- vor 2 Tagen
Nachbarstochter Anja ist verschwunden. Anna und Paul argwöhnen, dass da vielleicht ein Zusammenhang mit dem Streit, den ihr Enkelsohn am Nachmittag mit dem Mädchen hatte, bestehen könnte. Doch erst als sich Frau Klein zerknirscht bei Anna und Paul meldet, wird ihnen manches klar. Sie wollte den Streit zwischen beiden Kindern schlichten, und so hat Anja erfahren, dass sie ein Adoptivkind ist. Enttäuscht glaubt Anja, ihre Eltern hätten sie böswillig belogen. Mit einem Trick löst Paul bei dem Mädchen einen heilsamen Schreck aus, der das vertraute Verhältnis zu ihren Eltern wieder herstellt. (Text: MDR)
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TVTranskript
00:01Na, was bringst du denn da Schönes? Herkules, du hast zu lange krallen. Opa muss immer wieder schneiden.
00:06Ja, Opa ist aber noch gar nicht da.
00:09Ja, wo ist der denn?
00:10In der Brotfabrik Geld verdienen.
00:12Ob ich hinfahre? Ich habe nämlich nicht viel Zeit. Ich muss noch Schularbeiten machen.
00:15Nee, da fährt er genau aneinander vorbei. Der hat nämlich gleich Feierabend.
00:19In dem Fall kann ich ja noch warten.
00:21Willst du ein Schälschchen Apfelmus?
00:23Hm, gerne.
00:24Und danach bringe ich das in den Hof und lasse ihn noch ein bisschen grasen.
00:27Ja, das kannst du machen.
00:38Bleibst du lange, Mutti?
00:39Aber nein.
00:41Da war ein Unfall, weißt du, und da muss ich nochmal hin.
00:44Aber so eine Rundgenaufnahme dauert nicht lang.
00:46In einer guten Stunde bin ich zurück.
00:57Soll ich mitkommen und im Auto auf dich warten?
00:59Ach, Anja, bleib doch lieber mit Cäsar auf dem Hof.
01:02Das ist gesündig.
01:04Tschüss, tschüss.
01:05Tschüss, Mannschaft.
01:09Tschüss.
01:14Na, schmeckt's, Akules?
01:25Hey, verzieh ich mit deinem Köter.
01:27Es ist kein Köter.
01:28Außerdem ist das unser Hof.
01:30Ein dummes Meerschwein sind bei dir gar nichts zu suchen.
01:32Auf ihn noch endlich zurück.
01:33Warum denn?
01:34Cäsar will doch was spielen.
01:35Du bist vielleicht blöde.
01:36Selber blöd.
01:38Komm, Cäsar.
01:39Ist ja schon gut, Herkules.
01:42Herkules.
01:43Fettklus würde besser passen.
01:45Weißt du überhaupt, wer Herkules war?
01:46Klar.
01:47Wer denn?
01:48Sieh doch im Lexikon nach.
01:49Puh, weiß ich auch so.
01:51Und Cäsar bedeutet König.
01:52Ha, leider Kaiser.
01:54Wenn du so schlau bist, warum hast du ein bloß so ein dummes Meerschweinchen?
01:57Meerschweine sind nicht dumm.
01:58Sie sind gelehrig und gutmütig.
02:00Aber sie haben keinen Verstand, so wie Hunde.
02:02Hunde haben auch keinen Verstand, bloß Instinkt.
02:04Du spinnst ja, Hunde können denken.
02:06Ha, und warum hat neulich einer mein Vater gewissen,
02:08als er sein krankes Hähnchen auf die Trage geben wollte?
02:10Weil er nicht denken kann.
02:11Deshalb.
02:12Quatsch, weil dein Vater dumm ist.
02:14Er hätte es dem Hund erklären müssen.
02:16Hat er ja.
02:16Und außerdem, mein Vater ist nicht dumm.
02:18Aber so klug wie meine Mutti ist er nicht.
02:20Meine Mutti ist Ärztin.
02:21Und mein Vater leitet ein ganzes Labor.
02:24Und deiner?
02:25Der fährt bloß ein Krankenauto.
02:27Autofahren kann jeder.
02:29Auch der dümmste, sagt meine Mutti.
02:31Das nimmst du sofort zurück.
02:33Wo es doch stimmt.
02:34Ich werde auch mal Ärztin.
02:36Weil ich kluge Eltern habe, werde ich auch mal klug.
02:39Es vererbt sich nämlich alles.
