Zeit.
06:23Wir haben fest mit ihm gerechnet.
06:24Ja, ja, ja, es gibt ein Problem.
06:26Äh, der Herr Achtziger, der...
06:29Äh, äh, äh, der hat so ein Knie.
06:30Sie wissen schon, Knie heilt nie, gell?
06:34Ja, schaut's einmal her.
06:36Ich hab was für mich.
06:37Da hat jemand angerufen.
06:39Und zwar genau in dem Augenblick, wo die Frau Strobl und die Frau Tausig den Toten gefunden haben.
06:44Ja, und offenbar hat er auch eine Nachricht hinterlassen.
06:46Mhm, die werden wir gleich mal abhören.
06:48Jawoll.
06:49Entschuldigung, für mich hätten Sie bitte auch einen Moment.
06:52Ich wär da nämlich soweit.
06:53Genau, erst die Frau May, Herr Mohr. Hm?
06:56Denkt er nix?
06:57Herr Gast wurde gestern Abend zwischen 20 und 21 Uhr mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen.
07:02Wobei der Täter die Tatwaffe anscheinend mitgenommen hat.
07:05Wir haben ja nichts gefunden, was als Tatwerkzeug in Frage kommt.
07:08Jetzt?
07:08Gleich, Michi.
07:10Was ist mit Einbruchsspuren?
07:11Hm, Fehlanzeige.
07:12Tüne und Fenster sind alle okay.
07:15Und der Fleck da auf dem Teppichboden?
07:17Rotwein.
07:18Kein Lob.
07:19Und das hat der Herr Gast bei sich.
07:21Eine Brieftasche mit rund 200 Euro, diverse Kreditkarten, Handy sowie eine sehr teure Armanduhr.
07:27Raubmord können wir also ausschließen.
07:29Ach so.
07:30Danke, Frau May.
07:31Jetzt mich hin.
07:32Was?
07:33Ton ab.
07:33Ach so, ja.
07:35So.
07:38Herr Gast, hier ist der Hartmut Meerlinger.
07:41Ich verstehe ja, dass Sie sauer sind.
07:45Aber können wir nicht nochmal über alles reden?
07:51Ich probier's dann später noch einmal.
07:54Schöne Grüße auch von meiner Frau.
07:58Oha.
07:59Das klingt ja fast so, als ob's zwischen dem Herrn Nehrlinger und dem Herrn Gast richtig Ärger gegeben
08:03hätte.
08:03Allerdings.
08:04Fragt sich nur, wer ist der Herr Nehrlinger?
08:06Das können wir ja gleich die Frau Tausig und die Frau Strobel fragen.
08:08Und Sie hören sich bitte bei den Nachbarn um Herrn Morgen.
08:11Einmal Nachbarn, jawohl.
08:12Ja, ich sag ihm gute Besserung.
08:14Mhm.
08:15Gut, danke, wiederhören und viel Glück für morgen, gell?
08:18Ja.
08:20Frau Stockel, ich muss jetzt morgen doch zum Sommerstock schießen.
08:26Dr. Lauser König wird auch da sein und da kann ich natürlich nicht Nein sagen.
08:30Aber ich hab doch gerade den Dr. Baumgartner abgesagt.
08:32Ach, Sie haben schon mit ihm telefoniert?
08:34Ja, ich hab gesagt, Sie haben's am Knie.
08:36Am Knie?
08:37Was hätt ich denn sagen sollen?
08:38Der hätt doch nicht locker gelassen jetzt, wo die Frau Hofer auch nicht dabei ist.
08:41Ja, ja, ist schon recht.
08:42Aber ich kann dem Dr. Lauser König jetzt unmöglich wieder absagen.
08:47Ja, da gibt's nur eins.
08:50Sie sagen dem Dr. Baumgartner wieder zu.
08:52Und Ihr Knie?
08:53Nee.
08:54Dem geht's halt jetzt wieder besser.
08:59Dem geht's halt wieder besser?
09:01Er schafft Zeit noch nie, darf das alles ausbauen nimmer.
09:10Grüße Sie, Herr Dr. Baumgartner.
09:12Stockel nochmal am Apparat.
09:13Gerade eben hab ich mit Herrn Dr. Lauser König telefoniert.
09:15Herr Achtziger will ja morgen doch kommen.
09:17Deswegen ruf ich an.
09:18Das mit dem Knie ist anscheinend doch nicht so dramatisch.
09:21Ja, sind Sie sicher?
09:22Nicht, dass Herr Achtziger sich morgen überfordert?
09:25Ganz sicher.
09:26Und wenn, dann muss er die Zähne zusammenbeißen.
09:28Ah, ich verstehe.
09:30Eine echte Kämpfernatur, der Herr Achtziger.
09:33Ja, das ist er, der Herr Achtziger.
09:35Ja, der Name Nährlinger, sag mir etwas.
09:38Der Herr und die Frau Nährlinger haben eine Hausverwaltung hier in Rosenheim.
09:43Vielleicht hatten wir Ärger mit Herrn Gast.
09:45Aber genaueres wissen Sie nicht?
09:47Nein.
09:48Und Sie, Frau Strobl?
09:49Ich weiß gar nichts.
09:50Ich hab ja den Herrn Gast nur einmal ganz kurz gesehen.
09:53Na ja, gut, meine Damen.
09:55Kommen wir mal zu heute Morgen.
09:57Das war so.
09:59Ich hatte heute Morgen einen Termin mit Herrn Gast,
10:02weil ich ja seine Villa verkaufen sollte.
10:04Frau Tausig ist nämlich Immobilienmaklerin hier in Rosenheim.
10:08Ja, das haben wir schon gehört.
10:09Und Sie arbeiten für die Frau Tausig als Zugefrau.
10:12Deshalb hab ich die Frau Strobl gebeten,
10:14einen Rotweinfleck auf Herrn Gasts Teppich zu entfernen.
10:17Aber weil niemand aufgemacht hat,
10:19hat die Frau Tausig aufgesperrt und so haben wir ihn gefunden.
10:22Sie haben einen Schlüssel für das Haus.
