00:05Es war eine Premiere der besonderen Art.
00:08Zahlreiche Prominente aus Kunst und Wirtschaft ließen es sich nicht nehmen,
00:12am 7. Oktober ins Theater Center Forum in der Wiener Porzellangasse zu kommen.
00:17Wer da war, wurde nicht enttäuscht.
00:19Mit Außer Kontrolle bringt die neue Bühne Wien Ray Coonies
00:23weltberühmte Verwechslungskomödie auf die Bühne
00:26und verlegt sie von London ins Wien des Jahres 1924.
00:36Ihr bitte.
00:37Ein bisschen hart, Herr Minister.
00:41Für den guten alten Wagner wäre die Währungsreform vermutlich auch ein Jahr leicht verlohnt.
00:46Ja, doch in Gottes Namen.
00:48Stimmen Sie doch heute bitte für diesen Schlinge.
00:51Schilling, Frau Schacher, Schilling soll die neue Währung heißen.
00:53Tja, allein schon, weil es in unserer eigenen Partei so viele Skeptiker gibt,
00:57muss ich wohl heute meinen Chefbundeskanzler Seipel den Rücken stärken.
01:01Gelegenheit macht Liebe, denkt sich der Herr Minister
01:04und verabredet ein Tettatett mit einer Sekretärin der Opposition
01:08in einer Suite des Hotels Sacher.
01:11Was macht die Debatte?
01:12Hat doch gar nicht richtig begonnen.
01:14Sieh, nur hör zu.
01:16Also, ich stecke hier noch in ganz Tippo,
01:19drinnen und Verhandlungen,
01:20wo ich auf allen Fall gestürzt werde.
01:23Aber was, du kannst mich doch bestens vertreten
01:25und so, ich würde die Dr. Seipel tatsächlich doch mir fragen,
01:28sage ich, ich bin und werde es ausgetreten.
01:30Zur Abstimmung und dem Schilling bin ich natürlich im Parlament.
01:34Na, was, du rufst mich an,
01:35eine zehn Minuten bin ich da.
01:38Die Telefonnummer lautet Sex-Aplätze.
01:45Doch statt romantischer Stunden
01:47erwartet ihn eine höchst lästige Leiche
01:50und die muss vor der misstrauischen Frau Sacher,
01:53der Presse, einem schlitzohrigen Träumer
01:55und der eifersüchtigen Ehepartnerin verborgen werden.
01:59Ja, Minister!
02:01Alfred!
02:02Ich glaube, er wird wüllen.
02:03Ach, Ölhaus!
02:05Alfred, Alfred, Alfred,
02:08bitte, schau mal!
02:08Oh Gott!
02:11Wer ist das?
02:13Regisseurin Niki Neis ist eine tolle Produktion gelungen.
02:17Türen auf, Türen zu
02:18und das alles mit perfektem Timing.
02:21Das hervorragende Ensemble mit Hubert Wolf,
02:23Doris Drechsel, Laila Strahl,
02:25Viktor Kautsch, Robert Kohler
02:27und Willi Preinsack
02:28sorgt für einen aberwitzigen,
02:30halsbrecherischen Abend,
02:31an dem kein Auge trocken bleibt.
02:33Georg kommt wieder.
02:35Zunächst muss der Gute weg vom Balkon.
02:36Frau Sacher wurde schon informiert,
02:38dass sie hier einen Einbrecher rumtreibt.
02:40So einbedingt!
02:41Persönlich.
02:42Aber wir werden dafür sorgen,
02:44dass er später an einem anderen Ort gefunden wird.
02:46Und zwar von dir.
02:47Von mir?
02:48Ja.
02:49Dann nämlich, wenn ich im Parlament bin
02:51und unserem Bundeskanzler meine Unterstützung
02:53für die Währungsreform zusichere
02:55und wenn die Sekretärin der Opposition
02:57zu Hause in ihr Bettchen liegt.
02:58Sie meinen die Sekretärin von Bürgermeister Seitz?
03:02Ja, schau nicht, wo du, was ich wohne,
03:03denn bin er neu dort.
03:05Denken Sie, ich könnte rausgehen?
03:07Wir fangen nochmal von vorne an.
03:10Die Bühne gestaltete Martin Gesslbauer,
03:12die Kostüme stammen von Petra Teufelsbauer,
03:15die Gesamtleitung hat Markus Strahl.
03:17Fazit, ein Stück, das man gesehen haben muss.
03:20Das erklärt gar nichts.
03:22Aber ja.
03:24Ja, erklärst du mir.
03:30Rudi, schau mal.
