Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 7 Monaten
Ein Abend voller Emotion, Musik und echter Bühnenmagie:
Der große Volksschauspieler Gerhard Ernst feierte im Marchfelderhof seinen 80. Geburtstag – und die Kulturszene pilgerte in Scharen nach Deutsch‑Wagram, um die Legende hochleben zu lassen.
Vom Mozartsängerknaben bis zum legendären „Frosch“ in der Fledermaus, von My Fair Lady bis Anatevka – Ernst hat die großen Bühnen des Landes geprägt wie kaum ein anderer. Und genau diese Weggefährten standen nun mit ihm auf der Marchfelderhof‑Bühne und präsentierten ein ganz persönliches „Best of“.
Unter den Gratulanten: Regisseur Karl Absenger, Dirigent Guido Mancusi, Volksopern‑Geschäftsführer Christoph Ladstätter, Promi‑Winzerin Katharina Baumgartner, sowie zahlreiche Stars der Volksoper und Wiener Kulturszene.
Zum süßen Finale rollte Hausherr Peter Großmann eine imposante Schoko‑Nougat‑Torte herein – begleitet von einem Chor, der so kraftvoll „Happy Birthday“ schmetterte, dass die 80 Kerzen fast von selbst erloschen.
Ein Abend, der zeigt: Gerhard Ernst ist nicht nur eine Bühne für sich – er ist ein Stück österreichische Kulturgeschichte.
Transkript
00:00Ein großer Abend für einen ganz Großen des österreichischen Theaters.
00:10Im Machfelderhof wurde gestern der 80. Geburtstag von Volksschauspieler Gerhard Ernst gefeiert
00:15und die heimische Kulturszene ist in Scharen nach Deutsch-Wagramm gepilgert,
00:20um dem Jubilar die Ehre zu erweisen.
00:23Vom Mozart-Sängerknaben bis zum legendären Frosch in der Fledermaus,
00:27von My Fair Lady bis Anna Tevka, Gerhard Ernst,
00:31hat über Jahrzehnte die Bühnen des Landes geprägt und Generationen von Publikum begeistert.
00:36Und genau diese Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen,
00:39standen nun gemeinsam mit ihm auf der Machfelderhofbühne,
00:42um ein ganz persönliches Best-of zu feiern.
00:45Ein Abend voller Musik, Humor, Emotion und einem Finale, das man so schnell nicht vergisst.
00:57Und jetzt stehen zwei großartige Künstler.
01:05Ja, was werden wir heute hören?
01:07Das ist eine Überraschung.
01:08Echt?
01:09Das ist eine Überraschung von Gerhard, deswegen kann ich es jetzt nicht sagen.
01:13Wobei er hört es eh nicht.
01:14Er hört es eh nicht.
01:15Also, dann sagen wir es.
01:17Wir singen vom Piron und Knapp Camping und den geschubften Pferl,
01:21den der Gerhard natürlich großartig auch selber singt.
01:24Es ist schon eine tolle Sache, als er Geburtstag zu feiern, vor allem von so einem Künstler.
01:29Ja, sicher.
01:30Wir kennen uns auch schon ein paar Jährchen.
01:32Ich kann nicht einmal sagen, wie viele Jahrzehnte sind das schon.
01:37Und wir spielen sehr oft zusammen.
01:38Dass er sich begleitet, den Gerhard am Klavier, bei seinen Auftritten schon sehr viele Jahre.
01:45Was kann man zu Gerhard jetzt sagen?
01:48Er ist einfach genial.
01:49Ein Wiener Original.
01:50Großartig.
01:51Nicht nur als Fleischhauer, ne?
01:52Nicht nur als Fleischhauer, nein, überhaupt nicht.
01:55Nein, nein, nein.
01:55Der Fleischhauer hat sich da ergeben.
01:58Er ist ein Wiener Original und er kann diese Sachen wirklich sehr, sehr gut.
02:02Das ist hervorragend.
02:04Das Wichtigste beim Camping ist ein erstklassiges Zelt.
02:08Man braucht einen Tisch und Sonnenschirm und auch ein Bett, das sehr gut hält.
02:11Man braucht Luftmatratzen, Schlafsäck, eine Sesslung für den Gast.
