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Es war ein kleiner Seitenhieb gegen Trump und seine Assistentin Natalie Harp, die Jon Ossoff, Senator von Georgia, plötzlich zum neuesten liebsten Hassprojekt von Trump Republikaner gemacht hat.
Während sich Ossoff also einer Kampagne aus dem MAGA-Lager gegenübersieht, wächst in seinem Bundesstaat und in den USA seine Popularität. Wer ist der 39-Jährige, den manche schon als künftigen US-Präsidenten sehen und hat er wirklich Chancen auf dieses Amt? Darüber sprechen wir mit Eric Frey, Leitender Redakteur beim STANDARD.
Foto: IMAGO/Mattie Neretin, AFP/ALEX WROBLEWSKI
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Während sich Ossoff also einer Kampagne aus dem MAGA-Lager gegenübersieht, wächst in seinem Bundesstaat und in den USA seine Popularität. Wer ist der 39-Jährige, den manche schon als künftigen US-Präsidenten sehen und hat er wirklich Chancen auf dieses Amt? Darüber sprechen wir mit Eric Frey, Leitender Redakteur beim STANDARD.
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NewsTranskript
00:00Senator John Ossoff aus Georgia ist das neueste, liebste Hassprojekt für Trump und sein Umfeld.
00:06Manche sehen ihn als einen der gefährlichsten Kritiker von Donald Trump
00:09und möglicherweise auch als den nächsten US-Präsidenten.
00:12Was steckt hinter diesem Mann?
00:14Das besprechen wir heute mit unserem leitenden Redakteur Eric Frey.
00:18Ich bin Daniel Retschitz-Säcker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast, der Standard.
00:26Lieber Eric, ich würde mit einem Zitat beginnen, beziehungsweise ich paraphrasier es,
00:30denn Donald Trump würde den Job des Präsidenten gar nicht machen wollen.
00:34Er wolle lieber seinen Ballsaal bauen und mit Nathalie in ihrem offenbar schutzlosen fliegenden Palast reisen,
00:40den ihnen der Emir von Katar geschenkt hat.
00:43Diese Breitseite hat der Senator John Ossoff in Richtung Donald Trump und seiner Sekretärin ausgeteilt
00:48und damit einen riesengroßen Sturm der Entrüstung bei den Republikanern ausgelöst.
00:52Was war da los?
00:53Ja, also John Ossoff ist ja ein doch inzwischen schon recht prominenter demokratischer Senator,
00:58der sehr auch aktiv ist in den sozialen Medien und mit ziemlicher Vehemenz gegen Trump austeilt,
01:04wo es vor allem immer um Korruption geht, um Unfähigkeit, weniger ideologisch,
01:09sondern wirklich in Richtung Kompetenz und diese Themen, die auch breite Amerikaner auch vertreten.
01:14Und in diesem Zitat ging es um diesen Ballsaal, der natürlich Unmut bei vielen Menschen sorgt,
01:20weil warum steckt werden hier doch uns sehr viel Geld, auch Steuergeld in so ein Projekt hineingesteckt,
01:26statt dass andere Sachen in Amerika finanziert werden und was will Trump hier?
01:31Dann ging es um dieses Flugzeug, diesen Luxusflieger, Luxusjumbo,
01:35den sich Trump von Emir von Katar hat schenken lassen,
01:37was schon an sich ein großer Fall von Korruption war und dann noch sich herausgestellt hat,
01:45der ist ja nicht einmal so wirklich mit allen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet,
01:50weshalb vom Rückflug aus Istanbul Trump dann noch wechseln musste den Flieger
01:58und das Ganze zu einer ziemlich verrückten Geschichte wurde.
02:02Und dann kam dieses Wort Nathalie vor, der Name Nathalie Haab.
02:06Nathalie Haab ist diese Assistentin von Trump.
02:09Eine ungewöhnliche Position, weil sie wird auch so manchmal als der menschliche Drucker genannt.
02:15Sie steht neben ihm und druckt alles aus, was über Trump gesagt wird oder was er sehen sollte,
02:20damit er das dann lesen kann.
02:22Sie scheint ihm völlig ergeben zu sein.
02:24Also ohne das hat ihn, bewundert ihn, das was auch bekannt ist, angeblich auch,
02:31weil er es ermöglicht hat, dass eine Krankheit, die sie hatte,
02:35einen Knochenkrebs durch eine besondere Therapie dann auch behandelt werden konnte.
02:40Also ein Gruppi, wie man es sich nur vorstellen könnte.
02:44Und in diesem Satz steckte halt auch ein bisschen diese Andeutung hin,
02:48vielleicht ist da ein bisschen mehr zwischen dem 80-jährigen Präsidenten und dieser jungen Frau.
02:52Aber das hat diesen Sturm bei den Republikanern ausgelöst,
02:58die halt diesen Vorwurf erheben, hier wird untergriffig gegen unseren ehrwürdigen Präsidenten,
03:05hier gegen ihn argumentiert.
03:08Was angesichts von Donald Trump und nämlich seine Postings, seine Aussagen,
03:13seine Beleidigungen, seine all das anschaut, schon ein bisschen absurd ist,
03:18aber die Republikaner agieren so.
03:20Sie sind hart im Austeilen und sagen wir etwas empfindlich im Nehmen.
03:25Und das hat John Ossoff, und das ist ganz interessant natürlich,
03:28als der Vorhaber auch schon bekannt war, auf den schon viele politischen Insider
03:33auch so in Richtung zukünftiger Karriere, vielleicht auch Präsidentschaftswahlkampf mal geachtet haben,
03:40hat ihm plötzlich noch einer viel breiteren Öffentlichkeit bewusst gemacht.