10:24Den hat mir ja der Herr Gast gegeben, weil ich doch sein Haus verkaufen sollte.
10:28Und weil Sie auch was mit ihm hatten.
10:34Wie kommen Sie denn jetzt da drauf?
10:37Können wir euch kurz mal was zeigen?
10:39Freilich.
10:40Sie entschuldigen uns kurz.
10:45Die zwei sind sicherlich nicht grün.
10:47Ja, das sollte man gleich mal getrennt vernehmen.
10:51Das Notebook haben wir in Herrn Gasts Schlafzimmer gefunden.
10:54Und zwei schwarze lange Haare, wahrscheinlich von einer Frau.
10:57Ich schwöre, ich weiß nichts von irgendeiner anderen Frau.
11:06Und ich war auch definitiv nicht eifersüchtig.
11:09Seit wann haben Sie den Herrn Gast gekannt?
11:12Vor vier Tagen rief er mich von Frankfurt aus an
11:15und wollte wissen, ob ich sein Haus in Chiemgau verkaufen könnte.
11:18Und zwei Tage später, also vorgestern,
11:20stand er dann bei mir in meinem Büro in Rosenheim.
11:22Der hat es aber eigentlich gehabt.
11:24Dem Herrn Gast konnte es gar nicht schnell genug gehen.
11:25Er wollte, dass ich sein Haus mit aller Gewalt verkaufe.
11:29Selbst wenn er dafür zwei, dreihunderttausend weniger bekommen hätte.
11:33Ihm war das egal.
11:34Ja, und warum hat es ihm so pressiert?
11:36Bei so einem lukrativen Auftrag frage ich nicht nach dem Warum.
11:40Also, wir sind dann noch am selben Tag hierher.
11:43Der Herr Gast hat mir die Villa gezeigt
11:44und ich habe ein paar Fotos gemacht fürs Exposé.
11:48Ja, und dann sind Sie zusammen in die Kiste gestiegen.
11:50Oder wie kommt die Frau Strobel sonst drauf,
11:52dass Sie was miteinander hatten?
11:53Wir haben eine Nacht zusammen verbracht.
11:55Vorgestern bei mir zu Hause.
11:57Ich wollte es vor der Strobel nicht ausbreiten.
11:59Ich sehe schon so neugierig.
12:01Und was war dann, nachdem Sie die Nacht mit Herrn Gast verbracht hatten?
12:04Ich bin ins Büro.
12:07Und der Viktor, also der Herr Gast,
12:09wollte sich mit einem Bekannten zum Golfen treffen,
12:12im Golfclub Margaretenhöhe.
12:13Der Herr Gast war dort Mitglied.
12:15Hat er auch gesagt, wie der Bekannte geheißen hat?
12:17Ein gewisser Gernot Schwenk.
12:20Ah ja.
12:22Wo waren Sie gestern Abend zwischen 20 und 21 Uhr?
12:25Da war ich zu Hause.
12:27Allein.
12:28Mit dem Herrn Gast hatte ich verabredet,
12:30dass wir uns heute hier wieder treffen.
12:32Wegen dem Rotweinfleck.
12:34Zusammen mit der Strobel.
12:40Ah, Frau Tausig, die Fotos, die Sie vorgestern gemacht haben,
12:44die würden wir uns gerne anschauen.
12:45Könnten Sie die bitte an diese Adresse mailen?
12:48Kein Thema, ich bin eh gleich im Büro.
12:50Wiederschauen.
12:51Wiederschauen.
12:54Wir beide unterhalten uns noch.
13:05Und, hat sie jetzt zugegeben, dass sie mit dem Gast was gehabt hat?
13:09Wie haben Sie das eigentlich überhaupt mitbekommen?
13:11Ich hab halt in der Früh bei der Frau Tausig sauber gemacht
13:14und da ist der Herr Gast aus ihrem Bad spaziert.
13:18Natürlich haben die so getan, als wenn nix wäre,
13:21aber die Situation war mehr als eindeutig.
13:24Ist Ihnen sonst noch irgendwas aufgefallen?
13:26Nein, die sind nicht gleich fortgefahren.
13:28Ja, dann wärs das für's erste.
13:30Sie dürfen dann auch gehen.
13:31Wiederschauen, Frau Strobel.
13:32Auf Wiedersehen.
13:33Wiederschauen.
13:35Wiederschauen.
13:36Wiederschauen.
13:37Ah, Herr Mohr.
13:37Was sagen die Nachbarn?
13:39Irgendjemand, was verdächtig ist?
13:40Kriegen oder kehrt?
13:41Ja.
13:41Nein.
13:42Aber es schaut so aus,
13:43als hätte der Herr Gast
13:44einen sehr illustren Bekanntenkreis gehabt.
13:47Und international.
13:48Also darum hätte ich immer andere Leute übernachtet.
13:51Italiener, Spanier, Russer, Österreicher.
13:53Österreicher auch.
13:55Übrigens wollte der Herr Gast gestern
13:56mit einem Bekannten zum Golfen gehen,
13:58einem gewissen Gernot Schwenk.
14:00Genau.
14:00Könnten Sie den bitte ins Präsidium einbestellen?
14:02Ja, ist recht.
14:03Äh, ja, aber ich weiß jetzt gar nicht,
14:05wer der Herr Schwenk ist.
14:07Michi, das soll heute Stockler
14:08ein bisschen recherchieren.
14:09So viele Gernot Schwenks
14:10wird's nicht geben in Rosenheim und Umgebung.
14:12Ja, ist recht.
14:13Und sagen's der Frau Stockel,
14:14sie soll die Kollegen in Frankfurt einschalten.
14:16Und bei wem ist der Herr Gast Börsenmakler gewesen,
14:18mit wem ist er privat liiert gewesen,
14:20inklusive Durchsuchen der Wohnung in der...
14:23Lehnaustraße.
14:23Genau.
14:2334.
14:24Genau.
14:25Und danach hörst du die im Golfclub Margaretenhöhe um.
14:29Da war der Herr Gast nämlich nicht Gast,
14:30sondern Mitglied.
14:31Äh, wie ist sonst noch was?