02:15Und als Österreicher einen Hotress-Hotelfahnen-Mast.
02:18Stehe rein und ein paar Hebel.
02:20Nur ein Mann, der wirklich gut tanzt, macht ihnen das Leben zum Vergnügen.
02:26Gerhard Ernst.
02:40Was kann man zu Gerhard Ernst sagen?
02:41Ja, der Gerhard Ernst ist natürlich ein großartiger Mensch, ein lieber Freund, ein großartiger Künstler.
02:51Und nämlich dieses Spektrum von der Oper zu Operette hat eine wunderbare Stimme, aber bis zum Wiener Lied.
03:00Also ich habe zum Beispiel den Leopoldi, wer das Regelspiel noch niemand so gut singen gehört.
03:07Mit diesem Ausdruck.
03:08Also das ist alles so schlüssig bei ihm.
03:11Der Gesang, die Bewegung, die Memmik, alles und so weiter.
03:15Und gute Würsteln hat er auch.
03:17Absolut.
03:18Und könnte man ja fast glauben, dass der Leopoldi eben auf ihn seinen Rock geschrieben hat.
03:24Ja, natürlich. Er hat wahrscheinlich den Prototypen Gerhard Ernst, hat er wahrscheinlich, da sind ihm diese Ideen, diese Lieder gekommen.
03:36Das war eigentlich, er wurde wachgeküsst von einem imaginären Gerhard Ernst damals.
03:42Absolut.
03:43Ja, da sage ich danke.
03:45Gerne.
03:45Jetzt könnten wir sagen, wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen.
03:48Ja, also, erstens war wir im Wachfelderhof, das war erst vor 14 Tagen der Empfang.
03:56Und dann, ja, ich weiß schon, das ist die süßeste Ballnacht.
03:59Genau.
04:00Heute feiern wir etwas ganz Besonderes, Gerhard Ernst.
04:03Was kann man zu Gerhard Ernst sagen?
04:05Einer meiner besten Freunde.
04:07Und er ist einer, der, die mich ja von Deutschland, habe ich ihn kennengelernt, weil wir gesungen haben.
04:14Und ich habe, Fredermaus war, Silvester, geiler Vorstellung, da wurde ich auch engagiert.
04:21Und da habe ich uns kennengelernt, aber ich habe darauf gar nicht mehr so gedacht.
04:26Dann habe ich dort Silvesterkonzert gemacht, dann habe ich dort Othello gesungen.
04:30Und erst kann er immer erzählen, er ist ein Zeitzeuge.
04:34Und wenn dann, was weiß ich, 20 Jahre später oder was, in Wien ist er zu mir gekommen, können Sie sich noch erinnern?
04:42Ah, sage ich ja.
04:43Und seit der Zeit sind wir die besten Freunde wieder, weil ich schätze ihn außerordentlich.
04:49Und ich muss auch sagen, in der Volksoper, wenn er auftritt, das ist eine kleine Rolle, in dem,
04:54wir wollen nicht vergessen oder so ähnlich heißt es, da ist sofort Sinn, ein Applaus.
05:01Er ist ein Publikumsliebling und wenn man sagt, Gerhard Ernst, ob wissen die Leute nicht,
05:07Gerhard Ernst, sage ich, der Hofstädter.
05:10Ha!
05:11Also es ist so, man sagte mir auch, es gibt keine bessere Werbefigur, weil er ist der Hofstädter.
05:20Und wenn er sich so andere macht, wäre er auch gewesen.
05:25Aber der Gerhard ist in Österreich der Werbestand.
05:30Absolut.
05:31Und wie interessant, mir geht es zumindest so, jedes Mal, wenn ich Nestroy höre, muss ich an Gerhard Ernst denken.
05:36Ja, er ist wunderbar.
05:38Er ist natürlich ein ganz toller Mann, denn er war am Burgtheater engagiert.
05:45Er hat in der Josefstadt sogar die Eröffnungspremiere, spielt jahrelang Burgtheater und dann viele, viele, viele, viele Jahre in der Volksoper.
05:56Also er ist ein wirklicher Volksdarsteller und ich muss sagen, er müsste viel mehr beschäftigt sein, obwohl er eh Tag und Nacht arbeitet.