03:44Wir haben eine eigene Folge über Nathalie Harp gemacht oder Nathalie.
03:48Ich glaube, Trump soll sie nämlich französisch aussprechen und auch seine Süße nennen.
03:53Wie gesagt, Link in den Shownotes zu dieser Folge.
03:55Wir haben im Detail über sie gesprochen und welche Rolle sie genau hat.
03:58Wir sprechen heute aber über John Ossoff, der ja eben in dieses Wespennest hineingestochen hat
04:02und diesen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat.
04:05Aber wer ist dieser Mann genau?
04:06Ich habe da nur ein paar ganz oberflächliche Daten hier stehen.
04:0939 Jahre als Senator von Georgia.
04:11Mehr weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.
04:12Ja, John Ossoff ist ein eher jüngerer Senator mit 39.
04:17Die meisten Senatoren sind deutlich älter, manche auch schon 80 und plus.
04:22Er war ein Investigativjournalist und ein junger Medienunternehmer
04:28und ist dann immer wieder mit der Demokratischen Partei verbunden
04:32und ist dann nach und nach in die Politik gegangen.
04:35Mit erfolgreichen, mit erfolglosen, mit erfolgreichen Wahlkämpfen.
04:39Und war dann im Jahr 2020, war er der Senatskandidat für die Demokraten.
04:51Wobei es damals zwei Senatswahlen gleichzeitig stattgefunden hat,
04:55was eher ungewöhnlich ist in einem Bundesstaat.
04:58Und Georgia galt bis dahin eher als republikanischer, als konservativer Staat,
05:04aber wo die Demokraten zunehmend Gewinne gemacht haben.
05:09Und auch Chancen bekommen haben.
05:10Und dieser Wahlkampf 2020 war insofern interessant,
05:15weil in Georgia hat auch eine Besonderheit, was viele Bundesstaaten nicht haben,
05:20dort finden Stichwahlen statt.
05:21Es gibt einen ersten Durchgang und die besten beiden kommen dann in die Stichwahl hinein.
05:26Üblicherweise ein Demokrat und ein Republikaner.
05:28Und die erste Stichwahl hat gemeinsam mit der Präsidentenwahl dieses Jahres stattgefunden,
05:38dass, wie wir ja wissen, Joe Biden gewonnen hat,
05:42aber von Donald Trump dieses Wahlergebnis nie anerkannt wurde.
05:46Und daraus kam ja eine ganze Welle der Empörung und der Kampagne über diesen angeblichen Wahlbetrug,
05:52der mit dem Sturm aufs Kapitol am 6. Jänner 2021 dann einen höheren Punkt gefunden hat.
05:57Die Stichwahl fand danach statt.
06:00Und Beobachter haben damals gesagt,
06:02indem Trump mit dieser Vehemenz dieses Thema des Wahlbetrugs,
06:07der gestohlenen Wahl gefördert und ständig tagtäglich am Leben erhalten hat
06:14und sich hier auch gegen führende republikanische Politiker in Georgia gestellt hat.
06:20Weil Georgia ja ganz knapp an Joe Biden ging
06:23und Trump dann auch eine Kampagne auch gegen führende republikanische Politiker
06:28in diesem Bundesstaat eröffnet hat,
06:29denen er vorgeworfen hat, sie haben nicht dafür gesorgt,
06:32dass er den Bundesstaat gewinnt.
06:34Da gab es dieses berühmte Telefonat mit dem Innenminister,
06:41wo er gesagt hat, verschaffe mir diese 11.000 Stimmen,
06:45ich brauche diese 11.000 Stimmen, du hast sie mir zu geben.
06:48All das hat in dieser ganzen aufgeheizten Atmosphäre auch dazu geführt,
06:54dass eigentlich Ossoff und der andere demokratische Kandidat
06:59mehr mobilisieren konnten
07:01und dann tatsächlich die Wahl in Georgia beide gewonnen haben.
07:05Was vorher nicht einmal so sicher gewesen wäre.
07:08und Trump war damit der beste Wahlhelfer von John Ossoff.
07:12Seither ist Ossoff eigentlich ziemlich populär
07:14und jetzt tritt er zur Wiederwahl an
07:18und muss sich jetzt noch einmal dem Wahlvolk stellen,
07:21aber hat in diesen sechs Jahren den Eindruck gemacht,
07:26dass er ein vernünftiger, ein Moderater,
07:30mit einem Gefühl für die Themen, die die Menschen beschäftigt,
07:34ein Politiker ist.
07:35Und gleichzeitig ist er heute vor allem in sozialen Medien,
07:38aber auch in anderen Bereichen eine Sperrspitze gegen Donald Trump.
07:43Also er kann ein bisschen beide Seiten der demokratischen Partei,
07:46die die in der Mitte steht
07:47und die, die vor allem eine ziemlich,
07:50also die mit aller Vehemenz gegen Trump vorgehen wollen,
07:54kann auf diese Weise beide bedienen.
07:56Das heißt, Erik, John Ossoff ist erst 39 Jahre alt,
07:59aber hat schon einiges an Erfahrung,
08:03zumindest an politischer Erfahrung mitzubringen.
08:05Das ist ja auch nicht unbedingt,
08:07wie soll man sagen, auch in den USA,
08:08wo eben sehr viele Politiker sehr alt sind,
08:10das ist ja ungewöhnlich, oder?
08:12Ja, also wenn man jung einsteigt
08:15und durch gewisse glückliche Umstände
08:17auch John Jung zu einer wichtigen Position,
08:19nämlich einem Senator gewählt wird,
08:21dann kann man auch schon einige Erfahrungen haben.