14:33Ja, wir zwei fahren jetzt zu Hasselwald und Nährlinger.
14:36Gell?
14:36Ja.
14:37Pfüat ich mich hin.
14:38Pfüat ich.
14:40Oder so.
14:47Gernot wie?
14:48Schwenk.
14:49Gernot Schwenk.
14:50Gernot Schwenk.
14:51Und wer soll das sein?
14:52Ja, Stockl musst du halt recherchieren.
14:53So viele Gernot Schwenks
14:54wird's entgeben in der Rosenebot-Umgebung.
14:56Ich muss nämlich ganz dringend jetzt
14:58zu dem Golfclub Margaretenhöhe.
14:59Da ist der Herr Schwenk ein Mitglied.
15:01Ja.
15:02Frau Stockl.
15:03Ah.
15:04Grüß Gott.
15:04Frau Stockl.
15:06Ganz kurz.
15:07Wie sind's denn mit Dr. Baumgartner verblieben?
15:10Sehr gut.
15:11Dr. Baumgartner freut sich ungemein,
15:13dass Sie morgen beim Sommerstockschießen mit
15:14von der Partie sind.
15:16Na also.
15:17Das war aber eine Neuigkeit.
15:19Herr Achtziger, Sie gehen auf Taubenjagd.
15:21Bitte?
15:22Taubenjagd?
15:23Nichts Taubenjagd.
15:25Taubenjagd.
15:26Also eine Taube, das ist doch die Scheibe,
15:28wo sich beim Stockschießen alles drum dreht.
15:30Ja.
15:30Sehen Sie, Frau Stockl, genau.
15:32Das ist der Grund, warum ich der Frau Hofer
15:34immer das Feld überlassen habe.
15:36Ich muss nämlich morgen zum Sommerstockschießen
15:40vom Kulturverein.
15:41Und ich kenn nicht einmal die Regeln.
15:43Ach, das ist ja nicht schwer.
15:45Das kann ich ja leicht beibringen.
15:46Und vielleicht auch den einen oder anderen Trick.
15:49Tatsächlich?
15:50Das würden Sie für mich machen?
15:51Ja, freilich.
15:53Ja, haben Sie nicht noch was anderes zu tun?
15:55Nein, fünf Minuten bei Ihnen im Büro.
15:58Ja, wunderbar.
15:59Dann bis gleich.
16:00Bis gleich.
16:02Habe ich mich verhört oder hast du nicht gesagt,
16:05dass du zum Golfclub musst?
16:06Ja, das mache ich dann leider noch.
16:08Stockl, bitte noch ganz dringend anrufen in Frankfurt
16:11und fragen die Kollegen wegen unserem Toten,
16:14dem Herrn Gast.
16:15Also Frankfurt, Kollegen, Gast.
16:18Ich bin nicht blöd.
16:19Also du auch.
16:37Der Herr Gast ist ja ermordet worden.
16:39Das ist ja schrecklich.
16:42Aber Sie glauben doch nicht, dass wir was damit zum tun haben?
16:45Wieso war der Herr Gast denn sauer auf Sie?
16:49Tja, also...
16:50Also das war so.
16:51Seit zwei Jahren kümmern wir uns um die Villa von Herrn Gast.
16:55Normalerweise hat er uns immer Bescheid gegeben,
16:56wenn er nach Rosenheim gekommen ist,
16:58damit wir das Haus für ihn herrichten konnten.
17:00Ja, und vor zwei Tagen hat er dann plötzlich angerufen
17:03und gesagt, er wäre schon im Haus und ohne uns vorher Bescheid zu geben.
17:09Er hat sich furchtbar aufgelegt,
17:10dass der Rotweinfleck auf seinem Teppich wäre.
17:12Für den Sie aber nichts können.
17:14Oder haben Sie den Fleck verursacht?
17:16Selbstverständlich nicht.
17:17Aber Herr Gast ist wohl davon ausgegangen, dass wir den Fleck bereits entfernt hätten.
17:22So war's doch, Hartmut.
17:24Ja, und nur weit im Herrn einmal was nicht passt.
17:29Jetzt hat er uns gleich kündigt.
17:31Und da wollten wir halt nochmal mit ihm reden.
17:35Verkaufen?
17:36Sind Sie sicher, dass es bei der Kündigung um den Rotweinfleck gegangen ist?
17:39Weil angeblich wollte der Herr Gast seine Villa sowieso verkaufen.
17:42Und dann hätte er auch keine Hausverwaltung mehr braucht.
17:45Verkaufen?
17:46Das ist uns jetzt neu.
17:49Davon war aber nicht die Rede.
17:51Wann haben Sie den Herrn Gast das letzte Mal gesehen?
17:54Ja.
17:55Für das letzte Mal da?
17:57Vor vier Monaten?
18:02Also laut Aussagen der Nachbarn gab es im Haus vom Herrn Gast ein fröhliches Kommen und Gehen von Freunden von
18:08ihm aus aller Herren Länder.
18:09Ach so, die Freunde.
18:10Die?
18:11Ja, die haben wir nicht kennengelernt.
18:13Die haben sich immer um sich selber gekümmert.
18:15Ja.
18:16Das heißt, der Gast hat seine Villa Freunden zur Verfügung gestellt, auch wenn er selber gar nicht da war.
18:21Ja, und die haben uns dann den Schlamassel eingebracht mit dem Rotweinfleck.
18:33Grüß Gott.
18:48Guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?
18:50Ja, ich möchte gerne zu Herrn Achtziger. Mein Name ist Dr. Frank Baumgartner.
18:54Ach, Herr Dr. Baumgartner. Grüß Gott.
18:57Sie wollen zum Herrn Achtziger?
18:58Da gehen Sie einfach die Treppe hoch und dann links Zimmer 107.
19:01Danke sehr.
19:02Gerne.
19:07So, Herr Achtziger. Und jetzt passen Sie auf.
19:09Ja.
19:09Bevor Sie den Stock loslassen, dann machen Sie doch mit dem Arm so eine Hin-und-her-Bewegung. So was.
