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  • vor 19 Stunden

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Transkript
00:08Musik
00:37Wenn du schon nicht wehren willst, dann singen wir nächsten Zweit.
00:40Parade Marsch, Parade Marsch, der Hauptmann hat noch im Marsch.
00:43Parade Marsch, Parade Marsch, der Hauptmann hat noch im Marsch.
00:45Wenn du schon kein Taschenduch hast, musst du wenigstens hochziehen.
00:48So, nur schnell ins Bett. Fahr aber auch zur Ruhe, wenn er von der Arbeit kommt.
00:54Und bleib schön sitzen.
00:55Parade Marsch, Parade Marsch, los, noch schneller.
00:59Seht ihr, jetzt wird er raus, erst richtige Eierpampe.
01:14Na gut, mach ich.
01:15Na, Alter, hast du nicht mal eine Pulle Bier rum?
01:18Setz dir erst mal hin, Vater, und Essen haben.
01:20Hab keinen Hunger, ich will Bier.
01:22Mann, warum kommst du bis auf nach Hause, genau wie dein Vater ja hat.
01:25Ha, ha, ha.
01:26Noch einen Ton und ich versoh euch alle.
01:29Meine Kinder lass ich von dir nicht versohlen, du dustiger Parolke.
01:32Wer ist hier im Parolke? Wir sind süßlich Beamte und ihr?
01:36Wenn du jetzt nicht Ruhe gibst, Vater, nehme ich die Kinder und zieh weg von dir.
01:40Ach, spiel doch alleine, dass ich mal mit so einem roten Pack überhaupt abgebe.
01:44Das mit dem roten Pack, den nimmst du sofort zurück.
01:47Friedchen!
01:48Aua!
01:52Aua!
01:54Aua!
01:55Aua!
01:57Aua!
01:58Aua!
01:58Aua!
01:58Aua!
01:59Aua!
02:08Aua!
02:23Aua!
02:26Aua!
02:28Aua!
02:30Aua!
02:30Aua!
02:35Aua!
02:39Aua!
02:40Aua!
02:45Aua!
02:57Aua!
02:58Aua!
02:59Aua!
03:00Wenn sie schmökert, hat sie Dreck in die Ohren.
03:01In den Ohren.
03:04Mach's wuchzübende Schürze um uns auf Heini und Georg ab.
03:10Bäh, bleib hier.
03:11Warten, schon so spät?
03:13Ich muss nur einige Kunden mit Lektüre beliefern.
03:15So weit muss es noch kommen.
03:17Du schleppst die feinen Leute, denen jetzt hier den Schmökerquatsch in das Haus
03:20und ich kann mal mit ihrer dreckigen Wäsche abschinden.
03:22Du bleibst hier.
03:24Ich brauch doch Geld fürs Kleid.
03:26Das sind ja 14 Tage.
03:27Nichts, hier bleibste.
03:54Ich mach schon, Mutter.
03:56Wie immer, ich.
03:57Das schöne, ich.
04:00Ich mach anziehen und dafür gleich ein Neutkleid.
04:04Später auf Arbeit kannst du sowieso nicht brauchen.
04:06Später, später.
04:09Jugendweihe ist das erste Mal und bloß ein Mal im Leben.
04:11Red du ihr jetzt auch mehr auf dem Vogel in den Kopf, Herrmann.
04:14Warum soll ne Proletentochter nicht auch mal richtig rausgeputzt werden?
04:21Na mein, schwarze ist ja kaum getragen.
04:23Wann komm ich schon dazu?
04:25Das werde ich grünen ändern.
04:27Schön mit weißen Piquet-Kragen und so.
04:30Tag allerseits.
04:31Tag.
04:32Tag Otto.
04:33Tagchen, Tagchen.
04:34Tag.
04:35Na los, kommt.
04:37Lass mir aber ohne was übrig.
04:39Ja.
04:42Oh, schöner Kuchen.
04:47Das ist meins.
04:49Na und?
04:51Ich hab mir doch schon in der Backstube gewaschen.
04:53Na?
04:54In solchen Zeiten für den Bäcker arbeiten hat eben auch so ein Judith, wa?
04:58Was lachst du denn so dusselig?
04:59Hab mir alle vorgestellt.
05:00Wenn Vater abends von Baum mal Bruchsteine mitbringen würde.
05:03Und wir wollen da außen reinbeißen, wie in deinen Kuchen.
05:07Na mein, schwarze ist ja kaum getragen.
05:10Wann komm ich schon dazu?
05:14Das wäre grünen.
05:22Schön mit weißen Piquet-Kragen und so.
05:30Nun kickt euch die Jöhrer.
05:33Ach, du meine Jöhrer.
05:36Was sieht denn die aus?
05:37Krübel die da mal ökig aus.
05:40Seht da, ihr lacht auch.
05:42Musst du ausgerechnet die jute Tischdecke nehmen für so'n Kutsch?
05:44Ja, und das jute Spitzendäckchen von der Kommode.
05:47Krübel, du kriegst dein Kleid für die Jugendweihe.
05:50Stilaugen soll der machende Herr Pastor.
05:52Na gut, ich bin ja kein Unmensch.
05:55Aber du machst deine Arbeit.
06:20Was ist denn, du Vater?
06:21Ich muss zur Versammlung, du doch auch, oder?
06:24Ja, ja. Bis nachher dann, Ricky.
06:27Also, eins verstehe ich nicht.
06:29Warum müssen wir mal Mädchen alles machen?
06:32Die kleinen Kröten bemuttern und so.
06:34Otto kann doch auch mal und ich gehe in den Verein.