08:23Was wichtig ist auch zu sagen, zum Beispiel,
08:25er ist jetzt schon bereits sechs Jahre Senator.
08:28Barack Obama, als er damals
08:32seinen Präsidentschaftswahlkampf begonnen hat,
08:34war es erst zwei Jahre lang.
08:36Also er hat schon, man kann schon sagen,
08:38er hat schon einiges auch an Erfahrung jetzt vorzuweisen
08:40und das ihm wiederum auch sicher auch in gewisser Weise qualifiziert.
08:45Und es gibt auch wenig Fettnäpfchen,
08:48in die er getreten ist
08:50und wo er irgendwo, wo man sagen kann,
08:52naja, da hat er sich wirklich selbst keinen guten Dienst erwiesen.
08:55Der erste Obama-Vergleich ist gefallen
08:57in diesem Gespräch so nach rund fünf Minuten.
08:59Schauen wir mal, wie viele es noch werden könnten.
09:03Ganz kurz auch noch zu Georgia selbst.
09:05Du hast jetzt schon diese verrückte Situation 2020 skizziert,
09:08aber aus Sicht jetzt der anstehenden Midterms
09:10und natürlich dann später auch der Präsidentschaftswahl im Jahr 2028,
09:14ist Georgia einer dieser Bundesstaaten,
09:17der uns interessieren wird?
09:18Oder ist das so ein Staat, der eigentlich eh ausgemacht ist?
09:21Eines der sogenannten Swing States,
09:23der in die eine oder die andere Richtung gehen könnte.
09:27Noch vor, wahrscheinlich vor acht Jahren hätte man gesagt,
09:29hoffnungslos für die Demokraten.
09:31Aber das hat sich auch geändert.
09:33Es ist ja ein Zentrum der Südstaaten,
09:36die ja, und umgeben von Bundesstaaten,
09:38wenn man sich das bedenkt,
09:39Florida, ein bisschen weiter südlich,
09:41das früher ein Swing State war,
09:43ist jetzt nach rechts gerückt
09:44und ist für die Demokraten kaum noch zu knacken.
09:48Alabama, ein anderer Nachbarstaat,
09:50ist so rechts, wie nur ein Staat es sein kann.
09:54Und Georgia trotzdem mit seiner ganzen auch rassistischen Tradition
09:58hat doch sich weiterentwickelt.
10:01Atlanta ist ein Zentrum auch der Technologie,
10:04auch der modernen Wirtschaft,
10:07auch von sehr gut ausgebildeten jüngeren Menschen,
10:10gute Universitäten und viel Industrie,
10:14auch in Verteidigung, aber auch andere Bereiche.
10:16Und all das macht Georgia hochinteressant.
10:19Und wenn man in Georgia,
10:21und das ist wiederum ganz wichtig,
10:22wir wollen ja ein bisschen in diese Frage,
10:25die sich auch stellen wird,
10:26ist, was bedeutet das alles für mögliche,
10:28einmal Präsidentschaftskandidaturen.
10:31Wenn man einen Politiker,
10:33der in Georgia gewinnen kann,
10:36der ist ein Demokrat,
10:37der zeigt, dass er auch
10:39über die Kernwählerschaft,
10:43die man ja vor allem an den beiden Küsten,
10:45also im Nordosten und in Kalifornien
10:48oder dann im Nordwesten der USA findet,
10:51drüber hinaus auch eine gewisse Attraktivität vorweisen kann.
10:55Aber wie ist er politisch einzuordnen,
10:57denn so ein klassischer Socialist-Democrat
11:00wie beispielsweise AOC oder andere ist er ja nicht.
11:02Er ist ja eher, glaube ich, ein Zentrist.
11:04Er ist eindeutig ein Zentrist.
11:06Er versucht immer wieder in vielen politischen Themen
11:09so eine Mitte-Position zu finden,
11:11die er gut verkaufen kann.
11:13Er ist sehr eloquent.
11:16Das gibt ihm auch hier die Möglichkeit,
11:18hier solche doch manchmal schwierige Positionen
11:23gut hier zu verpacken.
11:26Was er aber gleichzeitig,
11:27wenn man sich anschaut,
11:28wie geht er, sagen wir mal,
11:29mit den sozialen Medien um,
11:32wie ist so seine Außenwirkung,
11:34da hat er gewisse Ähnlichkeiten
11:36mit dem Bürgermeister von New York,
11:38mit Sarah Mamdani,
11:39der viel, viel weiter links steht.
11:42Jemand wie Mamdani hätte in Georgia keine Chance.
11:45Der würde nur ein viel zu kleines Wählersegment
11:48ansprechen können.
11:50Aber diese Fähigkeit in dieser heutigen,
11:54möglicherweise auch verstärkt durch sein Alter,
11:57er ist ja eine andere Generation
11:59als viele andere Politiker,
12:00und auch durch seine berufliche Erfahrung
12:05mit Medien gibt ihm hier zwei Stärken.
12:11Politisch steht er möglicherweise richtig
12:14für sehr viele Wahlen,
12:15in Georgia, aber auch in den ganzen USA.
12:18Und wenn es um die Taktik,
12:20um die Strategie,
12:21um die Fähigkeit gibt,
12:24Kommunikationsstrategien,
12:25da ist er sehr, sehr fortschrittlich.