02:41Besonders die Klugheit.
02:43Gebt nicht so an, du kleine Kröte.
02:45Lass dich nicht ins Boxhorn jagen, mein Junge.
02:48Wenn sie gescheit ist, sollte sie sich freuen.
02:50Aber von ihren Eltern hat sie nichts geerbt.
02:53Geht ja gar nicht.
02:54Wo du doch ein angenommenes Kind bist.
02:56Hast du das ganz vergessen?
02:59Geht ja gar nicht.
03:53Du, Opa.
03:54Hier.
03:54Wo wohnst du denn?
03:56Warum ist Vati eigentlich nur Krankentransporteur geworden?
03:59Nur?
04:00Nun wird es verrückt.
04:02So ein feiner Beruf.
04:04Na, manche sagen, Autofahren kann jeder dumme.
04:06Natürlich gibt es auch saudumme Autofahrer.
04:08Aber so einer kann doch nicht Krankentransporteur werden.
04:13So.
04:15Nun kann er wieder prima laufen.
04:17Ohne Fußschmerzen.
04:19Danke, Opa.
04:21Ist Herkules eigentlich zu dick?
04:24Gerade richtig so, würde ich sagen.
04:26Na, die dumme Pute hat nämlich gesagt, der ist ein Fettkloß.
04:28Oh, und war Herkules beleidigt?
04:30Nee.
04:31Da hast du es großmütig übergangen.
04:33Fast.
04:34Fast?
04:35Immer Kavalier sein.
04:38Aber als die Vati einen dumm genannt hat.
04:40Da seid ihr ja aneinander geraten.
04:42Hast du ihr etwa eine runtergehauen?
04:45Nein, aber ich hätte es gerne.
04:48Gut so, Bernd.
04:49Mädchen schlägt man nämlich nicht.
04:51Die will Ärztin werden,
04:53weil sie denkt, sie hat die Klugheit von ihren Eltern gehabt.
04:55Aber da hat eine kleine Tischliche den Kopf gewaschen.
04:58Na, bestens.
04:59Da ist ja die Kleinen direkt mal für was gut.
05:18Zehn Gläser Apfelmus.
05:21Die ganzen Äpfel habe ich verarbeitet.
05:25Ich glaube, ich rühre im Traum noch weiter.
05:28Hättest du was gesagt, hätte ich auch mal gerührt.
05:30Ach, ach, ach.
05:32Meine Arbeit mache ich lieber alleine.
05:36Aber einen Mülleimer könntest du mal runterbringen.
05:38Mach ich.
05:39Die Müllabfuhr kommt morgen früh.
05:41Die sind auch lange hin.
05:44Was man nicht gleich macht, vergisst man.
05:51Engeltante.
05:51Nee, nee, nee. Lies mal ruhig weiter.
05:53Das bissl kann ich auch noch machen.
05:54Anchen, sei nicht trotzig.
05:57Stell den Eimer wieder hin.
05:59Der wird von deinem guten Paulchen transportiert.
06:03Nach dem Zeitung lesen.
06:08Hoffentlich vergisst's das gute Paulchen nicht.
06:11In dem Falle könntest du von mir direkt eine Flasche König Wasser eintreiben.
06:14Oh.
06:15Vielen Dank, dass Sie mich so spät noch vangenommen haben.
06:18Na, aber ich bitte Sie.
06:19Keine Ursache.
06:19Wir haben doch keine Kinder, die auf uns warten.
06:21Viel Spaß noch.
06:22Frau Locke, haben Sie Anja und den Hund gesehen?
06:25Am Laden vorbeigehen vielleicht?
06:27Nein, aber man guckt auch nicht immer aus dem Fenster.
06:30Sag mal, hast du Anja gesehen?
06:32Die Anja?
06:32Nein.
06:33Das hätte ich sicher bemerkt.
06:35Also am Laden ist sie bestimmt nicht vorbeigegangen, Frau Doktor.
06:37Dankeschön.
06:38Entschuldigen Sie die Störung.
06:39Ja, machen Sie sich denn Sorgen?
06:41Ach, ist doch noch hell.
06:42Es ist nur...
06:42Aber sonst finde ich sie immer vor.
06:45Wer weiß, wen sie getroffen hat.
06:47Irgendwann fangen alle Kinder an zu bummeln.
06:50Sicher.
06:53Hast du Kinder, hast du Sorgen.
06:55Na nun, du hast dich doch sonst immer beschwert, dass wir keine haben.