19:19Hin, her, hin, ja, und her. Und diese Bewegung, die nennt man Leuten.
19:26Ja, Leuten.
19:28Genau.
19:30Oh, Herr Dr. Baumgartner, das ist ja eine Überraschung.
19:35Ja, ich weiß, und ich will auch gar nicht lange stören.
19:36Ja, darf ich vorstellen, Dr. Baumgartner vom Kulturverein, das ist Polizeihauptmeister Mohr.
19:41Wir haben es gerade gehabt vom Leuten, also das Leuten beim Stockschießen.
19:46Ah, Experten unter sich.
19:48Ja.
19:49Dann weiß ich ja jetzt, wo ich Sie eintragen werde.
19:51Ich war mir nämlich nicht sicher, ob Sie lieber bei uns Rosenheimern mitspielen wollen,
19:54so wie Frau Hofer all die Jahre, oder lieber doch bei den Münchnern.
19:57Ach, Sie meinen zusammen mit Dr. Lauser König? Ja, das wäre natürlich auch eine Option.
20:02Nein, auf keinen Fall. Unter uns gesagt, mit Frau Hofer haben die letzten Jahre nie wirklich einen Stich gemacht.
20:07Aber mit Ihrer Hilfe wäre der Herr Achtziger.
20:09Ja, da fehlen wir die Münchner von der Bahn 6e 9e aus.
20:136e 9e aus.
20:15Ha, das wird ein Fest. Also dann, bis morgen.
20:18Ja.
20:19Servus.
20:19Bis morgen.
20:21Wiederschauen, Herr Dr. Baumgartner.
20:23Ja, sagen Sie mal, Herr Mohr, sind Sie denn von Sinnen?
20:27Jetzt glaubt dieser Dr. Baumgartner, ich wäre ein Superprofi.
20:30Keine Panik, Herr Achtziger-Biedelzeit haben wir ja noch.
20:33Oh Gott, das ist ja schon morgen, ja.
20:34Also, der Gernot Schwenk ist tatsächlich in Rosenheim gemeldet, und zwar in der Turmstraße Nummer 3.
20:41Und vom Beruf ist er Zählerableser bei den Rosenheimer Stadtwerken.
20:45Wie bitte? Ein Zählerableser, der golfen geht?
20:49Noch dazu mit einem Börsenmakler aus Frankfurt.
20:52Frau Stockl, sind Sie sich sicher, dass es sich um den Richtigen Gernot Schwenk handelt?
20:56Selbstverständlich, Herr Hofer, ich habe auch schon mit dem Herrn Schwenk telefoniert,
20:58und er schaut, dass er so schnell wie möglich ins Kommissariat kommt.
21:01So, und da hätte ich noch frisch aus der KTU das Laptop vom Herrn Gast.
21:05Danke, Frau Stockl.
21:06Da hätte ich noch eine Telefonliste.
21:08Danke, Frau Stockl.
21:09Und mit den Kollegen in Frankfurt habe ich auch schon telefoniert, die melden sich,
21:12sobald sie in der Wohnung vom Herrn Gast waren.
21:14Sehr gut.
21:20Und läuten, läuten und läuten.
21:30Ja, Herr Achtziger, das war schon gar nicht so schlecht.
21:33Ich bitte Sie, Herr Mohr.
21:35Damit kann ich ja keinen Blumentopf gewinnen.
21:37Nein, da fehlt vielleicht so das letzte Quäntchen an Präzision noch.
21:41Aber nein, Ihre Abspieltechnik, das hat mir schon recht gut gefallen.
21:45Okay.
21:46Ja, auch die Beinstellung, wenn Sie ihn loslassen, sehen Sie, durchaus.
21:50Ja?
21:52Ja, das muss wohl irgendwie ganz intuitiv gemacht haben.
21:57Umso besser.
21:58Und jetzt einen kleinen Tipp.
22:00Schauen Sie immer in die Richtung, in diesen Schissen.
22:04Mhm.
22:05Gut.
22:05Ja, das will ich schon noch hinkriegen.
22:08Okay, wenn es weiter nix ist.
22:09Und läuten?
22:12Und?
22:22Was?
22:22Und läuten?
22:25Und...
22:26Was ist mit dem Kronen?
22:28Was ist denn?
22:38Und?
22:39Und?
22:39gerade die Kollegen in Frankfurt erwischt. Erstens, der Herr Gast hat alleine gelebt und war anscheinend
22:45nicht liiert. Schade. Wir haben nämlich in seiner Rosenheimer Villa schwarze Frauenhaare gefunden.
22:51Genauer gesagt in seinem Schlafzimmer. Da hätte man natürlich gern gewusst, von wem die sind.
22:55Na und zweitens? Und zweitens war der Herr Gast offenbar selbstständig und hat sein Büro daheim
23:00gehabt. Ja, wobei er für seine Börsendeals gar kein Büro gebraucht hat. Die konnte er alle von
23:05seinem Laptop ausmachen. Was waren denn das für Deals? Also ich bin keine Börsenexpertin, aber ich sehe,
23:10dass er letzte Woche eine größere Transaktion gemacht hat und zwar über 1,2 Millionen Euro.
23:16Abgewickelt hat er den Deal über die Jaktura Bank in Frankfurt. Frau Daller, da fällt mir ein, letzte
23:21Woche haben ganz viel Leute Geld an der Börse verloren. Das ist sogar in der Zeitung gestanden.
23:26Jetzt nehmen wir mal an, der Herr Gast hat die 1,2 Millionen an der Börse verzockt. Dann hätte er
23:31ja
23:31wirklich Geld gebraucht. Und wollte es eine Rosenheimer Villa verkaufen und zwar im Schweinsgalopp.
23:35Ich setze mich mal gleich mit der Bank in Verbindung. Sehr gut.
23:39So. Ja, bitte.
23:46Grüß Gott. Mein Name ist Gerhard Schwenk.
23:50Ach, hier Schwenk. Sie werden schon erwartet. Bitte.
23:59Viktor Moritz, das gibt's doch nicht. Haben Sie den Herrn Gast näher gekannt?
24:04Viktor und ich, wir sind alte Schulfreunde. Oder vielmehr waren.