12:27Das heißt aber auch,
12:28wenn du sagst,
12:29ist er es so gut darin, sich zu verkaufen,
12:31die Medien zu nützen,
12:32dass diese Aussage zu Beginn,
12:34wo er Natalie Harb quasi
12:35oder Donald Trump angegriffen hat,
12:38womöglich gar kein so großer Zufall gewesen ist,
12:40dass er sich durchaus überlegt hat,
12:42was er da sagt,
12:43um eben über die Landesgrenzen
12:45von Georgia hinaus bekannt zu werden.
12:47Er hat sich sicher überlegt,
12:48was er sagt.
12:49Sowas macht man nicht unabsichtlich.
12:51Ich glaube nicht,
12:52dass er mit dieser vehemenz
12:54der Reaktionen gerechnet hat,
12:56die ihm dann diesen Sturm der Entrüstung
12:58in diesem Ausmaß,
13:00das ihm dann entgegengeschlagen ist.
13:02Und da stellt sich dann die Frage,
13:04war das gut für ihn oder nicht gut?
13:07Ich glaube,
13:07es gab auch Kommentare,
13:10die wir gesagt haben,
13:11sowas lenkt nur ab.
13:12Man sollte bei der Kernbotschaft bleiben,
13:16Korruption, Unfähigkeit
13:17und nicht über diese persönlichen Beziehungen
13:21oder auch Andeutungen hier hereinbringen.
13:24Aber für ihn persönlich
13:26ist dadurch eine Dynamik entstanden,
13:28die ihm nur nützen kann.
13:29Er ist zu einem der großen Feindbilder
13:32der Magerbewegung geworden.
13:35Er wurde damals,
13:37aber auch seither weiter
13:38mit einer Wüsten-Diktion beschimpft,
13:42wie er sonst wirklich nur die Todfeinde
13:44von Donald Trump bekommen.
13:46Und wenn man jetzt sich fragt,
13:48naja, was bedeutet das
13:49für den Status eines Politikers,
13:54eines demokratischen Politikers,
13:56dann kann man nur sagen,
13:57mehr will man sich nicht wünschen,
13:59als auf der sogenannten
14:01Shitlist von Trump zu stehen.
14:03Und wenn das täglich dann
14:05oder immer wieder auch betont wird,
14:07das ist heutzutage eine Art von Orden,
14:10die man haben kann.
14:11Und ich glaube,
14:12Ossoff weiß das auch.
14:14Und wenn er damit auch gerechnet hat,
14:17dann hat er das ziemlich klug gemacht.
14:19Du sagst,
14:20es gibt unterschiedliche Meinungen darüber,
14:21ob diese Aussage klug war oder nicht.
14:23Ich habe zwei mitgebracht
14:24und ich würde dann gerne wissen,
14:25was deine Meinung dazu ist.
14:27Vielleicht nochmal im Detail.
14:29Unser Kollege Fabian Sommerwiller
14:30zitierte nämlich in einem Artikel von ihm
14:32zwei politische Beobachter.
14:33Auf der einen Seite den Spin-Doktor
14:35und ehemaligen Obama-Chefstrategen
14:36David Axelrod.
14:37Der meint etwa diese Aussagen
14:39von über Nathalie Harp
14:41seien unnötig gewesen.
14:42Eben, wie du gesagt hast,
14:43weil sie vom eigentlichen
14:44Kernthema ablenken würden.
14:45Dann gibt es aber
14:46einen sehr bekannten Kolumnisten,
14:47Michael Tomaski,
14:48der hingegen meint,
14:49dass man im Zeitalter von Social Media
14:51genauso einen Ton brauche,
14:53diese Daueraufgeregtheit.
14:54Welche Meinung vertrittst du jetzt?
14:56Also, möglicherweise hat Axelrod
14:58recht, wenn es um die
15:00gesamte demokratische Partei geht,
15:02um den Kampf gegen Trump.
15:03Dann sind solche,
15:06diese, sagen wir,
15:08kleinen Abwege, Umwege
15:10nicht unbedingt nützlich.
15:12Aber für Ossoff persönlich
15:14war es absolut richtig.
15:16Weil genau um er sich damit
15:18auch ins Feuer
15:19des Magerkrieges
15:23gegen alle,
15:23die sie bekämpfen,
15:25gestellt hat.
15:26Und kann man sagen,
15:28ja, vielleicht hat Axelrod recht,
15:30wenn es um die Zukunft
15:32oder um die Frage
15:34der Partei geht.
15:36Aber Ossoff denkt wahrscheinlich
15:37hier auch sehr wohl
15:38an sich selbst einmal.
15:40Und da ist es natürlich richtig,
15:43wenn man dann die Möglichkeiten
15:45der sozialen Medien
15:47voll ausschöpft
15:48und sehr wohl auch,
15:49das ist das ganz wichtige,
15:51Aufmerksamkeit erregt.
15:52Es ist ja wie,
15:53Trump ist der,
15:55der tagtäglich,
15:56sagen wir fast stündlich,
15:58die Aufmerksamkeit
15:59nicht nur an sich auf sich zieht,
16:01sondern sie auch allen anderen
16:02eigentlich wegnimmt,
16:03fast schon erstickt.
16:04Und wenn es da jemandem gelingt,
16:06durch eine auch so eine
16:08relativ harmlose Aussage
16:10plötzlich hier im Zentrum
16:12der Aufmerksamkeit zu stehen,
16:14dann kann für einen
16:15persönlich das nur nützen.
16:17Wir haben jetzt sehr viel
16:18über seine Kommunikationsstrategie
16:20gesprochen
16:21und dass die Wahlen anstehen.
16:23Aber wenn wir aufs Inhaltliche blicken,
16:25gehst du davon aus,
16:26dass er wiedergewählt wird?