06:08Aber er müsste noch mehr beschäftigt sein.
06:11Ja, wir sind heute bei einem ganz wichtigen, besonderen Anlass, Gerhard Ernst.
06:16Jetzt wissen wir, dass du immer wieder so deine besonderen Kreationen hast.
06:20Gibt es die heute auch?
06:21Selbstverständlich.
06:22Also ich habe auch lange überlegt, dass ich den Gerhard da mitnehmen könnte zum 80. Geburtstag.
06:27Dann habe ich überlegt, zum Beispiel große Flasche mit eigenem Foto, aber die hat er tatsächlich schon.
06:32Die hat er schon mal zum Geburtstag und zu seinem Bühnenjubiläum damals auch bekommen.
06:36Und dann habe ich mir gedacht, was passt denn besser zum 80. Geburtstag, als natürlich nur Jungweine, die einen frisch und lebendig halten.
06:45Also passt, glaube ich, auch sehr gut für heute Abend.
06:49Was bekommen wir heute für gute Weine?
06:51Frisch abgefüllt heute tatsächlich, heute Vormittag noch, einen Grüner-Wald-Liener-Weinviertel-THC vom neuen Jahrgang.
06:57Dann einen Rhein-Riesling schon 2025 und auch Zweigelt, also auch Rotwein schon vom neuen Jahrgang.
07:03Es ist sehr selten, dass man den jetzt schon bekommt.
07:06Jetzt ist gemeiner Winzerin, das zu fragen. Was ist denn dein persönlicher Favorit bei den Weinen?
07:11Ja, also ich glaube, da habe ich tatsächlich ein paar verschiedene.
07:14Wenn es so ums leichte Trinkvergnügen geht, bin ich tatsächlich bei unserer Rosenprinzessin.
07:19Beim Musikwein ist ein Weltliner, blumig-duftig.
07:23Dann habe ich natürlich sehr gerne meinen Orange Wein, das ist dann was sehr Aromatisches auch, auch als Speisebegleitung.
07:29Und beim Rotwein habe ich momentan tatsächlich den Zweigelt am liebsten, der ist so schön schmeichelnd.
07:34Es gibt so ein richtiges Highlight sein heuer, gell?
07:36Ja, auf jeden Fall. Also kann man sich auf ein paar gute Tropfeln freuen.
07:40Na wunderbar. Dann sage ich euch herzlichen Dank und wünsche einen schönen Abend.
07:43Ja, auf jeden Fall. Wird heute toll.
07:45Neben mir steht kein Unbekannter. Wir feiern heute einen großartigen Jubilar.
07:51Würde ich einmal so sehen. Was hältst du von oder was kannst du zu dem Jubilar sein?
07:56Für mich ist der Gerhard Ernst, der ist noch einer der alten Garde an Volksschauspieler
08:02und für mich einer der ganz Großen in der Branche.
08:05Und von dieser Qualität und in dieser Art und dieser Intensität vor Schauspiel in der Vielfältigkeit gibt es eigentlich nicht mehr viele.
08:17Auch dich gefreut, dass ich ihn jetzt reduziere. Aber für mich ist er der perfekte Nesteroll.
08:22Ja, natürlich. Da ist er natürlich prädestiniert dafür.
08:26Aber es wäre zu wenig, ihn genau auf dieses Fach zu reduzieren, auch wenn er natürlich ein idealer Darsteller wäre.
08:34Da ist er für. Aber er ist so vielseitig. Er macht Fernsehen aus Seherkrimi.
08:41Er hat im Burgtheater gespielt. Er hat Anna Tefka gespielt. Er spielt Operette.
08:46Also ihn festzulegen nur auf Nesteroll wäre zu eng gesehen. Aber natürlich ist es eine Paraderolle für ihn, Nesteroll zu spielen, egal welchen.
08:57Ist es bei ihm so, dass er allgemein so Erfolg hat, weil er die Authentizität da ist bei ihm?
09:02Das ist die Stärke von Gerhard. Der Gerhard ist, wer er ist.
09:06Und natürlich hat er jeder seine eigene Art, Theater zu spielen.