06:36Erstens ist es kein Verein, zweitens schon gar nicht für Kinder
06:39und drittens ist Abwaschen-Weibersache.
06:40Komm, Vater.
06:54Ist was?
06:56Nein, nein, ist nichts.
07:00So, dann ist ja gut.
07:04Nein, nein, ist wirklich nichts.
07:07Wunderbar, es ist kalt!
07:09Herr Kröme!
07:11Na, was ist denn?
07:12Was soll denn sein?
07:15Muss ich nur alles alleine machen?
07:25Dann schaffst du dir eigentlich so viele Kinder an, wenn du damit gefährlich wirst.
07:49Was soll denn sein, wenn du damit gefährlich wirst?
07:54Was soll denn sein, wenn du damit gefährlich wirst?
07:58Was soll denn sein, wenn du damit gefährlich wirst?
07:58Ich schimpfe Mutter, ich will eine Rechnungsflabe machen.
08:01Na, sehr schön.
08:05Meine Mutter hat fünf Appel und vier Kinder.
08:08Wie viele Appelstücke bekommt jedes Kind?
08:13Na, jedes Kind bekommt eh eine Appel.
08:17Stimmt ja nicht, da bleibt ja eine Appel übrig.
08:23Sei ins Einfache, du Dursel, den fünften Appel kriegte Mutter.
08:29So viel Geld wollen Sie den Topf mit fahrmannlosem Vierteljahr.
08:33Täusch dich nicht, Martha.
08:35Kauf dir dein Kleidchen ganz schnell.
08:37Vielleicht bekommst du nächste Woche nur noch eine Haarschleife dafür.
08:42Alle Werte versinken in der Flut dieser gottlosen Zeit.
08:47Mein Vater sagt, wenn es den lieben Gott geben täte, dann hätte er sich schon längst offen hängt.
08:51Wie doll ist der Schuster Heinrich mit seinen acht Kindern?
08:57Möge dir es der Allmächtige einst wird sein, dass du ohne seinen Segen ins feindliche Leben fetzt.
09:05Nun, da du wieder von mir gehst, will ich dir noch eins mit auf deinen donnenvollen Weg geben.
09:12Lies, kleine Martha, lies, wann immer du kannst, was du gelesen hast, vermag dir niemand mehr zu rauben.
09:19Vater sagt auf, wir müssen uns viel mehr bilden.
09:20Die Pforten meiner Bücherei sollen dir stets offen stehen.
09:24Komm zu mir und wähl dir deine Lektüre.
09:27Geld nehme ich nicht von dir.
09:29Danke, freuen Sie den Topf.
09:36Na, willst du dir nicht wieder was Schönes mitnehmen?
09:40Ja.
09:43Wissen Sie, ich werde doch nur bald eine Frau nicht.
09:47Und da wollte ich einfach mal wissen, wie das so ist und so.
09:53Äh, da du nun 15 bist, kann ich dir wohl schon trotz Kopfs Brauzeit anvertrauen.
10:00Lies einmal, wie schwer sich die wilde Ilse, die Gutsbesitzerstochter gemacht hat,
10:05bis sie ihrem Leo, dem Assessor, ein sanftes Bräutchen wurde.
10:11Wissen Sie, ich suchte nur so ein Frauenbuch, von dem Vater mal sprach.
10:18Ich hab zugehört, wie er nachts Muttern davon erzählte.
10:22Dit ist von August Bebel und heißt die Frau unter Sozialismus.
10:50Kaufe dir dein Bräutchen ganz schnell.
10:52Vielleicht bekommst du nächste Woche nur noch eine Haarschleife.
10:56Schade mit schönen Geld.
10:57Immer anziehen und gleich in der Rückenkleid.
10:59Krümel, du kriegst dein Kleid zur Jugendbein.
11:01Stiehlaugen soll er machen, der er passt.
11:24Herr Kleiner, wir kaufen.
11:32Heeren Sie, Frau Dienert, die jungen Dingerchen, Sie wissen genau, was schick ist.
11:37Wer sich lasse was aufreden.
11:38Das soll was Praktisches sein, Herr Sagen.
11:42Ist schon ein bisschen was Dauerhaft.
11:44Ja, sehr gerecht, was ist schon von Dauer heutzutage.
11:53Soll es sein, für eine Feier muss es sein, Shane.
11:57Und ist die Feier schön, wird sie bleiben als Dauerhaftes für das Leben.
12:01Aber Sie sind noch bunte, Frau Dienert.
12:02Hier fühlen Sie selbst die reinste Wolle von der australischen Schafsicht.
12:05Du Krümel, komm mal her.
12:08Das ist was zu liefert.
12:13Für eine Beerdigung wäre das prima.
12:24Was ist denn das für ein Fähnchen?
12:27Da muss ich mich sehr verwahren.
12:28Das ist kein Fähnchen, das ist der feine Stickel.
12:32Chorrette, ihr fittert auf reine Seide.
12:35Kompliment für den Geschmack von Fräulein' Tochter.
12:44Ich bin nur für das.
12:51Ist es das letzte Stickel und
12:54werde ich es lassen, 10% billiger.
12:58Will ich verdienen, kein Pfennig dann, wenn es geht,
13:02unglückliches Mädchen.
13:04Und werde ich ein armer Mann,
13:07das Schleifchen jemals geart ist.
13:10Das will ich Ihnen ja nicht glauben, Herr Salomon.
13:12Aber
13:14ich bin nur mal für was handfestet.
13:40Ich bin nur für mich, aber nicht für das Schleifchen.
13:45Ich bin ganz gut, es ist das Schleifchen.
14:04Ob das Mann richtig ist, Hermann?