16:27Also macht er einen guten Job,
16:28ob es er beliebt in Churchill?
16:30Er ist ziemlich beliebt.
16:32Die Meinungsumfragen geben ihm
16:33einen klaren Vorsprung
16:35gegenüber seinem sehr rechten
16:39republikanischen Gegenkommendaten
16:40Mike Rogers.
16:42Der, glaube ich,
16:44also das heißt,
16:44diese Wiederwahl wird er
16:45mit ganz großer Wahrscheinlichkeit
16:47gewinnen.
16:48Die Frage wird sich dann noch stellen,
16:50wie groß ist der Vorsprung?
16:52Wenn es nur eine sehr knappe Sache wird,
16:54dann ist das schon eine Art
16:56von Dämpfer für ihn,
16:57weil er das Erwartungsmanagement war,
17:00das wird ein ziemlich deutlicher Sieg.
17:02Aber wenn das so mit,
17:03ich glaube,
17:04sechs, sieben Prozent Vorsprung
17:06herauskommt,
17:07dann,
17:07und das,
17:08wenn dann ein,
17:09ein wirklich ein deklarierter,
17:11doch progressiver,
17:12letztlich auch progressiver Demokrat
17:14in einem Staat wie Georgia
17:15einen solchen Wahlerfolg
17:17erzielen kann,
17:18dann gewinnt er,
17:21dieser doch jüngere Mann,
17:23noch einmal deutlich an Statur.
17:26Trotzdem blocken er
17:27und sein Team
17:28alle Fragen
17:28zu einem möglichen Antreten
17:30bei der Präsidentschaftswahl
17:322028 kategorisch ab.
17:33Was sagst du, Erik,
17:34ist das jetzt eine Strategie,
17:36um quasi nicht von der Wahl
17:37in Georgia abzulenken
17:38oder will er wirklich nicht?
17:40Ach nein,
17:40ich glaube,
17:41das ist natürlich Taktik,
17:42weil es gibt,
17:43das macht jeder,
17:44jeder Kandidat,
17:46der in einem Bundesstaat
17:47oder irgendwo
17:48sich einer Wahl stellt
17:49und der bereits als Hoffnungsträger
17:51für die Präsidentschaft
17:53dann gehandelt wird,
17:54muss jedes Mal behaupten,
17:56dass ihn das Thema
17:56nicht interessiert,
17:58weil er möchte ja
17:58seinen Wählern versprechen,
18:00dass er ja ihr Senator bleibt.
18:02Die müssen das nicht einmal glauben,
18:04aber es muss dieser
18:05Anschein erhalten bleiben,
18:07also das ist ganz,
18:08ganz logisch.
18:08Gleichzeitig glaube ich,
18:09macht es wiederum
18:10zumindest in der Kernwählerschaft
18:12Leute wieder stolz,
18:13wenn sie sagen,
18:13ha,
18:14ich wähle für den John Ossoff
18:15und vielleicht ist er dann
18:16zwei Jahre später
18:17tatsächlich
18:19Präsidentschaftskandidat
18:20und möglicherweise dann tatsächlich
18:21zieht er ins weiße Haus ein.
18:22Also es schadet,
18:24solche Spekulationen schaden nicht,
18:26aber man muss sie absolut
18:27von sich weisen
18:28und das macht das
18:29selbstverständlich.
18:30Man darf es aber auch nie ausschließen,
18:32also man muss in seiner Sprache
18:33immer aufpassen,
18:34man darf nie sagen,
18:35nein,
18:36ich trete sicher nicht an,
18:37weil sonst wird ihm das
18:38dann im Nachhinein,
18:39wenn man es dann doch macht,
18:41als eine Art von Unwahrheit
18:42oder vorgehalten.
18:44Man kann ja zum Beispiel sagen,
18:45das ist gerade kein Thema.
18:46Kein Thema ist eine hervorragende
18:48oder es interessiert mich nicht,
18:49ich bin damit nicht beschäftigt,
18:51ich möchte nur das Beste
18:52für die Wählerinnen und Wähler
18:54von Georgia tun,
18:55also es gibt alle Möglichkeiten,
18:56das zu tun,
18:57da hat die politische Sprache,
18:58da hat er schon ein Reservoir.
19:00Jetzt wissen wir,
19:02dass er höchstwahrscheinlich
19:02Interesse hat,
19:03also ich stelle das jetzt mal
19:04in den Raum,
19:04du bist ja auch dieser Meinung.
19:06Die Frage ist,
19:06hat er denn das Potenzial,
19:08um bei den demokratischen Vorwahlen
19:10zu realisieren?
19:11Also ich glaube absolut,
19:13das ist eines dieser
19:15Politiker,
19:16dieser Menschen,
19:17die wirklich auch in Frage kämen.
19:20Dass er jung ist,
19:21ist jetzt nicht unbedingt
19:22ein Nachteil,
19:23gerade nach der letzten Wahl,
19:25wo zwei sehr alte Herren
19:27aufeinander getroffen sind
19:29und jetzt mit Donald Trump
19:30und auch seinen gewissen
19:31Alterserscheinungen
19:32kann ein junges,
19:33frisches Gesicht,
19:34eine Art von,
19:34so ein bisschen wie
19:35John Kennedy-esk,
19:37würde man das dann bezeichnen,
19:38so wie John F. Kennedy
19:391960,
19:40sehr wohl auch hier
19:42Aufmerksamkeit erregen.
19:43Er hat auch,
19:44glaube ich,
19:45seine politische Positionierung
19:47in der Mitte
19:48ist notwendig.