09:11Aber die Aufrichtigkeit und die Ehrlichkeit, aber auch die Vielseitigkeit seines Stils macht ihn natürlich aus.
09:18Und das ist für mich einer der ganz Großen und ich bewundere ihn sehr.
09:23Sogar ein guter Fleischhauern.
09:25Ja, natürlich auch. Gehört natürlich dazu zum Job.
09:29Das hat sich halt irgendwie ergeben, dass das irgendwie dann fast ein bisschen eine kleine Marke geworden ist.
09:35Dass er in der breiten Öffentlichkeit ein bisschen präsenter geworden ist.
09:42Aber trotz alledem muss man auch zusammenbringen, dass ich heute eine Werbung mache.
09:47Ein Charakterdarsteller, weißt du was ich meine?
09:51Ein Charakterbild, das was so greift. Das ist auch eine Qualität natürlich.
09:56Kann man nehmen, wie man will.
09:58Marke Gerhard Ernst.
09:59Marke Gerhard Ernst. Egal was er macht, ist Gerhard Ernst.
10:02Und ich finde das super, wie er ist.
10:06Und ich hoffe, dass er noch sehr viel macht.
10:08Das hoffen wir auch. Dann sage ich recht herzlichen Dank.
10:11Bitte gerne.
10:11Ja, wir sind heute wieder im Achfelderhof und das zu einem guten Anlass.
10:16Gerhard Ernst hat Geburtstag.
10:18Was sagst du zu Gerhard Ernst?
10:19Also Gerhard Ernst ist für mich natürlich ein Paradeschauspieler.
10:24Ich kenne ihn wirklich seit Jahrzehnten bereits immer wieder bei vielen Festen bei uns zu Gast.
10:28Er ist ein wirklich ehrlicher, bodenständiger, guter Mensch, kann man eigentlich nur sagen.
10:34Ich bewundere ihn für seine Vielseitigkeit.
10:36Er ist nicht nur Schauspieler, er ist Sänger, er ist Kabarettist.
10:39Und ja, also wie gesagt, er heute ist so derartig jung.
10:42Also ich bin Neidung um seine Gede.
10:45Und ja, ich freue mich besonders, dass wir natürlich dieses Fest heute machen dürfen bei uns.
10:49Was gibt es denn heute Gutes?
10:50Ihr habt auch gelesen, Hofstädter, lieber Geld.
10:52Naja, natürlich. Er ist ja der Hofstädter der Nation, der Fleischer der Nation.
10:56Aber Gerhard Ernst ist ein Urwiener, dadurch haben wir gemeinsam mit ihm ein typisch wienerisches Menü heute gewählt.
11:03Es gibt eine Erdäpfelsuppe, dann gibt es eben diesen Hofstädter Leberkäs mit einem Mayonnaise-Salat.
11:08Hauptgang haben wir ein sehr feines Schütterscherzsal mit einem Semmelkrän, Rösterdäpfeln und natürlich die Geburtstagstorte.
11:15Also sein Geschmack liegt mir voll.
11:17Wiener Küche pur.
11:19Absolut. Na wunderbar. Was tut sich als nächstes?
11:22Ja, der Wallen-Dieser steht vor der Tür. Der Herrgenschmer steht vor der Tür.
11:26Ja, heute wurde der Termin fixiert in Chesky, die wir den 80er bei mir feiern.
11:32Ja, der Dobl-Chefer Elmeier feiert auch seinen Geburtstag.
11:36Also schöne Anlässe. Wir arbeiten bereits an der Spargelkarte.
11:39Es geht schneller, als wir wollen. Ich dachte, es gibt ein bisschen Atempause jetzt im Jänner, aber keine Spur.
11:46Es geht rasant weiter und so lieben wir es.
11:49Jetzt wollen wir noch wissen, Hofstädter Leberkäs, er war kalt vom Hofstädter.
11:53Der Hofstädter hat ihn selbst geliefert.
11:56Na wunderbar.
11:58Lieber Gerhard, bevor wir reden, muss ich dir einmal alles Gute zum Geburtstag wünschen.
12:02Dankeschön.
12:03Jetzt wollen wir natürlich als erster wissen, ist das der eigene Leberkäs, weil der Hofstädter Leberkäs ist?