07:04Ich neige schon, bei Ihnen ist Anja auch nicht.
07:07Sie suchen Anja?
07:08Haben Sie sie wieder kennenzulernen?
07:10Mit dem Hund, aber das war heute Nachmittag.
07:12Ach, schon heute Nachmittag.
07:13Sie war erst auf dem Hof mit dem Enkelsohn von Schmitz und danach...
07:16Dann ist sie vielleicht bei Schmitz.
07:17Danke.
07:17Den Hund höre ich eigentlich immer, wenn Anja mit ihm das Haus betritt.
07:21Nachfahren wir nicht auf alle Fälle, bevor ich die Straßen nach ihr absuche.
07:24Wenn sie nicht bei Schmitz ist, dann suche ich mit.
07:26Danke, Frau Klein.
07:34Ach, Frau Dr. Görner.
07:37Klappt es etwa nicht mit dem Vortrag in der Brotverband?
07:39Doch, doch, geht in Ordnung.
07:40Ich dachte.
07:42Wir haben uns nämlich schon sehr darauf gefreut.
07:43Nein, ich komme wegen Anja.
07:45Hat sie sich beschwert?
07:48Kinder zanken sich doch alle Tage.
07:50Gezankt?
07:51Bitte kommen Sie doch rein.
07:52Danke.
07:57Worüber haben Sie sich denn gezankt?
08:00Ob Herkules ein Fettkloß ist.
08:03Herkules?
08:03Das Meerschweinchen.
08:05Ach so.
08:06Deswegen wird sie ja nicht weggelaufen sein.
08:09Bestimmt nicht.
08:10Vielleicht, ja, vielleicht ist Cäsar ausgebüxt und sie sucht ihn.
08:16Junge Hunde sind doch genauso unberechenbar wie kleine Kinder.
08:20Was mache ich denn nun?
08:23Ob ich die Polizei einschalte?
08:25Aber, Frau Doktor, Anja ist zehn Jahre alt und noch keine fünf Stunden weg.
08:29Ich weiß ja, ich bin albern.
08:32Ich kenne das von Anja nicht.
08:37Ich gehe Sie suchen.
08:38Soll ich mitkommen?
08:39Ich nehme das Auto.
08:42Danke.
08:44Vielleicht ist er aber auch im Krankenhaus bei Ihrem Mann.
08:46Die Idee hatte ich auch schon.
08:47Ach, Sie machen sich bestimmt ohne zu sorgen.
08:50Sicher.
08:56Sag mal, Paul, verstehst du das?
09:00Also rein gefühlsmäßig.
09:04Also ein bisschen kam mir Bernd wie mit einem schlechten Gewissen vor.
09:07Ach, ach, ach.
09:09Mit Bernd hat es doch bestimmt nichts zu tun.
09:15Ich suche Sie auch.
09:16Ja.
09:20Anja, was machst du denn hier?
09:26Was ist denn passiert?
09:29Hast du was verloren?
09:34Und nun hast du Angst, nach Hause zu gehen, hm?
09:39Aber warum gehst du dann nicht?
09:41Deine Eltern machen sich bestimmt schon Sorgen.
09:44Ich habe keine Eltern.
09:46Ich bin bloß angenommen.
09:47Aber, aber.
09:49Hast du das heute erfahren?
09:52Das musste dich natürlich treffen.
09:55Vielleicht haben deine Eltern einen Fehler gemacht, es dir zu verschweigen.
09:59Gelogen haben sie.
10:00Immer gelogen.
10:02So darfst du das nicht sehen.
10:04Wenn deine Eltern dich nicht ganz schrecklich lieben würden,
10:07hätten sie es dir nicht verschwiegen.
10:10Aber sie wollen dich ganz für sich haben.
10:15Und waren sie nicht immer gut zu dir?
10:18Na siehst du.
10:20Alles andere zählt nicht.
10:24So, und jetzt bringe ich dich nach Hause.
10:38Soll ich nicht mitkommen?
10:41Auf Wiedersehen.
10:43Alles in Ordnung?
10:54Anja!
10:55Da bist du ja endlich.
10:56Deine Eltern haben sich schon Sorgen gemacht.
10:58Sind ja gar nicht meine Eltern.
11:00Aber Anja!
11:01Nein, das darfst du nicht sagen.
11:04Deshalb bist du so lange weggeblieben.
11:07Anja, das ist doch kein Grund, das Köpfchen hängen zu lassen.