03:32Ich glaube, deine Frau,
03:33die hat doch eine Mutter, nicht wahr?
03:35Ja, logisch, die mag ich nicht.
04:11Ich glaube, deine Frau,
04:37Und wer glaubt, das war es schon.
04:39Mitnichten.
04:40Im Theatercenterforum wird auf gleich drei Bühnen gespielt,
04:43Komödie, Musik und vieles mehr.
04:45Bei diesem abwechslungsreichen Programm
04:47ist für jeden Geschmack etwas dabei.
04:49Wir sind heute beim Start
04:51in die Theatersaison
04:53hier im Theatercenterforum.
04:54Mir gegenüber unser Direktor.
04:58Stefan, was kann man sagen zum heutigen Tag?
05:00Das sind ja wirklich drei tolle Sachen,
05:02die da laufen.
05:03Ja, das ist eigentlich eine ganz besondere Eröffnung.
05:06Wir haben drei Premieren
05:07auf drei Bühnen in einem Haus.
05:09Das ist also wirklich ganz was Besonderes.
05:12Und im Forum 1
05:13ist heute diese Urkomödie
05:15außer Kontrolle.
05:16Ich sage deswegen Urkomödie.
05:18Das ist so lustig
05:19und so turbulent.
05:21Also die Leute unterhalten sich prächtig.
05:24Und im Forum 2
05:24ist Michael Jedlitschka.
05:27Michael Jedlitschka ist
05:29sehr ein musikalischer Künstler.
05:32Er ist auch der Bruder von Victor Gernot.
05:34Das heißt,
05:35dann liegt die Kunst im Blut.
05:36Da wird ein Reinhard-May-Programm gemacht.
05:39Auch sehr sehenswert.
05:41Und die ganzen Hits
05:42von Reinhard May.
05:43Deswegen heißt das Programm
05:45über den Wolken.
05:46So breit, dass ich vergessen habe.
05:48Was hat es eigentlich gegeben?
05:51Damals, als es dich noch nicht gab.
05:53Damals glaubte ich alles zu wissen.
05:56Bist du mir die Gewissein?
05:57Es ist, als wäre er schon immer da gewesen.
06:00Reinhard May und seine Lieder
06:01gehören zum deutschsprachigen Kulturgut.
06:04Bei seinen Konzerten
06:05sitzen nicht selten mehrere Generationen
06:08nebeneinander im Publikum.
06:09In Österreich wird der große Liedermacher
06:12jedoch viel zu wenig gewürdigt.
06:14Höchste Zeit, das zu ändern.
06:16Genau das hat sich Michael Jedlitschka
06:18mit seinem neuen Programm vorgenommen.
06:37An seiner Seite steht eine hochkarätige Formation.
06:43Johannes Grill, Gitarre und Arrangements,
06:46Martin Haydn, Akkordeon und Keyboard
06:48und Andy Fried, Drums.
07:05Doch wer nun einen weiteren Abend
07:07mit nachgespielten Klassikern erwartet,
07:09irrt gewaltig.
07:10Michael Jedlitschka bringt Reinhard May
07:13auf unverwechselbare Weise auf die Bühne.
07:15Er imitiert nicht, er interpretiert.
07:22Zum Aufhangen ist keine Zeit,
07:24ich stecke alles in Entruhe,
07:27am Waschersprächerhemden,
07:28so jetzt hab ich Ruhe.
07:30Entstanden ist eine Hommage
07:32an einen der besten deutschen Liedermacher.
07:34Was mit seiner viel beachteten Interpretation
07:37der Lieder von Ludwig Hirsch begann,
07:39findet nun mit Reinhard May seine Fortsetzung.
07:42Melancholisch, witzig, kritisch und scharfsinnig.
07:45Mays Texte werden in einer gefälligen
07:48musikalischen Erzählform zum Leben erweckt.
07:51Im Mittelpunkt steht dabei die Botschaft,
07:54die seine Lieder seit Jahrzehnten tragen.
07:56Glaube, Liebe, Hoffnung.
07:59Ein musikalischer Abend zum Schmunzeln und Nachdenken
08:02mit so manchem ernsten Moment,
08:04der lange nachklingt.
08:12Ich denke, ich schreibe euch besser schon bei Zeiten
08:16und sage euch heute schon endgültig ab.
08:21Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten,
08:26um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab.
08:31Ich lieb die Beine, das will ich euch sagen.
08:35Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht.
08:40Und die, die werden keine Waffen tragen.
08:46Nein, meine Söhne, geb ich nicht.
08:50Nein, meine Söhne, geb ich nicht.
