00:08Was haben harte FrĂĽhstĂĽcksseier mit ehelichen Krisen zu tun?
00:11Warum passen Männer und Frauen angeblich nicht zusammen?
00:14Lorio wusste es, und er hat es uns mit unvergleichlicher Eleganz vorgefĂĽhrt.
00:19In dieser rasanten Revue begegnen wir seinen beliebtesten Figuren,
00:23seinen skurrilsten Minidramen und jener feinen, hintersinnigen Komik,
00:27die deutschen Humor endgĂĽltig rehabilitiert hat.
00:30Mit unglaublicher Mimik, präziser Situationskomik und einer großen Portion Spielfreude
00:35bringen Benjamin Turecek und Monika Schmerzberger den alltäglichen Wahnsinn
00:40auf die BĂĽhne des Saal 3 im Theatercenter Forum.
00:43Ein Abend voller Klassiker, voller Ăśberraschungen und vor allem ein Fest des Lachens.
00:49Ich bin ja doch noch ein Abenteuer fĂĽr Sie.
00:56Ja, wir haben jetzt Lorio live erlebt, wirklich eine ganz tolle Sache.
01:07Ich glaube zu Beginn, was macht Lorio so aus?
01:10Weil das ist ja eigentlich zeitlos, oder?
01:11Ja, irgendwo schon.
01:13Also er ist schon der groĂźe Meister des Humors.
01:16Es ist Tiefgang dabei.
01:19Zunächst denkt man sich, ja, Lorio, ist das noch zeitgemäß?
01:22Aber das ist es absolut.
01:23Also gerade diese Paargeschichten, diese Ehegeschichten,
01:26ich glaube, das kennt jeder, der eine Partnerin oder einen Partner hat.
01:29Ja, und jeder findet irgendwas fĂĽr sich drin wieder.
01:31Ich beginnt das Essen, aber du möchtest eben lieber noch lesen.
01:34Ich möchte eben nicht lieber noch lesen.
01:37Du weiĂźt ja auch nicht, was du lest.
01:41Allein?
01:42Ja.
01:43Schönst du mir überhaupt zu?
01:44Ja.
01:45Ich wollte nur sagen, an dir liegt es nicht.
01:48Gut, dann gehen wir und zwar sofort.
01:50Möchtest du, dass deine Frau heute Abend einigermaßen hübsch aussieht?
01:56Dann hätt's mich nicht.
01:57Moment, ich habe gesagt, dass wir jetzt gehen mĂĽssen, wenn wir nicht jetzt gehen mĂĽssen.
02:03Dann hast du gesagt, es ist doch fertig.
02:05Dann habe ich gefragt, warum will ich gehen.
02:06Dann hast du gesagt, du wartest, bis ich fertig gelesen habe.
02:09Wenn ich das nicht lese, sage ich, du nur noch eine Leere aktivierst.
02:11Ich hetze hier also nicht.
02:14Warum bist du denn so gereizt?
02:15Gereizt? Ich? Aha!
02:17Du möchtest nur wissen, warum Frauen nie in der Lage sind, das zu verstehen, warum es eigentlich geht.
02:22Ja, jetzt geht es zum Beispiel darum, dass wir nicht zu spät zum Essen kommen.
02:25Es geht darum, warum sich ein Mann nicht mit seiner Frau in Ruhe ĂĽber Politik unterhalten kann.
02:30Wenn er und Frauen passen einfach nicht zusammen.
02:33Hat man bei dir gesehen, du kommst ja da ganz schön dran als Mann.
02:37Kriegt man da irgendwie Mitleid mit den Männern?
02:41Naja, also ich meine, er teilt da in beide Richtungen recht gut aus.
02:45Also das muss man schon sagen.
02:46Aber er hatte den schönen Blick, dass er das schon ein bisschen selbstironisch aufgefasst hat.
02:53Also insofern, ja, so sind Männer halt.
02:58Ich habe immer gewusst, ja, da kommt ein Punkt, an den man nicht mehr wollen kann, weil man nicht mehr
03:05mĂĽssen will.