11:09Sieh mal.
11:11Es gibt so viele Kinder, die adoptiert sind.
11:13So viele.
11:15Darauf kommt es doch gar nicht an.
11:17Was zählt, ist alleine, dass du es gut bei ihnen hast.
11:20Und das hast du doch.
11:22Mehr als manches eigene.
11:36Was glauben Sie wohl, was ich mir schon für Vorwürfe gemacht habe?
11:41Wenn Kinder streiten, dann soll man sich nicht einmischen.
11:46Ach, hätte ich mir doch lieber ab die Zunge gebissen.
11:48Ich weiß doch, dass ich eine alte Kotterschnauze bin.
11:55Woher sollten Sie wissen, dass Anja keine Ahnung hat?
11:58Selbst wenn, Paul.
12:00An sowas rührt man nicht.
12:07An sowas rührt man nicht.
12:09Wenn ich bloß wüsste, wie ich das wieder einrenken kann.
12:14Da werden Sie wohl nicht viel machen können, Frau Klein.
12:19Man sollte mal ein Wörtchen mit Anja reden.
12:22Das habe ich ja schon versucht.
12:25Sie war wie ein Stock.
12:29Das ist aber auch eine Geschichte.
12:31Bloß, weil ich dummes Luder.
12:34Doch.
12:37Ich werde heute Nacht bestimmt kein Auge zumachen.
12:42Sie ist ja zurückgekommen.
12:45Vielleicht ist schon wieder alles in Ordnung.
12:50Ach, wäre das schön.
12:52Die Eltern werden es schon irgendwie schaffen.
13:03Ist dir nicht gut, Anja?
13:12Da kannst du nicht reden.
13:19Willst du mir endlich sagen, was los ist?
13:21Hast du was angestellt?
13:24Bist du müde?
13:25Willst du schlafen gehen?
13:37Anja.
13:39Anja.
13:41Anja.
13:43Anja, was ist denn los?
13:45Willst du deiner Mutti heute keinen Kuss geben?
13:47Du bist nicht mehr eine Mutter.
13:49Ich bin ja nur angenommen.
13:57Anja.
13:59Anja, bitte mach auf.
14:01Lass sie.
14:03Komm.
14:14Wer hat ihr...
14:17Alle wissen es.
14:19Anja war ein Jahr alt, als wir sie aus dem Waisenhaus holten.
14:24Ich hatte immer Angst, dass sie es auf diese zufällige und darum bittere Weise erfährt.
14:29Aber du warst ja dagegen, es ihr zu sagen.
14:32Wenn sie erwachsen ist, ihre eigenen Wege geht, dann wäre der richtige Zeitpunkt gewesen.
14:38Ich habe deine Ansicht respektiert, aber wie du siehst...
14:42Wer konnte auch mit der Taktlosigkeit der Nachbarn rechnen?
14:52Komm, jetzt gehen wir aber.
14:54Ich kaufe uns noch einen Eisbecher.
14:56Bloß nicht, ich kann nicht mehr.
14:59Oder wir trinken noch eine Brause.
15:01Mann, dann platze ich, wir gehen.
15:04Ich weiß was.
15:06Im Forum läuft ein Schauer Film.
15:08Den sehen wir uns jetzt an.
15:09Ich bezahle.
15:10Was soll ich meinen Eltern sagen?
15:13Sag doch einfach, dass wir in der Schule unser Bad nicht machen mussten.
15:16Schwindeln tue ich nicht.
15:19Die Erwachsenen schwindeln uns ja auch an.
15:21Meine Eltern nicht.
15:22Außerdem muss ich noch Schularbeiten machen.
15:24Dann gehe ich eben da rein.
15:29Oder kommst du mit Rudern?
15:31Warum willst du denn durchaus nicht nach Hause?
15:34Darum.
15:35Wo hast du überhaupt das viele Geld her?
15:38Das hast du wohl geklaut und nun hast du Angst.
15:41Quatsch.
15:41Alles mein Taschengeld.
15:43Glaube ich nicht, wo es gar nicht deine Eltern sind.
15:46Hast du mir ja selber erzählt.
15:48Ich klau doch nicht.
15:50Seit gestern weiß ich, dass es falsch war, Anja nicht die Wahrheit gesagt zu haben.
15:54Das war Egoismus von mir.
15:55Sie sollte glauben.
15:56Kann nicht verstehen.
15:56Kann ich durchaus verstehen.
15:58Das war falsch.