24:08Haben Sie eine Idee, wer ihn umgebracht haben könnte? Hat er irgendwelche Feinde gehabt? Gab es Streit in letzter Zeit?
24:15Nein, nicht, dass ich wüsste. Wann haben Sie den Herrn Gast das letzte Mal gesehen?
24:19Gestern Mittag, beim Golfen. Das haben wir immer gemacht, wenn Viktor mal wieder im Lande war. Er hat ja eigentlich
24:26in Frankfurt gelebt.
24:27Von wann bis wann waren Sie beim Golfen?
24:29Von circa 12 bis 14 Uhr. Wir haben nur kurz was gespielt. Mehr Zeit war leider nicht.
24:35Mit Verlaub, aber Golfen ist ein recht ungewöhnliches Hobby für einen Zählerableser von den Stadtwerken.
24:40Ja, Zählerableser bin ich schon lange nicht mehr. Das steht zwar noch so auf unserer Webseite, aber mittlerweile leite ich
24:47die Abteilung.
24:49Abteilungsleiter, ist das so? War gestern beim Golfen irgendwas anderes wie sonst? Irgendwas ungewöhnlich?
24:54Nein, im Gegenteil. Danach wollte er dann in seine Villa nach Steinhausen und ich musste wieder zu meinem Schreibtisch bei
25:01den Stadtwerken zurück.
25:02Also, Herr Schwenk, wo waren Sie gestern Abend, so zwischen 20 und 21 Uhr?
25:07Da war ich zu Hause. In der Turmstraße 3.
25:11Kann das irgendwer bezeugen?
25:13Nein, ich war alleine.
25:14Schade.
25:16Entschuldigung um die Störung, aber ich habe Rückmeldung von der Jaktura-Bank.
25:21Einen Augenblick, bitte.
25:22Sie entschuldigen uns.
25:23Ja, natürlich.
25:29Und?
25:30Also, die Bank sagt, dass der Herr Gast sein Geld hauptsächlich mit hochriskanten Börsengeschäften gemacht hat.
25:37Bis jetzt ist alles gut gegangen, bis auf letzte Woche.
25:39Da hat es ihn erwischt.
25:40Genau wie ich gesagt habe, der hat die 1,2 Millionen verzockt.
25:44Aber deswegen ist der Herr Gast kein armer Mann gewesen.
25:47Laut Bankauskunft hat er ein Ferienhaus auf Sylt, ein Apartment in London und eine Eigentumswohnung in Frankfurt.
25:53Nicht schlecht. Was ist mit dem Testament?
25:56Es gibt keins.
25:57Tasche, ja. Na gut, danke, Frau Stockel.
26:00Bitte.
26:031,2 Millionen, das ist ja der Wahnsinn.
26:07Wieso hatten Ihnen der Herr Gast das nicht erzählt, wo Sie doch so gut befreundet waren und er deswegen seine
26:11Rosenheimer Villa verkaufen musste?
26:13Er hat nur gesagt, dass sich so ein großes Haus für ihn alleine nicht lohnen würde.
26:18Dafür wäre er zu selten hier. Da ging er lieber ins Hotel.
26:22Ja, das wird aber seine Freunde nicht sonderlich gefreut haben.
26:25Welche Freunde?
26:26Na, die Freunde, denen er immer wieder seine Villa zur Verfügung gestellt hat für Partys und dergleichen.
26:33Das haben seine Nachbarn beobachtet.
26:35Und seine Hausverwalter, Herr und Frau Nierlinger, haben uns das ebenfalls bestätigt.
26:39Das muss ein Missverständnis sein.
26:41Viktor war ein totaler Workaholic. Der hatte keine Freunde. Der saß immer nur vor seinem Computer.
26:47Aber mit Frauen hat er schon was gehabt.
26:48Wir haben nämlich in seinem Rosenheimer Schlafzimmer schwarze Frauenhaare gefunden.
26:53Ich weiß, dass er was mit seiner Maklerin, einer gewissen Frau Tausig hatte.
26:59Die hat mir leider keine schwarzen Haare.
27:01Das weiß ich auch nicht.
27:03Was hat er Ihnen denn über die Frau Tausig erzählt?
27:07Er hat gesagt, dass sie ihn vorgestern Abend quasi an der Krawatte in ihr Bett gezerrt hätte.
27:13Zur Feier des Tages, weil sie seine Villa so schnell verkauft hätte.
27:18Moment einmal. Die Villa ist schon verkauft?
27:20Ja. An irgendeinen Chefarzt in Hannover.
27:23Sie wissen nicht so viel, wie der heißt?
27:25Nein.
27:33Stock, Herr Christi.
27:34Sag einmal, Michi, wo kämpfst du jetzt her?
27:38Stocki, kannst du schweigen?
27:40Ja.
27:41Ich war doch recherchieren am Golfplatz.
27:44Ja.
27:44Und vorher war mit Herrn Achtziger Stock schießen übel.
27:47Ich hab schon sowas geahnt.
27:49Und, hast du unserem Herrn Achtziger was beibringen können?
27:51Äh, schau. Es ist ja so. Ich geh einmal rüber.
27:56Stopp! Du erzählst mir jetzt ganz genau, wie sich der Herr Achtziger angestellt hat.
28:01Katastrophe.
28:02Nein.
28:02Ja. Und das Schlimmste ist, der Ander, der Dr. Baumgartner, der glaubt, dass der Achtziger das Stockschießen erfunden hat.
28:11Ha, tatsächlich. Auf der Homepage von der Frau Tausig steht, die Villa ist verkauft.
28:16Uns gegenüber hat die Frau Tausig das so getan, als wenn sie die Villa erst noch verkaufen müsste.
28:20Vielleicht wollt sie ja nicht, dass wir wissen, dass sie die Villa schon verkauft hat.
28:24Sie meinen, mit dem Verkauf der Villa ist irgendwas falsch?
28:29Und wie ist denn euer Crashkurs ausgegangen?
28:33Deprimierend. Ich bin arbeiten gegangen, in einen Golfclub, und der Herr Achtziger hat gesagt,
28:36jetzt ist noch lange nicht Schluss, jetzt wird geübt.