08:56Und im Forum 3 haben wir auch eine ganz besondere Schiene.
09:00Die Frau Franzi, die lustigste Putzfrau von Wien,
09:04bringt eine Jedermann-Collage.
09:07Und es ist gesteckt voll und die Leute unterhalten sich ja super.
09:11Es ist ein toller Einstieg in die neue Theatersaison.
09:16Eine wunderbare Sache.
09:17Ich habe mir alle drei Stücke,
09:18alle drei Sachen anschauen können.
09:20Also da, sag mal dann, wo fange ich jetzt an?
09:22Aber es spielt es ja noch länger.
09:24Ja, es spielt es also außer Kontrolle.
09:27Wird auch im November wieder aufgenommen.
09:29Ist auch dann unsere Silvesterproduktion.
09:32Das Reinhard-May-Programm läuft auch noch ein bisschen.
09:35Und es kommen ganz viele neue Produktionen.
09:38Und damit man weiß, was hier alles am Programm steht,
09:41am besten auf die Homepage gehen,
09:43Theatercenterforum.com.
09:44Und da haben sie dann alle Produktionen bis Jänner.
09:49Manche gibt schon Vorschau für Jänner, Februar,
09:53ab März, April.
09:55Und es sind wirklich viele Kustostücke.
09:57Und es ist einfach das Schöne in dem Theatercenterforum
10:01durch die drei Bühnen,
10:02dass alle Genres der darstellenden Kunst
10:05werden hier bedient.
10:06Also von Krimi, Komödie, Show, Musical.
10:11Und eine ganz besondere Produktion ist auch im November
10:14von der Agatha Christie,
10:16der Mord im Orient Express.
10:18Also schon ein großer Run auf die Karten.
10:20Also bitte rechtzeitig dafür sorgen.
10:23Egal, was man sich anschaut,
10:24es ist alles Gute.
10:25Und die Stimmung ist immer herrlich.
10:27Also man sollte reinschauen,
10:28wirklich, wie du gesagt hast,
10:29und soll sich einmal erkundigen,
10:30was es alles gibt.
10:31Und am besten gleich vorbeischauen.
10:33Unbedingt.
10:34Also so wie der Fakas immer sagt.
10:36Schauen Sie sich das an.
10:39Last but not least,
10:40Frau Franzi spielt den Jedermann,
10:42Humor vom Feinsten im Saal 3.
10:45Frau Franzi ist eine begnadete,
10:47leicht splähnige Putzfrau
10:48und liebt ihre Arbeit.
10:50Putzen, kochen, wischen und das Theater.
10:52Mit dem Jedermann
10:53widmet sie sich nun dem Sterben des reichen Mannes,
10:56dass es nur so staubt.
10:58Aber geht tot.
11:00Nichts geht tot.
11:01Ist schon der Teufel, der hat ja sogar eine rote Arm.
11:04Was?
11:05Ist unten der rote Arm?
11:06Na, weil er nicht schläft.
11:08Ha, ha, ha, ha.
11:12Der Tod, Jedermann,
11:14die Buhlschaft und alle anderen,
11:16gespielt von ein und derselben Person?
11:18Unmöglich, meinen Sie?
11:19Am Salzburger Domplatz vielleicht?
11:22Frau Franzi macht es möglich.
11:24Mit einfachsten Mitteln präsentiert
11:25Marika Reichholdt,
11:26alias Frau Franzi Hugo von Hofmannsthals,
11:29Jedermann auf unvergleichlich kreative
11:31und unterhaltsame Art.
11:33Wer ihr zusieht und zuhört,
11:35vergisst alles,
11:36was er bisher über den Jedermann im Kopf hatte.
11:39Die Stars, die Presse, die Medien
11:40und das ganze Tamtam rundherum.
12:07Frau Franzi legt ihren Jedermann ganz anders an
12:10und erzählt die Geschichte aus ihrer eigenen Sicht.
12:13Last but not least
12:14sorgt sie im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal 3
12:17für Humor vom Feinsten.
12:20Wenn uns die coole Putzfrau
12:21den Jedermann näher bringt,
12:23bleibt kein Auge trocken.
12:24Wie immer ist es ein Vergnügen,
12:26ihr zuzusehen und zuzuhören.
12:28Mit Frau Franzi wird das Sterben
12:30des reichen Mannes zum Lachen.
12:31Text und Spiel
12:32Marika Reichholt
12:34Regie
12:34Christian Suchi
12:36Und er denkt jetzt an ihn sich
12:38und dann tut es ihm leid,
12:39dass er nicht fortfindet,
12:40gar nicht.
12:41Schäfer
12:42Himmels