14:10Religion ist Opium fürs Volk, hat Marx gesagt.
14:12Ja, komm so selber nicht an den Umbruch, Schwiermutter.
14:16Wann ich löw, das ist Minensock.
14:18Ist mir doch ne Mascheltrutsch.
14:21Ich hab mein Egengott.
14:23Aber an das Mädchen hättest du denken müssen, Hermann.
14:26Na eben.
14:27Aber grad Krümel lass ich mir nicht vermurzen.
14:29Und warum?
14:30Macht mal die Augen zu, aber wirklich.
14:34Nun könnt ihr sie wieder aufmachen.
14:39Richtig erdreht, oh Pfloppe.
14:41Ich hab's heimlich doch mal angezogen.
14:43Aber nicht Muttern verpetzen, ne?
14:48Du sagst doch mal ein Ton, Vater.
14:56Na?
14:58So machen die Damen das jetzt.
15:00Schwarz-Weiß-Rot.
15:01Ist ja herrlich.
15:03Stolz weht die Fahne schwarz-weiß-rot.
15:05Und dann kam was von Vaterland und Tod, ne?
15:08Nee, meine Liebe.
15:09Bei mir nicht.
15:10Meine Tochter nicht.
15:22Aber Hermann, der Tiern hätt doch ein zartes Gemäld.
15:25Aber nicht in schwarz-weiß-rot.
15:26Und da wird Basta.
15:34Aber nicht in schwarz-weißen, nicht in schwarz-weiß.
15:41Aber nicht in schwarz-weiß-weißen.
15:42Das ist mein Zeig.
15:43Aber nicht in schwarz-weißen, bis zum Vorabschlager 그래도.
16:05Ihr könnt wirklich nicht kommen?
16:07Doch, wart nix mit denen.
16:09So eine roten Jugendfeier
16:11gibt uns der Baron niemals frei.
16:14Glößt du das uns, das Licht, falsch?
16:17Aber wir werden den ganzen Sonntag
16:19an euch denken, ja?
16:20Und ein Geschenk, das holst du ab.
16:23Mit Krümel!
16:30So, Anno, komm mal.
16:38So, komm, steh mal gerade.
16:42Nicht gleich wie ne Zaunlotte.
16:44Na, weg, mach keine Füße.
16:46Mensch, Hermann,
16:48du bist ja n richtigen Schneidermeister.
16:50Na?
16:57Ihr wisst, ich bin kein Unmensch, Friedrich.
17:01Aber ja, diesen Sonntag?
17:03Der Hinze könnte meinen Stalldienst übernehmen
17:05und dem Herrn Baron den Landhauer anspannen.
17:09Gut und schön.
17:11Aber wenn die Ziele gerade diesen Tag folgt?
17:14Oh, nicht von einer guten Woche,
17:16sechter Doktor.
17:28Mein langer Ohr.
17:33Mal herhören.
17:35Jawohl, Herr Rittmeister.
17:36Sonderurlaub für Sonntag genehmigt.
17:38Stabstrumpeter Adi, Friedrich Hanke
17:40auf einem Wunsch abkommandiert
17:41zum Traditionstreffen alter Kameraden in Wilhelmswerda.
17:43Ich grüße die alten Kameraden von mir.
17:45Jawohl.
17:46Sag Ihnen,
17:48auf Pongenpulpe die Stellung erhalten.
17:50Ja, Samst, Herr Rittmeister.
17:51Urlaub dauert bis Montag 10 Uhr,
17:53Vormittags.
17:53Ja, sag Herr Baron, nur...
17:56Noch was?
17:57Tja, und das ist mein Nur...
17:59Das ist nämlich mit Ehefrauens.
18:02Und da hab ich so ne Angst.
18:06Könnt sich besaufen,
18:07Watt ohne deine Alte.
18:11Nimm sie mit,
18:12Jottes Namen.
18:13Danke, Herr Baron.
18:17Halt!
18:22Der Weg zur Bahn
18:23ist für die olle Frau zu mühselig.
18:26Hin sie soll ich hinfahren.
18:29Danke, Herr Samst.
18:30Und lasst euch in Wilhelmswerda
18:31nicht von der Kommune wegfangen.
18:33Die sind uns ehrlichen Landsleuten
18:34schon ja nicht mehr grünen.
18:37Hier, Axel.
18:38Such!
18:40Was, Axel?
18:46Ja,
18:48ein braues Tier.
19:04Du weißt,
19:05was der Pferdefuß
19:06von der Gunst
19:07von deinem Baron war.
19:08Ja, ja, ja.
19:09Wie war noch
19:10dein Tor verpassen,
19:12deswegen?
19:14Ach, gib mal
19:15mal den her.
19:18So ein bisschen
19:19Festenschmuck
19:20macht sich ja
19:21ein Züchel,
19:21wa?
19:21Was ist denn das her?
19:23Was passt doch ab?
19:25Seine Laube.
19:27Gib doch mal her.
19:29Als ich noch
19:30in den Kopf
19:30haben musste,
19:31da hat er mal
19:32gesagt,
19:33sehen tun sie nicht,
19:35aber ernten
19:36wollen sie.
19:36Na ja,
19:37und das
19:37hat man
19:38gemerkt,
19:39verstehst du?
19:41Den Rundkühl kannst du
19:42ruhig schmurren lassen.
19:43A, bloß auf kleben Feuer.
19:49Du hast ja nur
19:50einsehen gelassen,
19:50aber was der Kröme
19:51mit dieser Jugendfeier
19:52antust.
19:52Mutter!
19:54Mutter,
19:55kannst du mir
19:55nicht noch
19:56einen abnähernden
19:56machen?