28:39Ja?
28:40Frau Stockel.
28:42Herr Achtziger.
28:43Frau Stockel, der Brief, der muss heute noch raus dringen.
28:47Selbstverständlich, Herr Achtziger.
28:48Ach, ja. Herr Rohr, ich weiß, am Anfang hat es nicht so ausgeschaut, aber inzwischen bin ich überzeugt,
28:56Ihr Coaching hat tatsächlich was gebracht. Vielen Dank.
28:59Gerne, danke.
29:00Ja, jetzt brauche ich bloß noch ein Quäntchen Glück.
29:03Toi, toi, toi.
29:06Servus.
29:07Super.
29:11Ach, der Herr Mohr, auch mal wieder im Lande, gell?
29:13Zu Ihnen wollte ich gerade.
29:15Dann geht's doch schon mal vor.
29:17Ja.
29:19Ach, Frau Stockel, könnten Sie bitte bei den Kollegen von der KTU nachfragen, ob die in den Unterlagen
29:24vom Herrn Gast einen Kaufvertrag von der Villa finden.
29:26Mach ich sofort, Frau Dana.
29:30Au, wie zwick, au, zwick.
29:33Und dann bin ich in den Golfclub gefahren.
29:35Aber du findest ja niemanden, der dir irgendeine Auskunft gibt.
29:37Ich bin von Loch zu Loch keiner da.
29:40Waren Ihre Mühen trotzdem erfolgreich?
29:42Freilich.
29:43Der Herr Gast war höchst selten im Golfclub.
29:46Warum?
29:46Warum?
29:46Weil er höchst selten in Rosenheim war.
29:49Im Gegensatz zum Herrn Schwenk, der war jeden zweiten Tag im Golfclub.
29:52Und dort hat er einen auf dicke Hose gemacht.
29:54Fetter Sportwagen, fette Trinkgelder.
29:57Und das als Abteilungsleiter?
29:58Im Golfclub hat er gesagt, er ist Kunsthändler.
30:02Kunsthändler?
30:03Das wäre der immer bunter.
30:04Frau Stockel?
30:05Ja, den Herrn Schwenk müssen wir noch mal einbestellen.
30:08Weit kann er ja noch nicht sein.
30:10Und, was war sonst noch?
30:11Ah, der Herr Gast war gestern zum letzten Mal zu Gast im Golfclub.
30:15Und zwar zum Mittag.
30:16Zusammen mit dem Herrn Schwenk.
30:18Und ich glaube, die zwei sind ziemlich dicke Spätzl.
30:23Beim Herrn Schwenk geht nur die Mailbox hin.
30:25Dann probieren Sie es bei den Startwerken.
30:27Herr Hofer, haben Sie mal auf die Uhr geschaut?
30:29Na, guten Morgen.
30:30Ach mal, Feierabend.
30:31Ja.
30:32Michi?
30:34Feierabend.
30:35Genau.
30:42Sie haben Regen gesprungen mit Kraut mitgebracht.
30:45Und Sie mexikanischen Reissalat?
30:47Ja, mei.
30:48Ich wollte nicht, dass Sie denken, dass es bei mir immer nur Schweinsbrot sein muss.
30:51Und ich wollte nicht, dass Sie denken, dass es bei mir immer nur Salat sein muss.
30:55Obwohl.
30:59Einen guten Frau Tanne.
31:00Einen guten Herr Hofer.
31:24Einen guten Morgen, Herr Hofer.
31:26Guten Morgen, Herr Achtziger.
31:27Sie gehen schon, wir kommen ja gerade.
31:29Ich komme ja wieder, aber bis dahin müssen Sie mir unbedingt die Daumen drücken.
31:33Morgen.
31:34Morgen, Frau Tanne.
31:35Guten Morgen, Herr Achtziger.
31:36Was hat er denn?
31:38Daumen drücken, sagen wir ihm.
31:40Diese verdächtig gute Laune.
31:42Die Frau Stockl wird es wissen.
31:44Das glaube ich auch.
31:46Der Herr Achtziger macht doch bei diesem Sommerstockschießen vom Rosenheimer Kulturverein mit.
31:51Bei dem Turnier, bei dem normalerweise meine Schwester immer mitmacht.
31:54Normalerweise ja, Herr Hofer, wenn sie nicht gerade in Innsbruck weilt.
31:58So, aufgepasst, ich habe was für euch.
32:00Die Spurensicherung hat diesen Kaufvertrag in den Unterlagen vom Herrn Gast gefunden.
32:05Und, haben Sie schon reingeschaut?
32:07Selbstverständlich.
32:08Vor drei Tagen ist die Villa an einen gewissen Professor Rüdiger Gräfe aus Hannover verkauft worden.
32:13Und zwar für 1,3 Millionen Euro.
32:16Okay, das ist ja ein richtiges Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die Villa gut und gern ihre 2 Millionen wert
32:21ist.
32:22Das Ganze ist auch schon notariell beglaubigt.
32:24Tja, komisch.
32:25Wir hätten schwören können, dass mit dem Deal irgendwas faul ist.
32:28Was ist mit dem Herrn Schwenk?
32:29Zum Herrn Schwenk komme ich gleich.
32:31Ich habe noch was anderes.
32:32Und zwar hat die KTU den Browserverlauf vom Herrn Gast gecheckt.
32:36Und hat festgestellt, dass der Herr Gast vor drei Tagen selber nach seiner Villa geschaut hat.
32:41Und zwar auf einem Portal für Vermietung von Ferienhäusern.
32:44Das glaube ich jetzt nicht.
32:45Ich prüfe das gleich mal nach.
32:48Und jetzt zum Herrn Schwenk.
32:50Also, ich habe bei den Stadtwerken angerufen.
32:53Der Herr Schwenk ist kein Abteilungsleiter.
32:56Der ist Zählerableser.
32:58Also doch.
32:59Und wann kommt er? Sie wollten den da einbestellen.
33:01Das Problem ist, dass der heute frei hat und auch sein Handy ausgemacht hat.