12:10Ich hoffe. An Ordnung darf ich gar nicht essen.
12:15Apropos, es ist ja doch eine lange Karriere, auf die du zurückblickst.
12:20Hast du das schon mal bereut?
12:22Nein, überhaupt nicht.
12:23Alles Gute.
12:24Danke, danke. Bitte niedersetzen.
12:26Nein, nicht einen Tag.
12:31Jetzt sage ich immer, für mich bist du, wenn man deinen Namen hört, denke ich mir nur an Nestrol.
12:37Ich weiß, das ist nicht, dass man den nur auf das eingelegt, aber wieso ist das so, bei mir zumindest?
12:41Weil ich viel Nestrol gespielt habe und weil ich Nestrol anscheinend in meinen Genen habe und weil ich Nestrol für einen der größten Dichter überhaupt weltweit halte.
13:04Und Nestrol ist sehr schwer zu spielen und ich habe immer das Glück gehabt, mit guten Regisseuren Nestrol zu machen.
13:10Und deshalb bin ich auch sehr dankbar.
13:15Und deshalb, vielleicht strahle ich das aus, weil der Nestrol, der liegt bei mir drin irgendwie.
13:21Schon seit früher aus der Kindheit.
13:23Das ist die Authentizität, ne?
13:25Ja.
13:25Will ich schon sagen.
13:27Jetzt spielst du ja natürlich nicht nur Nestrol, sondern auch ganz andere Sachen.
13:30Aber was liegt dir von all den Stücken, was du magst, oder Richtungen am meisten?
13:35Wie hast du das gemacht?
13:37Wie hast du das gemacht?
13:38Na ja, das kann man so im Einzelnen nicht sagen.
13:41Weil ich habe ja nicht nur Komödien gespielt und Lustspiele und Schwenke und so weiter, sondern ich habe das sogenannte seriöse Theater gespielt.
13:51Ich habe angefangen von Mephisto über Tantons Tod, über Wolzeck, über Mephisto und Mäuse und Menschen und Sartre und Horvath vor allen Dingen.
14:03Sehr viel Horvath.
14:05Durch eine Rolle im Horvath, Geschichten aus dem Wienerwald, den Oscar, bin ich ja dann als Burgtheater gekommen.
14:13Und solche Sachen liegen mir, und die mag ich, weil es so vielfältig ist, ja.
14:21Einmal ein Lustspiel, dann hast du am nächsten Tag, wie ich an den drei Spatenhäusern war, hast du jeden Tag eine Vorstellung gehabt.
14:28Und immer war etwas anderes.
14:30Einmal Lustspiel, dann haben sie mich sogar einmal in die Oper reingehaut, weil es keinen Nachtwächter gehabt haben in den Meistersingen.
14:36Das war mein Wagner-Debüt, das erste und einzige Mal.
14:40Und dann kommen die ganzen Operetten dazu, die Musical.
14:45Ich spiele einfach gern.
14:47Ich weiß allerdings auch, wo meine Grenzen sind.
14:51Und dass ich nicht, ich würde zum Beispiel sehr gern den Ochs singen.
14:57Kann ich nicht.
14:58Ich kann ihn spielen, aber ich kann es nicht singen, weil ich das nicht in der Stimme habe.
15:03Und mich jetzt zu quälen, ich möchte ihn jetzt unbedingt spielen und singen, das geht nicht.
15:09Und dann geht er auch die Authentizität verloren.
15:11Ja, natürlich.
15:12Da sagt er, was tut sich der das auch?
15:14Hat er das notwendig?
15:15Brauche ich nicht.
15:16Ich habe meine Stärken, die kenne ich, die nütze ich auch aus, aber ich kenne auch meine Schwächen und das greife ich gar nicht an.
15:23Weil sonst, nein, mache ich mich da nicht lächerlich.
15:25Jetzt eine andere Frage, ganz was abseits der Kunst.
15:28Wirst du oft angesprochen als der Hofstädter?
15:31Jetzt nicht mehr so oft, aber am Anfang und im ersten Jahr war es sehr oft, dass die Leute in der Straßenbahn mich angeregt haben, wie macht man das Würstel heiß und das und das.