19:50Linke Kandidaten
19:51können in gewissen
19:53Städten,
19:54so wie Mandani
19:55in New York,
19:57in gewissen
19:58Bundesstaaten,
20:00Elisabeth Warren
20:01in Massachusetts,
20:03sehr wohl Erfolg haben,
20:05wenn sie einfach
20:06attraktiv sind,
20:07wenn sie geschickt sind.
20:09Aber der,
20:10der die Präsidentschaft
20:11in den gesamten USA
20:12gewinnen will,
20:13der diese Swing States
20:15gewinnen möchte,
20:16der muss in der Mitte stehen.
20:18Auch wenn das bedeutet,
20:19dass manche
20:19auf der linken Seite
20:21dann der Partei
20:22von den Democratic Socialists
20:24enttäuscht sind,
20:25sie werden,
20:26wenn die Alternative
20:27ein rechter Republikaner
20:29ist,
20:29trotzdem zur Wahl gehen.
20:30Das ist nicht das Problem.
20:31Bei John Ossoff
20:32gibt es aber einen weiteren Faktor,
20:33der sehr interessant ist.
20:34Er ist jüdisch.
20:35Jetzt ist es so,
20:36wenn man jüdisch ist,
20:37ist in der amerikanischen Politik
20:39kein Problem mehr.
20:41Vor allem auf der demokratischen Seite,
20:42aber auch auf der republikanischen.
20:45Vor einer Generation
20:46wäre das vielleicht anders gewesen.
20:48Es gibt natürlich
20:49eine gewisse Zahl,
20:50auch eine nicht so unbedeutende Zahl
20:52von Antisemiten,
20:53aber die würden heute ohnehin
20:55unter keinen Umständen
20:56für einen Demokraten stimmen.
20:58Also die traditionellen Antisemiten
21:00aus religiösen
21:01oder rassistischen Motiven.
21:03Also das heißt,
21:04das ist keinerlei Hindernis.
21:06Das hat sich auch schon
21:07in manchen Wahlen
21:08auch schon gezeigt.
21:09Aber das Thema Israel
21:11und Gaza-Krieg
21:13ist zu einem ganz,
21:14ganz wichtigen Thema
21:15vor allem bei den Demokraten geworden
21:17und für viele,
21:18auch jüngere Aktivisten
21:20und Leute am linken Spektrum
21:22zum entscheidenden
21:23Lackmustest geworden.
21:25Das heißt,
21:26die Frage,
21:26wo sich jeder Politiker positioniert,
21:30wenn es um Israel geht,
21:31ist eine heikle Sache.
21:32Und wenn man jüdisch ist,
21:34ist es noch wichtiger,
21:35wenn man dann immer wieder gefragt wird,
21:36na, wie stehen sie eigentlich
21:37zum jüdischen Staat?
21:41Es ist so,
21:42bis in der Vergangenheit war es so,
21:44wenn man zu Israel kritisch war,
21:46dann war es gefährlich,
21:47weil es eine Art von Konsens gab,
21:49auch bei den Demokraten,
21:51wir wollen hinter der Sicherheit
21:52Israels stehen
21:53und weil es da auch eine sehr
21:55einflussreiche Lobby gibt,
21:57AIPAC,
21:58die sehr dezidiert
21:59jeden,
21:59der Israel irgendwo kritisch
22:01oder feindlich gegenübersteht,
22:03versucht,
22:04auch mit Wahlkampfmitteln
22:06und so zu bekämpfen.
22:08Heute hat sich das
22:09möglicherweise gedreht.
22:10In den demokratischen Vorwahlen,
22:11ich rede nicht von den
22:13Präsidentschaftswahlen,
22:14aber bei den Vorwahlen
22:15könnte es ein Nachteil sein,
22:17wenn man zu
22:18Israel freundlich
22:19gesehen wird.
22:20Und das bedeutet dann das auch,
22:22dass zum Beispiel
22:23andere Kandidaten,
22:24ich denke jetzt an zum Beispiel
22:26den Gouverneur von Pennsylvania,
22:28George Shapiro,
22:30ebenso jüdisch,
22:31sogar noch bewusster
22:33und das offener
22:34auch noch mehr betonen,
22:35hat sich immer sehr deklariert
22:37klar hinter Israel gestellt,
22:39auch ohne kritische Zwischentöne.
22:43Ossoff macht das anders.
22:45Ossoff hat versucht,
22:47sehr wohl zu sagen,
22:49die Sicherheit Israels
22:50ist in Stein gemeißelt,
22:52Ironclad, wie er das sagt,
22:54aber hat in gewissen Abstimmungen
22:56im Senat
22:57gewisse Lieferungen von Waffen,
22:59gewisse Entscheidungen
23:01gegen die Linie von AIPAC
23:04und den bedingungslosen
23:06Israel-Unterstützern gestimmt.
23:08Das wurde ihm auch schon vorgeworfen,
23:10das wird ihm auch vorgeworfen
23:11von gewissen jüdischen Aktivisten,
23:15auch Gruppierungen,
23:16auch in Georgia.
23:18Aber er nimmt diese Mittelposition ein.
23:21Ja, ich bin voll für Israel,
23:23wenn es um Sicherheit geht,
23:24aber nicht alles,
23:25was die Regierung Netanyahu tut,
23:27kann man unterstützen
23:28und die US-Regierung
23:29sollte hier selektiver vorgehen.
23:31Das kann funktionieren,
23:34ist natürlich aber auch eine Gefahr,
23:37dass man dann in gewissen,
23:38in einem Wahlkampf
23:39aufgerieben wird
23:40zwischen den beiden Fronten.