33:04Aber der Moor holt ihn ab und bringt den Standepede hierher.
33:08Sehr gut.
33:09Na ja, schauen wir mal, dann sehen wir schon.
33:11Danke, Frau Stock.
33:12Sehr gerne.
33:18Haben Sie es mitbekommen, Frau Danner?
33:20Der Herr Schwenk ist doch nur Zählerableser.
33:23Stellen Sie doch die Frage, wie kann sich der einen Sportwagen leisten und mit Trinkgeldern um sich schmeißen?
33:27Vielleicht hat er ja gehabt.
33:28Na, gleichzeitig behauptet er, er wäre Abteilungsleiter.
33:32Und im Golfclub sogar, er wäre Kunsthändler.
33:34Herr Hofer, können Sie jetzt einmal für zwei Sekunden den Herrn Schwenk vergessen?
33:38Für zwei Sekunden? Guck.
33:39Die Villa vom Herrn Gast ist tatsächlich als Ferienhaus inseriert worden.
33:43Das heißt, die Nachbarn haben nicht Freunde und Bekannte gesehen,
33:46sondern Feriengäste.
33:48Und die schwarzen Frauenhaare in seinem Schlafzimmer sind nicht von seinen Geliebten.
33:53Sondern von einem weiblichen Feriengast.
33:55Aber der Herr Gast, der hätte doch sowas nie gemacht,
33:57seine Villa an Feriengäste zu vermieten.
34:00Aber wenn es eh nicht war, wer war es dann?
34:03Also mir wird da schon jemand einfallen.
34:17Das war doch ein Jammer.
34:18Die Villa von Herrn Gast stand ja die meiste Zeit leer.
34:21Ja, und da haben Sie sich gedacht, vermieten wir die mal an Feriengäste,
34:24das kriegt der nie mit.
34:25Aber das hat dem doch eh wurscht sein können.
34:28Der war doch eh nicht da.
34:29Ja, und für Sie war es ein wunderbares Nebeneinkommen, gell?
34:32Seit wann ist das schon gegangen?
34:34Noch nicht so lang.
34:36Ah ja, vielleicht.
34:40Aber nicht, dass Sie jetzt denken,
34:42dass wir die Objekte, die wir sonst noch verwalten,
34:46auch so handhabend,
34:48dass mit der Villa von Herrn Gast war die absolute Ausnahme.
34:53Ach, viel zu stressig worden.
34:54Wir haben ja immer hinterher,
34:56wenn die Feriengäste wieder weg waren,
34:57die Villa wieder tiptop in Ordnung gebracht.
34:59Nur den Rotenreinfläch
35:00kann man nicht rechtzeitig entfernen können.
35:02Ja, weil die Ruhm vorher gesehen auftaucht ist.
35:04Der Rotenreinfläch?
35:05Nein, der Herr Gast.
35:09Aber deshalb haben wir zwei da jetzt nichts mit dem Mann zu tun.
35:17Ja?
35:19Servus, Frau Stockel.
35:20Frau Hofer, ich dachte, Sie wären heute noch in Innsbruck.
35:23Ja, das dachte ich auch.
35:24Aber weil wir gestern besonders fleißig waren,
35:26war heute schon früher Schluss.
35:27Sie wollen einen Kaffee, gell?
35:29Sehr gern.
35:30Ich habe nämlich gleich eine Besprechung mit dem Herrn 80er
35:32und dem Dr. Baumgartner in Sachen Musikakademie.
35:36Ach so, ich dachte,
35:37die wären noch auf dem Stockschützen-Turnier.
35:39Nein, nein, das ist schon aus.
35:41Der Leo Scherzinger von der Brauerei Scherzinger, danke,
35:44hat mich gleich danach angerufen.
35:46Die Rosenheimer haben wie immer gegen die Münchner verloren.
35:49Was sonst?
35:50Nein, der 80er.
35:52Angeblich hat er noch weniger auf drei gekriegt wie ich.
35:56Dabei hat der Herr Dr. Baumgartner gedacht,
35:58er kann mit dem Herrn 80er gegen die Münchner was reißen.
36:01Der Herr 80er hat sogar Unterricht genommen beim Moor.
36:04Na, gute Nacht.
36:06Ich habe gleich eine Besprechung mit den beiden.
36:08Ja?
36:09Äh, Frau Stockl?
36:13Der Dr. Baumgartner wäre jetzt da.
36:15Bis gut, Frau Hofer.
36:16Schön, dass Sie schon da sind.
36:17Können wir ja gleich anfangen.
36:19Ja, dann bräuchten wir bitte noch Kaffee für drei Personen.
36:21Aha.
36:22Danke.
36:28Da scheint er, dass er seine Niederlage ganz gut weggesteckt zum Haben.
36:31Wundert mich auch.
36:34Frau Hofer.
36:37Bin schon da.
36:48Herr Wein.
36:49Na, Frau Stockl.
36:51Stell uns das Tablett.
36:52Ja, am besten hier auf den Tisch.
36:55Selbstverständlich.
36:55Danke.
36:56Also, Herr 80er, jetzt muss ich Ihnen doch noch einmal ein Kompliment aussprechen.
37:00Ah ja.
37:01Wie Sie die Münchner verladen haben.
37:03Chapeau.
37:04Aber die Rosenheimer haben doch gegen die Münchner verloren.
37:07Ja, ich denke, wir sollten jetzt, äh...
37:09Lieber Herr 80er, wodurch Frau Hofer schon nicht dabei sein konnte,
37:12sollten wir doch wenigstens berichten.
37:14Also, mich darf das jetzt auch interessieren.
37:16Es war so.
37:17Die Münchner sind in diesem Jahr mit allerhand bedeutenden Persönlichkeiten aufmarschiert.
37:21Ja, ihr habt's gehört, gell?
37:22Der Dr. Lasse König soll auch dabei gewesen sein.
37:24Der war ja so etwas von grottenschlecht.
37:27Zum Glück hat der 80er das rechtzeitig erkannt und weit unter seinem Niveau gespielt.
37:33Noch schlechter als der Dr. Lasse König.