03:06Ja, man hat ja frĂĽher immer so gerne gewollt.
03:09Ja, frĂĽher, da habe ich ja noch nicht mĂĽssen.
03:11Am Anfang unserer Ehe, da war er froh, wenn er mal durfte.
03:14Da wollte er immer gern.
03:16Wie lange sind Sie denn schon verheiratet?
03:19Seit 25 Jahren.
03:22Und Sie, bitte gestatten mir die Frage, wie oft haben Sie so in der Woche?
03:26Naja, schon täglich.
03:28Das mĂĽssen Sie sich einmal vorstellen.
03:305 vor 20 Jahre.
03:32Ja, ich muss Ihren Mann recht geben.
03:34Also 25 Jahre.
03:36Frau Schneider, das ist eine gewisse körperliche Anstrengung.
03:39Er hat sich doch nie großkörperlich dabei angestrengt.
03:42Ja, wie denn?
03:42Wenn man nie irgendwie eine Bestätigung bekommt.
03:45Kein Lob, kein gar nichts.
03:47Okay.
03:47Und Sie wollen in Zukunft mehr, Herr Schneider?
03:50Nein, da habe ich nie mehr.
03:52Ich muss ihn einmal darĂĽber switchen.
03:54Und zwar, vor allem diese englische Nummer hat mich fasziniert.
03:57Also das ist, glaube ich, schwer.
03:59Wahnsinnig schwer.
04:00Ja, und da gibt es ja eine ganz interessante Geschichte dazu.
04:03Die hat der L'Oreal, der Victor von BĂĽlow fĂĽr sich geschrieben.
04:06Und er hat es selber nicht geschafft.
04:08Es hat dann die Evelyn Hamann gelesen.
04:10Okay.
04:11Weil er selber sich so da stolpert hat, dass es zumindest nicht so war, wie er es sich vorgestellt hat.
04:17Also ich vermute, er hätte mich ja wahrscheinlich beim ersten Satz verstolpert, weil das ist ja nicht ohne.
04:22Ja, ja, es ist ein bisschen eine Ăśbung, ja.
04:46Ja, das sind die Sprache von L'Oreal, also die man da umsetzen muss, das ist schon was Eigenes.
04:52Ja, also tatsächlich ist es so, wir haben es ja hier ein bisschen mundartlich gemacht.
04:59Aber ich habe ja momentan gerade das groĂźe VergnĂĽgen, in Leipzig L'Oreal zu spielen.
05:05Auch gemundert.
05:06Naja, nein, da ist es halt tatsächlich im Original, nicht?
05:10Und das ist dann schon nochmal eine eigene Herausforderung.
05:12In Deutschland sind sie natürlich auch noch ein bisschen strenger, dass man halt auch wirklich das Wort für Wort einhält.
05:19Was ja beim L'Oreal auch schön ist, weil der halt mit der Sprache sehr gut umgehen hat können.
05:22Also er hat einfach sehr schön mit der Sprache gespielt.
05:24Deswegen ist es...
05:26Ist es deshalb zeitlos, ne?
05:28Ja, das denke ich schon.
05:30Und es ist, weil er halt, ich würde mal sagen, für seine Verhältnisse, für seine Zeit durchaus dann auch sehr
05:37fortschrittlich war.
05:39Ja, deswegen sind so Dinge, die man heute vielleicht ein bisschen befremdlich findet, dann trotzdem irgendwie so, dass man sie
05:44noch so als charmant annehmen kann.
05:46Ich meine, man denkt ja irgendwie, heute, wenn jetzt heute ein Mann anfängt, darum zu jammern, dass das Ei hart
05:52ist, wĂĽrde eben vermutlich jede zweite Frau sagen, dann kocht das selber.
05:57Also das ist halt...
05:58Aber ja, ich meine, da geht es ja einfach auch wirklich nur um dieses, jeder muss auf seinem Standpunkt bleiben
06:04und keiner rĂĽckt einen Millimeter ab.