19:57Ich schlag deinen Züchel.
19:58So hast du schon
19:58wieder den Jude klebt.
19:59Nachher ist sie schon
20:00bejödert,
20:00wenn wir loswollen.
20:01Lust,
20:01hier was anderes
20:01als die kommen gleich.
20:02Ja.
20:03So,
20:04die Kartoffeln,
20:04die 6.1 auf.
20:06Wenn es später wird,
20:07dann machen wir einfach
20:07Quetschkartoffeln.
20:08Prost, Heinrich.
20:09Prost, Hermann,
20:10auf deine Große.
20:13Dann saugt mir bloß
20:14eine Lübschen vorher aus.
20:18Bist du, Hermann,
20:19ich hab mich nie
20:20um Politik gekümmert.
20:22Trotzdem hat dir
20:23unser Kaiser
20:24einen Holzbein
20:24beschert.
20:26Mutter,
20:27Mutter!
20:28Ja,
20:29aber was ist denn
20:29du schon wieder?
20:31Mutter,
20:33Heinrich und Jörg
20:33wollten wir wissen,
20:34ob wir nicht
20:34doch mit
20:34zu der Jugendfeierlokal
20:35dürfen.
20:36Komm mal,
20:36bloß nicht mit
20:37so einer Trickspengel.
20:38Ich hab schon
20:38genug um die Ohren.
20:39Pass lieber auf,
20:40dass sich die Kleinen
20:40nicht so einsauen.
20:42Na,
20:42du schieb schon ab.
20:44Oh,
20:44entschuldigen Sie,
20:45Frau Mbohm,
20:46siemenig nicht.
21:02Kommen Sie mal hin,
21:03Frau Melfrede.
21:05Guten Morgen.
21:06Moin.
21:09Darf ich Ihnen das abnehmen?
21:10Ne,
21:10lassen Sie mal,
21:11Herr Otto,
21:11wo ist ein Krümel?
21:16Ja,
21:17was gibt's denn?
21:18Mein Vater,
21:19meine Mutter,
21:19so wie ich,
21:20lassen herzlich
21:20zu deinem Ehrentage
21:21gratulieren.
21:24Schönen Dank auch.
21:26Setzen Sie sich,
21:27Frau Melfrede.
21:27Nein,
21:28ich muss gleich
21:28wieder gehen.
21:30Ich hole eine Schere.
21:41Mensch,
21:43eine echte Buttercreme-Turte.
21:56Vater sagt,
21:57morgen wäre sie sowieso ranzig.
22:00Aber das ist doch
22:01nicht nötig,
22:01Herr Otto.
22:02Außerdem,
22:03was sollen dann
22:03die Leute denken?
22:04Ach,
22:05die,
22:05die interessieren
22:06mich ja nicht.
22:06Otto!
22:10Die Großeltern
22:11kommen doch.
22:15Warte mal,
22:16Jut in Uniform.
22:17Das ist mein Jutjüt.
22:18Und bringen Sie
22:19morgen den Karton
22:20zurück.
22:21Selbstverständlich,
22:22Fräulein Melfrede,
22:23gerne.
22:26So ein kurzer Brettchen
22:27steht ein Riechenarbeiter
22:28sowieso nicht.
22:36Nein,
22:36Jut,
22:37der dauert.
22:38Ich mach doch noch
22:39ein bisschen hin.
22:40Vater.
22:41Ich hatte mich so gefreut,
22:43dass ihr doch
22:43neu gekommen seid.
22:44Eher Weg zerplatzen
22:46als dass ich Opa
22:46einen vollen kaiserlichen
22:47Wichs zu einer
22:48sozialistischen Jugendweihe
22:49zulasse.
22:50Jut Herrmann,
22:51er konnte doch
22:52nicht anders.
22:54Ich weiß,
22:55warte.
22:57Aber hey,
22:58muss ich jetzt!
23:08Musik
23:41Musik
24:13Musik
24:30Ich bin gleich wieder da
24:31So, jetzt werden wir uns erstmal angenehm wieder auf Krümels Ehrentag
24:37Ach denn, jetzt schon?
24:39Ihr habt ja Bier zu Hause
24:52Das habe ich dir besorgt
24:54Und das hier schenke ich dir
24:57Dankeschön
25:04Was ist denn?
25:06Hab Versammlung
25:07Die an sich Opus im Jugendheim
25:09Heute?
25:13Ob nur heute oder nicht heute, ist egal, ist wichtig
25:17Und wann nimmst du mich mal mit, Großer?
25:19Ich bin doch nur erwachsen, oder?
25:22Heute ist schließlich dein Ehrentag
25:24Komm hierhin, die anderen lauern
25:32Na ja, das ist ja nun mal mehr eure Sache, aber
25:36Großmuttersicht, das Mädchen ist nicht gemacht für harte Arbeit
25:40Das hat ja auch gesagt
25:43Beim Studienrat Pull, da suchen sie ein Mädchen
25:45Krümel, du kannst dich am besten vordrängen
25:49Bringst du zwei Doppelkümmel
25:50Für Großmutter, Mutter und dich spendier'n Pfefferminzlikör
25:57Da könntest du Schliff kriegen und da könntest du vielleicht auch mal was Besseres wär'n
26:03Und wenn ich dich schon höre, was Besseres
26:06Du warst doch Dienstmütchen, auch bei besseren Leuten
26:08Und was bist du hier worden, Ricke?