15:58Jetzt ist alles bloß noch schlimmer.
16:00Ich sehe in Anjas Verhalten nur ihre große Liebe zu leben.
16:03Sie wollen mich trösten.
16:05Das ist eine Tonne.
16:06Das ist meine Überzeugung.
16:08Es wäre der Schock ja nicht so groß gewesen, Sie leben zu hören.
16:12Wie soll ich das sagen?
16:13Ganz einfach Ihren Schmerz zurück.
16:16Das ist schrecklich für Sie gewesen.
16:18Aber wie kommt Frau Klein dazu, Anja sowas an den Kopf zu überhalten?
16:22Wissen Sie, Frau Dr.
16:23Frau Klein hat ihm einfach nicht nachgedacht.
16:25Sie wollte Anja einen Dämpfer versetzen.
16:28Es ging um unseren Jungen.
16:30Warum?
16:30Um das Meerschweinchen und den Hund.
16:33Nicht nur.
16:33Nein, nein.
16:35Es ging um Ihre Klugheit, die Anja von Ihnen geerbt zu haben meinte.
16:40Sie fühlte sich bernd überlegen, weil Sie studiert haben.
16:43So ist das.
16:45Aber was ist der Anja in den Kopf gekommen?
16:47Sie ist doch sonst nicht so überheblich.
16:49Sie wollte auftrumpfen.
16:51Erst mit dem Hund und dann...
16:52Sicher habe ich Sie zu sehr verwöhnt.
16:55Ich werde mit Anja sprechen.
16:57Ich werde dir klar machen, dass man einzig und allein auf seine Leistung stolz sein kann.
17:02Ganz allein darauf, auf die eigenen Leistungen.
17:05Aber erst muss ich den Schock überwunden haben.
17:09Ich überlege die ganze Zeit, wie man da nachhelfen könnte.
17:13Nachhelfen?
17:14Ja.
17:14Man sagt doch immer, gegen einen Schock hilft nur ein neuer Schock.
17:20Anja, noch mal wehtun?
17:22Nein.
17:25Ist denn mein Kopf so verkeigt?
17:27Es muss noch eine Möglichkeit geben.
17:31Lassen Sie es gut sein, Herr Schmidt.
17:34Wir müssen unser Verhältnis zu Anja eben neu aufbauen.
17:43Ja, Cäsar, ist denn dein Frauchen da?
17:47Anja?
17:48Ich habe es.
17:50Cäsar.
17:52Geben Sie mir Cäsar mit.
17:54Warum?
17:55Geben Sie ihn mir nur.
17:56Ich habe da so eine Idee.
17:57Ich weiß nicht.
17:58Besser keine Experimente.
18:00Haben Sie nur Zutrauen zu mir, Frau Doktor.
18:07Aber schön, Cäsar, nun mach mal schön.
18:13Ja, nun mach schön, Cäsar.
18:16Nun, gib ihm doch den Rest und lass ihn nicht für jeden Happen arbeiten.
18:19Wir müssen ja auch für jeden Happen arbeiten.
18:21Nun, mach schön, Cäsar.
18:24Schön, brav so.
18:26Komm.
18:29Kann ich bitte meinen Cäsar bekommen?
18:31Na, komm rein, Anja.
18:35Moment, komm, du verdirb mir nicht, verdirb mir nicht das Konzept.
18:41Guten Tag, Herr Schmidt.
18:42Ich möchte Cäsar holen.
18:43Komm.
18:44Moment, Anja.
18:46Die Sache ist die, dass du Cäsar nicht mitnehmen kannst.
18:50Warum denn nicht?
18:52Weil ich ihn zurückbringen muss.
18:55Zurückbringen?
18:56Ja.
18:57Ich habe nur gewartet, damit du dich von ihm verabschieden kannst.
19:01Aber Cäsar gehört doch mir.
19:04Den hat mir meine Mutti gekauft.
19:06Das Geld kriegt sie wieder zurück, keine Frage.
19:08Da macht jemand keine Sorgen.
19:09Ich will Cäsar aber behalten.
19:13Ja, danach geht es nicht.
19:16Wieso?
19:18Ich will es dir erklären.
19:20Da spielen einige Faktoren eine Rolle, verstehst du?
19:24Mehrere Gründe.
19:26Was sind für Gründe?
19:30Nun, einmal hat der Zwinger eine neue, pfundige Pflegestelle für ihn gefunden, wo er es gut hat und die will
19:36ihn kaufen.