23:41Die einen, die sagen,
23:43er ist zu Israel kritisch
23:44und die anderen, die sagen,
23:46er ist zu Israel freundlich
23:48und am Ende
23:48kriegt man dann wieder
23:49die Stimmen von der einen
23:51und von der anderen Seite.
23:52Also das wird für ihn
23:53noch eine schwierige Herausforderung sein,
23:57wie er damit umgeht.
23:59Aber für viele andere Kandidaten
24:00wird das genauso sein.
24:01Er wird nicht der Einzige sein.
24:03Was mich interessieren würde, Erik,
24:04ist, dass ja dieser Divide
24:06in der demokratischen Partei
24:08ja auch ein Generationenkonflikt ist.
24:09Das heißt, es gibt die jüngeren,
24:10eher linkeren Demokraten,
24:13die sehr israelkritisch sind
24:14und die älteren,
24:15die tendenziell,
24:16wie gesagt,
24:16das sind jetzt nicht alle,
24:18eher pro-israelisch eingestellt sind.
24:19Jetzt ist Ossoff einer,
24:20der versucht,
24:22den Mittelweg zu gehen,
24:23aber von seiner Generation her
24:25ja eher zu den kritischeren zählen müsste.
24:27Ist das irgendein Problem für ihn?
24:29Nein, ich glaube auch gar nicht,
24:30dass man das so auf die Generationen
24:32so eindeutig reduzieren kann.
24:34Ja, diese demokratischen Aktivisten
24:37der Partei,
24:38für die wirklich Gaza alles ist
24:39und sie links und rechts inzwischen
24:41alles andere vergessen haben,
24:43wofür sie eins gekämpft haben,
24:45sei es Rechte für den Schwarzen,
24:47sei es Klimawandel,
24:49also das ist ganz interessant,
24:50dass auch die Klimaschützer
24:51haben das aufgegeben
24:53und jetzt geht es ihnen um Gaza
24:54mehr als um irgendwas anderes
24:56und um die Palästinenser
24:57und um Israel.
24:58Also die sind natürlich zum allergrößten Teil jung,
25:01die sind aber oft noch viel jünger als er.
25:0339 ist er kein College-Student mehr
25:06und ich glaube,
25:07da ist er ein Vertreter,
25:08so wie viele andere,
25:10die versuchen in diesem sehr schwierigen Thema
25:12auch sowohl inhaltlich
25:15als auch jetzt parteipolitisch
25:17einen vernünftigen Weg zu gehen.
25:22Wenn wir noch überlegen,
25:23wer könnte ihm noch,
25:24wen gibt es noch,
25:25der irgendwo ein ähnliches Profil hat wie der?
25:28Wer sind denn die großen Konkurrenten möglicherweise?
25:31Fällt einem natürlich der Gouverneur von Kalifornien,
25:34Gavin Newsom ein,
25:36ein absoluter Meister
25:38auch der sozialen Medien,
25:42auch ein relativ gemäßigter,
25:47aber progressiver,
25:49jüngerer Politiker,
25:50etwas älter als Ossoff natürlich.
25:55Allerdings glaube ich,
25:57hat Ossoff gegenüber Newsom
25:59auch eine,
25:59hat gewisse Stärken.
26:01Newsom hat zwei Schwachpunkte.
26:04Das eine ist,
26:05er ist Gouverneur von Kalifornien.
26:07Kalifornien ist ein großartiger Bundesstaat
26:10mit sehr, sehr großen Problemen
26:12und hat so diesen Ruf
26:14als das linke, progressive,
26:17aber inzwischen schon zum Teil
26:19ein bisschen verrückte Biotop zu sein,
26:25wo keine vernünftige Politik herauskommen kann
26:30und müsste sich dann im Wahlkampf
26:32ständig für Probleme,
26:33die Kalifornien hat,
26:35vor allem die Wohnungsnot
26:36und die hohen Lebenshaltungskosten,
26:38die hohen Steuern
26:39dafür immer rechtfertigen zu müssen.
26:41Und Newsom betreibt auch eine,
26:44seit jetzt, seit langer Zeit,
26:46eigentlich seit Beginn der Trump-Präsidentschaft,
26:48eine wirklich aggressive
26:50Social-Media-Strategie gegen Trump
26:54mit sehr, sehr viel Vehemenz,
26:57mit sehr viel,
26:57auch mehr sehr viel Witz.
26:59Aber er tut das vor allem,
27:01indem er sich selbst,
27:02indem er Trump dauernd imitiert.
27:04Also er spielt so den zweiten Trump
27:06gegen den richtigen Trump
27:09und wirkt dadurch halt nicht mehr ganz so ernsthaft.
27:13Und Ossoff ist es doch gelungen,
27:15mit seinen sehr, sehr scharfen Attacken
27:18immer einen gewissen Anschein der Seriosität zu erhalten.
27:23Es gibt dann sicher noch andere Kandidaten,
27:26die man erwähnen kann,
27:27noch andere Gouverneure und so,
27:29aber ich glaube,
27:31es könnte,
27:33Gretchen Wittmann wird immer wieder genannt,
27:35die Gouverneurin von Michigan,
27:36obwohl die jetzt zuletzt weniger aufgetreten ist,
27:39Kamala Harris,
27:40die offenbar das Interesse hat,
27:42es möglicherweise noch einmal zu versuchen.
27:45Etwas, wovor ich den Demokraten sehr abraten würde.
27:48Aber es hat bisher noch so noch nie funktioniert.
27:52Und sie hat doch im letzten Wahlkampf
27:54doch deutliche Schwächen gezeigt.