26:10Die Frau von eben, Hooker
26:11Der sich auf dem Bau abschindet und im Winter keine Arbeit hat
26:16Na ja
26:18Und nein, ist das immer noch das Beste vom Besten
26:21Aber
26:23Dann suchen wir euch mal Veto-Tricke
26:25Schämen
26:27Außerlich nicht für mich
26:29Ich bin Prolet
26:31Und ich weiss, wie es mal kommt
26:34Aber eine Proletentochter, das eine sag ich dir
26:36Wird kein Dienstvolk von irgendwelchen besseren Leuten
26:42Arbeiterin, Wötze
26:45Erklassenbewusste, hoff' ich
26:47Weil sie nämlich mehr Grips hat als andere
26:48Du schreit doch ja nicht so rum, Herr Merkmal
26:50Na ja, hast ja recht
26:52Ich brauch hier ja nicht rumschreien
26:53Weil die ja sowieso alle dasselbe denken
27:02Warte, so kleine Pummelchen und schon so verdorben
27:08Na, der schöne, teure Klee
27:13Nee, Herr Mann
27:14Nee, sag ich dir
27:16Wir kleinen Leute sind nicht geschafft, uns eine andere Welt von selber zu machen
27:19Und wer denn sonst?
27:21Die Jelddecker sind doch mit denen zufrieden, was ist
27:23Zufrieden auf unsere Knochen
27:25Und das nennt Marx Expropriation
27:28Wat?
27:29Naja, kannst du auch Ausbeutung sagen
27:31Oh, Mann, hör doch wenigstens mal heute damit um
27:33Heute wollen wir doch mal feiern
27:35Ja, klar
27:36Boah, ist alles
27:40Siehst du, sogar die Grünflecke hab ich rausgekriegt
27:47Nun können sie nicht mehr auf mir rumhaken und sagen
27:49Krümmel macht Dett und Krümmel macht Dett
27:54Nun wird alt ganz anders
27:59Ganz alleine, ich selber
28:00Nur so will ich sein
28:03Und viel größer und stärker als jetzt
28:07Und dann sollen alle von mir sagen
28:09Die Martha Dett, das ist schon eine
28:13Oder ist das Quatsch, Großmutter?
28:17Nee, bin dürftig
28:19Aber nun läch die Hände und deck die Toe
28:22Sonst erkennst du dich
28:37Hälfte an, Mutter
28:38Nee, nee
28:40Mach dein Bett, du musst früh raus
28:44Ich kann doch sowieso nicht schlafen
28:52Schneidern tut dann selbst
28:54Weil, komm zu dir
28:56Einen Freund schaff ich mir nicht an, die sind da alle doof
29:00Und ich werde arbeiten
29:02Und völlig eigenes Geld verdienen
29:34Ich habe noch eine Überraschung
29:36Mike
29:40Ihr Roten redet und redet, wie ihr die Krautjunker schlagen wollt
29:44Das mag ich ganz anders
29:46Jawohl, aber Roten, zu Befehle Rettmeister
29:49Und bescheißen tue ich ihm hinten und vorn
29:58Gehen so einen ollen Schwienegel wie unseren Baron
30:00Da hält nur eins
30:01Selber zuerst mit dem Orsch an der Wand kommen
30:03Aber das könnt ihr Stadtlöte nur mal
30:05Nee, aber was wir können, das wirst du schon noch erleben
30:09Wenn Krübel heiratet, haben wir einen Sozialismus
30:12Und bei der Hochzeit macht dein Herr Baron einen Droschengutscher
30:15Und kriegt von mir einen Trinkgeld
30:18Jawohl
30:22Dichterin stelle ich mir auch schön vor
30:25Aber nicht bloß Einen, die es nur an Büchern macht
30:27Weißt du, ich würde mich ans Pult stellen
30:29Wie hat der Redner in Melsers Festzählen
30:31Alle würden mir zuhören
30:32Das würde sich hinten reimen
30:34Und hinterher hätten alle Leute Tränen in den Augen
30:39Das stelle ich mir richtig schön vor
30:43Wünschen darf man sich ernst
30:45Und wenn ich denn eines Tages noch gespart habe
30:48Weißt du, ich studiere nicht
30:51Gott versteht noch nicht
30:54Vielleicht
31:13Hier sind Sie, die Venus di Milo.
31:21Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:00Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:05Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:08Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:13Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:26Hier sind Sie, die Venus di Milo.
32:56Hier sind Sie, die Venus di Milo.
33:01Hier sind Sie, die Venus di Milo.
33:23Hier sind Sie, die Venus di Milo.
33:52Hier sind Sie, die Venus di Milo.
33:56Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:00Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:28Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:30Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:36Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:40Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:46Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:47Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:48Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:52Hier sind Sie, die Venus di Milo.
34:57Jetzt haben wir lieber gleich was eingekauft, weil wir es heute morgen noch viel gibt.
35:08Was denn nun? Jetzt brauchst du auch nicht mehr zu gehen.
35:11Wenn du schon kaufst, bist du an den Dorf.
35:13Da hast du den Laden vor einer halben Stunde dicht gemacht.
35:17Ich geh wasche aus von. Du Krümel räumst auf.
35:21Man passt auf, dass die Kleinen rechtzeitig vorm Hof kommen.
35:24Waschen in der Stille und entbette.
35:29Tschüss.
35:30Tschüss.
35:48Wieso, wieso bist du denn heute eigentlich nicht bei deiner Jugendgruppe, ha?
36:11Es ist nicht besonders los.
36:30Hast du was ausgefressen oder ist es...
36:33Soll ich raten?
36:34Hat zwei Beine und heißt Elfriede, ha?
36:37Woher ist denn das?
36:41Als Maus spürt man sowas.
36:44Und?
36:45Was machst du nun?
36:48Die wehs ja ja nicht.