15:44Aber jetzt, die Leute sagen schon, ja, jetzt bin ich ja wieder im Fernsehen, das ist so schön und das ist gut.
15:51Und ja, und da sage ich dann, da gehen sie einmal ins Theater, da sehen, ja, da waren wir auch, wir waren auch, ja, hören Sie, dass Sie das auch können und so weiter.
15:59Jetzt allmählich wissen die Leute auch, dass ich auch auf der Bühne was kann und nicht nur ein Wurstverkäufer bin.
16:05Das hat ein ganz groß, auf die Dove hingeschrien und das entplaniert ist, wo es einmal so ein Blüten ist.
16:17Und das ist ein Blüten ist, wo es einmal so ein Blüten ist.
16:47Besetzt in einer Macbeth-Aufführung als Pferdner, wenn ich mich recht entsinne, und da gab es einen 20-Minuten-Monolog,
17:03den eigens für diese Aufführung, für diese Inszenierung von Peter Thuarini verfasst wurde.
17:09Das Publikum hat diese Inszenierung sehr geteilt, um es höflich zu sagen, aufgenommen.
17:13Also nach diesem Monolog feckte ein Orkan an Buß und Bravos durch die Burg.
17:20Ein ganz emperter, wütterter Besucher hat sich über die Lonsch geparkt und hat ihm den Gerhard Ernst entgegengeschleudert.
17:28Das ist doch Löwinger Bühne!
17:30Die Antwort von Gerhard Ernst, bitte laut und deutlich.
17:33Nein, das ist Durini.
17:34Genau so war es, genau so war es.
17:38Die Spucke blieb ihm einmal weg, als er seinem Besucher nicht weg blieb.
17:43Die Spucke, nämlich nach einer Herr-Karroll-Aufführung in St. Brück, das kann man auch mehr erwähnen,
17:48der hat sich einer genähert, einem Pörter, Gast, und hat ihm das Gesicht gespuckt.
17:54Und was hat er ernsthaft gesagt?
17:55Danke, jetzt weiß ich, dass ich es richtig war.
17:59Das finde ich, das ist ein Oktar.
18:04Tolle Laudatio, für einen tollen Künstler kann man schon sagen.
18:08Der ist so universell begabt, dass es mich wundert, warum er nicht weltweit so berühmt ist,
18:15wie der Christoph Alts oder der Klaus-Maria Brandauer.
18:18Weil er kann wirklich alles.
18:20Der hat gespielt, wirklich, vom Tebio bis zum Frosch, vom Oscar als Fleischhauer
18:26und der Geschichte aus dem Minervald bis zum Herrn Körl.
18:28Wir wären nicht fertig.
18:30Der ist einfach ein großer Könner und bescheiden geblieben und leiband geblieben.
18:35Und das ist unverwechselbar.
18:37Jetzt bist du ja ein Profi schon im Laudatio-Schreiben,
18:40aber ich glaube, das war schon eine interessante Geschichte, diese Laudatio zu schreiben.
18:44Ernst, habe ich gesagt, ist das Leben, heute die Kunst.
18:47Und zwar seine Kunst.
18:48Absolut.
18:49Weil er nimmt es ernst, aber er bringt es so, als wäre es gerade aus den Ärmel geschüttelt.
18:54Da kann man sich viel abschneiden von einem Fleischhauer.
18:57Absolut. Die Authentizität ist das halt, gell?
18:59Der ist ein Ur-Wiener Charakterkopf und er verdient die Bewunderung, die ihm entgegen schwappt heute.
19:08Und er verdient jeden Respekt.
19:11Und ich hoffe, er wird demnächst bald einmal Kammerschauspieler und kriegt das goldene Ehrenzeichen.
19:16Wer hätte es mehr verdient als Gerhard?
19:19Das ist ein ganz anderer, da hat ich es eigentlich.
19:20Naja, also...
19:21Du, da wären wir nicht fertig.
19:23Belangt geht euch eine Sendung.
19:25Ich kann nur dringend hoffen, dass er demnächst vielleicht den Titel Kammerschauspieler oder ein goldenes Ehrenzeichen,
19:33das statt Wien bekommt, weil wer hätte es mehr verdient als Gerhard Ernst?