27:56Also ich könnte mir gut vorstellen,
27:59dass es am Ende auf diese drei Männer hinauslaufen könnte.
28:05Newsom, Shapiro und Ossoff.
28:08Und ich will da keine Prognosen abgeben,
28:11aber ich glaube,
28:12Ossoff hätte keine schlechten Chancen,
28:14zumindest die Nominierung zu gewinnen.
28:16Ich würde gerne noch einen Namen einbringen,
28:19den du jetzt nicht genannt hast,
28:20den ich aber allerdings vor kurzem
28:21in einer Umfrage gesehen habe,
28:23nämlich Pete Pulisic.
28:24Was ist mit ihm?
28:25Sehr interessant.
28:26Pete Pulisic ist einer,
28:28der auch wunderbar kommuniziert,
28:31der auch sehr, sehr gut erredet.
28:33Also viele, die ihn gehört haben,
28:35sagen danach,
28:36das ist der Mann.
28:37Er ist homosexuell,
28:39auch verheiratet mit einem Mann.
28:41Das ist wahrscheinlich in den USA von heute
28:44kein Ausschließungsgrund mehr,
28:47könnte aber,
28:48aber ist deutlich problematischer,
28:50als jüdisch zu sein.
28:51Das ist gar kein Vergleich.
28:53Und sogar für manche auch problematischer,
28:56als wenn jemand,
28:56jetzt sagen wir, schwarz ist,
29:00Afroamerikaner oder Afrikanerinnen.
29:01Also das könnte gewisse Probleme machen.
29:04Er hat eine,
29:06er war ja der Bürgermeister einer Kleinstadt,
29:09also hat wenig exekutive Erfahrung,
29:11wobei ein Senator hat überhaupt keine.
29:14Er war ein Minister in der Biden-Regierung.
29:18Seine größte Stärke ist seine wunderbare Art zu reden
29:22und diese Überzeugungskraft.
29:24Aber ob er dann wirklich in einem Wahlkampf
29:27da wirklich da Größere bestehen kann.
29:31Und man darf nicht vergessen,
29:32er hat 2020 auch bereits auch schon
29:35für die Präsidentschaft kandidiert
29:38und hat damals keinen,
29:40hat damals zwar auch Erfolge erzielt,
29:44aber noch nicht ganz überzeugt,
29:47wenn es um eine breite Resonanz geht.
29:51Aber ausschließen würde ich ihn auch nicht.
29:54Eripp, wir wollen heute darüber,
29:55oder wir haben heute darüber gesprochen,
29:57wie gefährlich ein John Ossoff
29:59einem Donald Trump werden könnte.
30:01Jetzt wissen wir ja,
30:02dass Donald Trump bei der nächsten Wahl
30:03nicht mehr antreten wird.
30:04Es wird aber höchstwahrscheinlich ein Kandidat sein,
30:07der in seinem geistigen Erbe
30:08für seinen Präsidenten laufen wird,
30:11also für Donald Trump.
30:12Und die große Abschlussfrage ist natürlich jetzt,
30:15wird John Ossoff deiner Einschätzung nach
30:17der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden?
30:19Also Prognosen über die Zukunft abzugeben,
30:22ist immer sehr gefährlich.
30:24Deswegen stelle ich Sie ja zum Schluss.
30:25Ich glaube,
30:27ich würde ihm bessere Chancen geben,
30:30als so manchen anderen Namen,
30:33die genannt werden.
30:34Und ja,
30:36ich bin mir ziemlich sicher,
30:37dass der nächste Präsident der USA
30:39ein Demokrat sein wird,
30:41weil dieses Trümmerfeld,
30:44das Donald Trump schon in seinen ersten zwei Jahren hinterlässt,
30:48wird sich in den nächsten zwei Jahren sicher nicht bessern.
30:51Und dann wird es wahrscheinlich
30:53dieses Pendel wieder zurückschlagen
30:55und ein Demokrat gewinnen,
30:57der natürlich vor einer riesigen Aufgabe stehen wird.
31:00Denn das,
31:01was den Schaden,
31:02den Trump hier anrichtet,
31:04außenpolitisch,
31:05innenpolitisch,
31:06möglicherweise auch noch wirtschaftlich,
31:09das wird die Kompetenz
31:11und die Kraft
31:12eines,
31:13eines,
31:13eines,
31:14jedes Menschen,
31:16der dann der Präsident der USA ist,
31:18mit all diesen Verantwortungen,
31:20könnte das alles übersteigen.
31:21Erik Weiber,
31:22das Leitende Redakteur beim Standard,
31:23vielen Dank für deine Einordnungen.
31:25Heute,
31:26unser Korrespondent,
31:27Christian Farnbach,
31:28hat vor kurzem zu mir gesagt,
31:29diesen Namen,
31:30John Ossoff,
31:30sollte man sich merken,
31:31dann kann man nämlich auf Partys damit angeben.
31:33Jetzt hast du uns noch mehr Informationen gegeben,
31:35das heißt,
31:35wir können noch besser auf Partys mit ihm angeben
31:37und mehr über die USA wissen.
31:38Vielen Dank.
31:39Sehr gerne.
31:40Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat,
31:42dann abonniert den Kanal
31:43auf der Podcast-Plattform eurer Wahl
31:44oder auch auf YouTube,
31:45da sind wir mit Videopodcasts vertreten
31:47und auch zu sehen.
31:48Einfach Kanal abonnieren
31:49und nicht vergessen,
31:50Glocke drücken.
31:51Ich bin Daniel Retschitz-Egger,
31:52vielen Dank fürs Dabeisein
31:53und bis zum nächsten Mal.
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