36:52Und warum erklärst du dir hier nicht?
36:55Kannst du dir sicher erklären.
36:58Wie du das sagst.
37:01Ihr von...
37:02von meiner Empfindung schreiben, wa?
37:05Genau.
37:06Und dann läst du sie zum Keentop ein und so.
37:09Wie kann das so was?
37:10Klar.
37:14So, der bessere Tochter wäre ihm da alle Gefühle, wenn ihr liebst.
37:18Und schreibt den Pferd mit F.
37:21Quatsch, Elfriede, das ist doch kein Pferd.
37:29Also...
37:29Zeig dir mal für dich stellen?
37:32Na ja, wenn du unbedingt willst.
37:35Was gibst du?
37:37Drei Sechserstücke und zwei Zuckerschnecken.
37:41Extra.
37:45Ich schreib den Brief.
37:48Und du nimmst mich nächstes Mal mit in euren Jugendverein.
37:53Ich hab dir schon so oft gesagt.
37:56Wir sind kein Verein.
37:58Wir pflücken keine Blümchen und sammeln keine Käfer.
38:01Wir sind revolutionär.
38:03Und ich verstehste noch nicht.
38:05Na, wenn du mich nicht mitnimmst.
38:13F.
38:14F.
38:14F.
38:14F.
38:15F.
38:15F.
38:17F.
38:18F.
38:20F.
38:21F.
38:22F.
38:23F.
38:25F.
38:26F.
38:28F.
38:31F.
38:32F.
38:32F.
38:32F.
38:34F.
38:34F.
38:34F.
38:37F.
38:37F.
38:45F.
38:46F.
38:47F.
38:47F.
38:48F.
38:49F.
38:49F.
38:49F.
38:49F.
38:49F.
38:50F.
38:50F.
38:51F.
38:51F.
38:52F.
38:52F.
38:54F.
38:54F.
38:54F.
38:54F.
39:04F.
39:09F.
39:10Ja, aber immer, wenn ich sie so knusprig, so juchend frisch vor mir sehe, dann...
39:26Und dann richtete sich Pia in seinen Armen auf und lächelte ihn unter Tränen an.
39:32Ich habe Ihren lieben Brief gleich unter die Backmolle hiervon.
39:36Seine Antwort lag in seinem Blick.
39:39Das finde ich aber sehr liebenswürdig, Fräulein Elfriede.
39:42Das haben mein Schreiben so schnell beantwortet.
39:44Er lächelte mit strahlenden Augen, sie fester und inniger an die Brust schließend.
39:50Immer, wenn ich sie vorübergehen sehe, dann...
39:53Aber der Nächste, also Ihr Herr Vater...
39:57Sie griff ungebeten in die Saiten ihrer Gitarre und sang Schweizer Lieder.
40:02Liebliester.
40:04Schön, wa?
40:07In Kientop haben sie hochdufte Musik, sagte er bittend und schlang den schönen Arm, wie in kein Apollo geschaffen, um
40:16ihren Hals.
40:17Auf ein richtig gehendes Klavier, welches man auch Pianopforte nennt.
40:27Sie wies auf die Himmelshöhe, die in der Sternennacht, heiligem Dunkel, rosenfarbig glänzte.
40:36Wie Sie das so sagen, Herr Otto?
40:38Er drückte ihr der Liebe Küsse auf die Lippen.
40:42Sie wirrte mit ihren lieblichen Fingern in seinem Haar.
40:46Er flüsterte dunkel.
40:48Fräulein Elfriede, denn möchte ich mal so frei sein und mir erlauben,
40:53ihn auf dem Freitag zu die nächste Kientop-Vorstellung einzuladen.
41:00Über ihnen nickten die Blütendolden und stäubten Diamanten in Tau.
41:06Noch einmal brach die Sonne mit flammendem Gruß durch die Wolken und tauchte die Welt in goldenen Glanz.
41:13In den Gebüschen aber blieb es still.
41:16Zauberstill.
41:16Bräule der Blumen, Männertreu, wo bist du zu finden?
41:24Blühest du auf Bergeshöhe oder in des Talesgründen?
41:31Blühest du auf Bergeshöhe oder in des Talesgründen?
41:38Sie sieht, da kam ein blasses Pfeil durch das Tal gegangen.
41:47Gleich wie Schnee war ihr Gesicht, Tränen rollten von den Wangen.
41:55Gleich wie Schnee war ihr Gesicht, Tränen rollten von den Wangen.
42:09Vielen Dank.
42:42Ich kann dir ja verstehen, Kleene, aber entschuldigen musstet ihr.
42:46Was heißt denn hier entschuldigen, ey?
42:48Wir sind doch nicht ihm seine Nutten.
42:51Nun habt ihr mal nie so.
42:53Ein bisschen begrapschen ist nun mal so üblich.
42:55Klar, manche sind beleidigt, wer das mal vergisst.
42:59Das olle Schwein bin ich nicht angewiesen.
43:01Aber er ist nun mal der Meister.
43:02Und wenn Klümel nicht zu ihm hingeht, dann haben wir es alle auszubaden.
43:14Guten Abend.
43:16Guten Abend.
43:17Schon da?
43:19Ich stöbe, Käse.
43:29Wenn kommt ein Vater.
43:31Wiss ich nicht.
43:33Nur das hat gesagt, kann ich spät werden.
43:37Ach, ich kann das nicht mehr sehen.
43:44Ich hab's ja mal so gefreut.
43:46Als ich's ja hab stehen sehen, an einer Ecke.
43:49Da sagt er, das will ich Bäckerkuh zu mir,
43:52ich soll hier fälligst in Schlips und Kran erscheinen.