19:37Wie gesagt, und das ist wirklich so ein breites Spektrum, was er abdeckt und das ist schon interessant.
19:42Und vor allem gerade die heiteren Rollen.
19:44Der kann ja sehen...
19:44Nestroy zum Beispiel, das ist etwas, was schwer zu spielen ist und er bringt es authentisch rüber.
19:48Er ist einer der letzten klassischen Nestroy-Schauspieler.
19:52Und vor allem, der kann ja herrlich singen.
19:54Ich muss dir vorstellen, mit 80 lässt man manchmal die Stimme schon nach, auch bei tollen Profis.
19:58Und heute werden wir erleben, was der noch drauf hat, haben wir Resonanzkosten.
20:03Alle Achtung.
20:04Chapeau.
20:06Wunderbar.
20:06Dann zum Gericht.
20:07Herzlichen Dank.
20:08Es war wieder ein Vergnügen, mit dir zu plaudern und dir zuzuhören.
20:11Ich freue mich immer, euch zu sehen.
20:13Danke.
20:13Danke.
20:16Ja, wir haben heute einen wirklichen lieben Jubelar.
20:20Was sagst du zu ihm?
20:22Ich liebe ihn.
20:23Ich liebe ihn und ich liebe ihn schon lange.
20:25Da habe ich ihn noch nicht persönlich gekannt.
20:28Er ist einfach ein echter Wiener.
20:31Alles, was er macht, kommt vom Herzen.
20:33Und er kann so viel sparten, dass man nur vor ihm knien kann.
20:37Und ich wünsche ihm alles, alles Gute und vor allem Gesundheit für weiterhin zu seinem Geburtstag.
20:43Und ich bin sehr froh, dass ich heute da bin.
20:44Wir haben mich das letzte Mal bewundern dürfen bei eurer Veranstaltung.
20:48Also fantastisch.
20:49Einfach diese Anwesenheit und die Präsenz, das ist schon etwas Tolles.
20:52Es ist unbeschreiblich.
20:53Und die Vernetzung, die er macht und wie er Menschen begegnet.
20:58Ja, er ist einfach großartig.
21:00Und in der Volkshofer, das eine, was jetzt läuft, ist ganz ein großartiger Abend.
21:04Aber wenn er auf die Bühne kommt, ist noch dieses Äuzern drüber.
21:09Authentisch.
21:10Ja, genau.
21:11Also er ist wirklich ganz, ganz wunderbar.
21:13Und auch sein Mienerliedabend in der Tribüne, ich glaube, du warst auch dort, einfach ein Vergnügen.
21:19Jetzt kann man eigentlich sagen, er nimmt sich auch kein Plakt vor den Mund.
21:22Nein, das kann man beim Gerhard wirklich nicht sagen.
21:25Und das ist auch aber auch richtig in der Branche.
21:27Und er ist so groß und so wunderbar, dass er es sich leisten kann.
21:31Er muss nicht lügen.
21:32Das ist doch was Schönes, ne?
21:34Absolut.
21:35Jetzt muss ich mich aber trotzdem noch fragen, was tut sich bei dir jetzt?
21:37Was bei mir das nächste ist, Harold & Maud mit dem TV-Star Daniela Ziegler und ein Jonas Zeiler,
21:45der ganz jung ist, der wirklich 19 ist und der aber schon zehn Jahre beim Theater ist und
21:50da ein Musical macht und kleine Rollen spielt, mit großer Begeisterung dabei ist und mein
21:54wunderbares anderes Ensemble, also der Robert Moha, der Angie Schneider.
21:58Also, ich freue mich sehr auf diese Produktion und der Boris von Bosa ist diesmal der Regisseur
22:03und man kann gespannt sein.
22:05Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier, der hat auch ein Verkippen mit Part.
22:28Und jetzt liegt ein echter Werner, wo er noch neun schlägt.
22:41Und jetzt liegt ein ruhig drüben und wohnt am besten da.
22:51Und jetzt liegt ein echter Werner, wo er noch neun schlägt.
23:02Und jetzt liegt ein ruhig drüben und das Wort am besten schlägt.
23:17Und jetzt liegt ein ruhiger Ruleen.
Kommentare

Empfohlen