06:06Sondern es ist einfach so, man kann eine stundenlange Diskussion um nichts fĂĽhren.
06:10Und das ist ja irgendwie das Schöne, was bei ihm immer stattfindet.
06:37Ja, warum kannst du nicht einfach zugeben, dass ein Trompeter niemals in eine Geige blasen wĂĽrde?
06:42Wenn ich aus einem Trompeter theoretisch in eine Geige blasen könnte, aber in einem Praktischen dazu die Gelegenheit hätte.
06:48Also bitte, ich gehe in kein...
06:50Jetzt ist L'Oreal zu spielen, ist ja eine Herausforderung, weil das ist ja wirklich im Fernsehen rauf runtergelaufen, auf
06:56den BĂĽhnen rauf runtergelaufen.
06:59Wie setzt man das dann persönlich an?
07:01Naja, ich wĂĽrde sagen, man sollte nicht versuchen, das genau eins zu eins abzukupfern.
07:06Also Gott, vor allem die Evelyn Hamann hat ja so eine eigene Art zu spielen gehabt, die unheimlich komisch ist.
07:11Nur ich glaube, das bringt nichts, wenn ich das versuche, genau nachzumachen.
07:15Also muss man schon einen eigenen Weg finden.
07:17Und ich glaube, es funktioniert aber so auch.
07:19Und ich wollte noch zur Sprache sagen, zur Erklärung, also es sind halt sehr deutsche Ausdrücke drinnen.
07:24Eben zum Beispiel, du guckst hin beim Fernsehapparat oder Junge.
07:29Und ja, das glaube ich würde in Wien nicht wirklich gut funktionieren, wenn wir das belassen hätten.
07:35Also ein bisschen anpassen.
07:36Ja, also ich glaube, das ist in Ă–sterreich oder in Wien zumindest schon notwendig.
07:40Es ist dir also egal, was ich anhabe.
07:42Gut, dann zieh das GrĂĽne mit dem Spitzenausschnitt an.
07:46Also eben hast du gesagt, ich soll das Lagerung mit dem Spitzenausschnitt anziehen.
07:49Dann sagst du, ich soll das angehalten, jetzt soll ich wieder das Gräul-Lage-Grüne mit dem Spitzenausschnitt anziehen.
07:54Liebling, du kannst doch wirklich anziehen, was du möchtest.
07:59Also ich kann mit dir über die Nahostkrise, über den Iran-Krieg, über Israel-Problem, über die Klimaerklärung, über alles
08:05Mögliche reden, aber nichts Wichtiges.
08:12Jetzt, wie wĂĽrde man sagen, warum sollte man sich L'Oreal anschauen?
08:16Ja, ich glaube, weil man sich selber irgendwo in den Szenen wiederfindet.
08:21In irgendeiner Sicherheit?
08:22In irgendeiner Sicherheit, ja.
08:24Eine wunderbare Sache, hat mir wirklich toll gefallen.
08:27Wunderbar, und es ist nicht leicht, so etwas zu spielen.
08:29Also wenn man glaubt, dass das leicht ist, da muss man schon einiges drauf haben, dass man diese Wortgewandtheit hinbringt.
08:36Und was mir so gut gefällt bei L'Oreal, es ist nicht unbedingt der Schenkelklopfer, aber es ist wirklich der
08:41bekannte Humor.
08:42Ja, und es ist irgendwie doch eine feine Klinge eigentlich, ja.
08:46Wunderbar.
08:47Hat mir tatlos gefallen und unserem Publikum, bitte schaut euch das an.
08:50Wie lange läuft es noch?
08:51Ja, wir spielen das jetzt noch bis Samstag und nächste Woche Mittwoch bis Samstag.
08:55Also es gibt keine Ausrede, die da her schauen, anschauen.
08:57Tolle Sache.
08:58Danke euch.
08:59Dankeschön.
09:01Danke euch.
09:02Danke.
09:02Vielen Dank.
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