43:55Er hat's ja wörtlich gesagt.
43:57Mit so einer Windjacke jät's ja mit mir nicht unter Menschen.
44:01Ich lass mal doch nicht wegen so'ner Pfannkuchen auf Beene zum feinen Pinkel machen.
44:08Weck die Kleine nicht auf.
44:15So.
44:17Und nun kannst du mal auslachen, wenn du willst.
44:25Ich lach ja nicht.
44:27Gibt schlimmere Sachen, als in die Platze tragen, du.
44:33Otto, hör zu.
44:35Ich muss unbedingt zu eurer Jugendgruppe.
44:38Kommt nicht in den Topf.
44:41Du hast es mir aber versprochen.
44:44Noch ein Weit mehr in der Gruppe.
44:45Das fehlt gerade noch.
44:46Nee!
44:52Mensch, Krümel.
44:53Was hast du denn?
44:56Hat er Ihnen was getan?
44:58Der ihn heug in Fetzen, sagt er.
44:59In Fetzen heugt den.
45:03Nützt ja auch nichts.
45:06Ich war doch fahrend.
45:11Verdammte kleines Miststück.
45:14Bis morgen Abend hast du Zeit.
45:17Dann hast du dir entschuldigt,
45:18sonst wirst du schon sehen.
45:30Wird ist er, der Herr Betriebsrat?
45:33Herr J., ich bin ja kein Unmensch.
45:35Hab's eine Maschine gestellt,
45:37war eine frei.
45:38Aber die kriegt noch zu Kreuze.
45:42Der sanfte Heinrich.
45:43Lass doch bloß nicht vollsusen.
45:46So, und hier musst du aufpassen.
45:48Wenn der Fahnen reißt, ja?
45:50Setz dich, Kollegin.
45:54Bin schon im Bilde.
45:56Ist ja eine böse Geschichte, ja, ja.
45:59Alles lass ich mal nicht gefallen.
46:02Äh, gewerkschaftlich organisiert bist du, ja?
46:04Na klar.
46:05Krieg bei euch recht?
46:07So einfach ist das alles nicht?
46:10Ich kenn' ja den Meister gut genug.
46:12Der Chef schätzt ihn sehr.
46:15Sie sagen ihm also die Meinung.
46:19Ich meine,
46:21du gehst also hin
46:22und sagst zum Meister,
46:25tut mir leid.
46:28Na,
46:29wenn sie gedacht haben,
46:30es war gar nicht der Meister.
46:31Hä?
46:33So doof, wa?
46:35Ich seh schon,
46:36ich muss mit Fallern reden.
46:37Der soll meine Ortsgewerkschaft auspacken,
46:38was der sanfte Heinrich
46:39für ein Schlappschwanz ist.
46:57Was der für Klubschungen macht?
46:59Jans, woanders hätt' sie den hindreschen sollen.
47:01Wenn sie bloß nicht weich wird.
47:19Bitte, Plümmel,
47:19bloß nicht hier fallen lassen.
47:21Ich hab' immer gedacht,
47:22Mensch, wenn sie bloß nicht weich wird.
47:23Ach.
47:30So ein oller Kater
47:31ist immer durch die Halle geschlicht.
47:32Wie der immer nach der Uhr gekickt hat.
47:34So ne Pulpsohre.
47:36Räuscht euch mal nicht.
47:37Das geht bloß so lange gut,
47:38wie sie die Regierungsaufträge haben
47:40und uns brauchen tun.
47:41Na, wat is'n nun?
47:42Gehen wir doch ins Kaffee, Kurfürst?
47:43Na klar.
47:45Na gut,
47:45aber bloß auf ne Tasse Kaffee, ja?
47:47Und wer von Politik anfängt,
47:48der schmeißt ne lange Kürt.
47:51Nee, jedoch nicht.
47:52Ein andermal.
47:54Tschüss.
47:54Die Kieger.
47:55Wart' sie doch schon, eh?
47:58Ist was mit Muttern oder mit Vater?
48:00Nee, nee, alle den Butter.
48:01Ja, ich soll dir bloß abholen.
48:02Du, ich hab das genauso gemacht,
48:04wie Vater dann gesagt hat.
48:05Und die anderen, du,
48:06Mensch, das war vielleicht ne Stimmung.
48:08Als ich zurückkomme,
48:09da vor Meister Lehmann,
48:10da saßen die alle auf ihren Plätzen.
48:13Ja, nun war das eben rum in unserer Gruppe.
48:16Die Genossen fanden das
48:18allerhand.
48:20Und Meister Lehmann
48:20haben sie sowieso auf den Kicker.
48:23Na, Kurz und Jult,
48:25die wollen die heute mal sehen.
48:26Nett von dir, Großer.
48:27Nett?
48:28Na, ich muss da bloß ran,
48:29weil die anderen dir persönlich
48:30nicht kennen.
48:31Also, die wollen mich
48:32jetzt in die Gruppe aufnehmen.
48:33Wollt du gleich aufnehmen?
48:35Lügt aber bloß keine Schwachheiten ein, ey.
48:38Na, wer weiß,
48:39ob euer Jugendverein
48:40überhaupt das geeignete
48:41für mich ist.
48:44Na, kommst du nun?
48:45Na, ja doch.
48:47Wohin schleppst du mich denn, Mensch?
48:49Hier geht's doch nie
48:50zum städtischen Jugendheim.
48:51Da sind wir rausgefloren,
48:52weil wir denen zu rot sind.
48:59Ganz gewöhnliche Brot,
49:00das ist immer eine rote Fahne.
49:01Und ich dachte,
49:02wunderbar, wo ich jetzt...