19:37Das geht nicht.
19:38Man kann einen Hund nicht hin und her schieben.
19:40Er hat sich ja an uns gewöhnt.
19:42Sicher wird er eine Weile traurig sein.
19:45Aber er ist jung, er wird es überwinden.
19:47Nein, wird er nicht.
19:48Manche Hunde sterben sogar, wenn sie weggegeben werden.
19:51So?
19:52Ja, und Cäsar liebt mich nämlich ganz mächtig.
19:56Ja, das haben Hunde den Menschen voraus.
20:01Sie lieben den, mit dem sie aufgewachsen und der manchmal nicht einmal gut zu ihnen ist.
20:07Tja, was Liebe und Treue betrifft, könnten wir uns manchmal eine Scheibe von ihnen abschneiden.
20:13Ich bin auch treu.
20:16Wirklich?
20:19Seit gestern habe ich da so meine Zweifel.
20:23Das ist auch der Hauptgrund, weshalb Cäsar weg muss.
20:26Du bist nicht beständig in deiner Liebe.
20:28Doch.
20:30Nee, nee.
20:31Braucht nur einer zu kommen, was Dummes zu sagen und schon kippst du rum.
20:35Nein, bei Cäsar nicht.
20:38Ach, bei Cäsar nicht?
20:41Sieh mal an.
20:43Aber sonst?
20:47Ach, Anja.
20:50Auf die Geburt kommt es nicht an.
20:53Das kannst du auch vom Cäsar lernen.
20:56Der hat seine Hundemama verlassen, um bei dir zu sein.
20:59Und ist glücklich.
21:02Manches Kind wäre froh, wenn es so eine Mutti hätte, wie du eine hast.
21:06Da würde sie auch gar nicht danach fragen, ob es angenommen ist.
21:09Ich bin ja auch froh.
21:22Mutti, Mutti, meine liebe Mutti.
21:26Anja.
21:28Meine Anja.
21:34Bei Anja ist es nur erst mal verschüttet.
21:38Hauptsache, es hat ihren Eltern genützt.
21:45Oh.
21:46Und ich krieg eine Flasche Kölnisch Wasser.
21:51In der Aufregung vergessen.
22:00Verdiene ich nicht mildernde Umstände?
22:02Ah, soll ich die Leidtragende sein?
22:05Ich habe doch meine Arbeit auch gemacht, trotz der Aufregung.
22:09Versprochen ist versprochen.
22:10Wir holen erst Quartier.
22:12Er wird auch mit unmöglich.
22:21Ich bin gerade zu Ihnen, Herr Schmidt.
22:23Wo meinst du denn, Frau Gern?
22:25Sie sind wieder ein Herz und eine Seele anjahrend, Ihre Mutter.
22:28Tatsächlich?
22:28Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin.
22:30Ich erst.
22:31Hat meine Therapie also doch geholfen?
22:33Ihnen habe ich das zu verdanken?
22:35Na ja, Herr Cäsar.
22:36Erzähl ich Ihnen bei Gelegenheit.
22:37Oh, Sie sind ein Schatz.
22:38Wie kann ich Ihnen eine Freude machen?
22:40Na ja, lass uns aber schön.
22:41Bitte, Herr Schmidt.
22:42Ich möchte mich erkendlich zeigen.
22:45Naja.
22:46Wenn ich schon nicht drumherum komme,
22:49hätten Sie vielleicht für mich ein kleines Fläschchen Kölnisch Wasser.
22:53Hab ich.
23:03Hier, mein Schatz.
23:05Oh, kannst du zaubern?
23:08Die ist ja gar nicht mehr ganz voll.
23:10Von der ganz vollen war ja auch nie die Rede.
23:12Wo hast du die her?
23:14Meinerseits eingetrieben.
23:15Von Frau Klein.
23:17Na, du bildest dir doch wohl nicht ein,
23:19dass ich das Kölnisch Wasser von der Klein nehme.
23:22Na, weißt du, das ist ja allerhand.
23:23Das ist ja eine Zumutung.
23:25Ist ja sowas.
23:29Wenn ich schon bei allen verschüttet habe,
23:31will ich wenigstens gut riechen.
23:33Bis zum nächsten Mal.
23:33Bis zum nächsten Mal.
23:33Bis zum nächsten Mal.
23:33Bis zum nächsten Mal.
23:34Bis zum nächsten Mal.
23:35Bis zum nächsten Mal.
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23:36Vielen Dank.