37:35Das war ja das Geniale.
37:37Hätte Herr 80er voll aufgedreht, die Münchner hätten nicht den Hauch einer Chance gehabt.
37:41Ja, also, ich denke, wir sollten jetzt doch...
37:44Jetzt verstehe ich, um die Münchner nicht alt aussehen zu lassen...
37:48Genauer gesagt, um die Schwächen des Gegners nicht bloßzustellen...
37:51...hat Herr 80er absichtlich schlecht gespielt.
37:53Das nenne ich echten Sportsgeist.
37:57Ach, gut, dass ihr da seid.
38:05Ist der Herr Mohr mit dem Herrn Schwenk schon da?
38:06Nein.
38:07Aber die Bank auskunftet mit dem Herrn Schwenk.
38:08Nein, die auch noch nicht, aber ich hab mir den Kaufvertrag näher angeschaut.
38:12Aha.
38:17Ja, aber mit dem war doch alles in Ordnung.
38:19Auf den ersten Blick ja.
38:21Aber dann hab ich mir die Personalien von dem Käufer, den Herrn Gräfe aus Hannover, genauer angeschaut.
38:26Und hab festgestellt, den gibt's gar nicht.
38:29Der ist eine freie Erfindung von der Frau Tausig.
38:31Da ist er, ja.
38:33So.
38:35Danke, Frau Stuckl.
38:36Bitte.
38:44Herr Frau Tausig, geben Sie doch zu, Sie wollten sich die Villa selber unter den Nagel reißen.
38:49Und weil Sie den Herrn Gast im Preis drücken wollten, haben Sie ihm vorgegaukelt,
38:52es gäbe da irgendeinen ominösen Professor in Hannover, der die Villa kaufen will.
38:56Aber leider nur für 1,3 Millionen.
38:59Ja, mein Gott, das war ein Geschäft, das ich mir nicht entgehen lassen wollte.
39:03Mein Plan war, die Villa gleich weiter zu verkaufen, aber dann natürlich zum regulären marktüblichen Preis.
39:08Ich hatte auf einen Schlag mehrere hunderttausend Euro verdient.
39:11Und weil Sie die Villa weiterverkaufen wollten, musste der Rotweinfleck weg.
39:16Viktor war heilfroh, dass er sein Haus los war.
39:19Nach ein, zwei Tagen wäre er wieder nach Frankfurt abgerauscht und hätte sich dann hier nie wieder blicken lassen.
39:24Naja, wenn dem Notar hätte was abfallen müssen, dann müsste er den Kaffee da prüfen.
39:29Der Notar ist ein alter Bekannter von mir und mit dem hatte ich mich schon arrangiert.
39:37Entschuldigung, Sie stören.
39:38Grüß Gott, Frau Tausig.
39:39Hauptsache, ein kleinen Moment Zeit für mich, es wäre halt wichtig.
39:42Na ja, freilich.
39:43Sie entschuldigen uns, Frau Tausig.
39:50So, jetzt habe ich mit dem Schwenk geredet, aber das war vielleicht der Arbeit.
39:54Habe ich zuerst angerufen, war das Handy ausgeschaltet.
39:57Dann hat mir das Handy eingeschaltet, hat er die ganze Zeit telefoniert.
40:00Dann habe ich ihn erreicht, hat er gesagt, er hat jetzt keine Zeit, er ist bei einem befreundeten Kunsthändler,
40:04der ihm eine neue Kollektion von antiken Golfschlägern verkauft.
40:07Habe ich gesagt, Herr Schwenk, Sie kommen sofort aufs Kommissariat.
40:10Michi.
40:10Jawohl, jetzt ist er da.
40:11Schön.
40:12So, und ich habe die Bankauskunft vom Herrn Schwenk.
40:15Der Herr Schwenk hat sich tatsächlich an der Börse auch verspekuliert.
40:20Herr Schwenk, das kann kein Zufall sein.
40:22Ihr Spezel, der Herr Gast, hat Sie mit Börsentipps versorgt.
40:25Und weil Sie nicht das bloßes Anhänsel von Herrn Gast gelten wollten,
40:29haben Sie im Golfclub behauptet, Sie wären Kunsthändler.
40:33Ja, irgendwie muss ich ja erklären, woher das Geld kommt.
40:36Da Sie es ja nicht geerbt hatten, gell.
40:38Aber sein letzter Tipp, der ging völlig daneben.
40:41Und deshalb sahen Sie jetzt nicht nur pleite,
40:43nein, Sie sahen hochverschuldet,
40:46weil Sie sich auch noch Geld geliehen hatten, um so richtig abzusahnen.
40:50Ich habe Victor vertraut.
40:53Bislang hat er auch immer richtig gelegen.
40:55Was war in der Tat noch?
40:57Ich bin zu ihm gefahren, um nochmal mit ihm zu reden.
41:02Ich wollte, dass er mir finanziell unter die Arme greift.
41:04Er hat mich dort reingeritten.
41:05Aber das hat er abgelehnt.
41:06Ja, er sagte, das wäre meine Schuld, weil ich so gierig gewesen wäre.
41:15Da habe ich zu einer kleinen Statue gegriffen und zugeschlagen.
41:18Was haben Sie mit der Statue gemacht?
41:20Aufgehoben.
41:21Ich dachte, ich kriege noch was dafür.
41:23Das gibt es ja nicht.
41:25Die Tatwaffe als Heelerware, das ist mal ein Geschäftsmodell.
41:28Ja.
41:29Herr Schwenk, Sie sind vorläufig festgenommen,
41:31wegen des dringenden Tatverdachts, Victor Gast ermordet zu haben.
41:34Herr Mohr.
41:35Sorry.
41:36Herr Schwenk, wenn Sie bitte mitkommen möchten.
41:39Hm, können wir es mal.
41:45Ja.
41:48Frau Dana, was halten Sie von der Idee,
41:50jetzt da meine Schwester wieder im Lande ist?
41:52Ah, gibt es heute Abend Schweinsbraten?
41:54Und für Sie einen Salat.
41:55Gott sei Dank.
41:56Gott sei Dank.