49:03Mensch, wenn du endlich
49:04mal deine Klappe halten könntest.
49:07Los, renn.
49:12Tach, ihr Nossen.
49:13Tach, Otto.
49:15Ja, komm.
49:17Det ist er.
49:19Det ist Willi
49:20und det ist Franz.
49:23Angenehm,
49:23Martha Denert.
49:24Aha.
49:25Und du hast dem Lehmann
49:26so richtig ein Stück
49:27Holz auf den Kopf geknallt?
49:28Na klar.
49:29Wie ich merke,
49:30was der will,
49:30überlege kurz,
49:31hol mit dem Handfehl aus
49:32und denke,
49:33jetzt muss richtig treffen.
49:35Dufte.
49:39Kannst du auch Leim kochen?
49:41Nee.
49:44Na komm.
49:46Na, hier schon mit,
49:47der beißt ja schon nicht.
49:48Setz du mal den Topp aufs Feuer.
49:50Dann geh mal so lange da rin
49:51und setz dich an den Ofen,
49:52sonst erkältst du dir
49:52noch einen Charakter.
50:06Sind Sie Kapitän?
50:07Na, Kapitän.
50:11Nee, aber 14,
50:15da kriegt unser Kaiser
50:17wann nicht Sehnsucht
50:18nach dem lieben
50:19Wilhelm Rätsch
50:21und steckt ihn
50:22auf dem Kreuzer Frauenlob
50:24vor den Feuerlöchern.
50:29Dritte an denne,
50:3216,
50:33Skagawak.
50:35Lohreicher Seesieg.
50:389000 tote Matrosen.
50:41Heizer Rätsch
50:42abgezogen.
50:45Halb erfroren,
50:46aufgefischt.
50:48Äh,
50:49willst du Schneisentee?
50:50Mh.
50:51Mh.
51:00Sind Sie auch Kommunist?
51:03Um jattes Willen bin ich.
51:06Mit Politik befasse ich mich
51:08überhaupt nicht.
51:10Könnte ich mir in diese Zeit
51:11ja am kleinsten.
51:12Danke.
51:13Seit ich neuerdings wieder
51:15bessere Herrschaften hier habe,
51:17Motorboot und so.
51:19Fass mal mit an.
51:21Und das hier,
51:23das ist bloß,
51:24weil mich
51:25mein Willi so gebettelt hat.
51:29Und ich sah,
51:31ihr seid Wassersporter.
51:33Nischt als Wassersporter.
51:36Und um Politik da
51:37schert euch den Deiwe.
51:43Mensch,
51:44du hast ja sauber hingekriegt.
51:46Mensch,
51:46geh mal so eher
51:46eine olle Drahtkommode.
51:47Das ist die schönste Überraschung.
51:49Mach mal richtig eine gute Stube.
51:50Mach mal so ein Wacken.
51:52Mach mal.
51:52Mach mal.
51:52Mach mal.
51:55Was sagst du denn dazu?
51:56Nicht nur kaum Witze.
51:57Schlange,
51:58was soll denn die Schlange da?
51:59Also der Blum gibt's doch ja nicht.
52:01Und so der Blum gibt's doch auch ruhig auch nicht.
52:03Ist ja ja nicht ruhig auch nicht.
52:06Also Disziplin genossen,
52:07nicht alle durcheinander reden.
52:08Lass uns doch erst mal gucken.
52:09Na ja?
52:12Das hat sich ja Franz gemalt.
52:13Musst noch mal ein richtiger Künstler werden.
52:15Winnie war auch dabei.
52:17Unser Vater hat uns
52:18Pinsel und Farbe spendiert.
52:20Na, Pauli?
52:21Unpolitischer ging's wohl nicht.
52:23Wieso?
52:23Oh, man sputzelt doch mal die Brille.
52:26Politische Klarheit
52:27ist besser als ein Bilderrätsel.
52:29Wir sind Wassersportler.
52:31Nichts als Wassersportler.
52:32Genau.
52:33Hier ein Stand vom Hauswirt.
52:35Bravo!
52:36Herr Räder, Hauswirt!
52:41So, Pauli.
52:42Haben Sie nicht stob,
52:43wenn du dein erster Referat hältst?
52:45Du fällst doch sowieso
52:46wirklich was Prinzipielles zu sagen.
52:54Du bist wohl Krümel, was?
52:56Hm.
52:58Das ist doof, wenn man so neu ist.
52:59Na komm, ich stelle mal vor.
53:01Na komm.
53:02Äh, Franz.
53:04Gibt es ein Krümel?
53:06Kenn ich schon.
53:07Ottos kleine Schwester.
53:09An deiner Stelle würde ich mir mal
53:11Hosenträger kaufen.
53:12Sieht vieler männlicher aus.
53:15Eben seine Sache.
53:18Komm.
53:18Ey, Jungs.
53:20Das ist Krümel.
53:22Wem gehört die Sonne?
53:25Wem gehört der Wind?
53:26Heute noch denen,
53:28die da oben sind.
53:29Aber morgen,
53:31aber morgen,
53:33haben Sie schon Sorgen?
53:37Müssen Sie sich borgen?
53:40Sonnen, Strahl und Wind.
53:44Sonnen, Strahl und Wind.
54:04Wer frisst unsere Bürste?
54:06Wer frisst unser Brot?
54:08Heute noch jene,
54:10die uns machen Not.
54:11Aber morgen,
54:13aber morgen,
54:15haben Sie schon Sorgen?
54:18Tun wir nicht mal Sorgen,
54:21denen ein Stück Brot.
54:25Ich dachte,
54:26ihr seid revolutionär.

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